Archive for Mai 2015

Kaffeehausbilanzen
21. Mai 2015

SALCI_info_28052015

Heute:
Babsy erklärt eine Bilanz
Gastkommentar von Markus Moser zum Wiener Café
Gastkommentar von Peipino zu Gmundens Abstieg
Einserkasterl Kammerhofers Parkplatzschau

Liebe Leserleins!

Wir haben es gestern schon kurz gestreift das Thema „Wiener Café“. Ihre Babsy will hier noch einmal klar stellen: da ging es nicht darum, die Bemühungen eines Gastronomen und Unternehmers unter schwierigsten Rahmenbedingungen (siehe „Der lange Abstieg Gmundens“) ein sehr spezielles Kaffeehaus zu betreiben, schlecht zu machen. Ganz im Gegenteil. Wir verstanden unseren Beitrag (neben der Kritik an der unvollständigen OÖN-Berichterstattung) als Aufschrei, dass sich in Gmunden einiges ändern muss. Keine Frage, für einen betroffenen Unternehmer ist es nicht immer angenehm, wenn öffentlich aufliegende Zahlen sachkundig interpretiert werden. Es ist auch völlig normal, dass wir von aussen einen anderen, sicher auch kritischeren Blick, darauf haben. Dass Markus Moser das „Positive“ einmahnt, gut, das ist sein Recht. Aber schon Erich Kästner verzweifelte an der Forderung „Herr Kästner, wo bleibt das Positive?“ und antwortete „Ja, weiß der Teufel, wo das bleibt.“ Es ist jedenfalls nicht unsere Aufgabe, zu irgend jemandem „lieb“ zu sein.

Im Geschäftsleben ist der Balanceakt zwischen grossem Erfolg und unternehmerischem Misserfolg schwierig, und oft liegen nur Millimeter zwischen dem Einen und dem Anderen. Darin besteht das Wesen des Unternehmerrisikos. Schon deshalb werden wir uns hüten, Unternehmern, die wie Markus Moser dieses Risiko voll tragen (im Gegensatz zu jenen, die sich die Risken mit Millionenstützungen aus Steuergeldern von der öffentlichen Hand wegfinanzieren lassen), in den Rücken zu fallen. Wir brauchen wagemutige Leute, die auf eigenes Risiko etwas aufstellen.

Das kann aber natürlich nicht dazu führen, dass wir es nicht deutlich aussprechen, wenn es unrund läuft und Gefahren erkennbar sind. Denn damit wäre niemandem geholfen. Wir wollten das Thema, um der Wahrheit die Ehre zu geben, in diesem Fall auch nicht all zu sehr vertiefen. Wir haben bewusst einige mögliche Interpretationen des Zahlenmaterials erst gar nicht gebracht, eben weil es uns nicht darum ging, hier jemandem das Leben schwer zu machen. Wir wollten lediglich darstellen, dass die Situation sehr kritisch ist. Davon nehmen wir auch nichts zurück. Die Antwort von Moser zwingt uns aber dazu, doch das eine oder andere Detail genauer zu erläutern, weil er unsere Kompetenz in Zweifel zieht. Das können wir nicht auf uns sitzen lassen.

Dass Markus Moser, der Eigentümer des Wiener Cafés, sich ärgert, ist nachvollziehbar und menschlich total verständlich. Aber es hilft nichts, unter journalistischen Aspekten war zu berichten – insbesondere nach dem schlecht recherchierten Artikel in den OÖN.
Auch wenn Ihre Babsy sich wiederholt: für Spezialfragen ziehen wir Experten heran. Das geschah auch in diesem Fall. Wir müssen uns in unserer Berichterstattung nichts vorwerfen. Auch von einem „Schnellschuss“ kann keine Rede sein. Unsere Einschätzung ist gut fundiert und argumentiert. Das schliesst andere Sichtweisen nicht aus. Gerade Unternehmer sind von Berufs wegen zu einer positiven, oft auch geschönten Sicht der Dinge gezwungen, um auch schwierige Situationen meistern zu können und nicht gleich das Hangerl zu werfen. Umso wichtiger die kritische Aussensicht. Und manchmal gleichen Einschätzungen natürlich auch der Frage, ob ein Glas halb voll oder halb leer ist.

Wir bringen im nachfolgenden Blog-Teil die Stellungnahme von Markus Moser. Auf einige seiner Einwände möchte ich aber hier vorab eingehen. Wir ersuchen unsere Leserleins um Verständnis für die vielleicht etwas trockenen, langen Ausführungen. Aber es geht einerseits darum, die Seriosität unserer Recherchen und unserer Berichterstattung zu zeigen, und andererseits auch darum, die Fakten klar darzulegen.

Es stimmt, dass das Café in den Bilanzen der Jahre 2012 und 2013 in Summe ungefähr 70.000 Euro Gewinn ausgewiesen hat. Unsere Skepsis beruht auf ein paar schlichten Fakten. Erstens können wir ohne Kenntnis der Gewinn- und Verlustrechnung nicht feststellen, wie diese Gewinne entstanden sind. Wir können nicht sagen, ob es sich um Einmaleffekte (Sondererlöse) handelt, ob die Gewinne aus der unmittelbaren betrieblichen Tätigkeit stammen und ob sie nachhaltig sind. Zweitens sind es die beiden einzigen Jahre mit Gewinn. Das Unternehmen hat in allen öffentlich einsehbaren Bilanzen (also in den Jahren von 2004 – 2013) nur in den letzten zwei Jahren Gewinne geschrieben. In den acht Jahren davor immer nur Verluste. Drittens stellen wir zuletzt eine Verdoppelung der Forderungen des Cafés fest und können ohne GuV nicht beurteilen, ob diese Forderungsverdoppelung einen Einfluss auf die Gewinndarstellung hat. (Tschuldige, das war jetzt sehr technisch, aber so lautete die Formulierung unseres Experten.) Für Laien: die Gewinn- und Verlustrechnung ist bei bilanzierenden Unternehmen die periodenreine Übersicht über Einnahmen (die dann Erlöse/Erträge heissen) und Ausgaben (=Aufwand/Aufwendungen) und ermöglicht erst eine tiefere Analyse des Geschäftsergebnisses. (Nochmals zur Klarheit: periodenbereinigte Einnahmen nennt man Erlös bzw. Ertrag, periodenbereinigte Ausgaben ergeben den Aufwand/Aufwendungen.) Diese GuV muss bei kleinen Gesellschaften wie dem Wiener Café nicht veröffentlicht werden.
Tatsache ist jedenfalls, dass ein Forderungsstand (dessen Details man in der Bilanz nicht sieht) von rund 70 Tsd. Euro für ein Café eher ungewöhnlich und für Aussenstehende erklärungsbedürftig sind. Auch die summenmässige Koinzidenz von Forderungsverdoppelung und Gewinnerhöhung wirft Fragen auf, die wir von aussen nicht beantworten können. (Es gibt natürlich auch hier einige Erklärungen, die erfahrungsgemäss zutreffen könnten, aber wir haben die schon im Erstbericht bewusst nicht gebracht, weil das letzten Endes spekulative Erörterungen gewesen wären. Wir bringen diese Erklärungsmöglichkeiten daher auch jetzt nicht.)

Ein Grossteil der Verluste – so steht das zumindest aus unserer Sicht in den Bilanzen – hatte mit dem Franken-Problem wenig zu tun. Die Verluste aus den Frankenkrediten wurden über Jahre hinweg in der Bilanz nicht ausgewiesen (wir vermuten Endfälligkeit der Kredite), die Verbindlichkeit bis 2010 zum Entstehungskurs dargestellt (das legt jedenfalls der Vermerk des Bilanzerstellers nahe, der sich in folgender Form bis 2010 in der Bilanz findet: „… CHF-Kredit in der Höhe von … umgerechnet zum Entstehungskurs entspricht das EUR …). Das heisst: eventuelle Frankenverluste waren bis dahin dem Anschein nach nicht ergebniswirkam verbucht, also in den bilanzierten Verlusten nicht enthalten. Zu diesem Zeitpunkt waren bereits Verluste von fast 270.000 Euro aufgelaufen – ganz ohne Frankenverluste. Einschränkung: Denkbar ist, dass ein Teil des Verlustes des Jahres 2010 aus dem Abbau des Frankenkredits resultierte (der Verlust betrug in diesem Jahr ca. 17 Tsd.), ohne GuV ist das aber nicht mit Sicherheit zu sagen. Es wurde jedenfalls nur ein Teil des Frankenkredits entweder konvertiert oder abgebaut, denn auch in den Folgebilanzen scheinen noch immer rund 2/3 des ursprünglichen Kredits in Franken auf (allerdings ab 2011 nicht mehr zum Entstehungskurs, sondern zum Tageskurs, also mit dem realen Tageswert).

Was das negative Eigenkapital betrifft, haben wir uns natürlich nicht um 80.000 Euro geirrt. Aus einem einfachen Grund: wir haben die Höhe des negativen Eigenkapitals gar nicht ziffernmässig genannt, wie man in unserem Bericht leicht nachlesen kann. Wir sprechen völlig richtig und in Übereinstimmung mit den vorliegenden Bilanzen von Schulden in der Höhe von ca. 300.000 Euro und stellen daran anknüpfend eine schwere Überschuldung (=negatives Eigenkapital) fest, ohne eine genaue Zahl zu nennen. Wir haben die Bilanz sehr genau gelesen, Markus Moser in seinem Ärger unseren Artikel nicht ganz so genau. Sorry. Um Leserleins, die vielleicht irrtümlich meinten, die Schulden von 300 Tsd. entsprächen der Überschuldung, ganz exakt ins Bild zu setzen: die Überschuldung (=negatives Eigenkapital) betrug Ende 2013 etwas über 220 Tsd. Euro.

Kritischer Journalismus kann sich nicht darauf beschränken, die positive Sicht eines Unternehmers wiederzugeben. Wir müssen schon auch auf die Schwachstellen hinweisen (was die Kollegen von der OÖN verabsäumt haben).
Unsere Skepsis speist(e) sich – zusammengefasst – aus folgenden Punkten:
Die Gewinne sind erst in den letzten beiden Bilanzjahren (nach acht Jahren Verlust) entstanden. Ob sie nachhaltig sind, können wir nicht beurteilen.
Die Verbesserung der Gewinnsituation hängt auch mit dem Auslaufen der Abschreibungen auf das Sachanlagevermögen zusammen (Abschreibung 2005 etwa rund 40 Tsd., 2013 nur noch 5 Tsd.). Damit zusammenhängend sinkt das Sachanlagevermögen von rund 140 Tsd. (2004) kontinuierlich jedes Jahr – auf nur noch  14 Tsd. im Jahr 2013. Das lässt den Schluss zu, dass in den letzten zehn Jahren keine namhaften Investitionen mehr getätigt worden sind. Im Zusammenhang mit den aufgelaufenen Verlusten ist es also sehr wahrscheinlich, dass notwendige zukünftige Investitionen nicht verdient worden sind. Die Abschreibung der bestehenden Betriebsausstattung muss in eine betriebswirtschaftlich rentable Kalkulation zu Wiederbeschaffungskosten einfliessen. Das ist in der Gastronomie schwer in den Preisen unterzubringen. Angesichts der Renovierungsintervalle in der Gastronomie (10 – 12 Jahre) gibt es hier womöglich einen Investitionsstau, der angesichts der bestehenden Verbindlichkeiten schwer aufzulösen sein wird (und den ein eventueller Käufer zusätzlich zum Kaufpreis aufbringen müsste, da in der GmbH weder stille Reserven noch offene Rücklagen zu erkennen sind).

Wir haben auch nirgendwo behauptet, dass Markus Moser von den Banken „gerettet“ werden müsste. Allerdings sind wir durchaus der Ansicht, dass es letzten Endes von der Geduld der Banken abhängen kann, wie es weiter geht. Das ist eine Binsenweisheit. Nach wie vor besteht einerseits eine Kreditklemme für Klein- und Mittelbetriebe (trotz Geldschwemme durch die EZB). Ebenso zeigen alle verfügbaren Zahlen, dass die Banken zunehmend versuchen, auch bestehende Kredite einzutreiben, da sie durch die Baselvorschriften (Unterlegung von Krediten mit Eigenkapital) selbst in grossen Problemen sind. Die Lage für Klein- und Mittelbetriebe mit hohem Schuldenstand bei den Banken ist derzeit ziemlich ungemütlich, mehr noch: extrem schwierig und gefährlich. Mehr denn je gilt derzeit die alte Weisheit: Banken borgen dir einen Regenschirm bei Sonnenschein, aber wenn es zu regnen beginnt, wollen sie ihn zurück.

Abschliessend: wir können Markus Moser (und unsere Leserleins) beruhigen – auch in diesem Fall waren unsere Recherchen zutreffend und konzise. Man kann die Lage besser (Moser) oder nicht ganz so gut (gmundl) einschätzen. An den Fakten ändert das nicht viel. Fortbestehensprognosen sind ihrer Natur nach ungewiss, weil sie eine Zukunft betreffen, die wir eben noch nicht kennen (können). Für die Glaubhaftigkeit der positiven Fortbestandsprognose spricht die Tatsache, dass diese wegen der seit damals bestehenden Überschuldung seit 2007 jedes Jahr abgegeben wird, und das Unternehmen tatsächlich bis heute besteht. Man kann die Tatsache, dass nunmehr schon in acht Bilanzen eine solche Prognose gesetzlich verpflichtend abgegeben werden musste, aber leider auch anders auslegen. Die Zukunft wird es weisen. Zu dieser Zukunft gehört bedauerlicherweise aber auch die Tatsache, dass die Innenstadt mit den wahrscheinlich einsetzenden Bauarbeiten für die Regio auf ungefähr 18 Monate lahmgelegt werden wird. Ein Umstand, der es vielen Geschäften schwer machen wird, halbwegs ungeschoren über die Runden zu kommen. Ein Teil unserer Skepsis speist sich auch daraus.
Sagen wir so: unsere Experten trafen ihre Einschätzung auf Basis unbestreitbarer Tatsachen und mit der Vorsicht des „ordentlichen Kaufmanns“ (wie es früher einmal altmodisch hiess).
Konklusio: unsere Berichterstattung war faktengetreu, präzise und zutreffend. Dass wir unter journalistischen Gesichtspunkten einen anderen Fokus bei der Bewertung der Fakten haben als jene, über die wir berichten, liegt in der Natur der Sache, ändert aber an den Fakten und ihrer objektiven Bewertung nichts. Markus Moser muss also für unseren Blog keineswegs „schwarz sehen“, unsere Recherchen haben bis jetzt noch immer „gehalten“.

Wie auch immer man die Lage einschätzt: selbstverständlich brauchen wir Unternehmer, die mit ihrem persönlichen Einsatz etwas versuchen und bewegen und dabei auch hohe Risken eingehen. Es ist positiv, wenn unter diesen Umständen versucht wird, ein Kaffeehaus, das „Groscherlgeschäft“ par excellence, zu führen. Wir halten die Daumen, dass alles gut geht. Unsere Kritik zielte auf eine verfehlte Stadtpolitik, nicht auf Markus Moser und sein Wiener Café, das – wir wissen es zu gut – klarerweise für viele Gmundner „Wohnzimmer“ ist, wenngleich es auch andere solche „Wohnzimmer“ gibt. Wir haben uns nur gegen die falsche Darstellung als „DAS“ Wohnzimmer Gmundens gewehrt. Und was die Trinkgelder betrifft: alle Mitglieder unseres Teams wissen, dass die Gehälter in der Gastronomie stark von den Trinkgeldern abhängen. Es ist uns Pflicht und Freude, ordentliche Trinkgelder zu geben, wenn Qualität und Service stimmen. Allerdings nicht um einen „Imageschaden“ gut zu machen. Denn einen solchen hat unsere Berichterstattung mit Sicherheit nicht verursacht. Fakten können niemals schädlich sein oder einen Imageschaden verursachen. Der ist – so es ihn überhaupt gibt – ursächlich schon vorher entstanden.
Auf jeden Fall wünschen wir dem Wiener Café viel Erfolg und nachhaltige Gewinne sowie zur Not – falls Moser wirklich nicht weiter machen will – auch einen solventen und splendablen Käufer, der es weiter betreibt. Und man sollte eine Hoffnung nie aufgeben: dass irgend wann einmal in der Stadtpolitik Leute ans Ruder kommen, die ihr Geschäft verstehen, auch für die Klein- und Mittelunternehmen etwas machen, nicht nur für die Machthaberer, mit denen sie auf vielfältige Art (aber oft sehr einfältig im Gedanken) verbandelt sind.

Am Sonntag bringen wir einen Gastkommentar von Markus Moser zur Entwicklung des Cafés und die Zusammenhänge mit der Stadtpolitik in Form schlechter Gemeinderatsbeschlüsse.

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl

Und ganz am Ende des heutigen Blogs ein neuer Slogan aus unserer Serie „Ich freu mich …“. Dank an die vielen Leserleins, die uns mit Sprüchen versorgen. Bitte nicht vergessen: kurz halten, sonst geht sich kein Zweizeiler in lesbarer Schriftgrösse aus, gell!


 Wiener Café läuft gut!

