Lügen haben kurze Beine …

… und die Babsy hat ein langes Gedächtnis

Wer räumt schon gern zusammen! Ihre Babsy hat den Osterputz ausgelassen und ist in den Süden gesaust, was keine so gute Idee war, denn Regen hätte ich hier auch haben können. Dafür waren die Drinks grosse Klasse, bekommst du hier in Gmunden einfach nicht. Ein Kaff halt, nur die Honoratioren (kommt von Honrar, welches wir Bürgerleins blechen müssen) schnallen das nicht, dass der Hansi Hinterseer und zwanzig Busse noch keinen Qualitätstourismus machen (und ob das überhaupt ein Tourismus ist, müssten die Volkskundler auch erst mal wissenschaftlich erforschen). Ich war bei Drinks. Gut, den Italian Cooler (Vermouth bianco, Soda, Grenadine, Orangenscheibe) hätte ich nicht gebraucht. Es war auch so cool, nicht lässig-cool, sondern saukalt-cool.

Also Osterputz ausgelassen, jetzt nachgeholt. Nicht so richtig, oben drüberwischen, unten wegsaugen, wem es nicht taugt, ist herzlich eingeladen, einen Säuberungstrupp zusammenzustellen. Aber bitte keine Chemie. Wir verdrecken die Welt, damit die Hauserln schön sauber sind. Echt pervers. Aber das wollte eure Babsy euch gar nicht erzählen. Ich schweif schon ab, wie sonst der Bruno in den Redaktionskonferenzen. Aber ist es gut, wenn er abschweift, diese blöde Gesellschaft ersäuft ja schon in ihrer unglaublichen Effizienz, die nur die Effizienz von Totengräbern ist, vor lauter endgültigen Löchern, die da gebudelt werden, aus denen wir nie wieder rauskommen. Aber auch das wollte euch die Babsy nicht erzählen.

Nein. Kurz vor dem Wochenende packt mich ein Riesenrappel. Eben wischwisch, saugsaug. Nur an der Oberfläche, klaro, bin ja nicht lebensmüde, dass ich richtig putze wie das Putzregiment, und ich heisse auch nicht Miss Proper. Während ich so wische, da was wegwerf, dort was in eine Lade stopfe, fällt mir die ÖVP-Zeitung vom Dezember 2012 in die unmanikürten Handerln (Maniküre kann man sich als Prekäre nicht leisten, das Bisserl Luxus rinnt durch dicke Strohhalme in meine Kehle und von dort weiter in meinen Luxuskörper). Wollte sie schon wegwerfen, weil für was anderes ist die nicht gut. OK, die bringen immerhin eine Zeitung zusammen. Es ist zwar ein Kasblattl, nix Biokasblatt, eher gentechnikverseuchtes Gummikasblattl, aber gut, nein: schlecht. Nein: doch gut. Weil ich schlag das Köppl-Bejubel-Organ auf, und find einen total tollen Bericht: ÖAAB FREUT SICH AUF DEN BAUBEGINN DES HOTELS „LACUS FELIX“,

Blöd, blöd, blöd, dass gerade ihre Babsy das gefunden hat. Weil die veröffentlicht jetzt die wichtigsten Teile dieses voll bescheuerten Jubelartikels (wiegesagt: Dezember 2012!).

Da jubelt also der Obmann der OAAB-Stadtgruppe Gmunden (was es nicht alles gibt!): „Alle Genehmigungen liegen vor, der Baubescheid wurde zugestellt. In den nächsten Wochen werden die Bagger mit dem Aushub beginnen. … Wenn endlich die Bagger anrollen und zur Umsetzung schreiten (hat jemand von den herzallerliebsten Leserleins schon mal einen Bagger „schreiten“ gesehen? Fünfer in Deutsch bei der neuen Zentralmatura!) – dann sind das schöne Weihnachten für unsere Stadt.“

Ja, so steht es geschrieben. Das war dann eine schöne Bescherung, als die Bescherung ausgefallen ist. Weil im Jänner 2013 ist nix angerollt, nix geschritten (auch keine Investoren mit gemessenem Schritt und genügden Kohle im Sackerl, das Sackerl war leider nur fürs Gackerl!).

Man soll auch in Jubelschriften den Jubel erst dann ausstossen, wenn der Bär erlegt ist, dessen Fell man unter sich und unter Ausschaltung der Bevölkerung aufteilen will.

