Den Letzten beissen die Hunde … die 145-Euro-Story

Der Gmundl, der wilde Hund, hat eine Woche geschwiegen. Nichts geschrieben. Er hatte was anderes zu tun: Schnee suchen. Ist ja keiner da. Dabei liebt er weisse Weihnachten. Aber die Frau Holle, die welche im Märchen immer die Federn aus der Bettwäsche rausbeutelt,war unauffindbar. Sogar für den Gmundl. Und vor lauter Sucherei ist er nicht zum Bloggen gekommen. Mist! Aber wir wollen das jetzt nicht kaputtieren. Auf zu neuen Taten!

Wenn etwas in den Arsch geht, dann geht es ordentlich in den Arsch. Der Gmundl hat das Glück, dass er viel zu jung ist, um Konsummitglied zu sein. Aber von seinem roten Grossvater weiss er, dass es die Arbeiterbewegung gegeben hat, weil nämlich sein Herr Grosspapa auch ein Arbeiter war, ein Hackler. Ein richtiger Hackler, also einer, der was von der Hacklerregelung nichts gehabt hätte. Das ist nämlich das Wesen der Hacklerregelung. Ja, sowas muss einem erst einmal einfallen. Aber der Herr Gmundl schweift ab, auch wenn er kein Schwätzer ist.

Arbeiterbewegung war das Wort. Und der rote Opa sagt immer: „Bua, drei Sochna ghearn zuar Oabeitabewegung!“ Dann macht er eine kleine Pause, holt Luft und sagt traurig: „Hobn zuar Oabeitabewegung gheard!“ Der Opa ist viel herumgekommen, darum spricht er seinen eigenen Dialekt. Ein österreichisches Mischmasch. Er holt also noch einmal Luft und sagt: „Die Bardei, d’Gwerkschoft und da Konsum.“ Dann nickt er bestätigend mit dem Kopf und wiederholt: „Und da Konsum. Des woarn de drei Fiass von da Bardei.“ Und nickt nocheinmal traurig.

Weil der Opa das immer sagt, weiss der Gmundl, dass der Konsum, die Partei und die Gewerkschaft sowas wie die Dreifaltigkeit der Hackler waren. So wie dem Herren Pfarrer seine Dreifaltigkeit. Der Herr Pfarrer tätert schön blöd schauen, wenn der Heilige Geist abhanden käme, weil er Pleite gemacht hat. Die SPÖ schaut schon seit einiger Zeit blöd aus der Wäsch. Weil ihr der Konsum abhanden gekommen ist. Und jetzt ist der letzte Hinterbliebene gestorben. Alle schauen traurig aus der ungebügelten Wäsche, und der Masseverwalter hält das Handerl auf.  Bar aufs Handerl, das kennen mir vom Maischi, welcher mit vollem Namen Maischberger heißt, und sich täglich fragt: wos woar mei Leistung. Das müsste sich der Masseverwalter auch fragen. Aber die Pfote aufhalten ist leichter. Ausserdem: Vuarschrift is Vuarschrift. Die armen Konsumgenossen können jetzt auch Fragen stellen, nachdem sie geblecht haben, oder auch davor, piepegal: „Wos woar die Leistung? Fiar wos brenn i?“ Was wir daraus lernen? Nehmen ist seliger als Geben!

Kein Mensch hat die treuen Konsum-Genossenschafter vorgewarnt. Wären die im Vorjahr ausgestiegen, könnte der Masseverwalter das Handerl lang aufhalten. Bis zum Jüngsten Gericht. Oder bis der Heilige Geist abstürzt. Aber es hat niemand gewarnt. Jetzt müssen lauter Omas und Opas, noch dazu so rote wie der vom Gmundl, vor Weihnachten ihre Sparbücher plündern. Den Roten nimmts der Herr im Schlafe. Wenn sie Sparbücher haben. Weil spar mal was bei einer Rente von achthundert Euro. Oder weniger. Die welche was keine Ersparnisse haben, können halt akkurat beim Heizen sparen. Zum Glück wirds wärmer, weil nämlich der Treibhauseffekt überall lauert. Ob zu Weihnachten, weiss man natürlich nicht. Das wär blöd, wenn zu Weihnachten heuer der Treibhauseffekt ausbleibt. Da können ein paar rote Pensionisten ordentlich frieren. Oder den Dickinger Christian anrufen in Gmunden. Den soll man nämlich anrufen, wenn man die 145 Euro nicht hat. Er wird sie zwar auch nicht haben, denn er ist der Bezirkssekretär von den Roten und Gmundner Vizebürgermeister. Aber vielleicht hat er ein Platzerl frei im Gmundner Rathaus. Wenn geht geheizt. Oder er spendiert ein Glühweinderl in der Altmühl. Weil dass die SPÖ die ungefähr 430.000 Euro spendiert, wo ihr sowieso einer von drei Haxen abgefallen ist, glaubt keiner. Obwohl es Gerüchte gab. Aber wer glaubt schon Gerüchte.

Der Dickinger wird also im Bezirk schöne Weihnachts- und Neujahrsgrüsse verteilen. Warme Händedrücke statt warmer Wohnstube. Den roten Omas und Opas wird davon nicht so richtig warm ums Herz werden. Aber dem Masseverwalter wird warm ums Herz, der bekommt sein Geld. Und es werden wieder ein paar Leute mehr sich einen Ausweis für den Sozialmarkt holen. Dabei hat es geheissen: Konsum brauchen wir nicht mehr. Überholt. So was von gestrig. Ach was vorgestrig. Der Billa und die alle machen es viel billiger. Sozial? Bauch ma ned! Genossenschoft? Brauch ma ned! Sozialmarkt, scheisse, brauch ma schon! Wieso sperren wir dann die Konsumgenossenschaft zu? Bitte eine andere Frage!

Manchmal ist es auch für einen Jungspund wie den Gmundl nicht einfach, die Gegenwart zu verstehen.

Kleine Nachbemerkung:

Die Leutln glauben alle, ich hack auf dem armen Dickinger herum. Aber ich mag ihn. Er ist nämlich immer für ein Spässchen gut. Hat er doch energisch gegen die Kürzungspläne des FPÖlers Heimbuchner bei der Wohnbauförderung protestiert. Wacker, wacker! Nur deppert, dass die Genossen im Landtag dann dafür gestimmt haben. Ob das mit morgen.rot gemeint war? Den Leuten blau für rot vorzumachen? Nach der Reichensteuer schreien, aber es sich nicht mit dem Herrn Landeshauptmann verscherzen. Der kennt da nämlich keinen Spass. Das hat schon der Ackerl-Vorgänger, der Haider Erich, erfahren müssen. Der hat den Pühringer so geärgert, weil er allerweil gegen alles vom Pühringer war, dass er jetzt in Linz strassenbahnert. In Gmunden was the tramway too little for him. Das wollte der Pühringer nicht einmal dem Haider Erich antun. Aber Ackerl, der Ackerl hat Angst, dass er dann in der Pension keine solchige abbekommt, sondern zwischen Bahnhof und Franz Josefs-Platz den Gmundner Schaffner machen muss. Also ist er schön kusch und hälts Maul. Und stimmt für Kürzungen bei der Wohnbauförderungen, für Kürzungen bei den Spitälern. Gegen morgen.rot. Rot soll er werden, ab ins Eckerl zum Dauerschenieren.

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