Ein Gastkommentar von Markus Moser (Wiener Café)

Liebes Gmundl Team liebe Babsy Blitzschnell,

obwohl lieb wart ihr nicht unbedingt zu mir.
Ich ärgere mich maßlos über eure Recherche zur wirtschaftlichen Situation meines Unternehmens!
Mein Unternehmen die Wienercafe Gastronomie GmbH hat im Jahr 2013 knapp 50 000 Euro Gewinn gemacht, im Jahr 2012 waren es ca. 20 000. Das hätte vielleicht auch noch in ihrem Kommentar Platz finden können gell…
Dies rechtfertigt im übrigen in jedem Fall eine positive Unternehmensprognose.

Das die Jahre davor schwierig waren und das ein Teil der Schwierigkeiten und Verluste aufgrund eines Schweizer Franken Kredites, (der konvertiert werden musste) entstanden sind, könnte man auch aus einer Bilanz lesen liebe Babsy Schnellschuss oder Blitzschnell gell!!
So ein Konvertierungsverlust hat nämlich so gar nichts mit dem normalen Kaffeehausgeschäft zu tun. Dieser tut weh und ich trage die Folgen ganz persönlich.
Im übrigen darf ich dich beruhigen, dass meine Bankverbindlichkeiten, nicht so hoch sind als du denkst gell. Beim negativen Eigenkapital hast du dich auch um knappe 80 000 verrechnet aber bei den Millionen die oft hier im Blog herum irren kann das schon mal passieren.
Die ersten Jahre meines Unternehmens waren schwierig und aufgrund hoher Abschreibungen entstanden trotz guter Umsätze Bilanzverluste und negatives Eigenkapital. Die Zeiten sind in Gmunden nicht einfacher geworden, aber durch Umstrukturierungen und dem Engagement meiner Mitarbeiter habe ich mein Unternehmen wieder in die Gewinnzone geführt.
Mein Kaffeehaus läuft und wirft Gewinne ab und es gibt genügend Gmundner die sich hier wohl fühlen – also zukünftig besser recherchieren und Bilanz lesen. ‘Ein Unternehmen das in der Innenstadt von Gmunden gastronomisch in zwei Jahren 70 000 Euro Gewinn macht als negativ oder als nicht lebensfähig zu beschreiben grenzt an Verleumdung und ist wahrlich nicht fair.
Man kann eine Bilanz immer auf verschiedene Arten lesen, wenn man nur das Negative rauspickt ist das genauso wenig korrekt als ´nur das Positive.
In jedem Fall stehe ich für mein Unternehmen persönlich gerade und trage alle Risiken und brauche auch nicht von Banken oder der öffentlichen Hand gerettet werden.
Ich hoffe das eure sonstigen Recherchen besser sind ansonsten sehe ich schwarz für euren Blog gell

PS. bitte bei zukünftigen Recherchearbeiten in meinem Kaffeehaus brav konsumieren und schön Trinkgeld geben – damit kannst du den Imageschaden vielleicht ein bissl kompensieren liebe Babsy!


 Der unbeparkte Parkplatz

Einserkasterl von Karl Kammerhofer

An den Wandertagen (Mitte Mai, die ganzen vier Tage so gut wie ohne Regen), d.h. an den Zwickeltagen rund um den Feiertag hatten wir am Parkplatz der Grünbergsailbahn folgende Auslastung (jeweils gemessen etwa 15 Uhr, Auslastung 100% wäre die komplette Belegung der 250 Stellplätze gewesen). Fotodoku ist vorhanden. Nur am Donnerstag hatte es ab 17h geregnet, sonst war immer passables Wanderwetter:

Donnerstag (Ch. Himmelfahrt) : 30% (14.Mai !)
Freitag (1. Zwickeltag)………………8%
Samstag (2. Zwickeltag)………….80%
Sonntag (Feiertag)………………20%


 Nochmals: der Abstieg

Gastkommentar von Peipino

Gratuliere dem Verfasser zu der wirklich treffenden Kommentierung der Situation Gmundens im Beitrag “Der lange Abstieg Gmundens”!
Völlig sinnlose (Gott sei Dank nicht realisierte) Projekte, die jedoch leider zum jetzigen finanziellen Spielraum der Stadt, nämlich gleich Null geführt haben!
Und das Dramatische daran, dass daraus keinerlei Lehren gezogen wurden und der Wahnsinn weitergeht.
Die Verschleierung, der sich daraus für unsere Nachkommen ergebenden finanziellen Belastungen, ist geradezu dolos!!
Die Idee ist natürlich hervorragend: S&H übernimmt die Schulden, damit scheinen sie nicht beim Land und der Gemeinde auf und verpflichten sich die Abdeckung derselben auf Heller und Pfenning in der Zukunft gegenüber S&H zu übernehmen!! Damit ist die momentane Belastung der Budgets von Stadt und Land relativ gering, wird damit aber der nachfolgenden Generation aufgehalst!!
Diese Vorgangsweise der Politik ist wirklich schäbig!
Die Begründung mancher Politiker dafür, dass die Beschlüsse über diese Vorgänge “auf demokratische Weise” durch Beschluss der Mehrheiten in den jeweiligen Gremien ( Landtag, Gemeinderat) zustande gekommen wären und damit die richtigen und dem Wählerwillen entsprechenden Entscheidungen getroffen wurden, entbehrt aus meiner Sicht jeglicher Logik. Dies würde nämlich bedeuten, dass ich mit Abgabe des Stimmzettels meine persönlichen Ansichten in die Hände der gewählten “Volksvertreter” lege und diese mit “unfehlbarer” Kenntnis der Materie die richtige Entscheidung treffen!? Mit dieser Ansicht hat sogar der Vatikan (Unfehlbarkeit des Papstes bei ex cathedra Entscheidungen desselben) seit über hundert Jahren seine liebe Not!!
Die direkte Demokratie ist sicherlich auch nicht unproblematisch. Aber was allgemein und leider ganz besonders in unserer Stadt, seit vielen Jahren in dieser Richtung praktiziert wird, ist schon ziemlich skandalös.
Wenn Kritiker mit berechtigten Argumenten auftreten, werden sie mit der politischen und finanziellen Macht der Mehrheiten mundtot und schlecht gemacht. Ein vernünftiges Eingehen auf deren Anliegen wird nicht praktiziert und ist sehr oft gar nicht möglich. Jedoch zu behaupten, die Bevölkerung wird in wichtige Entscheidungen eingebunden ist schlichtweg unrichtig und eine bewusste Täuschung der Bürger!
Von S&H wurde noch kein einziges Mal auf die mehr als fragliche “Frequenzschätzung” der Tram/Zug eingegangen. Wenn es stimmt, dass das Gutachten (von S&H in Auftrag gegeben) “Potenzanalyse” im Verfahren vor dem Verwaltungsgericht gar nicht vorgelegt wurde, kann man sich ausmalen warum!!
Die Fahrgastzahlen hat man diesen Dienstag sehr schlau “gestreckt”: offenbar hat man eine größere Anzahl von Kindergartengruppen zu einer Hin-und Rückfahrt eingeladen. Hat neben ein paar Wochenmarktbesuchern ziemlich spektakulär ausgesehen, dass wieder ein paar Leute mehr in der Bahn gesessen sind! Bin überzeugt, dass diese “Fahrgäste” in die (nicht offen gelegte)
Statistik von S&H eingehen wird und umgehend an den LH Stellvertreter gesendet wird. Kann dieser dann in sein ” Drei Jahres Erfolgsrésumé” einbeziehen!
Meine persönlichen Zählungen sehen anders aus: Ich habe bisher nur eine Hand dazu gebraucht!


Wir wir hören – es sind natürlich nur Gerüchte, die wir zurückweisen – werden die Schulen des Umlandes vergattert, ihre Wandertage so zu planen, dass mit der Regio nach Gmunden gefahren und anschliessend der Grünberg, nein, nicht erklommen, sondern erseilbahnt wird. Damit schlägt man zwei Fliegen auf einen Schlag: die Regio bekommt eine Frequenz und die Seilbahn kann sich auch besser darstellen. In Wahljahren ist manchen Leuten scheinbar nichts zu dumm, um der Bevölkerung Sand in die Augen zu streuen. Obwohl wir uns natürlich freuen, wenn die Seilbahn ordentlich frequentiert wird. Mögen die Klassen aber auch brav die Gaststätten frequentieren. Und dann nach der Talfahrt doch noch ein wenig wandern – zum Wiener Café auf eine Melange oder zwei. Man kann die Kleinen ja nicht früh genug an die Kaffeehaus-Kultur gewöhnen, gell!

Hier also ein diesbezügliches Sujet aus der Reihe „Wie man Fahrgastzahlen schönt“, wiederum mit unserem sehr beliebten Testimonial Alfred E. Neumann jr., dessen Haare, wie man sehen kann, wieder im satten Rot erstrahlen. Die Scham war scheinbar kurz, und ebenso kurz war die äusserlich kundgetane Solidarität mit den ergrauten/erweissten Haaren der Steuerzahlerleins.

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Der lange Abstieg Gmundens
20. Mai 2015

SALCI_info_28052015Bitte obiges Bild anklicken für Originalgrösse

Heute:
Babsy kommentiert Aktuelles
Innenstädters Gastkommentar zu Gmunden
Christian Dickinger: Konzept „Keramikstadt“ – Die Details
Unsere Plakatserie „Ich freu mich …“

Liebe Leserleins!

Bei der Lektüre der Tageszeitungen wird Ihre Babsy nachdenklich. Ein paar der Gedanken habe ich hier niedergeschrieben.

Wir leben in einem Wahljahr. Das ist unübersehbar. Landauf und landab wieseln die Politiker herum, haben ihre – uns Wählerleins ohnehin teuer kommende – Arbeit eingestellt und schaufeln mit ihren Spaten in der Gegend herum, dass einem schwindling wird und die politische Feinstaubbelastung neue Höhen erklimmt. Aber noch lieber als Spatenschwingen (unsere Leserleins wissen, dass diese inzwischen zum geflügelten Wort gewordene persiflierende Bezeichnung für Politiker vom Gmundner Autor Michael Amon, auch hier im Blog geschätzter Gastautor, in die politische Debatte eingeführt worden ist), uff, zu lang der Satz, ich fang nochmals an:
Lieber noch als Spatenschwingen ist den Politikern in Wahljahren das Bandl-Durchschneiden. Oder das Abfeiern unsinniger Jubiläen. Zuletzt haben wir uns hier über den roten Entholzer und sein 3-Jahres-Jubiläum lustig gemacht. Wir haben prophezeit, dass wir da heuer auch noch das Jubiläum „seit 100-Tagen haben wir Entholzer 3 Jahre“ folgen wird. Wie kurzsichtig von uns. Denn am Montag der Woche tauchte Entholzer in Gmunden auf, um gemeinsam mit der Regio-Troika (Sageder-Krapf-Neumann) nicht etwa den neuen „Bahnhof“ Wartehüttl Gmunden zu eröffnen. Nein, der ist noch nicht fertig. Nein, liebe Leserleins, es galt Wichtigeres zu feiern: die Eröffnung eines neuen Gleises. Agehwusch agehschau! Ja, liebe zu Tränen gerührte Leserleins, das neue Gleis der Gmundner Straßenbahn (die es in dieser Form schon bald nicht mehr geben wird) wurde mit viel Tamtam und Trara eröffnet. Inklusive Bild für die Presse. Klaro. Und inklusive Jubelbericht in den lokalen OÖN. Logo. Bericht: „SP-Verkehrslandesrat Reinhold Entholzer und Gmundens VP-Bürgermeister Stefan Krapf luden auf die Bahnhofsbaustelle.“ Die Eröffnung fand, wie das nachfolgende Bild zeigt, unter grosser Anteilnahme der zutiefst betroffenen und bewegten Bevölkerung statt. Repräsentiert wurde diese Bevölkerung durch zwei Rote (Dickinger, Sageder) und zwei Schwarze (Krapf, Neumann). Volksvertreter im wahrsten Sinn des Wortes, gell.

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(Unser Testimonial der „Ich freu mich …“-Plakate, Alfred E. Neumann junior, liess es sich nicht nehmen, selbst die Bim zu steuern.)

Warum Entholzer nicht auf dem Bild drauf ist, wissen wir nicht. Vielleicht wollte er – so er sein Amt behalten sollte – für die Zukunft nicht all zu viele Beweise für seine Mittäterschaft hinterlassen. Er hinterliess allerdings unvorsichtigerweise eine Botschaft: „Wenn in zwei Jahren das Projekt fertig ist, werden alle zufrieden und schon immer dafür gewesen sein.“ So seine kühne Progrnose. Naja, auch Nostradamus irrte heftig, aber wer will ihn heute dafür zur Rechenschaft ziehen? Na eben! Dickinger – immerhin – mahnte, auch auf die Kritiker einzugehen: „Wichtig ist es aber, dass wir die Menschen gut informieren.“ Die Verblödungskampagne von Stern & Hafferl, berappt von den Steuerzahlerleins, mit exakt null Information, kann er damit wohl nicht gemeint haben. Vielleicht kann er, wortgewandt wie er ist, den Herrschaften bei S&H erklären, was der Unterschied zwischen volksverblödender Gehirnwäsche  und objektiver Information der Bevölkerung ist.

Ich lese, dass die Finanzierung der Steuerreform daran scheitert, dass die konkreten Schritte einer Verwaltungsreform nirgends niedergeschrieben sid. Liebe Mitmenschen, ganz ehrlich: die Finanzierung scheitert schon vorher an etwas ganz Anderem. Nämlich an den undurchschaubaren Schulden und langfristigen Verbindlichkeiten, die Länder und Gemeinden in diversen Schattenhaushalten gebunkert haben. So sind etwa die Schulden aus der RegioTram in keiner Schuldenaufstellung des Landes zu finden. Warum nicht? Weil die Schulden der Stern & Hafferl aufgenommen hat. Das Land hat sich verpflichtet, für die Tilgung aufzukommen (30 Jahre lang!!!). Solche Beschlüsse wurden landesweit im Dutzend gefasst. Niemand ausser ein paar Experten im Amt der Landesregierung kann sagen, wieviele solcher Langfrist-Verbindlichkeiten, die in keiner Schuldaufstellung zu finden sind, es gibt. Insider behaupten, dass die Budgets mindestens der nächsten zehn Jahre bereits zu 95 %  durch solche Ausgaben fix verplant sind, also kaum noch Spielraum besteht. Das entspricht auch dem, was man heute in den Zeitungen lesen konnte: die Verbindlichkeiten der Länder sind seit 2009 drei Mal so stark angestiegen als die des Bundes. Angeblich wegen der Finanzkrise und Bankensanierung. Was nicht stimmt, denn diese Schulden hat der Bund aufgenommen. Was haben also die Länder mit den Neukrediten so getrieben? Viele kleine Regios gebaut? Viele kleine Neumanns mit öffentlicihen Geldern gefüttert?

Ich habe heute noch einiges in den Zeitungen gelesen, das mich sprachlos gemacht hat. Aber für heute ist es genug. Andere wollen auch noch zu Wort kommen. Jetzt ist Innenstädter dran mit seiner lakonisch-desillusionierten Beschreibung des Abstiegs von Gmunden. Die unglaubliche Chronik einer desaströsen Stadtpolitik. Fasten seat belts!

Während die meisten Medien nur in kurzen Worten aus der Presseaussendung von Dickinger zu seinem Konzept „Keramikstadt“ berichten, finden Sie hier bei uns den vollen Wortlaut seines Konzeps. Erst dadurch wird die von Dickinger erhoffte Diskussion mit der Einbringung weiterer Ideen möglich. Wie immer man zu dem Vorschlag stehen mag, wir finden, er ist es wert, diskutiert zu werden. Und es ist, so sehen jedenfalls wir vom gmundl das, ein Versuch, auch Themen zu behandeln, die nicht unmittelbar als Wahlkampfschlager gelten mögen, aber für die Zukunft Gmundens wichtig und bedeutend sind. Wie gesagt: die Vorschläge sind, wenn wir es richtig verstanden haben, eine Einladung zur Diskussion. Bitte auf diesen Link klicken, damit wird eine PDF-Datei geöffnet. Sie können die Datei alternativ auch herunterladen (rechts klicken, Link speichern unter …)

DickingerKeramik_konz

Morgen dann die versprochene Stellungnahme von Markus Moser zu unserem Bericht über das Wiener Café (mitsamt unserer sanften Antwort). Am Wochenende kommt Markus Moser dann nochmals zu Wort mit einem grossen Gastkommentar, in dem er die Probleme schildert, in Gmunden und in dieser Zeit ein Café im klassischen Wiener Kaffeehaus-Stil zu betreiben.

Liebe Leserleins, Sie sehen wieder einmal: die interessanten Beiträge und Diskussionen finden hier im Gmundl-Blog statt. Auch wenn es nach Eigenlob stinkt, aber das haben wir von den Fellner-Brüdern gelernt (Gründer von Rennbann-Express, News, Format, Österreich, also der Tageszeitung Österreich natürlich, gell!). In unserem Gewerbe, auch wenn wir es unentgeltlich machen, muss man klappern, um gehört zu werden. Wir bemühen uns halt, seriös zu klappern und nicht mit erfundenen Nachrichten. Je mehr wir klappern, umso mehr werden die Bürgerleins gehört, die sich hier artikulieren.

