Déjà-vu: Ein Hotelbau

Liebe Leserleins!

Es gibt Dinge, bei denen glaubt man, sie seien einzigartig. Etwa die Hotel-Diskussion in Gmunden. Denkste! Denn dann hat man ein Déjà-vu. Auch wenn die Geschichte sich nicht wiederholt, es gibt manchmal eine bemerkenswerte Duplizität der Ereignisse. Wow, jetzt ist Ihre Babsy ein wenig „geschwollen“ geworden im Ausdruck. Nachsicht! Aber es ist wirklich interessant, wie ähnlich manche Dinge ablaufen, wie ähnlich die angeblichen „Argumente“ von Befürwortern sind (bei allen Unterschieden, die es natürlich auch gibt). Das Déjà-vu: im Allgäu am Alpsee. Der grosse Unterschied: dort hat man die Bürgerleins befragt – sich allerdings eine blutige Nase geholt.
(Wir danken übrigens unserem Leserlein „Schwarzer Student“ für Recherche und Hinweis – was wären wir, ohne die tatkräftige Unterstützung vieler Bürgerleins!):

Dazu hier einmal ein Link zu einem Bericht des Bayrischen Rundfunks:

http://br.de/s/1XtiVJB

Und hier der dazugehörige Artikel des BR im Online-Portal:

Bürgerentscheid zu Hotelbau Immenstadt will kein Hotel am Alpsee

Die einen preisen es als Chance für Region, die anderen als Schandfleck für den Alpsee, das geplante „Natur & Aktiv-Hotel“ in Immenstadt. Bei einem Bürgerentscheid haben die Gegner des Projekts eine deutliche Mehrheit erzielt.

Die Tendenz war schnell klar. Schon nach der Auszählung der ersten beiden Wahlbezirke deutete sich ein Nein der Immenstädter an. Die überwiegende Mehrheit der Immenstädter votierte gegen das Hotel, das Stadt und Region einen Aufschwung bescheren sollte – und die Mehrheiten wechselten im Verlauf des Abends auch nicht mehr. Am Ende stimmten 2.715 Wähler (61,12%) gegen das geplante „Natur & Aktiv-Hotel“, nur 1.727 Wähler (38,88%) dafür. Da das notwendige Quorum erreicht wurde, ist das Ergebnis der Abstimmung bindend. Der Stadtrat muss sich also an die Entscheidung halten.

Freude und Enttäuschung in Immenstadt

Die Vertreter der „Initiative zum Erhalt der Alpseelandschaft“ waren mit dem Ergebnis der Abstimmung mehr als zufrieden. „Das ist natürlich eine Freude und eine Erleichterung nach dem vielen Ärger, nach der vielen Arbeit, die wir gehabt haben“, sagt Rolf Grebenstein, Sprecher der Initative. Für ihn bedeutet das Abstimmungsergebnis, „dass diese Landschaft, dieses Stück Heimat erhalten wird“.

Trotzdem will sich die Bürgerinitiative künftig dafür einsetzen, die Tourismusentwicklung in Bühl mit voranzutreiben. Armin Schaupp, Befürworter des Hotelprojekts und Bürgermeister der Stadt Immenstadt, war dagegen sichtlich enttäuscht: „Der Stadtrat wird die Entscheidung akzeptieren und sich mit den Konsequenzen beschäftigen müssen.“

Für den Bürgermeister wäre das neue Hotel eine Chance gewesen, die Wirtschaftskraft Immenstadts zu stärken. Dieses Feld könne „jetzt nicht beackert werden“. Auf der Wiese am Großen Alpsee werde es aufgrund des Bürgerentscheids über einen langen Zeitraum hin keine Hotelentwicklung geben, so Schaupp. „Unser Potenzial im touristischen Bereich können wir so jetzt nicht ausschöpfen.“

Monatelanger Streit um 200-Betten-Hotel

Monatelang wurde im Oberallgäu über den geplanten Hotelbau gestritten. Die Gegner des Projekts glaubten, dass sich ein großes 200-Betten-Hotel in Immenstadt nicht würde halten können, weil die Konkurrenz an anderen Orten viel zu groß sei.

Sie fürchteten außerdem, dass aus den Hotel-Apartments über kurz oder lang Zweitwohnungen mit Seeblick für Wohlhabende geworden wären, die die meiste Zeit des Jahres leergestanden hätten. Außerdem argumentieren die Hotelgegner, dass der Hotelbau das Alpseeufer verschandelt hätte. Die Zufahrtstraße hätte, so das Argument, zudem wertvolle landwirtschaftliche Flächen zerstört.

