Schurnalismus in Gmunden

Liebe Leserleins!

Eigentlich wollten wir das Thema nicht mehr behandeln. Das triste Thema des tristen Schurnalismus in Gmunden. Weil wenn die Geschichte etwas aus ihren Annalen gestrichen hat, warum sollten Ihre Babsy und überhaupt wir vom Team Gmundl das dann wieder reinkritzeln? Gell!

Aber es geht leider nicht anders. Denn in der neuen ÖVP-ÖVP-Zeitung (die ÖVP-Gemeindezeitung ist auch schon in einigen Haushalten gelandet) wird uns dummen Bürgerleins endlich zu Kund und Wissen gebracht, worum es bei dem rätselhaften Beschluss ging, in dem anonyme Schreiben verurteilt worden sind. Jetzt also endlich der Klartext. Und wie wir richtig informiert waren: ein saudummes Schreiben, das anonym an Gemeindepolitiker geschickt worden ist. Ein Schreiben, das sagen uns die Kenner, das vor allem dumm war, ein Ankleckerschreiben halt.

Aber das wirklich Interessante ist der Text des Beschlusses, und was Herr Brandner in seinem Schwafelschwafel-Mischmasch-Quackquack-„Kommentar“ daraus gemacht hat. Wobei das eigentlich gar kein Beschluss war. Der Bürgermeister hat ein Statement abgegeben, und die Fraktionen haben sich solidarisch erklärt, dass solche Angriffe abzulehen sind. Nona, begrüssen und loben wird man so einen Mist.
Das also erklärte BM Krapf im Gemeinderat: „Angriffe in Form von anonymen Briefen zeugen von enormer Feigheit, Hinterhältigkeit und mangelnder sozialer Kompetenz. Man kann sich dagegen leider nicht wehren und ist solchen unnötigen Aussendungen ausgeliefert. Diese Entwicklung ist sehr bedauerlich, denn ich bin eigentlich ein kritikfähiger Mensch, der anderern auf Augenhöhe begegnet, auch wenn sie eine andere Meinung vertreten. Schade ist zudem auch, dass diese Menschen sicherlich auch gute Ideen und Ansätze liefern könnten, die bei konstruktiven Gesprächen und einer fairen Auseinandersetzung auch der Stadt zugute kommen könnten.“
Wie Herr Brandner daraus dann einen Rundumschlag gegen alle Arten von anonymen Postings machte, zeugt von schurnalistischem Grenzgängertum. Das dann auch noch in die Nähe von Hasspredigern zu rücken oder gar einen Bezug zu kritischen Blogs herzustellen, dazu gehört schon eine ziemlich verquere Fantasie. Wir hier im Gmundl-Blog schalten solche Postings erst gar nicht frei. Das ist zwar mühsam und bedeutet zusätzliche Arbeit, ist aber nötig, um unsere eigenen journalistischen (und menschlichen) Ansprüche zu erfüllen. Da wir aber nicht Klick-Raten erzeugen müssen, müssen wir auch nicht der Doppelmoral frönen, solche Postings wegen der Klick-Raten zu akzeptieren und uns gleichzeitig darüber kommentatorisch aufzuregen.

Dass Herr Brandner inzwischen offenbar alle Regeln des Journalismus ignoriert, im Gegenzug aber gern auf andere einhackt, zeigt eine dieser Tage zu lesende Kontroverse in den OÖN. In der Frage der Brandnerschen Berichterstattung über die Diskussion rund ums Parkdeck für die Grünbergseilbahn schreibt Brandner doch glatt:
„Anders reagiert die SP. Deren Vorsitzender Christian Dickinger spricht sich ebenfalls für ein Parkdeck auf den Michelgründen aus, weil ein Parkhaus bei der Grünbergseilbahn ‚keinesfalls ausgelastet‘ wäre. Zugleich übt er aber heftige Kritik an der OÖN-Berichterstattung. Der Grund: Die OÖN hätten ohne ‚Rückfragen‘ bei den anderen Parteien (bei ihm) über die Initiative der VP berichtet und damit ihre ‚journalistische Sorgfaltspflicht‘ verletzt.