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


Der lange Abstieg Gmundens

Gastkommentat von Innenstädter

DIE VIELEN GLIEDER EINER LANGEN KETTE

Es reicht !
Irgendwann einmal kommt der Moment, da man ganz einfach protestieren muß, weil Stillschweigen bekanntlich als Zustimmung ausgelegt wird. Manchmal ist auch etwas lauterer Protest zulässig, etwa dann, wenn wie hier in Gmunden durch langjährigen inhaltlichen und finanziellen Wahnsinn die Lebensbedingungen der Bevölkerung massiv geschädigt werden.
Was über Jahrhunderte ein Bürgertum mit Fleiß , Kunstsinn und Weitblick aufgebaut hat, wird durch eine kleine kommunale Clique zerstört, die sich durch nichts auszeichnet, als durch kollaterale Inkompetenz.
Die gravierenden Fehler, die seit 1997, dem Jahr der großen Zäsur, passiert sind, reihen sich aneinander wie die Glieder einer langen Kette:

* SEETUNNEL – Paradebeispiel eines kleinstädtischen Größenwahnsinns mit 1,3 Mill.EUR verlorener Planungskosten und Zerstörung damals vorhandener, maßvoller Konzepte einer innerstädtischen Verkehrslösung.

* MITTELUMFAHRUNG
– dieser ” kleine Stadtzerstörungsbruder ” des Seetunnels mit einer Trasse Au-Kalvarienberg-Hochkogl-Ort ist, gottseidank, sanft entschlafen.
Planungskosten in unbekannter Höhe sind geblieben.

* LANDESAUSSTELLUNG 2008
– Im Vorfeld als DIE Chance hochgejubelt ist sie in
Gmunden (und NUR hier!) ein Flop geworden.
Als Teil hievon: Umbau des Museums um 3 Mill.EUR ohne nachhaltige Wirkung. (Aber mit hohen laufenden Kosten, Zuschuss je Eintrittkarte 50,– Euro!, Anm. d. Redaktion)

* FUSSGÄNGERLEITSYSTEM 2004
– Laienhaft geplant,trotz aller Warnungen ver-
wirklicht – nach Jahren heimlich , still und leise entfernt.
Ein Edelflop mit Kosten in beträchtlicher Höhe .

* STADTMARKETING – Statt kostensparender, direkter Zusammenarbeit Rathaus-Wirtschaft Einführung eines komplizierten Apparates mit beträchtlichen laufenden Kosten.
Nach einigen Jahren jämmerlich gescheitert und eingestellt.

* PARKPLATZREDUZIERUNG – Kundenparkplätze sind, man mag es wollen oder nicht, ein wichtiger Parameter für Handelsstandorte. In anderen Städten bemüht man sich um Verbesserungen – in Gmunden geht man den umgekehrten Weg: Vergebührung von Michlgründen und Kapuzinerwiese, Verkleinerung des Angebotes bei RH-Platz, Seilergasse und beim Kindergarten Tagwerkerstraße.

* VERLOTTERUNG IM KLEINEN – spärliche Straßenreinigung , schlechter Zustand der Gemeindestraßen.
Paradebeispiel: Plattenbelag am RH-Platz wird mit Asphalt ausgebessert!!

* WOHNBAU – Massive Schädigung des Stadtcharakters und des Stadtbildes durch das Primat des Maximierens (der Profite, Anm. d. Red.) unter Vernachlässigung der sozialen Komponente und der Nachhaltigkeit:
“Zubetonieren ” von Grünflächen mit Zweitwohnsitzen, deren Anteil mittllerweile 30% beträgt. Jungfamilien und Einkommensschwächere werden dadurch in die Umlandgemeinden abgedrängt.
EINE ZUTIEFST UNSOZIALE POLITIK!!

* PRESTIGEPROJEKTE – Sporthalle, Tennishalle, Kapuzinerkloster, Bauhof
AUF KREDIT Musikschule (Augen ganz fest schließen!!).
Rücksichtslose Klientelpolitik!
Dies deshalb, weil der Zustand der Gmundner Gemeindefinanzen diese Projekte gar nicht zugelassen hätte und sie zudem laufend Folgekosten verursachen.

Dazu gesellt sich als ” weicher ” Faktor :
* UNDEMOKRATISCHE POLITIK
Die drei großen Projekte dieses Zeitraums – Seetunnel, Verbauung des Seebahnhofes + Straßenbahn – laufen alle nach demselben Schema:
Es erfolgt KEINE EHRLICHE + UMFASSENDE INFORMATION und  keine darauf aufbauende Befragung der Bevölkerung.
Vielmehr wird versucht, die Vorhaben unauffällig politisch “durchzuwinken ” – man vertritt nicht die Interessen der Bevölkerung, sondern der materiellen Nutznießer.
In Gmunden ist diese Konstellation durch die absolute Mehrheit einer Partei, kombiniert mit dem unseligen Fraktionszwang, besonders brisant.
BEI EHRLICHER UND UMFASSENDER INFORMATION hätte die Gmundner Bevölkerung die Vorhaben >Seetunnel – Seebahnhofverbauung + Straßenbahn < mit überwältigender Mehrheit abgelehnt.
EINE ZUTIEFST UNDEMOKRATISCHE POLITIK!!

Absolute Mehrheiten bedürfen einer vorsichtigen und weisen Nutzung – und leitender Personen von Format!
Diese Attribute waren bei Herrn Köppl und – in dessen Schleppptau – bei der ÖVP leider nicht vorhanden.

18 Jahre eines stetigen Niederganges:
Ein völlig überforderter , aber uneinsichtiger Bürgermeister.
Eine ÖVP-Fraktion, die in Nibelungentreue diese Politik mitmacht, anstatt den Bürgermeister in die Schranken zu weisen.
Und „Oppositions“parteien, die – aus welchen Gründen auch immer – diesen inhaltlichen und finanziellen Wahnsinn lange mitgetragen haben. (Und in vielen Fällen noch immer mittragen! Anm. d. Red.)

Ein Sittengemälde für den Niedergang unserer schönen Stadt :
DIE „KOMÖDIEN-TRAGÖDIE HOTELBAU ZU GMUNDEN“
Schotterflächen und Gestrüpp.
Ein juristisches Minenfeld.
Ein virtuelles Hotel – statt eines tatsächlichen.
Ein verlorenes Jahrzehnt!

dazu noch:

DIE „TRAGÖDIEN-TRAGÖDIE ZERRÜTTETE FINANZEN“
Schuldenstand der Stadt Gmunden:
1997 ( Übergang Hermann / Köppl ) 4 Mill. EUR (Bericht SZ aus 1997)
2o14 ( Abgang Köppl )                        36 Mill.EUR (Bericht OÖN aus 2o15)

(WEITERER) KOMMENTAR ÜBERFLÜSSIG!!


Auch heute präsentiert Alfred E. Neumann ein Sujet aus der Serie „Reich dank Steuerprivatisierung“. Dass er dabei immer grauere Haare bekommt, die Richtung weiss tendieren, scheint die geheime Rache der Steuerzahlerleins zu sein, die dank Steuerlast bereits ergraut sind und denen die Finanzämter wohl bald die letzten Haare vom Kopf  und die letzten Kröten aus dem Börsel rauben werden, um sinnlose Projekte zwecks risikoloser Reichtumsanhäufung bei Privatfirmen zu finanzieren.

ich_freu_mich_erben


Die grosse Heuchelei
19. Mai 2015

Heute:
Heuchelei
Erklärung
SalCI

Liebe Leserleins!

Dieser Tage steht Heuchelei hoch im Kurs. Wir sprechen da von der Problematik der Flüchtlinge und deren „plötzlich“ anschwellende Zahl. Wir sprechen von Zeltstädten, von Hilfsorganisationen, deren Warnungen oft berechtigt sind, mitunter aber doch ein wenig nach dem Schema „There’s no business like charity business“ erfolgen. Längst ist ein beinharter Konkurrenzkampf um Spendengelder im Gang, wir das Spenden-Business ausgelagert an Keiler-Organisationen, die nicht unbeträchtliche Provisionen für ihre Tätigkeit erhalten. Gelder, die letztlich bei der Hilfe dann fehlen.
Bitte uns keinesfalls missverstehen: wir sind nicht dagegen, dass die Menschen spenden. Ganz im Gegenteil. Aber, liebe Bürgerleins, spendet bitte direkt an die Hilfsorganisationen, Zahlscheine gibt es auf jedem Postamt, in jeder Bankfiliale. Das sind Gelder, die ungeschmältert und provisionsfrei an die  Hilfsorganisationen gehen. Bei Provisionen von bis zu 25 % bedeutet das, dass Ihre Spende ein Drittel mehr wert ist, wenn Sie direkt spenden.

Aber unser Thema sind heute eigentlich die Flüchtlinge bzw. die Flüchtlingsproblematik und die damit verbundene Heuchelei. In den Sonntagspredigten – egal ob politischer oder religiöser Art – ist natprlich alles klar: internationale Solidarität wird ebenso beschworen, wie christliche Nächstenliebe, die uns selbst das letzte Hemd noch mit Bedürftigen teilen lässt. Wir alle wissen: dem ist nicht so. Abgesehen davon, dass Ihre Babsy den Sinn der Teilung des letzten Hemdes noch nie verstanden hat: wenn der eifrige Spender nicht gerade ein Hemd trägt, dass ihm um zehn Nummern zu gross ist, frieren nämlich nach der Hemdteilung zwei Personen anstatt vorher nur einer. Ein halbes Hemd wärmt nicht, bei einem halben Rollmops verhungert man, statt einem schnellen halt ein langsamer Tod.

Jeder weiss, dass Europa beim besten Willen nicht alle Flüchtlinge aus Afrika aufnehmen kann. Trotzdem tut man so, als ob es eine Lösung gäbe: von Seeblockaden bis zu Aufteilungsschlüsseln in der EU. Natürlich muüsste es längst europaweite Aufnahmequoten geben. Und es stellt der behaupteten europäischen „Wertegemeinschaft“ kein gutes Zeugnis aus, dass fast die Hälfte der EU-Mitgliedsländer sich weigern, die Last mit anderen zu teilen. Auch die Idee des Erstaufnahmelandes war so eine Heuchelei. Binnenländer ohne EU-Aussengrenze (wie Österreich) glaubten, damit im Leo zu sein. Die Last wäre vor allem den Mittelmeeranrainern geblieben. Dass die Flüchtlinge viele Methoden gefunden haben, um trotzdem nach Österreich oder Deutschland zu kommen (etwa, indem sie ihre Papier wegwarfen bzw. manche Länder wie Ungarn die Leute einfach weiterschickten), ist inzwischen klar geworden.

Unabhängig von der Frage der Wirksamkeit von mehr Geld für die Entwicklungshilfe muss man fragen, wie der österreichische Staat sein diesbezügliches Budget mehr als verdoppeln soll (für die UN-Vorgaben), wenn das Geld nicht einmal für ein ordentliches Bildungs- und Forschungsbudget reicht. Man kann uns gern einen der reichsten Staaten der Welt nennen, aber wir haben trotzdem rund eine Million Menschen im Land, die teils arm sind, teils an der Armutsgrenze leben. Obwohl wir in den letzten Jahren angeblich so unglaublich viel Zuwachs an Reichtum haben. Dieser Zuwachs ist weder in der steuergeplagten Mittelklasse noch bei den Armen angekommen. Wo diese Zuwächse gelandet sind, das zu klären, wäre eine interessante und lohnende Aufgabe für die EU (lohnender jedenfalls, als sich wöchentlich neue Vorschriften und Schikanen auszudenken). Kleiner Tip von uns: es soll Grosskonzerne wie Apple oder amazon geben, die grosszügig 1 % ihrer Gewinne an jene Staaten abliefern, in denen sie ihre Milliardengewinne machen.

Seine wir ganz ehrlich: niemand von uns will sein letztes Hemd hergeben. Wer will Flüchtlinge in sein Haus aufnehmen? In seine Wohnung? Kaum jemand von uns ist zu echten Opfern bereit, um Flüchtlingen wirksam zu helfen. So manche könnten es selbst unter Opfern gar nicht.
Warum der Staat aber nicht seine ohnehin leerstehenden Kasernen öffnet, versteht niemand. Warum man nicht in der Lage ist, die 1.000 Kinder, die ohne Perspektive in Traiskirchen herumlungern, wo sinnvoll unterzubringen, kann niemand verstehen. Da ginge mehr, ohne die Bevölkerung zu verärgern.

Man sollte aber auch nicht dauernd sich selbst geisseln: trotz einer der höchsten Abgabenquoten weltweit, sind die Österreicherleins trotzdem auch gleichzeitig eines der spendenfreudigsten Völker der Welt. Nur eine Schicht der Bevölkerung lässt hierzulande schwer zu wünschen übrig: das Spendenaufkommen der Millionäre und Milliardäre ist in den USA in Relation zueinander deutlich höher als hierzulande – wenn man den entsprechenden Untersuchungen glauben darf. Es sind die nicht wirklich Reichen und die ärmeren Schichten der Bevölkerung, die nicht nur die Abgabenlast tragen, sondern auch für das Spendenaufkommen sorgen. Das sollte zu denken geben!

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl

Herr Moser vom Wiener Café hat einen freundlich bösen Brief gepostet. Das ist sein gutes Recht. Wir werden dieses Schreiben in den nächsten Tagen selbstverständlich hier bringen. Wir brauchen aber ein, zwei Tage, um auf die Vorwürfe, die uns darin gemacht werden, zu antworten.
Nur grundsätzlich: wir recherchieren extrem genau. Bei Spezialfragen (etwa Bilanzanalysen, architektonische Gestaltungsprobleme, Verkehrslösungen) werden Experten aus unserem Netzwerk hinzugezogen. Wenn also ich, Ihre Babsy, etwas über Bilanzen schreibe, dann setze ich nur das journalistisch in eine allgemeinverständliche Sprache um, was unsere Fachleute abgeklärt und formuliert haben.

Trotzdem können uns natürlich Fehler unterlaufen (was in diesem Fall nicht geschehen ist). Das man aus ein und demselben Faktum mitunter (nicht oft, aber manchmal) unterschiedliche Schlüsse ziehen kann, kommt vor. Unsere Recherchen und Analysen haben sich bisher noch immer als stichhaltig und richtig erwiesen – man denke nur an unsere sehr frühen Warnungen vor dem Asamer-Hotel und seine Wirtschaftlichkeit. Wir machen das mit grossem Verantwortungsbewusstsein. Schon um unsere eigene Glaubwürdigkeit zu wahren, gehen wir immer sehr sorgfältig vor. Nicht umsonst lag zwischen dem Bericht in den OÖN und unserem Kommentar dazu eine geraume Zeitspanne, die wir für Recherche und interne Diskussion gebraucht haben. Sie, liebe Leserleins, werden sich demnächst ein erweitertes Bild machen können: Mosers Entgegnung und unsere Antwort darauf. Eins gleich vorweg: es ging natürlich nicht darum, dem Wiener Café und seinem Betreiber etwas ans Zeug zu flicken. Wir wollten vielmehr die schwierige Situation der Geschäftsleute darstellen, die durch eine falsche Stadtpolitik entstanden ist. Unsere Kritik zielte in diesem Fall klarerweise nicht auf den Cafetier, sondern auf die Stadtpolitik. Aber es hilft halt nichts: die Fakten müssen auf den Tisch. Wir haben uns strikt an jene Fakten gehalten, die uns zugänglich waren und die auch öffentlich einsehbar sind. Sie, lieber Leserleins, können auch in diesem Fall darauf vertrauen, dass wir zuverlässige Informationen und plausible Interpretationen geliefert haben und liefern.


Posting.

Ing. Norbert Hausherr
Gesendet am 18.05.2015 um 8:01 nachmittags

100% Zustimmung und Gratulation zu diesem Beitrag. Beinahe unglaublich, was mit einem perfekten Lobbying erreicht werden kann. Diese Durchbindung ist sachlich nicht zu rechtfertigen, verschlingt Millionen, die anderswo dringend gebraucht würden, Stichwort Altenbetreuung, Hotel, Hallenbad,…., und verschandelt mit unzähligen Masten die Innenstadt Gmundens. Wer’s nicht glaubt, soll mit offenen Augen vom Klosterplatz Richtung Frauscher fahren und die Masten zählen.

Aber nur dagegen sein, ist zu wenig, daher präsentieren wir, eine parteiunabhängige Bürgerinitiative, am 28.5. um 19:00 in der WKO Gmunden ein Alternativkonzept zur Geldvernichtungsmaschine Regio-Tram. Bei 5% der Kosten bietet SalCI (Salzkammergut Citybus) besseres Kundenservice, modernste Busse und Haltestellen mit Online Verbindung.

Am gleichen Tag findet im Seehotel Schwan um 10:30 eine Pressekonferenz statt.

Es steckt mittlerweile sehr viel Know-how in diesem Konzept, es ist bis ins Detail durchkalkuliert und auf dem modernsten Stand der Technik. Folder wurden bereits versandt, Plakate aufgehängt, Presse und VIP Einladungen verschickt. Leider mussten wir feststellen, dass wiederholt Plakate entfernt wurden, das zeigt aber nur, dass die Regio-Tram Befürworter nervös werden.

Daher hoffen wir, dass auch in diesem Blog auf die Veranstaltung hingewiesen wird. Wir sind überzeugt, die Durchbindung der Regio-Tram, die Verschandelung von Gmunden und die sinnlose Geldvernichtung doch noch verhindern zu können. Notwendig ist aber ein breite Unterstützung der Bevölkerung, weil nur durch den Druck der Menge reagieren Politiker.


