Regio-Tram – eine Diskussion

Liebe Leserleins, wir im Team müssen nicht zu allen Themen eine einheitliche Meinung haben. Bei der Regio-Tram sehen wir nicht ganz durch und haben uns noch keine „Redaktionsmeinung“ gebildet. Auch die Leserleins scheinen in dieser Frage noch sehr unsicher zu sein. Dumm allerdings, dass – wie so oft in Österreich – die öffentliche Diskussion über ein Konzept erst dann einsetzt, wenn schon gebaut wird bzw. der Zug beinahe schon abgefahren ist (hier fast wörtlich zu nehmen). Wir wollen daher in den nächsten Wochen und Monaten diesem Thema breiteren Raum widmen, Befürworter und Gegner zu Wort kommen lassen. Immerhin gibt es bereits eine Initiative von Bürgern, die zwar allem Anschein nach eine Nähe zur FP hat (wobei ein Teil der FP sich in Sachen Hotel-Lacus-Infelix nicht mit Ruhm sondern eher mit Rum bekleckert hat), was aber nichts am Anliegen und seinen Inhalten ändert.

Wir haben einen sehr interessanten Kommentar von „Erni dem Seehund“ erhalten, den wir wegen der sehr ausführlichen und nachvollziehbaren Argumentation nochmals hier im „offiziellen“ Blog-Teil als Beitrag bringen. Es gilt natürlich für alle erwähnten Personen die Unschuldsvermutung. Weitere Beiträge aus allen Richtungen sind erwünscht!

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl

 

Die Regio-Tram und die Verschandelung Gmundens

von: Erni der Seehund

Gesendet am 16.07.2014 um 12:41 nachmittags | Als Antwort auf AndyB GABT .

AndyB GABT – Kompliment. Ich verfolge Ihre Beiträge seit geraumer Zeit und finde Ihre Ansichten weitestgehend absolut richtig. Bezüglich der Durchbindung des Regionalzuges Vorchdorf – Gmunden, durch Gmunden – sind Sie jedoch mit der Bezeichnung „Straßenbahn“ für dieses 32m lange und 50 Tonnen schwere Ungetüm, viel zu charmant. Ich hoffe Sie haben nicht resigniert und finden sich nicht mit diesem unerträglichen Unterfangen als gegeben ab.

Man muss sich vorstellen, der Rathausplatz, einer der schönsten Plätze Österreichs, wird zu einem Eisenbahnterminal umfunktioniert und nachhaltig verschandelt. Anstatt diesen schönen Platz inklusive Kirchengasse zu einer barrierefreien Begegnungszone umzubauen, soll in Zukunft barrierefrei nur fürs Aus- und Einsteigen in den Regionalzug gelten. Zu diesem Zweck müssen die Gehsteige häuserseitig und seeseitig auf 25cm aufgedoppelt werden –so manche Nachtschwärmer werden mit Sicherheit nächtens köpfeln. Die Befürworter dieses unverantwortlich sündteuren Projektes behaupten, dass die Durchbindung des Regionalzuges durch Gmunden den PKW-Durchzugsverkehr, aufgrund der Behinderung, massiv reduzieren wird – in diesem Fall würde der Teufel mit dem Toifel vertauscht werden. Herr GR Kammerhofer hat vor ein paar Jahren eine mehrstündige Aktion durchgeführt und zwar „Rathausplatz verkehrsfrei“. Zu diesem Zweck war der PKW-Verkehr durch Gmunden für einige Stunden unterbrochen. Diese Aktion wurde von den führenden Politikern jedoch nur arrogant milde belächelt. Das aber ist der Punkt – der Verkehr gehört aus Gmunden hinaus! Überall wo in der Vergangenheit Fußgängerzonen eingerichtet wurden kehrt Leben zurück. Man braucht nur nach Bad Ischl in die Pfarrgasse schauen. Darüber hinaus wird durch den Bau der Schienenstränge und dem folgenden laufenden Betrieb der Bahn die Bausubstanz der bis zu 500(!) Jahre alten Innenstadthäuser, zwischen Trauntor und F. J. Platz massiv gefährdet. Diesbezügliche Bedenken und Ängste werden vom Geschäftsführer der Stern&Hafferl Verkehrsbetriebe nur scheinheilig ernst genommen, wohl wissend, dass sich im Schadensfalle Betroffene mit Versicherungsspezialisten hinunter streiten können und Stern&Hafferl sich lächelnd abputzen kann. Sowohl der Altstadtensembleschutz des Bundesdenkmalamtes, wie auch der Naturschutz bezüglich der für dieses Projekt notwendigen Baumfällungen am F. J. Platz, sind machtlos in dieser Angelegenheit, weil das Eisenbahngesetz gegenüber diesen beiden Abteilungen des Landes Vorrang und offensichtlich Narrenfreiheit hat.

