Grün

Heute:
Bruno Beinharts Blick auf die Welt
Einserkasterl von Christian Fried

Liebe Leserschaft!

Niemand soll glauben, wir betreiben hier Grünen-Bashing. Aber wir haben uns vorgenommen, offen und ehrlich die politische Szene zu beobachten. Dazu gehört auch, den Finger auf offensichtliche Schwachstellen zu legen. Und auch auf nicht so offensichtliche. Wir hier sind überzeugt, dass die Politik bzw. Nichtpolitik des grünen Landesrats Rudi Ratlos Anschober die Grünen daran hindert, ihre Potenzial bei Wahlen auszuschöpfen. Sehr typisch für diesen Mann ist, dass seine grünen Aktivitäten umso emsiger und radikaler werden, je weiter weg die Themen von seinem Heimterritorium sind. Nur im Land, da tut er wenig. Das Versagen beim Ohlsdorfer Deponieskandal ist eklatant und unübersehbar. Wenn er sich jetzt mit dem Kanister mit gefärbtem Wasser abbilden lässt, fühlt sich nicht nur so mancher Grün-Wähler verulkt. Aber zum Glück gibt es auch noch lokale Kandidaten. Der grüne Landtags-Spitzenkandidat des Traunviertels, Stefan Kaineder, hat wohl dafür gesorgt, dass auch ein paar örtliche Themen von der Landesebene aufgegriffen werden. Man kann nur hoffen, dass Herr Anschober in den nächsten sechs Jahren gegenüber der ÖVP mehr Standfestigkeit und Durchsetzungswillen zeigt, als in den letzten zwölf Jahren. Ein Vorkaufsrecht der öffentlichen Hand für Seegrundstücke ist eine vernünftige Sache. Ebenso ein Privatisierungsstopp für Seegrundstücke in öffentlichem Eigentum. Dass jetzt auch die Landesgrünen für den Rückkauf der billig an Asamer verscherbelten Seebahnhof-Grundstücke eintreten, ist gleichfalls sehr in Ordnung. Oder auch die Forderung, die Verbauung der Seegrundstücke zu bremsen. Jetzt müsste man sich nur noch etwas genauer ansehen, wie es zur Baugenehmigung für die Asamer-Villa am Ostufer des Traunsees gekommen ist. Ein Bau, der eigentlich abgerissen gehört, da er allen Vorstellungen des Uferschutzes Hohn spricht.

Dafür haben wir einen völlig bescheuerten Naturschutz, der gegen die Rettung des Taferlklaussees eintritt. Man will den See versumpfen lassen, weil das der natürliche Lauf der Dinge sei. Naturschutz, bitte aufwachen. Das ist Schwachsinn, denn der See ist künstlich geschaffen worden und über viele, viele Generationen gepflegt und genutzt worden, und zwar von Tier und Mensch. Hier eine Pseudonatürlichkeit zu „pflegen“, ist völlig unsinnig, ja sogar sinnwidrig. Scheinbar wird der Naturschutz nur dort aktiv, wo es keine starke Lobby gibt. Traurig. Denn wo war der Naturschutz, als es darum gegangen wäre, die irre Abholzung bei der Musikschule zu verhindern? Geschlafen? Verschlafen? Oder was? Oder jetzt beim FJ-Platz?

