Archive for 4. Oktober 2014

Zwischenbilanz
4. Oktober 2014

Liebe Leserleins!

Wir haben den angekündigten Gastkommentar auf morgen verschoben. Unser Gastautor wollte noch die aktuellsten News und Gerüchte einarbeiten. Das dauert ein wenig länger.

Dafür gibt es einen neuen Tagesrekord zu vermelden: wir hatten gestern die höchste Tagesbesucherzahl seit es diesen Blog gibt. Obwohl die Woche noch bis Sonntag dauert haben wir bereits die stärkste Besucherwoche seit Anbeginn.  Ihre Babsy wäre total von den Socken, so sie welche tragen würde. Allein freitagnachts landeten zwischen 23h45 und Mitternacht noch 47 Leserleins zu dieser nachtschlafenen Zeit hier und lasen nach.

Wie wir jetzt wissen, haben die meisten Volksvertreterleins erst aus unserem Blog von der Liquidation der Asamer-Firmen erfahren. Da haben dann vor der GR-Sitzung die Telefonleitungen geglüht und die Sendemasten gewackelt. Die ÖVP war total aus dem Tritt, wie man hört. Nach dem neuesten Stand der Dinge wurde BM Köppl am 18. 8. 2014 von den Asamers über die Liquidation informiert und behielt diese Info für sich. Angeblich hat er nicht einmal die wichtigsten Leute der Stadt-ÖVP informiert. Die haben das auch erst donnerstags aus dem Blog oder über die Gerüchtebörse erfahren. Entsprechend desorientiert agierte die VP-Riege. Wie man hört, gab es eine halbe Stunde vor Sitzungsbeginn noch keine klare Parteilinie in dieser Frage. Angeblich sei Köppl für eine weitere Verschiebung eingetreten, konnte das aber in der Fraktion nicht mehr durchsetzen. Für die Wahrheit dieses Gerüchts spricht die Tatsache, dass die Freitag-Krone meldete, dass Köppl nach dem Rückkauf von einem sofortigen „Neustart für das fertig geplante Projekt mit neuen Verträgen“ träumt.
Sind Sie wo angerannt, Herr Bürgermeister? An einer Wand oder an den Asamers?
Finden Sie nicht, dass es jetzt wirklich Zeit wäre, sowohl ihre Partei als auch Gmunden endgültig aus der babylonischen Gefangenschaft im Reiche der Asamers herauszuführen? Haben Sie noch immer nicht kapiert, dass das angeblich fertig geplante Projekt tot ist, mausetot? Wann werden Sie endlich verstehen, dass es keinen Investor gibt für dieses Pleiteprojekt? Wann dämmert Ihnen endlich, dass die gesamte Hotelfrage völlig neu gedacht werden muss? Zuerst die Frage der Positionierung der Stadt klären, erst dann kann man über ein neues Hotelprojekt und die nötigen finanziellen Quellen nachdenken. Alles andere führt erneut ins Fiasko.

Wir sagen Ihnen hier offen und ehrlich: ein Bürgermeister, der ein erkennbar saudummes Projekt auf diese Art und Weise vergurken hilft und nicht wahrhaben will, dass diese Geschichte gelaufen ist, dass die Asamers auf maoistische gesagt nur noch Papiertiger sind (und wahrscheinlich nicht einmal mehr das!), ein solcher Bürgermeister ist rücktrittsreif. Gäbe es in Österreich so etwas wie eine Rücktrittskultur, dann wären Sie nach dieser Gemeinderatssitzung zurückgetreten. Schon die blosse die Tatsache, dass Sie die Mandatarinnen und Mandatare „blöd sterben“ haben lassen, würde anderswo als Rücktrittsgrund reichen.
Laut heutigem Kurier erwägt SP-Vorsitzender und Vzbgm. Dickinger rechtliche Schritte: „Das ist ungeheuerlich und wird ein juristisches Nachspiel haben“, schäumt Vizebürgermeister Christian Dickinger (SPÖ). So jedenfalls der Kurier. Hoffen wir, dass Dickinger einen Weg findet und das auch durchzieht. Es gibt Dinge, die kann man nicht durchgehen lassen.

