Es gärt und eine Alleskönnerin

Heute:
Babsy leakt ein internes Papier zur Regio
Marge Lilas Gastkommentar über eine Alleskönnerin
Unsere Unterstützung der Regio-Werbung

Liebe Leserleins!

Natürlich ist das unser subjektiver Eindruck: aber es gärt. Wir merken es an den Reaktionen. Langsam aber sicher sickert die Regio-Frage in breitere Teile der Zivilgesellschaft. Nachdenklichkeit macht sich breit. Es spricht sich immer mehr herum, was da läuft. Und umso mehr Fragen entstehen bei den Bürgerleins.

Was die Machthaberer nämlich noch nicht gecheckt haben: die Unzufriedenheit mit dem bestehenden Verkehrssystem ist gross. Sehr gross sogar. Jetzt stellt sich sogar noch heraus, dass allem Anschein nach massive Eingriffe in das bestehende Bus-System geplant sind. In ein Bus-System, das schon jetzt den Ansprüchen und Bedürfnissen der Bürgerleins nicht entspricht, daran vorbei geplant ist. Mehr die Interessen von Stern & Hafferl widerspiegelt als die Interessen derjenigen, die das finanzieren: der Steuerzahlerleins und Bürgerleins von Gmunden.

Dazu aus einem internen Bericht eines Beamten des Amtes der Landesregierung an den zuständigen Verkehrslandesrat Entholzer:
„Im Auftrag des Landes hatte das Büro Snizek bei der Erstellung der Potenzialanalyse bewusst sehr reduzierte Annahmen berücksichtigt, nämlich … keine durch die StadtRegioTram möglich werdende Einstellung oder Kürzung von Stadt- und Regionalbuslinien …“Dass zwei Zeilen vorher steht, die „Potentialanalyse durch das Büro Snizek wurde von Fa. Stern & Hafferl vergeben“, mögen nur kleinliche Menschen als Widerspruch zu der Behauptung „im Auftrag des Landes“ sehen, sagt aber einiges über die Substanz des uns vorliegenden Schreibens aus.
Aber der eigentliche Punkt: die Macher der Regio beteuern die ganze Zeit, es würde zu keinen Streckenänderungen bzw. Einstellungen oder Kürzungen kommen. In diesem Schreiben steht das genaue Gegenteil. Die Regio ist das Vehikel, solche Einstellungen und Kürzungen zu ermöglichen.

Was diese Ermöglichung allerdings bedeutet, wird verschwiegen: mehrmaliges Umsteigen. Wie wir von Insidern gehört haben, die mit dieser Art der Planung auch ziemlich unglücklich sind, ist geplant, die Überfahrt der Busse über die Traunbrücke völlig einzustellen. Die Busse fahren bis Klosterplatz, dort heisst es umsteigen in die Regio. Dann zum Franz Josefs-Platz und dort, husch husch, zurück in die Busse. Das bedeutet in manchen Fällen eine Verdreifachung der Umsteigenotwendigkeit (von wegen barrierefreiem Öffi dank Regio!). Davon versprechen sich die Regio-Planer jedoch noch einen wunderbaren Nebeneffekt, man könnte es auch Schummel-Effekt nennen: ohne dass mehr Leute mit den Öffis fahren, würden die Fahrgastzahlen der Regio in die Höhe schnalzen, weil praktisch alle Bus-Nutzerleins gezwungen wären, mindestens einmal umzusteigen.

Jedes Busnutzerlein würde zwangsweise die Regio frequentieren, weil es keine Busdurchfahrt mehr gibt. Dann könnte man die Jubelperser in den entsprechenden lokalen Jubelmedien verkünden lassen: irre Steigerung der Fahrgastzahlen dank Regio. In Wahrheit würde keine Maus zusätzlich mit den Öffis fahren. Nur die Umsteigevorgänge würden sich drastisch erhöhen. Und die Zuschüsse für die Regio, weil ja dann rein zahlenmässig viel mehr Menschen in der Regio fahren würden – und sei es nur zwei Stationen vom Klosterplatz zum FJ-Platz oder umgekehrt. Das nennt man nachhaltige und vorausschauende Verkehrspolitik.

Leider reagieren viele gutgläube Menschen auf das Wort „Öffi“ wie der Pawlowsche Hund ohne darüber nachzudenken, welches Verkehrsmittel jeweils am besten den öffentlichen Verkehr fördert. Die Regio ist das mit Sicherheit nicht. Die Regio ist ein grossangelegter Irrtum (in gutgläubiger Sicht) oder ein grossangelegter Bluff (in Sicht weniger gutgläuigber Leute). Ein Unfug ist diese Konzept allemal und jederzeit und für immer und ewig.

