Debatte um die BM-Wahl und die Kritik daran

Heute mit einem Gastkommentar von Margareta Enser-de Groot

Liebe Mitmenschen!

Es freut uns, wenn sich viele Leute hier an den Diskussionen beteiligen. Mein gestriger Beitrag hat auch Kritik gefunden. Das war zu erwarten. Er war sehr kontrovers gehalten. So soll es auch sein. Wir müssen da auch selbst die Kritik dann aushalten.

Dass die ÖVP damit nicht glücklich ist, das war zu erwarten. Ich hätte mir aber eine brauchbare Antwort erwartet. Nicht nur ein allgemeines Jammern. Die Kritikfähigkeit ist hierzulande nicht sehr ausgeprägt. Gleich mit „menschenverachtend und beschämend“ herumzuwerfen, das ist ziemlich billig. Die übliche Methode, sich gegen Kritik abzuschotten. Einen Ruf nach „Rache“ kann ich aus meinen Zeilen schon gar nicht herauslesen. IBin doch nicht das Mittelalter. Liegt mir völlig fern. Es geht um Vorsicht und Aufmerksamkeit. Der neue BM hat eine Bringschuld. Es ist an ihm, zu beweisen, dass er sich emanzipieren kann. Bis jetzt war er ein braver Mitläufer und hat bei allen Merkwüdigkeiten mitgetan. Ihnen zugestimmt. Dass „learning by doing“ bei Ärzten funktioniert, stimmt so natürlich nicht. Denn da steht man einmal ein paar Jahre neben der Chefärztin, neben dem Chirurgen etc., bevor man selbst Hand anlegen darf. Ein paar Jahre als Sportreferent der ÖVP zu werken, das ist nicht gerade „learning by doing“ gewesen. Krapf fängt gleich als Primar an. Da darf ich mir Skepsis erlauben.

bgm_schule

Es gibt natürlich auch Missverständnisse. Ich nenne es jedenfalls so. Die Missverständnisse bestehen darin, dass Kritik immer persönlich genommen wird. Persönlich in dem Sinn, man greife als Kritiker den Menschen an. Aber in der politischen Diskussion geht es um die Mandats- bzw. Amtsträger, nicht um die Person dahinter. Es kann jemand ein netter Mensch sein. Trotzdem kann ich ihn in seiner politischen Funktion scharf kritisieren. Man muss das sogar. Denn daran krankt Vieles in der Kommunalpolitik. Oft wird viel zu lang mit Kritik gespart. Man kennt sich ewig und will das Gegenüber nicht „kränken“. Aber das ist keine politische Haltung. Diese Vermischung des Politischen und des Persönlichen wird in der Kommunalpolitik gern dazu verwendet, Kritik abzuweisen. Da wird immer gleich auf die „menschliche Ebene“ verwiesen. Aber auf diese Art kann keine zivilgesellschaftliche Diskussion entstehen. Da wird alles erstickt. Es ist das dann genau die oft zitierte „bleierne Schwere“, die sich über alles legt. Die dann alles verdeckt.

Wenn man mit jemandem Tennis spielt, ihn privat kennt, schätzt, dann tut man sich natürlich schwer. Da wird dann die persönliche Erfahrung mit der politischen Ebene verwechselt. Eine Reihe weiterer Argumente habe ich in meinen Antworten auf weiter unten veröffentlichte Postings gegeben.

Also bitte nochmals: politische Kritik nicht mit Kritik am Menschen selbst verwechseln. Das sind zwei ganz verschiedene Dinge. Es gibt auch keinen Grund, einem neuen BM einen Vertrauens“vorschuss“ zu leisten. Warum? Auf Basis welcher Vorhaben? Auf Basis welcher Absichten? Auf Basis welcher inhaltlicher Aussagen? Auf Basis welcher sichtbarer bisheriger politischen Erfolge? Ich halte meine Skepsis für berechtigt. Man darf das auch laut sagen. Dafür muss man sich nicht genieren. Aber ich bin für alles offen. Das Team Gmundl auch. Wir korrigieren uns gern, wenn wir falsch gelegen sind. Aber es soll im nachhinein auch niemand sagen können, man habe nicht rechtzeitig gewarnt.

