Hotelarchitektur zwischen Wahn- und Unsinn

EIN GROSSES INTERJUH

Liebe Leserleins und Bürgerleins!

Mir tun dauernd dran arbeiten tun, dassmir immer besser werden tun. Alsmir uns das Modell vom Hotel auf den Bildern genauer anschauen haben tun, da hamma uns fragen tun: kann das wahr sein tun? Wer tut sowas bauen tun wollen an so einer Stelle? Tunmir völlig deppert sein tun oder die anderen, die was das den Gmundnern vor die Augen knallen wollen tun? Tun die verantwortlichen Politiker ein Brett vor dem Kopf haben tun, das was mindestens so gross sein tut, wie das Hotel monströs hoch sein tun tut.

Mir tun keine Experten net sein, gell. Obwohl man Experten auch net zu viel trauen tun solltert, wie die Geschichte gezeigt haben tun tut. Abermir ham uns gedacht, jetzt tunmir mal einen Experten fragen tun, was der sagt zu dem Koloss zu Asam. Und wer tut ein Experte sein tun? Ein Architekt. Mir ham also mit einem sehr prominenten Architekten ein Interjuh machen lassen tun. Das erste Interjuh in diesem Blog. Also was ganz was neues. Mir ham ihm versprochen, dassmir seinen Namen net nennen machen tun, weil das immer schwierig sein tut, wenn man über das Werk eines Kollegen ein Urteil fällen sollen tun tut. Da tuts immer gleich heissen tun, dass der Kritiker das nur sagen tun tut, weil er selbst den Auftrag nicht haben tun tut. Über diesen Verdacht tut unser Gesprächspartner an sich so wie so erhaben sein tun, weil was der alles schon baut haben tun tut, da braucht der die Keusche, die was sie da hinstellen wollen tun, wirklich net brauchen tun, gell! Abermir wissen, dass man da vorsichtig tun sein tun muss. Daher hamma gsagt haben tun: Gut, mir tun das Gespräch bringen tun, aber tun keinen Namen sagen tun. Der Bruno Beinhart hat so lieb sein tun gewesen, dass er das Interjuh gemacht haben tun tut, das welches wir hier nun bringen tun. Bitte nicht ungeduldig sein tun, es tut ein längeres Gespräch sein tun, das was wir ohnehin schon gekürzt haben tun. Abermir tun denken tun, dass es ganz gut sein tun tut, einmal sehr, sehr ausführlich über einige Aspekte des Hotels sprechen können zu tun, die was bisher noch nie so richtig besprochen sein worden sind tun.

BB = Bruno Beinhart   A = Architekt

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Das Bruno Beinhart-Interjuh: Zwischen Wahn- und Unsinn

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BB: Herr Architekt, Sie haben sich die Bilder angeschaut, die uns vorliegen. Was sagen Sie zu diesem Hotel, der Lage, der Architektur.

A: Da gibt es einiges zu sagen. Unbedingt vorausschicken möchte ich aber mein Unkenntnis der konkreten Pläne. Will sagen, ich kenne nur diese Bilder, Architektenpläne habe ich keine gesehen. Ich bin bei manchen Fragen, die sich hier zwingend stellen, auf Vermutungen angewiesen und auf meine jahrzehntelange Erfahrung.

BB: Ich darf vielleicht ergänzen. Sie haben einige sehr prominente Hotels in schwierigen Lagen gebaut, auch in umstrittenen Lagen. Kann man das so sagen?

A: Ja. Stimmt. Ich habe eine Reihe von grossen Hotels konzipiert und geplant. Teilweise auch gemeinsam mit dem jeweiligen Generalunternehmer die Errichtung koordiniert und kontrollierend begleitet. Es waren auch heikle Objekte dabei.

BB: Heikle Objekte?