 

Wir werden selbstverständlich noch diese Woche gross aufgemacht auf diese Veranstaltung hinweisen und die Vorschläge der Bürgerinitiative für all jene vorstellen, bei denen die Folder (warum immer) nicht angekommen sind.


 

Immer grauer aber wird unser armer Neumann jr. Er wird doch nicht gar frühzeitig weisse Haare bekommen?
Doch so tragisch es ist: der Gram der Steuerzahlerleins scheint sein Haar verblassen zu lassen, trotz des täglichen Jubels, den er absondern muss. Kann es sein, dass es ihn stresst, immer nur jubeln und die Regio-Wahrheiten von S&H verbreiten zu müssen?

Und nicht vergessen: wir verlosen 30 Schwarzfahrerausweise für mehr Sicherheit auf allen Zügen.

ich_freu_mich_papa_reich


 

 

Es gärt und eine Alleskönnerin
18. Mai 2015

Heute:
Babsy leakt ein internes Papier zur Regio
Marge Lilas Gastkommentar über eine Alleskönnerin
Unsere Unterstützung der Regio-Werbung

Liebe Leserleins!

Natürlich ist das unser subjektiver Eindruck: aber es gärt. Wir merken es an den Reaktionen. Langsam aber sicher sickert die Regio-Frage in breitere Teile der Zivilgesellschaft. Nachdenklichkeit macht sich breit. Es spricht sich immer mehr herum, was da läuft. Und umso mehr Fragen entstehen bei den Bürgerleins.

Was die Machthaberer nämlich noch nicht gecheckt haben: die Unzufriedenheit mit dem bestehenden Verkehrssystem ist gross. Sehr gross sogar. Jetzt stellt sich sogar noch heraus, dass allem Anschein nach massive Eingriffe in das bestehende Bus-System geplant sind. In ein Bus-System, das schon jetzt den Ansprüchen und Bedürfnissen der Bürgerleins nicht entspricht, daran vorbei geplant ist. Mehr die Interessen von Stern & Hafferl widerspiegelt als die Interessen derjenigen, die das finanzieren: der Steuerzahlerleins und Bürgerleins von Gmunden.

Dazu aus einem internen Bericht eines Beamten des Amtes der Landesregierung an den zuständigen Verkehrslandesrat Entholzer:
„Im Auftrag des Landes hatte das Büro Snizek bei der Erstellung der Potenzialanalyse bewusst sehr reduzierte Annahmen berücksichtigt, nämlich … keine durch die StadtRegioTram möglich werdende Einstellung oder Kürzung von Stadt- und Regionalbuslinien …“Dass zwei Zeilen vorher steht, die „Potentialanalyse durch das Büro Snizek wurde von Fa. Stern & Hafferl vergeben“, mögen nur kleinliche Menschen als Widerspruch zu der Behauptung „im Auftrag des Landes“ sehen, sagt aber einiges über die Substanz des uns vorliegenden Schreibens aus.
Aber der eigentliche Punkt: die Macher der Regio beteuern die ganze Zeit, es würde zu keinen Streckenänderungen bzw. Einstellungen oder Kürzungen kommen. In diesem Schreiben steht das genaue Gegenteil. Die Regio ist das Vehikel, solche Einstellungen und Kürzungen zu ermöglichen.

Was diese Ermöglichung allerdings bedeutet, wird verschwiegen: mehrmaliges Umsteigen. Wie wir von Insidern gehört haben, die mit dieser Art der Planung auch ziemlich unglücklich sind, ist geplant, die Überfahrt der Busse über die Traunbrücke völlig einzustellen. Die Busse fahren bis Klosterplatz, dort heisst es umsteigen in die Regio. Dann zum Franz Josefs-Platz und dort, husch husch, zurück in die Busse. Das bedeutet in manchen Fällen eine Verdreifachung der Umsteigenotwendigkeit (von wegen barrierefreiem Öffi dank Regio!). Davon versprechen sich die Regio-Planer jedoch noch einen wunderbaren Nebeneffekt, man könnte es auch Schummel-Effekt nennen: ohne dass mehr Leute mit den Öffis fahren, würden die Fahrgastzahlen der Regio in die Höhe schnalzen, weil praktisch alle Bus-Nutzerleins gezwungen wären, mindestens einmal umzusteigen.

Jedes Busnutzerlein würde zwangsweise die Regio frequentieren, weil es keine Busdurchfahrt mehr gibt. Dann könnte man die Jubelperser in den entsprechenden lokalen Jubelmedien verkünden lassen: irre Steigerung der Fahrgastzahlen dank Regio. In Wahrheit würde keine Maus zusätzlich mit den Öffis fahren. Nur die Umsteigevorgänge würden sich drastisch erhöhen. Und die Zuschüsse für die Regio, weil ja dann rein zahlenmässig viel mehr Menschen in der Regio fahren würden – und sei es nur zwei Stationen vom Klosterplatz zum FJ-Platz oder umgekehrt. Das nennt man nachhaltige und vorausschauende Verkehrspolitik.

Leider reagieren viele gutgläube Menschen auf das Wort „Öffi“ wie der Pawlowsche Hund ohne darüber nachzudenken, welches Verkehrsmittel jeweils am besten den öffentlichen Verkehr fördert. Die Regio ist das mit Sicherheit nicht. Die Regio ist ein grossangelegter Irrtum (in gutgläubiger Sicht) oder ein grossangelegter Bluff (in Sicht weniger gutgläuigber Leute). Ein Unfug ist diese Konzept allemal und jederzeit und für immer und ewig.

Heute ein Gastkommentar dazu, was die Regio auf wundersame Art alles kann. Mein Muttertier hat mir dazu erzählt, dass es da einen alten Witz gibt. Auf die Frage, was sie sich denn zu Weihnachten wünsche, habe ein kleines Mädchen unschuldig geantwortet: „Einen Tampon.“ Auf die erstaunte Frage der Eltern, warum und weswegen, lautete die Antwort: „Weil ich mit einem Tampon Tanzen, Radfahren, Schwimmen. Skilaufen und Wandern kann.“ Sagen wir es so: die Regio-Tram ist der Tampon von Gmunden. Die Gmundner Spezialität daran ist aber, dass es aller bisherigen Erfahrung nach darum geht, wer den Grössten und Längsten hat. Was wir daraus lernen? Die Bahn-Machos stehen den SUV-PS-Machos um nichts nach.

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


 

Die Regio kann alles

Ein Gastkommentar von Marge Lila

Die SRT ist die eierlegende Wollmilchsau.
Was einzig und alleine die Durchbindung der Regionalbahn durch die Innenstadt alles bewirken soll:
– Nur diese kann täglich wahre Menschenmassen bewegen
– Nur diese wird abertausende Touristen aus aller Welt anlocken
– Nur diese wird die Innenstadt in eine paradiesische Begegnungszone verwandeln
– Nur diese wird dafür sorgen, dass die Innenstadtgeschäfte florieren und die großen Shopping-Citys am Hungertuch nagen
– Nur diese wird aus Gmundnern aller Altersgruppen begeisterte Fußgänger bei jedem Wetter machen und uns so zur Gemeinde mit den gesündesten Bürgern machen
– Nur diese wird daher auch selbstverständlich die Kosten für Pflege und Gesundheit enorm senken
– Nur diese wird aus allen Schülern zwischen Vorchdorf und Gmunden glückliche Jugendliche machen und so das Bildungsniveau in unserer Umgebung in luftige Höhen heben
– Nur diese wird die Immobilien im Umkreis enorm aufwerten und alle Eigentümer zu reichen Bürgern machen
– Nur diese wird, trotz der gestiegenen Grundstückspreise, eine Vielzahl von Unternehmen anlocken, Arbeitsplätze schaffen und die Arbeitslosenquote enorm senken
– Nur diese wird daher dafür sorgen, dass die Steuereinnahmen nur so sprudeln werden
– Nur diese wird es, trotz gestiegener Grundstückspreise, jungen Familien ermöglichen, sich zwischen Gmunden und Vorchdorf anzusiedeln
– Nur diese wird unseren Energieverbrauch gegen null treiben und selbst die Ölscheichs zum Erblassen bringen
– Nur diese wird gratis neue, supermoderne, eisenbahntaugliche Brücken bauen
– Nur diese wird aus Gmunden – nicht nur aus dem Klosterplatz! – eine Weltstadt mit urbanem Flair machen
Nur diese wird uns in Zukunft vor Hochwasser schützen!


 

Ja, schon wieder sind die Haare von Alfred E. Neumann ein wenig grauer geworden, doch noch kann man das originale jungendliche Rot erkennen. „Wie lange noch?“, fragen wir uns! Kann es sein, dass sich die grauen und weissen Haare, die wir Steuerzahlerleins angesichts des Regio-Wahns bekommen, auf dem Haupt von Neumann jr. widerspiegeln? Eine Spur seines inneren Wissens um die Unsinngkeit dieses Minoritätenverkehrsmittels? (Von Massen kann ja nun wirklich nicht die Rede sein, gell!)

Hier das heutige Sujet. Wie immer: klicken für Originalgrösse. Abheute läuft die Sujet-Serie „Wem die Regio was bringt“.
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Vorige Woche wurde ein Vertrag zwischen Land und Bund unterzeichnet, der den diversen Stern & Hafferl-Verkehrsunternehmen weitere 21 Millionen Euro an Steuergeldern zuspricht. Zusätzlich zu den bereits bekannten und bestehenden Förderungen inklusive Regio. Allein 10 Mille fliessen erneut in die Regio-Vordorf-Strecke (zusätzlich zu den bekannten 30 Millionen+Zinsen für das laufende Projekt). Angeblich sollen damit „allerlei Baumassnahmen“ im Streckennetz finanziert werden. Liebe Leute: weiss eigentlich irgend wer, was Stern & Hafferl aus eigener Tasche und auf eigenes Risiko finanziert? Es stellt sich ernsthaft die Frage, wozu man da „Private“ braucht, wenn ohnedies die öffentliche Hand alles zahlt und das gesamte Risiko trägt.


 

 

Reger Regio-Briefwechsel
17. Mai 2015

Heute:
Ein Regio(naler) Briefwechsel
Kurzkommentare

Liebe Leserleins!

Wer diese Woche die neueste Ausgabe der Grünen Stadtzeitung „Brennnessel“ gelesen hat, ist auf einen Brief von Karl Kammerhofer gestossen, der an einen nicht namentlich genannten „Publizisten und Schriftsteller, der in Wien und Gmunden lebt und arbeit“ gerichtet war. Dieser namenlose Autor ist, unsere Blog-Leserleins – und nicht nur sie – werden ihn kennen, Michael Amon, der auch für uns hin und wieder (freundlicherweise unentgeltlich) Kommentare schreibt.

Da der isoliert erschienene Brief Kammerhofers für manche nicht klar verständlich sein könnte, haben wir bei Herrn Amon rückgefragt. Er hat uns nun zwei Briefe an Karl Kammerhofer zur Verfügung gestellt. Der erste ist jener Brief, auf den Kammerhofers Brief in der Brennnessel antwortet. Der zweite Brief ist die Antwort Amons auf Kammerhofer. Der Schriftwechsel fand im März/April d. J. statt.
Auf den Abdruck des Schreibens von Karl Kammerhofer haben wir verzichtet. Man kann es in der BRENNNESSEL und auf der Homepage der Grünen nachlesen (hoffentlich, derzeit ist dort nur die Dezemberausgabe 2012 zu finden).
Die uns von Herrn Amon zur Verfügung gestellten Briefe (mitsamt einer kurzen Einleitung von Amon) wurden von ihm um alle privaten und persönlichen Bemerkungen bereinigt, auch Nebensächliches wurde entfernt und Flüchktigkeitsfehler, wie sie in Emails vorkommen, ausgebessert. Wir wünschen viel Vergnügen bei dieser Lektüre, die sich von der Regio bis hin zu allgemeinen Fragen der Menschheit erstreckt.

Des weiteren bringen wir heute ein paar Kurzkommentare von Leserleins.

Einen schönen Sonntag noch!

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


 DER BRIEFWECHSEL

Statt eines Gastkommentars: Michael Amon an Karl Kammerhofer

Es seien mir ein paar einleitende Worte zu diesem Briefwechsel erlaubt. Vor allem aber eine Liebeserklärung der besonderen Art an Karl Kammerhofer.

Ich liebe ihn für seine Originalität, seinen Ideenreichtum, seine Beharrlichkeit und für seine menschliche Loyalität. Ich liebe ihn für die Möglichkeit, mit ihm in aller Freundschaft auch heftige Kontroversen auszutragen. Und ich bin ihm dankbar für seine von Herzen kommende Freundschaft. Es stimmt mich traurig, daß ein kleiner Kreis der Gmundner SPÖ nicht in der Lage war, mit einem notorisch Unangepaßten umzugehen. Für alle, die es nicht wissen: wir kommen beide aus der selben nicht mehr existierenden Elite-Nachwuchsorganisation der SPÖ, wenn auch mit einem Jahrzehnt Alterunterschied und haben uns erst in Gmunden kennen gelernt. Er fehlt der Sozialdemokratie, und ich hoffe, die Grünen verstehen es besser, seine Fähigkeiten für sich und zum Wohle dieser Stadt einzusetzen.

Die folgenden Briefe erschließen sich einfacher, wenn man obige Zeilen mitdenkt. Sie sind weder „buchreif“ noch druckreif formuliert, sondern in der Eile des Tages niedergeschrieben. Ich ersuche daher, eventuelle sprachliche Ungenauigkeiten zu entschuldigen. Ich habe sie um der Authentizität willen nicht ausgebessert.

Lieber Karl!

(…) ob die Bim wirklich knuddelig ist … Aber: was mich am meisten ärgert, ist die unglaubliche Feigheit. Die werden sich nie im Leben trauen, die Innenstadt zu sperren. Das wäre nämlich notwendig.
Gleichzeit machen sie halt schon auch Wahnsinnstaten. Es nutzt ja nix, es gibt nun mal Autoverkehr. Ich frage mich schon, wie man jetzt nach der Sperre der ÖBB-Kreuzung nach Pinsdorf kommt – was nutzt die Linie 3, die fährt auch durch teils menschenleeres Gebiet und zeitweise eben gar nicht. Die Leute werden weiterhin (auto)fahren, aber jetzt ein paar Kilometer mehr. Ökologischer Unfug, der hier getrieben wird.
Es nutzt ja auch nix: wenn ich ein Packerl bekomme, muß ich auch in die Hauptpost hinein, da gibt es nur einen Weg – quer durch Stadt und Graben. Die Poststelle der Gemeinde in der Annastraße hat nur einen eingeschränkten Postbetrieb. Solange dort nicht Vollbetrieb ist (aber das geht bei Postpartnern gar nicht), solange nicht alle auf dieser Seite der Traun alle Pakete dort holen können, werden die Leute durch die Stadt fahren müssen. Über die Außenumfahrung zur Post zu fahren – also ehrlich, das ist ja auch ökologisch ein Wahnsinn.
Wir zerstören leider die ganzen kleinräumigen Strukturen. Für mich wäre das beste System: E-Busse, klein, flexibel, plus Sperre der Innenstadt. Aber dann wirklich ein E-Bus-Netz, mit dem man auch wo hin kommt. Mit der Bim kommst nirgendwo hin.
(…)
Liebe Grüße und viele Windmühlen
Michael

Die Antwort Kammerhofers darauf ist jener Brief, der in der Zeitschrift der Grünen (Brennnessel) veröffentlicht worden ist.

Darauf dann wiederum meine Antwort:

Lieber Karl!

(…)
Im Grundsatz gebe ich Dir was den Autoverkehr betrifft eh recht.
(…)
Daß vermutlich ein Grossteil der Fahrten in die Stadt unnötig ist, kann schon sein. Aber ein kleiner Widerspruch: wir können nicht alle Leute aufs Fahrrad zwingen. Und es gibt Pakete, ich weiß es aus eigener Erfahrung, die bringst nicht aufs Fahrrad rauf. Außerdem verlangt Fahrradfahren eine hohe Leidensfähigkeit: bei jedem Wetter radeln, ist halt nicht jedermanns Sache. (…) die Fahrrad-Manie der Grünen geht mir schwer auf die Nerven – mindestens so, wie die fanatischen Autofahrer. Die einen verpesten mich mit Abgasen, die anderen düsen mindestens so rücksichtslos auf den Gehsteigen herum, wie manche Autoraser (auf der Straße). In Wien kannst Du auf vielen Gehwegen, wo auch ein Radweg drauf ist (gelb abgegrenzt), kaum noch gehen, weil die Radlfahrer wie die Irren herumrasen. (…)

Wie die Zukunft aussehen wird, das weiß ich nicht. E-Busse: ja. E-PKW: glaube ich nicht. Benzin-Kutschen: Ende absehbar, selbst wenn sie noch was finden, was das weitere 50 Jahre ermöglicht. Aber Fracking (mal abgesehen vom Irrsinn dieser Fördermethode) kommt jetzt schon an seine Grenzen was die Fördermöglichkeiten betrifft. In 10 bis 15 Jahren ist das ausgelaugt. Wenn die Chinesen ordentlich Autofahren dann noch schneller. Insofern halte ich es für ein Gerücht, daß der Höhepunkt des Autobestandes 2017 erreicht sein wird. Angesichts der Tatsache, daß die Chinesen gerade ihre Fahrräder wegwerfen und Autos kaufen, wirds das nicht spielen. Daß der Autobestand hierzulande ab 2017 zurückgeht, bezweifle ich. Zumindest am Land wird es das nicht spielen. Weil die öffentlichen Verkehrsmittel nicht gut genug sind.