Bruno Beinhart f. d. Team Gmundl


 

Ein paar Gedanken
über
die Berechenbarkeit der grünen Politik

Ein Gastkommentar von Margareta Enser-de Groot

Die Grünen wollen sich anscheinend andienen bei den Schwarzen, wie es scheint; das ist aber der falsche Weg. Sowohl die Grünen als auch H. Löcker werden von den Schwarzen niemals akzeptiert (schon gar nicht geliebt) werden. Löcker weil er dem Asamer den Toskanapark vermasselt hat, die Grünen wegen Toskanapark u. Staatsanwaltschaft. Die Grünen hätten sich konsequenterweise, da J. Bors keine Antwort auf ihre Frage bekommen hat, welches Programm der neue BGM hätte, zumindest sich der Stimme enthalten müssen. Da hat mir B. Enzmann schon eher gefallen. Man kauft nicht die Katze im Sack, und schon gar nicht in der Politik, wenn man Verantwortungsbewusstsein hat.

Dabei will ich betonen, dass ich kein Vorurteil habe gegen Krapf, ausser dass er, wie alle anderen ÖVPler, sich nie etwas getraut hat bzw. aus der Deckung gewagt hat. Schön brav und unauffällig hat er alle schlimmen, manchmal sogar brutalen Entscheidungen der ÖVP-Mehrheit mitgetragen. Bin neugierig, wie er mit den Hardlinern in der ÖVP fertig wird, wahrscheinlich mit der Devise “keep low profile”. Er wird nicht die Border Collie-Qualitäten eines Köppl entwickeln können, indem er seine ÖVP Herde immer schön zusammentreibt. Ich sehe, sie werden ausser Kontrolle geraten, sich gegenseitig in Neid und Eifersucht aufreiben. Wär ja spannend wie ein Krimi, wenn diese unproduktive Politik dem Steuerzahler nicht sehr teuer kommen würde.

Ich war auf weiten Strecken immer bei den Grünen, aber durch diese fahrlässige Entscheidung, indem sie sich zumindest nicht der Stimme enthalten haben, haben sie mich sehr enttäuscht. So macht man nicht Politik, indem man abstimmt auf Basis persönlicher Sympathie (mir ist Krapf persönlich ja auch nicht unsympathisch, besonders wenn er gut Tennis spielt). Aber in der Politik sollte man auf sachlicher Basis entscheiden, und die fehlte als Entscheidungshilfe total. Werden sehen; ich weiss warum ich zu keiner Partei gehe und mich von Fall zu Fall neu orientiere.

Ein Grund, warum die Grünen es nie schaffen, einmal zu einer tragenden Mehrheit bei Wahlen zu kommen, ist meiner Meinung nach, dass sie keine konsequente Linie in der Politik verfolgen. (Siehe Koalition mit der Stronach Partei in Salzburg. Rudi Anschober ist harmoniesüchtig und will es sich nur ja nicht mit der ÖVP/Pühringer verscherzen, zur Basis hat er jeden Kontakt verloren.) Die Grünen stehen angeblich für Umweltschutz, Tierschutz, soziale Gerechtigkeit, Toleranz, Anti-Korruption, etc. Um diese Prinzipien umzusetzen, muss man unbeirrt von Sympathie oder anderen persönlichen Einflüssen, dazu stehen und für die Bevölkerung Verlässlichkeit signalisieren. Bei der Abstimmung für den grossen Unbekannten BGM haben sie ihre Linie verlassen. Lauwarme, farblose, mitlaufende Politiker, die kein Programm haben, haben wir schon genug.

