Parken … und dann?

Heute:
Gastkommentar von Karl Kammerhofer
Gastkommentar von Luzifer

Liebe Leute!

Immerhin ist es dem Christian Dickinger gelungen, hier eine Debatte loszutreten. Sie geht weiter. Heute zwei Gastkommentare zum Thema.

Wie man hört, hat die Regierung gekreißt und ein Mäuslein geboren: eine Steuerreform. Jene Bürgerleins, die sich von dem, was bisher durchgesickert ist, verarscht fühlen, dürften zurecht dieses Gefühl haben. Sieht so aus, als ob es der Regierung gelungen wäre, ein Maximum an Verärgerung zu produzieren, statt allgemeine Zufriedenheit über ein paar Euronen mehr in der Tasche. Trügt die Bürgerleins das Gefühl, dass die Regierung ihnen mit einer Hand und mit grosser Geste ein paar Münzen rüberschiebt, während sie heimlich mit der anderen Hand schon in die Tasche greift, um dort ein paar Scheinchen zu grapschen? Wir werden sehen, wenn die Details da sind. Wir versuchen jedenfalls möglichst schnell einen fachkundigen Kommentar aufzutreiben, in dem uns erklärt wird, ob wir uns freuen, fürchten oder nur still lächelnd abwarten sollen.

Derweil spulen die Landeshauptleute ihr übliches Spiel ab – Vergeudung, Vergeudung, Vegeudung. Der Bund soll ihnen die Last der Haftungen aus der Hypo-Alpe-Pleite abnehmen. Liebe Leserleins! Wer es noch nicht gemerkt hat: die Landeshauptleute haben genau null Euronen eigener Steuern. Das zahlen alles die Bürgerleins, denen es egal sein kann, aus welcher Kasse es kommt – gefühllt wird sie immer von ihnen. Insofern ist es uns Bürgerleins egal, wenn das Land brennt oder der Bund. Aber einer Sache ist sich Ihre Babsy inzwischen sicher (dank der Gmundner Verschwundungs-, wollte schreiben Verschwendungsorgien): jeder Cent, den die Landeshauptleute bekommen, ist einer zuviel. Die Bundesländer sind eine völlig sinnlose Einrichtung zur spurlosen Beseitigung von Steuergeldern. Man kann sich als Oberösterreicher, Wiener, Kärntner, Steirer etc. auch dann fühlen, wenn es die Bundesländer nicht mehr gibt. Ich brauche jedenfalls keine Bundesländer.

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


 

Ja zum Gratisparken!

Ein freudiges Ja für das  kostenloses Parken in Gmunden
Gastkommentar von Karl Kammerhofer gerichtet an Ch. Dickinger

.…..auf der Traunbrücke und zwar vierspurig !

Postscriptum:
Die Mehrheit der Gmundnerinnen und Gmundner will, gemäß meiner Befragung im Herbst 2014, etwas anderes: Autos raus aus der Innenstadt und ohne Vergabe von Privilegien. Die Mehrheit der Wählerinnen und Wähler durchschauen dieses populistische Geschwätz mit Gratisparkplätzen in der Innenstadt. Gmunden geht unter mit den täglich 15.000 Fahrzeugen ( 10 bis 15 Tonnen CO2 täglich!), welche durch die Innenstadt stinken, brummen und rattern. Das geht den Menschen in Gmunden wirklich auf den Keks. Aber wer sagt, dass die Sozialdemokraten ernsthaft die Mehrheit in unser Stadt haben wollen?

Lieber Christian, schau Dir doch die Bad Ischler Sozialdemokraten an, wie die erfolgreich Kommunalpolitik machen, oder schau in die die Wiener Mariahilferstraße, wie es dort voll Leben wurlt – auch ohne Parkplätze. Auch die Befragung der Geschäftsleute und der Bevölkerung in diesen Wiener Bezirken war eindeutig.
Dies in aller Freundschaft samt einem Glück Auf – Karl


 

 SP-Gmunden:
schlüssige Verkehrspolitik?

Gastkommentar von Luzifer

Grundsätzlich finde ich es gut, wenn hier auch scheinbar nicht so Wichtiges behandelt wird. Es ist daher ok, wenn Herr Dickinger hier einen Vorschlag promotet, der vielleicht nicht alle Probleme Gmundens lösen kann, aber zumindest das Nachdenken wert ist. Die superüberdrüber tolle Lösung darf man von der Politik nicht verlangen, das schaffen die nie. Wahrscheinlich gibt es die auch nicht.

