Wir für Asamer

Jaja, ich bin doch schon da. Auch eine Babsy Blitzschnell kann sich mal einen Tag verspäten. Denn als das neue Propaganda-Blättchen der ÖVP in meinen Postkasten plumpste, wusste ich: plumpser, wollte schreiben: plumper, gehts nimmer. Also nehm ich das Käseblatt mit spitzen Finger heraus und lege es weit weg von allen essbaren Sachen, damit die nicht auf der Stelle vom Status „Haltbar bis Ende Juli“ auf dedn Status „soeben verdorben, ungeniessbar“ springen. Ich suche die hautschonenden, antiallergenen Gummi-Handschuhe, die ziehe ich mir über meine Fingerleins mit den akkurat lackierten Nägeln (schönstes rot, Marke verrate ich hier nicht, der Lover ist weg und war uncool, aber der Nagellack, den kann er nicht selbst ausgesucht haben), bevor ich weiter in dieser Plumpest-Propaganda-Schrift blättere.

Damit sind wir schon fast beim Grund, warum Ihre Babsy sich um einen Tag verspätet hat. Denn eigentlich wollte ich mir zur besseren Verdauung dieses Blattes eine Black Mamba mischen: 4cl Puschkin Black Vodka und 16 cl Bananennektar. Dieser Drink hätte nur locker verkraftbare 3,2 % Alk gehabt. Aber als ich die Schlagzeile am Cover lese: „Touristischer Meilenstein“ und darunter „Grünberg“, wusste ich: heute brauche ich als von mir gehegte und gepflegte Babsy, was Stärkeres: eine Deep Black Mamba. Fast das selbe Rezept, aber ein paar kitzekleine Änderungen, damit man nach dem Genuss zweier Drinks wirklich total schwarz sieht: für sich, für die Zukunft, für die Welt und vor allem für die ÖVP: 6 cl Puschkin Black Vodka (40%), ein Kaffeelöfferl Bananenektar, 2 cl Puschkin Black Berries (16,6 %), 1 cl Stroh 80 %. Ein überaus übler Longdrink mit beinahe 40 %. Genau das Richtige, um mit meinen gummbehandschuhten zarten Mädchenfingern das ÖVP-Machwerk zu durchblättern.

Oh Göttinnen, ich mäandere schon durch meine Artikelchens wie sonst nur der Bruno in seinen Wortmeldungen bei Team-Sitzungen. Ich wollte ja die Verspätung meines Kommentars erklären. Es lag am Umstieg von der Black Mamba zur Deep Black Mamba. Angesichts des ÖVP-Blattls krümmte sich mein Magen und zwickte mehrmals heftig, also kippte ich die Deep Black Mamba ex, runter mit einem Schluck. Geanueres kann ich nicht mehr sagen: hat mich die Deep Black Mamba oder das ÖVP-Blattl aus den HiHeels gekippt, oder beide gleichzeitig, Wirkungsverstärkung sozusagen. Keine Ahnung. Black-out. Also eigentlich ÖVP-adäquat. Ein echter Selbstversuch, jetzt versteh ich endlich, wie die in der ÖVP ticken. Darum also der Wirrwar, das Chaos, die Abstimmungen, die neuen Erkenntnisse über Abstimmungsmodalitäten. So also fühlt es sich an, wenn man im Dauer-Black(out) lebt. Leutln von den Schwarzen, eigentlich tut ihr mir leid. Aber nicht lang und nur ein wenig. Selbst schuld. Man kippt keine Deep Black Mamba ex. Das habe ich jetzt kapiert. Die Folgen sind katastrophal. Bei mir nur für mich, aber bei euch für ganz Gmunden.

Wir waren bei Black-out. Ich hatte das nur eine Nacht, die ÖVP klar erkennbar seit Jahren. Das erklärt manches, entschuldigt aber nichts. Na gut, zu mir selbst will ich mal milde sein: mein kleines Ein-paar-Stunden-Black-Out entschuldigt natürlich einen Tag Verspätung. Aber das bald Jahrzehnte dauernde politische Black-out der Schwarzen und ihres Bürgermeisters rechtfertigt das natürlich nicht.