Die Millionen für die Regio wären besser dafür ausgegeben, daß die Gmundner Buslinien ausgebaut werden, öfter fahren, nachts mehr fahren etc. (Mit kleineren Bussen, eh klar.)
Die werden eine Lösung für das Auto finden, die der Autoindustrie noch einmal vierzig oder fünfzig Jahre Zeit gibt. Irgendwas mit Strom oder Wasserstoff. Ohne Autoindustrie ist unsere derzeitige Gesellschaft am Ende. Die kapitalistische Ökonomie würde zusammenbrechen, dagegen war die jetzige Finanzkrise eine Kleinigkeit. Immerhin stecken im Auto (mit allem Drum und Dran) ca. 25 % unserer Wirtschaftsleistung. Wenn das wegfällt, haben wir nicht 10 % sondern europaweit 20 – 25 % Arbeitslosigkeit. Dann spielts Granada. Es ist ein Irrsinn, aber es ist leider so: der Kapitalismus hängt (wie ein Junkie an der Nadel) seit 120 Jahren am Öl und seit den 1950er-Jahren zusätzlich am Auto.

Dazu kommt ja noch der Flugverkehr. Einmal abheben entspricht – so habe ich mal wo gelesen – 30.000 bis 40.000 Autostarts. Dazu Ozonproblem etc. Ich glaube nicht, daß unser heutiges Verständnis von Mobilität und Reisen die nächsten 50 Jahre überlebt. Vielleicht wird man Reisen sogar kontingentieren müssen (André Heller hat das mal so formuliert). Oder wie soll man sich das vorstellen: 1,4 Milliarden Chinesen und 1,6 Milliarden (prognostiziert) Inder fahren quer durch die Welt auf Urlaub? Da siehst die Sonne nicht mehr am Himmel, wenn die alle herumfliegen (von den nötigen Energiemengen rede ich da gar nicht).
Reisen in der momentanen Form wird es irgendwann nicht mehr geben können – oder wir schrumpfen die Menschheit auf 1 Milliarde herunter, dann gehts vielleicht. Nur: wie geht Herunterschrumpfen?

Ich sehe das insgesamt sehr pessimistisch: 10 Millarden Menschen sind einfach zu viel Leute. Wir haben ein massives Überbevölkerungsproblem. Egal wie „ökologisch“ wir leben.
Auch das ganze „moderne“ Konzept der Trennung von Arbeits- und Wohnsphäre ist auf Dauer nicht haltbar. Denn dadurch entsteht erst massiver Verkehr. Der extreme Freihandel: ökologisch ein Irrwitz. OK, wenn es um Gold oder so geht, also um Güter, die man weltweit einsetzt, aber nur in wenigen Gegenden findet. Aber warum man im Februar Äpfel aus Chile nach Europa einfliegt, hat mir noch niemand schlüssig erklären können. Die Regio-Tram wird weder die Welt noch Gmunden retten. Ich halte den Mensch – wie schon Arthur Koestler – für einen Irrläufer der Evolution. Die Gattung Mensch wird ebenso aussterben wie 98 % aller bisherigen Arten. Ich habe kürzlich in einem Artikel (für DIE ZUKUNFT, das Diskussionsorgan der SPÖ) geschrieben: “ Wir können mehr verursachen, als wir an Wirkungen kapieren.“ That’s it. Was kratzt mich da die Frage Regio oder E-Busse???? Wir sind ohnehin zu blöd, um die Folgen sowohl des einen wie auch des anderen abschätzen zu können.

Die Sonnenenergie kann unser Energieproblem bei 10 Milliarden Leuten auch nicht lösen. Ein deutscher Physiker hat das durchgerechnet: bei einem Wachstum von 2 % jährlich und einer angenommenen Energieffizienz von 100 % (unrealistisch!!!) ist in ca. 700 Jahren die Erdoberfläche gänzlich mit Sonnenkollektoren bedeckt. Grenzenloses Wachstum gibt es eben nicht.

Der Mensch ist eine hoffnungslose Angelegenheit. Da hilft nur noch Humor und die Welt nicht immer ganz ernst zu nehmen.

lg
Michael


Identitätssuche

Längeres Einsterkasterl von Tarantella

Wie den Medien zu entnehmen ist, ist Vzbgm. Dickinger auf Identitätssuche.
Nein, nicht bezüglich seiner Person, sondern er sucht nach der Identität Gmundens.
Seiner Meinung nach habe sich Gmunden bis heute nicht so richtig eindeutig positioniert, sei von allem ein bisschen etwas- Universitätsstadt, Kurstadt (Welche Kur eigentlich?), Keramikstadt,… – quasi nicht Fisch, nicht Fleisch. Sein Vorschlag wäre, Gmunden solle sich primär auf die Rolle als Keramikstadt konzentrieren.

Dabei gäbe es doch eine viel naheliegendere Idee: Die Regio! Gmunden, die Regiostadt, das wäre einzigartig und unverwechselbar, so etwas gibt es nirgendwo sonst auf der Welt. Und man könnte den Zug noch zusätzlich mit innovativen Einfällen aufpeppen und ihn so zum absoluten Touristenmagneten machen !
Z.B.Eintrag ins Guiness -Buch der Rekorde beantragen als Zug mit den wenigsten Fahrgästen oder als rollendes Kaffeehaus durch die Gegend fahren lassen (damit könnte man zugleich den Verlust des Wiener Cafes kompensieren).
Eine andere Option wäre, Filmregisseure und -produzenten auf die Regio aufmerksam zu machen, wäre bestens als Kulisse für Gruselfilme (“Der Geisterzug” / “der Zug des Grauens” o.ä.) geeignet!
Eventuell könnte man auch Kombitickets anbieten: Zug + gratis Eintritt in Schloss Orth (1x Umsteigen in Bummelzug bei BH), Zug + Seilbahn (kurzer Fußmarsch vom Seebahnhof zur Grünberg-Talstation) oder man könnte eine Ticket- Lotterie veranstalten -alle gekauften Tickets gelten als Lose (hohe Gewinnwahrscheinlichkeit!!!) Hauptgewinn: 1 Jahreskarte für die Regio.
Ja, Möglichkeiten gäbe es viele, aber ihr von gmundl und eure Leser haben sicher auch einige gute Ideen, wie man Herrn Dickinger bei der Identitätsfindung für Gmunden behilflich sein kann.


Zwei Gmundner Wohnzimmer!

Sehr kurzes Einserkasterl von Traunseewiener

Dazu wollt ich nur sagen, für mich ist mein Gmundner Wohnzimmer tagsüber noch immer das Brandl, und das seit Schulzeiten Und Abends das Kulturkaffee, da habts ihr recht! Das ist das Abendwohnzimmer!


 Wie gross noch?

Einserkasterl von dj ösi

Auf dieser Site kann man die Förderberichte von 2006-2013 des Land OÖ finden.

http://www2.land-oberoesterreich.gv.at/internetfoerderbericht/Start.jsp?SessionID=SID-82FC8655-DE24CA61

Unter “Dienstleistungen->Straßen- und Wasserbau, Verkehr->Schienenverkehr->Eisenbahnen->Förderung von Privatbahnen” kann man -neben vielem anderen- die Förderungen für die “Lokalbahn Gmunden – Vorchdorf AG” nachschlagen.

Man muss bedenken, dass die Fördergelder von Gmunden-Vorchdorf/Lambach-Vorchdorf und Vöcklamarkt-Attersee zu summieren sind. Diese gehören alle zur
” Stern & Hafferl Verkehrsgesellschaft m.b.H.”

Man stellt sich die Frage, ob der ländliche Raum nicht preiswerter und besser mit öffentlichem Verkehr zu versorgen wäre.

Wie groß muss die Budgetnot noch werden, bis man über effizientere und effektivere Lösungen nachdenkt?


Und heute ein neues Sujet aus der Reihe „Ich freu mich … „. Der Wettbewerb geht weiter! Wegen der regen Beteiligung haben wir uns entschlossen, zwanzig Preise zu vergeben: je einen Schwarzfahrer-Ausweis für die Regio-Tram. Dann ist es mit den Leerfahrten endgültig vorbei!
Man beachte übrigens den nicht mehr ganz so vollen Farbton der Haare – Alfred E. Neumann wird doch nicht frühzeitig graue Haare bekommen wegen all des Kummers mit der Regio?

ich_freu_mich_waggon_allein

 

Es brodelt
16. Mai 2015

Heute:
Babsy über diverses
Einserkasterl Kösslmühle
Gastkommentar zu Traunkirchen von Realsatiriker

Grüazi olle miteinand, liebe Leserleins!

Ja, ich bins, die Babsy, die so schweizerisch daherkommt heute. Es ist nämlich so: wenn die Regierung wirklich den Bundesländern die Steuerhoheit gibt, na bumm, da heisst es, sich warm anziehen und in Zukunft nurmehr billigsten Fusel trinken. Weil die Bundesländer würden uns angesichts der zahlreichen sinnlosen Projekte aussackeln bis zum Geht-nicht-mehr. Die sind da ganz schamlos. Denn die Theorie, man könne sich dann das Bundesland mit den günstigsten Steuern aussuchen, ist natürlich blanker Schwachsinn. Das Kapital mag ja recht flugs woanders hinhurteln können. Aber wir kleinen Menschleins, mit Familie und Sack und Pack und Wohnungen oder kleinen Einfamilienhäusern? Also echt! Wie soll das gehen?
Darum meine schweizerische Begrüssung: wenn man den Bundesländern Steuerhoheit gibt, dann muss man der ansässigen Bevölkerung wie in der Schweiz die Entscheidungshoheit geben. Sprich: dann muss aber wirklich jedes Projekt, das unser Geld kostet, auch den Bürgerleins zur Begutachtung und Abstimmung vorgelegt werden. Sonst sackeln die uns aus. Sonst können wir das machen, was man den Handstand nennt: wenn man den macht, fällt das Geld aus unseren Taschen, und die Politiker und die mit ihnen verhaberten Familienclans (hochtrabend „Wirtschaft“ genannt) klauben es auf und verprassen es.
Also: Steuerhoheit für die Bundesländer und Entscheidungshoheit für die Bürgerleins. Dann werden wir ja sehen, welche Dumm-Projekte dann noch überbleiben.

Die merkwürdige Berichterstattung der Lokal-OÖN ist hier ja immer wieder Thema. Mit gutem Recht, weil die ist echt jenseitig. Der Fachbegriff lautet: affirmativ (beifällig, kritiklos zustimmend, bewundernd). Dazu ein kleines Beispiel aus letzter Zeit, das wahrscheinlich vielen gar nicht aufgefallen ist.

Vor nicht all zu langer Zeit wurde berichtet, das „Gmundner Wohnzimmer“ sei in seinem Fortbestand gefährdet. Gemeint war das Wiener Café, dessen Betreiber nicht weitermachen will und Nachfolger sucht. Nun kann man schon seine Zweifel daran haben, ob das Wiener Café nun wirklich DAS Wohnzimmer Gmundens ist. Ihrer Babsy denkt da eher ans Kulturcafé, und für die einheimischen Bonzokratur ist es der Schwan, wo sich mittags die vermeintlichen Wichtigkeiten der Stadt drängeln, um einander ihre Wichtigkeit zu bezeugen. (Wofür der Schwan natürlich nichts kann.)

Aber gut. Es gibt sicher auch Leute, die das Wiener Café als ihr Wohnzimmer sehen, klaro. Aber scheinbar viel zu wenige, als dass das Café davon leben könnte. Und hier ist der Punkt, an dem man wieder einmal sieht, wie sauschlecht die Lokalredaktion der OÖN arbeitet. Wenn man den Artikel gelesen hat, hatte man das Gefühl: naja, der Betreiber ist müde, will nicht mehr so recht, vielleicht will er auch was anderes machen, sich „seiner Fischzucht“ widmen. Er finde aber keinen Nachfolger. Und dann steht da der schöne Satz: „Wieviel Geduld er noch aufbringen kann, weiß er allerdings nicht.“ Spätestens hier hätte der Redaktör nachfragen müssen, wie es sich für einen ordentlichen Journalisten gehören würde, der mehr als nur Schurnalismus runterschrammeln will. Vielleicht ein wenig Recherche betreiben. Denn die Fortsetzung des Betriebs ist wohl weniger eine Frage der Geduld des Betreibers als eine der Geduld der Banken.

Immerhin stehen in der letztverfügbaren Bilanz rund 300.000 Euronen Schulden. Das Café ist schwer überschuldet, sprich: negatives Eigenkapital. Dazu der Hinweis in der Bilanz, der Kennern so ziemlich alles sagt: „Der geschäftsführende Gesellschafter haftet persönlich für die bei der Raiffeisenbank Salzkammergut offenen Bankverbindlichkeiten. Der Geschäftsführung wurden die Konsequenzen für den Fall einer Überschuldung im Sinne des Insolvenzrechtes mitgeteilt. Dem Bilanzersteller wurde jedoch versichert, dass für das Unternehmen eine positive Fortbestehensprognose abgegeben werden kann, sodass eine Bilanzierung zu Zerschlagungswerten unterblieben ist. Eine Prüfung dieser Prognose war nicht Bestandteil des Auftrages an den Bilanzersteller.“
Was die „popsitive Fortbestehensprognose“ anlangt, stellt sich die Frage, wie realistisch die ist. Das Wiener Café hat Zeit seines Bestandes fast nie ausreichend Gewinne erwirtschaften können. Der angesammelte Verlust beträgt Ende 2013 ungefähr 240.000 Euro. Ein Betrag, den man mit einem Café schwer in absehbarer Zeit mit Gewinnen ausgleichen wird können. Der in Online-Foren kolportierte Kaufbetrag, den sich der derzeitige Betreiber vorstellt (225.000 Euro), entspricht in etwa der Überschuldung.

Warum wir das so ausführlich bringen?
Erstens ist es ein gutes Beispiel für den Tiefstand der journalistischen Sonne in Gmunden. Warum wird da nicht gefragt, nicht recherchiert?  Weil das Ergebnis ernüchternd sein könnte?
Zweitens: Wenn es nicht möglich ist, an diesem Platz ein Café halbwegs gewinnbringend zu betreiben, dann weiß man und gibt man zu, dass Tourismus in Gmunden nicht läuft. Dass kein Hotel der Welt sich hier rechnen wird. Nicht unter den derzeitigen Rahmenbedingungen. Und dass das angebliche „Wohnzimmer Gmundens“ sich eben nicht rechnet, weil nicht einmal die Gmundner Bevölkerung es ausreichend frequentiert. Hansi Hinterseer-Fans werden da nichts ändern, was immer uns unser famoser Tourismusdirektor erzählt.
Ein Kaffeehaus wie das Wiener Café benötigt eine längere Verweildauer, von hastigen Touristen kann es nicht leben. Es benötigt ein Gmundner Bürgertum, das sich dort auch wirklich zahlreich und regelmässig trifft. Das tut es offenbar nicht. Kann auch sein, dass das Konzept nicht funktioniert. Denn das Kulturcafé ist lebensfähig. Das lebt aber vor allem von der Gmundner Bevölkerung. Die machen dort – wie es aussieht – etwas richtig.

Der Niedergang des Wiener Cafés ist ein weiteres Symptom der miesen Lage der Innenstadt, an der sich ohne grundlegend neue Ideen nichts ändern wird. Die Chance, dass sich eine Nachfolge findet, die gleich einmal mit 225.000 verlorenen Euronen einsteigt, ist ziemlich gering. Die Ursachen, warum das so ist, sind offenkundig für jeden – nur nicht für die lokale OÖN.

Hier bei uns geht die Debatte über die Verschandelung der Gegend weiter. Und die über Unverteinbarkeiten von Funktionen und Geschäftsinteressen. Ein Sumpf, der hier unleugenbar besonders schillernde Pflanzen hervorbringt.

Diese Woche war wieder eine Bestätigung, dass wir mitunseren Themen richtig liegen. Nämlich am Puls der Bürgerleins.
Was mir gerade noch einfällt: wie es aussieht hat die ÖVP jetzt endlich eine Lösung für die dringenden Wohnprobleme der Bürgerleins gefunden: billig, schnell zu errichten, schnell wegzuräumen, hoch mobil. Das Modell wird derzeit von der umwerfend originellen Innenministerin (die uns unbedingt die Lücke vergessen lassen will, die durch den Abgang der grandiosen Maria Fekter entstanden ist) bereits an Flüchtlingen aus Afrika erprobt: niedliche Zeltstädte mit Klo in angrenzenden Polizeidienststellen. Jungfamilien und Pensionsanwärter bitte rechtzeitig anmelden, bevor die Zelte alle vergeben sind, gell! Das ist ja nur eine Frage der Zeit, bis die Zelte frei werden. Denn in Bälde wird die volle Solidarität der EU-Mitgliedsstaaten einsetzen, und die Flüchtlinge werden auch auf Grossbritannien, Dänemark, Polen, baltische Staaten, Slowakei etc. aufgeteilt werden. Es ist halt echt total saugut, dass wir in der europäischen Wertegemeinschaft leben. Und dass mit „Werten“ nicht die unbesteuerten Profite der Grosskonzerne gemeint sind, gell!

