Archive for März 2015

Gähnende Leere
21. März 2015

Heute:
Gastkommentar zur Regio-Lobby von Susanne Walcher

Liebe Leserleins!

Heute ein Gastkommentar über die Facebook-Befürworter der Regio, in dem am Schluss eine interessante Frage gestellt wird.

Und ein Posting, das ich mir erlaubt habe zu kommentieren, gell!

Ausserdem hier ein Link zu einem Gastkommentar in der PRESSE – geschrieben von Michael Amon, der manchmal ja auch bei uns hier kommentiert (aus Zeitmangel leider zu selten). Es geht um die Steuerreform:
http://diepresse.com/home/meinung/gastkommentar/4690376/Denke-global-aber-schropfe-die-Leute-lokal

Viel Vergnügen beim Lesen, ich habe jedenfalls sehr gelacht, obwohl das Thema nicht besonders lustig ist.

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


Tümmler. Facebook. Leere Bahn.

Ein Gastkommentar von Susanne Walcher

Auf der Facebook-Seite für ein zugfreies Gmunden tummeln sich jede Menge Straßenbahnfreunde. Wahrscheinlich, um gezielt Stärke zu vermitteln, die Kritiker der Durchbindung als Häufchen Ewiggestriger aussehen zu lassen und sie lächerlich zu machen oder mit Totschlagargumenten zum Schweigen zu bringen.
Kritisiert man die Verschandelung der Gmundner Altstadt und die Verbunkerung unserer Landschaft, wird einem sofort ein Faible für den “Tiroler Stil” – was immer das heißen mag – unterstellt.
Ist man gegen die sinnlose Verschleuderung von Steuergeld, heißt es sofort, man wolle der Region schaden, frei nach einem gewissen LokalpLokalpolitiker, der da sagte “besser, das Geld in Gmunden sinnlos verbraten, als dass es ins Mühlviertel geht”…

Ich finde eine derartige Haltung, besonders angesichts der Tatsache, dass wir heute jeden Steuercent am besten dreimal umdrehen, bevor wir ihn ausgeben, einfach skandalös. Diese “mir san mir-Haltung” stinkt gewaltig zum Himmel und zeigt, wes Geistes Kind diese Schreiberlinge sind. Als Steuerzahler ist es mir eben nicht wurscht, was mit meinem Geld gefördert wird.

Nur zum Nachdenken: wie lange hätte man wohl mit diesen 60 Millionen Euro die Unfallabteilung im LKh Gmunden weiterführen können? Wie lange die Geburtshilfe?
Anstatt die Straßenbahn nach Vorchdorf zu verlängern, wäre es gescheiter, sie gleich bis Vöcklabruck zu bauen! So kommen Patienten, deren Angehörige, Ärzte und Pflegepersonal bequemer an ihr Ziel, denn das Gmundner Krankenhaus wird ohnehin sukzessive totgespart.
Den paar Kirchhamer Pensionisten, die sich mittels Leserbriefkampagne für das Sinnlosprojekt auf die Schienen schmeißen, könnte man ohne weiteres bis ans Lebensende ein Taxi vom Seebahnhof zum Hauptbahnhof spendieren. Ich verstehe auch nicht, warum ein romantischer Fußmarsch über Schiffslände und Traunbrücke, oder gar eine Busverbindung zwischen Pemperlbahn und Straßenbahn nicht zumutbar sein soll. Die Leute wollen nicht umsteigen? Sowas nenne ich Faulheit, man werfe einen Blick nach Wien, wo es bekanntlich ein gut ausgebautes Netz an öffentlichen Verkehrsmitteln gibt. Schon mal versucht, am Westbahnhof von der U3 in die U6 umzusteigen? Oder am Karlsplatz von der U4 in die U1? Das sind andere Distanzen als die paar Meter von der Pemperlbahn bis zum Bus und von der Bushaltestelle bis zur Straßenbahn!

Und noch ein Wort zu der Straßenbahnlobby: Bei so vielen Freunden und Befürwortern wundert mich es gewaltig, dass die Züge immer leer sind. Verstecken sich die Massen unter den Sitzen, damit sie keiner sieht?


Posting & Babsy-Kommentar dazu.

mart
Gesendet am 20.03.2015 um 11:36 vormittags

dass auf einem anonymen blog ein anonymer “gastkommentar” gepostet wird, der sich auf einen gastkommentar in einer konservativen zeitung beruft, is schon lächerlich. ist wahrscheinlich eh ein-und -der/dieselbe schreiber/in.

die orte wo junge familien wohnen, werden sehr wohl angesteuert: gschwandt, baumgarten etc. dort wird bereits eine sinnvolle bebauungspolitik betrieben, weil junge menschen sich das wohnen in gmunden nicht leisten können. den grund brauchma hier nicht nochmal ausbreiten.

komisch nur, dass ausgerechnet die personen sich besonders lautstark gegen die bahn aussprechen, die
1. so gut wie nie mit öffis fahren
2. angst um ihren rathausplatz haben, wo sie sich und ihr auto nicht mehr zeigen können (kein schmäh. das sagen sogar die unternehmer in der innenstadt von ihren kunden)
3. gerade proponenten aus dieser gruppe sichs besonders “steuerschonend” richten und dann noch STEUERVERSCHWENDUNG schreien.

eigentlich von vorn bis hinten unglaubwürdig.

Sie versuchen einen ziemlich simplen (um nicht zu sagen: primitiven), aber leicht durchschaubaren Trick, um andere Meinungen zu desavouieren: anonym ist böse, noch dazu jemand der auf einem anonymen Blog einen anonymen Gastkommentar abgibt. Und weil es bös anonym ist, muss jemand anderer, der Ähnliches schreibt, auch gleich der anonyme Kommentator sein. Gehts noch?

Was da dran unglaubwürdig sein soll, wenn man auf einen namentlich gezeichneten Artikel in der PRESSE verweist, kapiere ich echt nicht. Welche Logik ist das? Der Schreiber des Kommentars in der PRESSE ist einer ihrer Wirtschaftsredakteure. Könnte es sein, dass auch Konservative (Ihre Babsy rechnet sich diesem Lager nicht zu, das nur so nebenbei geschrieben!) manchmal Recht haben?
Die Idee, dass ein Mitglied der Wirtschaftsredaktion der PRESSE, Josef Urschitz, hier anonym schreibt, ist schon recht gewagt, gell!
Es ist halt so: wir hier im Team lesen lieber die PRESSE oder den STANDARD als die lokalen, äh, Zeitungen. Ein kleiner Tip für alle Leserleins: man muss die politische Linie der PRESSE nicht mögen, aber sie ist noch immer die best geschriebene Tageszeitung Österreichs mit den besten Schreibern. Die Diskussionsseite ist um Grössenordnungen besser als die im Standard. Also Leute: lest die PRESSE, das erweitert wirklich den Horizont. Die Ansichten mancher Redakteure, Kommentatoren oder Gastkommentatoren muss man ja nicht teilen. Interessant sind sie jederzeit!

Unter den uns bekannten Regio-Gegnern, die hier posten, sind 90 % ausdrückliche Befürworter des öffentlichen Verkehrs, die auch viel mit Öffis fahren. So weit wir das überblicken, ist übrigens die grosse Mehrzahl der Unternehmer in der Innenstadt gegen die Regio und für ein E-Bussystem.
Und woher wissen Sie, dass gerade “die Proponenten” der Gegner es sich “steuerschonend” richten? Haben Sie Einblick in die dem Steuergeheimnis unterliegenden Steuerakten? Oder dreschen Sie nur dumme Phrasen? Unsere Steuerfachleute sagen mir unisono: für kleine und mittlere Unternehmen sind die Möglichkeiten der “steuerschonenden” Versteuerung praktisch ebenso wenig gegeben wie für Lohnsteuerpflichtige. Diese Möglichkeiten haben nur Grossunternehmen und Konzerne (im Weg der Gewinnverschiebung, Gruppenbesteuerung etc. – im Detail kenne ich mich da leider auch nicht aus, muss mich auf die Auskünfte der Fachleute verlassen!).
Dass wir deutlich günstigere Wohnungen brauchen (nicht nur für junge Familien, gell, sondern grundsätzlich) wurde hier im Blog oft genug gepredigt. Eine Stadtausweitung und weitere Versiegelung der Landschaft ist aber nicht das geeignete Mittel, sondern Raubbau an nicht vermehrbaren Ressourcen.
Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


Blau
20. März 2015

Wir machen heute blau! Denn wir sehen duster! Wegen der Sonnenfinsternis. Und überhaupt.
Schönen Tag wünscht

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


 

Treffen der Generationen

Regio & Lobby
19. März 2015

Heute:
Gastkommentar von Marge Lila über Regio & Lobbyismus

Liebe Leute!

Heute gibt es nicht viel zu tun für Ihre Babsy. Wir bringen einen Gastkommentar, der sich nicht nur grundsätzlich mit der Frage von Bürgerlisten und Lobbyismus auseinandersetzt, sondern dies auch am Beispiel der Regio abhandelt.

Zur Regio möchten wir diesen kleinen Ausschnitt aus einem Kommentar („Verloren im österreichischen Förderdschungel“) von Josef Urschitz in der Presse vom 17. 3. 2015 zitieren:

„Man müsste ja auch … die Sinnhaftigkeit von Bergbauernförderung für Nobel-Golfklubs, Abschlagszahlungen für den fehlenden Gemeindestier oder Subventionen (= „Leistungsbestellungen“) für Geister-Bahnlinien, auf denen keiner fährt, hinterfragen. Um nur ein paar Blödsinnigkeiten aus dem Förderdschungel zu erwähnen.“

Der gute Mann muss in Gmunden gewesen sein, gell? Gell!

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


 

Lobbyismus, Demokratie und Bürgerlisten:

Der öffentliche Verkehr in Gmunden seit 25 Jahren in „Geiselhaft“ der Straßenbahn-Lobby

Ein Gastkommentar von Marge Lila

Das Thema Lobbyismus versus Demokratie ist uns ja bekannt. Lobbyismus kann sich durchaus positiv auf die demokratische Meinungsfindung auswirken. Keine Frage. Positiv dann, wenn die demokratisch gewählten Entscheidungsträger sich umfassende Informationen von verschiedenen Interessensgruppen einholen. Wenn unsere Politiker sich voll und ganz der höchst professionellen Lobbyarbeit einer einzigen Interessensgruppe ausliefern, dann,… ja dann sind wir in Gmunden!

Als Paradebeispiel bietet sich das Projekt „StadtRegioTram“ an. Wer sich die Mühe macht und sich über die Entwicklung dieses Projektes auf der Homepage des im Einflussbereich einer Unternehmensgruppe stehenden Vereines „Pro Gmunder Straßenbahn“ informiert, der hat viel über aufwendiges, professionelles, einseitiges Lobbying gelernt. Seit einem viertel Jahrhundert verfolgt dieser Verein nunmehr das Ziel, die Straßenbahn in Gmunden nicht nur zu erhalten, sondern auch an die zur Unternehmensgruppe gehörende Regionalbahn anzubinden. (Offen ausgesprochen, wurde dies allerdings aus guten Gründen lange nicht) Quer durch die Gmundner Innenstadt.
Der Verein hat seine Interessen und die der Unternehmensgruppe bestens vertreten. Sehr viel öffentliches Geld ist in diese kaum genützte Bahn geflossen. Seit vielen Jahren wird der öffentliche Verkehr in Gmunden auf diese kaum frequentierte Bahn ausgerichtet. Seit vielen Jahren wird an anderen notwendigen Maßnahmen im öffentlichen Verkehr zugunsten dieser Aufwendungen gespart. Dass sich an dieser Tatsache auch in den nächsten Jahrzehnten nichts ändern wird, das wissen wir jetzt auch. Die Lobbyisten haben sich durchgesetzt. Die SteuerzahlerInnen finanzieren weitere EUR 60 Mio.! Die Durchbindung der Regionalbahn durch Gmunden soll in Form der StadtRegioTram realisiert werden. Die kleine Stadt Gmunden steckt zwar mit ihren Frankenkrediten ganz schön in der Klemme, aber die EUR 6 Mio. werden mit Freude und Stolz in diese Durchbindung investiert. Und jetzt raten Sie, wer unsere Entscheidungsträger über das Für & Wider(?) dieses Projektes informiert hat? Richtig: die Experten des Vereines! Wer sonst???? Diese „Beratung“ ging so weit, dass der Projektbetreiber höchst persönlich die notwendige Potentialanalyse beauftrag hat. Gibt es eigentlich auch Analysen und Prognosen, die von unabhängigen Auftraggebern eingeholt wurden? Nein. Wenn man/frau sich die vorliegende Analyse genauer ansieht, wäre dies allerdings kein Fehler gewesen.

