Archive for September 2015

Entschlossene Unsicherheit
20. September 2015

Heute:
Bruno Beinhart schreibt ein paar Zeilen
Beobachtender Gastkommentar von Michael Amon zu den Wahlen

Liebe Leserschaft!

Ich mache es heute ganz kurz. In einer Woche sind die Wahlen. Ich sitze über einigen Zahlenreihen und rätsle. Was soll es nur bedeuten? Wenn sie stimmen, wird es in Gmunden einen Rumpler machen, als ob der Traunstein in den See gefallen wäre. Wir diskutieren noch, wie wir damit umgehen sollen. Nämlich mit der Veröffentlichung. Denn natürlich hat unsere Leserschaft ein Recht, an unseren Infos teil zu haben. Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst. Denn die Zugriffszahlen der Vorwoche zeigen es: wer sich wirklich informieren will, schaut bei uns vorbei. Für die Meinungsbildung sind wir unersetzlich. In einer ansonst gleichförmig gewordenen lokalen Presselandschaft. Wo niemand sich mehr was traut. Hätte die lokale Presse funktioniert, wäre sie ihrer Funktion zur Kontrolle nachgekommen, die ÖVP hätte früher beidrehen müssen. Aber die Lokalblätter halten still, kehren unter den Tisch und sehen sich als Partner der Mächtigen, nicht als deren kritische Beobachter.

Ohne eine durch diesen Blog kritischer gewordene Öffentlichkeit ginge der Schlendrian zu unser aller Schaden weiter. Die Diskussion hier schärft die Sinne. Verbessert die Information. Macht es schwerer, der Bevölkerung unsinnige Dinge aufs Aug zu drücken. Das verdanken wir allen jenen, die uns lesen, die hier schreiben und diskutieren. Wir haben eine wunderbare und streitlustige Leserschaft. Dafür danken wir! Wenn sich das Donnergrollen am Wahltag zu einem reinigenden Gewitter auswachsen sollte, dann nicht zuletzt dank unseres Blogs und unserer aufmüpfigen Leserschaft.

Bruno Beinhart f. d. Team Gmundl

Kleiner Hinweis: Es gibt auch noch eine Welt ausserhalb Gmundens und OÖs. Heute wird in Griechenland gewählt. Der dritte Wahlgang in diesem Jahr. Auch nicht ganz unwichtig. Ein spannender Abend ist garantiert.

Der nächste GK von Michael Amon zur Wahl erscheint nächste Woche schon am Samstag, damit unsere Leser noch einen Tag Zeit haben, über ihre Entscheidung nachzudenken 😉


Entschlossene Unsicherheit

Wahlbeobachtung als Gastkommentar von Michael Amon

Man spricht und hört viel in diesen Tagen. Eine grundlegende Umwälzung zeichnet sich sowohl in Gmunden als auch in Oberösterreich ab. Heute will ich mich weniger mit Fragen rund um den Ausgang der Wahl beschäftigen, sondern die Frage stellen, was denn die wirklich wichtigen Themen in Gmunden sind, und ob sie von den Parteien angesprochen werden.

In der öffentlichen Diskussion überstrahlt das Thema Regio alle anderen Sachbereiche. Was kein Wunder ist. Es ist der finanziell größte Brocken mit dem nachhaltigsten Einfluß auf die Stadtentwicklung. Die einen jubeln die Regio zum entscheidenden Schritt zur Rettung der Innenstadt hoch. Die anderen sehen darin den Todestoß. Daß es den Regio-Befürwortern nicht wirklich ernst ist mit dem Vorrang des öffentlichen Verkehrs und der Eindämmung der PKW-Flut, kann man schon daran erkennen, daß es eine ganze Reihe PS-lastiger Events gibt. Ein Unding in Zeiten von Nachhaltigkeit, CO2-Abdruck und Umweltschonung. Dann den Rathausplatz mit Dreckschleudern vollzustellen ist einigermaßen merkwürdig. Die Verrummelung der Innenstadt wird irrtümlich für eine Belebung gehalten.

Wie es tatsächlich mit der Regio weitergeht, weiß man nicht. Auch wenn jetzt schnell vor der Wahl noch versucht wird, vollendete Tatsachen zu schaffen, indem man den Franz Josef-Platz blitzartig umackert. Immerhin laufen Klagen beim Oberstgericht sowie ein Antrag auf aufschiebende Wirkung der Eingabe. Durchaus möglich, daß hier den Regio-Fans noch eine böse Überraschung droht.

Das Regio-Thema hängt an Rot und Grün wie ein Bleigewicht. Ein Renner bei der Jagd um die Wählergunst ist die Regio nicht. Seit der FJ-Platz aufgerissen ist, werden die kritischen Stimmen auch bei jenen immer hörbarer, die das Thema bisher unberührt gelassen hat. Man versucht jetzt, den Wählern einzureden, die Regio sei gar kein Verkehrsprojekt, sondern ein Infrastrukturprojekt. Ja eh, kann man da nur sagen. Jede BIM, jeder Zug, jeder Flughafen ist ein Infrastrukturprojekt. Und gleichzeitig eben auch ein Verkehrsprojekt. Hier wird versucht, die Bürger für dumm zu verkaufen.
Zur Erklärung: man mußte offenbar die Notbremse ziehen, weil man vor vielen, vielen Jahren einen schlechten Vertrag abgeschlossen hat. Es gibt eine alte Vereinbarung, daß die Stadt Bundes- und Landesstraßen in den Bereich der Gemeinde übernimmt, sobald die Umfahrung bei Gschwandt fertiggestellt ist. Damit wächst auch die Brücke der Stadtgemeinde zu. Man hat damals verabsäumt, klare Vereinbarungen darüber zu treffen, daß nur völlig sanierte Bauwerke übergeben werden dürfen. Hätte man damals ordentlich verhandelt, wäre die Brückensanierung kein lokales Problem, da nicht aus dem Gemeindebudget zu bezahlen. (Die Frage, wann die Sanierung wirklich fällig ist, was davon überhaupt notwendig ist, ist davon natürlich unabhängig!)
Das Märchen von den armen Enkelkindern, die dann in 25 oder 30 Jahren die Brückensanierung bezahlen müßten, ist leider wirklich ein Märchen. Erstens zahlen sie es über die Kreditraten ohnehin. Und zweitens hätte das Land auch in 30 Jahren der Stadt helfen müssen, die Sanierung zu finanzieren. Man kann schwer die einzige direkte Verbindung mehrerer Stadtteile mit dem Zentrum ausfallen lassen.

