Gründonnerstag & Hotelwahn

Liebe Leserleins!

Wie es scheint, hat der Hotelwahn auch andere Orte im Salzkammergut ergriffen. Insbesondere natürlich der sogenannte „Investorenirrsinn“. Damit ist nicht gemeint, dass die Investoren irrsinnig geworden sind. Nein. Ganz im Gegenteil. Die können rechnen. Aber die Gemeindemächtigen hoffen allem Anschein nach auf irrsinnige Investoren, die nicht rechnen können. Vorgemacht hat es Gmunden. Hier hat sich die ganze Stadtpolitik lange Zeit (und die VP noch immer) in die Geiselhaft eines Nichtinvestors begeben, der uns seit Jahren Gschichterln rund ums Hotel Lacus Infelix druckt, die jeder Beschreibung spotten. Und noch immer wird das Hohelied vom notwendigen Hotel gesungen. Wenn die Wirklichkeit eine andere ist, dann umso schlimmer für die Wirklichkeit. Inzwischen hat auch Ebensee seine Hotelinvestoren-Pleite. Und in Hallstatt zeichnet sich Ähnliches ab. Das Hotel Salzamt scheint zu selbigem, bei dem man sich bloss beschweren kann, zu werden. Die wackeren Investoren dort bleiben inzwischen Architekten-Rechnungen schuldig. Pointe: die Architekten sind aus Gmunden. Aber ob dort im ehemaligen Hallstätter Salzamt jemals wirklich ein Hotel entstehen wird, das darf mit gutem Grund bezweifelt werden. Noch dazu an einer Stelle, an der von Oktober bis März die Sonne kaum bis gar nicht hinkommt.
Aber der Herr Inwestohr ist optimistisch (kommt uns das bekannt vor?): er hofft auf einen japanischen (!!!) Investor. Nun, die Hoffnung stirbt zuletzt, aber sie stirbt (wie einer der Mentoren dieses Blogs immer zu sagen pflegt). Ja, die Japaner. Früher war es der reiche Onkel aus Amerika. So ändern sich die Zeiten.
In jedem Fall auch so eine Hotelblase, die wahrscheinlich platzen wird. Man fragt sich: wie viele solcher Projekte müssen noch scheitern, bis der letzte Politiker rafft, dass da investorenmässig nichts läuft?
Aber eigentlich wollte ich heute über den Gründonnerstag schreiben.

Denn der Gründonnerstag macht mich immer nachdenklich. Nicht so sehr der Spinat, der an diesem Tag traditionell mit Spiegelei und Rösterdäpfeln zu verfüttern, wollte schreiben: zu verfuttern ist. Auch wenn Ihre Babsy nicht Popeye ist – gegen Spinat habe ich nicht wirklich etwas, ausser dass er angeblich gesund ist. Was ein Grund sein sollte, ihn möglichst nicht zu essen, solange wir von der EU nicht dazu gezwungen werden. Das wäre dann endlich eine EU, die richtig grüne Politik macht.

Nein, was mir jedes Jahr erneut zu denken gibt, ist etwas anderes. Jesus, der Nazarener, hat am Abend vor seinem Tod seinen Jüngern die Füsse gewaschen. Dieser Tag hiess damals noch nicht Gründonnerstag. Ob der Name von den „Grünen“  kommt, so nannte man im Mittelalter die Büsser – also keine politische Richtung, obwohl den Anschober, den würde ich für den Mist, den er so baut, gern politisch mit Sesselentzug büssen lassen – weiss man nicht. Auch nicht, ob die liturgische Farbe Namensgeber war oder gar der „Grünkohl“ und anderes Grünzeug, das man an diesem Tag bevorzugt zu essen hatte.
Der Gründonnerstag ist also der Tag des letzten Abendmahls. Inklusive Fusswaschung. Dieses Ritual wird in den christlichen Kirchen bis heute praktiziert. In der katholischen Kirche ist es Teil der Gründonnerstags-Liturgie. Nun war Jesus ein einfacher Mann, man trug Sandalen und hatte wohl ziemlich staubige bis schmutzige Füsse. Fusssprays gab es auch noch nicht. Jemandem die Füsse zu waschen, das muss damals wirklich noch eine Herausforderung gewesen sein – ans Waschzeug und an die Geruchsorgane. Wenn aber heute eine der Hoheiten der Kirche ins Altersheim pilgert, um dort ein paar Füsse zu waschen, dann stelle ich mir schon seit meiner Kindheit immer die Frage: was hat das mit dem Jesus zu tun? Der hat dreckige Füsse gereinigt. Aber im Altersheim? Da werden die ausgewählten Pensionäre und Pensionärinnen nicht nur vorausgewählt, sondern auch auf Hochglanz poliert, die Fusserln sicherheitshalber wahrscheinlich zweimal gewaschen. Sodass die hochgestellte Kirchenpersönlichkeit nicht nur wenig Arbeit, sondern auch keine Geruchsbelästigung hat.
Halten wir daher fest: Jesus hat spontan die dreckigen Kasler der Apostel gewaschen und damit wirklich ein Zeichen gesetzt.
Unsere heutigen Zelebritäten aber, die haben es leicht: die waschen saubere Füsse. Und das nur symbolisch. Ich habe es einmal im Fernsehen vorgeführt bekommen: mit einem Lappen, vielleicht war er wenigstens feucht, wischten sie zwei-, dreimal über blitzsaubere Füsse. Das wars.
Wundert sich da noch wer, dass christliche Botschaft und gelebte Praxis nicht immer ganz übereinstimmen?
Ich kenne jemanden, der sagt immer, er würde sich gern freiwillig zur Fusswaschung melden. Als zu Gewaschen-Werdender natürlich. Dann würde er sich ein Jahr die Füsse nicht waschen. Dann könnte man mal überprüfen, wie ernst die Würdenträger es mit der Demut und der Fusswaschung wirklich meinen.
Hat was, diese Idee. Oder?
Babsy Blitzschnell f. d.TeamGmundl


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