Bankrotterklärung der Gmundner ÖVP

Zu erwartendes Erdbeben bei GR-Wahl!
Die (er)nüchtern(d)en Zahlen!

Heute:
Bruno Beinhart über Bankrotterklärungen, Erdbeben und die Gründe
Gastkommentar von Marge Lila zur teuersten Parkbank der Welt

Liebe Leserschaft!

Ein Erdbeben kündigt sich an in Gmunden. Die Vorbeben spürt man. Eines davon war die gestrige Pressekonferenz der Gmundner ÖVP. Eine Bankrotterklärung der besonderen Art.

Alles, was man in den letzten sechs bis zwölf Jahren mit der knappen Mehrheit von zeitweise nur  einer Stimme beschlossen hat, wandert jetzt über Bord. Beschlüsse, die auch vom jetzigen Bürgermeister widerspruchslos mit getragen worden sind. Und von einem Grossteil der kandidierenden Mandatare, man denke an John oder Mizelli. Man schleicht sich aus der Verantwortung. Begründungslos. Ohne klare Worte zur Vergangenheit. Um den anderen Parteien und Listen Wind aus den Segeln zu nehmen.

Ein durchschaubares Manöver, das die Wähler über die bisherige Politik der ÖVP hinweg täuschen soll. Das Asamer-Hotel wird uns als tot verkauft, ohne dazu zu sagen, dass dank schlechter, von der ÖVP federführend zu verantwortender Verträge noch Prozesse der Asamers laufen. Prozesse mit ungewissem Ausgang. Jetzt soll der Seebahnhof-Spitz, zuerst mutwillig demoliert, auf einmal für immer und ewig der Bevölkerung zur Verfügung stehen. Das Freibad soll auf einmal auch bleiben. Man ist drauf gekommen, dass es unter Denkmalschutz steht. Nach sechs Jahren des Beharrens wider alle Vernunft! Blitzgneisser sind das, die von der ÖVP! Zuvor wollte man es mit einer Draufgabe von zehn (!!!) Millionen an die Thermen-Holding verschenken. Ein Wahlkampfversprechen der letzten Wahl wird versenkt: eine Therme für Gmunden. Therme war ohnehin immer ein Schmäh, denn in Gmunden gibt es kein Thermalwasser. Aber viele hofften, dass es in Gmunden endlich ein Hallenbad geben werde – so wie bei der letzten Wahl vollmundig versprochen.

Dank der sinnlosen Vergeudungspolitik der Köppl-Zeit fehlt jetzt das Geld für dieses dringend notwendige Hallenbad zum Nutzen der Bevölkerung. Für die Jugend und für die Schulen. Für die Älteren und für die Gesundheit ganz allgemein. Höhepunkt der Verarschung: „Aber das heisst nicht, dass wir nicht dafür sind, eine Sauna zu installieren.“ Tausche Hallenbad gegen Sauna. Vielleicht wirds ein Sauna-Wagen in der Regio.

SaunazugWir haben es schon vor Monaten hier prophezeit – jetzt Wahlkampfschlager der ÖVP?

Die Freude der Bevölkerung wird sich in Grenzen halten. Geld verjankert, jetzt schwitzen wir nackert in der Sauna. Kaiser Krapf gibt zu, dass er keine Kleider an hat! So wie das ganze Kaiserreich ÖVP.

Erstaunlich ist, dass die ÖVP jetzt versucht, ihre davon schwimmenden Felle zu retten, indem sie Forderungen quer durch alle anderen Parteien schnellschnell übernimmt. Vor allem aus dem Wahlprogramm der Grünen hat man fast bis auf Punkt und Beistrich abgeschrieben. Dazu die lapidare Erklärung: die „Entscheidungen wären richtig gewesen“, nur waren dummerweise die „Voraussetzungen falsch“. Dafür wurden die Kritiker wie Bürger oder der gmundl-Blog jahrelang von der ÖVP verleumdet und beschimpft – mit Hilfe jenes willfährigen Lokalblattls, das jetzt den Kurswechsel jubelnd und ohne jede Kritik abfeiert. Uns vom gmundl ist das eine tiefe Befriedigung und die Bestätigung unserer Haltung in all diesen Fragen. Was wurden wir und andere dafür beschimpft! Jetzt gibt man uns recht, ohne es zuzugeben. Schleicht sich geduckt von einer politischen Linie zu einer anderen. Wie glaubwürdig ist das?
Frage: Für wie dumm hält man die Bevölkerung? Wird man uns das eines Tages auch bei der Regio erzählen? Entscheidung richtig, Vorausseitungen leiderleider falsch? Die Bürgerbewegungen, die Grünen, später auch die SPÖ haben gesagt: die Entscheidungsgrundlagen und Voraussetzungen beim Hotel oder beim Freibad sind falsch, es gibt keine Investoren, das Hotel rechnet sich nicht, das Freibad muss bleiben. Die ÖVP war taub und zog ihre Linie durch. Mit der Stimme und ohne Kritik des jetzigen Bürgermeisters Krapf, mit den Stimmen vieler, die auch jetzt wieder für die ÖVP kandidieren. Nochmals ein paar Namen: Krapf, Schneditz, John, Mizelli.