Was bringt nun diese intensive Lobbyarbeit den GmundnerInnen? Zwei bisher kaum genutzte, teure Bahnen werden durch die Innenstadt geführt.

Die Straßenbahn-Lobby war erfolgreich. Deren Ziel ist erreicht. Aber ist dieses Ziel auch das Ziel, das die Landes-und Gemeindepolitik für die BewohnerInnen und die Stadt selbst erreichen sollten? Eher nicht. Aufgabe der Politik ist es viel mehr, für die BewohnerInnen ein ökonomisch und ökologisch vertretbares, gut funktionierendes, öffentliches Verkehrsnetz zu betreiben, das möglichst vielen Menschen in verschiedensten Stadtteilen einen bequemen und schnellen Zugang bietet. Ein Verkehrsnetz das sich flexibel den Bedürfnissen der Menschen anpassen kann. Ich kann nur sagen: Ziel nicht erreicht. Dafür fährt eine teure Regionalbahn durch das Gmundner Villenviertel. Die Orte wo viele junge Familien leben, werden da eher nicht angesteuert. Pech.

Ein Beispiel dafür, wie Lobbying zu höchst undemokratischen Entscheidungen führen kann. Aber auch einer der Gründe, warum Bürgerlisten eine gute und demokratisch legitime Möglichkeit in der Kommunalpolitik sind. Wenn sich eine Bürgerliste als Advocatus Diaboli sieht, kann dies nur die Objektivität der Entscheidungen auf dieser Ebene fördern. Bürgerlisten sind eben dann notwendig, wenn Parteien diese Rolle nicht ausüben.


Posting.

verwunderteBetrachterin
Gesendet am 18.03.2015 um 7:06 nachmittags

Liebe Gmundlianerinnen und Gmundlianer!

Hatte am frühen Abend des vorigen Freitags ein denkwürdiges Erlebnis.
Quere den Klosterplatz, und was sehe ich? Bei der Regio-Station sind ein paar Leute “aufgestellt”, offensichtlich gut “choreografiert” stehen sie am Bahnsteig, sollen scheinbar einen vollen Bahnsteig und die Dynamik des Ein- und Aussteigens vieler Passagierte darstellen. Vor dem Friseur der filmende Kameramann. Hier findet unübersehbar ein Theaterstück im öffentlichen Raum statt mit dem Titel “Viele Leute fahren Regio-Bahn”.
Ich kenne mich mit Filmaufnahmen nicht aus, aber habe das Gefühl, dass die Szene mehrmals wiederholt wird, denn die Leute steigen immer gleich wieder aus und nehmen wieder die Ausgangsposition ein.

Wie es aussieht, wurde dort ein Werbefilmchen gedreht auf Kosten der Steuerzahler und aus dem Propaganda-Budget, von dem hier im Blog schon mehrmals die Rede war.

Halten wir also fest: es fahren nicht einmal genug Leute mit der Regio, um daraus einen Werbeclip aus dem wirklichen Leben zu machen. Man braucht Statisten und Regie um einen regen Bahnbetrieb wenigstens zu simulieren.
Hört die Verarschung der Bürgerleins denn überhaupt nicht mehr auf? Und welche Politik ist das eigentlich, die solchen Mist auch noch unterstützt, oder unterstützen muss, weil man sich mit Haut und Haaren der Betreiberfirma und ihren Interessen ausgeliefert hat.


 

 

Einsichten – Ansichten – Umsichten
18. März 2015

 

Liebe Leserleins!

Heute antworte SP-VizeBM Christian Dickinger auf die vielen Postings, die zu seinem Beitrag eingelangt sind. Es ist eine ausführliche Abhandlung, in der Dickinger darauf hinweist, dass sein Vorschlag nur ein Mosaikstein eines Gesamtkonzeptes ist. Auch eine Differenz zwischen seinem Parkplatzvorschlag und Sageders Regio-Politik vermag er nicht zu erkennen.
Aber lesen Sie selbst, und machen Sie sich ein Bild. Ich sehe eine weitere, interessante Diskussion auf uns zukommen.

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


 

Antworten, Reflexionen, Ideen, neue Fragen …

SPÖ-VBürgermeister Christian Dickinger zur Diskussion auf „gmundl“

Mein Vorschlag zum Thema „Gratisparken am Samstag“ (zw. 9 und 13 Uhr) hat in diesem Forum und anderswo zahlreiche, teilweise sehr unterschiedliche Reaktionen nach sich gezogen. Dafür bin ich dankbar. Mir ist an Dialog und Meinungsaustausch gelegen.

Politik, auch jene an der „Graswurzelebene“, bedarf der „Führung“, jawohl (ich vermeide bewusst das Wort „leadership“), noch mehr aber, in Zeiten wie diesen, des „offenen Ohrs“, der steten Bereitschaft zuzuhören und, gegebenenfalls, der Bereitschaft, eine verfestigte Auffassung auch zu korrigieren. Wenn ich aus meiner lebenslangen Beschäftigung mit Geschichte etwas gelernt habe, dann dies, dass der/die andere(n) – selbstverständlich – auch „recht haben“ könnte(n).

Was ich nicht akzeptiere bzw. kommentiere, sind persönliche Beleidigungen und undifferenzierte Unterstellungen, aus welchen es von Zuschreibungen wie „Inkompetenz“ und „Ahnungslosigkeit“ tönt und dröhnt, die einen jeder Fairness entkleideten General-Inkompetenz-Vorwurf in die Richtung kommunaler Entscheidungsträgern speien, dies sind „Endzeit“-Wortspenden wie jene, es wäre ohnehin alles „verspielt“ und „verloren“, wozu noch etwas unternehmen (in der Innenstadt etc.)? …

Es wurde das ERBE nicht „verspielt“ und die ZUKUNFT nicht „verloren“, es gibt immer WEGE und MÖGLICHKEITEN, neue und erfolgversprechende Pfade auszutreten, und zwar gemeinsam mit der Bevölkerung bzw. unter stärkerer Einbindung der Bürgerinnen und Bürger. Dieses Bekenntnis trägt mir immer wieder den Vorwurf des „Populismus“ ein, jüngst hier von Frau König, deren engagierten Beiträge ich ansonsten sehr schätze.

Vielleicht bekomme ich von den „gmundl“-Machern die Möglichkeit, bei Gelegenheit einmal über „Populismus“ zu schreiben. Vergegenwärtigen wir uns die akademische Diskussion zu diesem Thema, bin ich das Gegenteil eines „Populisten“, richtet sich freilich der „Geschmack“ nach einer weniger „theoretisch aufgeladenen“ Folie, wonach ein „Populist“ einer sei, der die Bevölkerung (in diesem Falle unserer Stadt) stärker in den politischen Diskussions- und Entscheidungsprozess mit einbeziehen möchte, bin ich gerne ein solcher.

Der Vorschlag des Gratisparkens am Samstag – inklusive teilweiser (!) Sperre der Traunbrücke – verstand und versteht sich nicht (wie von Beginn an festgehalten) als „goldener Weg“, sondern lediglich als „Baustein“ für ein gemeinsam zu gestaltendes „Mosaik“.

Ich habe eine „Vision“ für unsere Stadt, für ein großes „Design“, das wir brauchen, um langfristig planen und handeln zu können! Die einzelnen Bausteine habe ich mir „Stück für Stück“ vorzustellen vorgenommen, dies alles freilich ist natürlich „subjektiv“ und am Ende des Tages „ergebnisoffen“! Der Grund dafür: Ich will Diskussion und Feedback, Rede und Gegenrede, demokratische Auseinandersetzung auf hohem Niveau.

In diesem Blog war zu Recht davon die Rede, dass es in der Politik auch um die „kleinen Dinge“ gehe! Es war etwa vom üblen Zustand der Gemeindestraßen die Rede. Völlig d`accord! Gerade in diesem Zusammenhang habe ich einen Vorschlag ausgearbeitet, der sich an die Bevölkerung wenden wird.

Darüber hinaus bin ich der Überzeugung, dass wir als Stadt Gmunden ein „Alleinstellungsmerkmal“ benötigen, welches die Identität unserer Heimatstadt atmet, „vor Ort“ und international. In diesem Zusammenhang bin ich der Meinung, dass wir die identitäre „Einwurzelung“ als KERAMIKSTADT voranzutreiben haben. Dazu habe ich ein mehrseitiges Diskussionspapier erarbeitet, welches derzeit mit Kulturschaffenden diskutiert und im Anschluss einer breiteren Öffentlichkeit vorgestellt werden wird.

Ich habe mich vor ziemlich langer Zeit bereit erklärt, regelmäßige Klausuren der politischen Parteien in unserer Stadt zu organisieren, um die „großen Linien“ unserer Stadtentwicklung, unserer Politik, abzustecken, um Prioritäten zu setzen und also ein gemeinsames Dach zu bauen, unter welchem sich eine gefällige politische Architektur abzeichnet, die mehrheitsfähig ist. Wir müssen endlich gemeinsam definieren, was wir gemeinsam wollen: Touristik, Stadtentwicklung, Verkehr, Kultur etc. Die ÖVP hat dies abgelehnt, die FPÖ war skeptisch, kam die „Idee“ doch von der vermeintlich „falschen Seite“.

Zunächst hat uns über viele Jahre das Thema „Hotel“ paralysiert, es schien so, als würde es gar keine anderen Themen mehr geben (ich habe immer wieder mit Nachdruck versucht, über leistbares Wohnen zu sprechen und mehr direkte Demokratie zuzulassen), nun rattert die Straßenbahn über jeden Versuch hinweg, grundsätzlich (!) über die Zukunft der Stadt zu reden. Ich weiß natürlich, dass die Straßenbahn-Causa für die Stadt und das Stadtbild von „gebieterischer“ Bedeutung ist, doch dieser Befund enthebt uns nicht von der Verpflichtung, „über den (Wahl-)Tag hinaus“ zu denken und zu planen.

Hier setze ich gerne an, wenn geschrieben wird, mein Freund und SPÖ-Mobilitätsstadtrat Sageder und ich würden verschiedene Wege gehen, die nicht zusammenpassen würden. Sageder war und ist DER „Motor“ der Straßenbahnverlängerung bzw. –einbindung. Dies mag man/frau befürworten oder eben auch nicht, Tatsache ist, dass er unendlich fleißig und sachlich „kundig“ ist, überzeugt von diesem Projekt und konsequent in der Umsetzung. Auch ist er der „Generalschrittmacher“ der Bürgerbeteiligung, hier und anderswo, dass wir in absehbarer Zeit einen „Generalverkehrsplan“, der überaus „bürgernahe“ erarbeitet wurde, bekommen, ist das Verdienst von SPÖ-Stadtrat Sageder.

ER ist der „Erfinder“ des Citybus-Systems in Gmunden und der größte Befürworter der Forcierung des öffentlichen Verkehrs. Dass ich das Gratisparken am Samstag fordere, ist kein Widerspruch. Ich bin ein Befürworter und Förderer des öffentlichen Verkehrs und jemand, der „die Autofahrer“ nicht „verdammt“. Ich befürworte einen vernünftigen und gangbaren „Mittelweg“. Ich bin der Auffassung, dass nach Fertigstellung der Straßenbahn-Durchbindung (und vergessen wir hier die positiven Aspekte der „Ostumfahrung“ nicht, auf deren Bau ich gemeinsam mit ÖVP-Altbürgermeister Herrmann, dem ich mich freundschaftlich verbunden fühlen durfte, sehr gedrängt habe), der Stadtplatz „autofrei“ gestellt werden sollte.

Ich will also, dass der schönste Stadtplatz Österreichs von den Autos befreit wird. Parallel dazu hätte die Stadtpolitik, so meine Meinung, die Aufgabe, gemeinsam mit Partnern, auf den „Michlgründen“ eine neue Tiefgarage zu errichten. Dies sollte unser nächstes großes Projekt sein.

Ich habe hier leider nicht den Platz, meine Vorschläge und Ideen zu erweitern und zu vertiefen, die wenigen Anmerkungen sollten jedoch genügen, um zu illustrieren, dass ich sehr wohl ein „Gesamtkonzept“ in der Schublade habe, der Vorschlag „Gratisparken“ war nur ein „Splitter“, ein Teilbereich, den ich ebenso zur Diskussion gestellt habe wie ich die anderen Steine dieses Mosaiks zur Diskussion stellen werde, weil ich der festen Überzeugung bin, dass der offene demokratische Meinungsaustausch das „Lackmuspapier“ für eine „neue Politik“ ist.