Jetzt versuch ich trotzdem, der Reihe nach zu erzählen. Die haben es ja mit treffend falschen Namen, die von der ÖVP. Die ÖVP-Gemeinde-Zeitung nennen sie „mittendrin“, während sich im Volksmund unsere Wortschöpfung „volldaneben“ inzwischen weitgehend durchgesetzt hat. Die ÖVP-ÖVP-Zeitung nennen sie ebenfalls total unzutreffend „Wir für Gmunden“, dabei müsste sie entweder „Wir für Asamer“ oder „Wir für verarmte Investoren“ heissen. Dass daneben noch eine Vignette mit „Team Köppl“ abgedruckt ist, sehen wir vom Team Gmundl gern nach. Uns können die weder das Wasser noch die Black Mamba oder gar die Deep Black Mamba reichen. Nee, können se nicht. Weil wir trinken die nur einmal ex, dann nie wieder Aber bei denen hängen manche – so scheint es jedenfalls – intravenös an dem Zeug.

Wer die Wiedereröffnung der Seilbahn als „touristischen Meilenstein“ abfeiert, hat – Ihre Babsy formuliert jetzt einmal sehr, sehr nachsichtig – hat ein klein wenig den Kontakt zur Wirklichkeit verloren. Der Grünberg ist der Hausberg der Gmundner. Aber es werden kaum die Touristen aus aller Welt herbeieilen, um auf der Sommerrodelbahn ein paar Meterleins hinunterzurutschen. Wer das ernsthaft glaubt, dem ist nicht mehr zu helfen und darf sich aussuchen, was er lieber werden will: Stadtrat für Tourismus oder Tourismusdirektor. Allerdings nur beim Ebenseer Fasching!

Wenn man dann – voll auf der Propagandawelle schwimmend – auch noch per Kronenzeitung hinausposaunt, im ersten Monat, das in diesem Fall maximal 22 Tage gedauert haben kann, seien fast (!) 20.000 Leute mit der Seilbahn gefahren, dann bricht ihre Babsy in schallendes Gelächter aus, was ihr nicht wirklich gut tut, weil der Kopf von der Deep Black Mamba noch ziemlich brummt. Da haben sie aber die kaufmännische Aufrundung ordentlich strapaziert, bei dieser Ungefähr-Zahl. Denn wenn man das nachrechnet, müssten täglich so in etwa 910 Personen gefahren sein. In der Vorsaison. Vor Schulschluss. Bei teilweise Sauwetter oder Gluthitze (im ersten Fall verlässt keine Sau das Haus, im zweiten lungern die Leute am See herum)! Und 910 Personen Tag für Tag, das bedeutet 15 ausverkaufte Fahrten täglich bei voller Kapazität (bei ausgebauten Sitzplätzen 60 Personen) bzw. 20 Fahrten bummvoll bei montierten Sitzen (45 Personen). Wers glaubt wird selig. Aber gut, nächstes Jahr sind Wahlen, und wie ein roter Landeshauptmann gesagt hat: „Wahlenkampfzeiten sind Zeiten fokussierter Unintelligenz.“

Mit dieser fokussierten Unintelligenz tun sich ja – man sieht es bei der Hotelmisere – hierzustadt manche Politiker besonders leicht. Man könnte geradezu von einem symbiotischen Verhältnis zwischen Politik und geschärfter Unintelligenz sprechen. Man wird uns also nächstes Jahr mindestens 100.000 Fahrgäste melden (alte Seilbahn: ursprünglich war von 50.000 pro Jahr die Rede, inzwischen spricht man – zwecks Erhöhung der Fahrgast-Erhöhung nurmehr von 40. – 45.000 … und prognostizierte eine Zunahme auf 60.000 im Jahr, geschätzt hat das Schätzamt Gmunden mittels der neuen Köpplschen Unschärferelation, die wir hier schon einmal erläutert haben!). Isja Wahlkampf. Vielleicht sollte ich mir doch noch eine Deep Black Mamba geben, anstatt weiter in der ÖVP-Zeitung zu blättern.