P.S.: Da ich bei vielen Gemeindepolitikern eine politische Grundbildung vermisse, oft geradezu Dilettantismus sich breit macht, wäre es angebracht, dass jeder, der sich in den Gemeinderat meldet, eine politische Grundausbildung absolviert. Welche Institutionen da zur Verfügung stehen, weiss ich nicht, aber es gibt sie sicher.


Die Postings von gestern, wie immer zeitmässig verkehrt herum.

Helmut Bergthaler
Gesendet am 28.11.2014 um 11:36 vormittags

Die Art und Weise wie hier Bruno Beinhart versucht den neuen Bürgermeister herunterzumachen ist menschenverachtend und beschämend. Jeder hat eine faire Chance verdient. Das Versprechen auf die anderen Parteien zuzugehen und im Interesse der Stadt die Zusammenarbeit wiederzuentdecken, ist jedenfalls ein erfreulicher Beginn. Der Vorwurf “learning by notdoing” müsste eigentlich das Lob im Vordergrund haben, dass ein Lehrer seine Maturanten nicht im Stich lässt. “An ihren Taten sollt ihr sie erkennen” und auch beurteilen. Hrn. Beinhart hab ich jetzt kennengelernt, da ist im Stefan Krapf mit seinen Willenserklärungen heute schon überlegen. Man wird sehen, wie seine veränderte Mannschaft aussieht vor der nächsten Wahl. Der Ruf nach Rache und nach Abstrafung der ÖVP und Stefan Krapf kann wohl nur emotional und nicht mit Intelligenz begründet werden. ” Learning on the Job” funktioniert offenbar bei den Ärzten, Stefan Krapf hat den Willen, es zu schaffen .Im Interesse der Stadt und seiner Bewohner ist es ihm zu wünschen.
Hr. Bruno Beinhart soll sich fragen, wenn er sich am Morgen in den Spiegel schaut, ob er wirklich am richtigen Weg ist, wenn man mit derartigen Vorverurteilungen versucht Politik zu machen. Hier wäre eine persönliche Entschuldigung wohl ein richtiger Ausweg – “learning bei doing”!
Glück auf Gmunden.

Das “Glück auf” wird Gmunden brauchen. Ich kann nichts Menschenverachtendes darin erkennen, auf Schwachstellen hinzuweisen. “Jeder verdient eine Chance” – klingt schön, aber ein Bürgermeisterjob ist keine Übungspiste. Tut mir leid. Schon gar nicht angesichts der anstehenden Probleme. Ich teile die Meinung eines Postings von heute: da wird von der alten VP-Seilschaft ein Mensch politisch “verheizt”, vielleicht auch menschlich. Denn unbeschädigt kommt man aus einer solchen Nummer nicht heraus, wenn es schief laufen sollte. Diese Gefahr besteht in hohem Masse. Darauf habe ich hingewiesen. Das hat nichts mit der Person Krapf zu tun, dem niemand etwas Böses will. Der von allen als nett und als guter Lehrer beschrieben wird. Ob das für die Politik reicht, wird sich zeigen. Mich wird es freuen, wenn meine Skepsis sich nicht bestätigt. Ich wünsche niemandem das Scheitern. DAS wäre wirklich menschenverachtend. Ich bin grundsätzlich dafür, dass Dinge gelingen. Nicht nur in der Politik. Auch wenn viele es nicht verstehen wollen: genau dazu dient Kritik. Sie will nämlich nicht recht behalten, sondern verändern. Damit Vorhaben gelingen. Vielleicht kapiert das auch die ÖVP eines Tages, anstatt immer in Freund-Feind-Schemata zu denken. Wenn es um Kritik und Kritiker geht, leider immer in Feind-Kategorien.
Bruno Beinhart f. d. Team Gmundl


gstoan
Gesendet am 28.11.2014 um 11:11 vormittags

Auch wenn der grüne Gedanke entscheidend für unser aller Zukunft ist, so haben sich die Grünen Gmunden mit ihrem gestrigen Abstimmungsverhalten für lange Zeit ins Out gestellt. Die machen es der ÖVP wirklich zu leicht – SCHADE.