A: Städtebaulich heikle Lagen. Da hat man zuerst als Architekt und Künstler schon automatisch eine grosse Verantwortung, aus sich selbst heraus, wenn man seinen Beruf ernst nimmt. Dann ist man natürlich mit Bürgerwünschen bis hin zu Bürgerwiderstand konfrontiert, sobald es daran geht, die Dinge umzusetzen. So etwas wie hier in Gmunden hätte gar nicht erst so laufen dürfen. Hier hat man versucht, an den Leuten vorbei irgendein Hotel hinzubauen. Egal was. Man sieht das daran, dass der erste Entwurf eher aussieht wie ein billiger DDR-Plattenbau, eine Trabantensiedlung. Solche Bauten kennt man aus den banlieues parisiennes …

BB: … den Vorstädten von Parism in denen die grossen und teilweise sehr gewaltsamen Jugendaufstände stattfanden …

A: Ja! Banlieue heisst mehr als nur Vorstadt. Da ist das ganze Geflecht von Aussenstädten rund um eine Grossstadt gemeint, die aber noch im Einzugsbereich des Grossraums liegen. Interessanterweise bedeutet „banlieue“ ursprünglich Bannmeile vom lateinischen bannum leucae, also ein verbotener Bereich. Ich kenne mehrere Deutungen. Manche führen das auf die Französische Revolution und ihre Barrikaden zurück, andere glauben an eine ironische Bedeutung. Bannmeile für ordentliche Bürger, Bürger hier im Sinne des Bourgeois, nicht des Cityoens oder der Citoyenne. Aber zurück zum Kernthema. Der erste Bau war ein hingekotztes Monstrum, aber zumindest aus technischer Sicht mit einer gewissen Logik behaftet: die Zimmer waren in Richtung Traunstein und mit Blick auf Ost- und Südteil des Sees ausgerichtet. Das war technisch und raum-ökonomisch sinnvoll. Die Zimmer waren gleichwertig, was den Blick betrifft. Ästhetisch natürlich eine Katastrophe zum Quadrat.

BB: Das ist inzwischen Geschichte. Jetzt haben wir diesen ovalen Bau.

A: Man muss trotzdem auf die Entstehungsgeschichte blicken. Die darf man nicht aus dem Auge verlieren, denn die erklärt vieles. Man hat von Beginn an die Bürger auszuschalten versucht. Statt die Bürger wirklich einzubeziehen, hat man sich auf ein einziges Mantra eingeschworen: „Gmunden braucht ein Hotel.“ Mag sein, das kann ich nicht beurteilen. Aber dann frage ich mich: warum hat man nicht ein Hotel gebaut, dort, wo das alte Parkhotel gestanden ist. Ein sehr guter und bewährter Platz. Die Bürger um 1900 waren klüger als das, was jetzt allerorts Bürgertum spielt. Es ist übrigens eine Lüge, wenn man behauptet, ein Hotel allein rechne sich nicht. Das hängt vom Umfeld ab und der Konzeption. Niemand bucht ein Hotel. Die Leute buchen einen Erlebniswert, das Hotel ist nur die Aufenthaltsmöglichkeit. Man sagt ja nicht: „Geh Mama, fahren wir ins Ritz.“ Man will den Eiffelturm sehen, den Louvre. Dann sucht man sich ein Hotel. Wer es sich leisten kann, halt das Ritz. Aber welchen Anreiz bietet Gmunden?

BB: Das Klomuseum.

A: Um Gottes Willen! Sofort zusperren. Damit kann man das Image einer ganzen Kleinstadt ruinieren. Wenn Klomuscheln alles sind, was von der Keramikstadt geblieben ist … Die Frage ist: Was kann man hier erleben? Damit meine ich nicht unbedingt etwas Grosses, Lautes. Erleben kann etwas ganz Stilles sein. Das gibt es hier aber auch nicht. Welchen Anlass gibt es, ein paar Nächte oder vielleicht eine Woche in Gmunden zu verbringen?