Was mich aber wirklich irritiert, ist was ganz was anderes. Reden die in der SPÖ nicht miteinander? Der Sageder vertritt doch mit der Regiobahn eine ganz andere Position. Für mich ist es Widersinn, wenn man viele Dutzende Millionen in die Regiobahn steckt, nur um dann die Parkplätze von Gebühren zu befreien.

Für mich sind das zwei verschiedene Konzepte: entweder Förderung des öffentlichen Massenverkehrs und hohe Parkplatzgebühren, oder wenig Öffi aber alles für den Individualverkehr. Die eierlegende Verkehrswollmichsau gibt es nicht. Wenn die Leute billiger mit dem Auto in die Stadt kommen, werden sie erst recht nicht die Regiobahn benutzen.
Wenn man die Parkplätze in der Innenstadt gratis macht und gleichzeitig die Zufahrt über die Brücke sperrt, dann fühlen sich die Leute aber wiederum gepflanzt. Wenn die Leute bei gesperrter Brücke über die Umfahrung in die Innenstadt und ihre Parkplätze fahren, ist das ökologisch zwischen Unsinn und Wahnsinn. Man müsste also jede Menge Parkplätze, Parkhäuser?, auf beiden Seiten der Stadteinfahrt bereitstellen. An denen aber wiederum die Regiobahn zielsicher nicht vorbeifährt.

Man kann es drehen und wenden, wie man will, aber der Vorschlag von Herrn Dickinger ist nicht zu Ende gedacht und steckt voller Widersprüchlichkeiten.

Ich glaube, Herr Dickinger sollte noch einmal nachdenken und seinen Vorschlag so überarbeiten, dass sein Konzept in sich schlüssig ist und nicht mit dem kollidiert, was sein Parteifreund Sageder mit der Regiobahn betreibt. Die Parkplatzidee ist jedenfalls mit der Idee des Vorrangs des öffentlichen Verkehrs nicht kompatibel. Da wird man sich entscheiden müssen.

Eine Frage stelle ich mir schon seit einiger Zeit. Wie will die SP es schaffen, im Wahlkampf die Verkehrspolitik von Herrn Sageder und die Parkplatz-Politik von Herrn Dickinger unter einen Hut zu bringen? Nach meinem Gefühl, das ich aus vielen Gesprächen über das Thema bekommen habe, schadet außerdem Herr Sageder mit seinen für mich unbedachten Aussagen sowohl der SPÖ bei den Wechselwählern als auch dem Projekt Regiobahn in einem Aufwaschen. Da sollte die SPÖ sich etwas einfallen lassen. Sonst geht sie bei den kommenden Wahlen baden, aber nicht gemütlich im Hochsommer im Traunsee, sondern beim Wahlergebnis im frischen Herbst.


Weitere Postings zum Thema Parken. Wie immer umgekehrte Reihenfolge des Eintreffens.

AndyB
(Antwort auf Dagober Zehschütz)
Naja, ich stehe dem “überall umsonst parken” und auch sonst alles mögliche “umsonst” etwas skeptisch gegenüber.

Ich befürchte eher, überall “umsonst” parken würde Dauerparkern entgegen kommen und nicht mehr Besucher in die Innenstadt locken. Die Parkgebühren finde ich persönlich jetzt nicht so tragisch oder überhöht. Es gibt Städte wo man für 20 Minuten parken 1 Euro zahlt = 3 Euro die Stunde und trotzdem findet man keinen Parkplatz.

Wie ich bereits geschrieben habe, so müsste es erst einmal Gründe geben die Innenstadt zu besuchen.

Würde eine generelle Grundsteuersenkung/Befreiung für Hausbesitzer nicht eher denen nutzen, die eh genug Geld haben oder den Besitzern von Zweit-Wohnsitzen? Davon gibt es eh schon viel zu viele und die sollen dann auch noch weniger zahlen?

Jemand der seinen ständigen Wohnsitz hier hat, der gibt auch zwangsläufig mehr Geld hier aus, was auch mehr Umsatz für die Geschäfte bedeutet. Außerdem zahlt er hier seine Steuern.

