Auffällige Ähnlichkeiten …

Heute:
Bruno Beinhart über Verrottung
Argusauge über Ideale in der Politik

Liebe Leserschaft!

Auf den ersten Blick hat das alles nichts mit einander zu tun:
* abgehobene Ortspolitiker, die Gmunden eine quer durch die Altstadt fahrende Eisenbahn bescheren
* 250 Millionen (!!!!) in Schladming für die WM verprasst, lt. Rechnungshof ohne klare Verträge und Rechtsgrundlagen und ohne Beachtung der wirtschaftlichen Sinnhaftigkeit
* die gnadenlose Bespitzelung der Bürgerschaft mittels zentralem (Bank)Kontenregister und Vorratsdatenspeicherung (=Telefonbespitzelung)
* der Zoff den Anna Fenninger, Bergab-Fahrerin, mit dem Skiverband hat.

Und doch hat das alles die gleiche Wurzel, den gleichen Ursprung: Machtkartelle und abgehobene Machthaber versuchen verzweifelt, ihre bisherigen Geschäfts(un)sitten zu retten. Eine im Verhältnis zur Anzahl der „normalen“ Bürger kleine Clique hat sich quer durch alle Sparten und Schichten der Gesellschaft wohnlich eingerichtet, kassiert, schafft an und meint, die Regeln allein bestimmen zu können. Sich um nichts mehr pfeifen zu müssen. Leckts uns … ist deren Motto.

Das mit der Eisenbahn wird hier ohnedies unter allen möglichen Aspekten diskutiert. Die weitgehende Sinnfreiheit dieses Projekts (wenn man vom Wohlergehen der Neumannschen Bilanzen absieht) legt unser Spruchwettbewerb offen, mit dem wir in Konkurrenz zur Gehirnwäsche der Regio-Profitanten und -onkels getreten sind. Eine Regio die tatsächlich nirgendwo hinfährt. Und das dicke Ende kommt noch. Die Buslinien – jetzt schon teils mit bescheurten Fahrplänen und Fahrstrecken – werden noch mehr eingeschränkt werden, auch wenn das heute alle dementieren.

In Schladming hat eine ÖVP-nahe Funktionärsclique (unter Duldung der Roten, muß man dazu sagen!) Geld vergeudet, als ob es kein Morgen gäbe. Zweckfreie Bauten im Zielstadion: das Skygate, eine Konstruktion aus 130 Tonnen Stahl, die zu nichts gut ist, nur einfach da steht und aussieht. Ein Monument des Grössenwahns, gebaut angeblich auf Wunsch des ÖSV-Präsidenten, daher im Volksmund auch „Präsidentenzipferl“ genannt – Baumotto offenbar: wer hat den Längeren/Grösseren … Bezahlt wurde dieses Trum (lächerliche Kosten von ca. 2 Millionen Euro) über drei Umwege vom Land Steiermark (nachzulesen hier: http://derstandard.at/1358304641505/Schladmings-suendteurer-Praesidentenzipfel). Einem Bundesland, das sich zuletzt vor allem damit hervortat, gegen den Willen der Bürger Orte zusammenzulegen und radikal Sozialleistungen für die Ärmsten und für Behinderte zu streichen. Das Wahlergebnis wird nächste Woche entsprechend aussehen. Hätte die FP dort etwas attraktivere Kandidaten, würde sie wohl stärkste Partei werden … Selbst die (ziemlich hardcore-stalinistische) steirische KP erscheint im steirischen Klima inzwischen manchen eine Alternative.