Jetzt kommen weder Grüne noch SPÖ aus dieser Nummer heraus. Eine Rettung der Innenstadt wird die Regio mit Sicherheit nicht bringen. Man kann das an einigen kleinen „Details“ erkennen: eine Bank, die ihre Zweigstelle am Rathausplatz schließt; ein Bäcker, der sich schon einen zusätzlichen Verkaufsstand an der Esplanade gesichert hat, um den kommenden Ausfall der Filiale am Rathausplatz wettzumachen und dabei einem dort ansäßigen Konditoreibetrieb, der durch den Bus- und Regio-Umschlag am FJ-Platz bereits genug geschädigt werden wird,  vor die Nase gesetzt worden ist (warum ein bestimmter Bäcker den Vorzug vor anderen bekam, ist wie in Gmunden üblich Gegenstand von deftigen Spekulationen). Die Umsteigemöglichkeit wird auf den FJ-Platz verlegt, kein Mensch wird zum Rathausplatz und von dort in die Innenstadt gehen. Was niemand laut sagt: der FJ-Platz wird zum Bus-Terminal auch für Reisebusse. Ganz zwangsläufig, weil niemand von den Parkplätzen bei  der HAK hinunter zum See und wieder hinauf gehen wird (und will).

Rund um die Regio wird immer klarer, was wirklich läuft. Man sehe sich die Streiterei rund um die Mühlkreisbahn an, die in eine Straßenbahn umgebaut werden soll. Auch dort gibt es eine Bürgerinitiative, die sich gegen diesen Schildbürgerstreich wehrt: die Kosten des Umbaus auf RegioTram sind viermal so hoch, wie die Sanierung der Bahnstrecke. In diesem Fall sind die dortigen Grünen anders als in Gmunden ebenfalls gegen das Tram-Konzept. Auch die FP ist dagegen. SP-Entholzer dagegen (eigentlich von den ÖBB kommend) zieht auch dort das kuriose Tram-Konzept durch. Weil man nicht davon reden kann, daß die Tram die günstigste und wirtschaftlichste Lösung ist, hat er sich auf die verwaschene Formel „die Lösung ist das Optimum“ verlegt. Daß die Bürger zur maximal besten Lösung tendieren, ist egal. Auch dort werden die Kosten heruntergespielt. Immerhin würde die Sanierung nur rund 70 Millionen kosten, der Umbau auf Regio wird auf rund 300 Millionen geschätzt. Wer erklären kann, was daran „optimal“ sein soll, hat Chancen, für den nächsten Wirtschafts-Nobelpreis nominiert zu werden. Offenbar soll hier auf lange Sicht und unter der Hand ein privates Straßenbahn-Monopol ermöglicht werden, für das dann die Steuerzahler auf ewig zahlen dürfen, während die privaten Betreibern risikolose Gewinne lukrieren werden.

Zurück nach Gmunden.
Es gibt eine Reihe von Projekten, über die man sich abstrakt einig ist. Etwa, daß Gmunden ein Hotel braucht. Nicht beantwortet wird die Frage, wie die Finanzierung erfolgen soll. Noch immer kann man einen Fakt nicht wegdiskutieren: Hotels in Gmunden rechnen sich in der jetzigen Struktur nicht. Alle Hotelneubauten waren unrentabel, auch bestehende Hotels mußten geschlossen werden. Das geschah ja nicht deshalb, weil die Eigentümer so viel Geld damit gescheffelt haben. Somit ist eines klar: ein solches Hotel kann nur der Anstoß für eine touristische Entwicklung sein. Bis die Sache sich rechnet, bis die notwendige zusätzliche Infrastruktur und Stadtkultur vorhanden ist, wird es Jahrzehnte dauern. Kein Finanzinvestor wartet heute zwanzig Jahre, bis ein Hotel dieser Art sich „rechnet“. Hier müßten öffentliche Zuschüsse auf Jahrzehnte das Überleben des Hotels sichern. Nur mit dem vagen Verweis auf den Kongreß-Tourismus (der in einem grundlegenden Wandel ist) wird das Hotel nicht füllbar sein. Selbst dann aber stellt sich die Frage, ob Gmunden in Richtung Tourismus entwickelbar ist. Die Seilbahn auf den Grünberg ist ja ganz nett, aber mehr ein touristisches Kinderspielzeug verglichen mit den touristischen Möglichkeiten der Schweizer Seen. Und die sind nun einmal die Konkurrenz.

Mir geht auch das Gerede von Gmunden als „der schönsten Stadt der Welt“ auf die Nerven. Gmunden hat eine sehr gute Lage, wunderbar, keine Frage. Aber wer ehrlich ist, wird zugeben müssen: solche Lagen gibt es weltweit im Dutzend. Schon mal am Vierwaldstätter-See gewesen? Dort gibt es noch dazu eine touristische Infrastruktur, die in mehr als hundert Jahren organisch herangewachsen ist und sich bewährt hat. Gegen die Seilbahnen und Aussichtsberge dort nimmt sich der Grünberg halt nur wie Minimundus aus: allein die Zahnradbahnen auf Rigi und Pilatus (dort auch noch zwei Seilbahnen) sind unvergleichbar. Auch war man dort klug genug, die alten Hotels nicht einfach wegzureißen (wie hier in Gmunden das Parkhotel), sondern sie zu erhalten und auf neuesten Stand zu bringen. Was relativ einfacher war, als etwa das Landschloß Ort zu einem Hotel umzumodeln. Dieser Häuser waren nämlich bereits Hotels und mußten nur modernisiert werden. Das Landschloß muß überhaupt erst „hoteltauglich“ gemacht werden. Die Kosten dafür sind enorm und de facto nicht amortisierbar, wenn nicht bedeutende Zuschüsse der öffentlichen Hand erfolgen.

Das Strandbad zu erhalten ist richtig. Große Frage: wer zahlt die Renovierung. Die Idee einer Saunalandschaft (ohne Hallenbad) ist nicht zu Ende gedacht. So etwas konnte man in den 1970er-Jahren noch anbieten, heute ist das eine Totgeburt. Ohne Bade- und Wellnesslandschaft kann man ein solches Projekt gleich vergessen.

Die entscheidende Frage wird wenig diskutiert: wie kann Gmunden jene Geldmittel auftreiben, die für die nötigen und versäumten Investitionen gebraucht werden? Man hat Millionen mit unsinnigen Projekten verpulvert: Bauhof, Zubau zur Musikschule (es gab jede Menge gute Alternativen, ein reiner Prestigebau, der auch noch das ohnehin vorgeschädigte Stadtbild in der Linzerstraße weiter verschandelt hat), Tunnelplanung und das Regio-Paket. Auch ein Hallenbad ist notwendig, sowohl für die Schulstadt Gmunden als auch unter allgemeinen Aspekten des Gesundheitswesens. Auch das wird sich nicht „rechnen“. Woher das Geld nehmen angesichts der bestehenden Schuldenlast, der keine erkennbaren Werte oder gar Nutzwerte gegenüberstehen. Gleichzeitig wurde das Familiensilber verscherbelt und die Einnahmen verjuxt.
Ja, das Kongreßzentrum ist überholt. Abreißen und neu bauen ist eine richtige Überlegung. Zusammen mit einem Konzept für ein Hotel und ein Hallenbad bei Erhaltung des Freibades.
Wer hat soviel Pinkepinke, wer hat soviel Geld?