Man wird derzeit ja überall zugeschüttet mit Seilbahnbildern. Klarer Fall von: sonst haben wir nichts herzuzeigen, weil wir in den letzten fünf Jahren jede Menge Geld verplempert, aber nichts zusammengebracht haben. Darum werden jetzt auch schon Toiletteanlagen in der ÖVP-ÖVP-Zeitung als grossartige Neueröffnung präsentiert – mit Bild eines Herrn der gerade (um was auch immer erleichtert) das Häusl verlässt. Bei der momentan grassierenden Eröffnungswut wundert man sich nur, warum der Köppl sich das Recht des ersten Brunzens nehmen hat lassen (ich weiss, ein anständige Mädchen verwendet ein solches Wort nicht!). Das wär mal was: Köppl weiht im Rahmen des voll behämmerten Gmunden-Events „Hos’n owi Tag“ das neue Häusl ein, lässt die Hos’n owi, scheisst den Leuten was und trollt sich wieder. Oh all ihr Göttinnen, auch wenn es ein schönes Sinnbild für die hierorts betriebene Politik wäre, bewahrt uns vor den Fotos davon und den Fernsehberichten darüber. Bitte nicht flickern, facebooken oder sonstwo öffentlich machen. Man will sich Bilder und Movies dieses Events nichteinmal vorstellen. Show me the way to the next whisky bar, oh don’t ask why … Deep Black Mamba!

Dass der Wahlkampf voll ausgebrochen ist, erkennt man daran, dass landauf-landab Politiker mit Schauferl und Schere herumirren. Nicht um zu bauen. Nein, um zu eröffnen: mit Schaufeln neue Baustellen, mit der Schere und kühnem Scherenschnitt bereits beendete Baustellen. Da stecken dann dutzende Schaufeln in riesigen Sandhaufen, es wollen ja möglichst alle Parteien vertreten sein und mit dem ersten (Bau)Stein auf die Wählerleins werfen, und wegräumen müssen diese sinnlosen Sandhaufen dann die armen Hackler, die danach jene Gebäude im Schweisse ihres Angesichts bauen dürfen, zu denen die Politiker gerade mal ein Schauferl voll beigetragen haben, und deren Schweiss höchstens von den allzuvielen feierlich gekippten Stamperln Schwarzgebranntem stammt.

Wie die ÖVP sich ihr Käseblatt finanziert, würde man und frau gern wissen. Denn teuer ist das Zeug (und schade um jeden Baum, der dafür gefällt werden musste). Aber scheinbar verfügt die ÖVP in hoher Zahl über ihr nahestehende Inserenten. Auch wenn man die Sinnhaftigkeit des einen oder anderen Inserats in Frage stellen könnte, wenn man Inserent wäre. Denn wieviele Bürgerleins von Gmunden sich durch ein Inserat des „TÜV Austria Seilbahntechnik“ wirklich angesprochen fühlen werden, der damit wirbt, mehr als 100 Seilbahnen pro Jahr zu prüfen, würde Ihre Babsy brennend interessieren. Auch ein Inserat der Firma „carvatech“, Spezialist für Seilbahnkabinen-Bau, wird sicher genau überlegt haben, dass die Gmundner Normalbürgerleins genau jene Zielgruppe sind, die sich demnächst Seilbahnkabinen zulegen wird. Die böse Vermutung, hier finde Parteienfinanzierung als Dank für Auftragserteilungen durch die öffentlich Hand statt, ist natürlich strikt zurückzuweisen. Es gilt die Unschuldsvermutung und der zeitliche Zusammenhang mit abgeschlossenen Aufträgen rund um den Bau der Gmundner Seilbahn ist rein zufällig, unbeabsichtigt und äh, noch etwas, was Ihrer Babsy jetzt aber gerade nicht einfällt. Die erfindet dafür jetzt einen neuen Drink: Deepest Black Mamba – 80 % Strohrum wird mit 40 % Puschkin Black Vodka auf 50 % verdünnt. Schätzumativ.

