Köppls Propaganda-Kasblatt und nichts gelernt

Liebe Leserleins!

Schon erholt vom „North Corean Blitz“ den Ihre Babsy Ihnen gestern serviert hat … zumindet als Rezept?
Hat ja niemand vergessen, die Kinderleins wegzuhalten?! Und das Köppl-Kasblattls nicht aufs Klo hängen, gell, weil ein feinsinniger Hintern (v)erträgt das nicht! Papier zu hart, Inhalt kasweich und stinkert wie ein überständiger Camembert. Weil nämlich Eigenlob dieser Art wirklich zum Himmel und durch ganz Gmunden stinkt.

Wer geglaubt hat, hier in der Stadt gäbe es so etwas Ähnliches wie Lernfähigkeit, der kann nach der Lektüre der Samstags-Krone aufatmen: gibt es nicht. Über die Pisa-Testergebnisse, die der Köppl liefern tätert, will Ihre Babsy lieber nicht nachdenken. Wann wird dieser Mann endlich gestoppt?
Ich mein, bei dem helferten auch die berühmten leichten Schläge auf den Hinterkopf wahrscheinlich nichts mehr (abgesehen davon, dass Ihre Babsy gegen solche Handgreiflichkeiten, und seien sie noch so sanft, allergisch ist). Kopf schiefhalten tut er ohnedies schon die ganze Zeit, der Köppl. Ohne merkbaren Effekt. Denn jetzt entnehmen wir entsetzten Bürgerleins der Krone, dass schon wieder irgendein Investor sich gemeldet hat und demnächst den Inhalt seiner leeren Taschen grosszügig über Gmunden entleeren würde, wenn man nur so lieb sei, ihm das Seebahnhofgründstück rüberzuschieben.
Und was sagt der Köppl? Jo, wenns denn sein tun muss, dann tun mirs halt wieder verkaufen tun, das Grundstück. weil, so fragt sich Ihre Babsy, was täterten den wir als Gemeinde denn damit? Na eben! Und was täterte denn die Bürgerleins mit so einem leeren Grundstück, weil der famose Tourismusdirektor schwadroniert noch immer von der Notwendigkeit eines Hotels, weil, klar, wenn in den letzten zwanzig Jahren eine Unzahl alter und alle neuen Hotels mangels Nächtigungen zugesperrt haben, dann schreit das ja lauthals nach einem neuen Hotel, weil das wird dann sicher gestürmt werden.
An dieser Stelle des Tagtraums ist der Murray dann aufgewacht, leider nicht ausreichend schweissgebadet und fluchtbereit, um Gmunden endlich von seiner Expertise zu befreien. Bei all dem brauch ich schon am Morgen einen doppelten Cognac in meinem Mokka.
Der Köppl will allen Ernstes dem nächstbesten Inwestohr wieder die Seebahnhofgrundstücke nachschleudern. Wobei Ihre Babsy nicht sicher ist, ob das nicht schon wieder ein neuer Schmäh der Asamers ist, um sich die Grundstücke doch noch zu sichern. Beim Köppl fragt man sich langsam, aber sicher immer schneller und häufiger: wessen Interessen vertritt der eigentlich? Die Interessen der Einwohnerleins von Gmunden können es nicht sein.

Aber was erwartet man von einem Bürgermeister, der soeben schon wieder ein die Bürgerleins viel Geld kostendes Kasblattl zwecks Köppl-Verherrlichung auf die zahlenden Bürgerleins losgelassen hat. Ich mein, wie lange noch sollen wir uns eigentlich auf eigene Kosten verarschen lassen? Ich träum davon, dass bei der nächsten Wahl alle Bürgerleins einen richtig geilen Wahlslogan im Kopf haben und auch so wählen:

„Zwanzig Jahre sind genug. Weg mit Köppl. Freiheit für Gmunden!“

Das wäre mal eine wirklich sinnvolle Tat. Dass der Herr Bürgermeister augenscheinlich in einem Paralleluniversum lebt, beweist auf jeder Seite die neue ÖVP-Gemeindezeitung, die sich, damit wir den ganzen Schmarrn zahlen müssen, als „Amtliche Mitteilung der Stadtgemeinde“ tarnt. Der Mann hat echt die Chuzpe (oder ist er wirklich so eingeschränkt in seiner Wahrnehmung?), davon zu fantasieren, dass dieser Herbst in Gmunden „eigentlich ein Frühling ist, so kräftig sind eine Aufwärtsentwicklung“ der Stadt zu spüren. Wenn die Kräne der Immospekulanten in den Himmel wachsen, ist das noch keine Aufwärtsentwicklung, gell! Ein bisserl zu viel nach Nordkorea geschielt, der Herr Bürgermeister, in diesem Reich des Realsozialismus wird auch die Wirklichkeit im Sinne der Herrschenden uminterpretiert. Wir haben hier in Gmunden den Real-Köppelismus. Um ein Sprichwort abzuwandeln: wenn die Wirklichkeit nicht mit Köppls Sicht übereinstimmt, umso schlimmer für die Wirklichkeit.
Er entblödet sich nicht, von sozialem Wohnbau zu schreiben, wenn eine 59 m2-Wohnung um wohlfeile 168.000 Euronen zu haben ist. In Schilling sind das lächerliche 2,3 Mille. So stellt man sich sozialen Wohnbau vor, wenn man als überbezahlter Bürgermeister in einer Villa residiert. Gleich 194 Wohnungen überschwemmen als „sozialer Wohnbau“ die Stadt. Bei tausenden Zweitwohnsitzen. Bei ca. 5.500 bestehenden Haushalten sind das 3,5 %. Bezogen auf die bestehende Einwohnerschaft (gehen wir mal von paarweiser Besiedlung aus) haben also nicht einmal 3 % der Einwohnerleins Chancen auf eine Sozialwohnung.
So schauts nämlich aus, Herr Köppl! Also sparen Sie sich diese saublöde Wahlpropaganda auf Steuergeldkosten.

Dann „jubilieren wir im Rathaus“ (Originalton Köppl!) darüber, dass sich „Geschäfte und Gastlokale, die leer standen, wieder füllen“. Das Künstlerviertel wächst und blüht. Ja eh, und mit ihm die Zwangsselbständigen im Prekariat. Vielleicht erkundigen Sie, Herr Bürgermeister, sich einmal, wie die Leute über die Runden kommen angesichts des grossartigen Aufschwungs. Und zählen Sie mal nach, wieviele Geschäfte leerstehen. Was hier neu belegt wird, ist nicht einmal ein Tropfen auf den heissen Stein.
Da wird so getan, als ob in der Innenstadt ein Treiben wie auf einem Ameisenhaufen herrschen würde. Dabei sieht es eher nach einem Bienenstock im Winter aus. Sie sehen Signale für das Ende der Krisenjahre? Fein, die Wirtschaftsforscher erzählen uns nämlich gerade das Gegenteil. Aber in Gamunden, in Gamunden,  da ist ja alles ganz anders, gell, da läuft die Konjunktur, dass es nur so eine köpplsche Freude ist. Das wird in die moderne Volkswirtschaftstheorie eingehen als „köpplgetriebener Konjunkturaufschwung bei Minswachstum“. Wo ein Wille, da auch ein Propagandaschmäh.

Der Gmundner Bürgermeister muss wirklich in einem der angeblich unendlich vielen Nebenuniversen leben. Multiversen-Theorie heisst das. Die Physiker suchen seit Jahren verzweifelt einen Beweise für diese Theorie, die ihrerseits eine Folge der Urknalltheorie ist. Blöd, dass für heuer der Physik-Nobelpreis schon verben ist, aber vielleicht nächstes Jahr. Der Köppl hat in seiner Person nämlich endlich den schlüssigen und praktischen Beweis erbracht, dass es zumindest ein Paralleluniversum geben muss, jenes, in dem er sich aufhält und seine Wahrnehmungen macht. Der Trick bei dieser Theorie ist ja der, ich habe mir das von einem Physiker erklären lassen, dass bei der Multiversentheorie unendlich viele Universen nebeneinander existieren. Jeder denkbare Zustand einer Welt, also unendlich viele, wird durch jeweils ein solches Paralleluniversum repräsentiert. Ein möglicher Zustand ist eben, dass wir mitten im Aufschwung leben. Zum Glück hat wenigstens der Bürgermeister exakt dieses Universum erwischt, während wir dummen, gewöhnlichen Einwohnerleins weiterhin in diesem depperten Wirtschaftsflaute-Universum dahinleben müssen, wo man nix sieht vom Aufschwung, vom wirtschaftlichen Frühling, wo man nur die Benzinkutsche vom Bürgermeister sieht, die vor dem Rathaus steht. Begegnungszone neu.