Stadt will Urlauber an den Alpsee locken

Die Stadt sah in dem „Natur & Aktiv-Hotel“ dagegen die Chance, einen touristischen Magneten zu schaffen – und die Möglichkeit, nicht nur Tagesausflügler an den Alpsee zu holen. Laut Stadt bringen vor allem Urlauber, die länger bleiben, dringend notwendiges Geld. Bürgermeister Armin Schaupp erhoffte sich Einnahmen von ungefähr 80.000 Euro pro Jahr. Dieses Geld hätte die notorisch klamme Stadt auch gut gebrauchen können.

Fünf Satteldachhäuser am Seeufer geplant

Die Investoren wollten ab Frühjahr 2015 fünf Satteldachhäuser am Ufer des Sees bauen. Die Straße zum Hotel hätte über eine Wiese von Landwirt Michael Bächter geführt. Die hätte er zwar für rund eine Viertel Million Euro als Bauland verkaufen können, doch Bächter sagt, sie sei eine seiner besten Weideflächen, die er für seinen Milchviehbetrieb unbedingt behalten wollte.

Baugenehmigung ausschließlich für Hotelanlage

Bürgermeister Schaupp hatte im Vorfeld des Entscheids betont, die Baugenehmigung solle 20 Jahre lang ausschließlich für ein Hotel gültig sein. Kapitalanleger hätten die 50 einzelnen Appartements unter dieser Bedingung zwar kaufen können, um das Projekt zu finanzieren, nicht aber auf Dauer selbst darin wohnen können. Ein Nutzungsrecht von lediglich acht Wochen im Jahr sollte ihnen zugestanden werden. Dennoch: Bürgermeister und Stadtrat konnten die Immenstädter mit ihrer Argumentation nicht überzeugen.


 

Man sieht: die Ängste der Bürgerleins sind überall sehr ähnlich – und die „Ideen“ der Machthaberer gleichen sich wie ein Ei dem anderen. Hier in Gmunden kam natürlich noch als Besonderheit dazu, dass eine die Politik beherrschende Firmengruppe mit null Geld in der Kassa den „Investor“ mimte und dabei auch noch ähnlich finanziell potente „Investoren“ namhaft machte. Aber das sind dann schon die Gmundner Spezialgeschichten, wie man sie jetzt auch bei der Regio erleben kann.

Eines wird die Politik (und jener Teil der „Wirtschaft“, der mit ihr eng verwoben ist) lernen müssen: man kann den Bürgerleins nicht mehr jedes Projekt aufs Aug drücken, wie dumm, teuer, sinnlos oder sonstwas immer es sei. Mehr noch: jedes Projekt, das heute angeleiert wird, hat sofort den Schuldverdacht gegen sich. Das Vertrauen der Bürgerleins ist grundlegend zerstört worden. Kein Wunder, wenn man sieht, wie hier sowohl rund um das Lacus Infelix als auch in Sachen Regio agiert worden ist: Halbwahrheiten, Unwahrheiten, Täuschen & Tarnen, die Bürgerleins blöd sterben lassen …

Liebe Leute, all das funktioniert nicht mehr. Klar, damit wird es schwierig und immer schwieriger, Projekte von allgemeinem Interesse durchzusetzen. Da kommt es eben darauf an, die Bürgerleins richtig zu informieren, die richtigen Projekte zu machen – solche die erklärbar sind, deren Sinnhaftigkeit man greifen kann. Aber die Leute mit Marketing-Schmähs und inhaltsleerer Propaganda zu überzeugen, das gelingt nicht mehr. Zum Glück!

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


Postings.

Arthur Kammerhofer
Gesendet am 27.02.2015 um 9:04 nachmittags

die Facebookseite “Ja zur Straßenbahn in Gmunden” hat mehr likes als jene der Gegenseite und das obwohl sie erst weniger als einer Woche besteht. Der Vergleich von der Unterschriftenliste die jetzt schon etliche monate läuft mit einer so jungen Facebookseite hinkt!

Hinken ist relativ, gell!
Die Zugfrei-Befürworter haben intensiv persönlich gesammelt und weniger Wert auf die Facebook-likes gelegt. Die Pro-Regio-Leute sammeln dafür ausschliesslich auf Facebook. Durchaus vergleichbar, noch dazu, wie ich anmerkte, da das Sammeln im Internet leichter ist. Angesichts der vielen Macht, die in Händen der Regio-Macher liegt, und angesichts der vergleichsweisen Machtlosigkeit der Pro-Zugfrei-Leute ist es schon erstaunlich, wie wenig die Pro-Regio-Leute bisher aufgestellt haben.
Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


mart
Gesendet am 27.02.2015 um 2:30 nachmittags

wo sind die restlichen 3625 likes auf der Straßenbahnverhindererseite, damit man auf 4000 unterschriften kommt?
wenn schon verglichen wird….