In einem Kommentar in „salzi.at“, Ende Mai d. J., habe ich zum Artikel: „Gmundner Wirtschaftstreibende ziehen für die StadtRegioTram an einem Strang“, einen bedeutend billigeren, zweckmäßigeren und umweltschonenderen Vorschlag gemacht:

1. keine Durchbindung des Regionalzuges vom Klosterplatz > F. J. Platz
2. Erweiterung des Parkplatzes auf den Michlgründen – (Tiefgarage?), nur wenn notwendig
3. Erweiterung der bestehenden Tiefgarage > F. J. Platz, ebenfalls nur wenn notwendig
4. Errichtung von versenkbaren Pollern am Brückenkopf (traundorfseitig) und zwischen Stadttheater und Haupttrafik.

Die Zufahrt in die untere Innenstadt zwischen Kammerhofgasse und Theatergasse ist in der Folge nur mehr Taxis, kleinen Citybussen, Warenlieferanten (zeitlich begrenzt) und Bewohnern die ihren Hauptwohnsitz in der Innenstadt haben, vorbehalten. Gmundner die ihre Stadt lieben, werden gerne Umwege in Kauf nehmen.

Übrigens, vor einigen Wochen habe ich erfahren, dass in Wien seit zwei Jahren erfolgreich Elektro-Citybusse im Einsatz sind. Herr VizeBgm Sageder wurde mit dieser Alternative konfrontiert. Seine kurze Antwort war: „e-Citybusse sind wegen der Steigungen in Gmunden ungeeignet“. Laut Auskunft von Herrn Dipl.Ing. Peter Wiesinger, Chef der Wiener Linien, bewältigen die im Einsatz stehenden Elektro Busse locker Steigungen bis 16%, bei extrem kurzer Ladezeit. Die Straße mit der größten Steigung in Gmunden hat knapp 9%(!) – Am Graben bzw. im Bereich der oberen Bahnhofstrasse – Einfahrt Keramik.

Aufgrund der Topographie Gmundens ist der Regionalzug als öffentliches Verkehrs-Allheilmittel völlig ungeeignet. Die einwohnerstärksten Bereiche Gmundens werden durch diesen Zug nicht erreicht. Man ist erst wieder auf die Citybusse angewiesen. Darüber hinaus ist der geplante Regionalzug Gmunden / Hauptbahnhof – Vorchdorf weder eine Verbindung zwischen einwohnerstarken Ballungszentren, noch sind größere Industriebetriebe entlang der Strecke angesiedelt. Nicht umsonst hat der bestehende Zug Gmunden – Vorchdorf seit Generationen den Spitznamen „Dschungelexpress“.

Die von Stern&Hafferl lancierte Vision, dass sich in den nächsten Jahrzehnten viele Menschen entlang der Bahnstrecke ansiedeln werden, ist außer dämlich nur dämlich. Wenn man die örtlichen Entwicklungskonzepte von Vorchdorf, Kirchham, Gschwandt und Gmunden kennt, weiß man, dass es sich bei den Grundstücken links und rechts der Bahnstrecke im Bereich dieser Gemeinden zu 95% um landwirtschaftlich genutzte Flächen handelt, wo die Landwirte meines Wissens nach nicht das geringste Interesse haben umzuwidmen.

Aber warum besteht Stern&Hafferl so vehement auf die Verwirklichung dieses sündteuren, sinnlosen Projektes? Die Erklärung ist ganz einfach. Die Firma Stern&Hafferl hat nur Vorteile bei Null Risiko, weder bezüglich der Baukosten noch für den laufenden Betrieb der Bahn. Diese Firma lässt sich alles von der öffentlichen Hand bezahlen. Ermöglicht wurde dies, weil „öffentliches Interesse“ für diese Bahn trickreich „nachgewiesen“ wurde. Der Nachweis wurde jedoch aufgrund getürkter Fahrgastzahlen erbracht, die belegbar falsch sind und bei weitem nicht den tatsächlichen Fahrgastzahlen entsprechen. Sämtliche Gutachten und Potenzialanalysen wurden von der Firma Stern&Hafferl in Auftrag gegeben und sind daher dementsprechend Stern&Hafferl-freundlich und das Blaue vom Himmel versprechend ausgefallen. Unverantwortlich jedoch die Handlungsweise der Beamten und Politiker im Land, die diese Angaben offensichtlich ungeprüft(?!) eins zu eins übernommen haben und Steuergelder in zig Millionenhöhe für dieses Projekt zur Verfügung stellen. Die Gmundner Stadtpolitiker waren in diesem Zusammenhang darüber hinaus noch mit einem unschönen Druck der Firma Stern&Hafferl konfrontiert indem diese, sollte das Projekt nicht zustande kommen, mit Abwanderung nach Vorchdorf gedroht hat.