Das gestern auf der A4 entdeckte Drama mit inzwischen mehr als siebzig toten Flüchtlingen ist symptomatisch für das Behördenversagen. Auch wenn die Menschen wahrscheinlich schon auf ungarischem Staatsgebiet jämmerlich krepiert sind, zeigt diese Tragödie das Versagen auch in Österreich deutlich auf. Schon früh am Morgen hatte eine Polizeistreife den abgestellten LKW gesehen, konnte aber aus Zeitmangel nicht aktiv werden. Es dauerte vier Stunden, bis entsprechende Kräfte frei waren, die sich um das Fahrzeug kümmern konnten. Was wäre gewesen, wenn die Menschen am Morgen noch gelebt hätten? Man will es sich gar nicht vorstellen. Auch die Aussagen des burgenländischen Polizeikommandanten waren einigermassen erschütternd. Man habe schon in der Zeit, als Österreich noch die Schengen-Aussengrenze gewesen ist, beim Grenzübergang Nickelsdorf nur stichprobenartige Kontrollen durchführen können. Erstens wegen des Personalmangels. Zweitens wegen des vielen Verkehrs. Da würden Kontrollen zu Dauerstaus führen. Da fragt man sich: gehts noch? Der Personalmangel gehört beseitigt. Basta. Und was die Staus betrifft: na und? Vielleicht wird dann weniger oft sinnlos in der Gegend herumkutschiert, weniger sinnlos Erdäpfeln quer durch Europa gekarrt. Ausserdem: die Leute begeben sich ganz freiwillig in die irrsten Staus. Man denke an die Brenner- oder Tauernautobahn bei Ferienbeginn oder -ende in Deutschland. Da stauen die Leute geradezu genussvoll, trotz aller Vorwarnungen. Also, was spricht gegen Dauerstau bei Nickelsdorf? Nur die Interessen jener Konzerne, die ihre Waren quer durch Europa in diversen Billigstlohn-Ländern einsammeln, weil das den Profit maximiert. Menschenleben gegen Mehrprofit. So siehts aus!

Weil wir bei „grün“ sind. Das SEP wirbt allen Ernstes mit den Worten „Shopping im Grünen“. Ich musste es mehrmals lesen. Und kann es noch immer nicht glauben. Eine der grindigsten Shopping-Meilen des Landes, der Inbegriff einer grauen, trostlosen Betonwüste wirbt mit Einkauf im Grünen. Zur Erinnerung den ersten Grundsatz einer guten Werbung: nie die Unwahrheit sagen, denn eines Tages merkt es die Kundschaft doch. Mir fällt da nur ein Graf Bobby-Witz ein. Sagt der Graf Bobby zu seinem Butler: „Johann, spuckn’S bittschön aun die Waund. Ich mecht im Grünen essen.“ Mahlzeit!

In Gmunden sind die wahren Zählkünstler zu Hause. Das zeigt sich immer wieder. Bei der Regio hat man sich schon einer recht eigenwilligen Zählmethode befleissigt, um den Wahnsinnsbau zu rechtfertigen. Zahlen aus erster Hand sozusagen: aus der Hand gesogen. Die Seilbahn-Holding hat daraus gelernt. Die feierte jetzt den 250.000 Sommerbesucher der Grünber-Seilbahn. Die OÖN titelt wie immer schurnalistisch verhaltensoriginell: „Grünberg – 250.000er-Marke geknackt“. In der Erwartung, dass ohnehin niemand die drögen Artikel der ÖON-Lokalredaktion auch liest. Dort erklärt der ÖVP-Strugl dann nämlich, dass es sich, äh kleine Zahlenunschärfe, um die Gesamtzahl aller vier Seilbahnen (Grünberg, Feuerkogel, Krippenstein und Gosaukamm) handelt. Die Köpplsche-Unschärfe-Mathematik hat Schule gemacht. So also feiert man ein Jubiläum ab und tut so, als ob die Grünbergseilbahn ihre Zahlen verfünffacht hätte. Damit die Wähler jubelnd BEI der ÖVP ein Kreuzerl machen. Sie werden wohl eher ÜBER die ÖVP ein Kreuz machen! Wir wünschen der Seilbahn wirklich viel Erfolg, trotz der schirchen Berg- und Tal-Hütten, aber bitte mit den richtigen Zahlen. Wie viele Fahrgäste waren es denn wirklich am Grünberg?
Ja, so jagen unsere Politiker feiernd und Kanisterleerend und irreführende Zahlen murmelnd durchs Land. Es ist Wahlkampf. Da sitzt der Spaten locker. Der Spaten in jeder Form: als Kanister mit gefärbtem Wasser oder als leicht manipulierte Zahl für Jubelmeldungen. Die Bürger dürfen sich verscheissert fühlen. Auch von der Liebdienerei der OÖN gegenüber der ÖVP.

