Nostradamus Köppl – der Hellseher

Ein erstaunter Bericht von Bruno Beinhart

Der Babsy wäre wohl eine Laufmasche ausgekommen, oder sie hätte einen ihrer wunderbaren Longdrinks irrtümlich umgekippt, so sie nicht selbst aus ihren HiHeels gekippt wäre. Aber zum Glück war ich der erste im Team, der „Mittendrin“ gelesen hat. Die angebliche Gemeindezeitung, die eine ÖVP-Gemeindezeitung ist. Kostet ja nur unser Steuergeld. Und wie schon erwähnt – sollte nicht „Mittendrin“ heissen, sondern „Volldaneben“. Und die neueste Ausgabe bestätigt diese Forderung eindrücklich.

Denn wir haben es hier mit einer wahrhaft zukunftstüchtigen Zeitung zu tun. Köppl, der Nostradamus von Gmunden, der in die Zukunft blicken kann. (Zwar nicht bis zum Wahltag im Herbst 2015, sonst hätte er voll das Knieschlottern, aber wer weiss, vielleicht hat er es eh schon, wenn man an die voll eingesetzte Wahlpropaganda der ÖVP denkt.) Köppl also als raunender Hellseher: Denn in der steuerfinanzierten ÖVP-Wahlkampf-Propaganda-Schrift findet sich ein Artikel über die Gemeinderatssitzung am 3. Juli 2014. Wohlgemerkt: das Blattl landete in der Woche vom 23. bis 28. 6. in den Gmundner Haushalten. Es geht um die bereits jetzt sagenumwobene Gemeinderatssitzung, die in der nächsten Woche (eben am 3. 7.) stattfinden soll. Doch dank Köppls Hellseherei (oder einer Zeitreise?) können wir in „Mittendrin aber voll daneben“ bereits jetzt in Sachen „Lacus Felix“ lesen:

„Die Entscheidung, ob zurückgekauft wird, obliegt dem Gemeinderat, der sich in seiner Sitzung am 3. Juli damit beschäftigt hat. Dabei war zu beurteilen, ob die Asamer-Gruppe alle Unterlagen fristgerecht eingereicht hat und die Verzögerung der Behöre zuzuschreiben ist, ob also der Zeitaufwand der behörlichen Erledigung angesichts der komplexen Materie zu gering bemessen war.“

Doch leider verlässt den Hellseher dann der Mut, und er teilt uns nur unzulänglich mit, wie die konkrete Zukunft nun stattgefunden zu sein haben wird: „Sollte allerdings das Fristversäumnis nicht durch den erforderlichen Zeitaufwand der Behörden verursacht sein, könnte der Gemeinderat aufgrund der abgeschlossenen Vereinbarung den Wiederkauf der Grundstücke, auf denen das Seehotel Lacus Felix errichtet werden könnte, beschliessen.“

Wir halten also fest: Die ÖVP und ihr Bürgermeister wissen offensichtlich bereits, was am 3. Juli beschlossen worden sein wird, weil sie dem Anschein nach bereits jetzt wissen, was am 3. Juli gewesen ist. Kein Wunder: die ÖVP hat offensichtlich beschlossen, was am 3. Juli die Vergangenheit vom 4. Jujli sein wird. Das nennt man Demokratie! Pfeif auf den Gemeinderat, mir samma die Mehrheit! Die ÖVP liefert uns und den „Investoren“ auch gleich die Ausrede mit, warum man trotz all der offensichtlichen Veräumnisse der Asamer-Gruppe die Schuld beim Stadtamt suchen und keinen Rückkaufsbeschluss fassen wird. (Die weisungsgebundenen Beamten werden sich übrigens für die Loyalität des Bürgermeisters bei der geheimen Gemeindesratswahl bedanken können!)

Wir halten also der Ordnung halber fest und vervollständigen damit den Artikel im steuerfinanzierten und als Gemeindezeitung getarnten ÖVP-Kampfblatt: „Wie wir shcon heute wissen, hat am 3. Juli 2014 der Gemeinderat mit den Stimmen der ÖVP und einiger FPler beschlossen, wegen unklarer Rechtslage und Verzögerungen im Bereich des Stadtamts keinen Rückkauf zu beschliessen.“ Na bitte, geht doch! Warum nicht gleich so. Lasst uns vom Team Gmundl euer Kasblattl schreiben, dann steht alles so drin, wie es wirklich gemeint ist!

Was nebenbei bemerkt hochinteressant ist: kein Wort mehr über den angeblichen Investor Freundschlag. Es ist von der Asamer-Gruppe die Rede. Prost Mahlzeit unter Jagdkameraden! Es wird Zeit, den Köppl mitsamt der Flinte ins Korn zu werfen, damit Gmunden endlich vorankommt. (Anmerkung: Die Redensart „die Flinte ins Korn werfen“ wird allgemein auf die Flucht des Soldaten zurückgeführt, der die hinderliche Waffe wegwirft, um schneller voranzukommen.)