– Dass die Sozialisten nicht für den Neuen gestimmt haben, war klar. Nur mit Dickinger wären sie auch nicht weiter gekommen. Wenn er nun die Zusammenarbeit aller Fraktionen wünscht, so erachte ich dies lediglich als einen wahltechnisch klugen Schachzug, aber nicht als sein tatsächliches Bedürfnis – EIGENTLICH SCHADE.

– Die FPÖ ist nun endgültig unwählbar – EIGENTLICH AUCH SCHADE.

– Und die ÖVP macht so weiter, wie immer. Sollen sie nur machen, sie haben ein leichtes Spiel bei so einer schwachen Opposition! Das eigentliche Drama liegt aber im Zwischenmenschlichen, nämlich darin, daß man ganz bewusst einen jungen Familienvater, einen guten Lehrer, einen anständigen Mitmenschen verheizt und temporär opfert. Keiner von den etablierten ÖVP Granden war so dämlich, derzeit die Nachfolge anzutreten, auch wenn dies hier anders behauptet wurde. Nun soll eine neue Generation dafür herhalten, was die Vorgänger verbockt haben, obwohl diese im Hintergrund noch immer die Fäden ziehen und ziehen werden – DAS IST NICHT SCHADE, SONDERN EINE SCHANDE.

– Das ist bitte auch KEINE Wahlveranstaltung für die neos!

Einmal mehr gilt es darüber nachzudenken und auch öffentlich zu debattieren, ob nicht in unserem Land tatsächlich eine Form der POLITIKERHAFTUNG gesetzlich verankert werden müsste!
Einmal mehr komme ich zu dem Schluss, daß hier anscheinend wirklich nur eine neue Liste für unsere Stadt helfen könnte…. nur wird das leider mangels Persönlichkeiten auch nicht klappen.

Eigentlich ist es zum Verzweifeln – einerseits möchte man in dieser Stadt etwas bewegen, etwas tun und „einen frischen Wind hineinbringen“, andererseits erscheint nun die Lösung der Probleme in unserer Stadt ferner denn je.


Argusauge
Gesendet am 28.11.2014 um 10:17 vormittags

Blicke auf dem Foto in den O.Ö.Nachrichten

Bilder sagen mehr als 1000 Worte. Sich von der eigenen Partei zu emanzipieren, wird die größte Hürde für den neuen Bürgermeister sein. Wenn er parteilos wäre, wäre er für mich erste Wahl für diese schöne Stadt: Schöne Antrittsrede (es fiel sogar das Wort Demut), perfektes Auftreten, geschliffene Rhetorik, sympathische Erscheinung. Ein Repräsentant für Gmunden, den man herzeigen kann. Es ist nur zu wünschen, dass er seine Persönlichkeit wahren kann unter dem Druck der Hardliner der ÖVP, die sich hinter ihm verstecken.

Ein Regiefehler passierte allerdings, die FPÖ , J. Bors (Grüne). u. K. Kammerhofer verlangten vor der Wahl des BGM ein detailliertes Programm vorzutragen. Das hätte vorher in persönlichen Gesprächen stattfinden sollen, denn in ein paar Minuten die komplizierten anstehenden Themen in ein paar Worten darzulegen, ist natürlich unmöglich. So wurde eben wieder aus dem Bauch entschieden, hoffentlich eine glückliche Entscheidung.

