Souvlaki – Griechen gegrillt am Spiess

Heute:
Gastkommentar von Steinlaus

Liebe Leserleins!

Die Griechenland-Saga ist noch lange nicht zu Ende. In Deutschlands Medien macht sich ein langsamer Schwenk bemerkbar. Langsam dämmert vielen Leuten, dass auch Europa eine ungemütliche Dämmerstunde erlebt. Griechenland wird sich nicht erholen, nicht in drei Jahren und nicht in fünf Jahren. Einen Staat neu aufzubauen unter dem Diktat von Gläubigern, inmitten von Wegelagerern und Raubrittern, das ist reichlich schwer. Was gerne vergessen wird: auch in unserem Land hat man den Schuldturm abgeschafft. Wer in Privatkonkurs geht, egal ob aus eigener Schuld oder aus anderen, nicht selbstverursachten Gründen, dem wird zumindest das Einbehalten eines halbwegs auslangenden Existenzminimums zugestanden. Und nach einigen Jahren ist die Restschuld, mitunter bis zu 90 %, gestrichen. Aber das ist den Bürokraten mit den kalten Augen egal. Sie spielen Golf (nix gegen Golfspieler!) und reiten „Prinzipien“.

Heute ein Gastkommentar von Steinlaus zu Griechenland und ihre/seine Sicht auf die Hintergründe.

Wir haben bereits jetzt den heissesten Juli seit es Wetteraufzeichnungen gibt. Und die echte, lange Hitzewelle scheint erst heute zu beginnen. All jenen, die sich in kurzsichtiger Freude ergehen, sei gesagt: wir erleben eine Klimawende, die unsere Lebensgrundlagen bedrohen und zu fürchterlichen Verwerfungen und immensen Völkerwanderungen führen kann. Dagegen ist der jetzige Flüchtlingsstrom eine Kleinigkeit.

Keep cool! Und liebe Leute, immer gut abkühlen, bevor man ins kühlende Nass hüpft. Es sind heuer schon genug Leute in unseren Seen ertrunken. Liebe Leserleins, macht es wie Eure Babsy, nämlich keinen Alkohol in der Hitze! Ich darf das sagen, bin ich doch eine stadtbekannte Barfliege.

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


Fehler oder System?

Ein Gastkommentar von Steinlaus

Interessieren Sie sich für die Realität, bevor sich die Realität für Sie interessiert!

Die umfassende Analyse Amons über die “Griechische Farce” öffnet den Blick. Berührungsängste mit Verschwörungstheorien sind allerdings zum großen Teil unbegründet. Er beschreibt ohnehin die Praxis! Was ist denn jener Prozess, den er in seinem Blog zergliedert anderes, als der praktische Ausfluss eines – sagen wir so – geheimen (Vor)Bildes der Realität.

Die “Fehler”, die Amon der EU ankreidet, sind nur dann als Fehler zu bezeichnen, wenn sie aus der Position des europäischen Normalbürgers betrachtet werden. Es gibt aber noch eine andere Warte. Jene, von der aus die ……nennen wir sie Oligarchen, die Welt betrachten. Aus deren Sicht funktioniert die EU als hocheffizientes Instrument zur Konzentration von Vermögen und Macht.

Nehmen wir nur ein Beispiel: Die Währungsunion. Die europäische Wirtschaft prosperierte über Jahrzehnte, solange es den verschiedenen Volkswirtschaften möglich war, die Landeswährung an die wirtschaftliche Kraft anzupassen. Das heißt im Klartext: abzuwerten, wenn es nötig war. Die Importe wurden dadurch teurer, was den Verkauf lokaler Produkte erleichterte, und die Exporte wurden billiger, was wieder diesen Bereich der Wirtschaft begünstigte. Fehlt dieses Ventil, kommt es zu großflächigem Absterben ganzer Wirtschaftszweige oder zu Transferzahlungen mit entsprechenden Auflagen und Eingriffen.

Dieser Mechanismus ist auch für relativ einfach gestrickte Geister zu durchschauen. Umso mehr muss man sich wundern, dass die Währungsunion durchgezogen wurde, ohne auf dieses Axiom zu achten. Dass Spitzen-ökonomen, wie sie ohne Zweifel bei der Planung der WU zugange waren, dieser Fehler einfach “passiert” ist, scheint mir nicht plausibel. Ich behaupte, dass diese Fehlkonstruktion eine ganz konkrete Vorgangsweise war, um ganz andere Ziele zu erreichen.
Nämlich:
Die Destabilisierung des Kontinents, um eine völlig neue Form der Gesellschaft zu installieren. Wenn Amon schreibt, die EU verlange die Aufhebung der begünstigten Sonderbesteuerung für Agrargüter in Griechenland, noch dazu in einer Situation, wo man das genaue Gegenteil machen müsste, nämlich Eigenversorgung und Export anzukurbeln, so ist das nur auf den ersten Blick absurd. Es passt aber genau in jenes Bild, das sich gesamteuropäisch widerspiegelt. Die Strategie ist dahin ausgerichtet, die lokalen und regionalen Strukturen zu zerstören. Das ist Voraussetzung zur Etablierung eines neuen Systems.