Es ist an sich ja sehr interessant, dass die Gmundner ÖVP sich vor allem darum kümmern dürfte, Inserate für die ÖVP-ÖVP-Zeitung zu keilen, während gleichzeitig die ÖVP-Gemeindezeitung darben muss (aber für die dürfen ja wir Steuerzahlerleins brennen, da bleibt mehr Inseratenvolumen für die ÖVP-ÖVP-Zeitung). Denn wärend „mittendrin aber volldaneben“ fast ausschliesslich von uns Bürgerleins finanziert werden muss (Inseratenanzahl der letzten Ausgabe: 4 Inserate auf insgesamt einzweidrittel Seiten), kann die ÖVP-ÖVP-Zeitung bloss blamable 32 (in Worten: zweiunddreissig) Inserate auf 8,5 (in Worten acheinhalb) Seiten verzeichnen. Wenn es um die ÖVP-ÖVP-Zeitung geht, sind sie echt tüchtige Keiler, aber bei der ÖVP-Gemeindezeitung, da müssen wir Steuerzahlerleins einspringen. Wer weiss, was die anderen Gmundner Parteien, die nicht den Bürgermeister stellen und nicht die ÖVP sind, zu hören bekommen, wenn sie Inserenten für ihre Parteiblätter suchen, kommt aus dem Staunen nicht heraus. Wenn man die zu verwaltenden öffentlichen Budgets vergleicht, dann sind die vielkritisierten Inserate im Umkreis Faymanns ein Bettel verglichen mit dem, was an Inserentengeldern in die Gmundner ÖVP-ÖVP-Zeitung fliesst. Aber die Finanzierungsmodalitäten der Gmundner ÖVP wären ohnedies ein Fall für die Transparenzdatenbank. Es gilt natürlich die Unschuldsvermutung.

Angesichts der Vorgänge in Gmunden schlägt Ihre Babsy vor, die ÖVPler sollen vorn auf dem Cover der ÖVP-ÖVP-Zeitung endlich die Wahrheit hinschreiben. Platz genug wäre ja. Also demnächst erscheint das Blättchen (übrigens: viel zu hart für die Einweihung des neuen Häusls!) mit den Aufschriften: „Wir für Asamer, wir für verarmte Investoren, wir für Inserenten“. In Anbetracht der politischen Aktivitäten der Gmundner ÖVP träfe das ziemlich genau den Kern ihrer politischen Wirkung.

Und jetzt braucht ihre Babsy zwei richtig starke Kopfschmerztabletten (sollten eigentlich Anti-Kopfschmerztabletten heissen, oder?)! Die spült Babsylein dann tapfer mit einem Deepest Black Mamba runter und schläft die nächste Woche durch. Ein hoffentlich erholsamer Schönheitsschlaf: eine Woche keine ÖVP, keine Seilbahn, keine Investoren, kein Hotel, keine Eröffnungen, keine Spatenstiche. Nur die lieben Leserleins, die werden mir abgehen. Auf bald!

Babsy Blitzschnell für das Team Gmundl

 

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3 Antworten

  1. Beim Kasberg ist das auch ein Käse den das Land bezahlt. Bei der KATRIN will das Land nicht mehr jetzt muß die Gemeinde bezahlen. Gmundner Schwarzpolitiker sagen, zahlt das Land kostet uns nichts. Ja das sind wirklich schlaue Burschen die Schwarzpolitiker.
    Der Steuerzahler bleibt über. Darum können die Steuern gesenkt werden oder nicht?

  2. Also, wenn pro Tag 910 Personen auf den Grünberg transportiert worden sind, sind pro Tag 460 Personen hinaufgefahren, 10 Personen sind zu Fuß abgestiegen, und 450 Personen mit der Gondel heruntergefahren, ergibt doch
    910 Personentransporte pro Tag. Oder liege ich da falsch? Wie man rechnet ist entscheidend.

    Keine Ahnung, wie die das gezählt oder berechnet haben. Schlichterdings gilt doch: glaube keiner Statistik, die du nicht selber gefälscht hast! Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl

  3. […] Hier gehts zum neuesten Gmundl. […]

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