Leistbares Wohnen. Alle sind dafür, handfeste und realistische Vorschläge sind Mangelware. Zuviel Grund und Boden hat man der Spekulation überlassen. Irrsinnige Wohnbauten für extrem Wohlhabende haben überhand genommen. Dabei wurde auch noch die Siedlungsstruktur und das Stadtbild exzessiv verschandelt. Manchen Architekten, die für besonders schlimme Bunkerbauten verantwortlich sind, müßte man schon fast die Planungserlaubnis entziehen, angesichts eines Bauausschusses und eines Gestaltungsbeirates, die selbst noch die irrsten Bauten durchgewunken haben.

Viele offene Fragen, aber sehr wenige brauchbare Antworten. Man kann nur hoffen, daß durch die zu erwartenden Änderungen in den Mehrheitsverhältnissen, alte Strukturen aufgebrochen werden, und die Macht einiger Seilschaften verringert wird. Vielleicht können dann neue Ideen die nötige Luft zum Atmen bekommen. Wenn Projekte ernsthaft und breit diskutiert werden müssen, weil die Mehrheiten nicht mehr automatisch gegeben sind, das wäre ein Fortschritt für die Stadt. Dazu ein paar gute Ideen, wie man die triste Finanzlage der Stadt deutlich verbessern kann. Auch dazu fehlt in den meisten Wahlprogrammen eine klare Aussage.

Nicht unbedeutend wird in diesem Zusammenhang auch sein, wer den Bürgermeister stellt. Denn die Rolle des BM ist noch immer eine sehr starke. In diesem Amt kann man Dinge forcieren, behindern, zurückstellen, fördern. Sprich: eine Menge Vorentscheidungen treffen, die dann mühsam über langwierige GR-Abläufe korrigiert werden müssen. Der BM hat direkten Zugriff auf die Beamtenschaft, der GR nicht. Es ist also nicht unwichtig, wer dieses Amt ausübt.

Bei meinen Gesprächen habe ich den Eindruck, daß sich in der Wählerschaft so etwas wie eine „entschlossene Unsicherheit“ gebildet hat: man will einen Bruch mit dem alten System, mit den traditionellen Parteien, einen Umsturz in Gemeindestube und Rathaus. Man ist aber sehr unsicher in der Frage, mit welcher Wahlentscheidung das am besten erreicht werden kann. „Opfer“ dieser Entwicklung werden ÖVP und SPÖ, die von den meisten als die Hauptschuldigen für die Stagnation, für viele Fehlentscheidungen und die Verkrustung der Strukturen ebenso verantwortlich gemacht werden wie für die Dominanz bestimmter Cliquen und Unternehmerfamilien. Die Diskussion darüber, in welchem Ausmaß welche der beiden genannten Parteien dafür wirklich verantwortlich ist, ist völlig müßig. Entscheidend ist, daß dieser Eindruck besteht. Während die ÖVP durch einen recht radikalen Personalwechsel mitsamt fast nicht nachvollziehbarer Kurskorrektur zumindest versucht, hier einen Neubeginn – wie glaubwürdig auch immer – zu signalisieren, hat die SPÖ zu diesem Thema nichts gesagt. Sie hat nichts unternommen, diesen Eindruck zu bekämpfen. Ob die Bevölkerung dem SP-Vize-BM Dickinger, der immerhin seit 2004 die Stadt-SP führt, seit 2006 Stadtrat und seit 2008 Vize-BM ist, sein „Gmunden neu denken“ abnimmt, wird der Wahltag zeigen. Ebenso wie sich dann zeigen wird, ob Krapf mehr ist, als nur eine Übergangserscheinung.

Meine Überlegungen rund um die BM-Wahl werde ich nächste Woche hier erläutern.


Natürlich auch heute wieder in der Hochphase des Wahlkampfs ein weiteres Sujet aus der Reihe „Wahlplakate, die wir gerne sehen würden“.
Heute ist schon wieder die ÖVP an der Reihe. Wir wollen ihr ein wenig unter die Arme greifen, versteckt sie doch ihr wichtigstes Asset vor den Wählern: den langjährigen ÖVP-BM Köppl, der für so grandiose Entscheidungen wie die Geldvernichtung beim Bauhof oder der Musikschule ebenso die Lorbeeren verdient, wie für den schlechten Staßenzustand, die systematische Verschandelung der Stadt, die Förderung bestimmter Machthaberer und natürlich auch die Segnungen der Regio. Dieser Mann hat es nicht verdient, von seiner Partei so schnöde versteckt zu werden. Er hat es immerhin geschafft, rund 25 Millionen Euro mehr auszugeben, als die Stadt hatte, ohne daß man davon in der Stadt etwas bemerkt. Einfach versickert die Kohle. Nein, dieser Mann gehört auf ein Wahlplakat, damit die Bürger wissen, wem sie das alles verdanken und wer aus tiefer Dankbarkeit für diese Goodies zu wählen ist: die ÖVP! Heute daher unser Vorschlag für ein wirklich mitreißendes, motivierendes Wahlplakat.

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Der Endspurt beginnt
19. September 2015

Heute:
Bruno Beinhart plaudert über die Wahl
Kurzes EK von Wilhelm Krausshar zu Geldverschwendung
Kurzes EK von Busfan zu Innovation bei E-Bus
GK von R. Kassmannhuber über Transparenz von ÖVSPÖ
GK Innenstädter macht einen amüsanten Wahlspaziergang
GK von NaseVoll über Irrwitz
GK von Gutböse zum Asylantenproblem

Liebe Leserschaft!

Ich will nicht sagen, dass die Würfel schon endgültig gefallen sind. Aber sie befinden sich kurz vor dem Aufprall auf der filzbespannten Spieltischfläche.. Grosse Hektik wird die kommende Woche auszeichnen. Endspurt in der Hoffnung, das Schlimmste zu verhindern. Bei denen, die in den Umfragen schlecht liegen. Endspurt, um die Voraussagen zu verwirklichen. Bei denen, die gut liegen.

Man hat allgemein Angst, dass die Vorhersagen das Wahlergebnis beeinflussen. Eine umstrittene These. Niemand weiss, in welche Richtung sie wirken. Wir haben das im Team lange diskutiert. Wir sind der Überzeugung, dass es an den kandidierenden Gruppierungen liegt, den Voraussagen in den Umfragen den richtigen Dreh zu geben. Wer schlecht liegt, muss seine Anhängerschaft motivieren, dass sie einen doch noch (einmal?) wählt. Wer gut liegt, muss versuchen, seine Schäfchen auch real ins Trockene zu bringen. Also ebenfalls den eigenen potentiellen Wählern sagen: es ist noch nichts ausgemacht. Umfragen zeigen Tendenzen auf, oft auch extrem starke Strömungen, die man nicht negieren kann.

