Einsichten – Ansichten – Umsichten

 

Liebe Leserleins!

Heute antworte SP-VizeBM Christian Dickinger auf die vielen Postings, die zu seinem Beitrag eingelangt sind. Es ist eine ausführliche Abhandlung, in der Dickinger darauf hinweist, dass sein Vorschlag nur ein Mosaikstein eines Gesamtkonzeptes ist. Auch eine Differenz zwischen seinem Parkplatzvorschlag und Sageders Regio-Politik vermag er nicht zu erkennen.
Aber lesen Sie selbst, und machen Sie sich ein Bild. Ich sehe eine weitere, interessante Diskussion auf uns zukommen.

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


 

Antworten, Reflexionen, Ideen, neue Fragen …

SPÖ-VBürgermeister Christian Dickinger zur Diskussion auf „gmundl“

Mein Vorschlag zum Thema „Gratisparken am Samstag“ (zw. 9 und 13 Uhr) hat in diesem Forum und anderswo zahlreiche, teilweise sehr unterschiedliche Reaktionen nach sich gezogen. Dafür bin ich dankbar. Mir ist an Dialog und Meinungsaustausch gelegen.

Politik, auch jene an der „Graswurzelebene“, bedarf der „Führung“, jawohl (ich vermeide bewusst das Wort „leadership“), noch mehr aber, in Zeiten wie diesen, des „offenen Ohrs“, der steten Bereitschaft zuzuhören und, gegebenenfalls, der Bereitschaft, eine verfestigte Auffassung auch zu korrigieren. Wenn ich aus meiner lebenslangen Beschäftigung mit Geschichte etwas gelernt habe, dann dies, dass der/die andere(n) – selbstverständlich – auch „recht haben“ könnte(n).

Was ich nicht akzeptiere bzw. kommentiere, sind persönliche Beleidigungen und undifferenzierte Unterstellungen, aus welchen es von Zuschreibungen wie „Inkompetenz“ und „Ahnungslosigkeit“ tönt und dröhnt, die einen jeder Fairness entkleideten General-Inkompetenz-Vorwurf in die Richtung kommunaler Entscheidungsträgern speien, dies sind „Endzeit“-Wortspenden wie jene, es wäre ohnehin alles „verspielt“ und „verloren“, wozu noch etwas unternehmen (in der Innenstadt etc.)? …

Es wurde das ERBE nicht „verspielt“ und die ZUKUNFT nicht „verloren“, es gibt immer WEGE und MÖGLICHKEITEN, neue und erfolgversprechende Pfade auszutreten, und zwar gemeinsam mit der Bevölkerung bzw. unter stärkerer Einbindung der Bürgerinnen und Bürger. Dieses Bekenntnis trägt mir immer wieder den Vorwurf des „Populismus“ ein, jüngst hier von Frau König, deren engagierten Beiträge ich ansonsten sehr schätze.

Vielleicht bekomme ich von den „gmundl“-Machern die Möglichkeit, bei Gelegenheit einmal über „Populismus“ zu schreiben. Vergegenwärtigen wir uns die akademische Diskussion zu diesem Thema, bin ich das Gegenteil eines „Populisten“, richtet sich freilich der „Geschmack“ nach einer weniger „theoretisch aufgeladenen“ Folie, wonach ein „Populist“ einer sei, der die Bevölkerung (in diesem Falle unserer Stadt) stärker in den politischen Diskussions- und Entscheidungsprozess mit einbeziehen möchte, bin ich gerne ein solcher.

Der Vorschlag des Gratisparkens am Samstag – inklusive teilweiser (!) Sperre der Traunbrücke – verstand und versteht sich nicht (wie von Beginn an festgehalten) als „goldener Weg“, sondern lediglich als „Baustein“ für ein gemeinsam zu gestaltendes „Mosaik“.

Ich habe eine „Vision“ für unsere Stadt, für ein großes „Design“, das wir brauchen, um langfristig planen und handeln zu können! Die einzelnen Bausteine habe ich mir „Stück für Stück“ vorzustellen vorgenommen, dies alles freilich ist natürlich „subjektiv“ und am Ende des Tages „ergebnisoffen“! Der Grund dafür: Ich will Diskussion und Feedback, Rede und Gegenrede, demokratische Auseinandersetzung auf hohem Niveau.

In diesem Blog war zu Recht davon die Rede, dass es in der Politik auch um die „kleinen Dinge“ gehe! Es war etwa vom üblen Zustand der Gemeindestraßen die Rede. Völlig d`accord! Gerade in diesem Zusammenhang habe ich einen Vorschlag ausgearbeitet, der sich an die Bevölkerung wenden wird.

