Archive for 7. November 2014

Wasser, Tram, Hotel – die Heilige Dreifaltigkeit von Gmunden
7. November 2014

Liebe Leserleins!

Wir wollen uns natürlich nicht versündigen, und der Herr Pfarrer möge entschuldigen, dass wir den Heiligen Geist bemühen, von dem einige hierzustadt offenbar verlassen sind. Aber es drängt sich so auf, gell!
Die Hotel-Sache, gut, da werden wir bald sehen, was läuft. Denke, wir haben einen Denkanstoss für den kommenden Sondergemeinderat gegeben.
Vielleicht sollte man ein altes, inzwischen inkorrektes Spiel („Wer fürchtet sich vorm schwarzen Mann“) ein wenig modernisiert im Gemeinderat spielen lassen: „Wer fürchtet sich vorm Asamer?“ Antwort: „Niemand.“ Gut, man wird ja wohl noch träumen dürfen, gell!

Das Wasser. Auch nicht mehr das, was es einmal war. Ist zwar nicht direkt in Gmunden, hat aber doch mit Gmunden zu tun. Mit den Suburbs von Gmunden, gell. Gut, da gibt es jetzt klare Hinweise. Angeblich ist auch die den Gmundner Abfall abholende Firma Vorwagner ein Zulieferer von Müll auf der Asamer-Deponie. Im Auftrag eines Auftragnehmers einer Chemie-Firma, die solches Zeug herstellt, das man jetzt dort gefunden hat. Jetzt wird einmal geprüft, ob man anhand der Papiere feststellen kann, wer da was geliefert hat. Die Frage wird sein: gibt es überhaupt Papier, wurde wiederrechtlich deponiert? Hat wer etwas übersehen oder „übersehen“, kann man den Weg auf die Deponie nachvollziehen? Eine Menge Fragen, deren Beantwortung, das lässt sich jetzt schon sagen, eine Menge kriminalistischen Spürsinn erfordern wird. Nicht auszuschliessen, dass daraus ein richtiger Kriminalfall wird. Irgend wer muss das Zeug ja dort hingetan haben. Die Frage ist nur: heimlich oder mit Wissen von wem? Oder mit falschen Unterlagen? Die Antwort auf die Frage, wer hier wirklich schuldig ist, verspricht eine interessante zu werden.

Die Tram-Bim-Zug-Etc-Diskussion geht muntet weiter. Wir bringen also heute wieder die Postings von der Kommentarseite hier vor im Blog.

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


AndyB
Als Antwort auf toob .
Sorry, aber da muss ich meine selbst verordnete Schreibpause mal unterbrechen.
Ihre Argumente sind mehr als haarsträubend.

Die Wahrscheinlichkeit die Straßenbahn zu sehen verringert sich also ….. *laut lache*. Der Stau, der jetzt schon vorhanden ist, wird sich mit Sicherheit verlängern und die Chance, die Regio Bahn zu sehen, erhöht sich um ein Vielfaches.
Schienen, Oberleitung und architektonische Haltestellenverbrechen bleiben allerdings immer präsent.

Die Sperrung der Innenstadt wäre also eine Schikane …. komisch, Bewohner andere Städte sehen das nicht als Schikane, und dass noch “weniger los ist”, ist mehr als lächerlich. (Hat man bei allen Fussgängerzonen vorher gehauptet, und hat bei keiner gestimmt! Anm. d. Red.)

Welche Belebung für den Handel bringen denn endlose Durchfahrer? a) keine b) überhaupt keine c) gar keine?
Wählen Sie jetzt ….

Ooooh, ich hatte jetzt ganz die Autofahrer vergessen, die die Schaufenster der Geschäfte betrachten, während sie durch die Stadt fahren und den nächsten Parkplatz ansteuern, um die gesehenen Artikel zu erwerben …..

Ansonsten lese ich nur ich, ich, ich, ich zahle, ich benutze, ich sehe, ich muss, ich, ich, ich.
Ich fand es schon immer sehr merkwürdig, wenn Leute meinen, sie würden mit ihren Steuern alles zahlen.

