Wann fährt der nächste Schwan?

Heute:
Babsy zum Hotel
Rudi Elch berichtet

 

Liebe Leserleins!

Wenn wir den ersten Email-Reaktionen glauben dürfen, die uns erreicht haben, dann haben unsere beiden gestrigen Gastkommentare nicht nur den Nagel auf den Kopf getroffen, sondern vielen Bürgerleins aus dem Herzen gesprochen. Die Misere des Lokalschurnalismus bleibt sicher ein Thema. Auch wenn wir uns nicht gleich wieder so umfangreich damit beschäftigen werden. Wir nehmen an, dass der qualitative Downsizing-Prozess der lokalen Medien weiterhin stattfinden wird. Da werde wir hin und wieder unseren Senf dazugeben.

Possierlich auch die „neuesten“ Nichtentwicklungen rund ums Hotel „Lacus Infelix“. Man kann es nicht oft genug wiederholen: das Projekt scheiterte nicht an den Gegnern, sondern daran, dass sich bisher kein Investor gefunden hat, der hier sein Geld verplempern will. Wenn nun unser Bürgermeister-Azubi erneut eine Klausur einberuft und dort „soll jeder sagen, was er gerne hätte“, dann fragt man sich, ob das Hilflosigkeit ist, oder Beschäftigungstherapie für Gemeinderatmitglieder sein soll. Seit langer Zeit liegen die Vorstellungen der einzelnen Fraktionen auf dem Tisch. Im Prinzip ist man sich einig, ein Hotel zu wollen. Ja, eh. Wir auch. Nur sind das Briefe ans Christkind. Am besten gefällt uns hier die Idee der Grünen, das Hotel wieder am Standort des alten Parkhotels zu errichten und das Gebiet wieder zurück auf Tourismus zu widmen. Dazu Teile des Seebahnhofs für eine öffentliche Nutzung (Parkanlage) zu verwenden. Wie es aussieht, kann auch die FPÖ sich vorstellen, den Bereich Parkhotel wiederum für ein Hotel zu nützen. Warum die anderen Fraktionen sich der Forderung der SPÖ nicht anschliessen, die Grundstücke endlich aus der Vereins-KG herauszulösen und wieder ins direkte Eigentum der Gemeinde zu überführen, bleibt unverständlich. Denn nur dadurch wäre gesichert, dass die weitere Entwcklung dieser Grundstücke in den Händen des Gemeinderats bleibt und neue Tricksereien über die KG verhindert werden. Noch immer zu prüfen ist auch die Option des Landschlosses, auch wenn wir skeptisch sind. Die Kosten eines Umbaus und der Modernisierung sprechen eher gegen dieses Objekt, überhaupt angesichts der schwierig zu erreichenden Rentabilität. Jede Form von Zusatzkosten wirkt hier doppelt stark und für Investoren abschreckend. Das Hotelgespinst von Sigi John scheint ohnehin eher mit einem Leintuch über dem Kopf durch die Dunkelheit der Wälder zu geistern.

Tatsache ist, dass derzeit die Klagen der Asamers gegen den Rückkauf durch die Gemeinde laufen. Wie das ausgeht, wird man sehen. Soweit wir die Verträge beurteilen können, war es ausdrückliche Absicht der Gemeinde und der Verträge, dieses Rückkaufsrecht zu haben. Es ist ein integraler Bestandteil der Verträge. Wir gehen daher davon aus, dass Asamer mit diesen Klagen keinen Erfolg haben wird.

Trotzdem nützt der Wille zum Hotel nicht sehr viel. Den gab es in den letzten 25 Jahren mehrmals, es wurde gebaut und dann der Betrieb eingestellt. Viel wichtiger wäre es, sich zuerst einmal darauf zu verständigen, wie Gmunden sich definiert. Wir schaffen als noch immer ziemlich reiche Bezirkshauptstadt nicht einmal ein Hallenbad, stattdessen basteln wir um viel Geld an zweifelhaften Verkehrsprojekten herum.

Wir glauben nicht, dass man Gmunden in absehbarer Zeit zu einer echten Tourismusstadt ummodeln kann. Wir sind bis auf weiteres auf den Tagestourismus orientiert, der besonders viele Schäden und besonders wenig Geld generiert. Da hilft auch die neue Seilbahn nichts, die ein klassisches Ziel für den Tagestourismus und den lokalen Ausflugsverkehr darstellt. Ein neues Hotel wird es in Gmunden nur geben, wenn den Investoren ein realistisches und langfristiges Entwicklungsziel der Stadt plausibel bemacht wird. Dazu müsste man sich aber einmal auf ein solches einigen. Ansätze dazu gibt es.