Wenn wir sagen: das Rennen für ÖVP und SPÖ ist gelaufen, dann ist das unsere Meinung. Die ist wohlfundiert und basiert nicht nur auf Umfragen. Sondern auch auf der Stimmung, die wir wahrnehmen. Auf den Fehlern, den die Parteien in den letzten Jahren gemacht haben. In Gmunden hier ist es offensichtlich. Die ÖVP hat den Wagen an führender Stelle in den Dreck gefahren. Die SPÖ hat ihr dabei über viele Jahre nach Leibeskräften geholfen und hilft noch immer. Die Kehrtwende kam dem Anschein nach zu spät. Natürlich ist es für beide Parteien noch möglich, den Schaden zu minimieren. Aber da muss was wirklich Überraschendes kommen. Überraschend und glaubwürdig. Ein nur solider Standard-Wahlkampf wird da nicht mehr viel bewirken können. Die ÖVP hat zumindest eine Menge Überraschungen geliefert. Sie hat alle bisherigen Dogmen über Bord geworfen und sich bei den Programmen der anderen Parteien und der BIG ausgiebig bedient. Das verkauft man jetzt als „Miteinander“. Ob es wirkt?

Die SPÖ bietet Routine und wenig Action, wenn man vom Camping der JG für leistbares Wohnen absieht. Der zweite Platz in Gmunden ist kaum zu halten. Der Vizebürgermeister ebenso wenig. Wenn hier nicht ein Ruck durch die potentielle Wählerschaft der SPÖ geht, ist da nicht mehr viel zu holen. Wo soll dieser Ruck herkommen? In der Woche vor der Wahl auszuschwärmen, kann nicht den seit vielen Jahren – und von vielen Mitgliedern und Sympathisanten beklagten – Mangel an direktem Kontakt, das Fehlen der Kommunikation mit den Mitgliedern ersetzen. Die SPÖ kann nur noch hoffen, dass ihre potenzielle Wählerschaft letzten Endes nicht will, dass die FP zweitstärkste Partei wird und den Vize-BM-Posten ergattert. Die Frage ist, ob das im Gegenwind, mit schwacher Landespartei und einer Führungsmannschaft gelingen kann, die nicht die erste Wahl verliert. Es bleibt nur die Hoffnung, dass Totgesagte manchmal länger leben. Das Grundproblem der SPÖ – neben der Stimmungslage in Land und Bund – ist nun einmal: man nimmt sie als eine Partei wahr, die bei den meisten Dummheiten der letzten Jahre mitgemacht oder sich zu spät absentiert hat. Ob diese Wahrnehmung berechtigt ist oder nicht, ist unwesentlich. Sie ist nun einmal da, und die SPÖ hat diese Schwachstelle im Wahlkampf nicht direkt und offen angesprochen. Da fehlte es vielleicht an jenem Mut und jener Fantasie, wie sie die Wiener SPÖ gezeigt hat. Die haben ihre Schwachstellen offensiv zum Wahlkampfthema gemacht und versucht, neue Antworten zu geben.

Inzwischen sind die Meinungsforschungsinstitute sogar dazu übergegangen, zwei Szenarien zu zeichnen: eines für den Fall, dass die FP von der Asyl-Problematik profitiert, und eines, in dem der Zeiger gegen die FP ausschlägt. Weil niemand so recht sich sagen traut, welcher der beiden Fälle eintreten wird.

Das BIG ist davon weitgehend unberührt. Fokusiert auf Gmundner Themen, auf das Versagen der bisherigen Parteien in den letzten Jahren, werden sie u. U. mehr als nur eine Überraschung liefern können. Auch hier gilt: kaum einzuschätzen. Die Grünen stottern ein wenig, brodeln stark im eigenen Saft und verwechseln das mit einer umfassenden Wahlbewegung. Allerdings sind sie eine Partei mit starker Stammwählerschaft. Ob es in Gmunden gelingt, über diesen Stamm hinaus Wirkung zu erzielen, steht in den Sternen. Und zu den Neos kann man nichts sagen ausser: nicht abzuschätzen.

Morgen äussert sich Michael Amon zur Lage.

Einen schönen Samstag!
Bruno Beinhart f. d. Team Gmundl


Geldverschwendung

Kurzes Einserkasterl von Wilhelm Krausshar

Geldverschwendung auf Gmundnerisch: Der Höhepunkt der neuen Schwanenbussipostille des völlig aus dem Ruder laufenden Stadtmarketings ist wohl das Bild des ehemaligen Bürgermeisters als Waldschrat!
Ich wußte nicht, dass es statt eines Krückstocks auch einen Krückerlstock gibt.


E-Bus innovativ

Sehr kurzes Einserkasterl von Busfan

Und wieder eine Erfolgsmeldung für alle Elektrobusfans.
Die Strecke von 415 km entspricht etwa Gmunden – St. Pölten und wieder retour.

http://www.trendsderzukunft.de/neuer-proterra-elektro-bus-schafft-415-kilometer-mit-einer-batterie-ladung/2015/09/17/


ÖVSPÖ Gmunden –

ist das glaubwürdige und transparente Politik?

Gastkommentar von Reinhold Kassmannhuber

OÖN, tips, Bezirksrundschau und die ÖVP-Wahlkampf-Illustrierte vermeldeten uns in dieser Woche eine “Sensation”. Bürgermeister Krapf teilt uns mit, dass es nach langen und zähen Verhandlungen mit den ÖBB und den Grundstücksbesitzern endlich gelungen ist, eine PKW-taugliche Direktverbindung nach Pinsdorf durchzusetzen. Die B.I.G. konnte in Erfahrung bringen, dass diese zusätzliche Verbindung schon 2013 mit der ÖBB ausverhandelt wurde; konkrete Lagepläne wurden dann 2014 erstellt. Na so unwichtig, wie uns Herr Sageder eine Direktverbindung verkauft hat, dürfte diese dann doch nicht sein. Soviel zur Glaubwürdigkeit der Politiker-Aussagen zu diesem Thema. Wir erfahren auch, dass die ÖBB (na siehe da!) die Kosten übernimmt.