Zufällig weiß ich genau was Sie zahlen! Durch geheime Quellen und langen Recherchen habe ich in Erfahrung bringen können, wo Ihre Steuergelder landen : im Bundeskanzleramt und Sie zahlen damit die Klofrau. Sie können sich also beruhigt zurücklehnen ……

Sie sind also kein Bewohner der Stadt oder der Innenstadt, sondern wollen nur einfach schnell zum Bahnhof. Ob nun die Stadt verschandelt wird und wie Anwohner, Geschäftsleute oder Touristen die Sache sehen ….. mir doch egal. ICH muss ja eh nur zum Bahnhof! Gruselige architektonische Verunstaltungen durch die Haltestellen …. mir doch egal, ICH muss ja nur zum Bahnhof.

Gmunden wird immer unattraktiver und man wundert sich über ausbleibende Touristen …. mir doch egal, ICH habe eh nichts von den Touristen, die verstopfen nur zusätzlich die Straßen und Parkplätze, die ICH zahle.

Ich sehe von der Straßenbahn überhaupt nichts, weil ich im “Grünen” wohne und ich fahre auch durch die Innenstadt.
Mein Arzt ist zufällig auf der anderen Seite der Brücke und ja, es würde mich schon nerven, wenn ich einen 15 Minuten Umweg nehmen müsste, um dort hin zu gelangen. Nur ….. ich würde die Pille schlucken, dann mir liegt die Stadt am Herzen und nicht mein ich, ich, ich Gefühl, obwohl ICH höhere Fahrtkosten hätte, ICH meine Zeit vergeuden würde.

Würde ich mein ICH-Gefühl noch verstärken, dann würde ICH schreiben : ICH muss doch nicht zum Bahnhof, mir doch egal wie Sie zum Bahnhof kommen. ICH zahle doch nicht für Bahnstrecken, die ICH selber nie nutze ……


find-out2
Gesendet am 06.11.2014 um 9:41 nachmittags

Dem “alteingesessenen Gmundner” kann man nur gratulieren.
Endlich hat es jemand geschafft, die Praktiken von S&H und die komplexen Verflechtungen der von öffentlichen Hand subventionierten Firma mit ALLEN Parteien und Politiker für die “einfach gestrickten” Bürger darzustellen.
Erschütternd, wie die von uns gewählten Mandatare wissentlich oder unwissentlich (kann ich mir eigentlich nicht vorstellen), hier in Geiselhaft eines Unternehmens genommen werden, zum Schaden der Bevölkerung arbeiten und Gemeindevermögen verschleudern.
Ein besonders funkelnder Diamant aus dem Schatzkästchen der Kooperation zwischen Gmundner Stadtpolitiker und S&H ist die Causa “Kuferzeile”
Hier feiern, so hört man, die Bewohner und Anrainer heuer ein besonderes Jubiläum:
– 10 JAHRE fehlgeplante Straßen- und Gleiskörpersanierung!
– 10 JAHRE höhere Lärm- und Umweltbelastung als vor der “Sanierung”!
– 10 JAHRE vergebliche Bemühungen bei Stadtgemeinde und S&H eine Lösung der Problematik zu erreichen.
– 10 JAHRE unzählige Vorsprachen bei S&H und Politik ohne konkretes Ergebnis.
– 10 JAHRE leere Versprechungen, Vertröstungen und keine Lärmminderung!

Als Beweis, wie die “Zusammenarbeit” S&H und Gmundner Politik in diesem Fall “funktioniert” folgender Auszug aus dem Protokoll der Generalversammlung des VEREINS “PRO GMUNDNER STRASSENBAHN” vom 7.10.2005(!!):

