Archive for 4. November 2014

Götterdämmerung
4. November 2014

Liebe Leserleins!

Der montägliche Gastkommentar hat uns die zweithöchsten Tageszugriffszahlen seit Bestehen dieses Blogs beschert. Das beweist uns, dass wir die richtigen Themen aufgreifen und offensichtlich jene Kommentare zum Geschehen und jene Interpretationen der Vorgänge liefern, welche unsere Leserleins von uns erwarten: klar, deutlich und hart in der Sache, informativ und aufklärend in Sachen Fakten. Ein grosses Dankeschön an Sie, unsere Leserleins – auch wenn Sie sicher nicht immer mit jeder Meinung übereinstimmen, das liegt in der Natur der Sache und in der Natur des Menschen, die Fakten, die wir vorlegen, kann man aber nicht vom Tisch wischen. Wir geben Ihnen die Möglichkeit, sich Ihre eigene Meinung zu bilden.

Die Ereignisse überschlagen sich, die Götter und Götzen werden entzaubert und fallen. Siehe da: die Könige sind nackt! Diejenigen, die bisher als Machthaberer das Sagen hatten, werden immer mehr entzaubert. Wo immer man genauer hinschaut: die angeblichen Wohltäter entpuppen sich als Gewinnprivatisierer und Verlustvertaatlicher. Als Aussackler der Steuerzahlerleins verfolgen sie ausschliesslich ihre Eigeninteressen. Diejenigen, die das finanzieren müssen, profitieren davon keinen Deut.

Die Ereignisse überschlagen sich, und wir wissen nicht, worüber zuerst berichten: ein unglaublicher Kriminalfall in Ohlsdorf rund um das verseuchte Wasser. Wir haben darauf schon vor einiger Zeit aufmerksam gemacht, und ein ziemlich böses (manche sagen: dumm-böses) Posting bekommen, was denn etwa Löschübungen und Grundwasser miteinander zu tun haben könnten. Jetzt ist es klar: ganz so dumm war unser Hinweis nicht. Denn noch immer ist ungeklärt, warum die Vergiftung gerade jetzt auftritt: die Hochwässer der letzten Jahre? Die intensiven Regenfälle? Vorschädigung durch Löschübungen? Interessante Fragen, denen wir weiter nachgehen werden. Die interessanteste Frage aber: wer trägt die Schuld? Wie man leicht voraussagen kann: niemand! Dass man erst in der Montag-Krone erstmals mit dem Namen des Deponiebetreibers herausrückte, spricht Bände (wenn auch damit keine Schuldzuweisung stattfindet, es gilt die Unschuldsvermutung): die Asamer-Gruppe. Was man ebenso leicht voraussagen kann: die Kosten der Schadensbehebung, und die können enorm sein, werden Sie, liebe Leserleins in Ihrer Funktion als Steuerzahlerleins berappen dürfen (siehe Bachmanning, siehe Fischer-Deponie in NÖ). Versprochen: wir bleiben dran.

Inzwischen hat die Hotelerrichtungsgesellschaft der Asamers eine Klage eingebracht, die Rückübertragung des Eigentums am Seebahnhofgrundstück wegen vertragswidrigen Rückkaufs wieder aus dem Grundbuch zu löschen. Dazu gibt es einen unglaublich frechen Brief an die Gemeinde Gmunden, in der die Asamers meinen, den Gemeinderäten eine Vorgangsweise „vorschlagen“ zu können. Dieser Brief – wir werden ihn morgen veröffentlichen – ist eine Verhöhung der gewählten Volksvertreter. Hier soll offenbar ein Druck gegen die Forderungen aller Parteien mit Ausnahme der ÖVP (die fordert gar nix, die schlottert nur mit den Knien) aufgebaut werden: Asamer verlangt, äh: schlägt vor, dass bis auf weiteres keine Rückwidmungen oder Umwidmungen erfolgen sollen. Damit ist erstens klar, dass der angeblich aufgetauchte Investor, welcher der RAIKA die Holzinger- etc-Grundstücke abkaufen will, eine neuerliche Luftnummer ist. Denn Asamer ist noch immer im Spiel. Zweitens: Asamer behauptet, dass er jetzt alle Tätigkeiten auf der Hotel“baustelle“ ruhen lässt. Das nennt man originell: dort hat es noch nie irgendwelche Bautätigkeiten gegeben, wenn man von der mutwilligen Demolierung von Seebahnhof und Hotel absieht.