Dazu eine Anmerkung in eigener Sache: Wir berichten auch über Verkehrsprojekte von SP-Stadtrat Wolfgang Sageder, ohne bei anderen Parteien Rückfrage zu halten. Und wir freuen uns schon jetzt, ausführlich über Projekte zu berichten, die Christian Dickinger vorantreibt. Mit Foto, versprochen!“

Brandner gibt also unverhohlen zu, dass er Artikel ohne weitere Recherche ins Blatt hebt. Dass er Dickinger auch noch ein Foto verspricht, grenzt an Verhöhnung. Wenn man sich die Bildstrecken in der Lokal-OÖN ansieht, kann man leicht erkennen: wenn es um Berichte über den ÖVP-Bürgermeister geht, bekommen die Leserleins bei jedem Quastelschas ein grosses, „Ganzkörper“bild des Bürgermeisters aufs Aug gedrückt. Kommt etwas von den anderen Parteien, dann gibt es entweder gar kein Foto, oder ein ziemlich kleines, auf dem man die Leute kaum erkennt. Zum Dickinger traut er sich frech sein, beim Bürgermeister und der ÖVP ist er schmähstad. Überschrift: unabhängiger Schurnalismus.

Auch im Ohlsdorfer-Wasserkrimi beschränkt der Umwelt-Mönch sich auf lapidare Nicht-Berichte. Auch dieser Tage wieder. Die Tatsache, dass man angeblich die Täter schon wisse, aber jetzt noch bis Jahresende (=bis nach den Wahlen) irgendwelche Farbversuche macht, um den Verlauf der Ausbreitung im Wasser beweismässig zu sichern, wird völlig unkritisch wiedergegeben. Diese Farbversuche sind kriminialistisch absolut übeflüssig. Die Frage ist aus Sicht der Strafbarkeit nicht, wohin das Zeug geflossen ist, sondern wo es abgelagert wurde, und wer es abgelagert hat bzw. die Ablagerung erlaubte. Kein Wort über eine Bürokratie, die offensichtlich vor sich hin geschlafen hat, die auf der Ebene der Freunderlwirtschaft Bescheide erlassen hat. Kein Wort über den grünen Koalitionspartner der ÖVP, Herrn Rudi Ratlos Anschober, der nichts unternommen hat, innerhalb der eigenen Abteilung für eine „grüne“ Umweltpolitik zu sorgen. Der sich nichts geschissen hat, mit Verlaub gesagt, als seine Umweltabteilung von einer anderen Abteilung seines Ressorts ausgetrickst worden ist. Oder hat er sie gar zurückgepfiffen? Da würde man gerne mehr wissen.

Wo sind endlich die Namen der Verdächtigen? Jeder kleine Taschldieb steht mit Namen und Bild in der Zeitung. Die grossen Gauner, die Menschen und Umwelt schädigen, werden anonymisiert. Auch wenn ohnedies jeder ahnt, wer die Schuldigen sind. Nein, da wird untersucht und werden angeblich „Beweise gesichert“, und alles schön pomali. Nach den Wahlen wird man weiter sehen, also nicht weitersehen. Es besteht noch immer die Gefahr, dass die ganze Sache zu Tode administriert wird.
Aber wir bleiben dran! Als nächstes decken wir auf, welch skandalöser Umgang mit Steuergeldern rund um die Asamer-Deponie stattfindet. Ein exquisiter Skandal! Eine riesige Schweinerei! Demnächst mehr dazu hier im Blog.

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


Und unser Song-Beitrag zum Deponie-Contest 2015:

Und hier das Vorbild für die Deponie-Politik à la Anschober:

Die grossen Deponiebrunzer aber …


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