In eigener Sache 1

Manifest

1.) Dieser Blog ist eine literarische Kunstaktion. Wir sehen uns in der Tradition aktionistischer und sozial engagierter Kunstbewegungen (z. B. WochenKlausur des nunmehrigen Grün-Abgeordneten Zinggl). Auch andere künstlerische Strömungen sind uns Vorbild: Dadaismus, Surrealismus oder Ironische Front. Unser Thema ist die Intervention in den öffentlichen Raum an der Schnittstelle von alten und neuen Medien, Öffentlichkeit und Politik.

2.) Kunst für sich selbst ist seit der Moderne sinnlos geworden.

3.) Unser Mittel ist die Sprache. „Herr Gmundl“ ist eine Kunstfigur. Seine Sprache ist eine Kunstsprache. Sie werden von uns als Gruppe geschaffen und beziehen sich auf den öffentlichen Raum (siehe Punkt 1).

4.) Wir erforschen die Reaktion der Öffentlichkeit auf unsere Interventionen.

5.) Kunst muss verändern.

6.) Unsere Form der Intervention erfordert Anonymität. Die Erforschung der Reaktion auf Interventionen im öffentlich Raum erfordert, dass der Forschende sich unerkannt unter den auf die Intervention reagierenden Menschen bewegen kann.

7.) Hauptakteure im öffentlichen Raum sind Personen der Politik. Ihrem Verhalten gilt daher unsere besondere Aufmerksamkeit. Ihr Reaktionen sind jene, welche die Bürgerinnen und Bürger am heftigsten zu spüren bekommen und am meisten fürchte nmüssen. Politiker müssen sich darum auch gefallen lassen, mit unangenehmen Fragen belästigt zu werden. Der Souverän hat ein Recht auf Antworten. Wir sind nicht der Souverän. Wir sind eine Teilmenge. Wir verleihen einem Teil des Souveräns Stimme. Wir wollen und können nicht den Anspruch erheben, für alle Bürgerinnen und Bürger zu sprechen, das wäre eine totalitäre Gesinnung.

8.) Interventionen in den öffentlichen Raum sind notwendig. Ohne sie erlahmen die demokratischen Institutionen, werden womöglich gar ausgehebelt.

9.) Kritischer Journalismus ist auf regionaler Ebene praktisch nicht vorhanden, er ist meist zur Hofberichterstattung degeneriert. In dieser Lücke bewegen wir uns und versuchen, sie zu schliessen.

10.) In vielen politischen Parteien ist die demokratische Diskussion tot. Es geht oft nur noch um Machterhalt, Funktionärspfründe und Dorfkaisertum. Wir wollen diese Diskussion durch unsere Interventionen wieder beleben.

11.) Unsere Interventionen sollen die Zivilcourage fördern. Dazu ist manchmal ein Umweg nötig. Und sei es der über die Anonymität. Wie viele Beispiele auch der Gegenwart zeigen, werden kritische Stimmen gern zum Schweigen gebracht. Wir wollen aufzeigen, wie diese Mechanismen funktionieren. Dadurch werden jene Politiker, die versuchen, uns zum Schweigen zu bringen, selbst zum Kunstwerk, Ausstellungsgegenstand. Dies ist die wahrscheinlich sinnvollste Verwendung, der man solche Politiker zuführen kann. Sie erfüllen dann endlich einen öffentlichen Zweck und richten keinen Schaden mehr an. Sie werden als die kenntlich, die sie wirklich sind.

12.) Man wird uns nicht zum Schweigen bringen. Wir werden umso erfolgreicher sein, je mehr Bürgerinnen und Bürger ihre Rechte wahrnehmen: sie haben uns mit NLP zugemüllt. Wir müllen sie mit gmundl-Sprache zu.

13.) Die Grenze zwischen Ironie, Politik und tieferer Bedeutung ist eine undeutliche. Wir bekennen uns zu dieser Undeutlichkeit. Umso deutlicher sollten unsere Interventionen sein. Was paradox aussieht, ist in Wahrheit wechselseitige Ergänzung.

14.) Es lebe der Gemeinplatz. Für ihn müssen wir nichts mehr tun. Das erledigt bereits die aktuelle Politik.

15.) Es lebe die Satire. Auch für sie müssen wir nur wenig tun, denn die Stichworte liefert die Politik. Danke! Wir müssen aus den gelieferten Worten nur noch Sätze deichseln, damit die Menschen erkennen, was sich hinter den hohlen Worten verbirgt.

16.) Wir sind ausschliesslich unseren Leserinnen und Lesern verpflichtet.

17.) Die Politik hat sich von den Menschen „da draussen“ entfernt. Wir wollen mit unseren Interventionen darauf hinweisen, dass das wirkliche Leben ausserhalb der Zirkeln politischer Inzucht stattfindet.

18.) Wir werden das tun-Wort niemals in ein Kästchen einsperren tun.

 

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