Punkt drei der Gmundner Misere: die RegioTram. Auch hier liegen uns neue Infos vor, die das Bild, das unsere Gastkommentator Michael Amon gestern gezeichnet hat, aufs Wunderschönste abrunden. Darüber mehr am Donnerstag.

Dazu kommt, dass wir auch über das Anliegen einer Bürgerinitiative berichten wollen, die sich gegen viel zu hohe Wohnbauten zur Wehr setzen will. Auch das wollen wir noch in dieser Woche behandeln.

Liebe Leserleins! Sie sehen: uns gehen weder Stoff noch Arbeit aus. Ihre arme Babsy Blitzschnell fühlt sich langsam aber sicher etwas im Stress. Bruno macht zwar gesundheitlich Fortschritte, aber es wird noch ein wenig dauern. Die anderen im Team sind voll damit ausgelastet, die Infos zu überprüfen, die Emails zu checken etc. Wir leisten hier professionelle Redaktionsarbeit. Nur zu dumm, dass wir keine Gönner haben, keine öffentliche Förderung 😉 und so weiter. Also keine Gasch nach dem Journalisten-KV. Alles gegen null Knete, allein im Interesse der Bürgerleins. Und das ist auch gut so, denn darauf beruht unsere Unabhängigkeit.

Heute bringen wir die Postings von gestern nochmals hier vorn im Blog. Es sind wichtige Infos und Kommentare enthalten, die wir hier leichter zugänglich machen.

Tschüss!
Babsy Blitzschnell, die kurz nach Mitternacht irre müde ins Bett fällt!


 