BB: Offen gestanden, das weiss ich nicht. Als Tourist würde ich nicht wissen, was ich hier eine Woche lang machen soll. Im Sommer geht es noch, irgendwie. Aber der Sommer hier ist recht kurz. Mitte Juni bis Mitte August. Dann vielleicht davor und danach noch je vier Wochen für Leute, die nicht gern in der Hochsaison unterwegs sind. Das war es dann.

A: Ich sehe Gmunden auch nicht als Ganzjahresdestination. Für den Kongress-Tourismus müsste man die Sache völlig anders andenken. Selbst einem Architekturstudenten im ersten Semester ist klar, dass man Hotel, Veranstaltungsraum und Erholungszonen an einem Ort konzentrieren muss. In Grossstädten kann man das ein wenig anders lösen. Aber in einem kleinen Ort wie Gmunden, der aber gleichzeitig so gross ist, dass man nicht mehr alles zu Fuss machen kann, muss man das an einem Platz konzentrieren. Gmunden ist halt kleiner als Linz oder Wien und grösser als Alpbach.

BB: Sie haben die Frage der Rentabilität angesprochen und die Frage der Verbauung des Areals rund um Seebahnhof, Parkhotel und Klosterplatz.

A: Ich kenne das jetzt nicht im Detail. Aber es muss doch jedem klar sein, dass das Hotel selbst nicht rentabler wird, nur weil die Erbauer rundherum einen ganzen Stadtteil zubetonieren und dabei ihren Reibach machen. Das Geld ist dann bei den Bauherren, und die gehen zufrieden mit gefüllten Taschen nach Hause. Die Gewinne aus der Grundstücksverwertung sind weg, privatisiert. Das Hotel muss sich dann selbst erhalten können. Ich habe den Verdacht, das Hotel-Projekt soll nur verschleiern, dass es sich hier um eine gross angelegte Immobilien-Verwertung handelt. Das Hotel-Projekt drückt man den Bürgern nur aufs Aug, damit sie nicht sehen, was sich rundherum abspielt. Dass die Verantwortlichen offenbar nicht geschickt genug waren, die Leute dauerhaft an der Nase herumzuführen, ist halt ein Pech gewesen. Ich denke, man wollte mit den Gewinnen die Asamer-Gruppe teilsanieren. Wenn ich so lese, was da jetzt in den Zeitungen steht, dann ergibt sich da ein sinnvoller Zusammenhang. Das Hotel wollte man immer Investoren von aussen umhängen, weil man wusste, in der gegebenen Situation kann sich das nicht rechnen. Die Errichter kassieren das Geld, die Stadt schwebt eine Weile hindurch im Traum vom Aufschwung des Tourismus, bis dieser Traum zum Alptraum wird, weil die Investoren kein Hotel führen werden, das sich nicht rechnet. Egal, was in den Verträgen mit der Gemeinde steht, die nützen Ihnen ja nichts. Dort steht ein riesiger Bau, der noch dazu die Gegend verschandelt. Wenn das Hotel zusperrt, kann sich die Gemeinde die Verträge wo hinnageln. Sie wird gezwungen sein, jeden Vorschlag der Investoren anzunehmen, der den Verfall des Bauwerks verhindert. Als Ruine wird das nämlich auch kein Impuls für den Tourismus sein. Also wird man brav umwidmen müssen in Appartements. Wobei, und das ist für mich der springende Punkt, mir nicht klar ist, wie man diesen merkwürdigen Bau dann von Hotelzimmern in vollwertige Appartements umbaut.

BB: Das verstehe ich jetzt nicht.