Das war der grosse Fehler am Beginn. Als neuer BM anzutreten und keinerlei konkrete Aussagen über Ziele und Programm vorlegen. Das hat bei uns im Team Gmundl zu unserer sehr skeptischen Haltung geführt. Das war nicht professionell. Aber nur ein Profi kann das Allernotwendigste machen: die Cliquenherrschaft in Gmunden aufbrechen. Krapf hat keine Hausmacht und ist ein Anfänger im Politgeschäft. Dabei bleibe ich. Ich wünsche mir selbstverständlich, dass Krapf die unglückseligen Verbandelungen in Gmunden durchtrennen will. Und sollte er das wollen, wünschen ich und wir vom Team, dass er das schaffen möge. Unsere Zweifel haben wir angemeldet. Wir lassen uns gern vom Gegenteil überzeugen. Dann gibts hier sicher jede Menge Applaus.
Bruno Beinhart f. d. Team Gmundl


peipino
Gesendet am 28.11.2014 um 9:38 vormittags

Lieber Bruno Beinhart !

Ich schätzte Ihre Kommentare sehr und freue mich auch, dass Sie wieder gesund zurück gekehrt sind.
Ich teile auch ( zumindest sehr oft ) Ihre Einschätzung und Beurteilung der diversen Themen .
Eines dürfte Ihnen jedoch ( vielleicht krankheitsbedingt ?!) entgangen sein :
Im Blog wurde in den letzten Wochen heftig über Stil und Ausdruck der Kommentare diskutiert . Anlass war der Blogger “geotraunkirchen ” . Die Reaktion Ihrer Kollegin Babsy halte ich für völlig richtig und die Sperre des Bloggers für legitim.
Babsy hat dies im Großen und Ganzen damit begründet ,dass Anschuldigungen die dann teilweise in Beschimpfungen abgleiten sich nicht auf Personen persönlich beziehen dürfen sondern auf die Sache !
Sie hat dies auch ausführlich erklärt.
Wenn Sie den ( inzwischen bereits gewählten ) BM Mag. Krapf vorweg als
“Leerbub “,”Viertelzeitbürgermeister “,”Köppls Pudel” bezeichnen dann entspricht dies aber in keinster Weise den Anforderungen an den Stil dieses Bloggs ,den Ihre Kollegin zurecht einfordert !!!
Noch dazu haben Sie schlecht recherchiert !
Da Mag. Krapf sich vom Schuldienst karenzieren ließ , steht er seinem Amt und der Stadt sehr wohl hauptberuflich zur Verfügung .
Außerdem ist es unseriös , wenn Sie jetzt bereits zu wissen glauben , wie die Amtsführung des neue Bürgermeistern ausfallen wird:

“der neue Bürgermeister wird nichts ändern können ”
” er ist unerfahren ”
“der neue Mann hat keine Ahnung ”
“keine Ahnung von Budget, Budgetpolitik ,Organisation , ect ”

Diese Aussagen können von Ihnen mit keinerlei konkreten Tatsachen hinterlegt werden.
Sie sprechen einem 42 jährigen Akademiker ,der seit 5 Jahre Gemeindemandatar ist und sich in verschiedensten Vereinen und kulturellen und sozialen Institutionen engagiert die Fähigkeit und Berechtigung ab die Stadt Gmunden zu führen ?!
Ich halte dies für ein äußerst vorschnelles und damit ungerechtes und unseriöses Urteil !
Ihre Kollegin Babsy wird Ihnen dies sicher erklären können !