Babsy arbeitet übrigens schon an einem neuen Longdrink namens „Schleicht’s euch!“, aus viel Kernseife, ein wenig Wasser und mit einem Strohhalm. Damit kann der Köppl dann in der Pension auf einem Bankerl an der Promenade Seifenblasen produzieren. Deren Platzen wird mit Sicherheit lustiger aussehen als all die platzenden Hotel-Blasen, mit denen er uns bisher entzückt hat. Wenn wir mal kurz selbst Nostradamus spielen: „Köppl wurde Ende Oktober 2015, es war ein warmer Tag im Spätherbst, gemeinsam mit Investor Freunschlag und den Asamers auf den Gründen des Seebahnhofs beim Seifenblasen gesehen. Die vorbeispazierende Bevölkerung wirkte wie von einer Last befreit.“

Bruno Beinhart für das Team Gmundl

 

 

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4 Antworten

  1. Das erklärt ja nun einiges …
    Zauberer wie Hellseher lassen sich nicht gerne in die Karten sehen,
    darum findet wohl die eigentliche Geimenderatsmagie(oder ‚Hotelzauber‘) diesmal (3.7.) im nicht öffentlichen Teil der Sitzung statt.

    So einfach kann hellsehen sein … so mehrheitlich absolut betrachtet.

  2. noch was „Sommereis bringt (jedes Jahr) 4500 Übernachtungen“

    ja wo kommen die denn her, die 4500 Übernachtungen? 4500 Übernachtungen sind also kein Problem, aber 300 oder 500 Kongressbesuchern muss man absagen, weil keine Übernachtungsmöglichkeiten vorhanden sind?!

    Na das rechne mir mal jemand vor, wie das geht …..

  3. gut gefallen hat mir auch folgender Satz, unter dem Artikel : „Hotelprojekt auf Toskana-Halbinsel als Plan B“ (und wieso wird hier Toskana mit „k“ geschrieben???)

    „Um den Verdacht, dass das Projekt Vorwand für spätere Luxuswohnungen sein könnte, gar nicht erst aufkommen zu lassen, soll der Grund im Eigentum des Landes bleiben und dem Hotelerichter nur ein Baurecht eingeräumt werden.“

    äääääh … hallo? Hat da etwa jemand bei mir abgeschrieben? (siehe „Von wegen Kongresse …“ vom 18.Juni 2014)

    Hat denn da jemand etwa einen Verdacht? Niemals!!! Nie, nicht!! Wer kommt denn auf sowas? Ich hätte nie niemals einen Verdacht. Ich weiß ja nicht einmal wie das Wort geschrieben wird.

    Sagen wir mal so, falls …. falls …, was ja nie nie nie eintreten wird, sich dieses Hotel nicht rechnen würde, nur mal angenommen, obwohl es nie eintreffen wird, niemals.

    Ja was denn dann? Kloppt man das Ding wieder weg und stellt den Park wieder so her, wie er vorher war? Lässt man das Ding vergammeln und für spätere Generationen stehen, als Mahnmal?

    Oder wandelt man es vielleicht dann doch lieber in Luxuswohnungen um? Oder vielleicht in Sozialwohnungen? (huch, da muss ich selber laut lachen) Was natürlich nie niemals nie passieren wird. Da das Hotel ja immer ausgebucht sein soll …. äääh … wird. Es wird eine Erfolgsstory ohnegleichen werden, die das „Volldaneben“ Blatt über Jahre ausfüllen wird und jeden zugereisten Verhinderer für alle Zeiten verstummen lässt. Oder so …. oder ganz anders ….

    • Auch wenn zunächst das Grundstück für den Hotelbau im Toskanapark im Eigentum des Landes OÖ bleiben soll, gibt es keine Garantie, dass ein Hotel neben dem Toskana-Kongress -Zentrum nicht in Wohnungen umgebaut wird, wenn es defizitär (mit grosser Wahrscheinlichkeit!!) wird. Es ist so einfach, man erpresst die öffentliche Hand (das Land OÖ, den Grundeigentümer u. so ein Baulöwe (Investor) sagt, dann einfach: „entweder Ihr verkauft mir das Grundsstück samt Immobilie um 1 Euro !! oder ich hau Euch den Verlust-Krempel hin.“ So einfach geht die Privatisierung vor sich. Denn das Land OÖ wird sich nicht mit Verlust-Immobilien abmühen. Ausserdem sind solche Gustostücke von Immobilien gesuchte Leckerbissen für Spekulanten. Um das zu überzuckern, braucht man nicht studiert zu haben, auch nicht um reich zu werden (siehe Asamer, Stronach,). Man muss nur bauernschlau sein, tricksen, täuschen, etc. Diese bauernschlauen Spekulanten nehmen sich dann eben ein paar studierte Rechtsverdreher in den Sold. So einfach ist das. Eine Geschichte, die sich immer und überall wiederholt. Aber lernt die grosse Masse endlich einmal etwas dazu und wacht aus ihrer Naivität auf??? Meine Hoffnung hält sich in Grenzen.

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