Dass nun auch Anna Fenninger mit dem Zipferl-Präsidenten ihre Probleme hat, wundert überhaupt nicht. Ja, der ÖSV (in Wahrheit: wir Österreicher mit unserem Steuergeld) zahlt die Ausbildung in jungen Jahren. Aber ist das ein Grund, dass Herr Zipferl-Präsident Schrecksnadel in allen Geldtöpfen seine Hände mit drin hat? Überall mitschneidet? Als ÖSV-Präsident seine privaten Geschäfte betreibt? Sich Athleten, die erfolgversprechend sind, unter den Nagel reisst und selbst möglichst viel mitkassiert? Die Methode Schrecksnadel riecht schon ziemlich stark nach Schutzgeld, damit man keine Probleme mit dem ÖSV gekommt. Wenn das nicht was Mafiöses hat, dann weiss ich nicht, was mafiös ist. Das Grundmuster: Verhaberung von Geld und Politik, Macht, vermeintliches Ansehen etc. Auf Kosten von uns allen und in diesem Fall auf Kosten von Sportlern, die auf der Piste mitunter ihr Leben riskieren. Wenn wer wie Fenninger nicht mitspielen will, dann gibt es keine „Gesprächsbasis“. Ja eh. Aber alle sind ehrenwert und unschuldig, das sei ausdrücklich betont!

Dazu etwas, was auch uns hier in Gmunden (Fahrgast“zählung“ bei der Bim) bekannt vorkommt und heutzutage scheinbar ein ganz normales politisches Instrument zur Bürger-Täuschung geworden ist:
„1. Wie kommen Sie auf die Zahl von ‚rund 300.000 Besucherinnen und Besucher‘? Wie viele Tickets wurden tatsächlich verkauft? Wie können Sie diese Zahl belegen?
2. Stimmt es, dass die Infrastruktur für 450.000 BesucherInnen ausgelegt wurde, da der ÖSV laut eigenen Angaben mit dieser BesucherInnenzahl rechnete?
3. Schließen Sie aus, dass real überhaupt nur 200.000 Besucher nach Schladming gekommen sind, da die Besucher der Siegerehrungen separat gezählt wurden und es durch diese Doppelzählungen zu einer Ergebnisverfälschung gekommen ist? (Landtagsanfrage der Steir. Grünen)“

Und diese politischen Machthaber bespitzeln dafür uns, die Bürgerschaft, gnadenlos. Bei den geringsten Anfragen an Ämter heißt es sofort: Datenschutz, Amtsgeheimnis etc. Der gläserne Bürger gegen die undurchsichtige Macht. Die vom Europäischen Gerichtshof abgelehnte Vorratsdatenspeicherung (allein für die Erfindung dieser Bezeichnung sollte irgend ein Verantwortlicher ein paar Jahre im Häfn dunsten!) wird erneut einzuführen versucht. Und jetzt auch noch die Bankkonten aller Österreicher. Inklusive Bausparkonten (!!!) – weil bekanntermassen die grossen Steuerhinterzieher ihr Geld nicht in irgend welche Steueroasen verschieben, sondern ihr Pinke mit dem Lastwagen zur Bausparkasse führen. Oder auf das gebundene Sparbuch (ein Jahr Bindung, 0,2 % Zinsen) legen. Statt ordentliche Gesetze zu machen, mit denen die grossen internationalen Konzerne endlich gezwungen werden, Steuern so abzuliefern, wie jeder kleine oder mittlere Betrieb, wie jeder Hackler und Angestellte.
Aber da müsste man es sich mit diesen Konzernen und deren Lobbys anlegen, da wäre es aus mit dem Kuscheln mit der Grossfinanz. Da müsste man Charakter zeigen und Konflikte riskieren. Gar auf der Seite der arbeitenden Menschen stehen. Eine für viele Politiker offensichtlich unzumutbare Schnapsidee. Nur in den Sonntagspredigten, da sind sie uns nah. Oder wenn sie uns mittels Steuern ins Geldbörsel greifen, und statt notwendiger Sachen (von Bildung über Gesundheitswesen bis Pflege) unser Geld lieber für überteuerte und sinnfreie Mammutprojekte ausgeben.

Wie heisst es bei Shakespears Hamlet: Something is rotten in the state of Denmark.
Ich ziehe das Original vor – es ist einfach klarer in der Sache und in der Sprache als die etwas geschönte Übersetzung aus der Zeit der Romantik: Etwas ist verrottet im Staate Dänemark. (Mit dem Shakespeare seinen Audrücken hätten sie in Gmunden auch keine Freude, der könnte dann in den OÖN lesen, dass er hetzt.)
Verrottet trifft es ziemlich gut auch für die Verhältnisse in unserem Land. In unserer Stadt. In unserer Gegend. Ob aus dieser Verrottung wenigstens ein ordentlicher Humus für Neues entsteht, wird die Zukunft zeigen.