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


 

Die Verschandelung geht weiter!

Ein bebildertes Einserkasterl von Schwarzer Student

In Gmunden, so scheint’s, ist man von allen guten Geistern verlassen und schreckt in puncto Stadtverschandelung vor gar nichts mehr zurück. So soll die Kösslmühle, ein das Stadtbild dominierendes Gebäude – besonders von der Traunbrücke aus gesehen –, abgerissen werden. Urkundlich erwähnt wird die Kösslmühle erstmals 1354, was auf jenem Schild der „Freunde der Stadt Gmunden“ hervorgeht, das auf diesem Haus angebracht ist (siehe Bild).  Ersetzt werden soll das historische Bauwerk durch eine „Seniorenresidenz“, deren fragwürdige protzige Architektur weiter zur Beschädigung unseres Stadtbildes beitragen wird. Unverständlich, dass ein Haus mit dieser Historie nicht unter Denkmalschutz steht! Schade auch um die wunderschöne Sonnenuhr (siehe Foto), die dann ebenfalls der Spitzhacke zum Opfer fallen wird. So wird also wiederum ein Stück altes Gmunden dem Profit geopfert…

Kösslmühle_Schild  Kösslmühle_Sonnenuhr

 Klicken für Originalgrösse!


Traunkirchner Auffälligkeiten

Ein Gastkommentar von Realsatiriker

Der Vollständigkeit halber gehört auch noch angemerkt, dass ja noch zusätzliche Wohnbauförderungsmittel für das Buchbergprojekt wegen des im OÖN Artikel erwähnten Verdachtes von LR Hainbucher infrage stehen. Die Höhe ist nicht bekannt, dürfte aber doch deutlich mehr als das Taschengeld eines künftigen Forstschülers sein.
Entlarvend für die lokale Berichterstattung der OÖN ist aber schon, wenn man den durchaus objektiven Bericht des Wirtschaftsredakteurs zum Thema Entzug der Buchbergförderung mit dem anbiederndem Geschwurbel des Lokaltschurnalisten vergleicht.

Mein persönlicher Traunkirchen-Hit ist trotzdem jener VP-Funktionär, der in Doppelfunktion als Bauausschussobmann der Gemeinde und als Geschäftsführer der gemeinnützigen, im Besitz der Energie AG und damit des Landes OÖ stehenden OGW, sich defacto selbst eine Baugenehmigung erteilen lässt, die schlussendlich vor dem Verwaltungsgerichthof landet und heftigst zerlegt wird. Das mit öffentlichem Mitteln errichtete Wohnhaus steht seit über einem Jahr, ohne Mieteinnahmen, leer.

Die Beurteilung des Objektivitätsstatus des, ebenfalls bei der Energie AG beschäftigten, Bürgermeisters und damit Baubehörde erster Instanz, überlasse ich der Phantasie der Leserlein.
Ach ja , ganz vergessen, die Gemeinde Traunkirchen ist seit Jahrzehnten eine Abgangsgemeinde, (wen wundert es bei den o.a. management skills ), und in ihren Entscheidungen natürlich völlig frei vom politischen Willen des Geldgebers.

Anmerkung zum lokalen Demokratieverständnis: Eine kürzlich von einer wahlwerbenden Liste gemachte Umfrage ergab, dass sich 78% der Traunkirchner nicht ausreichend informiert fühlen!! Findet sich endlich eine Partei die für die Information und Aufklärung der Bürger sorgt, wird dies von den Machthaberern vorsorglich gleich mit „Parteiengezänk“ diskreditiert.


 

Und hier das letzte Sujet der Serie „Ich freu mich …“ zum Thema, wo man mit der Regio doch überall hinkommt. Weitere Plakate folgen, denn unsere Leserleins haben schon jede Menge Ideen gespendet!

ich_freu_mich_nirgendwo


 

Abkassieren, solange es noch geht …
15. Mai 2015

Heute:
Was Bruno Beinhart so aufgefallen ist
Beate Enzmann „Wir packeln nicht“
Vilosofio über Fähnchen im Wind

Liebe Leserschaft!

Ich beginne mit einer kleinen Anekdote aus dem heimisch-lokalen Schurnalismus.
Die OÖN klopfen sich selbst in einer Headline kräftig auf die Schultern: „TRAUNKIRCHEN. Wie eine Bombe schlug ein OÖN-Exklusivbericht über Hotelier und VP-Gemeinderat Wolfgang Gröller (44) ein.“
Nun, wie die geneigte Leserschaft dieses Blogs weiss, waren wir zwei Tage vor den OÖN mit dieser Meldung online. Wenn etwas einschlug, dann unser Bericht. Aber von einem EXKLUSIV-Bericht der OÖN kann nur wirklich keine Rede sein. Lachhaft. Die OÖN sind unverkennbar auf dem Pfad von Österreich-Herausgeber Wolfgang Fellner: möglichst viel stinken mittels Eigenlob.

Auf diese grosssprecherische Headline folgt dann ein knieweiches Interview von Brandner mit dem verantwortlichen VPler. Das Interview ist derart grenzwertig, dass in den Online-Foren der OÖN entsprechend böse Kommentare gepostet worden sind. Bis hin zu: Brandner möge sich mal die kleine Arbeit machen und ins Firmenbuch gucken. Wie immer erfolgt das Interview ohne erkennbare Recherchen. Ohne den Willen, irgend etwas „Wahres“ herauszufinden. Ohne Anspruch, die Widersprüche in der „Argumentation“ aufzuzeigen. Knieweich eben. ÖVP-Hofberichterstattung eben. Höfling Brantner lässt den VPler ungebremst seine Vernebelungsstrategie durchgehen.

Brandner lässt den VP-Funktionär und Mitgesellschafter (40 %) der nutzniessenden Wohnbaugesellschaft ohne kritische Gegenfrage darüber jammern, dass er an dem Projekt ja gar nichts verdiene. Er mache das, um Traunkirchen Impulse zu geben. Es darf gelacht werden. Denn der Kaufpreis je m2 betrug rund 46 Euro. Normaler Durchschnittspreis in dieser Gegend: 180 Euro. (Kennen wir in Gmunden nicht auch ein paar merkwürdige Billigstpreis für Hotelgrundstücke?)
Ausserdem gibt es eine Bedarfszuweisung des Landes an die Gemeinde für die Errichtung der Infrastruktur (Wasser, Kanal, Strassen) in Höhe von 1,5 Millionen Euro. Hat natürlich nichts mit der ÖVP zu tun, die wusste nichts davon. Nur der Herr Landeshauptmann. Denn die Bedarfszuweisung erfolgt über das Amt der OÖ Landesregierung.
Da muss man schon ein Vollidiot sein, um kein Geschäft zu machen. Brandner schluckt diese total unglaubwürdige Antwort ohne nach zu fragen und lässt die durchsichtige Ausrede „das sei Parteiengezänk“ durchgehen. Die Leserschaft wird das hoffentlich nicht schlucken und nicht durchgehen lassen. Liebe Wählerschaft! Denken Sie immer daran: die Geldverschwendung hat einen obersten Chef. Den Landeshauptmann, der dafür die Spitäler in eine schwere Finanzkrise gestürzt hat.

Am Feiertag hat der Chefredakteur der Tageszeitung KURIER einen Leitartikel geschrieben. Dort heisst es:
„Die Liste (uusinniger Ausgaben, Anm. d. Red.) liesse sich noch fortsetzen. Mit Beispielen dafür, wie selbst ernannte Eliten jeden Bezug zur Realität verloren haben, wie die Politik noch immer auf Spiele setzt, obwohl manchen Bürgern das Brot zu teuer wird … wie die einen sich in ihrer Machtlosigkeit zurückziehen, und die anderen zulangen, solange es halt noch geht.“
Das hätte auch hier im Blog stehen können. Das ist unser Thema: die entgleisten Mächtigen, die versuchen, noch möglichst viel zu scheffeln, bevor es den Aufstand der Bürgerschaft gibt. Abzukassieren, bevor man von den empörten Bürgern mit nassen Fetzen davongejagt wird. Mit gut gespitzten Bleistiften in der Wahlzelle …

Der Wahlkampf bringt es mit sich. Wir werden natürlich auch Stellungsnahmen und Ideen der Parteien bringen. Damit Sie, die Bürgerschaft, die Möglichkeit haben, sich gut zu informieren. Wir denken, hier ist der Platz, das zu tun. Jede und jeder wird sich hier informieren können. Sich seine eigene Meinung bilden können. Beurteilen können, was gefällt und was nicht gefällt. Sich ein Bild machen, ob die Themen jene sind, die wirklich bewegen. Oder ob die Themen nur Schmähführen sind. Hier werden Sie die Unterlagen und Informationen finden. Bilden Sie sich Ihre eigene Meinung! Hier im Blog bieten wir Ihnen die Möglichkeit. Und die Möglichkeit, Standpunkte zu diskutieren. Wir hoffen, die Parteien nutzen diese Chance. Kritik bietet nämlich auch die Möglichkeit, eigene Standpunkte auszufeilen, zu korrigieren, dem Test der öffentlichen Kritik zu unterziehen. Bürgernäher zu werden.

Heute eine Stellungsnahme von FPÖ-Stadträtin Enzmann, in der sie den Vorwurf zurückweist, die FP würde mit der ÖVP „packeln“. Gleichzeitig ein Gastkommentar von Vilosofio, der unabhängig von Enzmanns Ausführungen bei uns eingetrudelt ist. Vilosofio kannte diesen Beitrag nicht, als  er seine Überlegungen niederschrieb. Sie, liebe Leserschaft, müssen beurteilen, wessen Argumente in diesen sehr divergierenden Aussagen Sie mehr überzeugen.
Das ist gelebte Demokratie.
Das ist der tiefe Sinn einer zivilgesellschaftlichen Diskussion.
Und die bekommen Sie nur hier geboten. Bei aller Bescheidenheit!

Traurig nur, dass ausgerechnet die Machtpartei ÖVP sich dem entzieht. Es wird ihr vielleicht noch leid tun. Denn die Bürgerschaft wacht auf. Informiert sich. Diskutiert und bewertet. Ein Kipferlgeschenk während einiger Tage vor der Wahl wird da zu wenig sein. Da läuft die ÖVP Gefahr, als zu schwer an der Macht, aber zu leicht in Sachen Demokratie befunden zu werden.

Bruno Beinhart f. d. Team Gmundl

Weil ich hier den KURIER zitiert habe, möchte auch noch einen kurzen Kommentar aus dem deutschen Handelsblatt (der EU-Skepsis eher unverdächtig) zitieren:
„Trotz einer Wahlenthaltung von 57 Prozent bei der letzten Europawahl – ein Minus der Wahlbeteiligung von 30 Prozent gegenüber der ersten Europawahl im Jahr 1979 – erhielt Parlamentspräsident Martin Schulz gestern den renommierten Karlspreis. Wofür eigentlich? In Zeiten wachsender Europa-Skepsis – auch in Deutschland und Frankreich – reicht es nicht, ein überzeugter Europäer zu sein. Man muss auch ein überzeugender Europäer sein. Die jährliche Verleihung des Karlspreises an die Spitzen des europäischen Establishments – Schäuble, Trichet, Solana, Giscard d’Estaing, Van Rompuy – wirkt wie ein großes Selbstgespräch.

Auch anderswo geschehen merkwürdige Dinge. Man meint, in Gmunden zu sein. Ein Bericht aus Berlin.
1500 Menschen und 500 Hunde demonstrierten gestern gegen das Hundeverbot am Schlachtensee – das sollte eigentlich heute in Kraft treten. Dabei gibt’s aber ein kleines Problem: Der Verwaltungsakt dazu konnte noch nicht abgeschlossen werden, weil die Verbotsschilder fehlen. Wieso? Ganz einfach: Die Halterungen passen nicht. Schilda schau herunter!


Bei allen Bildern gilt wie immer: Klicken für Originalgrösse!


 

koesselmuehle_plakat_03a_neues_bild


 

Und dieses Bild ist aus Geheimunterlagen des Gmundner Tourismuschefs, die uns zugespielt worden sind: die Lösung aller Hotelprobleme – das schwimmende Kreuzfahrtschiff auf dem Traunsee, fester Ankerplatz: Kösslmühle. Die neue Brücke wird nach Plänen der Londoner Tower-Bridge errichtet. Das ist eben der wahre Flair der Metropolen! Der Duft der Urbanität!

kreuzfahrt_traunsee


 

Wir packeln nicht!

Ein Gastkommentar von Beate Enzmann

Da die FPÖ im „gmundl“ jetzt bereits mehrmals der Packelei mit der ÖVP beschuldigt wurde, stelle ich hiermit klar:
Es war die FPÖ, die als erste Partei bereits im Juni und im September 2013 im Gemeinderat den Antrag auf Wiederkauf der Seebahnhofgrundstücke gestellt hat. StR Grampelhuber hat ihn formuliert und die ganze Freiheitliche Fraktion hat ihn unterstützt. Beide Male wurde unser Antrag mit der absoluten ÖVP-Mehrheit vertagt. Es war klar, die ÖVP konnte den Wiederkauf immer wieder verhindern, solange die Mehrheitsverhältnisse im Gemeinderat sich nicht ändern, was hoffentlich bei der nächsten Wahl der Fall sein wird.
Wir hätten natürlich unseren Antrag immer wieder einbringen können und dasselbe Schauspiel hätte sich jedes Mal wiederholt. Da wir aber nicht an parteipolitischer Show sondern an effektiver Sachpolitik interessiert sind, änderten wir unsere Strategie. Wir brachten uns konstruktiv in die neuen Vertragsverhandlungen mit Asamer ein und konnten tatsächlich wesentliche Verbesserungen für die Stadt Gmunden erreichen, z.B. die Reduktion des Wiederkaufspreises um ein Drittel, also um 500.000 Euro. Wir haben letztendlich auch im Dezember 2014 dem Wiederkauf der Seebahnhof-grundstücke durch die KG zugestimmt.
Auch die Übertragung des Seebahnhofgeländes von der KG an die Stadt Gmunden kann die ÖVP ganz allein immer wieder verhindern. Sie braucht keine Stimmen irgendeiner anderen Partei dazu.  Ein Beharren auf dem Wiederkauf im Gemeinderat bringt also zwar mediale Aufmerksamkeit aber sonst gar nichts, solange nicht die absolute Mehrheit der ÖVP gebrochen ist.
Wir haben deshalb den Antrag eingebracht, dass sich alle Parteien verpflichten sollen, Grundstücke im Eigentum der KG nur mit Zweidrittelmehrheit zu verkaufen. Unser Antrag hat die ÖVP gezwungen, Farbe zu bekennen.  Denn das Argument, dass eine Übertragung unnötige Kosten verursachen würde, war damit vom Tisch. Wenn also die ÖVP nicht aus machtpolitischen sondern aus demokratischen Erwägungen entschieden hätte, hätte sie unserem Antrag zustimmen müssen.
Die FPÖ-Gmunden packelt nicht, weder mit einer anderen Partei noch sonst mit jemandem!
Wir, die FPÖ-Mandatare fühlen uns der Stadt Gmunden und den Gmundner Bürgern verantwortlich und wir treffen unsere Entscheidungen in diesem Sinn.
Mit freundlichen Grüßen
StR Beate Enzmann, Obfrau FPÖ-Gmunden


Wir als Gmundl-Redaktion wollen in diesem Zusammenhang auf eine der FPÖ-Aktivitäten in Sachen Regio hinweisen (Link zu einem FP-Video auf BTV):

http://www.btv.cc/system/web/video.aspx?bezirkonr=0&detailonr=225122036&menuonr=222383999


 

Fähnchen im Wind

Ein Gastkommentar von Vilosofio

Ist wirklich interessant, wie sich im Laufe eines dreiviertel Jahres die Diskussion um den ZUG QUER DURCH GMUNDEN hier auf gmundl.com verändert hat.
War doch der Verfasser dieser Zeilen seinerzeit defakto der erste Schreiber hier, der auf die der Gmundner Stadt drohenden Auswirkungen des ZUGPROJEKTES aufmerksam gemacht hat.

Anfänglich (auch mit Fragezeichen der geschätzten Redaktion…. aus durchaus damals redaktionellem Hintergrund verständlich) versehen, haben sich die Beiträge zu diesem Thema zunehmend schärfer und vor allem der Realität angepasst, entwickelt.

Nur der Ordnung halber:
Die Gmundner FPÖ ist hier auf ganz halbseidenem Faden den Zug definitiv hinter sich her ziehend unterwegs.
Haben doch die „wichtigsten” Proponenten der FPÖ-Gmunden im O-Ton 2014 bei einer Besprechung wie folgt erklärt:
….„Klar sind bei diesem Zug-Projekt jede Menge Ungereimtheiten … aber wir als Freiheitliche in Gmunden wollen – bei allem was wir auch dazu wissen und was aus vielen Grüpnden einfach nicht OK ist – nicht wirklich dazu Stellung nehmen ….., Wollen wir doch nach der nächsten Wahl mit den Kollegen der anderen Fraktionen – (ÖVP voran genannt) … wieder bestens zusammen arbeiten….”
Das nennt man „Fähnchen dreh dich im Wind” …

Es ist eine leider politisch erfolgreiche Taktik, im Rathaus schöne Miene zu machen und den Bürger dann Plakate vor die Haustür zu stellen, auf denen die FPÖ Gmunden sich so darstellt, als wäre sie gegen das ZUG-PROJEKT.
Die Wahrheit ist, dass die FPÖ in Gmunden im Vorfeld eben alles nicht getan hat, damit der ZUG – so wie er jetzt als Projekt des DRÜBERFAHRENS Faktum ist, real werden konnte.