Wer bezahlbaren Wohnraum schafft, der sollte entlastet werden, aber generelle Vergünstigungen für Haus- und Wohnungseigentümern würden genau die falschen Bürger entlasten.


dagobert zehschütz

Ja die Parkplatzsache, die vom Dr. Dickinger im Blog zum Thema gestellt wurde ist eine wichtige Sache!
Fast jeder fährt mit dem Auto will es bei den Innenstadtbesuchen Sorgenfrei Gebührenfrei abstellen.
Nur die Forderung vom Dr. Dickinger 4 Stunden Gratisparken ist zu wenig bzw. gar keine Forderung. Wir müssen es ja nicht wie die ‘Affen nachmachen, wenn in anderen Städten die Parkplatzgeier Kleinbeträge eintreiben.
Wir könnten auch ein Vorbild für Österreich sein. Gratisparkerstadt Gmunden.
Z.B geringere Marktgebühren Zuckerl für Marktfahrer. Beispiel St Agatha (Goisern) da tut sich auch am Montag bei Jahrmärkten etwas.
Natürlich soll der Autofahrer gratis parken in Gmunden. Es ist starke Verbesserung der Situation notwendig.
Das Geld für die Verbesserung könnte man vom Straßenbahnprojekt abziehen..
Mit der Straßenbahn werden so wie so nur wenige Leute fahren.
Das wird das nächste Defizitprojekt wo die Gmunder ihr ganzes Leben zahlen werden aber nur wenige an einer Benützung Interesse haben.
Zieht man Geschäftsleute zum Gratistarif für Märkte an, kommen auch die Konsumenten von selbst, Da braucht es keine teure Werbung.
Die Klogebühren gehören auch abgeschafft. Solche Gebühren machen bei den Stadtbesuchern nur Unmut und bringen so viel wie gar nichts.
in Burghausen wird auch mit Gratisparken geworben.
Grundsteuersenkung/Befreiung für Hausbesitzer wäre ein Anreiz für Haussanierungen.
Zuerst Steuereinhebung von armen Leuten und dann eine sinnlose Hotelförderung ist der falsche Weg.
Hotels sollen Leute bauen die Bargeld zur Verfügung haben, denen sollte man es dann mit den Bewilligungen leicht machen. Keine Schikanen dann braucht man sich nicht mit Leuten herumschlagen die kein Geld besitzen und Luftschlösser bauen wollen.
Die Gemeinde soll sich nur um ihre eigenen Agenden kümmern, der freie Markt wächst völlig von selbst wenn man ihn nicht mit Schikanen umgibt.

Mit freundlichen Grüssen!
Dagobert Zehschütz


 

 

 

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3 Antworten

  1. Zum Gastkommentar von Nixx Fix:
    Das eigenartige Verständnis der Bahn- Huldiger für den Rechtsstaat und Bürgerbefragungen zeigt sich in einem Disput, der auf Facebook ausgetragen wird. Es klingt irgendwie nach Griechenland: Wahlversprechen sind einzuhalten und dürfen keinesfalls rechtsstaatlich in Frage gestellt werden. Und vor allem: Einfach Eisenbahn drüber. Hoffen wir auf einen Strexit!

    Eine Posterin schreibt:
    „Es gibt in unserem Land für die Bürger einen Rechtsweg. Dieser steht jedem offen. Sie sind der Meinung, dass dies eine Anmaßung und eine Frechheit ist? Ich nicht. Die Vorgangsweise nach dem Motto „Da fährt die Eisenbahn drüber“ muss sich keiner der Betroffenen gefallen lassen. Auch nicht, wenn Politiker Wahlversprechen abgeben. Es ist übrigens keine „Armee“ von Anwälten erforderlich. Gott sei Dank, denn die Betroffenen haben ja kein Budget aus Steuergeldern zugeteilt bekommen, um ihre Rechte zu verteidigen. Dieses Projekt wurde angeblich schon 2003 beschlossen. Zeit genug, alle rechtlichen Rahmenbedingungen mit den betroffenen Hauseigentümern abzuklären, hätten die Projektbetreiber ja gehabt. Sie tun übrigens gerade so, als ob die letzte Gemeinderatswahl eine verbindliche Volksabstimmung exclusiv über die Durchbindung der Vorchdorferbahn durch Gmunden gewesen wäre. DAS ist ein eigenartiges Demokratieverständnis. Ich kann mich nicht erinnern, dass sich eine „Partei zur Durchbindung der Vorchdorferbahn durch das Stadtzentrum“ zur Wahl gestellt hätte. Offengelegt waren die wichtigsten Eckpunkte dieses Projektes 2009 nicht. Aber fragen sie doch einfach beim Vizebürgermeister Dickinger nach. Der hat sich schon 2011 dafür stark gemacht, dass über große Projekte die BürgerInnen genau informiert und DANACH gefragt werden sollen!“