Dass dieser BLOG zu einem, zu „DEM“, für „echten Meinungsaustausch“ nutzbaren und (auch) um Differenzierung bemühten politischen „Marktplatz“ (im Sinne der athenischen Agoroa) gereift ist, bin ich dankbar, dies doch recht frei von „Populismus“, nicht jedoch frei von der Skepsis gegenüber jenen, die – ohne hinreichende Begründung – ALLES „in Grund und Boden“ verdammen, was „von der Politik“ kommt.


 

Posting.

totehosemadeingmunden
Gesendet am 17.03.2015 um 8:07 nachmittags

Keiner traut es sich aussprechen aber der Zug der Zeit ist abgefahren für Gmunden

vor 15 jahren hätte man aus gmunden noch was machen können …jetzt nicht mehr..

und vorchdorf? Weltstadt da muss ich lachen! Vorchdorf ein markt blüht nicht auf er ist schon lang verblüht!

Nach Vorchdorf fahren die menschen doch nur zum arbeiten und sind richtig froh wenn sie den kleinen schrulligen seltsamen Ort danach schnell wieder verlassen können !

und diese zwei orte gmunden und vorchdorf die ewig gestrigen die bereits von allen überholt worden sind will man jetzt verbinden um millionen mit einem pemperl zug?

Eine Verbindung Not mit Elend ist nur eine Steuerverschwendung..

Wie meine Vorredner gesagt haben wer etwas erleben oder einkaufen will fährt vöcklabruck oder wels da gibts sogar ein kino

das einzige was sinn machen würde wäre ein horror themen park..beginnend im unheimlichen vorchdorf dann eine fahrt mit der Geisterbahn nach gmunden..mit dem zug durch die unendlichen verlassenen wiesen und Wälder kirchhams fahren und am ende der wirkliche horror das rathaus Gmunden !

Das wäre eine gute einnahmequelle !


 

 

 

Schwierige Demokratie
17. März 2015

Heute:
Elisabeth Rumpf zu Bürgerlisten
Karl Kammerhofer detto

Liebe Leserleins!

Das Thema „Bürgerlisten“ ist heikel. Naturgemäss. Es gilt, die richtige Balance zu finden zwischen repräsentativer Demokratie und direkter. Denn oft dienen die Instrumente direkter Demokratie nur der Durchsetzung von Einzelinteressen. Andererseits: auch die repräsentative Demokratie leidet unter solchen Vorgängen. Gerade hier in Gmunden erleben wir, dass die angeblich repräsentative Demokratie von den Machthaberern gekapert worden ist – die enge Verflechtung von ÖVP und Unternehmer-Familien ist eklatant und eklatant schädlich. Mitunter tanzen auch die anderen Parteien bei diesem politisch unappetitlichen Reigen mit. Mal die SP, mal die FP, hin und wieder auch die Grünen. Insofern sind alle Bestrebungen, diese Machtstrukturen aufzubrechen, vorbehaltslos zu begrüssen.

Das ist mit einer der Gründe, warum wir hier im Blog versuchen, einer regen Diskussion Raum zu geben – auch ausführlichen, mitunter ausufernden Beiträgen. Dass ausgerechnet die ÖVP jede Art von Diskurs verweigert, ist bemerkenswert. Man setzt hier scheinbar auf die vermeintliche Machtbasis der absoluten Mehrheit. Die kann bald weg sein. Und ob die FPÖ nach den Wahlen dann wirklich mit Freude und in jedem Fall den Mehrheitsbeschaffer spielen wird, ist nicht so sicher. Auch ist nicht ganz klar, wie sich die Grünen verhalten werden. Bei der Bürgermeisterwahl sind sie unserer Ansicht nach den falschen Weg gegangen mit ihrer Zustimmung zu Krapf. Selbst wenn man Krapf den besten Goodwill entgegenbringt – ein Krapf macht sowenig wie eine Schwalbe schon den Sommer. Hinter ihm kauern die alten Machtkartelle. Krapf soll vorne den sonnigen, leutseligen Kumpeltyp geben, während im Hintergrund die alten Seilschaften weiter werken. So stellt man sich dort das zumindest vor. Hier werden die Grünen gefordert sein, sich eindeutig zu deklarieren. Wir vermissen auch, dass sich „offizielle“ Grüne hier mehr zu Wort melden. Seit Kammerhofer sein Mandat zurückgelegt hat, und jetzt – nach dem Ausscheiden von Elisabeth Rumpf aus den Funktionen – sind keine offiziellen Repräsentaten der Grünen mehr hier unterwegs. Wir bedauern das sehr.

Wir hoffen jedenfalls, dass bei der kommenden Wahl viele Listen antreten – und möglichst wenige Listen, die nur ein einziges Thema beackern. Wenn Frau Rumpf meint, die „Altparteien“ hätten Programme und Grundsätze, dann stimmt das zwar, nutzt aber in der Praxis wenig, weil diese Programme und Grundsätze meist hübsch beschlossen und ebensoschnell in den Schubladen verschwinden. Für die Beurteilung der politischen Praxis taugen diese Programme meist nicht viel. Die meisten Parteien sind da recht verludert, was ihre Inhalte betrifft. Was mit ein Grund ist, warum die Bindungskraft der politischen Parteien nachgelassen hat. Allerdings ist die Warnung von Frau Rumpf vor einer „Lobbykratie“ nicht unberechtigt – leider haben wir die jetzt schon, allerdings verdeckt und gut getarnt in so manchen Vertretern der „Altparteien“. Vielleicht wäre da eine mehr offenkundige Lobbyisten-Tätigkeit sogar besser für die Demokratie, weil man wenigstens weiss, wer hier Lobbying macht. Heute weiss man das leider sehr oft nicht, weil die Dinge ausgemauschelt und mittels „Fraktionsdisziplin“ durchgezogen werden.

Diese Fragen werden in den nächsten Monaten mit Sicherheit noch oft diskutiert werden. Mal sehen, was dann am Wahlabend das Ergebnis dieser Diskussionen ist.

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


 

Postings.

Elisabeth Rumpf
Gesendet am 16.03.2015 um 7:01 nachmittags

Liebe Babsy, ja ich befürchte, dass von Parteien initiierte Bürgerlisten keine Mehrheiten brechen und Meinungsvielfalt in einem Gemeinderat bewirken werden. Und reine Protestlisten bringen m.M.n. demokratiepolitisch da auch nichts weiter. Ein nur aus Protest und aus “denen da oben werden wir’s zeigen”, ohne Offenlegung politischer Haltungen und Grundsätze, ohne politisches Programm angestrebtes Mandat, entspricht nicht meinem Demokratieverständnis und könnte leicht in Lobbykratur ausarten..Was würde eine Regio-Kritische Liste zu brennenden Fragen der Flüchtlingsaufnahme, der Umverteilung, der Frauengleichberechtigung, um nur einige zu nennen, sagen?
Werter Wilhelm Krausshar, ich unterscheide zwischen BürgerInnenbewegungen, – initiativen und -listen. Und finde es wichtig, Motive und Antriebe, wie Anliegen der bewegten BürgerInnen zu hinterfragen. Nicht alle treten für das Gemeinwohl ein. Wäre es wünschenswert, wenn VertreterInnen einer Pegida im Parlament, im Gemeinderat säßen?
Und Herr König, zum Unterschied zu den meisten BL haben “Altparteien” ein Programm und politische Grundsätze. Basisdemokratisch, gewaltfrei, ökologisch, solidarisch, feministisch, selbstbestimmt – Grundsätze der Grünen stellen für mich Werte dar, für die immer noch zu kämpfen ist.
Werter Karl Kammerhofer, stimme dir völlig zu, dass demokratische Mehrheitsfindung in Vielfalt wünschenswert und anzustreben ist. Ich schaue da ín die Schweiz, denn mein Begehren ist nach direkter Demokratie. Finde echte Direktwahl auch besser als unser System. Bin für Experimente. Babsy, leider ist Vorarlberg halt näher an der Schweiz als Oberösterreich.


Karl Kammerhofer
Gesendet am 16.03.2015 um 8:21 vormittags | Als Antwort auf Bruno Haider .

Betrifft: Wels-Fahrt

Als ich noch in Scharnstein neben dem lebte war die Fahrt mit dem Zug ganz einfach – auch mit dem Auto, wenn man wollte.
Es gab aber einen Grund, warum ich in 90% der Fälle nach Gmunden gefahren bin:
In Gmunden ist mir das Herzerl mit dem Traunstein, dem See , den Ausichtscafes aufgegangen.

Ich sehe ja ein, das ist Geschmacksache. Anderen geht halt das Herzerl in Wels oder in Attnang-Puchheim auf.

Lieber Karl Kammerhofer! Könnte es aber nicht doch eher so sein, dass die Leute aus Vorchdorf zwar vielleicht am Wochenende nach Gmunden kommen, um das von Ihnen geschilderte zu geniessen und ihre Herzerln zu öffnen, aber während der Woche halt doch lieber nach Wels fahren und dort ihre Börseln öffnen? Einfach weil das Angebot besser. grösser, vielfältiger ist? Weil Gmunden schön zum Bummeln entlang der Promenade ist, aber die Geschäfte der Innenstadt meist keine Offenbarung sind? Und ins SEP fahren die sicher nicht – das ist schirch, unpraktisch und mit der Regio kommt man auch in Hinkunft nicht hin (wer latscht schon gern nach dem Einkauf mit Sackerln beladen eine ganz schön lange Strecke zur Haltestelle?). Vom Traunsteinblick und dem See hat man im SEP auch nicht wirklich viel.
Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


 

 

 

Bürgerlisten?
16. März 2015

Heute:
Drei Gastkommentare zu Bürgerlisten
von Wilhelm Krausshaar, Karlheinz König, Karl Kammerhofer

Liebe Leserleins!

Ihre Babsy freut sich. Es ist wunderschön, wenn Kommentare und Beiträge hier im Blog eine rege Diskussion auslösen. Diesmal ist es eine Wortmeldung von Elisabeth Rumpf, ex-Gemeinderätin der Grünen, die hier in eigenem Namen über Bürgerlisten nachdachte. Wobei Ihre Baby ehrlich zugeben muss, dass ich den Beitrag nicht ganz verstanden habe.

Zuerstmal denke ich, dass die Situation in der Steiermark ein sehr besondere ist. Nicht zu vergleichen mit zuletzt etwa Niederösterreich, wo viele Bürgerlisten getarnte Parteilisten, vornehmlich der ÖVP, waren. Das war Etikettenschwindel. In der Steiermark liegt die Sache doch deutlich anders. Dort haben SPÖ und ÖVP (unter dem falschen Marketingtitel „Reformpartnerschaft“) gegen den Willen vieler Bürgerleins eine Ortszusammenlegung erzwungen, obwohl man das Ziel einer gemeinsamen Nutzung von Infrastruktur auch anders erreichen hätte können.

Solche – mitunter durchaus sinnvollen Änderungen – brauchen Zeit, Bürgernähe, Gespräche, Überzeugungskraft. Insbesondere eben sehr viel Zeit. Das kann man nicht in ein oder zwei Jahren, mitunter auch nicht innerhalb einer Legislaturperiode, durch“ziehen“. Daraus resultierte eine Menge Verärgerung, Parteiaustritte bei beiden Parteien und nun in der Folge jede Menge Bürgerlisten, die zwar meist von düpierten Bürgermeistern angeführt werden, aber von den Bürgerleins durchaus geschätzt und unterstützt werden. Schon allein deshalb, weil es gegen die Grosskopferten geht, die sich nicht um diese Bürgerleins geschert haben und scheren. Da geht es wirklich darum, dass die Leute sich dagegen wehren, überfahren zu werden oder jetzt ihren Protest dagegen ausdrücken, dass man sie überfahren hat.

Aus der Stellungsnahme von Fr. Rumpf lese ich eine grosse Skepsis gegen Bürgerlisten heraus. Das verstehe ich nicht ganz. Wenn sie dazu dienen, politischen Parteien als Tarnung zu dienen, dann kann ich Fr. Rumpf verstehen. Aber eigentlich sind Bürgerlisten ein Instrument der Bürgerschaft, die sich gegen die Machthaberer wehrt. Diese Bürgerlisten werden zwangsläufig mehr, weil die Machthaberer sich immer weniger darum kümmern, was die Bürgerleins sagen und wünschen.

Gerade Frau Rumpf wäre geradezu eine idealtypische Politikerin und Bürgerin für die Gründung einer Bürgerinnenliste. Die zunehmende Ausdifferenzierung der politischen „Lager“ erfordert das geradezu. Frau Rumpf, eine gestandene Grüne und Bürgerrechtlerin, stimmt in manchen Fragen mit den „offiziellen“ Grünen nicht überein: sie hat, wenn ich das richtig mitbekommen habe, nicht verstanden, warum die Grünen für BM Krapf von der ÖVP gestimmt haben, sie bezieht in der Regio-Frage eine deutlich differenziertere Haltung als die Grünen. Hier hat derzeit die FPÖ eine Alleinstellung.

