Gmundens Schlösser

Heute:
Babsy und die Feuerwehr
Gastkommentar Christian Dickinger zu Schlössern
Gastkommentar Karl Kammerhofer zur Stadtgestaltung

Liebe Leserleins!

Nur so am Rande, weil ja in Oberösterreich einiges an Überschwemmungen stattfand (auch hier in Ohlsdorf und Gmunden): die Idee, ausgerechnet bei den Feuerwehren zu sparen, wie sie der leider auch nicht immer treffsicher agierende Landesrechnungshof schon vor Jahren lanciert hat, ist eine ziemlich schlechte Idee. Ohne den aufopfernden Einsatz der Freiwilligen Feuerwehren würde es schlecht aussehen im Land. Die Idee, es gäbe in manchen zu viele Feuerwehren, ist einfach nur dumm. Typisch die verquere Denke von Leuten, die Betriebswirtschaft mit öffentlichen Aufgaben verwechseln. Nicht, dass man bei der Feuerwehr das Geld unüberlegt verprassen sollte (wobei von Verprassen ohnehin keine Rede sein kann). Aber es geht um mehr als Geld. Die Freiwilligkeit erfordert, dass die Feuerwehr sehr bürgernah angesiedelt ist. Alle Untersuchungen zeigen, dass eines der Hauptmotive, zur Feuerwehr zu gehen, der Wunsch ist, in seiner unmittelbaren Umgebung helfen zu können. Dazu kommt, dass es oft tatsächlich um Minuten gehen kann, die über Leben und Tod entscheiden. Hier ist betriebswirtschaftliches Kalkül nur noch zynisch. Zynisch und dumm. In einer Zeit, da die ehrenamtlichen Tätigkeiten mehr und mehr von Nachwuchssorgen geplagt werden, sind solche Überlegungen grenzwertig – auch wenn sie vom Landesrechnungshof kamen. Und angesichts der hemmungslosen Vergeudungspolitik in vielen anderen Bereichen, die weit entfernt sind von der Lebensnotwendigkeit der Feuerwehren.

In ihrer Partei, der SPÖ, haben sie sich, sagen wir mal, auseinander gelebt. Hier im Blog schreiben sie, wie der Zufall so spielt, hinter einander einen Gastkommentar: Christian Dickinger und Karl Kammerhofer. Zu zwei sehr unterschiedlichen Themen. Dickinger formuliert die Sorge um Gmundner Schlösser, die derzeit noch im Eigentum der öffentlichen Hand stehen. Kammerhofer versucht einen Brückenschlag – von uns nicht ironisch gemeint – zu den Regio-Gegnern.

Bleiben Sie uns gewogen, liebe Leserleins!

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


Keine Privatisierung!

Ein Gastkommentar von Christian Dickinger

Landschloss Ort und Schloss Cumberland dürfen nicht privatisiert werden!

Es ist fix, dass die „Forstliche Ausbildungsstätte“ aus dem Landschloss Ort abwandern wird, ebenso fix ist es, dass das „Landespflege- und Betreuungszentrum“, das im Schloss Cumberland untergebracht ist, einen neuen Standort (oder mehrere) bekommen wird. Die „Nachnutzung“ zweier Gmundner Schlösser, die beide weit über die Grenzen des Landes hinaus bekannt sind, ist also gänzlich „offen“. Das Landschloss gehört der „Bundesimmobiliengesellschaft“, also der Republik, Schloss Cumberland steht im Besitz des Landes Oberösterreich.

Die außergewöhnliche Attraktivität sowie die besondere Lage beider Bauwerke, welche historisch einerseits mit dem Habsburger Erzherzog Johann, und andererseits mit der Dynastie der Welfen, die in der deutschen und europäischen Geschichte eine bedeutende Rolle spielten, eng verknüpft sind, verlangen hinsichtlich einer solchen „Nachnutzung“ höchste Sensibilität und Aufmerksamkeit.

Ich will will eine allfällige (und drohende) Privatisierung, also einen Verkauf der Schlösser, unbedingt vermeiden, mein konstruktiver Vorschlag für die Zukunft: Wir müssen als Stadt das Land OÖ bitten, das Landschloss zu kaufen und Cumberland zu behalten. Das enorme Potential, welches einem solchen Immobilienbesitz inne wohnt, ist für die Stadt und Region fruchtbar zu machen!

Meine Auffassung ist, dass sich das Areal des Landschlosses bzw. der Forstlichen Ausbildungsstätte hervorragend vor ein Hotel eignen würde. Gemeinsam mit dem Kongresszentrum, dem Strandbad sowie der angekündigten Therme, die ich gerne auf dem Toskana-Areal sehen würde, hätten wir so ein wirtschaftlich bzw. touristisch sinnvolles und nachhaltiges Angebot!

Was die „Nachnutzung“ von Schloss Cumberland anlangt, schlage ich die Einrichtung einer Expertengruppe vor, welche sich dieser Frage widmen möge. Ich selbst kann mir ein „Bildungshaus“ vorstellen, dass ähnlich wie Schloss Puchberg (Wels) fungiert. Dieses von der Diözese Linz geführte Haus hat sich erfolgreich der Erwachsenenbildung verschrieben.
Weitere denkmögliche Projekte im Cumberland: ein öffentlicher Veranstaltungssaal, eine „dauerhafte Welfen-Ausstellung“ sowie die Errichtung eines Cafés. Das Schlossareal sollte sich „gestalterisch“ Richtung Krottensee öffnen und zu einem neuen, attraktiven „Naherholungsraum“ reifen.