Statistikat2
Gesendet am 03.11.2014 um 9:04 nachmittags

Einige Fakten zur Ergänzung des Gastbeitrages von Herrn Amon:
Interessant, der Landtag hat auf Basis der “Potenzialanalyse (sic!) StadtRegionalBahn Gmunden – Hauptergebnisse” den 57 Mio Beschluss zum Euro-Verbrennen gefasst. Dieses schmale, 17 Querseiten lange Papier, von der Firma Snizek + Partner erstellt, hat nur 3 wesentliche Zahlen: Es wurden an einem Werktag zugleich Schultag zugleich Markttag an den Endstationen Straßenbahn und Vorchdorferbahn 944 Personen gezählt. Mehrfach haben unabhängige Beobachter nachgezählt, diese Zahl wurde bei weitem nie erreicht! Potzblitz, der Tag der offiziellen Zählung war vielen bekannt, wie man hört. Könnte es da nicht sein, dass einige Personen mehr zur Fahrt animiert wurden?
Und weiter:
“Auf der Grundlage von aktuellen Verkehrserhebungen und dem Einsatz eines Verkehrsmodells ergab sich, dass die Durchbindung der Gmundner Straßenbahn zur Traunseebahn zu einer Verdoppelung der Personenfahrten pro Werktag gegenüber der heutigen Nachfrage auf diesen beiden Strecken führt.
In runden Zahlen stehen 3330 (2. Zahl, Anm.) Personenfahrten pro Werktag auf der neuen StadtRegionalBahn 1660 (3. Zahl, Anm.) auf den beiden bestehenden Strecken ohne Durchbindung gegenüber. Dieser Zugewinn an Fahrgästen ergibt sich aus der Verlagerung von Fahrten vom heutigen Bussystem, aus der Verlagerung von anderen Verkehrsmitteln, vor allem dem Auto, und aus Neuverkehren aufgrund der Attraktivität der StadtRegionalBahn und der Siedlungsentwicklung.”
Es gibt keine weitere Zahl! Keine Jahresauslastung (Samstag, Sonntag, Ferien und so), keine Fakten über “boomende Siedlungsgebiete in den vorgelagerten Orten Gschwandt und Kirchham (c/Aigner)”; nichts.
Soweit, so einfach. Die Verfasser muten dann den Landtagsabgeordneten folgendes Niveau der Beurteilung zu: “Zusammenfassende Beurteilung. Die untersuchte Durchbindung der Gmundner Straßenbahn zur Traunseebahn und die damit geschaffene StadtRegionalBahn zwischen den Bahnhöfen Gmunden und Vorchdorf stellt eine hoch effektive Maßnahme der Verbesserung des Öffentlichen Verkehrs im Raum Gmunden dar.” Das war genug für die Vorlage eines Beschlusses im Landtag.
Na, neugierig machen wir uns dann über das Hauptwerk her: “Straßenbahn-Durchbindung Gmunden – Potenzialanalyse (sic!)” von Snizek und Partner, 90 Seiten dick. Irgendwie bekommt man das schon. Gut, da steht auf Seite 2 – Auftraggeber: Stern & Hafferl Verkehrsgesellschaft m.b.H.; das zu vermerken wurde wohl in der Zusammenfassung für die Landtagsabgeordneten vergessen. Kann passieren. Die Spannung beim Durchlesen erreicht ihren ersten Höhepunkt auf Seite 6: 2) Methode…(Siehe Faksimile). Diese kaum lesbare Aussage lässt aber auf wirklich neue Zahlen hoffen. Was dann: Nichts, keine weiteren Fakten, die die Bezeichnung “hoch effektiv” beweisen. Jedoch gibt es wirklich fundierte Aussagen zur Siedlungsentwicklung. Beispiel gefällig: “Kirchham – Die Entwicklung konzentriert sich auf das Ortszentrum von Kirchham. Die mittelfristige Stadterweiterung (sic!) umfasst vor allem den Bau von Einfamilienhäusern. Darüber hinaus ist der Bau einer mit ca. 20 Wohnungen ausgestatteten Wohnhausanlage vorgesehen.” Das ist mal richtig “boomend”! Weiters viele Grafiken, wirklich viele Modellvarianten. Ja, und ein paar aufhellende Bemerkungen: dass man mit Linienänderungen sozusagen jetzige Busfahrer zwingt mit der zukünftigen Bahn zu fahren. Das ist zwar nicht kundenorientiert, hebt aber das Potential.

Mit dem Thema, dass es zu gravierenden Eingriffen in das Bussystem kommt, um die Leute zu zwingen, mittels Umsteigen die RegioTram zu benutzen, werden wir noch in den nächsten Tagen eingehen. Wo man bisher ohne Umsteigen fahren konnte, muss man in Hinkunft unter Umständen zwei Mal umsteigen.
Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


peipino
Gesendet am 03.11.2014 um 12:19 nachmittags

HERVORRAGENDER KOMMENTAR !!!!!!!

Leider wird er jedoch bei den betroffenen Gemeindpolitikern in Gmunden und beim Land kaum Wirkung zeigen!!!

– Die Gmundner ÖVP Mandatare kennen sich nicht aus oder wollen (oder dürfen?) nicht dagegen sein, da sie bei Abstimmungen offenbar auf den Köppl schaun und warten, wo und wann der seinen Arm hebt!!!

– Die SPÖler trauen sich offenbar auch nicht dagegen zu sein, da ja ihr “grandioser Verkehrsexperte”, STR Sageder, gesagt hat, der Zug sei der größte Segen und die Zukunft für Gmunden!

