Zahlen- und Verwirrspiele

Heute:
Gastkommentar zu innenstaedter
von peipino

Liebe Leserleins!

Wir haben uns in den letzten Tagen mehrmals mit der Magie der Zahlen und ihrer Manipulation befasst. Auch heute geht es um Zahlen (Hauptwort) und zahlen (Zeitwort).

Denn wieder einmal haben sich Zahlen, in diesem Fall bilanzierte und geprüfte Zahlen, bei der Hypo Alpe Adria als Schall und Rauch erwiesen. Bei der Erklärung, dass man bisher nach dem Fortführungsprinzip bewertet hätte (man nimmt an, der Betrieb würde weitergeführt, man schreibt also die Buchwert ohne Korrektur fort), jetzt aber, das es eine Abbaubank (=Bad Bank) ist, müsse man nach Liquidationswerten bewerten (also schauen, wieviel Geld bekommt man wirklich für die angeblichen Vermögenswerte).

Unser Steuer- und Bilanzexperte (der mir bei der Erläuterung half) hat zuerst herzlich und dann ziemlich unherzlich gelacht. Denn seiner Ansicht nach sei es seit langem klar gewesen, dass der Betrieb liquidiert wird. Das ist das Wesen einer Abbau-Bank (die keine Bank mehr ist). Offensichtlich wollte man schon vor den letzten NR-Wahlen nicht mit den wirklichen Zahlen herausrücken. Es war ja erklärte Absicht (und von der EU so vorgeschrieben), dass die Hype Alpe liquidiert werden muss. Also hätte man längst die Liquidationswerte bilanzieren müssen – nicht irgend welche „uralten“ Buchwerte. Also wurden wir wieder einmal – von wem und in wessen Auftrag immer – belogen.

Aber als ob das nicht reichen würde, kommt es noch dreister. Durch den Zahlungsstopp der Bad-Bank werden, so sagen fast alle Experten, die Haftungen im Rahmen der Landeshypotheken-Anstalten schlagend. Im Prinzip funktioniert das so, dass es eine „Pfandbriefstelle“ gibt, über welche die Landeshypos ihre Wertpapiere in Umlauf bringen. Die jeweiligen Landeshypos haften gegenseitig für alle Verbindlichkeiten. Dadurch kommt es nun dazu, dass die Landeshypos je nach Anteil an der Pfandbriefstelle für die 1,2 Milliarden Euro Pfandbriefe der Kärtner haften. Da die Landeshypos nicht genug Kapitalausstattung dafür haben, müssen nun die Länder und in zwei Fällen die RAIKA die Haftung übernehmen. So weit, so schlecht.

Nun setzen sich aber die Landeshauptleute zusammen und fordern, dass die Republik als Eigentümer der Bad Bank (man erinnere sich: es wurde NOTverstaatlicht!), einen Teil dieser Kosten übernimmt.

Liebe Leute! Lasst euch von diesem Manöver nicht verwirren: am Ende zahlen es immer die Steuerzahlerleins. Denen kann es völlig egal sein, ob ihr Geld vom Land oder vom Bund auf diese Art verbrannt wird. Da geht es nur darum, dass die Landeshäuptlinge weiterhin ihre Geld-Vergeudungsorgien möglichst ungeschmälert abfeiern können. Man verarscht uns! Der heftige Kampf der Landesgranden gegen ihre Haftungskosten ist eine Spiegelfechterei. Für uns Steuerzahlerleins wird es um keinen Cent billiger. Ich wage sogar zu schreiben: je weniger die Bundesländer pecken müssen, umso mehr Geld bleibt ihnen für ihre Verschwendung. Wenn ihnen vom Bund möglichst viel an Steuergeldern wieder weggenommen wird, haben sie es viel schwerer, ihre vielen Wahnsinnsprojekte (Regio!!!), von denen wir Bürgerleins nichtgs haben, zu finanzieren.

Wie immer die Schlacht ums Haftungsgeld ausgeht: wir Bürgerleins und Steuerzahlerleins sind am Ende die Deppen, die das alles berappen dürfen, gell! Im Falle Oberösterreich geht es um derzeit ca. 150 Millionen. Auch kein Pappenstiel. Aber wie gesagt: wir brennen in jedem Fall!

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


 

Täuschung der Bürger!

Ein Gastkommentar von peipino
zum Kommentar von innerstaedter

Ich schau in die OÖN auch nur mehr übers Internet rein, kaufen tu ich sie nicht mehr, nach jahrelangem Abo!