Einzige Nutznießer dieser traurigen Posse sind einige Mitglieder der großen Stern&Hafferl Familie, welche sich die lukrativen, bestens dotierten Führungspositionen in der Verkehrsabteilung aufteilen. Egal ob der Bahnbetrieb aktiv oder passiv ist, Geld wird es dank der laufenden Subventionen immer regnen, egal ob wir (die Allgemeinheit) es uns leisten können oder nicht. Die Gmundner Innenstadt wird zudem, ich wiederhole mich bewusst, nachhaltig verschandelt. Und das alles zusammen ist eine Riesenschweinerei.

 

Anmerkung: wir haben diesen Beitrag so übernommen, wie er gepostet worden ist, also ohne redaktionelle Änderungen.
Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl

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7 Antworten

  1. Stadt-Regio-Tram ist wohl die grösste Schnapsidee im 21. Jhd – Gmundner Bevölkerung hat offenbar starken Must-Have-Charakter, nur wenn es um Zusammenhalt geht, ist pluralistische Ignoranz angesagt!

  2. Man müsste Babsy Blitzschnell mit ihrer Kamera auch auf die Vorchdorfer Bahn auf Fotopirsch schicken. Die Architektur der dort erbauten Haltestellen wird ihre Linsen zerfließen lassen. Aber diese Betonhütterl kommen wahrscheinlich aus einem Tochterbetrieb von Stern und Asamer, einer Beton-Fertigteil-Unternehmung in Ohlsdorf. Na da bleiben die Förderungen doch wenigsten im Haus … Ästhetik ist eine ganz andere Sache!
    Zu befürchten ist, dass diese 100 % charmefreien Haltestellen auch am Klosterplatz, am Stadtplatz und am Franz Josef Platz montiert werden. Das Salzkammergutflair von Gmunden wird sicher gewinnen … Dass dafür auch noch Bäume am Franz Josef Platz gefällt werden müssen – wo gehobelt wird, da fallen eben Späne. Auch eine ganze Reihe von Bäumen im Klostergarten der Kapuziner und ein Teil der Klostermauer mussten schon dem Projekt weichen.

    Weiters ist anzumerken, dass durch die bereits bestehenden Haltestellen in Richtung Vorchdorf man natürlich auf einer Einstiegshöhe für eine Überlandbahn planen muss. Diese Höhe wird dann auch am Stadtplatz Maßstab sein (dort abzüglich der Schienenhöhe). Im urbanen Bereich fahren heute in den Großstädten so genannte ULF (Ultra Low Floor) Trams, die einen barrierefreien Einstieg von einer normalen Gehsteigkante ermöglichen. Das wird sich in Gmunden nicht ausgehen. Da wird eine ca. 27 cm hohe Betonwand links und rechts Stadtplatz und Altstadt trennen. Warum man nicht an ULF Triebfahrzeuge mit niedrigeren Einstiegshöhen gedacht hat? Wahrscheinlich sind dieselben Experten und Berater am Werk gewesen, die die Flüsterstraßenbahn in der Kuferzeile geplant und ausgeschrieben haben.
    Außerdem werden – weil man die Abgänge deckeln will – zwei Teillinien der Stadtbusse wegfallen. Dem Vernehmen nach die Linie zum Krankenhaus und die Linie nach Schörihub. Aber wie sagte einer der PR Leute von Stern, dafür können die Kirchhamer mit der Tram auf einen Kaffee zum Grellinger fahren ….
    Wann wird sich in Österreich die Einsicht durchsetzen Projekte erst nach einer strengen Kosten-Nutzen Abwägung zu starten? Wird man weiter auf Pump einfach auf Zuruf gewisser Leute Projekte durchziehen? So fahren wir unser System gegen die Wand ….