– Die Ansicht der Grünen kann man ja aus dem völlig daneben liegenden Leserbrief ihres Obmannes zum Thema “Hotel” nachlesen!!
Die haben anscheinend noch nicht kapiert, dass Geldverschwendung extrem unökonomisch sein kann??
Wenn die nur “Öffi” hören, dann ist die Welt für sie schon in Ordnung!?

– Und die FPÖler sind nach dem Abgang von STR Gramplhuber scheinbar so aus den Fugen geraten, dass sie offenbar selbst nicht wissen, was sie wollen?

Den Gmundner Bürgern dämmert es aber doch schön langsam, was ihnen die Gmundner “Stadtregierung”, die zuständigen Beamten und Politiker beim Land und das “altehrwürdige und eingesessene” Unternehmen
Stern&Hafferl da einbrocken!

Ich war gestern um 10h auf dem (“ehemaligen”) Klosterplatz!!
Die Ausdrücke, die beim Besichtigen der Baustelle gefallen sind, würden einige auf Ehrenbeleigungsprozesse spezialisierte Anwaltskanzleien längere Zeit beschäftigen!!!!

Hoffentlich denken die Bürger da ökonomischer und kürzen diesen Prozess im nächsten Jahr im Zuge der Wahlen ab!!!!


Auf einem Auge blind
Gesendet am 03.11.2014 um 8:26 vormittags | Als Antwort auf xxxxxxxxxxxxx .

De gustibus non est disputandum (über Geschmack lässt sich nicht streiten). Daher mündet diese Diskussion in eine endlose Debatte, ….Kritik ohne Lösungsangebote….

Entschuldigung, aber dieses Argument kam auch von den Hotelbefürwortern. Wo das endete, ist inzwischen bekannt. Dazu kommt, dass die Frage der RegioTram keine Geschmacksfrage ist (von der Gestaltung der Haltestellen/Bahnhöfe mal abgesehen). Natürlich hatten auch die Hotel”gegner”, also die Gegner des konkreten Lacus Infelix-Projekts Gegenvorschläge: Neubau am Areal des alten Parkhotels, Landschloss etc.
Auch die Gegner der konkreten RegioTram bieten Alternativen an: E-Bus, flexibel, keine doppelte Infrastruktur, der Strom für beide Lösungen (RegioTram oder E-Busse) kommt ja nicht einfach so aus der Steckdose …
Ausserdem ist es nicht Aufgabe der Kritiker, immer gleich Alternativvorschläge zu machen. die Kritiker sind meist zuerst kleine Bürgerinitiativen, die sich dann auswachsen. Aber sie haben keine “Experten”-Büros, kein Geld etc. Sie bkeommen auch kein Geld der öffentlichen Hand, mit dem sie dann mehr oder weniger gut fundierte Studien erstellen lassen können. Bei Bürgerinitiativen ist alles “handmade”, sie verfügen nicht über die Apparate der Machthaberer. Sie können also immer nur Denk- bzw. Nachdenkanstösse geben, niemals jedoch “fertige” Konzepte als Alternative vorlegen.
Auch möchte ich darauf hinweisen, dass die Frage nicht geklärt ist, ob die RegioTram auch unter ökologischen Gesichtspunkten wirklich die beste Lösung ist, wenn man eine ökologische Gesamtbilanz über das Gesamtprojekt über die Lebensdauer zieht. Das ist ein wenig wie mit dem einstigen Sager eines ehemaligen Bundeskanzlers, der zum Energiesparen empfahl, die Männer sollten sich nicht elektrisch sondern nass rasieren. Dass die Erwärmung des Wassers für die Nassrasur mehr Strom verbraucht, als eine E-Rasur, stellte sich dann beim Nachrechnen schnell heraus. Wo gibt es eine solche Berechnung für die RegioTram? Das drohende öllose Zeitalter wird nicht ohne Energie auskommen. Und wie oben schon gesagt: REgioTram und E-Busse brauchen die selbe Energieform: Strom.
Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl

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