Worüber alle einmal ernsthaft nachdenken müssten: Hotel, Konferenzzentrum und Hallenbad gehören organisch zusammen, also auch örtlich. Das spricht für ein Konzept auf der Toskana. Oder man macht im Bereich das Parkhotels ein neues „Viertel“ mit Hotel, Bad und Veranstaltungszentrum. Da stellt sich dann aber die Frage der Finanzierung umso drängender. Es wird Zeit, dass in Gmunden eindeutige Prioritäten gesetzt werden.

Nun noch zu etwas anderem.
Uns ist bekannt, dass viele unserer Leserleins morgens neben Kaffee und Kipferl oder Müsli nicht die Tageszeitung aufschlagen, sondern mal den Gmundl lesen. Da wir auch der Satire verpflichtet sind, die leider immer zu kurz kommt, haben wir nun einen neuen Mitarbeiter, der hier in Zukunft gelegentlich seine Spässe (mit ernstem Hintergrund) treiben wird. Gerade die Satire boomt derzeit im Internet – in einem Ausmass, das niemand vermutet hätte. Heute gibt es den ersten Beitrag von Rudi Elch, dem hurtigen Reporter. Er wird nach Lust, Laune und Einfall liefern, vor allem Weltexklusives. Besser noch: ausschiesslich Weltexklusives!!!! Da kann der Fellner einpacken mit seinem Sensationsschurnalismus! Denn wie wahren Sensationen finden hier statt. Punktum.

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl

Morgen beschäftigen wir uns mit einem unerhörten Skandal aus dem Bereich der ÖVP-OÖ, der offenbar von niemandem bemerkt worden ist. Von uns schon. Denn hier bei uns geht die Post ab, immer im Dienste der Bürgerleins. Wir bringen ans Licht, was sonst verboren bleibt!


 NEU: Der ELCH-REPORT

Weltexklusiv!!!

Längste Hängebrücke der Welt für Gmunden

elch_haengebruecke_1

Es berichtet Rudi Elch, der hurtige Reporter

Sage noch einmal jemand, in Gmunden könne man keine Projekte umsetzen, weil alles zerredet wird. Über dieses Projekt wurde nie gesprochen, nie berichtet. Es ist einfach mit einem Schlag da. Das nennt man Umsetzungesqualität!

Die Sensation ist perfekt: Gmunden bekommt die längste Fußgängerbrücke Europas. Sie führt vom Gmundner Stadtteil Weyer direkt auf den Grünberg. Die Besucher haben künftig die Möglichkeit entweder mit der Seilbahn auf den Grünberg zu fahren oder gegen eine geringe Mautgebühr mit der neuen Hängebrücke zu Fuß auf den Grünberg zu gehen. Diese Brücke soll aber eine reine Fußgängerbrücke bleiben. Mitnahme von Fahrrädern ist verboten. Abend wird sie jedoch als (Rollen)Rodelbahn freigegeben.

Der Tourismuschef von Gmunden, Murray, jubelt: „Damit ist die Hängepartie rund ums Hotel beendet. Wir werden auch erstmals Bänke und Schlafstätten mitten auf der Hängebrücke errichten. Ein weltweites Alleinstellungsmerkmal. Nach den Plänen werden wir damit Raum für ungefähr 500 Gästebetten im Freien schaffen. Fliesswasser ist vorhanden, man muss nur von der Brücke in den See springen. Eine Kooperation mit Rotem Kreuz und Arbeitersamariterbund wird dafür sorgen, dass Abspringende möglichst schnell geborgen und medizinisch versorgt werden können. Später ist daran gedacht, die Hängebrücke hinüber auf den Traunstein zu erweitern.“

In den ersten vier Wochen können sich alle Hängebrücken-Wanderer vor dem Abmarsch im Rathaus gratis ein Jausenpackerl (1 Rollmops, eine leere Dose Red Bull, einen Schwanenbusserl, ein Sacki-fürs-Gacki) abholen. Achtung: Wasserlassen von der Hängebrücke ist verboten und wird streng geahndet (zehn Fahten mit der Sommerrodelbahn im Winter). Die Mitnahme von Hunden ist nur erlaubt, wenn es sich um Flughunde handelt (siehe auch Sacki-fürs-Gacki!!!).

elch_haengebruecke_2Die ersten euphorisierten Wanderer auf der längsten Hängebrücke der Welt


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