  3. Das ist ein Widerspruch in sich.

    Eine „autofreie Zone“ macht nur Sinn, wenn es eine Fußgängerzone wird, wo man draußen sitzen kann, shoppen und bummeln kann.

    Eine Fußgängerzone, wo eine Tram/Regionalbahn/50-Tonnen-Monster etc. fährt, ist keine Fußgängerzone mehr.

    Wie soll man sich das vorstellen?
    „Essen sie bitte ein wenig schneller. In 5 Minuten kommt die Tram, da müssen wir die Tische räumen?!

    Kann ich noch zum Zahnarzt oder in ein Geschäft gehen, wenn die Tram fährt? Oder muss ich Angst haben, die Häuser würden über mir zusammen fallen?

    City-Busse, P&R …. wunderbare Sache. Vielleicht noch eine U-Bahn?!

    Welche „Begleitmaßnahmen“ und welche „Entwicklung“ soll und wird es denn geben?

    Gmunden : ca. 13.000 Einwohner
    Linz : ca. 200.000 Einwohner
    Wien : ca. 1.800.000 Einwohner

    Fällt jemandem da zufällig etwas auf? Nein? Gut!
    Man kann halt von einer Kleinstadt wie Gmunden kein Verkehrsnetz wie in einer Großstadt erwarten. Und nur weil man den Fahrplan nicht lesen kann, soll es eine Tram sein? Vielleicht hilft auch eine neue Brille, die ist weitaus kostengünstiger als eine Bahnlinie.

    Im Internet habe ich folgendes gefunden :

    „Gmunden ist bestimmt keine Großstadt, aber auch kein verschlafenes Dorf in den Bergen.

    Gmunden ist einfach mehr: Eine Stadt mit Kultur und Flair, romantisch und lebendig zugleich. Ein Ort mit Charme und Gegensätzen, ein Platz für ausgelassene Stunden und stille Momente.

    Traunseestadt Gmunden

    Direkt am Nordufer des glasklaren Traunsees liegt die elegante Keramikstadt Gmunden, eingebettet in die herrliche Bergkulisse des Alpenvorlandes und der Nördlichen Kalkalpen. Aufgrund der landschaftlichen Vielfalt wartet ein riesiges Sportangebot mit unzähligen Wanderungen und Radtouren darauf entdeckt zu werden und lädt ein, die Seele baumeln zu lassen.

    Auch der Kulturliebhaber kommt in Gmunden speziell in der warmen Jahreshälfte voll auf seine Kosten. Von Juli bis September spielen rund um den See die Salzkammergut Festwochen Gmunden und verzaubern das Publikum mit internationalen Topstars. Zahlreiche Festivals, Musikkonzerte und Seefeste mit Livemusik, Feuerwerken und vielem mehr, bezaubern die Menschen aller Altersklassen.

    Viele kulturelle Schätze und Ausstellungen, die zum Staunen einladen, warten darauf entdeckt zu werden. Der, für die Landesausstellung umgebaute und modernisierte K-Hof (Kammerhof Museen Gmunden), präsentiert auf modernstem Standard viele Facetten aus der Geschichte Gmundens bis hin zur zeitgenössischen Kunst. Auch die beliebte und spektakuläre Ausstellung „Klo und So“ präsentiert ihre historischen und wertvollen Sanitärartikel – vor allem Toiletten – nun unter dem Dach des K-Hof…..

    Die Gmundner Altstadt bezaubert ihre Besucher mit dem Themenweg „Geschichten von der Geschichte“, der die vielen kulturellen Sehenswürdigkeiten und eindrucksvollen Gebäuden mit deren geschichtlicher Entwicklung präsentiert.

    „Eine große Auswahlmöglichkeit an kleinen, aber feinen Geschäften jeglicher Art schafft in Gmunden ein Einkaufserlebnis der besonderen Art.“ (!!!!!!!!!!!!)

    Herzliche Gastgeber & kulinarisches Verwöhnprogramm
    Was wäre ein Urlaub ohne gutes Essen, einer komfortablen, gemütlichen Unterkunft und echter Gastfreundschaft. Die Gastronomie reicht vom Almgasthof bis zum Haubenlokal, vom Fischrestaurant bis zum gepflegten Wirtshaus. Die Betonung liegt zwar auf regionaler Küche mit feinsten Zutaten aber auch Freunde von internationalen Gerichten kommen ganz sicher auf ihre Kosten.“

    Quelle : Copyright © 2014 Romantikstraße

    Dies sind nur Auszüge, den vollen Text gibt es hier :
    http://www.romantikstrasse.at/gmunden/

    Sind in diesem Text nicht einige Teile sehr verbesserungswürdig?