Hinterher so zu tun, als ob die FPÖ Gmunden eh schon immer dagegen gewesen ist, macht den lieben Leuten, die da ohnehin nur um ihr Stadtrats- oder sonstiges Gemeinderatsamterl bangen, auch keine Ehre.

FÄHNCHEN IM WIND. Opportunisten in eigener Sache.
Aber sicher nicht auf der Seite der Bürger, die sich von ÖVP, SPÖ und leider auch den GRÜNEN verschaukelt fühlen.
Das ist die FPÖ Gmunden.


Und erneut ist jemandem etwas eingefallen, worüber man sich bei der Regio total einen abfreuen kann.

ich_freu_mich_traunkirchen

 

Nerv getroffen …
14. Mai 2015

Heute:
Gastkommentar Tarantella
zwei Einserkasterln
Babsy über ein epochales Jubiläum und über Verbandszeug

Liebe Leserleins!

Unser guter Bruno hat gestern wieder ordentlich in die Tasten geklopft. Da blieb kein Auge trocken. Das Echo war enorm, die Zustimmung kolossal. Er hat den Nerv getroffen. Denn die Nerven der Bürgerleins liegen blank, wenn man bedenkt, was hier und nebenan und rundherum so alles abgeht. Zu Lasten und zum Schaden der Menschen. Während die Politik sich mit dümmlichen Ritualen um die Menschheit wenig verdient macht. Dann wundert man sich über die Politikverdrossenheit.

Den Vogel schoss diese Woche wieder einmal der rote (???) Parteioberquassler vom Dienst, Entholzer ab. Raten Sie mal, liebe Leserleins, was so alles unter „Jubiläum“ fällt? Ihre Babsy würde sagen: fünf Jahre sollten es schon sein, obwohl das recht mager ist. Ein echtes Jubiläum beginnt in unserer vom Dezimalsystem geprägten Zeit nach meinem Dafürhalten und Gefühl mit 10 Jahren (auch wenn heute alles digital mit 0 und 1 funktioniert). Dann 20 Jahre (15 ist etwas verhatscht), 25 Jahre (weil ein Viertel von 100), alle Dezennien und natürlich 75 und 100.

Aber Herr Entholzer feier auch Jubiläum. Mit Handschlag und Bild vom Bundeskanzler. Man höre und staune: drei Jahre schon verblüfft uns der Mann mit der nordkoreanischen Frisur mit Spontanität, Ideenreichtum, Kreativität, tollen politischen Einfällen (äh, fällt Ihnen, liebe Leserleins, einer ein?) und neuen Zugängen zur Politik (ja, die Türen im Büro wurden ausgetauscht, kleiner Scherz, haha! Gingin!). Ein Drei-Jahres-Jubiläum – damit werden dann die Bürgerleins belästigt, ein Festakt (!!!) findet statt, zu dem der Herr Bundeskanzler anreist (hat der eigentlich nichts Wichtigeres zu tun? Etwa Rosen züchten, auf die Enkerln aufpassen, nach Brüssel zur EU fahren und so tun, als ob er gegen TTIP wäre etc.?). Ja, der HBK reist an, um zum extrem grossen Jubiläum zu gratulieren. Wäre er ein Jahr länger im Amt, der Entholzer, und heuer Wahljahr, dann würde er wahrscheinlich auch ein 4-Jahres-Jubiläum feiern, damit er wenigstens mit irgendwas in die Zeitung kommt. So feiern also auch wir kleinen Bürgerleins dieses epochale, geschichtsträchtige Ereignis: seit drei Jahren ist Entholzer Landeshauptmann-Stellvertreter und murkst als Verkehrsreferent unter anderem auch an der RegioTram herum. Danke, wir sind gerührt! Ad multos dies – annos wäre ein bisserl zu viel des Schlechten, das kann man sich wirkllch nicht wünschen. Und in 100 Tagen feiern wir dann mit Entholzer, dass er seit 100 Tagen drei Jahre im Amt ist. Da muss dann aber schon die ganze Bundesregierung anreisen, also zumindest der rote Teil mitsamt Parteivorstand. Dass Entholzer bei diesem unglaublich fantastischen Jubiläum auch gleich eine Drohung ausstiess, liess allerdings die Laune der ausgelassen feiernden Bürgerleins gleich wieder sinken: Er will auch nach der Wahl Verkehrsreferent bleiben. Jetzt kennen wir wenigstens das politische Ziel dieses jubiläumsträchtigen Politikers. Der Anschober hat sein Sesserl, der Entholzer seine Eisenbahn. That’s politics, wie die alten Römer schon sagten.

Die SPÖ will übrigens dafür sorgen, dass Kinder und Beruf besser miteinander vereinbar sind. Dazu ist irgend einem Sprachgenie der geniale Wahlkampfspruch „Kinder Beruf verbinden“ eingefallen:

sp_beruf_kiind_verbinden

Wir enthüllen jetzt exklusiv, die wie SPÖ das nach den Wahlen umsetzen will – Gratis-Verbandszeug für alle!

sp_familie_verband

Angesichts der allgemeinen Polit-Malaise soll niemand sich wundern, wenn Ihre Babsy hin und wieder ein beruhigendes Schluckerl aus einem Longdrink-Glaserl braucht!

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


Entlasst die armen Bürgermeisterleins

Einserkasterl von borgare

Liebes Argusauge, entlasst doch endlich diese armen Bürgermeisterleins aus ihrer Verantwortung für das Bauwesen und die Raumplanungen.
Weil die Bürgermeisterleins fast immer hilflos den Wünschen der Bauwirtschaft ausgeliefert sind, zieht sich die Verhüttelung und Verbauung wie eine eitrige Krätze über das Land.
Die Krux aber ist, dass die Wirtschaft viel Geld mit ihrer fast hemmungslosen Bauwut macht.

Warum soll man also viel forschen und sich gewaltig anstrengen intelligente Produkte herzustellen, wenn es anders auch geht.
“Mir beim Bau caschen eh super!”
Deshalb danke liebe Bürgermeister, für uns von der Bauwirtschaft ist es gut wie es ist.


Nix haltlos!

Etwas längeres Einserkasterl von Tarantella

Sehr geehrter Grübl!
Erstens darf ich Ihnen versichern, dass ich im Grunde ein völlig unpolitischer Mensch bin und noch niemals in meinem Leben einer Partei angehört habe, Ich beteilige mich auch nicht an Wahlkämpfen.
Zweitens sind meine Behauptungen nicht haltlos, sondern beziehen sich auf meinen Kommentar vom 7.5. über den Wohnbau in Altmünster, konkret auf das geplante Monsterprojekt auf der Tirolerwiese. Hier sollen – wie bereits erwähnt – drei nahezu 5-stöckige Wohnblöcke samt Tiefgarage mitten in die Landschaft geklotzt werden, genauer gesagt auf eine Sumpfwiese, die mit geologischen und hydrologischen Risiken behaftet ist. Trotz fehlender Infrastruktur, massiver Widersprüche in den geologischen Gutachten sowie zahlreicher Einwendungen und Unterschriften gegen das Projekt möchte die Gemeinde (die VP) das Vorhaben umsetzen, immerhin gibt es bereits eine vom Bürgermeister unterschriebene Bauplatzgenehmigung für Gebäudeklasse 4.
Dabei ging es im Vorfeld – von der Umwidmung bis zum jetzigen Stand der Dinge – jedenfalls sehr undurchsichtig zu. Ich möchte jetzt nicht den Begriff “mauscheln” verwenden, vielleicht gibt es ja einen “politisch korrekten “Ausdruck dafür, wenn sich ein kleiner Kreis von Eingeschworenen unter Ausnützung von Freundschaften und Verwandtschaftsverhältnissen etwas ausmacht, was die anderen, von denen sie vermuten, dass sie dagegen sein werden, möglichst nicht oder wenigstens recht spät erfahren sollen.
Beispielsweise wurden die betroffenen Anrainer erst bei der Bauverhandlung von dem geplanten Bauprojekt in Kenntnis gesetzt, die anderen Parteien waren ebenfalls nicht darüber informiert.
Ich will der ÖVP nichts “Böses” unterstellen, aber Transparenz scheint nicht ihre große Stärke zu sein, den Vorwurf müssen sie sich schon gefallen lassen.


Politiker und ihre Eigeninteressen

Ein Gastkommentar von Argusauge

Politiker, die nur ihre eigenen Interessen u. Vorteile im Auge haben.

Wir Wutbürger, was sollen wir tun, wen sollen wir zwischen Pest und Cholera wählen? Wenn die Politiker wieder 6 Jahre von den schafsgeduldigen Wählern mit Vertrauen und Macht beschert wurden, haben sie im nächsten Moment sofort vergessen, von wem und wofür sie gewählt wurden. Sie werfen sich stolz in die Brust und lachen das dumme Wählervolk aus.

Bruno Beinhart, Sie erwähnten sehr richtig, die Politikereinnahmen sind ein schönes Zubrot für manche Lokalpolitiker, für wenig Arbeit und null Verantwortung. Haben sich die Lokalpolitiker schon einmal interessiert, wie lange eine Supermarktangestelle arbeiten muss für das Politikerhonorar eines Stadtrates oder Fraktionsobmannes oder eines Vizebürgermeisters? Ich würde den Gemeindepolitikern ihre ehrlichen Absichten noch ein einigermassen abnehmen, wenn sie auf ihre Politikerhonorare zur Gänze verzichten würden und diese wohltätigen Zwecken spenden würden.

Die Blauen tun dies schon und das finde ich sehr positiv, obwohl diese Honorare auch der Partei zugute kommen.

Den Roten kann man dies nicht zumuten, schliesslich hat der Vizebürgermeister Familienzuwachs bekommen, da braucht man schon jeden Euro. Der Fraktionsobmann braucht das Zubrot auch, denn man will ja auch zu den wichtigen Leuten gehören und sich gerne bei der politischen Elite sehen lassen. Wie die kleine Supermarktangestellte, die noch dazu ständig um ihren Job bangen muss, mit ihrem Mini-Einkommen überleben kann, interessiert diese Politiker der Arbeiter-Partei wenig, Hauptsache sie haben es sich gerichtet. Der Herr Vizebürgermeister der SPÖ sollte sich lieber für die Anliegen der kleinen Leute interessieren, als den großen Kultur- und Geschichts-Wunderwuzzi herauskehren. Er ist politisch so gut wie nicht präsent (keine 1. Mai Feier, keine Parteizeitung, nichts …). Antworten bekommt man auch keine von ihm.

Die Schwarzen, ach die so christiliche Partei, sollten Vorbild sein und ihre Politikerhonorare erst recht für einen guten Zweck spenden. Aber diese Leute verlangen von den anderen Mildtätigkeit und Barmherzigkeit, und selbst füllen sie sich die Taschen. Und können den Kragen nicht mehr voll kriegen.

Die Grünen sind schon besser, sie spenden wenigstens die Hälfte ihres Honorars. Tut dies auch die Umwelt-Stadträtin? Noch mehr Sympathie würden sie gewinnen, wenn sie ihre Honorare zur Gänze spenden würden. Dann wären sie so unglaublich glaubwürdig (toll formuliert), dass man sie schon allein deswegen wählen müßte. Natürlich sind sie in Gmunden die einzigen, die gegen die Total-Verschandelung von GM ankämpfen. Herr Dr. Löcker bemüht sich auch, aber als Einzelkämpfer hat er es schwer.

So, liebe Politiker, spendet Eure Honorare, Einkommen, Sitzungsgelder, damit Euch die Leute glauben können, dass Ihr nicht nur um des eigenen Vorteils willen in der Gemeindepolitik sitzt.

Zu Ihrer Aufforderung Tutbürger zu sein:
Diese alteingesessenen Parteipolitiker haben es sich so gerichtet, dass sie niemand anderen an den Futtertrog lassen. Es ist eine österreichische Eigenschaft, sich sehr viel gefallen zu lassen und lieber zu leiden als was zu verändern. Wenn sich aber doch wider Erwarten etwas tun sollte, nämlich daß sich jemand die Knochenarbeit antut, um eine Gegenkraft zu schaffen, bin ich sofort dabei. Aber wie gesagt, es bedarf vieler Ressourcen, Zeit, Geld u. Energie … Da läßt sich der gelernte Österreicher lieber vieles gefallen, als sich zu exponieren oder gar etwas mitzugestalten. Der Leidensdruck der Bürger muss noch grösser werden, dass sich in unserer Region politisch was verändert… Aber wie gesagt, die nächsten Wahlen kommen im Herbst, und da ich in erster Linie die Verschandelung von Gmunden hintanhalten will, weiss ich wen ich wähle……..


Gleich und gleicher

Gastkommentar von Tarantella

Alle Menschen sind gleich. Alle haben die gleichen Rechte.
Theoretisch ja. In der Praxis schaut es bisweilen aber völlig anders aus.
Neben den Gleichen gibt es nämlich auch noch die Gleicheren. Und die Interessen der Gleicheren stehen den Interessen der Gleichen häufig diametral entgegen, das schafft Konfliktpotential.
Die Gleicheren haben zwar grundsätzlich die gleichen Rechte wie die Gleichen, jedoch einen anderen Zugang zum Rechtssystem und andere Voraussetzungen, um zu ihrem Recht zu kommen.
Wie bei einem GrandPrix steht der Gleichere meist an erster Position, der Gleiche bestenfalls in der zweiten Startreihe, hinkt also in seinem Bemühen, seine Rechte einzufordern dem Gleicheren von Anfang an hinterher. Auch konditionsmäßig ist der Gleichere dem Gleichen meist durchwegs überlegen. Er hat den längeren Atem und die längere Ausdauer. Der Gleiche ist in der Regel ein einfacher Mensch wie du und ich, der wacker und unerschrocken für seine Bürgerrechte kämpft wenn ihm Unrecht widerfährt. Der Gleichere steht häufig im Blickpunkt der Öffentlichkeit. Er sitzt an den Schalthebeln der Macht und verfügt über ein dichtes Netzwerk an Informanten und Helfern sowie über die budgetären Mittel, um seinen Rechtsanspruch durchzusetzen. Dies verschafft ihm einen wesentlichen Vorteil gegenüber dem Gleichen, der oftmals keine Lobby hat und dessen finanzielle Möglichkeiten meist begrenzt sind. Der Gleiche kann daher nur so lange durchhalten, bis ihm physisch oder finanziell die Luft ausgeht. Der Gleichere weiß um diesen Umstand und freut sich, dass er auf der Gewinnerseite sein wird.
Zahlreiche Gleiche getrauen sich erst gar nicht, ihre Bürgerrechte einzufordern, vor allem wenn sie in einem Abhängigkeitsverhältnis zu einem Gleicheren stehen. Viele Gleichere fühlen sich nämlich auf den Schlips getreten oder empfinden es mitunter sogar als Majestätsbeleidigung, wenn ein Gleicher auf seine Rechte pocht. Und der Gleiche befürchtet Benachteiligungen und Repressalien für den Fall, dass er sich mit dem Gleicheren anlegt, deshalb verzichtet er lieber auf sein gutes Recht als sich Ungemach einzuhandeln.
Liebe Gleiche! Auch wenn es ein Kampf David gegen Goliath sein sollte, lasst euch nicht unterkriegen! „Gleiches Recht für alle“ sollte keine leere Phrase sein, sondern sowohl für Gleiche als auch für Gleichere gelten!


Posting.

ramona
Gesendet am 13.05.2015 um 7:20 nachmittags

Hallo Bruno!
Du sprichst mir aus der Seele. Wie immer !!! Danke!!!
Humus für Neues. Für unsere Seelen, unsere Lieben, unser Leben. Für unsere Zukunft. Auch für die nächsten Generationen.
Ramona


Und auch heute wieder: unser „Ich-freu-mich-deppert“-Plakat aus dem wunderbaren Wettbewerb „RegioTram verarscht Bürger“.

 ich_freu_mich_pinsdorf

Auffällige Ähnlichkeiten …
13. Mai 2015

Heute:
Bruno Beinhart über Verrottung
Argusauge über Ideale in der Politik

Liebe Leserschaft!

Auf den ersten Blick hat das alles nichts mit einander zu tun:
* abgehobene Ortspolitiker, die Gmunden eine quer durch die Altstadt fahrende Eisenbahn bescheren
* 250 Millionen (!!!!) in Schladming für die WM verprasst, lt. Rechnungshof ohne klare Verträge und Rechtsgrundlagen und ohne Beachtung der wirtschaftlichen Sinnhaftigkeit
* die gnadenlose Bespitzelung der Bürgerschaft mittels zentralem (Bank)Kontenregister und Vorratsdatenspeicherung (=Telefonbespitzelung)
* der Zoff den Anna Fenninger, Bergab-Fahrerin, mit dem Skiverband hat.

