Thema Nr. 1 & Thema Nr. 1

Heute:
Bruno Beinhart über Pyrrhus-Siege
Einserkasterl und Gastkommentare

Liebe Leserschaft!

Wir haben hier ja zwei Themen Nr. 1 in diesen Tagen. Die Fenninger-ÖSV-Story und die Eisenbahntrasse quer durch die Gmundner Altstadt. In beiden Fällen gibt es jetzt Entscheidungen.

Das Gericht hat entschieden, dass aus rechtlicher Sicht alles in Ordnung ist bei der Genehmigung der Eisenbahn. Da hilft kein Jammern darüber, dass es mit der unabhängigen Justiz nicht weit her ist. Ja, ordentliche Entscheidungen bekommt man erst in den Oberinstanzen, die möglichst weit weg von der örtlichen Politik angesiedelt sind. Leider haben weitere Rechtsmittel keine aufschiebende Wirkung mehr. Man kann recht bekommen, aber dann ist die Regio-Sau schon aus dem Stall. Mag sein, mag nicht sein, dass man auch auf die Justiz nicht vertrauen kann. Aber die Entscheidung liegt am Tisch. Das Unglück kann seinen Lauf nehmen. Sicher ist: es ist ein Pyrrhus-Sieg für die Steuerzahler, die diesen Unsinn bezahlen müssen.

Es zeigt sich einmal mehr, dass man solche Projekte meist rechtlich nicht stoppen kann (siehe Semmering-Tunnel, auch so ein Wahnsinn). Hier hilft nur politischer Widerstand. Der kam in diesem Fall zu spät – auch deshalb, weil die Baubetreiber sehr geschickt die Öffentlichkeit an der Nase herumgeführt haben. Viel zu spät hat man erkannt, was hier wirklich geplant ist: nicht die Verlängerung der Nostalgie-Bim, sondern eine Eisenbahn quer durch die Altstadt. Dass es für die versprochene Begegnunszone – was immer das sein und werden soll – bis heute keine Vorlagen, keine öffentlich bekannten Konzepte gibt, sagt alles über dieses Projekt. Wie so oft, kann man jetzt nur noch versuchen, das Schlimmste zu verhindern: die totale Verklosterplatzung der Altstadt.

Der ÖSV hat entchieden. Auf den ersten Blick sieht es aus, als habe mann Fenninger „klein“ bekommen. Es ist auf den ersten Blick ein Sieg der Altherren-Clique im ÖSV. Auch das ein Pyrrhus-Sieg – in diesem Fall für das System selbst. Es wankt, seine Schwächen wurden offensichtlich. Dass Fenninger vorerst beidrehen musste, war wohl unvermeidlich: die Karriere einer Sportlerin ist zu kurz, um solche Sachen auf dem Gerichtsweg zu klären. Aber die Türen und Fenster sind jetzt geöffnet. Und wie lange der Burgfrieden in diesem Fall hält, ist die grosse Frage.

Noch ist nicht ausgemacht, ob nicht auch die Regio-Erbauer letzten Endes auch aus ihrer Sicht nicht bloß einen Pyrrhus-Sieg errungen haben. Dies gilt vor allem für die politische Ebene. Möglich, dass die Grünen davon profitieren – die Grün-Wählerschaft neigt mitunter zu undifferenziertem Jubel, wenn eine Klischeevorstellung erfüllt wird. Bei ÖVP und SPÖ sind da schon grössere Zweifel angebracht. Es gibt viele Hinweise, dass deren Wählerschaft in dieser Frage durchaus gespalten ist. Die Wahlen werden es vielleicht zeigen – was natürlich auch davon abhängen wird, ob es den Regio-Gegnern gelingen wird, dieses Thema im Gerspräch zu halten. Ob die FP als einzige politische Gegnerin des Projekts davon profitiert, wird sich auch nach der Wahl schwer sagen lassen. Schliesslich macht man alles, um möglichst viele Themen zu vergeigen und die Bürger der FP in die Arme zu treiben. Die gewinnt wohl in jedem Fall, auch wenn die Regio kein Thema mehr sein sollte. Von Zeltstädten bis hin zur Spitalsmisere. Die besten Wahlhelfer der FPÖ sind noch immer SPÖ und ÖVP.

Wir werden also nun Zeugen eines freien Feldversuchs: ist die Regio in der Praxis sinnvoll oder nicht!? In zehn Jahren wird man es wissen, denn man wird nicht auf Dauer die Regio mit irgendwelchen Gratisaktionen zwecks Erhöhung der Fahrgastzahlen füttern können. Sollte sich das Projekt, wie auch wir hier annehmen, als völliger Unsinn erweisen, dann ist das Geld der Steuerzahler leider schon verschwunden. Und wird weitere 20 Jahreim schwarzen Loch verschwinden, bis die Kauf- und Errichtungskosten abgestottert sind.