Warum diese plötzliche Kehrtwende der ÖVP? Man versucht zu retten, was noch zu retten ist. Denn die ÖVP dürfte ähnliche Zahlen haben wie wir. In etwa jene Zahlen, die wir heute hier veröffentlichen. Halten Sie sich fest, liebe Leser, es wird turbulent.

Vorausgeschickt sei angemerkt, dass wir die Quelle dieser Zahlen nicht bekanntgeben können. Diskretion wurde zugesichert. Wir können auch nicht die genauen Erhebungsdetails bekannt geben, da sonst rückverfolgbar wäre, von wo/wem wir die Zahlen haben. Nur so viel: es handelt sich nicht allein um die Ausertung der extrem fehlerhaften Antwort auf die „Sonntagsfrage“ („Wenn am nächsten Sonntag Wahl wäre, wem würden Sie ihre Stimme geben?“), sondern um ein mathematisches Modell mit vielen Parametern.

Dabei haben sich zwei höchstwahrscheinliche Szenarien ergeben, die beide etwa den gleichen Genauigkeitsgrad bzw. die idente Wahrscheinlichkeit haben. Wir bringen die Zahlen in der Bandbreite der Studie.

ÖVP    36 – 38 %      12 -14 Mandate   3 – 4 Stadträte  bisher: 19 M, 5 StR,  1 Vize-BM, 47,73 %
SPÖ     13  – 16 %        5 – 6 Mandate    1 Stadtrat          bisher:  8 M,  2 StR, 1 Vize-BM, 21,72 %
FPÖ     16 – 19 %        6 – 7 Mandate    1 – 2 Stadträte   bisher:  5 M,  1 StR                        14,00 %
Grüne  14 – 17 %        6 – 7 Mandate    1 – 2 Stadträte   bisher: 4 M,   1 StR                        12,20 %
BIG        9 – 10 %        3 – 4 Mandate   0 – 1 Stadtrat     bisher: null
Neos       1 –  3 %         0 – 1 Mandat     0 Stadtrat          bisher: null
Löcker  1 -2 %             0 – 1 Mandat     0 Stadtrat          bisher: 1 M, 0 StR                            2,76 %

Das BZÖ hatte bei der letzten GR-Wahl 1,59 % und kandidiert nicht mehr.

Die Wahrscheinlichkeit, dass die ÖVP nur 3 Stadträte macht, ist extrem hoch. Sicher scheint, dass die SPÖ nicht nur den zweiten Platz verliert, sondern auch ein Stadtratsmandat und den Vizebürgermeister. Die FPÖ hat gute Chancen, zweistärkste Liste zu werden. Das hängt von den Ergebnissen vor allem der Grünen ab, die ebenfalls zweitstärkste Partei werden können, allerdings mit niedrigerer Wahrscheinlichkeit. Letztlich entscheidet sich zwischen diesen beiden Parteien auch, wer zwei Stadträte bekommt. Wenn man aber davon ausgeht, dass die ÖVP 2 und die SPÖ einen Stadtrat verliert, ist das wahrscheinlichste Szenario jedoch, daß sowohl Grüne als auch FPÖ einen Stadtrat dazubekommen und die BIG einen Stadtrat erreicht. Die zweitstärkste Partei würde auch den VizeBM stellen.
Bei der Mandatsverteilung ist es ungewiss, ob Neos und Löcker ein Mandat erreichen. Ein wenig hat das auch Einfluss auf die Verteilung der Stadtratsmandate. Auf jeden Fall muss die ÖVP davon ausgehen, sowohl die Mehrheit im Gemeinderat als auch die im Stadtrat zu verlieren. Kein Wunder, dass man jetzt alles versucht, um das Steuer noch herum zu reissen. Dass dieses politisch ziemlich waghalsige Manöver noch gelingen kann, bezweifeln wir. Die Zahlen, die uns vorliegen, sprechen dagegen.