Bruno Beinhart f. d. Team Gmundl

Babsy hat sich über den Wust an Emails gemacht. Jede Menge Stellungnahmen und Unterlagen. Wir bemühen uns weiter, das alles hier irgend wie unter zu bringen. Heute mal eine Stellungnahme von Argusauge zu Idealismus und Politik, morgen kommt dann Argusauge noch einmal dran. Auch eine Stellungnahme von Fr. Enzmann/FPÖ zum Vorwurf, man würde mit der ÖVP mauscheln, ist in der Leitung. Kommt alles. So wie zusätzliche Infos und News zur Regio. Ehrlich: es brennt an allen Ecken … It’s time for a change!


Politik und Ideale

Gastkommentar von Argusauge

Antwort auf Namenlos – Bürgerliste

Ihre Forderung nach einer Bürgerliste in Gottes Ohr. Da müßte man in GM Leute finden, die wahre Idealisten sind, viel arbeiten, sich keine Anerkennung erwarten dürfen u. noch dazu ihr eigenes Geld hineinbuttern. Es gibt oder gab in GM die Bürgerliste “Gmundner Zukunft”, die an der Verhinderung des Wahnsinnsprojektes Lacus Felix mehr gleistet hat, als die in der Stadtpolitik vertretenen Parteien, die für ihre Sitzungen nicht schlecht bezahlt bekommen (deshalb u.. aus Geltungssucht sitzen manche Gemeinderäte ja im Gemeinderat). Diese Bürgerinitiative hat viel ihres eigenen Geldes u. ihrer Zeit investiert zur Verhinderung dieses Wahnsinn-Projektes, jedenfalls so lange bis dem Asamer die Marie ausgegangen ist (eigentlich hatte er ja nie mit eigenem Geld das ominöse Hotelprojekt anstellen können.. Alles wäre auf Schulden aufgebaut worden, daher hat es auch keinen weiteren Investor mit Geld gegeben).
.
Mr. Namenlos, wer tut sich das an, eine Bürgerliste zu gründen, ohne finanzielle Unterstützung, ohne Mitarbeit von zahlreichen Bürgern. Die meisten meckern u. kritisieren, aber sich verpflichten, politische Knochenarbeit zu leisten,das tun sich die Meckerer nicht an. So wird das Feld den Lokalpolitikern der herkömmlichen politischen Parteien überlassen, die sich gerne gut bezahlen lassen für die mangelhafte Arbeitsleistung. Wenn ich mich so umhöre, streifen die meisten (seit ewigen Zeiten alteingesessenen ,- ich kann ihre Gfrieser schon gar nicht mehr anschauen, – entschuldigen die emotionale Entgleisung! )Stadtpolitiker die Sitzungesgelder, die Gehälter für Vizebürgermeister, Stadtrat u. Fraktionsvorsitzende gerne in die eigene Tasche, schließlich ist das gutes Taschengeld u. man kann damit z.B. wieder zum Stammtisch ins Wirtshaus gehen oder sich was anderes Schönes gönnen.

Mr. Namenlos, ich finde die Zukunft von GM sollten junge Leute in die Hand nehmen, wenn sie hier bleilben möchten u. nicht “obroasen” wollen. Da heisst es arbeiten, kämpfen, Mut haben, Ideen haben, Freizeit opfern, etc. Dass junge Leute das können, beweist, dass wir in Österreich den jüngsten Aussenminister der Welt haben. Und obwohl ich nicht seiner Partei anhänge, macht er seinen Job gar nicht schlecht. Und einen netten Anblick bietet er auch noch.


Und Alfred E. Neumann mit einem neuen Regio-Spruch der Erkenntnis.

ich_freu_mich_ohlsdorf


 

 

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Eine Antwort

  1. Hallo Bruno!
    Du sprichst mir aus der Seele. Wie immer !!! Danke!!!
    Humus für Neues. Für unsere Seelen, unsere Lieben, unser Leben. Für unsere Zukunft. Auch für die nächsten Generationen.
    Ramona

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