Sicher ist eines: die alten System wanken. Es wird nicht mehr möglich sein, in Zukunft ein solches Wahnsinnsprojekt wie die Regio einfach nur durchzuziehen. Dazu haben die Bürger in den letzten paar Jahren zu viel schlucken müssen, zuviel gelernt. Das Vertrauen in die Politik ist nicht auf null gesunken, sondern darunter. Die Widerstände werden weiter wachsen. Und zwar völlig unabhängig davon, ob ein Projekt sinnvoll ist oder nicht. Weil die Bevölkerung der Politik nicht mehr glaubt. Auch insofern ist die Regio-Durchsetzung ein Pyrrhussieg.

Es ist gut, wenn die Fenninger weiter fährt. Wie gut es ist, dass eines Tages die Regio fährt, das werden wir sehen. Wenn ich mir was wünschen darf: ich hätte auch mal gern 60 Mille für ein Experiment mit ungewissem Ausgang. Träumen wird man ja noch dürfen!

Bruno Beinhart f. d. Team Gmundl

Für unsere Leserinnen und Leser, die sich mit manchen Insidersachen in Gmunden nicht so auskennen, eine kleine Erläuterung zum heutigen Gastkommentar des alten Weyerers.
Hier im Dorf werden zwei Versionen gehandelt, wie es zum Vertrag rund um die zusätzlichen Parkplätze gekommen ist.
Eine Variante stammt von Herrn Grabner selbst: man sei auf ihn zugekommen und wollte zusätzliche Fläche für Parkplätze mieten. Er habe das Geschäft nicht angeleiert, komme jetzt aber zum Handkuss als „Schuldiger“.
Die zweite Variante lautet ein wenig anders. Grabner habe in Hintergrundgesprächen sein Grundstück angedient, ÖVP-Mandatar(e) sei(en) aufgesprungen und habe(n) die Sache forciert. Durchaus mit Wissen und auf Wunsch von Herrn Grabner.
Wie das bei solchen Geschichten halt so ist: wir waren alle nicht dabei und können folglich nicht beurteilen, welche der beiden Versionen die richtige ist. Oder ob es noch eine dritte gibt. Oder ob überhaupt alles ganz anders abgelaufen ist. Es klassisches Beispiel für Wahrnehmungsunterschiede.


 Gratis mit der Regio

Einserkasterl von Ein Schelm

Aktuell werden sämtliche Gmundner Kindergartenkinder dazu “eingeladen” mit dem “ZUG” nach Eisengattern in die dortige Mostschenke zu fahren.

Jeweils 2 Gruppen fahren so. ZU zahlen ist dann nur die Verpflegung beim Moar´z Krottendorf. (6 Euro).
Die Zugfahrt ist kostenlos, steigert jedoch natürlich die Fahrgastzahlen…..
Ein Schelm, wer Böses dabei denkt….


Des Rätsels Lösung

Gastkommentar von Reinhold Kassmannhuber

Des Rätsels Lösung – erst nach der Wahl?
Öffentliche Projekte werden von unserer Stadtregierung sorgfältig überdacht und geplant. Ihre nachhaltige Auswirkung auf Gmunden genau geprüft.
Wirklich? Warum wissen wir dann bis heute noch nicht, wie der öffentliche Verkehr in Gmunden sich darstellen wird, wenn die Bahn-Durchbindung kommt? Wo werden die verbleibenden Citybusse fahren? Welche Linie wird gestrichen oder gekürzt? Wo und wie oft müssen die gmundner Busbenützer umsteigen? Wie wird sich diese sündteure Durchbindung konkret für die Gmundner auswirken, die jetzt mit den Citybussen über die Traunbrücke fahren können um in die Stadt, zum Krankenhaus, etc. zu kommen?

Keine einzige dieser Fragen wird uns von der Stadtgemeinde Gmunden und deren Vertretern beantwortet. Alles erst in Planung. Wie bitte? Erst in Planung? Die Stadt Gmunden zahlt über EUR 6.000.0000,– für diese Bahn-Durchbindung und weiß bis heute nicht, in welcher Form sich der öffentliche Verkehr in Gmunden dadurch „verbessern“ wird? Im Klartext heißt das, die Stadtregionalbahn SRT durch die Innenstadt wird gebaut – alles andere muss sich dann diesen 700 m SRT anpassen. Völlig egal ob diese Lösung den Benutzern der öffentlichen Verkehrsmittel in Gmunden Nachteile bringt. Die Durchbindung wird um des Projektes „SRT“ willen gebaut und nicht für die Gmundner. Die Gschwandtner, Kirchhamer und Vorchdorfer (deren Finanzierungsanteil eher gering ausfällt) haben dadurch den unermesslichen „Vorteil“ nicht am Klosterplatz, sondern am Rathausplatz aussteigen zu können. Die Familien aus Cumberland und Schörihub, die Senioren aus dem „Weinberghof“ müssen halt das Umsteigen in Kauf nehmen.