Warum also nicht etwa eine Regio-Kritische Liste, die sich auch mit der Machtverfilzung der ÖVP beschäftigt? Damit hätten jene Wählerleins, denen die FPÖ in manchen Fragen ebensowenig schmeckt wie die blinde Regio-Manie der SPÖ und die Grünen mit ihrer laschen Politik auf Landesebene, eine gute Alternative. Wir hier im Team schätzen, dass eine solche Liste durchaus das Potential für ein Stadtratsmandat hätte.

Wir sind mehr denn je davon überzeugt, dass es möglichst viele Listen bei der Wahl geben sollte – siehe auch den Kommentar von Karl Kammerhofer, dessen Ansichten in dieser Hinsicht wir völlig teilen. Erstens steigt mit jeder zusätzlichen Liste die Chance, endlich die absurd starke Macht der ÖVP zu brechen, andererseits würde das zu ganz neuen Abstimmungsmöglichkeiten im Gemeinderat führen – eben freie Meinungsbildung, freie Abstimmung und ein Ende mit dem sturen Abstimmen nach Parteigrenzen. Wechselnde Mehrheiten als Salz der Demokratie, als Widerspiegelung der Vielfalt der Meinungen, die heute in der Bürgerschaft herrschen. Wir haben keine fixen Lager mehr, die jeweils einheitlich eine Meinung haben. Das ist vorbei. Und schöner als das peinliche Anbiedern an die ÖVP, wie wir es derzeit von den Grünen und der SP auf Landesebene erleben, wäre es auch. Bürgerlisten statt Schleimspur! Gründet viele bunte Listen! Es gibt genug respektable Persönlichkeiten für das Bürgermeisteramt – die angebliche Erfahrung ist dank des Gmundner Bürgermeister-Azubis Krapf ohnehin kein Argument mehr. Jemand, der nicht aus der geschlossenen Gesellschaft der Schule, sondern mitten aus dem prallen Leben kommt, hätte da durchaus ansehnliche Meriten und viele Argumente für sich.

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl

Nachbemerkung: Ihrer Babsy und uns hier im Team gefällt das Modell, das es in einigen Vorarlberger Orten gibt. Die Bürgerleins schreiben die Namen jener Bürgerleins auf einen leeren, bloss linierten Zettel, die sie in den Gemeinderat wählen wollen. Dann wird gezählt, und die mit den meisten Stimmen sind gewählt. Wäre einen Versuch wert! Aber bevor hier in OÖ soetwas versucht wird …


 Frau Rumpf –
bitte nochmals nachdenken!

Ein Gastkommentar von Wilhelm Krausshar

Liebe Elisabeth Rumpf,
es ist schon eine eigenartige Auffassung von Demokratie, wenn eine Vertreterin der (ausgerechnet!) Grünen Partei, die aus einer Bürgerbewegung entstanden ist, sich so gegen Bürgerlisten wendet.
Offensichtlich hat sich auch bei Teilen der Grünen die Mentalität der Altparteien von “wir hier herinnen” machen Politik für “die da draußen” durchgesetzt.
Das ist ein wesentlicher Grund dafür, dass engagierte Bürger sich nicht mehr mit der Abgabe von Ideen bei den Parteifunktionären begnügen, ob die durch die Gegend fahrenden Autos nun blau, schwarz, rot oder grün sind. Denn die Menschen, die den Staat, das Bundesland, die Gemeinde ausmachen, wollen gehört werden, wollen mitgestalten und an der Zukunft ihrer Kinder mitarbeiten.
Grade die Grünen, die von vorn herein basisdemokratisch organisiert waren (ich weiß, wovon ich rede, war am Rande in der Hainburg-Zeit dabei), sollten sich an diesen Bürgerbewegungen und deren Diskussionen beteiligen. Es ist doch wichtiger, gemeinsame Lösungen für die anstehenden Probleme zu finden, als sich auf die jeweilige Lobbyposition zurückzuziehen und die Menschen, die anderer Meinung sind als die eigene Gruppe, als böse zu verunglimpfen.
Mit herzlichen Grüßen und der Bitte, darüber nachzudenken!
Willi Krausshar


Ein König bricht Lanze
für Bürgerlisten!

Ein Gastkommentar von Karlheinz König

der könig bricht eine lanze für die bürgerlisten
(ja, das ist originell)

die einschätzung von bürgerlisten fordert widerspruch heraus. aus verschiedenen gründen.

was unterscheidet einen gemeinderat der liste “für ein lebenswertes kumpitz” (oder was auch immer) von einem, an dessen türschild der name in rot oder schwarz gemalt wird? ausser der farbe natürlich (die frei wählbar ist)? die tatsache, dass er vorrangig für die lösung eines speziellen, eines für die gemeinde oder einen signifikanten anteil der wählenden bürger relevanten spezifischen problemes einsteht ohne rücksichten auf die haltung der fraktion in gemeinde, bezirk oder land nehmen zu müssen? oder fehlt ihm das know-how? allerdings ist gemeinderat, nach meinem wissen, kein lehrberuf, so gesehen sind sie alle laien und die ergebnisse beweisen das auch häufig.

den grossparteien laufen die wähler davon. was, bitteschön, sollte man sonst tun? rot und schwarz unterscheiden sich- in ihrer von aussen erkennbaren haltung- kaum noch, intern sind sie in unterschiedlich ausgeprägten grabenkämpfen erstarrt, da die einzelnen bünde und parteinahen organisationen auf ihrem einfluss beharren und so jede reform behindern die diese parteien für wähler wieder interessant machen könnte.
blau profitiert von der aus ihrer sich dankenswerten arbeit der vorgenannten und würden nicht immer wieder frakturtätowierte gemeinderäte zrückgetreten werden müssen und die blau verursachte HAA-affäre (mit dem nahezu ähnlich desaströsen krisenmanagement der rotschwarzen) immer noch die schlagzeilen beherrschen, käme es vielleicht zu einem ernstzunehmenden zugewinn.
die grünen, mein gott, die grünen… was ist aus deren hehren zielen geworden? eine ökologische partei als steigbügelhalter für eine ökonomische in drei von neun bundesländern (wien, und die dreierkoalitionen lasse ich unberücksichtigt) relativieren den anspruch. und zu allem übel zeichnen sich die zuständigen umweltlandesräte holub (görschitztal) und anschober (ohlsdorf) auch noch durch offenbare hilflosigkeit innerhalb grüner kernkompetenz (aus welchen gründen immer) aus.
die selbstzerfleischer an der politischen wahrnehmungsgrenze, stronach (wir erinnern uns alle an die skurrilen auftritte des onkel fränk, nicht!) und die neos (wenn wir schon mit unserer vorstellung des turbokapitalismus nicht punkten können, erstreiten wir uns zumindest das recht, mit einem nudelsieb auf dem kopf auto zu fahren, ARR!), sind vernachlässigbar.

dass gerade auf bundesebene das gründen neuer parteien zu einer lähmung führen muss, erklärt sich durch die sich hierdurch ergebenden koalitionsverhältnisse selbst und darf zumindest beim TS mit als gründungsgrund vermutet werden.

es stimmt also. die grossparteien sind auslaufmodelle, wenn sie nicht endlich im einundzwanzigsten jahrhundert ankommen und politik über die köpfe und die ängste der menschen hinweg machen. kein bürger will ernsthaft TTIP, das immer wieder von der politik verharmlost wird (und die menschen meines alters wissen auch, dass der beitritt zur eu, das als union in dem “milch und honig fliessen” angepriesen wurde, zumindest zeitweilig von allen grossparteien beworben wurde, zweien kategorisch und einer je nach gerade vorherrschender stammtischmeinung. und auch, dass er nicht zum versprochenen erfolg führte), keiner will für entscheidungen wider den hausverstand bezahlen und keiner würde den spatenstichpolitikern auch nur einen sack mehl anvertrauen, wäre er nicht machtlos.

dieses klima gebiert aber, zwangsläufig, auch menschen, die sich ihrer verantwortung bewusst sind. menschen, die sich nicht, oder auch nicht mehr, mit den etablierten parteien anfreunden können. und genau diese menschen sind es, die sich in bürgerlisten formieren. allein die tatsache, dass sie (ich übernehme die prozente ungeprüft) bis zu 20% der stimmen einer kommune auf sich vereinen können zeigt, dass sie näher am bürger und dessen willen sind.

wie sie ihre plakate finanzieren, weiss ich indes auch nicht. ginge es nach mir, gäbe es gar keine, weder auf gemeinde-, landes- oder bundesebene. und auch keinen wahlkampf (den alle bezahlen und für den ressourcen aufgewandt werden, die sich zweifelsfrei für sinnreicheres einsetzen liessen), an den früchten ihrer arbeit sollen sie gemessen werden, nicht an (rechtlich nicht bindenden) wahlversprechen. aber leider haben bisher noch alle versagt.


Vielfalt statt Einfalt

Ein Gastkommentar/offener Brief von Karl Kammerhofer

Lieber Zwicktsmi,

Nicht an Gmunden und seine Parteien verzweifeln. Die Antwort ist ganz einfach. Wähle Dich doch selbst. Die Begründung:

Meine Befragung im September in Gmunden hat ergeben, dass zumindest eine neue Oppositionspartei (Gmunden hätte gleich für mehrere Platz) mit vernünftigen Leuten und einem frischen Programm in Gmunden 4-6 Mandate und einen Stadtrat schaffen könnte. Eine gute Mehrheit der GmundnerInnen  will sogar ausgesprochen neue Parteien mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Ja, 70 % der Gmundner haben Freunderlwirtschaft und Korruption voll satt und wollen vor allem mehr direkte Demokratie.

Nehmen wir uns doch ein Beispiel an Lindau am Bodensee. Eine schwarze, alte historische Stadt am Bodensee in einem schwarzen Land (Bayern). Lindau – doppelt so groß wie Gmunden – wurde ewig von der CSU und seinen Amigos und CSU Oberbürgermeistern regiert. 2012 hatten die Kommunalwahlen. Wie sind jetzt die 30 Mandate (Stadträte verteilt)?   Bitte fest anhalten:

CSU………………………….7 Sitze ( nur mehr ca. 23%)
Bunte Liste……………….5 Sitze
SPD………………………….4 Sitze (jetzt rund 13%)
Junge Alternative………3 Sitze
FB……………………………3 Sitze
Lindau Initiative……….3 Sitze
ÖDP (Öko Partei)……..2 Sitze
Freie Wähler  …………..2 Sitze
FDP…………………………1 Sitz

Und dann kam es im vormals schwarzen Lindau 2012 auch noch zur Oberbürgermeister Wahl.

Die CSU hatte im ersten Wahlgang noch die Nase vorne, aber sie hatte nicht genügend Stimmen zur Mehrheit. Die CSU musst gegen einem SPD Kandidaten in die Stichwahl. Und das Ergebnis? Der SPD Mann (Dr. Ecker) gewann trotzdem die Stichwahl mit 60,3%, obwohl seine Partei gerade einmal auf 13% kam. Der SPD Mann mit einer schwachbrüstigen  Mutterpartei hatte den Mut, sich der schwarzen CSU Übermacht zu stellen – und gewann. Auch jetzt 3 Jahre später, ist Dr.Ecker von der SPD unbestritten und anerkannt.

Also lieber „Zwicktsmi“,  die CSU in Lindau ist bei NEUN PARTEIEN auf 23 % heruntergerasselt und die SPD mit mauen 13% stellt jetzt den Oberbürgermeister. So schauts aus, wenn man will und nicht mit der Faust in der Tasche jammert und raunzt.

Glück Auf mit schönen aufmunternden Grüßen
Karl Kammerhofer (ehemal. Gemeinderat – der bei seinem Rücktritt 2014 immerhin schon 73 Jahre jung war)


Posting.

Bruno Haider
Gesendet am 15.03.2015 um 10:54 vormittags

Liebes Gmundl Team!

Einfach zum Nachdenken. Ich habe am 08.03.2015 um 10:00 Uhr eine Autofahrt von “Vorchdorf Zentrum” nach “Weis Messegelände” gemacht. Distanz über die Westautobahn 27 km und eine Fahrtzeit von 15 Min.

Frage: Wer nützt den “Regionalzug Vorchdorf – Gmunden” für 15 Km und 30 Min Fahrtzeit um eine leere Einkaufsstadt zu besuchen, wo er in Wels in halber Zeit, eine Menge toller Einkaufszentren mit grosser Auswahl an Produkten finden kann.

