Bim Bammel & Fracksausen

Heute:
Babsy Blitzschnell über subventionierte Monopole
Gastkommentar Hans Heidinger zur Mathematik der RegioTram

Liebe Leserleins!

Obwohl angeblich alles schon vertraglich unter Dach und Fach ist, haben die Verantwortlichen das grosse Fracksausen, einen echten Bammel davor, dass das RegioTram-Projekt doch noch am Widerstand der Bürgerleins scheitern könnte. Darum jetzt auch die Entscheidung, die ganze Innenstadt gleichzeitig umzubuddeln und nicht nur zuerst die Brücke zu erneuern.

Bemerkenswerterweise hat die PRESSE vom Sonntag einen Artikel veröffentlich, der extrem positiv über Strassenbahnen berichtet. Was im Prinzip ja auch in Ordnung ist. Dort wird die Strassenbahn als Verkehrsmittel der Zukunft gepriesen – allerdings mit einer klaren Einschränkung: in grossen Städten und Ballungsräumen. Wenn also die BIM-Befürworter dauernd davon sprechen, dass weltweit die Strassenbahn wieder „im Kommen“ ist, dann ist das ein demagogisches, die Wahrheit verdrehendes Argument. Ja, die Bim ist gross im Kommen, wie gesagt und in der PRESSE richtig geschrieben: in Ballungsräumen und Grossstädten.

Ein besonders interessantes Argument für die Diskussion hierorts ist diese Passage im PRESSE-Artikel:
„Längst wissen auch die Verkehrsökonomen, dass eine Strassenbahnlinie ab etwa 4.000 Fahrgästen pro Werktag wirtschaftlicher ist als eine Buslinie.“
Liebe Leute, bitte nochmals lesen und auf der Zunge zergehen lassen: die Bim ist dem Bus erst ab 4.000 Fahrgästen pro WERKtag wirtschaftlich überlegen. Selbst die Befürworter argumentieren mit bloss ca. 22 % dieses Betrages (zw. Bahnhof Gmunden und FJ-Platz) bzw. ca. 19 % (Klosterplatz – Vorchdorf). Die Realzählungen der Bürgerleins ergaben nochmals deutlich weniger: ca. 6,5 % (in Gmunden) bzw. ca. 9,5 % am Vorchdorfer Ast der Bahn.

All das dafür, dass die Neumanns bzw. Stern & Hafferl ihr fragwürdiges Geschäftskonzept durchziehen können: Einstreifen öffentlicher Gelder zwecks Schaffung von Privatvermögen unter Ausschaltung des Unternehmerrisikos plus Aufbau eines regionalen Verkehrsmonopols, dem die Politik dann auch langfristig nurmehr schwer die Finanzierung in Form von Subventionen verweigern wird können. Hier werden öffentliche Gelder in Richtung privater Taschen umgelenkt. Das sollte auch Grünen und Roten zu denken geben. Dass die Schwarzen das gutheissen, entspricht der Tatsache, dass die ÖVP mit diesen Leuten eng verwoben ist. Böser gesagt: die ÖVP ist eine Zweigstelle zur Durchsetzung solcher Privatinteressen.

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


 

Die Mathematik der RegioTram

Ein Gastkommentar von Hans Heidinger

Kurze Frage: Um welche Art von Veranstaltung handelt es sich bei der „Informations“veranstaltung zur Regio am Dienstag in der WKO?

Ist es wieder eine dieser “Informationsveranstaltungen” in deren Verlauf dem “B(W)ahnsinn” kritisch gegenüber stehenden Diskutanten das Wort entzogen wird und sie lautstark als Verhinderer bezeichnet und “niedergemacht” werden, wo Argumenten gegen einen Zug durch Gmunden mit Platitüden, falschen Zahlen und anderen Unwahrheiten begegnet werden?

Oder handelt es sich um eine Veranstaltung, in deren Verlauf endlich einmal erklärt wird:

– Warum man noch immer mit täglich 890 Fahrten auf der Strecke Franz Josefs-Platz – Bahnhof und retour argumentiert, obwohl es tatsächlich bei 76 Fahrten täglich nur 260 Fahrgäste sind?

– Warum man noch immer mit täglich 770 Fahrgästen auf der Vorchdorferbahn argumentiert, wo doch vom Seebahnhof abfahrend und ankommend zusammen doch nur tatsächlich 377 Fahrgäste zu verzeichnen waren?

– Warum man vergißt, zu erwähnen, dass von diesen gezählten 377 Fahrgästen 250(!) Schüler waren? Und dass von diesen 250 Schülern 126 Schüler aus der Traundorfschule waren?

– Warum ein Zug mit rechnerischen 186 Plätzen vorgesehen ist, obwohl auf Grund der obigen Zahlen eigentlich ein Kleinbus vollkommen genügen würde?

– Warum der “Mobilitätsstadtrat” in einem OÖ Nachrichten Interview feststellen kann, dass es ” auch ohne Durchbindung der Vorchdorferbahn” gehen würde, aber dann dieser “B(W)ahnsinn” voll durchgezogen wird?


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Eine Antwort

  1. „Ich freue mich, dass es diesem Unglücksnest endlich gelingt, Weltstadt zu werden. Nur ein paar Kleinigkeiten sind noch zu erledigen: Vergiften Sie alle jebildeten Berliner, und zaubern Sie eine wenigstens erträgliche Umgebung dorthin, und bauen Sie das ganze Nest von oben bis unten um, dann kann vielleicht noch was Anständiges daraus werden.“
    Brief von Friedrich Engels an Minna Kautsky im Jahr 1885.
    Ich fürchte, das gilt sinngemäß auch für Gmunden – 130 Jahre nachdem dieser Brief geschrieben worden ist.

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