Regio-Tram – Stellungnahme Land

Hallo liebe Leute!

Babsy hat sich nun tatsächlich in den Urlaub verdrückt. Up, up and away. Jetzt bin ich dran, hier den Überblick zu bewahren.

Hatte ein paar schöne Tage fern der Niederungen der Gmundner Tages- und Kommunalpolitik. Man kommt zurück und hofft, dass sich was geändert hat. Hat es aber nicht. Man blickt nochmals weg und wieder hin. Noch immer nichts verändert: zwei Hotels, die nicht gebaut werden. Ein erschütternd frecher Asamer, der gerade wieder einen seiner Betriebe in die Pleite geschickt hat, das Imperium bröckelt weiter, aber die Asamers spielen weiter die Herrscher über Gmunden. Ein überforderter Bürgermeister, der es selbst nicht merkt. Eine umstrittene Regio-Tram. Vergeudete Steuergelder oben ab Grünberg, während das von der ÖVP propagandistisch gross ausgeschlachtet wird, ist der Berg für Familien mit Kindern unerschwinglich geworden. 150 Euro sind weg wie nichts – und das ist kein Fliegenschiss für Leute mit Durchschnittseinkommen.

Die Einwohnerschaft Gmundens ist ganz allgemein – die ÖVP hat es noch nicht überzuckert – gar nicht so erfreut über die „Renovierung“ des Grünbergs. Gut, die Seilbahn musste wohl sein, so der Tenor, aber der Rest, den hätte man sich sparen können. Hätten wir Gmunderleins nicht gebraucht. Ja, die ÖVP-Propaganda greift da voll. Die brüsten sich da in der ÖVP-ÖVP-Zeitung (die im Gmundl-Blog übliche Differenzierung zur ÖVP-Gemeindezeitung) mit den Worten: „Touristischer Meilenstein“, und so empfinden es die Menschen hier: für den Tourismus, nicht für die Menschen und schon gar nicht für die Bewohnerleins der Stadt. Tolle ÖVP-Propaganda, voll nach hinten los gegangen. Das freut des Brunos Herz, das ganz und gar nicht beinhart ist, wenn es um die Menschen geht.

Hier in Gmunden also der normale Wahnsinn. Merkt man sogar an einem Sonntag, wenn man erstmals wieder hier aufwacht und zum Morgenmokka, doppelt stark, die liegengeblieben Regionalblättchen mit spitzen Fingern durchblättert. Erstaunlich der Gleichklang zwischen Tips und Rundschau: beide berichten zwar über den Brief Dickingers und die Antwort vom Asamer. Aber sie kommentieren nicht, tun objektiv, aaaaaaber: das letzte Wort hat bei denen der Asamer, der darf unwidersprochen so tun, als ob er alle Abmachungen einhält. Haha, so wie in den letzten sechs Jahren, in denen kein Hotel gebaut worden ist. Oder sieht eines der Leserleins mehr als eine „Gstettn“ am Gelände des Seebahnhofs? Und dazu die jeweiligen Überschriften! Die beiden, ich zögere, sie Zeitungen zu nennen, Verlautbarungsblätter stellen das mittels ihrer Schlagzeieln so dar, als ob der freche, böse kleine Dickinger den guten, braven Asamer halt ein wenig ärgern tut, weil Wahlkampf ist. Ein politischer Querulant gegen den Wohltäter Gmundens. Natürlich schreiben die das so nicht hin, aber dank der Schlagzeilen wird das zu einem Duell Dickinger gegen Asamer verniedlicht. Dieser angebliche Lokal“journalismus“ hat mit Journalismus nichts zu tun. Das sind Anzeigenplattformen mit eingeschobenen Texten, die eine Zeitung imitieren. Ganz ehrlich: diese Art von „Zeitung“ ist so entbehrlich wie ein Kropf.