Bruno


 

Sonntagsruhe
15. März 2015

Heute:
Gastkommentar Elisabeth Rumpf
Gastkommentar FPÖ/Beate Enzinger

Liebe Leserleins!

Ihre Babsy hat heute Sonntagsruhe und macht es sich gemütlich. Heute also einfach zwei Gastbeiträge.
Einmal Elisabeth Rumpf, die sich Gedanken über das Phänomen „Bürgerliste“ macht. Und Staträtin Beate Enzmann stellt die offizielle Haltung der FP-Gmunden zur Regio (SRT) dar.

Rege Kontroverse und trotzdem geruhsamen Sonntag wünscht

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


 Mach ma halt a Bürgerliste

 Gastkommentar von Elisabeth Rumpf

Es gibt ein neues Phänomen in der österreichischen Wahllandschaft.

Bürgerlisten werden wie wild aus dem Boden gestampft. Bei den Gemeinderatswahlen in Kärnten und in Niederösterreich traten in fast allen Orten Listen an und erhielten zum Teil 20 und mehr Prozent der Stimmen. .

Wenn du durch die Steiermark fährst, fallen unzählige Plakate, ja sogar Großplakate von Bürgerlisten auch in kleinen Dörfern ins Auge. Ich frage mich, wer bezahlt die? Und ich finde keine inhaltlichen Botschaften, keine politischen Grundsätze, keine politischen Programme auf diesen Plakaten, nur polarisierende Pro oder Contra- Texte.

Den Parteien, vor allem den Großpartein, laufen die Leute, die WählerInnen davon. Und VertreterInnen selbsternannter Bürgerlisten werden in die politischen Gremien eines Gemeinderates gewählt, werden beauftragt Politik für alle MitbürgerInnen zu machen.

Das ist nicht direkte Demokratie, das ist nicht BürgerInnenbeteiligung, das ist nicht Politik für alle. Meiner Meinung nach wird hier Parteiendemokratur durch Lobbykratur einer besonderen Art zusätzlich unterstützt. Ich sehe darin eine verstärkte Aushöhlung von Freiheit, Demokratie und Rechtssicherheit, die nicht zu einem guten Leben für Alle führt, sondern wieder nur zu einem sehr guten Leben für Wenige.


 SRT-STOPP notwendig!

Gastkommentar von Beate Enzmann (FPÖ-Gmunden)

Bereits hinausgeworfenes Steuergeld rechtfertigt nicht, dass man noch viel mehr Geld für sinnloses und gefährliches Projekt nachwirft!

Verantwortungsloses Vorgehen der Politiker gefährdet Innenstadt, Kaufleute und Wirte!

Oberstes Ziel aller Aktivitäten der Gmundner Freiheitlichen ist und bleibt auch zukünftig die Minimierung des Risikos für die Kaufleute und der Häuser der Innenstadt und die Erhaltung der Lebenskraft unserer Stadt.

Die FPÖ-Gmunden hat im Gemeinderat z.B. erreicht, dass die teuren und umfangreichen Beweissicherungsmaßnahmen an den, durch Bau und Betrieb der StadtRegio-Tram gefährdeten, historischen Häusern nicht von den Hausbesitzern getragen werden müssen.

Aber:

  • Wieso setzt man die weltberühmte historische Altstadt überhaupt diesem unkalkulierbaren Risiko aus?
  • Warum riskiert man leichtfertig einen existenzgefährdenden Umsatzrückgang für die Gmundner Kaufleute und Wirte?
  • Warum weigert man sich seit Jahren beharrlich, wesentlich sinnvollere und risikolose Alternativen überhaupt zu diskutieren?

Seit !!!Anfang 2013!!!, verlangt nun die FPÖ-Gmunden, den Einsatz von batteriebetriebenen Elektrobussen in der Gmundner Innenstadt zu prüfen. Damals wäre ein Umstieg noch ganz leicht möglich gewesen. Heute ist es etwas schwieriger, aber nicht unmöglich.

  • Durch den Einsatz von E-Bussen könnten wir uns viel ersparen.
  • Er wäre vollkommen ohne Risiko für die Kaufleute und die historische Bausubstanz.
  • Die Busse kosten einen Bruchteil der Züge. Wenn sie sich nicht bewähren, verkauft man sie wieder.
  • Der Bau der SRT ist hingegen irreversibel. Bei einem Misserfolg sind alle dafür aufgewendeten Geldbeträge verloren.
  • Busse können sofort ohne teure, aufwändige Bauarbeiten und Sicherungsmaßnahmen eingesetzt werden.
  • Es wäre keine 18-monatige Einbahnregelung und 1-monatige Totalsperre der Traunbrücke notwendig.

Zur Argumentation von Bgm. Krapf:

  • Das Argument, dass wir ohne SRT keine neue Traunbrücke bekämen, stimmt nicht. Der Beschluss des Gemeinderats, die B120 durch Gmunden nach Fertigstellung der Nord- und Ostumfahrung vom Land OÖ zu übernehmen ist nun !!!40 Jahre alt!!! Damals war die Brücke neuwertig! Sie müsste daher also vor der Übernahme durch die Stadt Gmunden sowieso auf Kosten des Landes OÖ saniert und auf den neuesten Standard gebracht werden.
  • Herr Bgm. Krapf führt als Hauptargument dafür, warum die SRT weitergebaut werden muss, den Verlust bereits dafür eingesetzter Mittel an. Rechtfertigt das bereits zum Fenster hinausgeworfene Steuergeld denn, dass man noch viel mehr Geld für dieses sinnlose Projekt hinterherwirft? Das ist ein verantwortungsloses Vorgehen!
    Die Gmundner Bevölkerung wird vor vollendete Tatsachen gestellt und darf nun dankbar sein, dass man ihr verspricht, den Schaden für die Innenstadt – wieder durch den Einsatz von viel Steuergeld! – nach Möglichkeit zu begrenzen.
  • Wenn Herr Bgm. Krapf davon spricht, dass ein Ausstieg aus dem Projekt zuviel Geld kosten würde, hat er außerdem vergessen, die Kosten-Ersparnis durch den Umstieg auf E-Busse in seine Rechnung einzubeziehen. Diese würden unseren Berechnungen nach 40-50 Mio Euro betragen.
  • Hingegen kosten Anschaffung und Installation von E- Bussen laut LH-Stv Entholzer nur rund 10-15 Mio Euro.

Postings.

zwicktsmi
Gesendet am 14.03.2015 um 12:27 nachmittags

Bitte wen soll man in gmunden wählen

Eine jede partei eine Katastrophe

Und und es ist egal wen man wählt entscheiden tun in gmunden der Asamer und die Raiffeisenbank und 14 reiche Familienclans!

Gmundner lasst euch nima Pflanzen nehmts den wahlzettel als klopapier dann hat er wenigstens einmal an sinn ghabt der Zettel !


Gernot Grübel
Gesendet am 14.03.2015 um 9:03 vormittags

Zu: “Seit wann entscheiden Richter über Projekte?”
Bitte die Gewaltenteilung beachten: Die “Politik” entscheidet über “Projekte”, sie muss sich aber bei der Umsetzung an die Gesetze halten. Und darüber entscheiden Gerichte und/oder Behörden.
Das heißt, ein von “Politikern” (aber auch von “normalen” Bürgern) gewünschtes Projekt ist nur umsetzbar, wenn es den Gesetzen entspricht. Behörden und Gerichte “verhindern” Projekte nicht, sondern entscheiden nur darüber, ob das Projekt dem Gesetz entspricht oder nicht.


 

 

 

Regio-Disput & 250.000 Besucherleins
14. März 2015

Heute:
Gastkommentar von steinläusin

 

Liebe Leserleins!

Gestern haben wir „magische“ Zahl erreicht: eine Viertelmillion Besucherleins, seit es den Blog gibt. Da hält sogar Ihre Babsy kurz den Atem an. 250.000. Hätten wir am Anfang nicht geglaubt, dass sowas möglich ist. Wir danken allen, die diesen Blog besuchen, um sich eine Meinung bilden zu können. Denn das ist der Sinn der Sache, oder?

Die Debatte über den Parkplatz-Vorschlag von SP-Dickinger ist in eine Grundsatzdebatte darüber gemündet, wie es mit der Innenstadt weitergehen soll und kann. Finden wir gut. Denn das ist der Kern der Frage. Auch beim Regio-Disput geht es genau darum.

Heute ein paar besonders interessante Anmerkungen in den Postings. Dass man seitens der Befürworter der Regio meint, man könne irgendwelche Politbeschlüsse nicht von Richtern prüfen lassen, das gefährde den Rechtsstaat, das ist nur noch kurios. Die haben das Wesen des Rechtsstaates nicht verstanden: auch die Politik muss sich an Gesetze halten. Wer „in einem solchen Rechtsstaat nicht leben will“ muss in einen Willkürstaat übersiedeln. Davon gibts eh eine ganze Menge. Amnesty kann da sicher sachdienliche Hinweise geben, wo man den Rechtsstaat am optimalsten ignoriert. Auch Mehrheitsbeschlüsse müssen in einem Rechtsstaat im Rahmen der Gesetze und der Verfassung erfolgen.

Und jetzt viel Vergnügen und Erleuchtung bei den Postings und dem Gastkommentar.

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


 

Stadt als Riesenspielzeug

Gastkommentar von steinläusin

Ja, hallo geht’s noch ? So ein Vorschlag kann nur von jemand kommen, der nicht in der Stadt wohnt, die Stadt nicht frequentiert, null Ahnung von Wirtschaft hat und die Stadt maximal als Eventmöglichkeit sieht.
Ein bisserl Gratisparken, dann spielen wir noch Brücke sperren – ein Zeichen setzen – für eineinhalb Jahre Bauzeit !
Nach drei Monaten evaluieren wir das Ganze und was, bitte schön, soll dabei herauskommen ?
Begegnungszentrum, Wohnstadt und all das strapazierte Vokabular sollen doch nur darüber hinwegtäuschen, daß durch die Wahnsinnsbaustelle Regiotramdurchbindung, Gmunden der endgültige Todesstoß versetzt wird.
Das ist der Stoff, aus dem das (Un)Verständnis der Politiker, ihrer Stadt und deren Bewohner gegenüber, besteht.

Warten wir doch die Fertigstellung der Umfahrung ab. Dadurch wird sicher ein großer Teil des Durchzugsverkehrs herausgefiltert. Oder darf dieses Ergebnis gar nicht “beurteilbar” werden und darum auch die Eile mit der Baustelle, vorher noch zu beginnen.

Apropos Durchzugsverkehr, der rollt eh nur mehr zu den Stoßzeiten und bei Schönwetter ( traumhafter Blick von der Brücke = Kurzer Genuss ) sonst gibt es absolut keinen Stau ( siehe Fotos ). Dieser Durchzugsverkehr rollt wohin – erraten – von den Randgebieten durch die Stadt zum Einkaufszentrum und retour. Auf dem Weg zur und von der Arbeit schnell die Einkäufe erledigen und damit basta. Dienstag Markttag und am Freitag mit dem Auto zum Bauernmarkt oder bei Bedarf nach Regau zum selbigen und die Woche geht somit an der Stadt vorbei. Der Konsument hat die Stadt verlassen, one stop ohne Parkgebühr und ohne Ausblick auf einen Strafzettel, ganz klar, man sitzt ja sowieso im Auto!

Dank allen, die trotz dieser Widrigkeiten die Stadt frequentieren.

Nicht Jammern lieber Konsument, Du produzierst Dir mit Deinem Verhalten das Erscheinungsbild Deiner Stadt selbst oder halt – ist es vielleicht doch politisches Konzept mittels fehlgesteuerter Raumordnung all diese Flächenversiegelung am Rande der Orte zu ermöglichen und dann zu behaupten – der Konsument will das so ?
Nicht umsonst ist die pro Kopfverkaufsflächendichte in Österreich am höchsten.


Die Postings. Umgekehrt chronologisch.

AndyB
Gesendet am 14.03.2015 um 5:14 vormittags

Sicher, sicher …..

Ich habe schon etliche Male im Blog Bad Ischl als positives Beispiel angeführt und auch ich bin für eine “Fußgängerzone”, wie ich mehrfach schon gepostet habe.

Auf der anderen Seite ist es allerdings vermessen, die paar hundert Meter Straße, mit einer Handvoll Geschäften, mit Bad Ischl oder gar Wien zu vergleichen.

Allerdings ist Herr Kammerhofer, wie mir in Erinnerung ist, aber auch für die RegioTram!

