Belagerungszustand

SALCI_info_28052015

Heute:
Babsy über den G7-Wahnsinn
Einserkasterl von Borgare
Christian Dickinger antwortet AndyB

Liebe Leserleins!

Hin und wieder müssen wir über den Tellerand Gmundens hinaus in die Ferne blicken. Eh nicht gar so weit. Nur bis Salzburg und Bayern. Im schönen Schloss Elmau (15 km von Garmisch-Partenkirchen) findet ein Treffen der selbsternannten G7 statt, den Staatschefitäten der sich selbst für die wichtigsten Industrienationen haltenden Länder. Ein Anachronismus der besonderen Art. Seit Jahren schon werden dort keine in irgend einer Weise relevanten Beschlüsse mehr gefasst. Anstatt diese Treffen in einer grossen Stadt (zuletzt etwa in Brüssel) abzuhalten, geht man diesmal hinaus aufs „Land“ und terrorisiert die Bevölkerung. Ein ganzes Tal wurde mit einem fast 20 km langen, beleuchteten Sperrzaun versehen. Seit Tagen kommt man nach Garmisch nur noch hinein, wenn man seinen Personalausweis zückt. Insgesamt 17.000 (!!!!) Polizisten sollen die Abordnungen von sieben (!!!) Staaten schützen. Gesamtkosten: 210 Millionen Euro. Auch österreichische Polizei und Alpinpolizei ist im Einsatz (zu welchen Kosten eigentlich???). Ab 31. Mai dürfen auch die Bauern der Gegend ihre Felder nur noch betreten, wenn sie sich bei „Grenzübergängen“ auf den eigenen Acker ins Elmautal ausweisen – und einen Polizisten mitnehmen. Ja, liebe Leserleins, Sie lesen richtig: auf jedem Traktor ein Kieberer. Kein Witz! Trauriger Ernst!

Hier geht es nur noch darum, den Bürgerleins zu zeigen: ihr könnt euch Proteste und Kundgebungen ins Haar schmieren. Selbst in Garmisch (15 km vom Tagungsort) sind alle Kundgebungen und Protestcamps untersagt. Das Treffen hat erkennbar nur noch einen Zweck: Demonstration der Staatsmacht. Wir können, ihr Bürgerleins aber könnt nicht, höchstens uns mal … Die Kosten tragen selbstverständlich jene Bürgerleins, denen die Machtgeste der Machthaberer gilt. Sie sagen uns klar und deutlich: Wir tagen auch in einem Alpental völlig ungestört von Bürgerleins. Wir haben die Macht, das durchzusetzen. Wir haben die Macht, euch fernzuhalten. Wir haben die Macht, euch dafür die Kosten aufzuhalsen. Eine neue Art der Alpenfestung. Ganz ohne Genierer. Damit die hohen Herrschaften ungestört sind, werden auch mal schnell die Schengen-Regeln ausser Kraft gesetzt. Reisefreiheit für demonstrierende Bürgerleins? Doch nicht in der EU mit ihren vier Freiheiten (die nur für die Konzerne und sonst zum Krenreiben sind)!

Das Ergebnis des Gipfels ist völlig egal. Schert niemanden. Nicht einmal die dort Anwesenden – die schon gar nicht! Es geht um die pure Demonstration von Macht. So weit weg vom Volk sind die Politiker bereits. Und doch allem Anschein nach nicht weit genug, um sich nicht trotzdem noch vor den Bürgerleins zu fürchten, denn für ein paar dutzend oder hundert durchgeknallte Krawallmacher braucht man keine 17.000 Polizisten, dazu noch ca. 150 Staatsanwälte und ebensoviele Richter für Schnellverfahren vor Ort. Es ist die Angst vor den Bürgerleins, die den Politikern längst im Nacken sitzt. Als Antwort grüsst der autoritäre Staat!

Die Frage ist schön langsam: wer schützt eigentlich uns Bürgerleins noch vor diesen Politikern und vor diesem von ihnen gekaperten Staat? Und das gilt nun doch wieder auch bis hinunter auf die Gemeindeebene – auch hier in Gmunden: wer schützt uns vor diesen Politikern? Wer schützt uns vor Machthaberern aller Art?

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl

Heute antwortet Christian Dickinger auf die Kritik von AndyB. Liebe Leserleins: das ist es, was eine lebendige Demokratie ausmacht! Rede und Gegenrede. Und irgend wann neue Erkenntnisse und Lösungen. Demokratie ist eben kein Schnellschuss, nicht einfach und unkompliziert. Sie erfordert Zeit und Einsatz. Wir hoffen hier einen Beitrag dazu zu leisten. Geht nur dank der vielen Leserleins, die mitmachen, mitlesen, posten, schreiben, denken.


 Sans bsoffn?