Aber zum eigentlichen Thema :

Es hat von Anfang an nichts für dieses schwachsinnige Projekt gesprochen, außer das Interesse eines privaten Unternehmens. Dem ich diese Interessen nicht verüble. Verübeln tue ich der Politik, dass sie in einer derart wirtschaftlich schwierigen Zeit so etwas fördert!
Im besonderen Politikern wie dem “Zug Wolferl” Sageder sind deren Argumentation zu verübeln. Es handelt sich um geradezu mutwillige Täuschung der Bürger, wenn er uns weismachen will, dass die geplante “Begegnungszone” in der Theatergasse/Zugdurchfahrt die ideale Lösung für alle (natürlich vorhandenen) Verkehrsprobleme in Gmunden wäre.
Die von ihm dargestellte “Gleichberechtigung” aller Verkehrsteilnehmer, kann in der Praxis nicht einmal ansatzweise funktionieren. Wenn PKW-LKW-Bus Radfahrer, Fußgänger ect. diese gleichberechtigt benutzen sollen, kann ich mir das Chaos schon richtig vorstellen.
Wenn die Mutter mit Kinderwagen “entspannt” auf der dann optisch einheitlich errichteten Verkehrsfläche dahin spaziert, wird sie völlig “locker” auf den hinter ihr “anrumpelnden” Zug reagieren!?
Wenn dann (laut “Zug Wolferl” nicht möglich!?) doch ein Unfall passiert, wird man dann die Verletzten zu einer “Sammelstelle” (der Kirchenplatz wäre dazu ganz gut geeignet!) tragen? Im Stau wird die Rettung nämlich nicht mehr durch kommen, und dass der Zug von den Schienen weg ausweichen kann, werden uns die “Experten” doch nicht weismachen wollen.
Völlig unverständlich ist mir das Verhalten einiger unmittelbar betroffenen Geschäftsleute. Wenn das Ergebnis der “Klausur” mit den Gemeindevertretern nur jenes ist, dass die Zugänge zu den Geschäften immer möglich sind, dann würde ich an deren Stelle nicht entspannt die Entwicklung abwarten.
Ich bezweifle schon, ob nach Inbetriebnahme dieses Schwachsinns noch irgend jemand nach Gmunden zum Einkaufen oder sonstigem Besuch kommt.
Ich möchte nicht auf einem Bahndamm Marke Attnang-Puchheim spazieren gehen! Und viel anders siehts dann aber nicht aus. In einer historischen Stadt, deren Stadtrecht älter als das Wiens ist!
Die einzige Hoffnung, dass diese zerstörerische Millionenverschwendung doch noch halbwegs glimpflich ausgeht, sind die Rechtsmittel, die dagegen eingebracht wurden. Nach meinen Informationen wird in diesen unter anderem damit argumentiert und auf eine Judikatur des Verwaltungsgerichtshofes verwiesen (an die dieser somit gebunden ist), dass erst ab einer täglichen Frequenz von 5000 Fahrgästen ein öffentliches Interesse für den Bau und damit die Zuständigkeit der eisenbahnrechtlichen Bestimmungen (die für die positive Genehmigung des Projektes notwendig ist) gegeben ist.
Dass diese Zahl nicht einmal annähernd erreicht wird, ist so sicher wie nur irgendwas!!! Und dass die Zahlen, die dem Projekt zugrunde gelegt wurden, daher völlig aus der Luft gegriffen sind, ist jedem klar der sich ein paar mal den derzeitigen Zugsverkehr angeschaut hat. Nicht einmal bei einer extremen Vervielfachung desselben nach Fertigstellung, wird man auf nur annähernd die Zahlen kommen, die vom VwgH dafür gefordert sind.
Wenn man von dieser, bereits jetzt aus dem Istzustand zweifelsfrei ersichtlichen Situation ausgeht, muss man sich schon fragen, wie die Zahlen beim Einreichen des Projektes zustande gekommen sind?
Dass man sich derart irren kann, ist wenig plausibel. Hat man dann wissentlich falsche Zahlen dem Projekt zugrunde gelegt? Wenn dies der Fall ist, dann hätten alle damit befassten Behörden, die Gemeinde und das Land, dringenden Handlungsbedarf! Oder vielleicht gar die Staatsanwaltschaft???
Alle diese Themen würden für eine umfassende, journalistische Beschäftigung und Betätigung ausreichen. Und hätten den angenehmen Nebeneffekt, dass wir nicht mit solchen unsinnigen Artikeln belästigt werden, deren Tenor ist, dass es “völlig wurscht” ist, wie das (Steuer)Geld “ausgegeben” wird, Hauptsache bei uns und nicht in der Nachbargemeinde!
Diese Journalisten sollten sich bei der griechischen Regierungspresse bewerben! Dort sind sie besser aufgehoben als bei uns!!!


 

Nur eine kleine Anmerkung von Babsy zu diesem Kommentar:

Natürlich darf ein Privatunternehmen versuchen, auf diese Art risikolos Gewinne zu machen. Nur soll man dann auch dazu stehen und nicht so tun, als ob man ein Wohltäter an der Menschheit wäre. Denn natürlich ist es höchst problematisch, wenn ein Privatunternehmer alle Investitionen von der öffentlichen Hand bezahlt bekommt (also aus Steuergeldern ohne Eigenleistung Privateigentum macht). Das ganze ohne irgend ein Unternehmerrisiko – genau das wäre aber notwendig, denn wenn jemand mit seinem privaten Geld für die Risken eines womöglich sinnlosen Investments haften müsste, dann würde man sich sehr genau überlegen, ob man sowas wie die Regio-Durchbindung baut. Da gehe ich jede Wette ein: müsste Stern&Hafferl im Falle der Nichtereichung der prognostizierten Fahrgastzahlen die Suvbentionen zurückzahlen, dann gäbe es diese ganze Diskussion nicht, weil es kein Projekt gäbe!

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