Beides geht aber nicht. Eine Fußgängerzone, durch die alle 15 Minuten ein Regio Ding fährt, ist keine Fußgängerzone.

Da sehe ich halt einen großen Widerspruch.

Außerdem hat man mir im Blog erklärt : eine völlige Umwandlung in eine Begegnungs-/Fußgängerzone würde niemals genehmigt werden.


Statistikat2
Gesendet am 13.03.2015 um 12:32 nachmittags

Zum Gastkommentar von Nixx Fix:
Das eigenartige Verständnis der Bahn- Huldiger für den Rechtsstaat und Bürgerbefragungen zeigt sich in einem Disput, der auf Facebook ausgetragen wird. Es klingt irgendwie nach Griechenland: Wahlversprechen sind einzuhalten und dürfen keinesfalls rechtsstaatlich in Frage gestellt werden. Und vor allem: Einfach Eisenbahn drüber. Hoffen wir auf einen Strexit!

Eine Posterin schreibt:
“Es gibt in unserem Land für die Bürger einen Rechtsweg. Dieser steht jedem offen. Sie sind der Meinung, dass dies eine Anmaßung und eine Frechheit ist? Ich nicht. Die Vorgangsweise nach dem Motto “Da fährt die Eisenbahn drüber” muss sich keiner der Betroffenen gefallen lassen. Auch nicht, wenn Politiker Wahlversprechen abgeben. Es ist übrigens keine “Armee” von Anwälten erforderlich. Gott sei Dank, denn die Betroffenen haben ja kein Budget aus Steuergeldern zugeteilt bekommen, um ihre Rechte zu verteidigen. Dieses Projekt wurde angeblich schon 2003 beschlossen. Zeit genug, alle rechtlichen Rahmenbedingungen mit den betroffenen Hauseigentümern abzuklären, hätten die Projektbetreiber ja gehabt. Sie tun übrigens gerade so, als ob die letzte Gemeinderatswahl eine verbindliche Volksabstimmung exclusiv über die Durchbindung der Vorchdorferbahn durch Gmunden gewesen wäre. DAS ist ein eigenartiges Demokratieverständnis. Ich kann mich nicht erinnern, dass sich eine “Partei zur Durchbindung der Vorchdorferbahn durch das Stadtzentrum” zur Wahl gestellt hätte. Offengelegt waren die wichtigsten Eckpunkte dieses Projektes 2009 nicht. Aber fragen sie doch einfach beim Vizebürgermeister Dickinger nach. Der hat sich schon 2011 dafür stark gemacht, dass über große Projekte die BürgerInnen genau informiert und DANACH gefragt werden sollen!”

JA zur Straßenbahn in Gmunden schreibt:
Seit wann entscheiden Richter über Projekte? In so einem Rechtsstaat möchten wir nicht leben. Jeder hat das Recht, zur Wahl zu gehen, sich Partei- und Wahlprogramme anzusehen und dann seine Entscheidung zu treffen. Das gesamte Projekt war offengelegt, die Gmundner haben bei den letzten Wahlen entschieden. Jetzt per Anwaltsarmee das Einlösen eines Wahlversprechens behindern zu wollen: DAS ist Arroganz. Die nebenbei Steuergeld kostet. Es hat jeder das Recht, etwas schön oder häßlich, zu finden. Zu glauben, sich aber per Anwaltsarmee ÜBER demokratische Entscheidungen hinwegsetzen zu können, finden wir, gelinde gesagt, eine grenzenlose Anmaßung und Frechheit. Wenn Sie glauben, dass Entscheidungen an Ihnen vorbei getroffen werden, dann sollten Sie Ihre Augen und Ohren offenhalten. Wenn Sie das (bei der letzten Wahl) verpasst haben, ist das Ihr Problem, mit dem Sie nun zurecht kommen müssen. DAS ist Demokratie.


AndyB
Gesendet am 13.03.2015 um 11:58 vormittags

@Herrn Kammerhofer

Sagte die Mehrheit der Gmundnerinnen und Gmundner, gemäß Ihrer Befragung im Herbst 2014 auch : Straßenbahn rein?

Ist das nicht ein Widerspruch an sich, wenn Sie, als RegioTram Befürworter, eine Sperrung der Traunbrücke befürworten (Parken auf der Traunbrücke, aber vierspurig).

Wo soll dann die RegioTram fahren?

Sie führen Bad Ischl als gutes Beispiel an, da fährt aber keine RegioTram durch die Fußgängerzone ……

Eine Fußgängerzone ist eine Fußgängerzone, wie der Name schon sagt. Da fährt nichts (mit Ausnahme von Lieferfahrzeugen zu bestimmten Zeiten).

Lieber AndyB!
Achtung bei Wortmeldungen von Karl Kammerhofer – die sind meist ziemlich ironiegetränkt, und es ist nicht immer einfach zu erkennen, wo die Grenze zwischen Ironie und ernstgemeint verläuft. Wir in der Redaktion haben es so verstanden: das mit dem Parken auf der Brücke meint er ironisch. Der ernste Hintergrund: unseres Wissens ist Kammerhofer für eine Totalsperre der Stadtdurchfahrt während des Tages – nach dem Modell der oberitalienischen Seen. Der Sager mit dem Parken auf der Brücke soll darstellen – so unsere Interpretation – wie absurd der massenhafte Individualverkehr ist, und dass man das Problem nicht mit kostenlosen Parkplätzen, sondern nur mit der Sperre der Stadt lösen kann.
Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


AndyB
Gesendet am 13.03.2015 um 5:52 vormittags | Als Antwort auf dagobert zehschütz .

Naja, ich stehe dem “überall umsonst parken” und auch sonst alles mögliche “umsonst” etwas skeptisch gegenüber.

Ich befürchte eher, überall “umsonst” parken würde Dauerparkern entgegen kommen und nicht mehr Besucher in die Innenstadt locken. Die Parkgebühren finde ich persönlich jetzt nicht so tragisch oder überhöht. Es gibt Städte wo man für 20 Minuten parken 1 Euro zahlt = 3 Euro die Stunde und trotzdem findet man keinen Parkplatz.

Wie ich bereits geschrieben habe, so müsste es erst einmal Gründe geben die Innenstadt zu besuchen.

Würde eine generelle Grundsteuersenkung/Befreiung für Hausbesitzer nicht eher denen nutzen, die eh genug Geld haben oder den Besitzern von Zweit-Wohnsitzen? Davon gibt es eh schon viel zu viele und die sollen dann auch noch weniger zahlen?

Jemand der seinen ständigen Wohnsitz hier hat, der gibt auch zwangsläufig mehr Geld hier aus, was auch mehr Umsatz für die Geschäfte bedeutet. Außerdem zahlt er hier seine Steuern.

Wer bezahlbaren Wohnraum schafft, der sollte entlastet werden, aber generelle Vergünstigungen für Haus- und Wohnungseigentümern würden genau die falschen Bürger entlasten.


 

Parken … und dann?
13. März 2015

Heute:
Gastkommentar von Karl Kammerhofer
Gastkommentar von Luzifer

Liebe Leute!

Immerhin ist es dem Christian Dickinger gelungen, hier eine Debatte loszutreten. Sie geht weiter. Heute zwei Gastkommentare zum Thema.

Wie man hört, hat die Regierung gekreißt und ein Mäuslein geboren: eine Steuerreform. Jene Bürgerleins, die sich von dem, was bisher durchgesickert ist, verarscht fühlen, dürften zurecht dieses Gefühl haben. Sieht so aus, als ob es der Regierung gelungen wäre, ein Maximum an Verärgerung zu produzieren, statt allgemeine Zufriedenheit über ein paar Euronen mehr in der Tasche. Trügt die Bürgerleins das Gefühl, dass die Regierung ihnen mit einer Hand und mit grosser Geste ein paar Münzen rüberschiebt, während sie heimlich mit der anderen Hand schon in die Tasche greift, um dort ein paar Scheinchen zu grapschen? Wir werden sehen, wenn die Details da sind. Wir versuchen jedenfalls möglichst schnell einen fachkundigen Kommentar aufzutreiben, in dem uns erklärt wird, ob wir uns freuen, fürchten oder nur still lächelnd abwarten sollen.

Derweil spulen die Landeshauptleute ihr übliches Spiel ab – Vergeudung, Vergeudung, Vegeudung. Der Bund soll ihnen die Last der Haftungen aus der Hypo-Alpe-Pleite abnehmen. Liebe Leserleins! Wer es noch nicht gemerkt hat: die Landeshauptleute haben genau null Euronen eigener Steuern. Das zahlen alles die Bürgerleins, denen es egal sein kann, aus welcher Kasse es kommt – gefühllt wird sie immer von ihnen. Insofern ist es uns Bürgerleins egal, wenn das Land brennt oder der Bund. Aber einer Sache ist sich Ihre Babsy inzwischen sicher (dank der Gmundner Verschwundungs-, wollte schreiben Verschwendungsorgien): jeder Cent, den die Landeshauptleute bekommen, ist einer zuviel. Die Bundesländer sind eine völlig sinnlose Einrichtung zur spurlosen Beseitigung von Steuergeldern. Man kann sich als Oberösterreicher, Wiener, Kärntner, Steirer etc. auch dann fühlen, wenn es die Bundesländer nicht mehr gibt. Ich brauche jedenfalls keine Bundesländer.

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


 

Ja zum Gratisparken!

Ein freudiges Ja für das  kostenloses Parken in Gmunden
Gastkommentar von Karl Kammerhofer gerichtet an Ch. Dickinger

.…..auf der Traunbrücke und zwar vierspurig !

Postscriptum:
Die Mehrheit der Gmundnerinnen und Gmundner will, gemäß meiner Befragung im Herbst 2014, etwas anderes: Autos raus aus der Innenstadt und ohne Vergabe von Privilegien. Die Mehrheit der Wählerinnen und Wähler durchschauen dieses populistische Geschwätz mit Gratisparkplätzen in der Innenstadt. Gmunden geht unter mit den täglich 15.000 Fahrzeugen ( 10 bis 15 Tonnen CO2 täglich!), welche durch die Innenstadt stinken, brummen und rattern. Das geht den Menschen in Gmunden wirklich auf den Keks. Aber wer sagt, dass die Sozialdemokraten ernsthaft die Mehrheit in unser Stadt haben wollen?

Lieber Christian, schau Dir doch die Bad Ischler Sozialdemokraten an, wie die erfolgreich Kommunalpolitik machen, oder schau in die die Wiener Mariahilferstraße, wie es dort voll Leben wurlt – auch ohne Parkplätze. Auch die Befragung der Geschäftsleute und der Bevölkerung in diesen Wiener Bezirken war eindeutig.
Dies in aller Freundschaft samt einem Glück Auf – Karl


 

 SP-Gmunden:
schlüssige Verkehrspolitik?

Gastkommentar von Luzifer

Grundsätzlich finde ich es gut, wenn hier auch scheinbar nicht so Wichtiges behandelt wird. Es ist daher ok, wenn Herr Dickinger hier einen Vorschlag promotet, der vielleicht nicht alle Probleme Gmundens lösen kann, aber zumindest das Nachdenken wert ist. Die superüberdrüber tolle Lösung darf man von der Politik nicht verlangen, das schaffen die nie. Wahrscheinlich gibt es die auch nicht.

Was mich aber wirklich irritiert, ist was ganz was anderes. Reden die in der SPÖ nicht miteinander? Der Sageder vertritt doch mit der Regiobahn eine ganz andere Position. Für mich ist es Widersinn, wenn man viele Dutzende Millionen in die Regiobahn steckt, nur um dann die Parkplätze von Gebühren zu befreien.

Für mich sind das zwei verschiedene Konzepte: entweder Förderung des öffentlichen Massenverkehrs und hohe Parkplatzgebühren, oder wenig Öffi aber alles für den Individualverkehr. Die eierlegende Verkehrswollmichsau gibt es nicht. Wenn die Leute billiger mit dem Auto in die Stadt kommen, werden sie erst recht nicht die Regiobahn benutzen.
Wenn man die Parkplätze in der Innenstadt gratis macht und gleichzeitig die Zufahrt über die Brücke sperrt, dann fühlen sich die Leute aber wiederum gepflanzt. Wenn die Leute bei gesperrter Brücke über die Umfahrung in die Innenstadt und ihre Parkplätze fahren, ist das ökologisch zwischen Unsinn und Wahnsinn. Man müsste also jede Menge Parkplätze, Parkhäuser?, auf beiden Seiten der Stadteinfahrt bereitstellen. An denen aber wiederum die Regiobahn zielsicher nicht vorbeifährt.