Man kann meine Kritik durchaus für zu hart halten. Ich habe mich an das gehalten, was ich bisher gesehen habe. Das überzeugt mich nicht. Niemanden hier im Team.
Ich glaube nicht, dass ich überzogen oder gar gegen die eigenen Regeln verstossen habe. Das “Leerbub” bezog sich auf seine Antrittsrede. Die war formal ok, aber inhaltlich schwach. Eben leer. Ich weiss nicht, was der neue BM jetzt vor hat. So sollte es aber nach einer Antrittsrede sein. Er ist eben (noch?) nicht Profi genug. Ich habe ja nicht vor mich hin geschimpft. Ich habe begründet und argumentiert. Man kann meine Arumente für falsch halten. Aber sie liegen offen am Tisch.
Ich spreche ihm nicht die Befähigung ab. Ich habe nur grosse Skepsis, dass er jetzt schon so weit ist. In unseren Hintergrundgesprächen haben uns Vertreter aller Parteien gesagt, er sei bisher unauffällig gewesen. Habe sich in den Vereinen betätigt, aber kein besonderes Profil gezeigt. Man wisse nicht, wofür er stehe. Er sei politisch ein Leichtgewicht. Sagen alle, quer durch die Parteien. Politisch ist er unerfahren, das kann man doch nicht ernsthaft bezweifeln! Er war nicht einmal im Stadtrat. Erfahrung mit der Leitung grosser Apparate hat er nicht. Wir reden von der Gemeinde Gmunden mit mehr als 250 Bediensteten. Das ist ein ziemlich grosser Betrieb, der Managementfähigkeiten erfordert. Die lernt man nicht beim Unterrichten von Sprachen oder im Gmundner Vereinsleben. Da kann man ein noch so guter Lehrer sein. Ein sympathisches Wesen hilft da auch nicht weiter.
Die schlechte Recherche weise ich zurück. Was “Karenzierung” in diesem Fall bedeuten soll, weiss ich nicht. Ich kenn mich nicht mehr aus. Krapf führt auf jeden Fall Maturaklassen (oder nur eine?) weiter. Das ist viel Arbeit. Sagen alle Lehrer. Die werden doch nicht schwindeln. Der neue Job erfordert aber volle Konzentration und Zeit. Wie geht das zusammen? Auch hier zeigt sich die mangelnde Erfahrung. Warum kommuniziert er nicht, wie er sich das praktisch vorstellt? Die Sorge bei vielen Leuten ist, dass der neue BM von der Fülle der Aufgaben überfordert ist. Die Gemeinde neu aufstellen, den Job lernen, die ÖVP erneuern, die Macht bestimmter Seilschaften brechen, einen Wahlkampf führen – das ist selbst für einen “alten” Hasen kein Spaziergang. Kein Privatbetrieb dieser Grösse würde über Nacht einen guten Sachbearbeiter zum Geschäftsführer machen. Einen Sachbearbeiter, der nie eine Abteilung geführt hat, der nie Führungsverantwortung gehabt hat. In der Politik geschieht das regelmässig. Entsprechend sind die Ergebnisse. Glauben Sie mir, ich wünsch mir wirklich, dass es klappt. Aber meine Skepsis überwiegt. Mit gutem Grund!
“Köppls Pudel” ist nun wirklich nicht so schlimm. Da habe ich nur einen Ausdruck übernommen, den man einst für den englischen Premierminister Blair verwendet hat. Der war “Bush’s puddle”. Mit einem britischen Regierungschef einen ironischen Namen zu teilen, ist doch locker verschmerzbar. Ich nehme diesen ironisch gemeinten Ausdruck gern zurück, wenn sich das Gegenteil erweisen sollte. Was ich übrigens hoffe. Aber sein bisheriges Verhalten im Gemeinderat rechtfertigt diese Bezeichnung.
Keine Sorge was Babsy betrifft. Die sieht das so wie ich. Im übrigen habe ich keine Prognose abgegeben, sondern Befürchtungen geäussert. Dass Krapf nicht in der Lage sein wird, strukturell in der ÖVP etwas zu ändern, das halte ich allerdings für eine ziemlich risikolose Prognose. Für das wahrscheinlichste Szenario. Auch hier gilt, dass ich mich gern eines Besseren belehren lasse.
Mir ist bewusst, dass Krapf sehr beliebt ist, weil er ein umgänglicher, freundlicher Mensch ist. Da tut Kritik manchen besonders weh. Aber das darf nicht blind machen für die Probleme. Im Politgeschäft ist er ein Anfänger, da ändert seine Tätigkeit in Vereinen nichts. Die Politik ist ein hartes Geschäft. Gemessen an dem, was Krapf in der Politik und in der ÖVP erwartet, war meine Kritik bestenfalls ein Mailüfterl. Ich möchte nicht im Intrigantenstadel der Gmundner ÖVP agieren müssen. Schon gar nicht jetzt nach den vielen Jahren der Köpplschen Alleinherrschaft. Dort müssen in Wahrheit die Rangordnungen neu ausgekämpft werden. Nicht vergnüglich für einen politisch ziemlich unerfahrenen Menschen.
Bruno Beinhart f. d. Team Gmundl


