Peinlichkeiten

Heute:
Babsy Blitzschnell über Peinliches

Liebe Leserleins!

Manchmal denke ich mir: ist denen denn gar nichts mehr peinlich? Kaum eine Woche, in der uns nicht Bilder einer „Eröffnung“ rund um die Regio präsentiert werden. Schon beim Seebahnhof hat man uns mit mehreren Eröffnungsfeiern gequält. Jeder einzelne Spatenstich wird abgefeiert, alle fünf Meter verlegter Schienenstrang, schon rauschen sie herbei und feiern sich selbst auf unsere Kosten. Jetzt wieder. Sie sind am Franz Josefs-Platz aufmarschiert. Eine echte Grosstat. Mit zünftigem Helm. Nur den Spaten hat man zu Hause gelassen. Wahrscheinlich um nicht wieder als Spatenschwinger zu gelten. Nutzt nichts, meine Herren, das ward ihr, das seid ihr, das werdet ihr bleiben! Richtig gesehen! Alles Herren. Hier der Beweis:

spatenschwingerSie sind angetreten um meine gestrigen Thesen zu untermauern: das ist ein männliches Projekt. Statt Hirn immer mehr Aufwand und Geld, immer mehr Zerstörung und Monumentalität. Als ob er einen besonderen Beweis abliefern wollte, hat sich Zug-Stadtrat Sageder wieder einmal zu Wort gemeldet. Prägnant wie immer. It’s a man’s man’s world.

sageder_sagtEr hat recht: Väter werden sich melden. Mütter sicher nicht. Denn die würden so etwas nie in die Welt setzen. Dazu bedarf es männlicher Gehirnwindungen. Nur das mit der Freude sehen wir zwiespältig. Wenn er sich so freut, dann soll er auch die Alimente für den unerwünschten Bengel übernehmen!

Wir werden also in den nächsten zwei Jahren Zeugen vieler, vieler Eröffnungen werden: jeder Eimer Beton wird abgefeiert werden. Jede Tür, die in den Zug montiert wird: feiernde Politiker. Jede montierte Sitzbank im Zug: ein Prost auf die Zukunft unter uns BauHERREN. Und nach 2017 geht es munter weiter: jeder Fahrgast bekommt eine Ehrenurkunde vom zuständigen Landesrat persönlich überreicht. Keine Sorge, das wird kein sehr stressiger Job. Alle paar Tage eine Urkunde, kein Problem.

Statt dauernd fröhlich aber grundlos in die Kameras zu grinsen, sollte man lieber endlich die Verträge offenlegen. Die Zahlen aufschlüsseln, was da wirklich an Zahlungen anfällt, wenn die Regio gestoppt wird. Das wäre Transparenz und Mitsprache für Bürgerleins, denn die gibt es nicht ohne Information. Zahlen auf den Tisch, dann können wir weiter reden. Wer mit Pauschalbehauptungen hantiert, wird einen Grund haben, warum er keine nachvollziehbaren Zahlen auf den Tisch liegt.

Wie schaut es da bei den Grünen aus? Bei der Regio keine Transparenz? Man kann nur hoffen, dass die Gmundner Grünen nicht Veranschobern.

Aber jetzt einmal zu einem ganz anderen Thema. Unsere liebe Unterrichtsministerin hat sich inzwischen schon mehrfach für den Gehrer-Inkompetenz-Preis qualifiziert. (Gehrer, Sie erinnern sich noch? Die war auch einmal Ministerin. Jetzt ist sie nur noch Nachrichtensprecher und heisst mit dem Vornamen Stefan.) Aber jetzt ist er endgültig fällig. Während alle Experten längst verlangen, der Unterricht solle nicht vor neun Uhr beginnen, da die Kids vorher noch nicht richtig zu Form angelaufen sind, redet die Frau U-Ministerin von Schule ab sieben Uhr morgens. Schon mal was von Nachtmenchen gehört? Für die ist sogar neun Uhr eine Zumutung. Aber gut, irgend wann muss man anfangen. Aber um 7h?

Gleichzeitig hat die Wiener Landesschulratspräsidentin erklärt, Unterricht ab neun Uhr sei nicht möglich, weil es am Betreuungspersonal für die Zeit davor fehle. Könnten sich die beiden Damen vielleicht mal bei einem Kaffee aussprechen? Wo nimmt man dann die Leute für die Betreuung ab sieben Uhr her? Ein mathematisches Rätsel, das nicht einmal Leute in der Maturaklasse lösen können.

Liebe Leserleins! Wenn Sie in den nächsten Tagen von Meinungsforschern angerufen werden, und man stellt Ihnen die berühmte Sonntagsfrage, dann überlegen Sie gut, was Sie antworten! Wahrheitsgemäß oder lügen?
Nur Dumme sagen die Wahrheit. Das schlaue Bürgerlein wählt eine Antwortstrategie. Was soll erreicht werden? Denn Gegner in Sicherheit wiegen? Na klar, dann behauptet man, ihn zu wählen, und die Leute bleiben zu Hause, weil der Sieger schon feststeht. Oder die eigenen Leute anstacheln, also ebenfalls den Gegner angeben. Dann werden die eigenen Leute noch einmal ordentlich laufen, damit es läuft. Oder sie sind so frustriert, dass sie sich nicht einmal am Wahltag auf die Strasse und ins Wahllokal begeben. Am besten, man bildet Wählergemeinschaften, bündelt die Stimmen. Ruft selbst bei der Meinungsforschung an und deponiert: Ich habe hier ein repräsentatives Bündel von 100 Befragten, die wählen alle … und dann kommt der Name der Partei, der sie schaden oder nützen wollen. Sie können das entweder ernsthaft erheben oder würfeln. Egal. Denn wie es wirkt, weiss niemand.

Liebe Leserleins! Morgen werden wir wieder ein wenig ernster. Wir werden uns mit merkwürdigen Vorgängen in Traunkirchen beschäftigen. Und was die mit den Wahlen zu tun haben. Uijegerl, da werden einige wieder sehr bös auf uns sein. Dank des Zuspruchs unserer Leserleins können wir damit aber leben.

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


Auch heute bieten wir unseren Leserleins ein weiteres Sujet aus der beliebten Reihe
„Wahlplakate, die wir gerne sehen würden“

Wo kann man einen Job besser lernen als im Job? Na eben! Die ÖVP verwirklicht ihre Vorstellungen von Chancengleichheit. So lösen wir die Arbeitslosigkeit: jedem sein Bürgermeister-Amt. Plus Lehrvertrag mit sechsjähriger Laufzeit.
Lehrplan:
1. LJ: Unterschreiben, was einem vorgelegt wird.
2. LJ: Kleine Subventionen für Sportvereine.
3. LJ: Grosse Subventionen für Stern & Hafferl.
4. LJ: Briefkasten eröffnen.
5. LJ: Regio eröffnen.
6. LJ: Wie man ein ordentliches Defizit erzielt.
Spatenschwingen und Bänderdurchschneiden gilt als Unterrichtsprinzip und wird fächerübergreifend in allen Lehrjahren behandelt. Frankenkredite werden nicht unterrichtet, die macht man besser, ohne im Detail zu wissen, worum es geht.

oevp_training_job


 

 

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