A: Lassen Sie mich weiter ausholen. Ich verstehe diesen Bau nicht. Und zwar ganz unabhängig von der Frage das Stadtbildes, das er zerstört. Im übrigen zerstört er auch die Lieblichkeit des vis-à-vis gelegenen Schlosses Orth. Das geht völlig unter. So wie der Blick von Schloss Orth Richtung Ostufer völlig zerstört wird. Sie haben jetzt eine flache, niedrige Bebauung, dahinter steigen sanft die Vorhügeln und dann der Hausberg der Gmundner an, Blick weiter zum Traunstein. Sie haben da eine wunderbare, ansteigende Blicklinie von der Traun, der Gmundner Bucht immer höher hinauf zum Traunstein. Wenn das Hotel so gebaut wird, wie es hier steht, wird diese Linie gebrochen, die Dominanz des Traunsteins geht verloren. Eigentlich müsste man sagen: wer so etwas plant, ist nicht zurechnungsfähig. Der Tourismuschef müsste gegen sowas Amok laufen. Aber kommen wir zu meinen anderen Einwänden. Der Bau ist grundsätzlich zu hoch für eine Stadt wie Gmunden. Man hat hier ein Haus, das vielleicht in eine Grossstadt passt, mutwillig und gedankenlos in eine Kleinstadt transferiert. In einer grossen Stadt, Linz, Wien, Graz kann man einen runden oder ovalen Bau machen. Bei Eisenstadt hätte ich schon gewisse Bedenken. In einer grosen Stadt ist es egal, in welche Richtung ich blicke. Ich habe immer das Stadtpanorama und vor und die Dächer unter mir, lebe hoch über dem Wirrwarr der Gassen. Das hat seine eigene Qualität, die man aber auch nicht jeder mögen muss. Wenn Sie aber diesen Bau ansehen, und wir sprechen von einem Hotel für Touristen, dann werden Sie leicht feststellen können, dass nur etwa ein Viertel der Zimmer über den erstklassigen Blick verfügen: den in Richtung Ostufer/Traunstein. Ein weiteres Viertel hat noch einen ganz interessanten Ausblick auf Schloss Orth, Höllengebirge und Gmunden mitsamt Bucht. Aber die andere Hälfte des Hotels, der Hinterteil des Ovals, bietet einen sehr schlechten Blick. Was sieht man da? Die Abdämpfe der Fabriken in Steyrermühl und Laakirchen, flaches Land, und das am Beginn der Alpen. Seeblick ist auch nicht, oder nur sehr eingeschränkt. Da kann man bestenfalls Autobustouristen für eine Nacht hineinverfrachten, die bringen aber kein Geld, sondern nur das eigene Dosenbier mit. Welcher gut betuchte Kongressteilnehmer will eine Woche lang auf die Schlote der Papierfabriken schauen? Der Blick Richtung … wie heisst das da?

BB: Sie meinen Richtung Gschwandt und Vorchdorf …

A: Der ist auch nicht wirklich atemberaubend. Ich glaube, man hat hier nach dem Scheitern des ersten Projekts einfach etwas besonders Spektakuläres hinstellen wollen und hat nicht viel nachgedacht. Man wollte die Bürger beeindrucken, im wahrsten Wortsinn sprachlos machen. Jetzt kommt man aus dieser Sache nicht mehr raus. Das hat eine Eigendynamik. Da geht es um Durchsetzungsmacht, Justament-Standpunkte und um sehr viel Geld. Das Hotel ist Nebensache und Opium fürs Volks, wenn ich das so abgewandelt zitieren darf.

BB: So habe ich das noch nicht betrachtet. Gibt es sonst noch Einwände Ihrerseits?

A: Ich kenne die Hotelpläne nicht. Es wäre interessant, wenn die Bürgerschaft sich die einmal zeigen lassen würde. Was kommt wirklich hinein? Welche Einrichtungen sind wo situiert? Was macht man mit dem lächerlichen Innenhof? Dort kann man ja keine Zimmer mit Fenstern ansiedeln. Wie bringen Sie die Haustechnik unter? Das lässt dann etwa Schlüsse darauf zu, ob ein späterer Umbau in Appartements schon angedacht ist. Kommt eine Shopping-Mall hinein? Bei Luxushotels ist das heute oft Standard. Hier jedoch würde sich meiner Meinung nach entweder eine existenzgefährdende Konkurrenz für die Innenstadtgeschäfte aufbauen oder eine Brachlandschaft mit leerstehenden Verkaufsräumen innerhalb des Hotels entstehen. Das passt alles nicht zusammen. Hier gehören endlich Pläne auf den Tisch, damit die Leute wissen, was hier wirklich kommt.