Egon Friedell zitiert in seiner “Kulturgeschichte Griechenlands” einen Gedanken des Aristoteles: der wichtigste und staatstragende Teil der Gesellschaft ist der Mittelstand. Dieser hat in kritischen Situationen am meisten zu verlieren und ist deshalb bemüht und interessiert, ein geordnetes Staatswesen aufrecht zu erhalten. Die Reichen, so Aristoteles weiter, können es sich richten und die Armen haben ohnehin nichts zu verlieren.

Die EU setzt in diesem Sinne vollkommen richtig an.
Bei der Destabilisierung und der Zerstörung des Mittelstandes. Durch obskure Vorschriften werden ganze Berufsgruppen schikaniert und aus dem Markt gedrängt. Die Verödung der Innenstädte passiert nicht. Sie ist politisches Programm. Dass bäuerliche Landwirtschaft immer noch existiert (bei uns), ist fast schon ein Wunder. Die Steuerbelastung des Mittelstandes ist extrem hoch. Die Großkonzerne sind de facto steuerbefreit. Nur ein Beispiel: die Holding des Ikea Konzerns zahlt im Steuerparadies Luxemburg für 2 Milliarden Reingewinn eine Steuerbetrag von 48.000 Euro. Das sind, wenn ich richtig gerechnet habe, 0,0024 % Steuerleistung. Einem durchschnittlich verdienendem Arbeitnehmer wird mehr als das 10.000 fache dieser Quote an Lohnsteuer abgepresst.
Das ist kein “Fehler”, das ist pures, kaltes Kalkül!

Der Journalist Gerhard Kohlmaier schreibt im Kurier am 2. 6.: ”Es ist ein Faktum, dass alleine die Beendigung der weltweiten Steuervermeidung von Großkonzernen ausreicht, um alle Staatsschulden von heute auf morgen zu tilgen.“
Genau das Gegenteil passiert. Der famose Jean Claude organisiert in seinem Fürstentum den rechtlichen Rahmen, in dem Steuerbetrug legalisiert werden kann. Dass dieses Individuum auch noch Obmann einer anderen Verbrecherorganisation ist, sei hier nur nebenbei erwähnt.

TTIP oder ähnliche Verträge verschärfen nur die Gangart, die von der EU bereits eingeschlagen wurde. Z. B. die Übertragung nationaler Souveränitätsrechte (z. B. die Gesetzgebung) an nicht demokratisch legitimierte Institutionen, die sich auch noch ihre eigene Gerichtsbarkeit schaffen wollen.

Wohin die Reise geht oder gehen soll, will ich lieber nicht beschreiben.
Für Interessierte noch ein Literaturhinweis: „Der bedrohte Friede” von Richard von Weizsäcker oder der Klassiker ”Schöne neue Welt” von Aldous Huxley.
Wie schön diese neue Welt wirklich sein wird und vor allem für wen, das ist eine ganz andere Frage.


Dank des Teams an unseren Gastkommentator Michael Amon für den Hinweis auf das folgende Video. Der Song könnte gestern geschrieben worden sein.

The Kinks: „Here Come The People In Grey“ (1971)

I got a letter this morning with some serious news that’s gone and ruined my day,

Theboroughsurveyor’susedcompulsorypurchasetoacquiremydomain,
They’re gonna pull up the floors, they’re gonna knock down the walls,
They’regonnadigupthedrains.Here come the people in grey, they’re gonna take me away to Lord knows only where,
But I’m so unprepared, I got no time to pack and I got nothing to wear,
Here come the people in grey,
To take me away.

Me and my baby gonna get on a train that’s gonna take us away,
We’re gonna live in a tent, we’re gonna pay no more rent, we’re gonna pay no more rates,
We’re gonna live in a field, we’re gonna buy me gun to keep the policemen away.

I’m gonna pass me a brand new resolution,
I’m gonna fight me a one man revolution, someway,
Gonna beat those people in grey,
But here come the people in grey,
To take me away.

Here come the people in grey,
To take me away.

People in grey have gone and taken away my right to voice my complaint,
Her Majesty’s Government have sent me a form, I must complete it today.
But it’s making me blue, don’t wanna tell all my secrets to
The people in grey.

Gonna pass me a brand new resolution,
Gonna fight me a one man revolution, someway,
Gonna start my rebellion today.
But here come the people in grey,
To take me away.

Oh, Lord, those people in grey,
I gotta get back at those people in grey,
Here come the people in grey,
To take me away.


 

 

 

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