Wovon Herr Köppl schweigt …

Ein Bruno Beinhart-Kommentar

Wie ein Poster hier richtig feststellt: es ist skandalös, dass der Bürgermeister von Gmunden eine in jeder Hinsicht einseitige Anzeige in den Tips schaltet. Das ist eine Anzeige der ÖVP. Wird aber auch nicht allen ÖVPlern gefallen. Hier wird einseitig Propaganda für Pseudo-Investoren gemacht. Der Bürgermeister gefällt sich scheinbar in der Rolle als Laufbursch einer Grossbank. Dass er ausserdem Steuergelder sinnlos vergeudet, sei angemerkt (auch wenn das Inserat nicht über die Gemeinde sondern über die Partei verrechnet wird, was wir angesichts des ÖVP-Propaganda-Charakters des Inserats voraussetzen, zahlen es letztlich die Bürgerinnen und Bürger.).

Die Schutzbehauptung mit der grundbücherlichen Eintragung der „ausschliesslich touristischen Nutzung“ ist zum Krenreiben. Eine touristische Nutzung würde auch vorliegen, wenn man Appartements baut und sie in ein Time-Sharing-System überführt. Ein klassischer Umgehungstrick für Wohnungen, die eigentlich als Zweitwohnsitze dienen. Ausserdem muss man den Bürgermeister fragen: Was machen Sie, wenn das Hotel einfach stillgelegt wird? Die riesige, architektonisch wertlose Trutzburg dem Verfall preisgeben? So, dass jeder vom Rathausplatz eine gute Sicht auf die Hotelruine hat? Gmunden an der Ruine als Fremdenverkehrshit? Wenn das Hotel stillgelegt wird, bekommen die „Betreiber“ jede Umwidmung, die sie wollen. Was bleibt der Stadt denn dann anderes über? Besser Appartments als einen weithin sichtbaren, das gesamte Stadtpanorama dominierenden Schandfleck.

Wenn der Bürgermeister in der „Krone“ vom Mittwoch sagt, man brauche die Verlängerung, weil dann könne man weiterverhandeln und Ende Jänner einen Vertrag mit den „Investoren“ machen, dann stellen sich gleich zwei Fragen:
1.) Warum hat man das nicht längst getan? Die Problematik ist seit Monaten (in Wahrheit: seit Jahren) bekannt.
2.) Wer garantiert, dass Ende Jänner ein Vertrag unterschrieben wird?
Und was bedeutet dieser rätselhafte Satz des Bürgermeisters in der „Krone“: „Bis 31. Jänner soll der Vertrag rechtskräftig vorbereitet werden.“ Ääähhh? Soll er vorbereitet werden oder abgeschlossen? Eine „rechtskräftige Vorbereitung“ gibt es nicht. Selbst ein Tauber hört es: hier spricht ein Bürgermeister über Dinge, von denen er offensichtlich keine Ahnung hat. Ein Bürgermeister offenbart sich in seiner völligen Überforderung. Hier wird bloss noch politisch gestottert, weil man sich in den eigenen Tricks, Wirrungen und Wendungen völlig verheddert hat. Herr Bürgermeister: auch wenn Sie selbst es noch nicht wissen – Sie sind rücktrittsreif! Überreif, möchte man hinzufügen.

Wann wird endlich der letzte ÖVP-Mandatar begriffen haben, dass hier nur auf Zeit gespielt wird, dass hier kein Hotel gebaut werden soll, sondern ein Grundstück im Rahmen der Asamer-Restrukturierung gebraucht wird, um die Deckungsvorschriften der Banken zu erfüllen (eine Restrukturierung, die wirtschaftlich gesehen wohl nichts anderes als ein stilles Ausgleichs- wenn nicht sogar Konkursverfahren ist, mit dem Vorteil, dass die Asamers „aus dem Schneider“ sind).

Warum werden den Mandataren allem Anschein nach unrichtige Unterlagen vorgelegt (siehe gestrigen Beitrag von GR Grampelhuber)? Das alles stinkt zum Himmel. Man könnte verrückt werden vor lauter Unschuldsvermutungen!

Dass man für die heutige Gemeinderatssitzung nicht einmal vor den miesesten Geschäftsordnungs-Tricks zurückschreckt, zeigt auf erschreckende Weise, wie tief die ÖVP-Gmunden politisch inzwischen gesunken ist. Das zentrale Thema der Gmundner Stadtpolitik unter den Tagesordnungspunkten 49 und 50 anzusetzen ist mehr als eine Frechheit. Das ist ein Schlag ins Gesicht aller Bürger. Ins Gesicht aller Mandatarinnen und Mandatare, die sich um eine ernsthafte Auseinandersetzung bemühen. Hofft man, am Ende der Sitzung, weil vielleicht ein paar Leute weg müssen, eine 2/3-Mehrheit für die Verlängerung zu haben? Demokratie als Übung fürs Sitzfleisch? Wie tief muss man sinken …

Herr Bürgermeister! Es geht nicht um die Verhinderung eines Hotels! Sparen Sie sich diesen Untergriff! Es geht um die Verhinderung dieses Hotels!

