Bilderbuch zur Tram-Diskussion

Liebe Leserleins!

Wir wollen heute vor allem ein paar Bilder mit sparsamer Kommentierung veröffentlichen. Ganz im Sinne der heutigen Diskussion in der Gmundner WKO.

Gerne wird als Beispiel der Tram in Montepellier (Languedoc/Frankreich) herangezogen. Auch in der Zeitung der Grünen (Brennessel) wurde ein etwas verfälschtes Bild der dortigen Situation gebracht (aufgenommen mit Tele, damit wird eine Enge à la Gmundner Rathausplatz suggeriert, was halt leider den örtlichen Verhältnissen in Montepellier widerspricht – siehe unsere Bilder).

Grundsätzlich lassen sich Montepellier und Gmunden nämlich nicht besonders gut vergleichen. Wobei es zwei Ähnlichkeiten tatsächlich gibt: Lage am Meer bzw. See, etwa gleiche Größe der Stadt (M: 58 km2, G: 64 km2). Dann hat es sich aber schon mit den Ähnlichkeiten. In Montepellier wohnen auf einer Fläche, die kleiner ist als Gmunden rund 270.000 Einwohner, nimmt man die Vorstädte dazu kommt man gar auf 400.000. Pro km2 wird das eigentliche Stadtgebiet von 4.720 Personen bewohnt. Sowas nennt man Ballungsraum.
Gmunden dagegen wird auf grösserer Fläche von 13.000 Leuten bewohnt (=4,8 % von Montepellier), pro km2 werden also glatt 205 Personen zusammengepfercht. Sowas nennt man jedenfalls nicht „Ballungsraum“. Und ein solcher ist eigentlich Voraussetzung für den Einsatz einer Strassenbahn. Wie wir schon gestern berichtet haben: ab 4.000 Fahrgästen pro Werktag ist eine Strassenbahn ökonomisch und ökologisch günstiger als ein Bus.

Hier nun ein paar Bilder aus Montepellier. Unsere Leserleins, die vielleicht noch niemals dort waren, können sich als selbst aus den Bildern ein Bild machen. Wir finden: Montepellier hat alle Voraussetzungen, die für eine Strassenbahn nötig sind. Und genau die fehlen in Gmunden. Hier geht es nur um die Geschäftsinteressen einer Familie, die auch fest in der ÖVP verankert ist und deren Verkehrsgeschäfte darauf beruhen, ohne jedes Unternehmerrisiko die Steuerzahler zur Kasse zu bitten, aus Steuergeldern Privateigentum zu machen. So stellt man sich „Bürgertum“ vor. Lachhaft.

Hier etwa ein schöner Vergleich im Hinblick auf die Durchfahrtsbreite in der Theatergasse bzw. Kammerhofgasse:

Tram_de_Montpellier_01

 

Man kännte meinen, es gehe in Montepellier am La Place de la comédie ebenso eng zu wie am Gmundner Rathausplatz, man muss nur eine entsprechende Perspektive und eine entsprechende Objektivbrennweite wählen:

Tram_de_Montpellier_02

 

Eine Panorama-Aufnahme von erhöhtem Standpunkt mit Weitwinkel zeigt da ein ganz anderes Bild – alles ist luftig und locker, ein grosser, offener Platz mit viel Luft, auf dem die Bim kaum auffällt. Die vergleichsweise enorme Enge des Gmundner Rathausplatzes ist augenscheinlich.

Tram_de_Montpellier_03

 

Auch hier erkennt man sowohl die grosszügigere Platzgestaltung auf den Plätzen in Montepellier als auch die völlig anderes Ortstopographie:

Tram_de_Montpellier_04

 

Hier nochmals der Place de la comédie (wie ihn etwa auch die Grünen in ihrer Zeitschrift abgebildet haben) als „enger“ Platz wie in Gmunden:

Tram_de_Montpellier_06

 

Und hier die tatsächlichen Platzverhältnisse:

Tram_de_Montpellier_05

 

Ein spezielles Kapitel in Gmunden ist die Gestaltung der Stationen. Sowohl der See“bahnhof“ (eine bessere Hundehütte) als auch der Klosterplatz sind architektonische Schandflecken, die nur mit dem mangelnden Geschmack der Gmundner Verantwortlichen (und ihrem mangelnden Wissen über Architektur und Architekturgeschichte) erklärbar sind.
Die Stationsgestaltungen von Montepellier sind jedenfalls in den französischen Guide architecture (archiGUIDE) als beispielhaft aufgenommen worden. Da besteht aus heutiger Sicht in Gmunden keine Gefahr, in einem Architekturführer zu landen – ausser im Anhang Z: „Abschreckende Beispiele“.

Tram_de_Montpellier_07

Tram_de_Montpellier_07a

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Man beachte die luftige, lockere Gestaltung. Man Vergleiche nur die Station „Rives du Lez“ mit dem Kobel, der sich See-Bahnhof nennt:

Tram_de_Montpellier_09

Und heute bitte viele Fragen stellen, gell! Ich brauch nach Durchsicht der Bilder jedenfalls einen Pastis de Marseilles. Ricard, Duval oder gar den von Henri Bardouin, das ist hier die Frage! (Äh, letzter, der von Bardouin, ist mein Favorit – aber immer gut verdünnen: ein Teil Pastis, zehn Teile Wasser!). Ich glaub, ich muss mich ein paar Tage verzupfen. Raten Sie mal, wohin!
Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl

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