Und es ist ein schönes Beispiel für den Wahrheitsgehalt diverser Aussagen rund um den Hotelbau. Lügen haben kurze Beine. Ihre Babsy aber lügt nie. Also, lieber Leserleins, stellt auch meine langen Beine vor, wenn dann noch die HiHeels … Nee, bin ein ganz normales Mädel vom Land. Man wird ja noch träumen dürfen, dass die Beinchen nicht fotogeschopped sind, wie in der Werbung bei den ganzen Hungermodels. Und anbaggern braucht mich auch niemand. Bin ja kein Hotelneubau.

So wie es aussieht, ist auch das kommende Wochenende eher nicht so geeignet für einen Italian Cooler. Eher einen Burning Light (Rum, Southern Comfort, Preiselbeeren, Ananassaft). Der wärmt das Herzerl von der Babsy. Und sie hat Zeit über das Verhältnis zwischen Lüge und Wahrheit in Gmunden nachzudenken, wenn manche Leute hierzustadt den Mund weit aufreissen.

Man muss sich die Leute mal vorstellen: oben die Nase vom Pinocchio, unten die kurzen Beinchen. (Über das Dazwischen wollen wir schweigen. Ihre Babsy ist nämlich eine Dame.) Wer soll diese Typinnen und Typen eigentlich wirklich wählen? Selbst wenn man nicht wählerisch ist …

Babsy Blitzschnell für das Team Gmundl

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3 Antworten

  1. Frage mich bis der Köppl bekannt gibt, dass das Hotel nur gebaut werden kann, wenn man gleichzeitig eine zweite Insel aufschüttet um dort eine Song Contest Halle zu bauen…..

    Da hat unser Leserlein die letzten News nicht mitbekommen: das Hotel ist dank vorausschauender Gemeindepolitik und eines visionären Bürgermeisters in Wahrheit eine Veranstaltungshalle für Wurstigkeiten aller Art und wird nach dem Song-Contest 2015 sowie einmaligem Auftritt von Hansi Hinterseer (Blockflöte: Gmundens Tourismusdirektor, Pauken und Trompeten: Köppl; Grüne, SP und FP dürfen je ein Triangel schlagen) wieder abmontiert und am Rathausplatz aufgestellt. Bruno Beinhart für das Team Gmundl

  2. Er möchte sich beim gnädigen Harum al-Gmundl für seine Ausführungen bedanken! Nochmals Danke, die Ausführungen waren sehr Informativ.
    Der Beitrag vom eache ist auch sehr lieb und nett! Er hat kürzlich zu Ischl einen Cafehausbesuch durchgeführt. Dort habens die ganzen Artikel lustig und sehr Informationsreich empfunden. Ein ehrenwerter Cafehaus Besucher hat über den Artikel vom ehrenwerten eache gescherzt.
    Wegen so einem kleinen Puffbrauserl ,,,,,, die paar Tröpferl na ha ha. Dann haben alle gelacht!
    Grüsse vom Hugo von Wald uns See

  3. Hallo Babsi.

    Ich darf dich doch mit Vornamen ansprechen?

    Du schreibst ja ganz „allerliebste“ Kommentare, jedoch erzählst du auch meistens bzw. fast immer von deinen Trinkgewohnheiten.
    Jetzt sag‘ einmal … geht’s auch ohne Alk? Oder braucht’s den in Gmunden?
    Nix für Ungut …mfg eachi

    Vornamen ist total ok. Wir sind ja unter uns 😉
    Richtig geraten! Den Alkohol brauchts in Gmunden wirklich. Es ist eh nicht so, dass eure Babsy den ganzen Tag irgendwo betrunken herumhängt. Das überlass ich lieber den einschlägig bekannten Politikern, die man spätestens zu Mittag illuminiert bis voll in der Dröhnung in diversen Lokalen (darum heissen diese Leute wohl „Lokalpolitiker“) antreffen kann. Eure Babsy gibt sich abends mal einen Longdrink, das war es dann auch schon. Gemessen an den vielen Bieren, die manche in sich hineinschütten, ist eure Babsy geradezu abstinent. Also lasst mir bitte dieses kleine Vergnügen! Trotzdem stimmt natürlich, was der rote Grossvater vom Gmundl immer gesagt hat: Denkende Arbeiterinnen trinken nicht, und trinkende Arbeiterinnen denken nicht. Gilt auch für Angestellte, Gewerbetreibende, Politiker (sowieso, die sind ja die Probe aufs Exempel) usw. Skol! Babsy Blitzschnell für das Team Gmundl

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