    Vielleicht : „“Eine große Auswahlmöglichkeit an leerstehenden Geschäften jeglicher Art schafft in Gmunden ein Einkaufserlebnis der besonderen Art.“ ??

    „Viele kulturelle Schätze und Ausstellungen, die zum Staunen einladen, warten darauf entdeckt zu werden. Die beliebte und spektakuläre Ausstellung „Klo und So“ präsentiert ihre historischen und wertvollen Sanitärartikel …..“(Ohne Worte)

    Zum „kulinarischen Verwöhnprogramm“ gibt es ja schon einige Artikel, da brauche ich ja nichts hinzufügen.

    „Die Gmundner Altstadt bezaubert ihre Besucher mit renovierungsbedürftigen Ruinen.“

    Jaja, ich weiß, ich male wieder arg schwarz und neige zu Untertreibung….. ääääh … oder waren es Übertreibungen?!

    Aber … rechtfertigen die Bedürfnisse einiger weniger „Gmundner“ und „Nachbargemeindler“ die Verschandlung einer Stadt, eines Stadtkerns, zu Ungunsten des Tourismus und der Anwohner?

    Ich möchte mal die Gesichter einiger „Nachbargemeindler“ sehen, wenn eine Bahnlinie an ihrem Haus geplant wäre.
    Nachbemerkung: Fällt es eigentlich niemandem auf? Nahezu bei jedem neuen Großprojekt sind die Nutznießer immer bestimmte Unternehmen, während der Nutzen für die Allgemeinheit eher fraglich ist? Berechnungen zur Wirtschaftlichkeit sind entweder nicht vorhanden oder beruhen auf dubiosen Schätzungen und nicht nachweislichen zukünftigen Entwicklungen.

  4. Na, wir sehen das nicht ganz richtig – DAS GROSSE GANZE (hört sich gruselig und ist es auch)

    Das ist alles so gewollt!

    Die Bausubstanz soll zerstört werden und die Häuser abgerissen werden, damit endlich die „Lacus Felix Dubai Skyline“ verwirklicht werden kann.

  5. Ist ja langsam wirklich ermüdend als Bürger dieser Stadt immer wieder vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden ohne jemals genau gewußt zu haben was denn nun tatsächlich Sache ist.

    Ich kann mich erinnern mal einen Plan gesehen zu haben mit sehr vielen Linien und Farben, welcher mich aber nicht wirklich schlauer gemacht hat.

    Grundsätzlich ziehe ich persönlich eine durchgehende Straßenbahn, auch wenn sie groß und schwer ist, auf jeden Fall einer Lösung vor bei der ich umsteigen muß, warten auf den Anschluß und vielleicht im Regen stehen bei den schönen Haltestellenkonstruktionen.
    Umsteigen ist nicht mein Ding wenn es in die gleiche richtung geht. Andere Linie mal ausgenommen.

    Es gibt ja bei der Causa mehrere Gesichtspunkte die man berücksichtigen sollte.
    – Den Verkehr inklusive der Parkplätze
    – Stadtbild und Bausubstanz, sowie
    – Der Faktor Mensch mit seinen Eigenheiten, Vorlieben und Gewohnheiten.

    Lassen wir mal die derzeitigen Fahrgastzahlen außen vor. Es ist meiner Ansicht nach wichtiger sich zu überlegen jetzige „Nichtfahrer oder Verweigerer“ die öffentlichen Verkehrsmittel so schmackhaft zu machen damit sie eine ECHTE Alternative zum Auto sind. Latschen im Regen, Einkaufstaschen, quengelnde Kinder an der Hand, vielleicht noch ein Kinderwagen……..

    In Wien und Linz habe ich die Straßen- oder u-Bahn sehr gerne benutzt. Ich brauchte keinen Fahrplan, habe mich hingestellt und bin einfach in die nächste eingestiegen die in meine Richtung fuhr. Zack, fertig !

    Hier habe mal versucht mit dem Bus zu fahren. Ich habe mich hingestellt und versucht den Plan zu lesen. Keine Chance ohne Brille. Dann jemanden gefragt und gebeten mir doch zu helfen. Hat ganz schön gedauert bis wir dann herausgefunden haben das der Bus gerade heute aus diesem und jenem Grund nicht fährt.
    Sache erledigt für mich, daß interessiert mich weniger als gar nicht. Und wenn ich einen Bus sehe der zu Zeiten fährt die für mich gehen, dann ist er proppenvoll mit Schülern, was ich auch nicht brauche.