Die B.I.G. stellt nun eine entscheidende Frage, die uns BM Krapf, Hr. Sageder und Hr. John bis dato noch nicht beantwortet haben: “Warum übernimmt die ÖBB die hohen Kosten für diese zusätzliche Umwegverbindung und baut nicht gleich eine ordentliche Unterführung beim ursprünglichen Bahnübergang? An den Kosten liegt es nicht, das wissen wir jetzt. Überdies wird dieser Umweg sehr teuer werden – eine Stützmauer muss gebaut, ein Gefälle überwunden und ein Bachbett überplattet werden. An der Unterführungsmöglichkeit an der ursprünglichen Stelle auch nicht, da haben wir ja jetzt eine 5 Meter breite, Luxus-Fuß- und Radunterführung. 2 Meter breiter, etwas höher und PKW’s könnten diese ohne Probleme benutzen. Woran liegt es also, dass wir eine verwinkelte, sau teure Umwegverbindung nach Pinsdorf bekommen und dafür mehr Geld als notwendig gewesen wäre, aufgewendet wird? Geld spielt ja offensichtlich bei diesem Projekt ohnehin keine Rolle, die Stadt Gmunden hat für die Straßenbahnanbindung an den Bahnhof ja auch noch EUR 300.000,– ausgelegt.

Wir wollen eine ehrliche Antwort und keine Pseudo-Sensationsmeldungen kurz vor der Wahl!

Reinhold Kassmannhuber ist Listenerster der B.I.G.


Ein amüsanter Wahlspaziergang

Gastkommentar von Innenstädter

Wenn man durch Gmunden schlendert und die Wahlplakate der beiden “Groß”parteien betrachtet , ergibt sich so manche Gelegenheit zum Schmunzeln und Staunen.

”BEREIT ZUR ARBEIT ”
Sollte für das BM – Amt eine Selbstverständlichkeit sein , die man nicht eigens erwähnen muß!

“DER WILLE ZUM MITEINANDER”
Nachdem Herr Köppl diesen Ausdruck laufend verwendet hat , um dann doch immer das zu tun , was ER wollte , empfinde ich das eher als Drohung an die Bevölkerung! Bei Herrn Köppl gab es übrigens noch die Steigerungsform “Gemeinsames Miteinander ” , den sogenannten ” Köppl´schen Pleonasmus ”!
”GMUNDEN NEU DENKEN – GMUNDEN KANN MEHR”
Mit diesen blutvollen und extrem konkreten Aussagen in Politologen-Neudeutsch hofft Herr Dr.Dickinger auf Jubelstürme bei der Bevölkerung. Ob deren Eintretens ist wohl Skepsis angebracht!

Das lustigste Plakat ist aber sicherlich
”DIE MANNSCHAFT, DIE MEHR SCHAFFT”
Wir sehen eine Gruppe von sieben Personen, die vor allem einmal alles unternimmt , nicht mit der ÖVP in Verbindung gebracht zu werden.Was voll verständlich ist, ist doch der Begriff ”Gmundner ÖVP” seit längerem kontaminierter als das Ohlsdorfer Grundwasser.
Zweitens ist zu befürchten, daß auch sie NICHT mehr schaffen werden als ihre Vorgänger.
Der Clou liegt aber darin, daß diese ”Mannschaft” gar keine solche ist, besteht sie doch aus zwei FRAUEN und fünf Männern!
Vielleicht sollten sich die beiden ÖVP-Damen um Hilfe an die Gmundner Grünen als Gender-Partei wenden , damit sie in Zukunft von den Männern ihrer eigenen Fraktion besser behandelt werden !


Irrwitz!

Gastkommentar von NaseVoll

Ein Bildband, der mehr als Bände spricht – und jedem Gmundner Bürger, der jetzt immer noch meint, der ZUG quer durch Gmunden wäre eine super Sache, hoffentlich die Augen öffnet!

Grandioser ist der politische und nahverkehrstechnische Irrwitz, den ein von allen Realitäten abgehobener SPÖ-Verkehrslandesrat mitsamt seinen Statthaltern vor Ort in Gmunden (Sageder und Dickinger) in unheiliger Allianz mit einer ebenso abgehobenen Stadt – ÖVP und der diese unterstützenden Stadt-FPÖ und den Stadt-GRÜNEN hier in und rund um Gmunden anrichten, nicht mehr darzustellen.

DA HILFT NUR EINES:

Das vermeintliche ”Recht” dass sich diese ÖVP-SPÖ-FPÖ-GRÜNEN-Herr- & Frauschaften allesamt meinen heraus nehmen zu können, indem sie mit lernresistenter Beharrlichkeit nachhaltig bewertet an die 100 Millionen Euro in leeren Zügen vergeuden, muss und wird diesen ausser Rand und Band geratenen Hobby-Politikern, die einer Gmundner Unternehmerfamilie die Lizenz zum Gelddrucken auf Steuerzahlers Kosten erteilt haben, ja doch hoffentlich mit einem möglichst großen Wahlerfolg der B.I.G. am 27. September genommen.

AM 27. September MIT EINEM KREUZ FÜR DIE B.I.G. diesem POLIT-TERROR und drohenden Verschwendungswahnsinn zug-unsten einer Sternenfirma, die das Gmundner Rathaus in Geiselhaft genommen hat, spät aber doch ein Ende bereiten.


Schlechter Mensch?

Gastkommentar von Gutböse

Bin ich ein schlechter Mensch?
Seit Wochen ziehen nun die „Flüchtlings“-Ströme über Österreich und viele andere Länder hinweg, Menschen werden aufopferungsvoll von freiwilligen und beruflichen Helfern 24 Stunden am Tag mit Kleidung, Essen und einer Schlafstelle versorgt, teilweise hunderte Kilometer weit mit Bus und Bahn zu diesen verfrachtet, da sie ja angeblich Flüchtlinge laut der Genfer Flüchtlingskonvention von 1951 seien. Also „politisch, aufgrund von Rasse, Religion oder Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe in ihrem Heimatland gefährdete Menschen“. Diese haben übrigens, berechtigterweise, sofort die Erlaubnis in einem sicheren Land zu arbeiten, egal ob über ein Drittland kommend oder nicht.

Ein Recht auf Asyl steht, entgegen dem Glauben vieler, jedoch nur denen zu, „die von ihrem Staat wegen ihrer politischen Überzeugung so stark ausgegrenzt werden, dass ihre Menschenwürde verletzt ist“. Notsituationen wie Armut oder Bürgerkrieg berechtigen hingegen nicht zu Asyl. Und wenn diese Menschen auf dem Weg über ein sicheres Drittland, z.B. Österreich, kommen, dann sind sie ebenfalls nicht, in meinem Beispiel in Deutschland, asylberechtigt und dürfen nicht in Deutschland bleiben. Diese Menschen müssten nach der Dublin-Verordnung in Österreich Asyl beantragen. Subsidiärer Schutz kann gewährleistet werden, wenn ihnen zu Hause Todesstrafe, Folter, oder große Gefahr durch einen bewaffneten Konflikt drohen. Diese Menschen dürfen nicht abgeschoben werden und dürfen sich in Deutschland eine Zeit lang aufhalten. Dies gilt wohl auch so ähnlich in Österreich, und trifft auf die Asylbewerber aus Syrien zu. Migranten sind all jene Menschen, die an andere Orte ziehen, innerhalb eines Landes oder über Staatsgrenzen hinweg.