Einserkasterl von Borgare

Beim Heurigen
Unlängst war ich beim Heurigen. Nicht weit von Wien. In Hagenbrunn. Beim “Wannemacher” war ich, wegen dem Buffet. Was mir jeder glauben wird.
Am Tisch saßen Touristen aus Mistelbach. Wir plauderten.
„A se san aus Gmunden.“ – „Warn ma a scho….scheee!“
„Aber wengerl eng da unten bei dem Stadttor,in da Altstadt, aber da See, wirklich wundaschee.“
Dort wollen sie jetzt eine Strassenbahn durchbauen.
„Durchn See?“
„Blödsinn, nein wo es so eng ist beim Trauntor …“ – und so weiter.
Die Mistelbacher Touristen schwiegen.
Dann: „Geh redns kan Bledsinn, sans bsoffn!?“
Dann lachten sie und lachten laut und lange …

Ich aber begann jämmerlich zu weinen und beruhigte mich auch nach zwei weiteren Viertel “gemischter Satz” einfach nicht und nicht. Bis heute nicht.


 Ja, Keramikstadt!

Ein Gastkommentar von Christian Dickinger

Keramikstadt? Eine kurze Replik auf „Andy B.“

„Jaja“, setzt er an, der Andy, ihm könne man „auch nichts recht machen“! Bis „dahin“ gehen wir konform. Meinen Vorschlag, wir mögen unsere „Identität“ als „Keramikstadt“ schärfen, empfindet der Andy als „unsinnig“, er habe „selten so gelacht“. Schade, dass er so wenig zu lachen hat, der Andy.
Sprechen wir also „im Ernst“.

Ich bin der Meinung, dass wir als Stadt Gmunden gemeinsam definieren müssen, „wohin“ in Zukunft „die Reise“ zu gehen hat. Wir müssen „Alleinstellungsmerkmale“ definieren, Prioritäten setzen, langfristig festmachen, was wir wollen. „Keramikstadt“ ist eine „Teilidentität“, welche es auszubauen und im öffentlichen Raum augenfällig zu präsentieren gilt, nicht mehr und nicht weniger. Ich habe mir erlaubt, mir Gedenken darüber zu machen und eben diese zur Diskussion zu stellen. In „gmundl“ ist dies möglich, abseits des Getöses des Tagesjournalismus, der nur Schlagzeilen produziert und keine differenzierte Diskussion zulässt.

Andy schreibt, ein Politiker (also ich) würde einen Zustand „beklagen“, welchen „wir“ der Politik „zu verdanken haben“. Melde gehorsam. Ich bin nicht „die Politik“, sondern lediglich ein Kommunalpolitiker, der sich „über den Tag hinaus“ Gedanken über die Zukunft unserer Stadt zu machen erlaubt.

Andys Auffassung, wonach, wie ich schrieb, für einen international konkurrenzfähigen Kongresstourismus „vor allem die Kongressveranstalter und Teilnehmer fehlen würde“, ist falsch, Kongresse werden in Gmunden abgesagt bzw. nicht durchgeführt, weil keine hochqualitative Hotellerie in erwartetem Ausmaß zur Verfügung steht. Ob sich hier freilich 4 oder 5-Sterne-Hotels langfristig „rechnen“ würden, ist eine andere Frage, die in der öffentlichen Diskussion vom Mantra – „Wir brauchen ein Hotel“ – überlagert wurde und wird.

Andys Aufassung II, „Keramik Stadt ist eher etwas zum Gruseln oder Abschrecken“, teile ich nicht.
„Keramik-Stadt“ ist Teil unserer Identität, an der es zu arbeiten gilt, und Teil unserer umfassenderen „Tourismus-Identität“, die es zu klären gilt.
Wir benötigen ein „großes Design“ – „Gmunden 2020“ -, oder welche Bezeichnung auch immer uns einfällt. Die keramische Teilidentität ist lediglich ein Stein, wenngleich ein wertvoller, im großen Mosaik, von dem wir allerdings eine konkrete Vorstellung haben müssen, bevor wir ständig neue Bausteine setzen.

Dieses große Design zu „finden“, ist eine gemeinsame Herausforderung für alle politischen Parteien und für alle interessierten Bürgerinnen und Bürger. Meine Vorschläge verstehen sich als Einladung zur „offenen Diskussion“.


Diesmal ist die Freude von Alfred E. Neumann besonders gross, weil er den grosszügigen Umgang mit fremdem Geld ausserordentlich liebt. Der Wettbewerb geht natürlich weiter! Liebe Leserleins, weitere Wortspenden sind gern gesehen. Die 30 Preise werden natürlich erst verlost, wenn die Regio endlich durch die Altstadt poltert. Die Verhandlungen mit S&H wegen der Ausstellung der Schwarzfahrer-Ausweise laufen. Wir achten natürlich streng auf den Datenschutz. Die Ausweise dürfen weder Bild noch Namen der Begünstigten beinhalten!

ich_freu_mich_geldverprassen


 

 

 

 

 

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