Machen wir uns gemeinsam Gedanken, Politikerinnen und Politiker, Bürgerinnen und Bürger, unsere Schlösser dürfen nicht privatisiert, die Chancen nicht verspiel werden!


 

Bizzeln

Ein Gastkommentar von Karl Kammerhofer

Bizzeln, oder können wir uns betreffend der Gmundner  Stadtgestaltung und Stadtbahn in einigen Bereichen einigen ?

Die individuelle Motorisierung wird wahrscheinlich ein Beispiel der Evolution sein,  das sich in den nächsten 50 Jahren von  selbst regulieren wird.  Es entspricht nicht der evolutionären Vernunft, wenn alleine in Gmunden täglich 5.000 Menschen jeweils einzeln 100 Pferdestärken samt zwei Tonnen Stahl ( &Co)  in Bewegung setzen um weniger als drei Kilometer in Gmunden zurückzulegen. Die Osterinseln waren ein Beispiel wie Konkurrenzdenken von Clans und religiöse Kurzsicht, als  diese damals,  in weniger als 100 Jahren, ihre eigenen Lebensgrundlagen selbst zerstörten.

Natürlich ist es absurd dieses Verhalten logisch oder mathematisch in den Griff zu bekommen. Da kann ich noch so richtig  „v/t“ rechnen wie ich will. Wenn die Geschwindigkeit durch die Gmundner  Innenstadt als Annahme nicht 10 Meter pro Sekunde sein kann/darf, bitte, was dann? Rechnerisch verwerfen und  beweisen kann man bekanntlich alles. Das haben uns schon die alten Griechen gezeigt.. In der sophistischen Philosophie gelingt  zum Beispiel der logische „Nachweis“, dass es dem schnellsten Läufer der Griechen nicht gelingen könne das langsamste Lebewesen, eine Schildkröte, im Wettlauf einzuholen, und dass ein abgeschossener Pfeil im Fluge still steht.

Liebe Gegner der Gmundner Stadtbahn, einigen wir uns doch bei einigen Fakten:

  • Die individuell Motorisierten nutzen ihre  teure Investition täglich im Schnitt bestenfalls zu 3%. Bitte anerkennt das auch, bevor ihr andere Rechnungen für andere Verkehrsmittel anstellt. Auch die individuell Motorisierten brauchen öffentliche Straßen und emittieren Schadstoffe die weder klima- noch gesundheitsverträglich sind und uns allen noch sehr teuer kommen werden.
  • Auf der beschienten Strecke zwischen Vorchdorf  und Bahnhof Gmunden fehlen uns gerade noch 500 Meter für den Zusammenschluss. Das sind weniger als 3% der Gesamtstrecke. Niemand würde gesamte Strecke nochmals neu bauen. Es geht nur um diese paar hundert Meter.
  • Die künftige Stadtbahn (32 Meter) wird täglich auf 60 Fahrten durch die Gmundner Innenstadt kommen. Den Anteil am gesamten Verkehrsaufkommen – man sagt 15.000 motorisierte Fahrzeuge – will ich gar nicht ausrechnen so gering ist er (unter 1% auch wenn die Länge der Bahn berücksichtigt)
  • Die Gmundner Innenstadt und die Brücke hätte auch in den nächsten 30 Jahren immer wieder Sanierungsbedarf. Hier ein Gasrohrbruch dort eine undicht Wasserleitung oder ein kaputter Kanal. Alle diese Sanierungen kommen a) plötzlich und b) beschädigen sie zusätzlich die daneben liegenden Leitungen. Diese Summe der Sanierungen und dann erst der Neubau kommen volkswirtschaftich teurer als  JETZT  ein Neubau. Aus diesem Grund erneuert man sein Auto in der Regel im Schnitt alle sieben Jahre, auch wenn das Auto noch weiter 15 Jahre fahren würde. Der Stress mit der Unzuverlässigkeit und den Kosten der Reparaturen des Autos sind dann meist nach sieben Jahren in der Regel höher als eine Neuanschaffung. So ist es auch mit der Infrastruktur und der Brücke in Gmunden. Vom günstigen finanziellen Zeitfenster für Gmunden will ich da gar nicht reden.

Der Gmundner Gemeinderat und die OÖ Landesregierung hatten als unsere Vertretungen nach langer Planung ihre Entscheidungen getroffen.  Der Bau ist auf 200 Meter schon fertiggestellt und die Bahnen sind in ihrer Basis schon fertig. Was wirklich für mich noch offen ist das WIE dieses Jahrhundert Werkes für Gmunden. Wir alle – Gegner und Befürworter der Stadtbahn sollten uns jetzt darauf konzentrieren architektonischen oder städtebaulich Pfusch dieser Großinvestition zu verhindern. Das wäre – aus meiner Sicht – jetzt unsere Aufgabe.

Beste Grüße

Karl Kammerhofer
www.architekturamwasser.at


Ärgern Sie sich auch immer, zumindest ein bißerl, wenn Ihnen die umsitzenden Freunde oder die Verwandtschaft die Pommes vom Teller klaut oder sich mit der Mehlspeisgabel ein Stück vom Torteneck grapscht? Alfred E. Neumann kennt das aus leidiger Erfahrung am eigenen Teller – aber er hat eine Lösung gefunden!

ich_freu_mich_kuchen_allein


 

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