Dass unsere beispiellose Innenministerin jetzt die Griechen tadelt, weil sie die Kriegsflüchtlinge durchreisen lassen, ist auch so ein Spezialfall. Was sollen die sonst machen? Von der EU hängen gelassen, mit irren Sparprogrammen stranguliert, sollen die auch noch die Hauptlast der Flüchtlingsaufnahme tragen? Wenn die Frau Innenministerin darauf besteht, dass das Dublin-Verfahren eingehalten wird und weiter besteht, kann man sich nur noch mit dem Zeigefinger an die Stirn tippen. Nochmals: die Dublin-Vereinbarung kann man nur möglichst schnell entsorgen. Sie war irgend wie sehr österreichisch: eine Schlaucherl-Regelung. Alle Binnenländer wären bei konsequenter Anwendung aus dem Schneider. Die Last trügen vor allem Griechenland und Italien. Der Rest Europas könnte gemütlich zusehen. Was er ohnedies macht, denn man lässt Österreich, Deutschland und die Skandinavier verhungern. Also klar gesagt: Dublin gehört weg, eine gesamteuropäische Quotenlösung gehört her. Mit Geld allein ist das nicht zu lösen. Man muss die Flüchtlinge möglichst gleichmässig über Europa verteilen. Nur so kann die Entstehung von Flüchtlingsclustern à la Traiskirchen oder Thalheim verhindert werden. Die will nämlich niemand.

Dass die EU jetzt einen Lokalaugenschein in Traiskirchen vornehmen will, ist nett, aber ebenso unnötig wie der Betriebsausflug der Bundesregierung dorthin. Man weiss, was dort los ist. Man kennt die Probleme. Man weiss, wie sie zu lösen sind. Also wozu noch Reisespesen verbraten? Handeln ist das Gebot der Stunde. Nicht Flüchtlings-Anguck-Tourismus.

Unser Zahlenmaterial zur Wahl steht. Wir haben es geprüft und quergecheckt. Am Montag in diesem Blog. Sie werden Augen machen. Vorher gibt es am Sonntag noch den zweiten Kommentar zur Wahl von unserem Gastkommentator Michael Amon. Wir lassen uns wieder überraschen.

Bruno Beinhart f. d. Team Gmundl


Die lustigen Holzhackerbuam

Ein Einserkasterl von Christian Fried

Na ENDLICH
befreien uns die Gmundner Stadtväter von diesen lästigen Alleebäumen.

Platz für den Regiotram-Altar
..Opfern für die Sterne-Götter..

Oder sogar Platz für Sigis Würstelstand (Tourismusprojekt)

Fast zum Lachen,
Wenns nicht so traurig wäre!


Und morgen sind alle am FJ-Platz und singen unter dem Dirigat von Sigi John, Stern & Hafferl und Zug-Wolferl Sageder das folgende Lied:

Da sich Andy Fisher im obigen Lied als profunder Kenner alpiner Volksbräuche erwiesen hat, bringen wir einen weiteren Song von ihm. Wir widmen das Liedlein dem Freiheitlichen Akademikerbund Salzburg. Das ist der, der uns wissen liess, man solle „Arbeitslager für Neger“ errichten, denn „Millionen Neger wollen selbst aus Afrika weg, nach Europa, wo alles hier gratis und ohne Arbeit zu erhalten ist. Sie flüchten vor sich selbst, sie bringen ihr Unwissen, ihr Analphabetentum, ihren Haß und Streit unter sich und ihren Haß auf uns Weiße nach Europa mit …“ Die FPÖ legt Wert darauf, mit denen nichts zu tun zu haben. Man hat das auch schon anders gehört. Sagen wir so: Jede Partei hat ihre speziellen Deppen.
Also hier das Lied, so richtig schön zum Fürchten für alle, die schwarz sehen:

Davon gibts auch eine französische Version, die widmen wir unserem in Flüchtlingsfragen furchtlosen Bürgermeister, der was ja selbst ein Schwarzer und Französischlehrer ist:

Unser Dank gilt an dieser Stelle unserem Gastkommentator Michael Amon, der uns immer wieder gern sein umfangreiches Wissen über die Höhen und Tiefen des musikalischen Geschehens der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zur Verfügung stellt.


 

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