Man kann es drehen und wenden, wie man will, aber der Vorschlag von Herrn Dickinger ist nicht zu Ende gedacht und steckt voller Widersprüchlichkeiten.

Ich glaube, Herr Dickinger sollte noch einmal nachdenken und seinen Vorschlag so überarbeiten, dass sein Konzept in sich schlüssig ist und nicht mit dem kollidiert, was sein Parteifreund Sageder mit der Regiobahn betreibt. Die Parkplatzidee ist jedenfalls mit der Idee des Vorrangs des öffentlichen Verkehrs nicht kompatibel. Da wird man sich entscheiden müssen.

Eine Frage stelle ich mir schon seit einiger Zeit. Wie will die SP es schaffen, im Wahlkampf die Verkehrspolitik von Herrn Sageder und die Parkplatz-Politik von Herrn Dickinger unter einen Hut zu bringen? Nach meinem Gefühl, das ich aus vielen Gesprächen über das Thema bekommen habe, schadet außerdem Herr Sageder mit seinen für mich unbedachten Aussagen sowohl der SPÖ bei den Wechselwählern als auch dem Projekt Regiobahn in einem Aufwaschen. Da sollte die SPÖ sich etwas einfallen lassen. Sonst geht sie bei den kommenden Wahlen baden, aber nicht gemütlich im Hochsommer im Traunsee, sondern beim Wahlergebnis im frischen Herbst.


Weitere Postings zum Thema Parken. Wie immer umgekehrte Reihenfolge des Eintreffens.

AndyB
(Antwort auf Dagober Zehschütz)
Naja, ich stehe dem “überall umsonst parken” und auch sonst alles mögliche “umsonst” etwas skeptisch gegenüber.

Ich befürchte eher, überall “umsonst” parken würde Dauerparkern entgegen kommen und nicht mehr Besucher in die Innenstadt locken. Die Parkgebühren finde ich persönlich jetzt nicht so tragisch oder überhöht. Es gibt Städte wo man für 20 Minuten parken 1 Euro zahlt = 3 Euro die Stunde und trotzdem findet man keinen Parkplatz.

Wie ich bereits geschrieben habe, so müsste es erst einmal Gründe geben die Innenstadt zu besuchen.

Würde eine generelle Grundsteuersenkung/Befreiung für Hausbesitzer nicht eher denen nutzen, die eh genug Geld haben oder den Besitzern von Zweit-Wohnsitzen? Davon gibt es eh schon viel zu viele und die sollen dann auch noch weniger zahlen?

Jemand der seinen ständigen Wohnsitz hier hat, der gibt auch zwangsläufig mehr Geld hier aus, was auch mehr Umsatz für die Geschäfte bedeutet. Außerdem zahlt er hier seine Steuern.

Wer bezahlbaren Wohnraum schafft, der sollte entlastet werden, aber generelle Vergünstigungen für Haus- und Wohnungseigentümern würden genau die falschen Bürger entlasten.


dagobert zehschütz

Ja die Parkplatzsache, die vom Dr. Dickinger im Blog zum Thema gestellt wurde ist eine wichtige Sache!
Fast jeder fährt mit dem Auto will es bei den Innenstadtbesuchen Sorgenfrei Gebührenfrei abstellen.
Nur die Forderung vom Dr. Dickinger 4 Stunden Gratisparken ist zu wenig bzw. gar keine Forderung. Wir müssen es ja nicht wie die ‘Affen nachmachen, wenn in anderen Städten die Parkplatzgeier Kleinbeträge eintreiben.
Wir könnten auch ein Vorbild für Österreich sein. Gratisparkerstadt Gmunden.
Z.B geringere Marktgebühren Zuckerl für Marktfahrer. Beispiel St Agatha (Goisern) da tut sich auch am Montag bei Jahrmärkten etwas.
Natürlich soll der Autofahrer gratis parken in Gmunden. Es ist starke Verbesserung der Situation notwendig.
Das Geld für die Verbesserung könnte man vom Straßenbahnprojekt abziehen..
Mit der Straßenbahn werden so wie so nur wenige Leute fahren.
Das wird das nächste Defizitprojekt wo die Gmunder ihr ganzes Leben zahlen werden aber nur wenige an einer Benützung Interesse haben.
Zieht man Geschäftsleute zum Gratistarif für Märkte an, kommen auch die Konsumenten von selbst, Da braucht es keine teure Werbung.
Die Klogebühren gehören auch abgeschafft. Solche Gebühren machen bei den Stadtbesuchern nur Unmut und bringen so viel wie gar nichts.
in Burghausen wird auch mit Gratisparken geworben.
Grundsteuersenkung/Befreiung für Hausbesitzer wäre ein Anreiz für Haussanierungen.
Zuerst Steuereinhebung von armen Leuten und dann eine sinnlose Hotelförderung ist der falsche Weg.
Hotels sollen Leute bauen die Bargeld zur Verfügung haben, denen sollte man es dann mit den Bewilligungen leicht machen. Keine Schikanen dann braucht man sich nicht mit Leuten herumschlagen die kein Geld besitzen und Luftschlösser bauen wollen.
Die Gemeinde soll sich nur um ihre eigenen Agenden kümmern, der freie Markt wächst völlig von selbst wenn man ihn nicht mit Schikanen umgibt.

Mit freundlichen Grüssen!
Dagobert Zehschütz


 

 

 

Paradiesische Zustände in Gmunden?
12. März 2015

Heute:
Gastkommentar von NixFixx –
Gmunden – Das Paradies für Sonnenkönige?

Liebe Leserleins!

Ich mache es mir bequem heute. Dank unseren Leserleins. Es gibt einen Gastkommentar. Morgen kommt dann der unseren Leserleins sicher gut bekannte Karl Kammerhofer mit einem Gastbeitrag. Amüsement mit ernstem Hintergrund kann ich garantieren!

Eines muss ich aber noch schnell los werden: Liebe Leute, wie immer man zur Fragestellung von Christian Dickinger stehen mag, er hat damit bei uns eine lebhafte Diskussion über Grundsätzliches vom Zaun gebrochen. Also was Gutes bewirkt. Das sollte man anerkennen – wie immer die Einschätzung seiner Initiative auch ist.

Wir werden auch über die Debatte über die Zweitwohnsitz-Abgabe berichten. Eine Initiative der FP, wobei Grüne und SP reklamieren, schon 2012 entsprechende Anträge gestellt zu haben.

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


 

Gmunden –
das Paradies für Sonnenkönige?

Ein Gastkommentar von NixFixx

In der Demokratie ist die Politik ein vom Bürger bestellter Dienstleister und nicht absoluter Souverän über den Bürger – soweit die Theorie. Doch was tun, wenn der Bürgerwille größerer Bevölkerungsteile und der Wille der Politik auseinanderdriften?

1978 musste sich Bruno KREISKY und 1984 Fred SINOWATZ dieser Frage stellen und infolge dieser einiges zur Kenntnis nehmen: Spätestens seit ZWENTENDORF und HAINBURG sollte das politisch tätige Österreich verstanden haben, dass es nicht mehr durchsetzbar ist in der damals versuchten Form Projekte „durchzuziehen“. Details sind der Zeitgeschichte zu entnehmen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Zwentendorf
http://de.wikipedia.org/wiki/Besetzung_der_Hainburger_Au

Heute läuft vor unseren Augen ein politisch nur bedingt erfahrener Jung-Bürgermeister Mag. Stefan KRAPF mit Anlauf in das „offene Messer“ von Lobbies und politischen Seilschaften, denen er sich ausgeliefert fühlt. Ähnlichkeiten bestehen zu den beiden Sonnengöttern KREISKY und SINOWATZ, aber auch seinem Amtsvorgänger BM a. D. Heinz KÖPPL, welche allesamt wesentlich erfahrener, dafür aber umso sturer waren. Über die Funktion des Gemeinderates, des resortverantwortlichen Landesrates aber auch des Landeshauptmannes als letztendlich Förderungsendverantwortlichen sei gesondert zu befinden.

Heute ist Österreich froh und stolz darauf, dass weder das Kernkraftwerk Zwentendorf in Betrieb gegangen ist noch das Kraftwerk Hainburg überhaupt erst gebaut wurde – und im letzteren Fall ein wunderbarer Raum unverändert erhalten blieb. Für beide Großprojekte lagen politische Mehrheitsentscheide und alle zur Errichtung sowie zum Betrieb erforderlichen Bewilligungen bzw. Bescheide vor. In beiden Projekten wurde durch die damals noch quasi-verstaatlichte, in Bundesländereigentum stehende Energieversorgungswirtschaft massiv Geld versenkt. Zusammengefasst: Bedingungen, die Parallelen zum gegenständlichen RegioTram Projekt erkennen lassen könnten – nur mit einer großen und gravierenden Ausnahme: hier ist es eindeutig und direkt Geld des Steuerzahlers.

Die kürzlich durch BM KRAPF kommunizierte Ansicht, dass ein Ausstieg aus dem RegioTram Projekt Aufwände im 2-stelligen Millionenbereich nach sich ziehen würde, sind kein Argument – erst recht nicht unter der Perspektive, dass volkswirtschaftlich ein Ausstieg trotzdem wesentlich billiger ausgehen würde, als in weiterer Folge einen subventionsabhängigen Betrieb aufrechterhalten zu müssen.

Die Höhe der Ausstiegskosten wird möglicherweise noch Gerichte beschäftigen. Ob gegebenenfalls in den Vertragsgestaltungen allfällige Pflichten verletzt worden sind oder nur in schlichter Ahnungslosigkeit und „Beratergläubigkeit“ seitens ehrenamtlicher aber dabei nicht minder geltungsbewusster Politiker vorlag, für die Haftungen schlagend werden könnten, sei hier nicht weiter kommentiert.

So wie schon KREISKY, SINOWATZ und KÖPPL versucht nun auch KRAPF als Frontman gegen den Willen eines signifikanten Anteils der Bürger politische Entscheidungen und formalrechtlich erlassene Bescheide umzusetzen. Eine Entkoppelung von allgemeinem Bürgerwillen und politisch getroffenen Entscheidungen ist kein Phänomen der letzten Jahre. Stimmenmehrheiten in politischen Gremien haben nicht mehr ausreichende Repräsentanz und legitimieren auch nicht mehr zu jeder Handlung.

Eine plebiszitär herbeigeführte Entscheidung über den weiteren Verlauf des Projektes RegioTram könnte wohl die letzte Möglichkeit einer Klärung der Lage sein, aber auch das ultimative Ende der aktuellen über Jahrezehnte zur absoluten Absurdität heruntergekommenen Gmundner Stadtpolitik bedeuten.
• Das Tunnelprojekt, das einem Roman von Jules VERNE („Reise zum Mittelpunkt der Erde“ 1864, „20.000 Meilen unter dem Meer“ 1870) entsprungen hätte sein können, kostete GMUNDEN ein kleines Vermögen.
• Die Unannehmlichkeiten rund um die nun unglückselig ausgelaufene engen Exklusiv-Zusammenarbeit mit Unternehmen der ASAMER-Gruppe beschäftigen derzeit Anwälte und Gerichte
• Das dringend benötigte Hotel und die Unendlichkeit der Projekte dazu
• Die kolportierte Traunsee¬-Therme
Eine Bürgerbefragung würde wohl endgültige Auskunft darüber geben, ob die Region das nächste überproportionale Projekt – die RegioTram – wünscht oder nicht. Die volkswirtschaftlichen Prioritäten in der Region liegen sicherlich ganz woanders und sind mit dieser Maßnahme nicht zu bewältigen: Notwendige Betriebsansiedelungen, daraus zu generierende Arbeitsplätze und leistbares Wohnen für Normalbürger – um nur wenige Punkte aufzuwerfen.

Wir werden sehen, ob die Erkenntnisse von ZWENTENDORF und HAINBURG mit mehr als 30 Jahren Verzögerung nun auch endlich in GMUNDEN angekommen sind. Dermaßen große Themen – wie eben das kolportierte Jahrhunderprojekt Regio Tram – ohne direkte Bürgermitbestimmung zu entscheiden hat heute nicht mit staatsmännischem Mut sondern vielmehr mit möglicher Angst vor dem Bürgerwillen, persönlichem Geltungsdrang und politischen sowie wirtschaftlichen Netzwerken zu tun.


Postings von gestern.

Geisterbahn
Gesendet am 11.03.2015 um 7:55 nachmittags

Ernsthaft? Wirklich? Im Ernst?

Mit offenen Mund und weit geöffneten Mund hab ich die Frage von Herrn Vize Dickinger gelesen bin jetzt sprachlos zum glück geht schreiben noch..

Meint der Vize die besch……eidene Frage ernst oder will er uns versch…auckeln?