BB: Sie haben im Vorgespräch auch angedeutet, dass sie technische Probleme sehen.

A: Die Insel. Wenn die Herrschaften von Baubeginn sprechen, dann muss man schon fragen, was die damit meinen. Zuerst muss schliesslich noch die Insel aufgeschüttet werden. Das ist keine einfache Sache. Ich kenne die Probleme, die Kollegen bei den Inseln vor der arabischen Halbinsel bekommen haben. Oder die unglaublichen Kosten beim Bau des Honkonger Chek Lap Kok-Flughafens. Da hat man auf einer Insel einen Berg abgetragen und mit dem Abraummaterial die Insel vergrößert. Die Neuaufschüttung muss sich setzen. Jeder Laie, der schon mal Haus gebaut hat, weiss, dass ein Keller sich senkt, und dann noch einmal wenn das Haus errichtet ist. Hier geht es um eine ganze Insel, neu aufgeschüttet, auf der ein riesiger Bau hingestellt wird. Ich weiss nicht, was geplant ist. Ob man das auf Betonpfählen errichtet, eine Art Venedig auf modern, oder den Untergrund extrem verdichtet, was nicht ganz einfach ist. Noch dazu da es sich hier um eine Gefahrenzone handelt. Wie schützt man sich gegen Hochwasser? Baut man das Hotel auf Stelzen? Oder riskiert man, dass zumindest das Erdgeschoss überschwemmt wird? Ich kann mir nicht vorstellen, dass man das Hotel bis 2015 fertig hat. Ich bin mir nicht sicher, Sie haben das im Vorgespräch durchblicken lassen, ob das nicht doch ein Bluff ist. Ich halte ein Szenario für möglich, wo man einmal schon gemütlich beginnt, an der Insel herumzubasteln. Dann tauchen ein paar Probleme auf, man beginnt, um keine weitere Zeit zu verlieren, rundherum mit dem Wohnbau, weil an der Insel für das Hotel wird ohnedies schon gearbeitet. Ja, und dann tauchen halt immer neue Probleme auf. Probebohrungen von früher müssen heute nicht mehr stimmen. Die Probleme werden größer und größer. Man baut dann das Hotel nicht, weil das mit der Insel nicht klappt. Ich würde nicht darauf wetten, dass das Hotel so gebaut wird, wie es hier abgebildet ist. Als Gmundner Bürger wäre ich sehr misstrauisch und würde verlangen, dass endlich alles auf den Tisch gelegt wird, was derzeit Wissensstand ist. Also auch Technik, Gestaltung, Innenplanung. Vielleicht will man nur die ganzen Grundstücke rundherum verwerten für Wohnbau, möglicherweise für Zweitwohnsitze, da kenne ich die Situation hier nicht gut genug.

BB: Gmunden hat ungefähr 2.500 Zweitwohnsitze.

A: Sehen Sie! Das geht so weiter, vermute ich. Persönlich glaube ich jedenfalls nicht an diesen ovalen Hotelbau mit Insel. Machen kann man natürlich alles. Aber ich glaube nicht daran. Der Verdacht, man wird hier an der Nase herumgeführt, ist nicht ganz aus der Luft gegriffen.

BB: Viele Bürgerinitiativler sind der Meinung, hier solle Zeit geschunden werden, damit das Billiggrundstück nicht von der Gemeinde zurückgekauft werden muss.