Unterstein KARLI
Gesendet am 28.11.2014 um 8:41 vormittags

Warum hat er auf die Wahl zum Bürgermeister als Gegenkandidat verzichtet???
Bei einer geheimen Abstimmung hätte er fast keine Stimmen bekommen weniger als seine Fraktion Stimmen hat.!!
War er nun gut oder schlecht der Gott sei dank gegangene Altbürgermeister?
Heuchlerrede halt! Volksmeinung ´schlechter Bürgermeister. Ein Abkassierer wie die Meisten!
Hoffen wir auf den Neuen und auf demokratische Werte. Wenn er für alle Bürger da ist wird alles besser werden.
Unterstein Karli


besorgter Noch-Gmundner
Gesendet am 28.11.2014 um 7:39 vormittags

Hoffentlich soll das Foto in den OÖN nicht für die Zukunft von Gmunden stehen.
Mit Mizelli und Ortner kommt unser neuer Bürgermeister vom Regen in die Traufe.

krapf_mizelli_co


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3 Antworten

  1. Sitzt nicht Herr Dr Löcker dank Köppls Gnaden auf einem Stadtratssitz?
    Ah, zw Mizelli und Krapf sitzt Herr Ortner? Viele Urgmundner wussten nicht, wer das ist, die hatten schon mit Zuordnung von SR Mizelli Schwierigkeiten. Ich konnte denen nur bei Fr Mizelli weiterhelfen.

    Unseres Wissens ist Herr Löcker nicht Stadtrat, da seine Liste mit nur einem Mandat keinen Anspruch darauf hat.
    Bruno Beinhart f. d. TG

  2. Leichter u. sorgloser Umgang mit der Politik

    In einem Jahr kann viel passieren. Ein Programm hätte natürlich vor der GR Sitzung dem Gemeinderat in einem Hearing präsentiert werden müssen. Ich bleibe dabei: ein Unternehmer beschäftigt ja auch nicht einen Angestellten ohne mit ihm vorher ein ausführliches Gespräch geführt zu haben. Aber in der Politik geht man halt sehr sorglos um, die Politiker tragen ja null Verantwortung, wenn wieder etwas schief geht. Diese ganzen Bemerkungen wie „netter Typ“, man soll einfach Vertrauen haben, “ etc. haben in der Politik nichts verloren. Hier zählen einfach Fakten u. die sind alles andere als ermutigend.

    Dr. Mizelli war ja schliesslich auch in de GR Sitzung. Welche Funktion hatte er dort? Ich hatte den Eindruck, dass er die Stimmung auslotete, denn es drohen angeblich schon wieder Pseudo-Investoren wie eine Fata Morgana am Horizont aufzutauchen um nach dem Filet-Grundstück Seebahnhof-Areal ihre Fangarme auszustrecken.

    Die Grünen sollten jetzt nicht leichtsinnig u. gutgläubig (sie sind ja Gutmenschen, Ist aber kein Kriterium für die Politik) . werden ,nachdem sie zusammen mit H. Löcker den neuen Bürgermeister sofort umarmt haben. Er wäre auch ohne die Umarmung von Grünen u. Löcker mit der Mehrheit der ÖVP zum Bürgermeister gekürt worden.

    Die Probleme der Stadt, und die sind enorm, sind trotzdem existent. Die Wachsamkeit der anderen Parteien müßte sogar noch erhöht werden, denn mit einem lieben umgänglichen Bürgermeister verliert man schnell die politische Übersicht u. handelt – leider – sehr nach persönlichem Befinden. Persönliche Einflüsse dürfen aber in der Politik keine Rolle spielen. Ich will keine lieben netten Stadtpolitiker sondern sachlich kompetente Politiker. Die muss man leider mit der Lupe suchen.