Und doch hat das alles die gleiche Wurzel, den gleichen Ursprung: Machtkartelle und abgehobene Machthaber versuchen verzweifelt, ihre bisherigen Geschäfts(un)sitten zu retten. Eine im Verhältnis zur Anzahl der „normalen“ Bürger kleine Clique hat sich quer durch alle Sparten und Schichten der Gesellschaft wohnlich eingerichtet, kassiert, schafft an und meint, die Regeln allein bestimmen zu können. Sich um nichts mehr pfeifen zu müssen. Leckts uns … ist deren Motto.

Das mit der Eisenbahn wird hier ohnedies unter allen möglichen Aspekten diskutiert. Die weitgehende Sinnfreiheit dieses Projekts (wenn man vom Wohlergehen der Neumannschen Bilanzen absieht) legt unser Spruchwettbewerb offen, mit dem wir in Konkurrenz zur Gehirnwäsche der Regio-Profitanten und -onkels getreten sind. Eine Regio die tatsächlich nirgendwo hinfährt. Und das dicke Ende kommt noch. Die Buslinien – jetzt schon teils mit bescheurten Fahrplänen und Fahrstrecken – werden noch mehr eingeschränkt werden, auch wenn das heute alle dementieren.

In Schladming hat eine ÖVP-nahe Funktionärsclique (unter Duldung der Roten, muß man dazu sagen!) Geld vergeudet, als ob es kein Morgen gäbe. Zweckfreie Bauten im Zielstadion: das Skygate, eine Konstruktion aus 130 Tonnen Stahl, die zu nichts gut ist, nur einfach da steht und aussieht. Ein Monument des Grössenwahns, gebaut angeblich auf Wunsch des ÖSV-Präsidenten, daher im Volksmund auch „Präsidentenzipferl“ genannt – Baumotto offenbar: wer hat den Längeren/Grösseren … Bezahlt wurde dieses Trum (lächerliche Kosten von ca. 2 Millionen Euro) über drei Umwege vom Land Steiermark (nachzulesen hier: http://derstandard.at/1358304641505/Schladmings-suendteurer-Praesidentenzipfel). Einem Bundesland, das sich zuletzt vor allem damit hervortat, gegen den Willen der Bürger Orte zusammenzulegen und radikal Sozialleistungen für die Ärmsten und für Behinderte zu streichen. Das Wahlergebnis wird nächste Woche entsprechend aussehen. Hätte die FP dort etwas attraktivere Kandidaten, würde sie wohl stärkste Partei werden … Selbst die (ziemlich hardcore-stalinistische) steirische KP erscheint im steirischen Klima inzwischen manchen eine Alternative.

Dass nun auch Anna Fenninger mit dem Zipferl-Präsidenten ihre Probleme hat, wundert überhaupt nicht. Ja, der ÖSV (in Wahrheit: wir Österreicher mit unserem Steuergeld) zahlt die Ausbildung in jungen Jahren. Aber ist das ein Grund, dass Herr Zipferl-Präsident Schrecksnadel in allen Geldtöpfen seine Hände mit drin hat? Überall mitschneidet? Als ÖSV-Präsident seine privaten Geschäfte betreibt? Sich Athleten, die erfolgversprechend sind, unter den Nagel reisst und selbst möglichst viel mitkassiert? Die Methode Schrecksnadel riecht schon ziemlich stark nach Schutzgeld, damit man keine Probleme mit dem ÖSV gekommt. Wenn das nicht was Mafiöses hat, dann weiss ich nicht, was mafiös ist. Das Grundmuster: Verhaberung von Geld und Politik, Macht, vermeintliches Ansehen etc. Auf Kosten von uns allen und in diesem Fall auf Kosten von Sportlern, die auf der Piste mitunter ihr Leben riskieren. Wenn wer wie Fenninger nicht mitspielen will, dann gibt es keine „Gesprächsbasis“. Ja eh. Aber alle sind ehrenwert und unschuldig, das sei ausdrücklich betont!

Dazu etwas, was auch uns hier in Gmunden (Fahrgast“zählung“ bei der Bim) bekannt vorkommt und heutzutage scheinbar ein ganz normales politisches Instrument zur Bürger-Täuschung geworden ist:
„1. Wie kommen Sie auf die Zahl von ‚rund 300.000 Besucherinnen und Besucher‘? Wie viele Tickets wurden tatsächlich verkauft? Wie können Sie diese Zahl belegen?
2. Stimmt es, dass die Infrastruktur für 450.000 BesucherInnen ausgelegt wurde, da der ÖSV laut eigenen Angaben mit dieser BesucherInnenzahl rechnete?
3. Schließen Sie aus, dass real überhaupt nur 200.000 Besucher nach Schladming gekommen sind, da die Besucher der Siegerehrungen separat gezählt wurden und es durch diese Doppelzählungen zu einer Ergebnisverfälschung gekommen ist? (Landtagsanfrage der Steir. Grünen)“

Und diese politischen Machthaber bespitzeln dafür uns, die Bürgerschaft, gnadenlos. Bei den geringsten Anfragen an Ämter heißt es sofort: Datenschutz, Amtsgeheimnis etc. Der gläserne Bürger gegen die undurchsichtige Macht. Die vom Europäischen Gerichtshof abgelehnte Vorratsdatenspeicherung (allein für die Erfindung dieser Bezeichnung sollte irgend ein Verantwortlicher ein paar Jahre im Häfn dunsten!) wird erneut einzuführen versucht. Und jetzt auch noch die Bankkonten aller Österreicher. Inklusive Bausparkonten (!!!) – weil bekanntermassen die grossen Steuerhinterzieher ihr Geld nicht in irgend welche Steueroasen verschieben, sondern ihr Pinke mit dem Lastwagen zur Bausparkasse führen. Oder auf das gebundene Sparbuch (ein Jahr Bindung, 0,2 % Zinsen) legen. Statt ordentliche Gesetze zu machen, mit denen die grossen internationalen Konzerne endlich gezwungen werden, Steuern so abzuliefern, wie jeder kleine oder mittlere Betrieb, wie jeder Hackler und Angestellte.
Aber da müsste man es sich mit diesen Konzernen und deren Lobbys anlegen, da wäre es aus mit dem Kuscheln mit der Grossfinanz. Da müsste man Charakter zeigen und Konflikte riskieren. Gar auf der Seite der arbeitenden Menschen stehen. Eine für viele Politiker offensichtlich unzumutbare Schnapsidee. Nur in den Sonntagspredigten, da sind sie uns nah. Oder wenn sie uns mittels Steuern ins Geldbörsel greifen, und statt notwendiger Sachen (von Bildung über Gesundheitswesen bis Pflege) unser Geld lieber für überteuerte und sinnfreie Mammutprojekte ausgeben.

Wie heisst es bei Shakespears Hamlet: Something is rotten in the state of Denmark.
Ich ziehe das Original vor – es ist einfach klarer in der Sache und in der Sprache als die etwas geschönte Übersetzung aus der Zeit der Romantik: Etwas ist verrottet im Staate Dänemark. (Mit dem Shakespeare seinen Audrücken hätten sie in Gmunden auch keine Freude, der könnte dann in den OÖN lesen, dass er hetzt.)
Verrottet trifft es ziemlich gut auch für die Verhältnisse in unserem Land. In unserer Stadt. In unserer Gegend. Ob aus dieser Verrottung wenigstens ein ordentlicher Humus für Neues entsteht, wird die Zukunft zeigen.

Bruno Beinhart f. d. Team Gmundl

Babsy hat sich über den Wust an Emails gemacht. Jede Menge Stellungnahmen und Unterlagen. Wir bemühen uns weiter, das alles hier irgend wie unter zu bringen. Heute mal eine Stellungnahme von Argusauge zu Idealismus und Politik, morgen kommt dann Argusauge noch einmal dran. Auch eine Stellungnahme von Fr. Enzmann/FPÖ zum Vorwurf, man würde mit der ÖVP mauscheln, ist in der Leitung. Kommt alles. So wie zusätzliche Infos und News zur Regio. Ehrlich: es brennt an allen Ecken … It’s time for a change!


Politik und Ideale

Gastkommentar von Argusauge

Antwort auf Namenlos – Bürgerliste

Ihre Forderung nach einer Bürgerliste in Gottes Ohr. Da müßte man in GM Leute finden, die wahre Idealisten sind, viel arbeiten, sich keine Anerkennung erwarten dürfen u. noch dazu ihr eigenes Geld hineinbuttern. Es gibt oder gab in GM die Bürgerliste “Gmundner Zukunft”, die an der Verhinderung des Wahnsinnsprojektes Lacus Felix mehr gleistet hat, als die in der Stadtpolitik vertretenen Parteien, die für ihre Sitzungen nicht schlecht bezahlt bekommen (deshalb u.. aus Geltungssucht sitzen manche Gemeinderäte ja im Gemeinderat). Diese Bürgerinitiative hat viel ihres eigenen Geldes u. ihrer Zeit investiert zur Verhinderung dieses Wahnsinn-Projektes, jedenfalls so lange bis dem Asamer die Marie ausgegangen ist (eigentlich hatte er ja nie mit eigenem Geld das ominöse Hotelprojekt anstellen können.. Alles wäre auf Schulden aufgebaut worden, daher hat es auch keinen weiteren Investor mit Geld gegeben).
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Mr. Namenlos, wer tut sich das an, eine Bürgerliste zu gründen, ohne finanzielle Unterstützung, ohne Mitarbeit von zahlreichen Bürgern. Die meisten meckern u. kritisieren, aber sich verpflichten, politische Knochenarbeit zu leisten,das tun sich die Meckerer nicht an. So wird das Feld den Lokalpolitikern der herkömmlichen politischen Parteien überlassen, die sich gerne gut bezahlen lassen für die mangelhafte Arbeitsleistung. Wenn ich mich so umhöre, streifen die meisten (seit ewigen Zeiten alteingesessenen ,- ich kann ihre Gfrieser schon gar nicht mehr anschauen, – entschuldigen die emotionale Entgleisung! )Stadtpolitiker die Sitzungesgelder, die Gehälter für Vizebürgermeister, Stadtrat u. Fraktionsvorsitzende gerne in die eigene Tasche, schließlich ist das gutes Taschengeld u. man kann damit z.B. wieder zum Stammtisch ins Wirtshaus gehen oder sich was anderes Schönes gönnen.

Mr. Namenlos, ich finde die Zukunft von GM sollten junge Leute in die Hand nehmen, wenn sie hier bleilben möchten u. nicht “obroasen” wollen. Da heisst es arbeiten, kämpfen, Mut haben, Ideen haben, Freizeit opfern, etc. Dass junge Leute das können, beweist, dass wir in Österreich den jüngsten Aussenminister der Welt haben. Und obwohl ich nicht seiner Partei anhänge, macht er seinen Job gar nicht schlecht. Und einen netten Anblick bietet er auch noch.


Und Alfred E. Neumann mit einem neuen Regio-Spruch der Erkenntnis.

ich_freu_mich_ohlsdorf


 

 

Wut reicht nicht!
12. Mai 2015

Heute:
Bruno Beinhart über Wut und Tut
Gastkommentar von Tarantella über Altmünster

Liebe Leserschaft!

Man spürt es. Man hört es. Man merkt es. Wenn man kein Politiker ist!

Dass die Menschen wütend sind. Sehr wütend. Und ratlos. Zu übermächtig scheinen die Machtkartelle aus Lokalpolitik und örtlicher Wirtschaftsmacht. Wer sich wehrt, wird niedergewalzt. Das ist für Lokalpolitiker nicht ermutigend. Ein ehemaliger Bürgermeister eines Nachbarorts von Gmunden könnte da ein aufschlussreiches Lied singen, wie das ist, wenn man von Medien und Wirtschaftsmächten gejagt wird, bis sogar die eigenen Leute darauf hereinfallen. Und die Wählerleins. Das wäre heute nicht mehr so leicht möglich, weil es diesen Blog gibt. Diesen Blog mit seinen Gegeninformationen. Mit seiner offenen Diskussion, die manchmal natürlich auch unangenehm ist. Man muss immer damit rechnen, für einen Kommentar kräftig kontra zu bekommen. Aber das ist gut so. Nur in der fairen aber harten Auseinandersetzung der Argumente kann man diese überprüfen. Neue Standpunkte finden.

Aber die Diskussion und die Wut allein sind zu wenig. Es braucht mehr. In allen Parteien gibt es auch vernünftige Leute – die müssen sich endlich wehren. Die müssen sich endlich rühren, die alten Seilschaften abwählen auch in den Parteien. Das ist mühsam, aber anders wird sich nichts ändern.

Leider wollen viele Menschen, die sich Gedanken machen, sich mit diesen Leuten nicht „matchen“. Es ist ihnen zu blöd, in den verkrusteten Strukturen der Parteien nach Änderungsmöglichkeiten zu suchen. Sie haben keine Lust auf Grabenkämpfe mit politischen Flachwurzlern. Man kann das verstehen. Aber es ist falsch. Bei den Wahl in die Gemeinden und Landtage oder gar ins Parlament ist es schon zu spät. Da stehen all die grossen Politbonzen oder die kleinen Lokal-Politik-Verpfuscher bereits auf den Listen. Da kann man nur noch wählen zwischen verschiedenen Arten der Politverkrustung. Erst wenn auf den Parteilisten andere Leute stehen, wird sich etwas ändern. Und wenn die Bürgerlisten in der Lage sind, Kandidatinnen und Kandidaten zu finden, die nicht in die Abteilung „verhaltensoriginell“ bis „verhaltensauffällig“ fallen, wie das zuletzt beim Team Stronach und teilweise auch bei den NEOS der Fall war. Von bestimmten ehemaligen FP-Politikern wollen wir nicht sprechen, die einst unter Schüssel in höchste Staatsämter geschwemmt wurden, weil die FP nicht genug gutes Personal hatte.

Wut wird nicht reichen. Es muss auch etwas geschehen. Wir brauchen neue Leute in der Politik, die bisherigen haben gezeigt, wohin sie uns führen: Richtung Wand, gegen die wir dann knallen.

Es freut uns also, wenn es in Gmunden und im Umland offensichtlich und spürbar gärt im Volk. Aber wir brauchen mehr! Wir brauchen neue Menschen in den Parteien, die weder mit den Machthabern verhabert sind, noch nur um des Amterls willen in die Politik streben – und wegen der doch nicht ganz geringen Vergütung für diverse Ämter. Immerhin liegt die Gage für einen Stadtrat in Gmunden deutlich über den Sätzen der Mindestsicherung. Ist also ein schönes Zubrot, dass manche unserer Politiker, wie wir wissen, nicht nur nicht missen wollen, sondern auch nicht missen können, weil sie dieses Zusatzeinkommen einkalkuliert haben. Einschränkung: nach unserem Wissensstand liefern die FP-Mandatare ihre gesamte Gage ab, die Grünen die Hälfte. Bei der SP-Gmunden gibt es angeblich nach langen Krämpfen den Beschluss, dass 15 % abgeliefert werden müssen, was aber – so die Gerüchte – bis heute nicht in die Tat umgesetzt worden ist. Bei ÖVP ist diese Frage offenbar nicht einmal eine Frage oder eine Diskussion wert.

Wir brauch keine Wutbürgerinnen und Wutbürger, sondern Tutbürgerinnen und Tutbürger!

Bruno Beinhart f. d. Team Gmundl


 

Damma wås?

Ein Gastkomnmentar zu Altmünster von Tarantella

“Du, Florian, damma wås!”
So lautet das Motto des heurigen Jahreskalenders, der von der Marktgemeinde Altmünster an alle Haushalte zugestellt wurde. Er enthält zahlreiche nützliche Anregungen für einen schonenderen Umgang mit den Ressourcen – im Sinne von mehr Nachhaltigkeit und einer intakten Naturlandschaft.
So weit, so gut.
Untertitel des Kalenders:
“Damma wås fia die Umwelt und fia uns.”
Die VP- dominierte Gemeinderiege dürfte sich jedoch hauptsächlich an den 2. Teil des Untertitels halten :
“Damma wås fia uns!”
Denn wenn man die in letzter Zeit getätigten bzw. in Planung befindlichen Bauprojekte betrachtet, fällt es schwer, diese mit den Begriffen Umwelt- und Landschaftsschutz in Einklang zu bringen. Und nachhaltig daran ist allenfalls die irreversible Zerstörung und Verschandelung der Landschaft!
Unweigerlich kommt mir dabei das Sprichwort „Wasser predigen und Wein trinken“ in den Sinn!
Man hängt sich scheinheilig das „grüne Mäntelchen“ um und betreibt beim Bürger Bewusstseinsbildung, während im Hintergrund heimlich, still und leise – an der Öffentlichkeit und selbst an der Opposition vorbei – Gründe umgewidmet und Deals eingefädelt werden. Der Umweltgedanke endet sehr schnell, sobald wirtschaftliche Interessen VP-affiner Privatpersonen schlagend werden!
“Du, Florian, damma was!”
• Für mehr Transparenz und Bürgernähe
• Für ehrlichen Umwelt- und Landschaftsschutz
• Gegen Vetternwirtschaft und Klüngelpolitik• Gegen den Ausverkauf und das Zubetonieren unserer schönen Landschaft


Auch heute wieder ein neuer Beitrag zu unserem spannenden Wettbewerb „Wie verarscht man die Gmundner Bürgerleins mit der Regio-Gehirnwäsche-Kampagne“. Und wie immer gilt: auf das Bild klicken zeigt die wahre Grösse!

ich_freu_mich_strandbad


Bürgerrechtliches von Anderswo:

https://www.dorftv.at/video/22611

 

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