Heute ein Gastkommentar dazu, was die Regio auf wundersame Art alles kann. Mein Muttertier hat mir dazu erzählt, dass es da einen alten Witz gibt. Auf die Frage, was sie sich denn zu Weihnachten wünsche, habe ein kleines Mädchen unschuldig geantwortet: „Einen Tampon.“ Auf die erstaunte Frage der Eltern, warum und weswegen, lautete die Antwort: „Weil ich mit einem Tampon Tanzen, Radfahren, Schwimmen. Skilaufen und Wandern kann.“ Sagen wir es so: die Regio-Tram ist der Tampon von Gmunden. Die Gmundner Spezialität daran ist aber, dass es aller bisherigen Erfahrung nach darum geht, wer den Grössten und Längsten hat. Was wir daraus lernen? Die Bahn-Machos stehen den SUV-PS-Machos um nichts nach.

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


 

Die Regio kann alles

Ein Gastkommentar von Marge Lila

Die SRT ist die eierlegende Wollmilchsau.
Was einzig und alleine die Durchbindung der Regionalbahn durch die Innenstadt alles bewirken soll:
– Nur diese kann täglich wahre Menschenmassen bewegen
– Nur diese wird abertausende Touristen aus aller Welt anlocken
– Nur diese wird die Innenstadt in eine paradiesische Begegnungszone verwandeln
– Nur diese wird dafür sorgen, dass die Innenstadtgeschäfte florieren und die großen Shopping-Citys am Hungertuch nagen
– Nur diese wird aus Gmundnern aller Altersgruppen begeisterte Fußgänger bei jedem Wetter machen und uns so zur Gemeinde mit den gesündesten Bürgern machen
– Nur diese wird daher auch selbstverständlich die Kosten für Pflege und Gesundheit enorm senken
– Nur diese wird aus allen Schülern zwischen Vorchdorf und Gmunden glückliche Jugendliche machen und so das Bildungsniveau in unserer Umgebung in luftige Höhen heben
– Nur diese wird die Immobilien im Umkreis enorm aufwerten und alle Eigentümer zu reichen Bürgern machen
– Nur diese wird, trotz der gestiegenen Grundstückspreise, eine Vielzahl von Unternehmen anlocken, Arbeitsplätze schaffen und die Arbeitslosenquote enorm senken
– Nur diese wird daher dafür sorgen, dass die Steuereinnahmen nur so sprudeln werden
– Nur diese wird es, trotz gestiegener Grundstückspreise, jungen Familien ermöglichen, sich zwischen Gmunden und Vorchdorf anzusiedeln
– Nur diese wird unseren Energieverbrauch gegen null treiben und selbst die Ölscheichs zum Erblassen bringen
– Nur diese wird gratis neue, supermoderne, eisenbahntaugliche Brücken bauen
– Nur diese wird aus Gmunden – nicht nur aus dem Klosterplatz! – eine Weltstadt mit urbanem Flair machen
Nur diese wird uns in Zukunft vor Hochwasser schützen!


 

Ja, schon wieder sind die Haare von Alfred E. Neumann ein wenig grauer geworden, doch noch kann man das originale jungendliche Rot erkennen. „Wie lange noch?“, fragen wir uns! Kann es sein, dass sich die grauen und weissen Haare, die wir Steuerzahlerleins angesichts des Regio-Wahns bekommen, auf dem Haupt von Neumann jr. widerspiegeln? Eine Spur seines inneren Wissens um die Unsinngkeit dieses Minoritätenverkehrsmittels? (Von Massen kann ja nun wirklich nicht die Rede sein, gell!)

Hier das heutige Sujet. Wie immer: klicken für Originalgrösse. Abheute läuft die Sujet-Serie „Wem die Regio was bringt“.
ich_freu_mich_21mille
Vorige Woche wurde ein Vertrag zwischen Land und Bund unterzeichnet, der den diversen Stern & Hafferl-Verkehrsunternehmen weitere 21 Millionen Euro an Steuergeldern zuspricht. Zusätzlich zu den bereits bekannten und bestehenden Förderungen inklusive Regio. Allein 10 Mille fliessen erneut in die Regio-Vordorf-Strecke (zusätzlich zu den bekannten 30 Millionen+Zinsen für das laufende Projekt). Angeblich sollen damit „allerlei Baumassnahmen“ im Streckennetz finanziert werden. Liebe Leute: weiss eigentlich irgend wer, was Stern & Hafferl aus eigener Tasche und auf eigenes Risiko finanziert? Es stellt sich ernsthaft die Frage, wozu man da „Private“ braucht, wenn ohnedies die öffentliche Hand alles zahlt und das gesamte Risiko trägt.


 

 

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