KLAUS HÖLZL (Amt der OÖ.Landesregierung, Verkehrskoordinierung):
“Alle Untersuchungsergebnisse bestätigen das Potenzial der Straßenbahn und empfehlen, das Gesamtsystem zu attraktivieren. Gratulation der Stadt zum einhelligen Beschluss für den Ausbau der Straßenbahn und die Beteiligung mit einem Viertel der Kosten. Einvernehmlich wurde mit der Sanierung der Gleise in der Kuferzeile begonnen.
Der Autoverkehr ist bedeutend leiser geworden, DIE STRASSENBAHN HÖRT MAN NUN ABER LÄNGER UND IN EINER ANDEREN TONFREQUENZ. Dies weckte Unmut in der Bevölkerung.
Solange die Lärmproblematik in der Kuferzeile nicht zufriedenstellend gelöst ist, wird lt. LH-Stv. Haider KEIN WEITERBAU MÖGLICH SEIN.
Die Maßnahmen zur Lärmreduzierung sind daher IM INTERESSE ALLER RASCHESTMÖGLICH DURCHZUFÜHREN.
Diesbezüglich erfolgt ein Appell an Stern & Hafferl, HIER ZÜGIG VORSCHLÄGE ZU MACHEN!”

Nochmals für die, die das Datum überlesen haben: Das Zitat stammt vom 7.10.2005!

Passiert ist bis heute nichts – außer dass die restlichen Baulose in einer anderen Bauweise ausgeführt wurden.
Ein weiteres Paradebeispiel, wie sich Gmundner Politiker für das Wohl ihrer Bürger und für ein lebenswertes Gmunden einsetzen.
Aber man soll nicht undankbar sein: Die 12m lange Straßenbahn, mit der jetzt bei täglich 76 Fahrten durchschnittlich 3,5 Personen pro Fahrt fahren, soll durch einen 32m langen, 60t schweren Zug mit 76 Sitzplätzen ersetzt werden….Sicher eine Steigerung der Lebensqualität in der durchschnittlich 5,6m breiten Kuferzeile…


Dietlinde Walcher
Gesendet am 06.11.2014 um 6:44 nachmittags

Bereits in den 80er Jahren, ich war damals Lehrerin in Vorchdorf, klärte mich ein Busunternehmer, mit dem unsere Schüler bei diversen Schulveranstaltungen unterwegs waren, folgendermaßen über die Firma S&H auf: “Mit den Subventionen, die diese Firma bekommt, gibt es bei mir nicht nur Schülerfreifahrten sondern auch Arbeiter- und Pendlerfreifahrten. Außerdem könnte ich meine Wochenenden zu Haue genießen statt diverse Ein- und Zweitagesfahrten zu unternehmen”.


toob
Gesendet am 06.11.2014 um 11:56 vormittags

Na wenigstens bin ich nicht der einzige Gmundl Leser, der sich auf die Straßenbahn freut. Auch gut, dass hier noch einmal der Straßenverkehr angesprochen wird.

Mittlerweile schneidet der Durchzugsverkehr und vorallem, die absurd langen Ampelintervalle an den Übergängen eine regelrechte Schneise durch die Stadt.

Gleichzeitig muß man sich bewußt machen, wie wenig präsent die Tram im Vergleich dazu im Stadtbild wäre. Wenn die Bahn alle 30 Minuten fährt und ich für die Überquerung der Straße eine Minute kalkuliere, so bekomme ich mit einer Wahrscheinlichkeit von 30:1 die Regiotram gar nicht zu Gesicht.

Ich bin übrigens kein Anhänger einer Totalsperre für Autos in der Innenstadt, weil dies einerseits für manche zur Schikane werden kann und andererseits auch die Gefahr besteht, dass noch weniger los ist. Aber wenn die Durchfahrt wegen Begegnungszone und Bim unattraktiver wird und gleichzeitig die Umfahrung öffnet, so kann es sicher zur Beruhigung kommen.

Nutzerverhalten und Wege der Bewohner unterscheiden sich natürlich stark. Manche nützen den Bus und brauchen die Straßenbahnlinie nicht. Ich nutze wiederum keinen Bus und muss öffentlich nur zum Bahnhof. Es ist auch Grundsätzliche so, dass ich immer Infrastruktur mitfinanziere, die ich nie nutzen werde.

Die Kosten finde ich persönlich noch vertretbar. Wieviele km Autobahn und wieviele Meter Tunnel, kann man für 30 Mille bauen? Wie oft werde ich durch den Koralmtunnel fahren. Alles eine Frage der Perspektive. Natürlich ist die Einwohnerzahl von Gmunden für das Projekt um unteren Limit, das ist eh klar…


 

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