Oder wars ein Gag vom gmundl Team oder ein verfrühter aprilscherz?

Gmundem versinkt in Problemem König von und zu Asamer ist pleite mit seehotel und franken kredit wurden Millionen Euros das Klo rubtergespült dazu rumpelt auf die gmundner das monster regio tram zu…

Auch die gmunder strassen sind so kaputt das man nimmer fahrn kann innenstadt ist klinisch tot und und und

Und der herr vize bürgermeister trommelwirbel…badabum macht sich sorgen um Parkplätze??????

Da trifft mich der schlag…ernsthaft?

Bitte liebes gmundl team sagst ma des war ein scherz von euch sonst wandere ich heut nu aus!!!!

Nicht gleich auswandern! Und nein: es war kein Scherz von uns. Es ist ein Anliegen von SP-Vize Dickinger, und wir haben es hier so abgedruckt, wie wir es erhalten haben.
In der Tat gibt es grössere Probleme – aber man muss so ehrlich sein und sagen: das Thema “Parkplätze” treibt Dickinger schon länger um. Und oft sind es die “kleinen” Probleme, die einem das Leben vermiesen (“Schatz, wo hast du die Zahnpasta diesmal hingelegt?” & “Warum hast du die Tube schon wieder offen lassen?”) Wenn wir es richtig verstanden haben, sieht Dickinger in der Parkplatzfrage einen ersten kleinen Schritt zur Lösung des Innenstadtproblems und – ich hoffe, ich interpretiere ihn jetzt nicht falsch – einen ersten Schritt in Richtung dauerhafter Sperre der Stadtdurchfahrt während des Tages, somit einen ersten Schritt auch in Richtung Begegnungs- und Fußgängerzone.
Wie eine Begegnungszone sich mit der Regio verträgt, das harrt aber noch einer Klärung. Aus heutiger Sicht (unsere subjektive Meinung im Team) wird eine Begegnungszone mit Regio mittendurch nicht funktionieren. Und eine Fußgeherzone nur oberhalb der jetzigen Salzkammergut-Bundesstrasse (das ist nämlich die Stadtdurchfahrt!) ist auch nicht sehr sinnig, weil damit die Misere der vom See abgeschnittenen Stadt prolongiert wird.

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


AndyB
Gesendet am 11.03.2015 um 3:19 nachmittags

Ich möchte noch einen anderen Aspekt in dieses Thema bringen.

Haben wir eigentlich hier keine “risikofreudigen” Unternehmer, die mit neuen Geschäftsideen Leben in die (Innen)Stadt bringen?

Ich denke da z.B. an den legendären “Börni Börger” in Bad Ischl. In meinem Bekanntenkreis gibt es eine Menge Leute die extra deshalb nach Bad Ischl fahren (trotz Parkgebühren).

Damit ist nicht gemeint, man sollte jetzt 10 Hamburger Läden in Gmunden eröffnen …..

Es gibt mit Sicherheit interessante Dinge aus allen möglichen Bereichen, die eine Innenstadt bereichern würden. Eine Apotheke, Drogerie oder ein Schuhgeschäft sehe ich jetzt nicht unbedingt als etwas, was Kunden in Massen in die Innenstadt treibt.

Auf der anderen Seite gab es auch schon einige durchaus ausgefallene Geschäfte, die in kurzer Zeit wieder verschwunden waren.

Liegt es nun an dem Gmundner, der eigentlich neuen Dingen eher skeptisch gegenüber steht, dass solche Geschäftsideen eher auf fruchtlosen Boden fallen?
Oder mangelt es an Ideen/Investoren für derartige Objekte?

Gut, wir haben den Weihnachtsmarkt am Schloss Orth oder den Keramik Markt in Gmunden. Das sind Dinge, die über die Grenzen von Gmunden bekannt sind.

Dabei finde ich es persönlich schon sehr fragwürdig für einen Weihnachtsmarkt Eintritt zu verlangen, aber das ist eine andere Sache.

Der Keramik Markt lockt mich jetzt auch nicht unbedingt mehr, da seit Jahren jedes Jahr die gleichen Händler mit den gleichen Artikeln vertreten sind.

Aber das ist halt meine persönliche Meinung. Fakt ist halt, es sind Events, die über die Grenzen von Gmunden bekannt sind – egal wie man dazu persönlich steht.

Ich hätte da noch ein paar andere Ideen, wie z.B. besondere Musikevents, die es so in Österreich nicht gibt. Da möchte ich aber nicht ins Detail gehen. Ich will ja nicht andere Leute reich machen^^.

Alles was den Ort Gmunden bekannter macht (und dabei auch noch Geld in die Kassen spülen würde) wäre eine Überlegung wert. Damit meine ich allerdings keine überdimensionierte Bahnverbindung oder Finanzskandale, sondern ehe positive Dinge.

Auf der anderen Seite sehe ich allerdings Bedenken seitens der Politik. Wer schon bei einer Bahnhaltestelle an “Großstadtflair” denkt, der wird mit außergewöhnlichen Events schon seine Probleme haben.

Ich hoffe, ich habe wenigstens ein paar Denkanstöße gegeben.

Da kann ich als Babsy nur sehr, sehr subjektiv antworten. Mein Eindruck ist, dass es in Gmunden an Qualitätsbewusstsein mangelt. Dabei hätten wir hier ein durchaus kaufkräftiges Publikum, da Gmunden eine Stadt mit vielen Beamten (Lehrer, BH) ist. Auch gibt es noch einen ganz gut verdienenden Mittelstand. Diese Schicht, die anderswo für Qualität sorgt, ist hier in Gmunden nicht sehr qualitätsorientiert. Wir haben kein einziges Restaurant, in das man mit Leuten, die halbwegs was vom Essen verstehen, wirklich gehen könnte. Der Grabner, der es versucht hat, ist pleite gegangen (jetzt kann man sagen, er war nicht gerade an idealer Stelle). Aber was unsere Traunseewirte bieten, ist teilweise von grotesker und beschämender Qualität. Selbst am Wolfangssee im Weissen Rössl isst man um Grössenordnungen besser. Die Gastronomie ist noch nichteinmal richtig in den 1970er-Jahren angekommen (wenn ich älteren Bekannten glauben darf, ich habe das ja nicht selbst erlebt).
Die paar Hauberln, die hier im Ort vergeben worden sind, waren (wiederum mit Ausnahme Grabner) offenbar erkauft oder kamen durch Freunderlwirtschaft zusammen.
Beim Unglückshotel hat man immer von einem “Leitbetrieb” gebrabbelt. Wie notwendig wäre ein solcher qualitativer Leitbetrieb erst in der Gastronomie! Und wie relativ einfach und billig wäre das – im Vergleich zu dem Hotelschwachsinn – umzusetzen. Man darf es nur nicht den Asamer machen lassen. Was der gastronomisch aufgestellt hat, war halt Schotterbaron von 1950. Bekannte sind mal extra nach Ohlsdorf gefahren (als die dort gerade Hauben hatten) und waren entsetzt.

Das “Naschmarkt” in Gmunden ist bemüht und kämpft tapfer. Hat aber mehr Bistro-Charakter (was eh schon viel ist für Gmunden, machen das toll mit dem Mittagessen, aber das ist natürlich keine Spitzengastronomie im eigentlichen Sinn, schon gar nicht ein Leitbetrieb, das wäre zuviel verlangt in so einem kleinen Lokal). Aber dort ist es offenbar nicht einmal möglich, täglich einen ordentlichen Beinschinken anzubieten – weil der Absatz in Gmunden zu schlecht ist.
Da müssten die Gmundner, die es sich leisten können, konsequent dort einkaufen, statt Billigstfleisch und angebliche “Delikatessen” bei Hofer und Lidl zu hamstern. Wer versucht, in Gmunden ein ordentlich “abgehangenes” Beiried zu bekommen, landet verzweifelt beim Merkur, wo auch nur zwei oder drei Stück aus einer AMA-Produktion (also doch eher zweitklassig) herumliegen. Wenn man vier Stück braucht, weil man Gäste hat, ist schon Sense. Es wird nicht gekauft, also auch nicht ordentlich bestückt. Eine wirklich erstklassige Ware, die noch dazu nicht aus Massentierhaltung stammt (was sich eh ausschliesst), bekommt man hier nicht.

Die Konditoreien sind – bei allem Bemühen – in Wahrheit auch zum Weinen, wenn man die heutigen internationalen Standards kennt. Vielleicht sollte die Gemeinde unseren Konditoren mal eine Studienreise nach Paris zu Pierre Hermé spendieren, da wäre das Geld besser angelegt als in diversen Sinnlosprojekten.

Das nutzt aber alles nichts, wenn das Gmundner Bürgertum lieber die geistige Sepplhose anzieht und vor sich hin sumpert. Man hält lieber Gmunden für den Nabel der Welt. Wo sind hier die Menschen, die cosmopolitisch eingestellt sind, echte Weltbürgerleins, und nicht bloss Nachtrabende der globalisierten Verdummung? Ein paar gibts, aber die bleiben in ihren Hütten und wundern sich darüber, was hier so abläuft.
Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


Gernot Grübel
Gesendet am 11.03.2015 um 9:03 vormittags

Zu Frau Schiweks Kommentar:
Ich stimme Ihnen zu. Das Parkproblem ist sekundär. Wesentlich ist es, einen Grund oder Anlass zu haben, die Innenstadt aufzusuchen. Der von Ihnen aufgezeigte Mondscheinbummel ist eine von mehreren Veranstaltungen, die Menschen anziehen, ohne dass sie ein etwas längerer Fußmarsch (z.B. vom Parkplatz) zum Stadtzentrum abhält.
Das heißt: Zuerst ist zu diskutieren, welche Angebote (Geschäfte, Lokale, Attraktionen, Events, …) es in der Innenstadt geben soll und erst dann ist die verkehrstechnische Erreichbarkeit zu diskutieren.
So gesehen ist die Diskussion um gebührenfreie Parkplätze leider eine als “politische Nebelgrantatenwerferei” im Zuge des Vorwahlkampfes einzuschätzende Aktion zu sehen.
Allerdings: Methodisch halte ich es für positiv, die “Bürgerleins” derartige Fragen (halb)öffentlich diskutieren zu lassen .
(Anmerkung: Halböffentlich deswegen, weil nicht jede und jeder im “gmundl” diskutieren möchte)


monika koenig
Gesendet am 11.03.2015 um 8:40 vormittags

Sehr geeehrter Herr Doktor Dickinger ,

Vom Ansatz her ist Ihr Vorschlag sicher in die richtige Richtung gedacht . Der trostlose Zustand der Innenstadt verlangt aber nach konsequenteren Lösungen .

Es wäre interessant , zu sehen , wie sich die Besucher Frequenz verhält , wenn die ganze Innenstadt und die Brücke für den individuellen Autoverkehr gesperrt wäre . Und zwar nicht nur an Samstagvormittagen . Eventuell mit Zubringerbussen zu den Park & Ride Plätzen .
In diesem Zusammenhang hätte sich auch die Frage nach einer Verlängerung der Strassenbahn zum sehr frequentierten Toscana Parkplatz gestellt .

Ausserdem glaube ich , dass die Autofrage zwar eine wichtige ist , aber trotzdem nur ein Nebenschauplatz , und wir ein umfassendes Gesamtkonzept zur Erhöhung der Innenstadtattraktivität brauchen würden . Wer würde denn das Angebot nutzen , ungestört durch die Stadt bummeln zu können , wenn dort nicht zugleich Erlebnis auf ihn wartet ?
Was ist eigentlich aus den Resultaten des brainstormings im Rahmen von ” Vision Gmunden ” geworden ?
Ausserdem muss ich leider auch sagen , dass ich persönlich Ihre Bereitschaft zu ” Gedankenaustausch, Kritik und Feedback ” – wie Sie oben bürgernah anmerken – eher enttäuschend finde . Ich bin zu unterschiedlichen Themen an Sie herangetreten und habe bisher nicht ein einzigesmal Antwort von Ihnen bekommen . Auch nicht in allgemein gehaltener Form.
Auch unter Berücksichtigung dass Sie noch anderes zu tun haben , als mails zu beantworten , ist das doch einfach zu wenig .
Ohne Ihnen zu nahe treten zu wollen , man hat den Eindruck , dass Ihrem In Erscheinung Treten immer etwas populistisches anhaftet und wenig Lösungspotential hat .
Die Stadt hätte dringend nötig , dass sich das ändert .

Was halten Sie von der Einrichtung eines expliziten online Bürgerforums als Plattform für Kritik , Anregungen , Lösungsvorschläge …. ?

Mit freundlichen Grüssen , Monika Koenig


 

 

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