Daraus folgt, dass Flüchtlinge immer Migranten sind. Im alltäglichen Sprachgebrauch sind Migranten Menschen, die ihr Land verlassen, um sich anderswo bessere Lebensbedingungen zu schaffen, nicht aber wegen akuter oder latenter Gefährdung durch die wirtschaftliche oder sicherheitspolitische Lage.
Dies nur, um sicherzustellen, dass jeder versteht wovon ich spreche. Ich spreche nicht von den armen Menschen, die tatsächlich im Heimatland um ihr Leben fürchten müssen und deshalb alles riskieren, damit sie sich selbst und ihre Familien irgendwo in Sicherheit bringen. Ich spreche vielmehr von denjenigen Menschen, die sich ihr neues Land quasi „à la carte“ auf Kosten unser aller zu wählen scheinen. Wie im ORF berichtet, mischen sich immer mehr Opportunisten hinzu, die diese Misere dazu nutzen, in ihr Wunschland zu gelangen, selbst wenn sie schon jahrelang anderswo in Europa angesiedelt waren oder aus einem relativ sicheren Land kommen.

Wie bitte kann es sein, dass jemand, der angeblich um sein Leben rennen musste oder schon seit Jahren in Europa (wenn auch im kriselnden Griechenland) ist, mit allen Mitteln versucht, nach Deutschland, Schweden oder Großbritannien zu gelangen? Sollte dieser Mensch nicht froh sein, heil in einem sicheren Land, egal wo, zu sein oder angekommen zu sein und Hilfe zu bekommen?
Stattdessen aber gibt es Krawalle an Grenzen zwischen sicheren Staaten und in Lagern, werden Fahrzeuge und Züge gekapert, Schlepper reich und ganze Staaten überrollt bzw. als Labungsstation und/oder Sprungbrett benutzt (oder doch eher missbraucht?), nur um in das auserwählte Land zu kommen. Angeblich seien ja manche Länder einfach nicht „attraktiv“ genug für „Flüchtlinge“, so z.B. Frankreich, Österreich oder Dänemark. Geht’s eigentlich noch?!

Und wie steht die EU dazu? Wie immer, so gut wie gar nicht. Keine Direktive, die schlicht und ergreifend regelt, wer jetzt ein Flüchtling, Asylant oder einfach nur Migrant ist, keine zentral organisierten Hilfsmaßnahmen, Kontrollen oder Gelder, nur ein paar weise Sprüche vom Herrn Juncker zur Lage der EU. So drückt sich Spanien, und auch so manch anderes Land, nach wie vor erfolgreichst davor, auch nur irgendetwas zu tun oder irgendjemanden aufzunehmen, andere, so wie Deutschland und Schweden, tun was sie können, und Dänemark und Österreich (nur als Beispiel) werden regelrecht überrannt. Sind aber eben nur „Sprungbretter“, da man doch nach Schweden bzw. Deutschland wolle, wo ja nach Meinung der „Flüchtlinge“ alles so viel besser sei und man Freunde und Bekannte hätte.

„Beggars are no choosers“. Dem scheint ja wohl nicht mehr so zu sein, und mit der „Union“ in der „Europäischen Union“ oder „Gemeinschaft“ in der einst so genannten „Europäischen Gemeinschaft“ scheint’s ja auch nicht sehr weit her zu sein. Einige wenige Länder und deren Bürger tragen das Gros der Last, manche für länger („Wahldestinationen“), andere nur vorübergehend („Sprungbretter“).
Man müsste diese Situation viel strukturierter und kritischer angehen und meistern. Auf globaler, EU, nationaler und individueller Ebene. Kritiklos und ohne zu hinterfragen alle in dieser Migrationswelle gleich zu behandeln ist schlicht und ergreifend falsch und wird mittelfristig zu einer noch größeren Krise führen. Es spricht sich ja wohl schnell herum, dass es für all die armen Hascherl, sei es tatsächliche Flüchtlinge und Asylanten – welchen alle nur mögliche Hilfe und Unterstützung zukommen möge –, sei es die ob der eben ausgeführten Tatsachen doch eher als Wirtschaftsmigranten zu bezeichnenden „nicht so armen“ Hascherl – welchen man meines Erachtens keine Hilfe zuteilkommen lassen sollte – , in Europa zur Zeit so etwas wie ein „free for all“ gibt. Und man braucht nicht viel Fantasie, um zu erahnen welche Hascherl diese Krise denn bereits ganz besonders ausnutzen und in Zukunft noch mehr ausnutzen werden.
Also meines Erachtens sollte es nicht “Refugees welcome” heißen, sondern „Real refugees welcome“.
Aber selbstverständlich, ob armes oder nicht so armes Hascherl, alle wollen und müssen versorgt werden. Daher: Chapeau, das von Helfern Geleistete scheint teilweise übermenschlich zu sein. Die Hilfsbereitschaft vieler, vieler mehr als ich jemals erwartet hätte, und auch vieler Menschen politischer und religiöser Couleur, die sonst eher nicht so viel mit dem Gemeinschafts- und Hilfsgedanken am Hut haben, ist großartig. Danke an euch alle, ihr wisst ja wer ihr seid!

Ich bin selbst Migrantin, also ausgezogen, um meine wirtschaftliche Situation zu verbessern, und daher in meinem Alltag eine „Ausländerin“. Manch eine Unterhaltung an Stammtischen „dahoam“ stoßt mir höchst unangenehm auf: ausländerfeindlich, engstirnig, mia san mia… Als vehemente Verfechterin von Menschenrechten, Freiheit und Toleranz beiße ich mir da schon des Öfteren fast die Zunge ab. Das heißt aber nicht, dass ich den Geschehnissen der letzten Wochen unkritisch gegenüber stehen und die Situation als gegeben hinnehmen muss. Lassen wir doch den wahren Flüchtlingen all die nötige und verdiente Hilfe und Unterstützung angedeihen, aber bitte nur dieser Gruppe, und nicht all den Migranten, die diese Situation schamlos ausnutzen. Und ich glaube, dass ein nicht zu vernachlässigender Anteil an Menschen in dieser Völkerwanderung eindeutig der zweiten Gruppe zugeordnet werden kann.

Bin ich ob dieser etwas differenzierteren Meinung jetzt ein schlechter Mensch?


Wie unschwer zu übersehen ist, werden wir in den letzten Tagen mit Wahlplakaten der ÖVP geradezu überschwemmt. Man traut sich kaum noch, die Augen auf zu machen. Überall der Pühringer. Sogar ganze Titelseiten wurden von der ÖVP gekauft. Eine Materialschlacht um an der Macht zu bleiben. Um die Verluste klein zu halten. Wir empfehlen für die nächsten sechs Jahre ein besseres Rezept. Eines, das wir Steuerzahler nicht mit unseren Steuergeldern brandeln müssen wie die Plakate der ÖVP. Wir raten: Einfach eine bessere Politik machen. Auf die Menschen hören und nicht auf Cliquen, Seilschaften und in der ÖVP gut verankerte Unternehmerclans. Da zahlen wir nämlich doppelt: die Garantiegewinne der Packler (einschlägige Modelle setzen wir als bekannt voraus) und dann auch noch die Werbeschlacht im Wahlkampf.