Darüber hinaus bin ich der Überzeugung, dass wir als Stadt Gmunden ein „Alleinstellungsmerkmal“ benötigen, welches die Identität unserer Heimatstadt atmet, „vor Ort“ und international. In diesem Zusammenhang bin ich der Meinung, dass wir die identitäre „Einwurzelung“ als KERAMIKSTADT voranzutreiben haben. Dazu habe ich ein mehrseitiges Diskussionspapier erarbeitet, welches derzeit mit Kulturschaffenden diskutiert und im Anschluss einer breiteren Öffentlichkeit vorgestellt werden wird.

Ich habe mich vor ziemlich langer Zeit bereit erklärt, regelmäßige Klausuren der politischen Parteien in unserer Stadt zu organisieren, um die „großen Linien“ unserer Stadtentwicklung, unserer Politik, abzustecken, um Prioritäten zu setzen und also ein gemeinsames Dach zu bauen, unter welchem sich eine gefällige politische Architektur abzeichnet, die mehrheitsfähig ist. Wir müssen endlich gemeinsam definieren, was wir gemeinsam wollen: Touristik, Stadtentwicklung, Verkehr, Kultur etc. Die ÖVP hat dies abgelehnt, die FPÖ war skeptisch, kam die „Idee“ doch von der vermeintlich „falschen Seite“.

Zunächst hat uns über viele Jahre das Thema „Hotel“ paralysiert, es schien so, als würde es gar keine anderen Themen mehr geben (ich habe immer wieder mit Nachdruck versucht, über leistbares Wohnen zu sprechen und mehr direkte Demokratie zuzulassen), nun rattert die Straßenbahn über jeden Versuch hinweg, grundsätzlich (!) über die Zukunft der Stadt zu reden. Ich weiß natürlich, dass die Straßenbahn-Causa für die Stadt und das Stadtbild von „gebieterischer“ Bedeutung ist, doch dieser Befund enthebt uns nicht von der Verpflichtung, „über den (Wahl-)Tag hinaus“ zu denken und zu planen.

Hier setze ich gerne an, wenn geschrieben wird, mein Freund und SPÖ-Mobilitätsstadtrat Sageder und ich würden verschiedene Wege gehen, die nicht zusammenpassen würden. Sageder war und ist DER „Motor“ der Straßenbahnverlängerung bzw. –einbindung. Dies mag man/frau befürworten oder eben auch nicht, Tatsache ist, dass er unendlich fleißig und sachlich „kundig“ ist, überzeugt von diesem Projekt und konsequent in der Umsetzung. Auch ist er der „Generalschrittmacher“ der Bürgerbeteiligung, hier und anderswo, dass wir in absehbarer Zeit einen „Generalverkehrsplan“, der überaus „bürgernahe“ erarbeitet wurde, bekommen, ist das Verdienst von SPÖ-Stadtrat Sageder.

ER ist der „Erfinder“ des Citybus-Systems in Gmunden und der größte Befürworter der Forcierung des öffentlichen Verkehrs. Dass ich das Gratisparken am Samstag fordere, ist kein Widerspruch. Ich bin ein Befürworter und Förderer des öffentlichen Verkehrs und jemand, der „die Autofahrer“ nicht „verdammt“. Ich befürworte einen vernünftigen und gangbaren „Mittelweg“. Ich bin der Auffassung, dass nach Fertigstellung der Straßenbahn-Durchbindung (und vergessen wir hier die positiven Aspekte der „Ostumfahrung“ nicht, auf deren Bau ich gemeinsam mit ÖVP-Altbürgermeister Herrmann, dem ich mich freundschaftlich verbunden fühlen durfte, sehr gedrängt habe), der Stadtplatz „autofrei“ gestellt werden sollte.

Ich will also, dass der schönste Stadtplatz Österreichs von den Autos befreit wird. Parallel dazu hätte die Stadtpolitik, so meine Meinung, die Aufgabe, gemeinsam mit Partnern, auf den „Michlgründen“ eine neue Tiefgarage zu errichten. Dies sollte unser nächstes großes Projekt sein.

Ich habe hier leider nicht den Platz, meine Vorschläge und Ideen zu erweitern und zu vertiefen, die wenigen Anmerkungen sollten jedoch genügen, um zu illustrieren, dass ich sehr wohl ein „Gesamtkonzept“ in der Schublade habe, der Vorschlag „Gratisparken“ war nur ein „Splitter“, ein Teilbereich, den ich ebenso zur Diskussion gestellt habe wie ich die anderen Steine dieses Mosaiks zur Diskussion stellen werde, weil ich der festen Überzeugung bin, dass der offene demokratische Meinungsaustausch das „Lackmuspapier“ für eine „neue Politik“ ist.