Nicht kapiert, gell? Die Pro-Zugfrei-Menschen sammeln Unterschriften persönlich und nicht über Facebook. Das ist sogar wesentlich mühsamer – trotzdem waren die Pro-Zugfrei-Leute bisher erfolgreicher.
Noch was: das sind keine Verhinderer, übrigens das übliche Propaganda-Wort, wenn man Andersmeinende diffamieren will, sondern das sind Menschen, die sich Sorgen machen. Wenn es denen gelingt, diesen Unfug zu verhindern, dann waren das ERMÖGLICHER.
Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


mart
Gesendet am 27.02.2015 um 2:29 nachmittags

das foto ist von einer bim der innsbrucker verkehrsbetriebe. von wegen manipulativ!

Danke für den Hinweis! Wir haben es auf der Facebook-Seite der Regio-Befürworter gefunden. Das ist ein Foto, das von den Regio-Befürwortern verwendet wird, nicht von uns, gell! Aber: wir wissen nicht, wo das Bild mit dem Ausschnitt vom Zug gemacht worden ist. Denn die Innsbrucker Bahngarnituren sind im wesentlichen baugleich. Das andere Bild ist ja eindeutig vom Klosterplatz.
Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl

Hier zwei Bilder von der baugleichen Innsbrucker BIM:

straba_innsbr_02

straba_innsbr_01

 

Gmundner RegioZug (rechts):

bim_vergleich

 


AndyB
Gesendet am 27.02.2015 um 2:26 nachmittags

Die Gerüchteküche brodelt wieder ……..

Um die Attraktivität der RegioTram/Bahn/Zug/Ding zu erhöhen will man angeblich einen Schlafwagen und einen Speisewagen zusätzlich anhängen.

Angeblich streiten sich John und McD noch um die Bewirtung des Speisewagens.

Da werden sich die Kinderlein freuen.

Wie immer gilt die Unschuldsvermutung, denn man kann ja nicht alles glauben, was man so hört. Auf der anderen Seite hört man so viele Fakten, die man kaum glauben kann und will ……


 

 

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2 Antworten

  1. Auf der Facebook- Seite der Bürgerinitiative gibt es folgende Eintragung:
    Wiener Tramway – Spotter hat an Bürgerinitiative „für ein zugfreies Gmunden“s Chronik gepostet

    Wiener Tramway – Spotter
    28. Februar um 12:39
    Wir haben der Seite „Ja zur Straßenbahn in Gmunden“ zu mehr Likes verholfen! Wieso das?
    Ganz einfach: Die Straßenbahn ist das umweltfreundlichste und meiner Meinung nach innovativste Fortbewegungsmittel in Ballungsräumen. Eine Stadt, die umweltfreundliche Verkehrsmittel verbannt und den Autoverkehr bevorzugt, ist eine Stadt die nicht mit der Zeit mitgeht.
    Hoffentlich geht Gmunden den richtigen Weg und baut das Straßenbahnnetz aus. Eine Stadt mit einer Straßenbahn ist reizvoller als eine Stadt MIT ÜBERFÜLLTEN STRASSEN UND ABGASEN IN DER LUFT!!!!!!!

    Schön, da steht einiges drinnen: Zuerst einmal, woher soviele Eintragungen der Befürworter kommen. Eben. Und was LIKES Wert sind. „Die Straßenbahn ist das umweltfreundlichste Fortbewegungsmittel in BALLUNGSRÄUMEN.“ – Gmunden, Baumgarten, Gschwandt, Kirchham, Vorchdorf? Gmunden wird der Zeit voraus sein, wenn die innovativsten, umweltfreundlichen und für die KLEINSTADT angepassten E-Hybrid-Busse eingesetzt werden. Mit diesen E-Hybrid-Bussen und Einschränkungen des Individualverkehrs gibt es dann die erwünschte Belebung der Innenstadt und eine Reduktion der Abgase. Zu einem Bruchteil der Kosten.

    Den Ballungsraum Gmunden gibt es natürlich, gell! Hier ballen sich mitunter Dummheit, Vergeudung, Grossmannssucht und andere nette Erscheinung ziemlich stark. Dazu noch das Kompetenzzentrum „Korruption“ (Unschuldsvermutung gegenüber allen, die sich betroffen fühlen!) – ja, da kann man wirklich von einem Ballungsraum sprechen. Ob diese Art Ballungsraum allerdings it einer Strassenbahn erschliessbar ist …???
    Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmund
    l

  2. Weder im Oö. Bürgerrechtegesetz noch in der Oö. Gemeindeordnung http://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=LrOO&Gesetzesnummer=10000288 finde ich irgend einen Paragraphen, wonach facebook-likes ein Ausdruck des Bürgerwillens wären…
    Der Gesetzgeber wird schon einen Grund haben, warum er virtuelle Beifallsbekundungen nicht anerkennt!

    Genau so ist es!
    Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl

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