A: Misstrauen ist jedenfalls angebracht. Übrigens ist auch die Fassadengestaltung völlig offen. Das Modell gibt da nichts her. Viel Glas, auch so eine städtische Unsitte, die sich nicht bewährt hat. Aber welches Material aussen verwendet werden soll, kann ich nicht erkennen. Daher kann man überhaupt nicht beurteilen, welche Anmutung der Bau dann haben wird, unabhängig von der Stadtbildfrage. Ich spreche da von der Qualität des Baus, wenn man sie isoliert vom Umfeld betrachtet. Es gibt Qualitätsbauten, die nur an der falschen Stelle stehen. Das hier sieht mir aber, wenn ich ganz ehrlich bin, nicht nach einem Qualitätsbau aus. Wenn mir ein Student so einen Entwurf liefert, schmeisse ich ihm den zurück, weil wesentliche Fragen offensichtlich nicht geklärt sind. Es gehört schon eine gewisse Schlitzohrigkeit dazu, mit einem solchen Modell seit Jahren durch die Gegend zu laufen, egal ob als Politiker oder angeblicher Investor, und den Leuten damit die Rettung des Gmundner Fremdenverkehrs zu versprechen. Das ist ziemlich kühn.

BB: Würden Sie diesen Bau umsetzen?

A: Als Architekt muss man mitunter Kompromisse machen. Nicht alles, was man machen will, ist realisierbar. Aus vielen Gründen: Geschmacksfragen, Wirtschaftlichkeit, Funktionalität. Aber es gibt eine Grenze, die sollte man nicht unterschreiten. Dieses Projekt würde ich nicht machen, weil es völlig unausgegoren ist und so, wie es heute hier am Papaier steht, jede städtebauliche oder architektonische Qualität vermissen lässt. Es zerstört das Panorama. Ich frage mich, was diese Architektur mit dem Salzkammergut oder dem Traunsee zu tun hat. Immerhin ist es nach dem Traunsee benannt. Ich kann nicht erkennen, dass man sich hier überlegt hat, wie man zum Einen das Hotel in die Landschaft einfügt, und man zum Anderen einen Bezug zum Salzkammergut hergestellen könnte. Damit meine ich nicht einen Kitschbau, aber man muss auf Material und Tradition der Gegend eingehen, nur dann bekommt man gute Architektur. Ein seelenloses Gebäude wird weder den Tourismus noch die Fantasie der Touristen beflügeln. Dieser Bau ist, so wie ich das jetzt beurteilen kann, eine Synthese aus Wahnsinn und Unsinn. Ein städtebauliches Verbrechen und eine Todsünde gegen das Landschaftsbild.

BB: Herr Architekt, ich danke Ihnen für das Gespräch.

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Undmir vom Team Gmundel tun sowohl Bruno Beinhart als Interjuer und dem Herrn Architekten als Interjuhtem sehr herzlich danken tun, dass sie sich so viel Zeit genommen haben lassen tun.

Tschüss! Team Gmundl

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8 Antworten

  1. […] Hotelarchitektur zwischen Wahn- und Unsinn […]

  2. Hoffentlich fällt keiner um, daß die schwarze ÖVP nicht die 2/3 Mehrheit bekommt. Gerechtigkeit für kleine Bürger.
    gxxxx pxxxx

  3. Haben Sie sich schon überlegt das das Hotel nur dazu dient die Situation zu vernebeln ?
    Stellen sie sich vor, es ist von Anfang an geplant das Hotel gar nicht zu bauen. Dann genügt nämlich ein Billigkonzept eines Plans. Dann ist es sogar gut wenn das Hotel „hässlich“ ist und Kontroversen hervorruft. Weil es gar nicht gebaut wird.
    Die Lagune, die Penthäuser und mehrere tausend Quadratmeter neu aufgeschütteter Seegrund sind das Ziel.

