Stadtverschandelung geht weiter

Heute:
Gastkommentar zu neuer Stadtverschandelung

Liebe Leserleins!

Nachdem wir gestern einen Lesemarathon gestiftet haben, bleibt es heute kürzer. Allerdings messerscharf, denn die Verschandelung von Gmunden geht weiter. Wann endlich hört die Politik wirklich damit auf, vor der Baulobby und der Spekulantentruppe in die Knie zu gehen? In diesem Fall kommt dazu, dass die Grün-Oasen in der Stadt nicht gar so üppig spriessen, wie man glauben möchte. Aprospos grün: wäre das nicht ein Thema für die Grünen? Haben die nicht einst um jeden Baum gekämpft? Jetzt darf der Franz-Josefs-Platz abrasiert werden und zusätzlich droht ähnliches, wenn nicht noch stärkeres Ungemach auf dem Areal des Vermessungsamtes.

Ein kleiner Nachtrag unsererseits noch zum gestrigen Gastkommentar. All jene, die sich über einen Schuldnachlass für Griechenland aufregen und sich gegen ihn aussprechen, sollten darüber nachdenken, was der österreichische Finanzminister gerade mit den Bayern verhandelt: einen Schuldennachlass für Österreich. Um nichts anderes geht es ja bei beim angestrebten Vergleich in der Sache Hypo-Alpe-Adria. Wer dann noch der Ansicht ist, die griechischen Schulden seien das europäische Problem, dem seien die neuesten Zahlen zur Kenntnis gebracht, gell. Die Griechen haben das sicher recht beachtliche Sümmchen von 320 Milliarden Eurönchen anschreiben lassen. Da werden jene Schulden, die auf die anderen 27 EU-Staaten entfallen doch nur noch eine Petitesse sein, oder? Auf dem schwarzen Anschreibtäfelchen für den Rest von Europa stehen ein paar Peanuts. 12,5 Billionen Euro, bitte in kleinen Scheinen und durchnummeriert. Wenn ich die Nullen noch richtig zusammenzähle, dann sind das 12.500 Milliarden Euro. Die Frage ist also, wer da das eigentliche Problem hat, und wieso man gerade Griechenland für besonders verschuldet hält. In Prozenten vom Nationalprodukt mag das stimmen. Aber es beweist die Richtigkeit einer der Thesen im gestrigen Gastkommentar: diese Beträge können nicht zurückgezahlt werden.

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


 Stadtvernichtung

Ein Gastkommentar von Andrea Palladio

Nun geht es einer weiteren Grünfläche mitsamt Bäumen in Gmunden an den Kragen. Es handelt sich um das Grundstück Wunderburgstrasse 1, auf dem derzeit noch das Vermessungsamt logiert.

Der Plan liegt im Bauamt auf und kann dort eingesehen werden. Es gibt auch ein Modell des Neubaus, das allerdings nicht mit dem Plan übereinstimmt, da die  Tiefgarage laut Plan nicht in ihren tatsächlichen Auswirkungen dargestellt ist. Offensichtlich rechnen die Betreiber damit, dass Bürger Pläne nicht lesen können. Blöd gelaufen: es gibt welche, die können Pläne lesen.

Die Änderung des Bebauungsplanes „Altstadt E-3-III“, das ist das Areal des dzt. Vermessungsamtes mit ca. 6000 m2, wurde vom Bau- und Raumplanungsausschuss am 12.03. 2015 positiv beurteilt. Die Planung wurde vorher dem Gestaltungsbeirat vorgelegt, der hinsichtlich Grösse und Geschoßanzahl ganz angetan war!(?)
Der derzeitige Bebauungsplan sieht eine maximale drei-geschoßige Verbaung mit einer Höhe von 11 m vor. Die Neuplanung wurde von der ARE GesmbH, einer 100% Tochter der BIG  beantragt. Neu geplant sollen zwei Wohnblöcke entstehen: einer mit fünf und der zweite mit vier Geschoßen, inklusive Tiefgarage für 65 PKWs. Das sei angeblich nicht so arg, da die obersten Geschoße zurückspringen (=Penthäuser mit Terrasse). Das ist ein Blödsinn, denn die Höhen zu den Nachbargrundstücken  im N, W und O wirken voll. Für die Anrainer der Wunderburgstrasse bedeutet das, dass der fünf-geschoßige und 16 Meter  hohe Wohnblock (so hoch wie das Josefsheim) ca. sechs Meter vor ihnen aufragt, da die Baufluchtlinie nach Norden verschoben werden soll.

Die Wohnlöcke sind ca. 20 x 25 Meter groß, die Baukubatur würde ohne Tiefgarage ca. 20.000 m3 betragen! Allein schon wegen der Tiefgarage müsste der ganze Park mit altem, natürlichem Baumbestand und Bewuchs zur Gänze vernichtet werden, um den Baugrubenaushub tätigen zu können. Auf der Wunderburgseite müsste die Abböschung, um den Wohnblock frei zu stellen, mindestens elf Meter betragen.
Der Bauausschuss meint, dass eine viel grössere Grünfläche gegenüber der derzeitigen Planung möglich wäre. Man muß bei einer derartigen Aussage wirklich am gesunden Menschenverstand zweifeln. Die „Grünflächen“ wären die beiden Flachdächer und die wie ein Flachdach begrünte Tiefgarage!
Viele Anrainer haben in ihren Stellungnanmen auf die möglichen negativen Auswirkungen einer Tiefgarage auf den sehr sensiblen Wasserhaushalt in dem Endmoränenbereich verwiesen!

Um dieses Vorhaben verwirklichen zu können, ist also nötig, den ganzen Park für eine riesige Baugrube zu schleifen, ebenso die beiden Häuser Habertstrasse 13 und 13a (ehemals Arbeitsamt und ehemaliges Eichamt, das erst kürzlich renoviert wurde, um als Ausweichquartier beim Umbau des Finanzamtes zu dienen).

Das Vermessungsamt, das idealerweise jetzt direkt neben dem Bezirksgericht und damit dem Grundbuch liegt, wird nach Vöcklabruck verlegt (was machen die dort besser als die Gmundner Politiker?) und der momentane Bau in Wohnungen umgebaut.
Diese Bauplanung dient einzig der Gewinnmaximierung der ARE. Die Wohnungen sind sicher nicht in der Preislage für junge Gmundner oder Normalverdiener zu erwerben. Das ganze Viertel besteht aus Villen und Einfamilienhäusern, die Auflagen der Bebauungshöhe, der Seeuferschutzzone etc. einhalten mussten und so das  ganze Stadtbild prägen und gestalten.

Es gibt keinen Einwand des Naturschutzes (Bundesdienststelle – BIG Bundeseigentum!???), der Gestaltungsbeirat müsste, wenn man gutwillig argumentiert, wegen maßloser Überforderung die Frühpension beantragen!
Man kann sich des Gefühls nicht erwehren, dass sich maßgebliche Gemeinderäte das Ziel gesetzt haben, Gmunden endgültig zu zerstören!
Alle Anrainer haben negative Stellungnahmen abgegeben. Im Raumordnungsverfahren hat man ja leider keine Parteistellung, sondern wird nur angehört! Hoffentlich haben die Verantwortlichen auch zugehört!

vermessungsamt_01Diese wichtige Parkanlage soll ebenso zerstört werden, wie der bisherige Siedlungscharakter.

 


 

Unser Alfred E. Neumann ist erschöpft. Er braucht Erholung und wird voraussichtlich bis Ende August auf Urlaub weilen. Raten Sie mal wo!

ich_freu_mich_urlaub_liegestuehle


 

 

 

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