Wir wollen aber nicht abseits stehen, wenn das ganze Land zwanghaft verpühringert wird. Wir leisten unseren Beitrag. Tapfer und unaufhaltbar. Pühringer ist Oberösterreich. Gmundl ist Pühringer. Tanzt den Pühringer!
Was also bieten wir daher an dieser Stelle? Richtig geraten! Ein weiteres Sujet aus der Serie „Wahlplakate, die wir gerne sehen würden.“ Religionsprofessor Pühringer hadert mit der Welt, mit sich und mit einem Heiligen hoch droben im Himmel. Aber sehen Sie bitte selbst!

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Spannung
18. September 2015

Heute:
Bruno Beinharts Blick auf die Welt
Einserkasterl von Checker zum Wohnen
GK von find-out2 zur Reformpartnerschaft
Einserkasterl von Soistes zum „Heliwahnsinn“
GK von Marge Lila über Busse und Vergebung

Liebe Leserschaft!

Die Spannung steigt. Die Erregung auch. Die Nerven scheuern sich wund. Der Ton wird härter. Ein echtes Gerangel um Stimmen. Und das Gerangel wird täglich gerangeliger. Da hagelt es Vorwürfe und Anschuldigungen. Rempelei oder normales Gedrängel am Wochenmarkt? Die Wahrnehmungen sind unterschiedliche. Wahlkampf ist, man merkt es.

Mitten im Gerangel unterlief auch uns ein Fehler. Beim gestrigen Gastkommentar von Augenzeuge haben wir bei der Headline einen Fehler gemacht. Grundsätzlich ist es so, dass wir von der Redaktion die Headlines machen. So ist das auch in Zeitungen und Zeitschriften üblich. Manchmal übernehmen wir die Vorschläge der Gastkommentatoren, manchmal ändern wir sie ab, manchmal erfinden wir sie neu. Je nachdem. Gestern haben wir in Sachen Kammerhofer den Original-Text „Kammerhofers NDP-Vergleich“ in „Kammerhofers NS-Vergleich“ abgeändert. Was falsch war, als Kammerhofer in der Tat ausdrücklich auf ein persönliches Erlebnis mit der NDP verwies. Darauf wurde repliziert. Bei uns wurde daraus NS, was zwar was Ähnliches aber eben nicht das Selbe ist. Wir ersuchen, diesen Fehler zu entschuldigen. Wir haben den gestrigen Blog entsprechend korrigiert.

Im Tagesrhythmus flattern neue Zahlen über den möglichen Wahlausgang herein. Neue Zahlen also auch gestern. Die ÖVP entfernt sich immer mehr von der 40 %-Marke in Richtung 37 %. Die FPÖ ist wieder im Aufwind hin zu 28 %. Nach kurzem Aufzucken geht es mit der SPÖ wieder bergab hin auf 18 %. Die Grünen legen leicht zu, die Neos schaffen es gerade noch und stehen konstant auf der Kippe.
Für die Landesregierung deutet sich an, dass die ÖVP trotz grosser Verluste nur einen Landesrat verliert, also auf deren vier fällt. Kurz sah es so aus, als könnte die SPÖ bei schweren Verlusten sich knapp unter 20 % und damit ihre zwei Landesräte halten. Der dritte Platz wird immer gewisser, ein Landesrat geht verloren, einer bleibt. Die Grünen haben derzeit ihren Landesrat sicher. Wir packen den Uhu weg.
Die von Grünen und Schwarzen vor einiger Zeit beschwörte blau-rote Koalition bleibt das, was sie immer war: ein unrealistisches Schreckgespenst. Es geht sich nicht aus. Allerdings ist nicht klar, ob sich schwarz.-grün ausgehen wird. Da kann es um ein paar hundert Stimmen gehen. Hängt davon ab, ob die Neos es wirklich schaffen. Dann steht es nämlich 28:28 im Landtag zwischen schwarz-grün und den anderen. Wird Pühringer eine Koalition der Verlierer bilden, und die SPÖ trotz starker Verluste der Koalitionspartner werden? Oder sucht Pühringer sich jeweils die Mehrheiten von Fall zu Fall? Wir halten es nach wie vor für wenig wahrscheinlich, dass Pühringer auf schwarz-blau setzt. Aber wer kann schon sagen, welche Dynamik bei einem solchen Ergebnis frei wird? Wir tippen auf schwarz-rot – die Roten wird es im Ausverkauf zu Sonderpreisen geben.

Morgen bekommen wir neue Zahlen für Gmunden. Studium derselben übers Wochenende ist angesagt. Am Montag gibt es dann unsere Interpretation. Wir sind selbst schon gespannt.

H. C. Strache hat sich als Bundespräsident darstellen lassen. Ein verzweifelter Versuch, Reputation zu gewinnen. Wie so oft bei der FPÖ stellt er zwar die richtigen Fragen, aber die wenigen Antworten, die er gibt, sind ungschaut falsch. Manches einfach nur Demagogie. Z. B. wenn er sagt, man müsse abgelehnte Asylwerber abschieben. Liebe Leser, das ist längst Gesetz! Seine Forderung, die Flüchtlingslager in der Nähe der Krisengebiete einzurichten, wurde längst von der Regierung erhoben. Sein Verlangen, Sammelunterkünfte für die Asylwerber einzuführen, ist Quatsch. Er bleibt erstens die Auskunft schuldig, wo man diese Massenlager einrichten soll, und er sagt auch nicht, dass damit zusätzliche Lager à la Traiskirchen geschaffen würden, mit all den Problemen, die man bereits kennt. Die von ihm geforderte Begrenzung der Zahl der Asylanten ist ein Unding in sich selbst, wenn man das Asylrecht nicht abschaffen will. Asyl ist ein Menschenrecht. Man kann ein Menschenrecht nicht von der Anzahl jener abhängig machen, die es bereits in Anspruch nehmen.
Bei der FPÖ also nicht viel Neues: Strache als HBP-Imitator mit einigen richtigen Fragen und vielen falschen Antworten. Wo sind die Leute in der FPÖ, die vernünftige Antworten geben? Wo sind die Leute in der FPÖ, die das Regierungshandwerk besser beherrschen als die ohnehin brustschwache Koalitionsregierung? Die Vergangenheit zeigt, dass die FPÖ es diesbezüglich schafft, das ohnehin niedrige Niveau locker zu unterbieten. Ministernamen wie Sickl oder Gorbach seien da nur pars pro toto genannt. Von KHG ganz zu schweigen. Und vom anrüchigen Umfeld aus Korruption und Freunderlwirtschaft – da könnte man sogar in Gmunden noch was lernen. Und war da nicht noch die Hypo-Alpe-Adria?
Zum Glück gibt es in Gmunden einige Alternativen, wenn man mit der bisherigen Politik unzufrieden ist. Es muss nicht immer die FP sein. Auch wenn die Gmundner FP sich in einigen Facetten von der Landes- bzw. Bundes-FP unterscheidet (und schon immer unterschieden hat).