    JA zur Straßenbahn in Gmunden schreibt:
    Seit wann entscheiden Richter über Projekte? In so einem Rechtsstaat möchten wir nicht leben. Jeder hat das Recht, zur Wahl zu gehen, sich Partei- und Wahlprogramme anzusehen und dann seine Entscheidung zu treffen. Das gesamte Projekt war offengelegt, die Gmundner haben bei den letzten Wahlen entschieden. Jetzt per Anwaltsarmee das Einlösen eines Wahlversprechens behindern zu wollen: DAS ist Arroganz. Die nebenbei Steuergeld kostet. Es hat jeder das Recht, etwas schön oder häßlich, zu finden. Zu glauben, sich aber per Anwaltsarmee ÜBER demokratische Entscheidungen hinwegsetzen zu können, finden wir, gelinde gesagt, eine grenzenlose Anmaßung und Frechheit. Wenn Sie glauben, dass Entscheidungen an Ihnen vorbei getroffen werden, dann sollten Sie Ihre Augen und Ohren offenhalten. Wenn Sie das (bei der letzten Wahl) verpasst haben, ist das Ihr Problem, mit dem Sie nun zurecht kommen müssen. DAS ist Demokratie.

  2. @Herrn Kammerhofer

    Sagte die Mehrheit der Gmundnerinnen und Gmundner, gemäß Ihrer Befragung im Herbst 2014 auch : Straßenbahn rein?

    Ist das nicht ein Widerspruch an sich, wenn Sie, als RegioTram Befürworter, eine Sperrung der Traunbrücke befürworten (Parken auf der Traunbrücke, aber vierspurig).

    Wo soll dann die RegioTram fahren?

    Sie führen Bad Ischl als gutes Beispiel an, da fährt aber keine RegioTram durch die Fußgängerzone ……

    Eine Fußgängerzone ist eine Fußgängerzone, wie der Name schon sagt. Da fährt nichts (mit Ausnahme von Lieferfahrzeugen zu bestimmten Zeiten).

    Lieber AndyB!
    Achtung bei Wortmeldungen von Karl Kammerhofer – die sind meist ziemlich ironiegetränkt, und es ist nicht immer einfach zu erkennen, wo die Grenze zwischen Ironie und ernstgemeint verläuft. Wir in der Redaktion haben es so verstanden: das mit dem Parken auf der Brücke meint er ironisch. Der ernste Hintergrund: unseres Wissens ist Kammerhofer für eine Totalsperre der Stadtdurchfahrt während des Tages – nach dem Modell der oberitalienischen Seen. Der Sager mit dem Parken auf der Brücke soll darstellen – so unsere Interpretation – wie absurd der massenhafte Individualverkehr ist, und dass man das Problem nicht mit kostenlosen Parkplätzen, sondern nur mit der Sperre der Stadt lösen kann.
    Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl

    • Sicher, sicher …..

      Ich habe schon etliche Male im Blog Bad Ischl als positives Beispiel angeführt und auch ich bin für eine „Fußgängerzone“, wie ich mehrfach schon gepostet habe.

      Auf der anderen Seite ist es allerdings vermessen, die paar hundert Meter Straße, mit einer Handvoll Geschäften, mit Bad Ischl oder gar Wien zu vergleichen.

      Allerdings ist Herr Kammerhofer, wie mir in Erinnerung ist, aber auch für die RegioTram!

      Beides geht aber nicht. Eine Fußgängerzone, durch die alle 15 Minuten ein Regio Ding fährt, ist keine Fußgängerzone.

      Da sehe ich halt einen großen Widerspruch.

      Außerdem hat man mir im Blog erklärt : eine völlige Umwandlung in eine Begegnungs-/Fußgängerzone würde niemals genehmigt werden.

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