In einem Leserbrief in den letzten Tips hat Elisabeth Rumpf (langjährige Gemeinderätin der Grünen) aufgezählt, welche Hotels in der Vergangenheit verschwunden/umgewidmet oder abgerissen worden sind: Hotel Bellevue, Arcotel, Hotel Austria, Hotel Moosberg, Parkhotel, Hotel Marienbrücke. Herr Bürgermeister! Wollen Sie ernsthaft behaupten, diese Hotels seien unter dem Ansturm der Touristen zusammengebrochen und mussten deshalb zusperren? Oder lag es eher an der gähnenden Leere, an der Unmöglichkeit, dort Geld zu verdienen?

So wie Gmunden derzeit „aufgestellt“ ist, kann kein wie immer geartetes Hotel sich rechnen. Es ist die grosse Frage, ob Gmunden heutzutage überhaupt noch zu einer touristischen Ganzjahres-Destination „wieder erweckt“ werden kann. Der Traunsteinblick allein ist da zu wenig. Ganz sicher in die Irre führen die Hansi-Hinterseer-Autobus-Fantasien des Tourismusdirektors. Wer auf Tagestourismus setzt, der hat schon verloren. Was Gmunden braucht, ist ein allumfassendes Konzept einer Kurstadt mit sanftem Tourismus. Ob ein solches Konzept in Gmunden überhaupt realisierbar ist, das wäre jetzt zu diskutieren, anstatt irgendwelche Vertragsverlängerungen zu machen oder das Strandbad plus 10 Millionen herzusschenken.

ÖVP-Mandatarinnen und Mandatare! Nehmt euch ein Herz! Stimmt für den Rückkauf hier und jetzt! Wer nicht für den Rückkauf stimmt, der möge in Hinkunft nicht mehr in der Lederhose oder im Dirndl durch Gmunden spazieren und so tun, als ob er/sie seine/ihre Heimat liebt! Denn wer jetzt nicht für den Rückkauf stimmt, der/die hat nicht nur bei der Verhöhnung der Bürgerinnen und Bürger mitgespielt, sondern auch einen Verrat an der Zukunft dieser Stadt begangen.

Herr Bürgermeister!
Geben Sie den Weg frei für ein neues Denken in Gmunden!
Treten Sie zurück!

Bruno Beinhart für das Team Gmundl

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2 Antworten

  1. Der Herr Köppl muss so tief im Schlamassel stecken, dass er sich nur mehr an einem Seil namens „Unschuldsvermutung“ aus diesem Sumpf ziehen könnte.
    Deswegen schlägt er so um sich und nicht weil er das alles nicht kapiert. Man soll diesen Herrn nicht unterschätzen. Egal was passiert er wird, so vermute ich, keine schöne Zukunft mehr in Gmunden haben.

  2. Das kann doch nicht wahr sein, dass es unter der OEVP Riege im Gemeinderat nicht einen einzigen oder einzige gibt, der sein Gewissen oder seine Vernunft einschaltet u. gegen den Wahnsinn von Hotelprojekt stimmt u. einmal im Leben Zivilcourage zeigt. Er /sie waere sicherlich der Held von der Mehrheitsbevoelkerung von Gmunden u. wuerde beweisen, dass es in der OEVP auch noch demokratisch ablaeuft u. Meinungsfreiheit herrsch,t,sonst sind das DDR Zustaende, wo alles die Partei Apparatschicks
    bestimmten. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es in der OEVP keinen einzigen Gemeinderat gibt – , der sich wohlgemerkt keiner Vorteilsnahme unterzog,- dieses Wahnsinnsprojekt ablehnt, nach all den veroeffentlichen Meinungen von nahmhaften Architekten. Lieber OEVP Gemeinderat,, und wenn Sie der einzige isind, werden Sie der Held von Gmunden!!
    Die andere Alternative waere, dass die OEVP bei den naechsten Gemeinderatswahlen sicherlich tuechtig abgestraft wuerde..
    Dem BM Koeppl waere das dann wurscht, er ist sowieso schon ein Auslaufmodell. Es scheint, dass er deswegen so um das Lacus Infelix rudert, weil er sich seinem persoenlichen Sponsor und Jagdfreund Asamer noch verpflichet fuehlt.

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