  3. Lieber Bruno Beinhart !
    Ich werde die Diskussion über den von Ihnen offenbar geänderten Stil des Bloggs nicht endlos hinaus ziehen !
    Eine Bemerkung erlaube ich mir jedoch schon :
    Auf meinen Einwand ,dass Ihre Kollegin Babsy einen Blogger gesperrt hat ,da er deftige Ausdrücke gegen Personen verwendet hat und sich diese nicht auf die Handlungen derselben bezogen haben wurde von Ihnen behauptet , dass sich Ihre Bezeichnung des Mag. Krapf als „Leerbub“, „Pudel “ ect . auf seine Antrittsrede und nicht auf seine Person bezog .
    Wenn dies so wäre , müssten Sie aber über hellseherische Fähigkeiten verfügen !

    Mag. Krapf hat seine Rede nämlich mindestens einen Tag nach Verfassen und Veröffentlichung Ihres Beitrags im Blogg gehalten !!!!!

    Es wäre daher vielleicht doch zweckmäßig , wenn Sie sich diesbezüglich mit Kollegin Babsy Blitzschnell verständigen ,was diese mit Ihren Vorgaben für die Teilnehmer des Bloggs gemeint hat !?
    Vielleicht genügt es jedoch auch , wenn Sie mit sich selbst eine redaktionsinterne Diskussion zur Klarstellung dieses Themas führen ?

    Wir haben da halt verschiedene Ansichten. Ist in Ordnung. In dieser Frage werden wir einander wechselseitig wohl nicht überzeugen können. Ich sage: die Zukunft wird zeigen, ob die Skeptiker recht hatten oder nicht. Ich wünsch mir nicht, hier recht zu behalten. Weil das nicht gut wäre für die Menschen, die hier leben. Ich hoffe, die formulierte Skepsis erweist sich als „not self-fulfilling prophecy“.
    Es stimmt, mein Kommentar war vor der Rede geschrieben. Aber ich hatte aufgrund unserer Einschätzung eine bestimmte Vorstellung, was zu erwarten ist. Als ich das schrieb, ging ich von einer schwachen Rede aus, ohne sie bereits zu kennen. Hätte schief gehen können. Aber meine Erwartung wurde leider erfüllt. Ich gebe ehrlich zu, schwer zu erraten war es jedoch nicht. Politikerreden im allgemeinen neigen zu Platitüden. Soll es sogar in der Bundespolitik geben. Dass von dieser Rede nichts zu erwarten war, lag doch auf der Hand. Die Zeit war zu kurz. Die Lage in der ÖVP ist ungeklärt. Wenn jemand nicht einmal in Hintergrundgespächen den anderen Fraktionen inhaltlich etwas mitteilt, dann ist keine grosse Antrittsrede zu erwarten. Das hat nichts mit Hellseherei zu tun, sondern mit politischem Einschätzungsvermögen. Ich hätte Ihnen auch vorhersagen können, was der Faymann am SP-Parteitag sagen wird.
    Grundsätzlich bleibe ich dabei: das war keine Attacke auf den Menschen, sondern auf einen Funktionsträger. Trotzdem danke für die Diskussion. Es ist gut, sich selbst immer wieder die Frage der Angemessenheit zu stellen. Keine Sorge, wir sind da sehr achtsam. In diesem Fall haben wir eben unterschiedliche Ansichten.
    Wir haben viele Mails direkt bekommen. Die waren alle positiv. Hier im Blog gab es drei ablehnende Poster. Sie sehen also, die Meinungen sind geteilt. Allen werden wir es nicht recht machen können. Wichtig ist, dass wir die Diskussion zulassen und ermöglichen.
    Bruno Beinhart f. d. Team Gmundl

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