Und, ja, die Regio-Tram fährt zwar noch nicht, aber die wird kommen. Quer durchs Gmundner Dorf. Wir bringen hier heute (die ziemlich lange) Stellungnahme des Landes auf die Anfrage der FPÖ-Gmunden.

Die positive Stellungnahme des Landes weist allerdings einige interessante Details auf, die man bei der Beurteilung des Projektes mit einbeziehen sollte.
* Es wird mit 200 Neubauprojekten entlang von neuen Strasenbahnen argumentiert. Ist auch nur ein solches Neubauprojekt in einer Kleinstadt wie Gmunden denkbar? Dass in Gebieten mit dichter und bevlkerungsreicher Besiedlung Strassenbahnen ein Erfolg sind, ist ja kein Geheimnis und logisch. Kann man aber ernsthaft solche Modelle wissenschaftlich sauber auf eine Kleinstadt übertragen?
* Der Text verrät klar und deutlich die Strategie der Projekt-Betreiber. Man hat im voraus „ohne Sicherheit ob es weitergeht“ Millionen investiert, um dann ein Druckmittel zu haben: das wären verlorene Kosten, wenn man nicht weitermacht. Die Strategie war von den Betreibern zwar geschickt gewählt, beruhte aber nicht auf Analysen, die einer genauen Pfüfung standhalten. Vieles ist Schätzung und oft bloss nur Vermutung.
* Bringt eine neue Traunbrücke Tatsächlich einen Zusatznutzen für Radfahrer, wenn in Zukunft vier Schienen auf der Brückenfahrbahn liegen?
* Von Erneuerungen in der Infrastruktur entlang des Strassenraumes – wie im Papier angeführt – ist, wie man hört aus finanziellen Gründen, keine Rede mehr.
* 67 % der Nutzer auf der Vorchdorfer Bahn sind Schüler. An 180 Tagen im Jahr ist gar keine Schule! Warum legt man dann die Kapazität auf 100 % aus (= Viertelstundentakt nach Vorchdorf)?? Momentan ist wieder bis August Schienenersatzverkehr nach Vorchdorf. Dafür genügt ein VW-Bus …
* Einfach nur neue Schienen durch die Stadt zu verlegen, ist als Konzept – angesichts der Gesamtkosten – zu wenig.
* Allem Anschein nach (das steht nicht im Antwortschreiben) werden die Kosten für die Sanierung des Seebahnhof-Geländes ebenfalls vom Regio-Tram-Budget (also den Steuerzahlerleins) getragen, anstatt wie versprochen, von den Asamers oder sonstwelchen Hotelerrichtern. Aber die Asamers sind klamm, also brandeln wir alle die Sanierung eines Geländes, die dank der Asamerschen Grundstücksspekulation mit Schnellabriss des alten Seebahnhofs notwendig geworden ist.

Viele Menschen in Gmunden fragen sich, ob hier wirklich mit wirtschaftlicher Vernunft vorgegangen wird. Die letzte Antwort ist da noch nicht gegeben, aber eine befriedigende Antwort auf kritische Fragen steht bisher aus.
Bruno Beinhart für das Team Gmundl
Die Antwort des Landes OÖ auf die FPÖ-Anfrage zur Regio-Tram:
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4 Antworten

  1. Die Schwester vom emeritierten Gmundner Stadtpfarrer fragte schon ihre Schulkollegin – meine Mutter – wie weit es ua in Gmunden geistig fehlt, die Touristenbusse zur Habertstrasse zu führen. Die Tagesausflügler 59+, mit denen zB sie nach Gmunden fährt, können die Kirchengasse konditionell nicht mehr bergwärts bewältigen. Diese Tagestouristen fallen also auch bald weg.
    Die abgehobenen, weltfremden Gmundner glauben wohl, sie leben in einer der 28 Megacities weltweit – 2030 werden es 41 sein – mit mehr als 10 Millionen Einwohner. Derzeit erfüllen diese Kriterien nur 2 Städte in Europa – Paris und London.
    Stadt-Regio-Tram ist so wichtig wie ein Kropf oder Ebola und wird dem Geriatriezentrum Österreichs Gmunden nichts bringen bei dem kargen Umfeld plus Gmunden von knapp 25000 Einwohnern, nur dem Steuerzahler wie Blei auf der Tasche liegen.
    In jeder anderen Gemeinde wäre der gelernte Kuhmelker schon längst Geschichte bei der Performance. In Gmunden kriechen die Dienstgeber – Bürger bzw die Dienstnehmer – Politiker – dem noch hinterher. Kein Wunder, warum Gmunden nur mehr völlig abgehalftert, auf Geriatriestatus und die Schandfleckgemeinde der westlichen Hemisphäre ist.