Sollte es tatsächlich so kommen wie im obigen Szenario, und das ist recht wahrscheinlich, dann wird politisch kein Stein auf dem anderen bleiben. Man kann annehmen, dass schon im ersten Wahlgang ein Teil der BIG-Wählerschaft sich bei der BM-Wahl für den Grünen Kandidaten Sperrer entscheiden wird. Er hat damit gute Aussichten, bei der BM-Wahl mehr Stimmen zu bekommen als die FPÖ-Kandidatin Enzmann. Aus heutiger Sicht ist nicht anzunehmen, dass der Bürgermeisterkandidat der SPÖ in den ziemlich wahrscheinlichen zweiten Wahlgang kommen wird. Unzufriedene SP-Wähler werden teils zur FPÖ wandern, aber auch in Richtung exSP-Kammerhofer, der jetzt bei den Grünen kandidiert.

Man sollte sich angesichts dieser Zahlen jedenfalls nicht wundern, wenn in den nächsten Wochen Gmunden von einer unglaublich aufwendigen Propagandawelle der ÖVP überrollt werden wird. Unter heftigem Deckungsfeuer der lokalen Medien. Die ÖVP sollte dabei aber eines nicht übersehen: mitunter führt „friendly fire“ zu hohen eigenen Verlusten.

Einschränkend muss man natürlich festhalten: die Zukunft ist naturgemäss ungewiss. Wir sprechen von Wahrscheinlichkeiten. Nicht von Sicherheiten. Es gilt ähnlich wie in der Quantenphysik: die Beobachtung beeinflusst das beobachtete Teilchen. Die Wahlforschung beeinflusst die Wähler bzw. das Wahlverhalten. Auf jeden Fall sind die obigen Zahlen eine gute Basis für all jene, die ihre Stimme nach taktischen Standpunkten verteilen, inkl. Stimmsplitting zwischen Partei und BM-Kandidaten.


Die teuerste Bank der Welt!

Gastkommentar von Marge Lila

Ganz Gmunden freut sich über die vermutlich teuerste Bank der Welt!
(Bericht Salzi.at vom 31.8.2015 mit Foto von Stern&Hafferl/Holzinger)

Keramikbank_S&H_2015Künstler (rechts) mit Bankiers (links) – Bankerlrettung durch Steuerzahler, wie in der EU üblich!

Die Stern & Hafferl Verkehrsgesellschaft bedankt sich bei den Gmundnern für DEN Superdeal ihrer Firmengeschichte und spendet eine Esplanaden-Bank.

Der Geschäftsführer der Stern & Hafferl Verkehrsgesellschaft, Ing. Günter Neumann, strahlte am 28. August 2015 mit der Sonne um die Wette. Kein Wunder, die Stadt Gmunden hat ihm und seinem Unternehmen eine sorgenfreie Zukunft finanziert. Da lässt es sich der glückliche Mann nicht nehmen und schenkt der Stadt ein Bankerl. Als kleines „Dankeschön“ sozusagen. Herr Bürgermeister Krapf freut sich im Namen aller Gmundner ebenfalls und dankt dem edlen Spender in herzlicher und freundschaftlicher Verbundenheit. „WEN DIE REGIOBAHN VERBINDET, DEN DARF DER BÜRGER NICHT TRENNEN!“ Das war das Motto der beiden in den vergangenen Monaten und erwies sich als Grundstock einer innigen Männerfreundschaft.

Dieses Bankerl wird uns die Baustellenjahre versüßen und uns weit darüber hinaus an die großherzigen und selbstlosen Mäzene der elektrifizierten Schienenmobilität mitten durch Gmundens Innenstadt erinnern. Eine gute Entscheidung, denn ursprünglich dachte das Stern & Hafferl PR-Team an ein “Merci” für jeden Gmundner als kleines Präsent. Wegen der großen Hitze fiel die Wahl jedoch auf dieses absolut hitzebeständige Bankerl.
Wir müssen uns überdies nicht wegen diesem Geschenk um die Finanzkraft der Stern & Hafferl Verkehrsgesellschaft sorgen. Das von Stadt und Land unentgeltlich überantwortete RegioBahn-Projektbudget verfügt über einen stattlichen Anteil für Werbung und PR und erfreulicherweise über einen zusätzlichen Polster für “Allfälliges” in Höhe von 7 Mio. Es ist für das Unternehmen daher keinesfalls existenzbedrohend, der Stadt Gmunden ein Bankerl zu schenken.

Der Erschaffer des wertvollen Objektes, er ist schienenmäßig sowieso immer mittendrin, freut sich daher ebenfalls sehr. Er kann jetzt einer hoffentlich einigermaßen sorgenfreien, künstlerischen Zukunft entgegenblicken. Im Budget ist noch Platz und wenn es bei der nächsten Bauphase ein leichtes Murren in der Bevölkerung geben sollte, dann kann er auf einen weiteren Auftrag hoffen. Es ist allerdings zu befürchten, dass es zu Weihnachten nur mehr original Stern & Hafferl-Zimt-Sternderln für die Gmundner gibt.


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