Dass dieser BLOG zu einem, zu „DEM“, für „echten Meinungsaustausch“ nutzbaren und (auch) um Differenzierung bemühten politischen „Marktplatz“ (im Sinne der athenischen Agoroa) gereift ist, bin ich dankbar, dies doch recht frei von „Populismus“, nicht jedoch frei von der Skepsis gegenüber jenen, die – ohne hinreichende Begründung – ALLES „in Grund und Boden“ verdammen, was „von der Politik“ kommt.


 

Posting.

totehosemadeingmunden
Gesendet am 17.03.2015 um 8:07 nachmittags

Keiner traut es sich aussprechen aber der Zug der Zeit ist abgefahren für Gmunden

vor 15 jahren hätte man aus gmunden noch was machen können …jetzt nicht mehr..

und vorchdorf? Weltstadt da muss ich lachen! Vorchdorf ein markt blüht nicht auf er ist schon lang verblüht!

Nach Vorchdorf fahren die menschen doch nur zum arbeiten und sind richtig froh wenn sie den kleinen schrulligen seltsamen Ort danach schnell wieder verlassen können !

und diese zwei orte gmunden und vorchdorf die ewig gestrigen die bereits von allen überholt worden sind will man jetzt verbinden um millionen mit einem pemperl zug?

Eine Verbindung Not mit Elend ist nur eine Steuerverschwendung..

Wie meine Vorredner gesagt haben wer etwas erleben oder einkaufen will fährt vöcklabruck oder wels da gibts sogar ein kino

das einzige was sinn machen würde wäre ein horror themen park..beginnend im unheimlichen vorchdorf dann eine fahrt mit der Geisterbahn nach gmunden..mit dem zug durch die unendlichen verlassenen wiesen und Wälder kirchhams fahren und am ende der wirkliche horror das rathaus Gmunden !

Das wäre eine gute einnahmequelle !


 

 

 

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2 Antworten

  1. Liebe Gmundlianerinnen und Gmundlianer!

    Hatte am frühen Abend des vorigen Freitags ein denkwürdiges Erlebnis.
    Quere den Klosterplatz, und was sehe ich? Bei der Regio-Station sind ein paar Leute „aufgestellt“, offensichtlich gut „choreografiert“ stehen sie am Bahnsteig, sollen scheinbar einen vollen Bahnsteig und die Dynamik des Ein- und Aussteigens vieler Passagierte darstellen. Vor dem Friseur der filmende Kameramann. Hier findet unübersehbar ein Theaterstück im öffentlichen Raum statt mit dem Titel „Viele Leute fahren Regio-Bahn“.
    Ich kenne mich mit Filmaufnahmen nicht aus, aber habe das Gefühl, dass die Szene mehrmals wiederholt wird, denn die Leute steigen immer gleich wieder aus und nehmen wieder die Ausgangsposition ein.

    Wie es aussieht, wurde dort ein Werbefilmchen gedreht auf Kosten der Steuerzahler und aus dem Propaganda-Budget, von dem hier im Blog schon mehrmals die Rede war.

    Halten wir also fest: es fahren nicht einmal genug Leute mit der Regio, um daraus einen Werbeclip aus dem wirklichen Leben zu machen. Man braucht Statisten und Regie um einen regen Bahnbetrieb wenigstens zu simulieren.
    Hört die Verarschung der Bürgerleins denn überhaupt nicht mehr auf? Und welche Politik ist das eigentlich, die solchen Mist auch noch unterstützt, oder unterstützen muss, weil man sich mit Haut und Haaren der Betreiberfirma und ihren Interessen ausgeliefert hat.

  2. Ich lese seit Jahren überall etwas von „bezahlbaren Wohnungen“. Doch es tut sich da wenig, bis überhaupt nichts.

    Gestern habe ich wieder ein Werbeplakat an der Bahnhofstr. gelesen :

    „gefördertes Wohnen 77qm über 200.000 Euro“

    Ich frage mich was daran gefördert sein soll? Haben die Wohnungen goldene Wasserhähne, Türklingen und Geländer? Oder habe ich nur die falschen Vorstellungen von „gefördert“. Wahrscheinlich „fördert“ man die Provision der Immobilienhändler?!

    Für über 200.000 Euro bekommt man etwas außerhalb ein Haus mit Swimming Pool und Garten.

    Wer zahlt für eine (geförderte!!!!) Wohnung in der Bahnhofsstr. über 200.000 Euro, einer Hauptverkehrsstr. und in einer nicht unbedingt 1 A Lage?

    Nur laufend einen Zustand zu beklagen, aber nichts tun um den Zustand zu ändern, das ist einfach zu wenig.

    Ich habe noch einen interessanten Artikel im Internet gefunden, der jetzt nichts mit diesem Thema zu tun hat :

    „Söder vergleicht Österreich mit Griechenland“

    http://www.sueddeutsche.de/bayern/streit-um-hypo-alpe-adria-soeder-vergleicht-oesterreich-mit-griechenland-1.2390259

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