    Ich bin vielleicht eigen, sicher sogar, aber das sind sicher andere auch. Ein Fahrplan der so klein geschrieben ist das man ewig braucht die klitzekleinen Symbole zu entziffern was sie denn nun bedeuten, nur um zu erfahren das gerade heute…….. ist nicht mein Ding. Entweder die Bim fährt, oder nicht.

    Unterm Strich wäre mir eine Bim lieber, aber – halt – wird denn nicht schon gebaut und wir schreiben hier um Kaisers Bart der längst schon gestutzt ist ?

    Ja, ich gebe es zu für eine Bim zu sein, aber bitte mit einer schönen Lösung an den Haltestellen, gerade am Rathausplatz. Aber wenn ich mir den „neuen Seebahnhof“ oder die Seilbahnstation so ansehe bekomme ich da eher Krämpfe und fange an mir Sorgen zu machen.

  6. Ich stimme zu, die Innenstadt gehört autofrei. Ich glaube, dass das eigentlich auch geplant ist (erst wenn die Ostumfahrung fertig ist), doch das traut sich noch kein Politiker so laut zu sagen.
    Doch ein paar „Argumente“ möchte ich doch zurecht rücken, vielleicht schaffe ich es ganz ohne Polemik.
    Der Rathausplatz (=Autoparkplatz) wird kein „Eisenbahnterminal“, er wird ja nicht einmal befahren. Auf der Straße sind zwei Haltestellen, dort wo jetzt die Busse halten. Die sind auch nicht schöner, sind laut und stinken. Als ehemaliger Bewohner der Kirchengasse weiß ich wovon ich rede, stehen mehrere Busse doch längere Zeit mit laufendem Motor herum. Die Straßenbahnhaltestelle wird so situiert, dass der Blick von der Kirchengasse auf den Rathausplatz nicht eingeschränkt wird, steht so in der Projektbeschreibung, die mir vor wenigen Tagen ins Haus geflattert ist.
    Die Bahn als „Ungetüm“, da kann ich nur schmunzeln. Sind Straßenbahnen in Linz oder sonstwo kürzer und leichter? Nur weil die Gmundner die zig Jahre alten kleinen Wagen gewöhnt sind, ist alles andere ein Ungetüm? Für mich sind SUVs Ungetüme, die mit 2 Tonnen 1 Person transportieren.
    Wer hat behauptet die Regio-Tram wäre ein „Verkehrs-Allheilmittel“? Ich sehe es als Teil eines Konzeptes, das Gmunden und die Umgebung näher zusammenbringt. Natürlich braucht es immer noch Ergänzungen wie City-Busse, P&R usw.

    Es mag sein, dass der Nutzen für einen Teil der Gmundner begrenzt ist. Für mich als Bewohner einer Nachbargemeinde ist die zukünftige Tram sehrwohl attraktiv. Kann ich dann den Bahnhof Gmunden, das SEP und die Stadt selbst sehr einfach erreichen.
    Eine neue Bahnlinie ist auch nichts, was die Welt in kurzer Zeit auf den Kopf stellen wird. Es werden Begleitmaßnahmen notwendig sein und die Entwicklung wird Zeit brauchen. In zehn Jahren können wir vielleicht beurteilen, ob die Entscheidung richtig oder falsch war.

    • Lieber Entfessler!
      Es gibt auch ein Leben nach dem Franz-Josefsplatz! Unsere Politiker vergessen das nur leider sehr oft! Die Situation aus Linz oder Wien mit der in Gmunden zu vergleichen ist ziemlich verwegen. Die Strassen in Wien oder Linz, auf denen Strassenbahnen verkehren, nehme ich an, haben eine Breite von sicher jenseits der 10m. In Gmunden würden nach der (hoffentlich noch zu verhindernden Durchbindung) 32 m lange, 2,40m breite und 50 Tonnen schwere Züge zB. durch die Kuferzeile mit einer durchschnittlichen Breite von 5 (!) m fahren. Muß ein im wahrsten Sinn des Wortes bewegendes und attraktives Erlebnis sein, vielleicht eine neue Tourismusattraktion. Auf jeden Fall für die Anrainer, weil die Züge verkehren ja nur (momentan) durchschnittlich 77 x am Tag.

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