  2. ++++++++++++NEWS FLASH+++++++++++++

    Die Betreiber der Regio Tram schenken jedem Bürger, der sich an der Bahnstrecke ansiedelt, ein luxuriöses Haus!

    Für jedes Kind gibt es eine 100.000 Euro Prämie!

    Bedingung : jedes Familienmitglied muss 4 x täglich mit der Bahn fahren

  3. Viel fällt selbst mir dazu nicht ein …..

    Es mag ja sein „das es in den letzten 20 Jahren kein Straßenbahnprojekt in Europa gab, welches nicht von Politik/Bürgern kritisiert wurde“. (wer rechnet sowas überhaupt aus?)

    Nur ….. welches Projekt davon wurde durch eine „historische Altstadt“ gezwängt, wo die Straßenbreite 5 Meter betrug?

    Was mich allerdings beschäftigt …. wer kommt eigentlich für Schäden bei Unfällen auf, die durch die Schienen verursacht werden (Radfahrer, Motorradfahrer, Autofahrer, Fußgänger)? Oder wenn sich Leute die Knochen brechen oder Schäden an Fahrzeugen, durch die neuen hohen Bürgersteige?

    Fragen über Fragen …..

    • Genau aus diesem Grund hat man einst die Schienen, die ja ursprünglich bis zum Rathausplatz reichten, zum Pusch zurückverlegt, was auch vernünftig war. Nun ist man offensichtlich wieder „klüger“ geworden, und verlegt die Gleise durch die ganze Innenstadt. Abgesehen davon, dass es – wie du wahrscheinlich zurecht vermutest- wieder vermehrt Unfälle mit einspurigen Fahrzeugen und Fußgängern geben wird, kann ich mir nicht vorstellen, dass dadurch der Charmefaktor Gmundens gesteigert wird, wenn alles voller Schienen ist und die Garnituren im 15 -Minuten-Takt durch die Innenstadt rattern.
      Vielleicht sollte angedacht werden, die Bahn gleich bis V’bruck zum Krankenhaus zu verlängern, damit die Unfallopfer rasch einer medizinischen Behandlung zugeführt werden können.
      Was mich aber beinahe noch mehr aufregt als die sinnlose SRT ist die Tatsache, dass man plant, die Haltestelle für alle Touristenbusse in die Habertstraße zu verlegen!! In den unmittelbaren Nahbereich von 3 Schulen!!!! Auf wessen Mist ist diese Schnapsidee gewachsen und vor allem, wer wird die Verantwortung übernehmen, wenn Schulkinder überfahren werden?
      Schon jetzt müssen viele Schüler unter gefährlichsten Bedingungen die Straße überqueren, da ihnen durch parkende bzw. einfahrende Busse die Sicht verstellt ist und zusätzlich rücksichtslose Autofahrer über den Zebrastreifen rasen ohne anzuhalten. Abgesehen von dem Lärm und den Abgasen, die direkt zu den Schulfenstern aufsteigen.Oder kommen die Touristenbusse eh nur in den Sommerferien?
      Beim Nadelöhr Post können kaum zwei Busse aneinander vorbeifahren, da wird dann das Chaos so richtig perfekt.
      Wer immer diese Idee auch hatte, wäre ebenfalls für den Titel „Dolm 2014“ würdig gewesen.

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