Möglich wurde dieses Desaster auch, man kann es nicht oft genug in Erinnerung rufen, auch durch das totale Versagen der lokalen Medien. Selbst jetzt noch, da der Wahnsinn offenkundig ist, können sich die ÖON kein kritisches Resumee abringen. Kein Wort von der Ansage SP-Dickingers, siehe oben, die der heutige KURIER (ist ja überregional, so läufts nämlich!) bringt. Das nenne ich objektives Abwägen. Mich beutelts, ehrlich!
OÖN-Redakteuer Brandner müht sich mit einem pseudokritischen Kommentar ab nach dem Motto „Wasch mir das Fell und mach mich nicht nass“, der mehr ein Loblied auf das arme, aus einfachen Verhältnissen aufgestiegene Alpha-Tier Köppl ist, das leider, leider obwohl Sanguiniker halt zum Cholerischen neigt, manchmal ein wenig einsam entscheidet und auch seiner Fraktion Rätsel aufgibt, aber laut einer Umfrage wiedergewählt werden würde.
Lieber Kollege Brandner! Das war eine Umfrage im Auftrag der ÖVP. Was glauben Sie, was bei so einer Umfrage herauskommt? Sehr herzig auch, wenn die OÖN heute, allem Anschein nach um sich selbst zu exkulpieren, schreiben: „Nur durch Zufall wurde in Gmunden bekannt, dass die Asamer-Hotel-Gesellschaften bereits am 12. August liquidiert wurden.“ Nochmals lieber Kollege Brandner: Das wurde nicht durch Zufall bekannt, sondern durch Recherchen und die Aufmerksamkeit des Teams Gmundl. Man blickt halt als recherchierendes Schreiberlein, wenn man seinen Job ernst nimmt, hin und wieder in die Wiener Zeitung, gell! Oder man schaut ab und zu ins Firmenbuch. Geht ganz einfach. Wir vermitteln Ihnen da gern eine Einschulung. Einfach zu feig, zu schreiben, wie es wirklich war: dieser nachhaltig betriebene und von Ihnen beschimpfte Blog hat das aufgedeckt. Es war der von Ihnen als „feig“ apostrophierte gmundl-Blog. Nichts mit Zufall, gell! Recherche – die wäre Ihr Job gewesen. Sie sind zu feig, Ihren Job zu riskieren, aber uns Feigheit vorwerfen, weil wir uns nicht persönlich outen. Das ist echt gut. Wir wollen nämlich unsere Jobs auch nicht verlieren. Aber wir schreiben wenigstens und denunzieren nicht jene als feig, die den ganzen Wahnsinn dieses Projekts offensichtlich gemacht haben. Es war dieser Blog – nach der Vorarbeit vieler Bürgerleins – der dieses Projekt endgültig als Luftblase enttarnt und zum Platzen gebracht hat. Aber vielleicht klappts ja beim nächsten Mal und der Lokalschurnalismus wird doch noch zu Journalismus. Prost darauf! Denn eine den Vorgängen in Gmunden entsprechende Handlung eines Politikers auf Bundesebene würde in den überregionalen Qualitätsblättern Standard oder Presse zu klaren Rücktrittsaufforderungen führen. Oder? Na eben. Lektion eins hoffentlich gelernt …