Obwohl, ein kleines Problem gibt es schon. Der Wechsel von einem Universum ins andere ist laut Standardmodell der Physik nicht möglich. Da stellt sich echt die Frage: Sag, wie macht das der Köppl? Der hat einen Trick gefunden, wie er sich rüberbeamen kann. Blöd, gell, weil toll wär das schon, wenn man den nicht erst abwählen müsste, sondern wenn er in sein Lieblingsuniversum „Aufgehnder Frühling“ mangels Wiederkehrmöglichkeit auf Nimmerwiedersehen verschwinden tätert. Ehrlich, auch ein paar ÖVPler wären heilfroh, wenn das Problem Köppl sich so physikalisch elegang lösen liese.

Aus seinem Köppl-Spezialuniversum verkündet Herr Bürgermeister auch, dass wir von einer „Gründer-Welle“, die dank Mietzuschüssen der Gemeinde „verstärkt“ wird, geradezu überrollt werden. Äh, Gründerwelle? Muss ich glatt übersehen haben. Oder ist das so wie mit den Burgenländern, die bis zu den Knöcheln im Neusiedler See stehen und auf die Sexwelle warten? Also, liebe Leute, wenn Ihr demnächst den Köppl mit hochgekrempelter Hose durchs seichte Uferwasser des Traunsees stapfen seht, wisst ihr, was er dort tut: auf die Gründerwelle warten. Zehn Meter hinter ihm wahrscheinlich Gottfried-„The Internet“-Schrabacher. Das nennt man: sich kalte Füsse holen.

Liebe Leute! Hauts des Kablattls weg, möglichst ungelesen, auch wenns Euer Geld ist, gell, weil eigentlich müsste aussen drauf stehen: „Das Lesen dieses Machwerks kann ihre geistige Gesundheit gefährden.“ Weil man hält sich leicht für schizo, wenn man was anderes liest, als man in der Stadt mit eigenen Augen zu sehen glaubt. Man fragt sich ohnedies schon, wie die Leute, die diesen Topfen verzapfen, sprich: formulieren und in eine Zeitung pressen müssen, das ohne Krise überstehen, ohne selbst rot zu werden im Gsichterl.
Es ist wirklich schade um die Bäume, die wegen solcher Machwerke gefällt werden müssen. Man will sich gar nicht vorstellen, dass womöglich sogar ein Holzfäller, tragischer Arbeitsunfall, dabei ins Gras gebissen haben könnte.

Aber all das schert einen nicht, der durch ein Wurmloch, was sonst, ins übernächste Universum gekrochen ist. Was hier in unserem Universum als Gmundner Bürgermeister auftritt, ist nicht der Köppl, sondern ein zeitreisender Klon. Gut, ich gestehe, Ihre Babsy hat als Kind zuviel Raumschiff Enterprise gesehen. Aber ein paar Klingonen, die im Rathaus Ordnung machen, die wünsche ich mir manchmal schon, gell, kindliche Fantasien halt. Besser als die Allmachtsfantasien der Gmundner Selbstbedienungs-Cliquen ist das trotzdem.
nuvpu‘, jIHvaD yap! (Klingonisch für: Leute, mir reichts!)

Quapla‘ (Auf Wiedersehen!)
Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl

Illustrativer Anhang:
Unser Künstler Graf Bodo von und zu Graffiti hat sich so seine Gedanken gemacht, wie das ÖVP-Amtsblatt-Zur-Köppl-Huldigung besser gestaltet werden könnte, sodass die Gmundner Bürgerleins auch am Titelblatt gleich sehen, wo es lang geht im Real-Köppelismus. Darunter findet man das grosse Vorbild für diese Gestaltung – einen Buchtitel des Grossvaters des jetzigen Volkslieblings von Nordkorea, der war scheinbar nicht nur für Köppls Propaganda, sondern auch für Graf Bodo sehr inspirierend.

 

kim_gmund

 

Das grosse methodische Vorbild:

kim_vorbild

 

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2 Antworten

  1. Der Vorschlag ist super !!!!
    Werde ich von nun an machen !
    Hoffentlich tun das noch viele andere ! Vielleicht merken die ahnungslosen
    ÖVP Mandatare und ihr „Zirkusdirektor “ Köppl wie dümmlich sie sich aufführen !

  2. Liebe Leser(leins),

    ich habe einen Vorschlag. Bitte hauts das Kasblattl nicht weg! Steckt es statt dessen in ein Kuvert und schickt es zurück an unseren Bürgermeister (am besten gleich an die Privatadresse). Wenn genug mitmachen und er unter seiner eigenen Propaganda erstickt (im übertragenen Sinne natürlich), dann verschont er uns vielleicht in Zukunft davon. 😉

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