    In diesem Gedankenspiel „gewinnt“ natürlich die Bürgerinitiative und kann Gott sei Dank das Hotelprojekt „verhindern“. Die Bürger sind zufrieden denn es wurde großer Schaden vermieden.
    Die Tatsache das einige Häuser gebaut wurden und das nun tausende Qadratmeter neuer Seegrund verwertet muss…… geht unter und war das eigentliche Ziel……

    Mir im Team haben schon immer die Ansicht vertreten tun, dass das Hotel ein Bluff ist. Klar, die Bürgerinitiative kommt denen gerade recht. Trotzdem: muss man sich wehren tun, und den Leuten halt erklären tun, was wirklich laufen tut. Mir glauben auch noch immer nicht, dass das Hotel kommen tun wird. Team Gmundl

  4. Ein gutes Interju. 🙂 Da tauchen Perspektiven auf, an die man als Laie nicht im entferntesten denkt.

  5. Ich möchte noch gerne dem Leserbrief Schreiberling zum „Deppen des Monats“ gratulieren, der in den Schmierblättchen für einen Bau von Hotel und Bad im Toskana Park geworben hat.

    „Seit 1. Jänner 2000 steht die Parkanlage im landschaftlichen Stil des späten 19./ frühen 20. Jahrhunderts durch das novellierte Bundesdenkmalgesetz unter Schutz, da sie zu den bedeutendsten historischen Parks in Österreich zählt.“
    Zitat Wikipedia

    Na, Denkmalschutz/Naturschutz bedeutet ja hier eh nixx.

    Zum Preis des Hotelgrundstücks nehme ich den Park gerne und verpflichte mich auch einen hässlichen Luxuswoh….. ääääh Hotel zu bauen. Rund um die Insel kann man auch wunderbare Seegrundstücke verkaufen, einen Yachthafen bauen und auch noch ein Spielcasino unterbringen. Ach Mist, das hätte ich jetzt nicht schreiben sollen, mit den Grundstücken, Hafen und Casino ….. *ausradier*

    Macht mich reich …… Ich verkaufe auch gerne die Idee und stehe die nächsten 3 Tage auf dem Marktplatz und warte auf den Mann mit dem Koffer, damit ich mir einen Kopfputz aus Frischgeld basteln kann. Codewort : Koloss

  6. Es ist doch ein offenes Geheimnis : Das Hotel wurde so entworfen, dass man durch relativ geringen Aufwand, die Zimmer in Wohnungen umfunktionieren kann.

    Aber ich hab da nixxx gesagt …. geheim^^

  7. […] Ein neuer Artikel vom Team Gmundl  […]

  8. Den Nagel auf den Kopf getroffen. Besser hätte dieses Thema nicht kommentiert werden können. Dieses Interview (Interjuh) gehört den Verantwortlichen Politikern der Allianz zugespielt, damit sie nicht umfallen u. das Rückkaufsrecht geltend machen bzw. der Fristverlängerung nicht zustimmen. Habe mich an kompetenter Stelle schlau gemacht: für die Fristverlängerung des Rückkaufsrechtes bedarf es einer 2/3 Mehrheit im Gemeinderat, für den Rückkauf, was einem neuen Ankauf entspricht, bedarf es einer einfachen Mehrheit. Es sieht so aus, – da ja von den ÖVP Gemeinderäten keiner Gewissen zeigt u. in Beichtstuhl-Unterredung mit dem Bürgermeister auf Gefolgstreue geprüft wird u. damit jeden Wahnsinn mitzutragen sich verpflichtet,- ist anzunehmen, dass es zu einer Patt-Stellung kommt, die hoffen lässt, dass bis zu den Gemeinderatswahlen 2015 nichts Schlimmes passiert. Aber 2015 gibt es sicher keine abslute Mehrheit mehr im ÖVP Gemeinderat, darauf traue ich mich wetten. Bis dahin hat sogar der/die Blauäugiste kapiert, was die von Bauspekulanten gelenkte ÖVP Mehrheit im Gmundner Gemeinderat den Bürgern von Gmunden an Schaden zugefügt hat u. zufügen möchte. Also, liebe Allilanz, blockieren Sie das Wahnsinns-Projekt, bis das Volk diese gewissenlosen Gemeindevertreter der ÖVP abwählt.

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