Herrrrrr Bürgermeister, dass Ihre Mandatarinnen und Mandatare jetzt die Hosen voll haben, weil sie fürchten, wegen des Rückkaufsbeschlusses von den Asamers geklagt zu werden, sagt alles. Es sind Ihre lieben Jagdkameraden, Herr Bürgermeister, die mit Klagsdrohungen herumwerfen. Dass man angeblich wegen dieser Angst zur geheimen Abstimmung schritt, und beschloss, ein paar Leute sollten halt gegen den Rückkauf stimmen, ist nur noch kurios. Angeblich, damit dann nachher die Asamers niemanden zum Klagen finden, weil alle sagen können: ich war gegen rückkaufen. Echt, das klingt nicht mehr nach Stadtpolitik, sondern eher nach schlechtem Kabarett. Ist das wirklich Ihr Ernst auf dieser Basis weiterhin Politik zu machen?
Sehen Sie nicht, welches Schlamassel Sie mit Ihrer willfährigen Haltung gegenüber angeblichen Investoren angerichtet haben? Wann merken Sie endlich, dass man in Gmunden gute Politik auch gegen die Asamers machen kann. Oder ganz genau gesagt: gute Politik kann, so die Erfahrung der letzten Jahre, prinzipiell nur gegen die Privatinteressen der Asamers gemacht werden. Wenn es den Asamers gut geht, geht es der Stadt und den Interesssen der „kleinen Leute“ (merks FPÖ!!!) schlecht. Das ist die Erkenntnis aus den Vorgängen.

Wenn Sie schon nicht genug Einsicht haben, jetzt zurückzutreten, dann erweisen Sie wenigstens dieser Stadt einen letzten Dienst: verzichten Sie auf eine  neue Kandidatur! Geben Sie Ihrer Partei die Chance zu einer Erneuerung von Grund auf: inhaltlich und personell. Ihr Rücktritt ist die Voraussetzung für die Befreiung der Stadt und Ihrer Bevölkerung von den Machtspielen eines kleinen Klüngels, der längst nicht nur sein Kapital, sondern auch sein Renommee verloren hat. Eine Erneuerung an Haupt und Gliedern tut not (übrigens auch in der einen oder anderen Stadtpartei Gmundens, gell!).

Um ein Zitat aus der Französischen Revolution abzuwandeln: „Geben Sie Asamer-Freiheit, Sire!“ Zur Not wird die Bürgerschaft sich diese Freiheit bei der nächsten Wahl selbst nehmen. Da können Sie sicher sein.

Zur geistigen Erbauung und weil es irgend wie zum Thema (nämlich schwarz und politisch mausetot) passt, ein Gedicht aus den „Galgenliedern“ von Christian Morgenstern. Wir tun was für die Bildung, wenn sie schon in unseren Schulen weitgehend abgeschafft worden ist.

Der Rabe Ralf
will will hu hu
dem niemand half
still still du du
half sich allein
am Rabenstein
will will still still
hu hu

Die Nebelfrau
will will hu hu
nimmt’s nicht genau
still still du du
sie sagt nimm nimm
’s ist nicht so schlimm
will will still still
hu hu

Doch als ein Jahr
will will hu hu
vergangen war
still still du du
da lag im Rot
der Rabe tot ,
will will still still
du du

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl

Nachbemerkung:
Jetzt geht es um die Frage der Verbauung der Parkhotel- und Putzgründe. Hier ist zu überlegen, ob nicht grundsätzlich zuerst einmal eine Rückwidmung erfolgen sollte. Und dann spricht man weiter. Die aus unserer Sicht beste Lösung sei hier nur angedeutet: Rückwidmung, danach Kauf durch die Stadt, Erstellung eines Stadtteilkonzepts unter Bedachtnahme auf die Schaffung leistbaren Wohnraums. Wieder nur eine Siedlung mit Zweitwohnsitzen in Zentrumsnähe zu schaffen, die dann die meiste Zeit des Jahres leerstehen, wäre kommunalpolitischer Unsinn und soziale Leichtfertigkeit. Wenn Gmunden junge Bürgerleins braucht, wovon wir ausgehen, dann führt an einer solchen Lösung kein Weg vorbei. Über diese Frage wird in den kommenden Monaten intensiv zu diskutieren sein. Das wird eine zentrale Frage im nächsten Wahlkampf werden, wenn eine Partei sich dieses Themas klug annimmt. Denn die Menschen interessiert leistbarer Wohnraum mit Sicherheit mehr als ein Hotel und die Geldgier einiger Machthaberer. Eine solche Wohnsiedlung mit „Normal“verdienerleins bringt der Innenstadt mehr Kaufkraft als jedes Hotel. Das sollten die angeblich so wirtschaftskompetenten VPler in der Lage sein zu erkennen. Oder?

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