Wird es diese Art von „Verbesserung“ im öffentlichen Verkehrsnetz geben? Die Lösung dieses Rätsels werden wir wohl erst nach der Gemeinderatswahl erfahren. Warum wohl?


Es war die Lerche, nicht die Nachtigall

Gastkommentar von A Oida Weyrer

Lieber Herr König,
wir reden aneinander vorbei! Mir geht es darum, dass es eine Farce ist in unmittelbarer Nähe zu einem Gebührenparkplatz auch noch eine Vielzahl von gratis-Abstellflächen anzubieten. Insbesondere wo der Gemeinde dadurch wertvoller Umsatz entgeht und eine Erweiterung der Liegeflächen im Weyer FÜR ALLE Bürger von Vorteil ist. Ob der PP Grünbergseilbahn so bleibt wie er jetzt ist, erweitert wird, oder ein Parkdeck kommt, ist dann eine Frage von Auslastung und Umsatz (RevPAS – Revenue per available spot) inklusive des Potenzials der wegfallenden PP Traunsteinstraße.

So wie ich das verstanden habe, bzw. aus diversen Veröffentlichungen herausgelesen habe, ist ja Herr Krapf an die Familie Grabner mit dem Wunsch herangetreten, noch mehr Raum für Abstellflächen zur Verfügung zu stellen, da die momentanen Flächen zu Peak-Zeiten nicht ausreichen und die Erfordernis steigen wird, sobald die genannten PP an der Traunsteinstraße verschwinden (Sie erinnern sich, mein persönliches Hauptinteresse, neben den “Anarcho Parkern” Im Gsperr).
Wenn also Partei A (Stadtgemeinde Gmunden) mehr Grund für einen Parkplatz von Partei B (Grundeigentümer) benötigt, ist es legitim von Partei B eine Gegenleistung X zu fordern und Partei B ist auch nicht verantwortlich den tatsächlichen Bedarf zu erheben, oder zu beurteilen. Partei A kann diese Forderungen dann akzeptieren oder auch nicht, muss in beiden Fällen die Konsequenzen tragen. Ita est! 🙂
Nicht okay ist es aber Herr König (und “Observer”), wenn man von Partei B fordert auf eigenes Risiko einen Parkplatz zu betreiben, denn das war nie das Interesse von Partei B! Das wäre so ähnlich als würde jemand ein Geschäftslokal (an beispielsweise Spar) vermieten und nur weil die Pacht den Außenstehenden zu hoch erscheint, wird verlangt, dass der Vermieter den Spar-Markt selber betreibt? Die Bewirtschaftung dem Verpächter auferlegen zu wollen ist somit völliger Blödsinn.

Zu Ihrer Feststellung hinsichtlich Lacus Felix: Vielleicht habe ich mich auch falsch ausgedrückt, natürlich hat sich das Lacus Felix selbst eliminiert (im Sinne von jede einzige Entscheidung aller Beteiligten war falsch) und nicht eine Verhinderergruppe, die den Verlust von Liegeflächen nicht akzeptieren wollte. Jedoch war es ein Blog von ebensolchen “Verhinderern” (http://www.gmundner-zukunft.at/) der als erster darauf aufmerksam gemacht hat, darauf wollte ich eigentlich hinaus.

Mein (sicherlich subjektives) Hauptinteresse (PP Traunsteinstraße und Situation Im Gsperr) habe ich nun oftmals kundgetan UND ich bin einfach davon überzeugt, dass das die meisten Badenden auch so sehen (eventuell die ersten 100 pro Tag, die gratis parken, nicht). Ich wohne seit 47 Jahren im Weyer und sind’s mir nicht böse, aber das wäre eine Jahrundert-Chance für alle Gmundner und Besucher! Nicht nur für uns direkte Anrainer.

Habe d’Ehre!


Auch nach der gerichtlichen Entscheidung freut Alfred E. Neumann sich natürlich weiter. Umso haltloser noch dazu! Er wiehert geradezu vor freudigem Lachen. Kein Wunder. Die Kohle ist gesichert. Die Steuerzahler dürfen brennen. Geld macht nicht glücklich, aber es beruhigt ungemein. Das umgekehrte gilt für die enteigneten Steuerzahler.

ich_freu_mich_gericht


 

 

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