Noch eine Woche Kopfzerbrechen. Dann gibt es die Noten für Landes- und Bundespolitik. Wie das mit Noten so ist: ob sie die tatsächlichen Qualitäten der Beurteilten wirklich wiedergeben, darf bezweifelt werden. Da dürften manche nämlich gar keine Stimme mehr erhalten.

Bruno Beinhart f. d. Team Gmundl

Bilder anklicken für Originalgrösse!


Wohnen im Zelt?

Einserkasterl von Checker

Alle tröten vor sich hin von leistbarem Wohnen und so. Aber die sind alle Allround-Laien. Die wanzen uns Jungen an, aber checken nichts, trollen uns nur jeden Tag. Darum bin ich froh, wenn jemand was macht. Kampieren im Zelt ist gut. Das zeigt, es muss was geschehen. Galaktische Aktion der JG. Stark, wenn eine Partei ein paar helle Köpfe hat, die noch nicht in Rente sind. Ich wähl die Roten, ist zwar nicht angesagt. Aber FP wählen ist noch uncooler.

Die Mietpreise in Gmunden flashen mich. Kaufen ist erst recht nicht. Darum steht die Innenstadt leer. Dunkel in jedem Fenster, weil alle Leute weg sind. Im Brandl wohnen ist auf Dauer auch zu teuer.

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Die Gmundner Gemeinderatskandidaten Stefan Gärber (2. v. l.) und Markus Medl (4. v. l.)

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Die Reform geht weiter!

Ein satirischer Gastkommentar von find-out2

DIE REFORMPARTNERSCHAFT HÄLT WORT:

INFORMATIONSOFFENSIVE WIRD GESTARTET!

NEUER BILDBAND ERSCHIENEN!

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Wie immer bei Bildern: anklicken für Originalgrösse!

Die ominöse „Potentialanalyse“ (= das Machwerk – im Auftrag des Betreibers der Straßenbahn Gmunden und der Vorchdorfer Bahn sowie des Landes OÖ erstellt – in dem zu lesen ist, dass täglich 890 Fahrgäste die Straßenbahn und 770 Fahrgäste die Vorchdorfer-Bahn benützen und nach erfolgtem Zusammenschluss dieser Bahnen, eine Verdoppelung der Fahrgastzahlen auf 1780 bzw. 1540 zu erwarten ist) stellt quasi die Bibel der REFORMPARTNERSCHAFT ZUR ZERSTÖRUNG DER INNENSTADT dar.

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Dass es zur Erreichung diese hochgesteckten Zieles einer gehörigen Menge an „Potenz“ bedarf, ist klar, stammen diese Zahlen ja aus dem Jahre 2009!

„Trotz vieler Zweifel an der Aktualität der Zahlen ziehen wir dieses Jahrhundertprojekt durch, wir haben schließlich wirklich die Potenz“, so „Bagger-Stefan“, als er das erste Mal in seinem kurzen Bürgermeister-Leben mit Realitäten konfrontiert wurde.
„Nachdem wir jetzt ABC gesagt haben, müssen wir jetzt auch SRT sagen und neu denken, es bleibt uns nichts anderes über, wir wollen schließlich die Wahl wirklich verlieren! Hier müssen wir konsequent bleiben“, kommt aus dem Hintergrund die unverkennbar historische Stimme von „Bla-Bla-Christian“!

Ein Teil der „Potentialanalyse“ beschäftigt sich natürlich auch mit der bestehenden Vorchdorfer-Bahn – ihrer Routenführung, dem Zustand ihrer Infrastruktur, der Lage und Ausstattung ihrer Bahnhöfe, die ja den zusätzlichen Fahrgastansturm in den nächsten Jahren bewältigen müssen.
In Erfüllung ihrer Absichtserklärung, die Öffentlichkeit ab sofort lückenlos und offensiv über wichtige Fakten zum Projekt SRT-W(B)ahnsinn zu informieren, hat sich die REFORMPARTNERSCHAFT ZUR ZERSTÖRUNG DER INNENSTADT kurzfristig entschlossen, einen Bildband zur Vorchdorfer-Bahn herauszugeben.

„Nach unseren Verfehlungen in der Vergangenheit sind wir es unseren Wählern einfach schuldig, Aufklärung in dieser Art und Weise anzubieten“, tönt mit schwerem Bass „Wrecking-Ball“-Erich“! (Weiß eigentlich wer, warum er sich auch noch „rosenkavalier e.j.l.“ – noch dazu klein geschrieben – nennt?)
Der Bildband liegt in den Parteisekretariaten auf – rasche Besorgung ist angesagt – es ist damit zu rechnen, dass die verfügbaren Exemplare bald vergriffen sind.

Einen kleinen Auszug aus dem Werk hat die REFORMPARTNERSCHAFT aus Werbezwecken schon frei gegeben:
„Wichtig ist, dass wir die Öffentlichkeit rasch und unbürokratisch über die Bahnhöfe entlang des Schienenstrangs bis Vorchdorf informieren. Die verkehrstechnisch günstige Lage, die ausgefeilte Infrastruktur und vor allem, die architektonisch gelungenen Baulösungen der einzelnen Stationen sind es wert, dass man sich verstärkt damit auseinandersetzt“, bringt es der architektonische Sprecher der REFORMPARTNERSCHAFT, der in vielen Farben schillernde „Ampel-Karl“, auf den Punkt.
„Wir zeigen in unserer Vorschau nur Bahnhöfe, die sich im Einzugsgebiet von 8,5 Bahnkilometern ab Seebahnhof Gmunden befinden“, doziert „Schienen-Sigi“, „denn dass jemand aus Falkenohren (13,0 Bahnkilometer ab Seebahnhof) mit dem Zug zum Einkaufen in den SEP fährt, glauben inzwischen nicht einmal mehr wir von der REFORMPARTNERSCHAFT.“

bim_buch_nirgendwo_02Die erste Bahnstation „Lembergweg“ hat eine wichtige Funktion im Gesamtkonzept, liegt sie doch direkt unter dem Siedlungsgebiet „Schörihub“, welches voll an das Busnetz angeschlossen ist. Nur wer Sport betreiben will, rafft sich auf, um den Bahnhof zu erreichen.

„Man beachte die tolle Infrastruktur des Bahnhofs; übliche Einrichtungen wie P&R Plätze, Fahrradständer gehen eigentlich nicht ab, es braucht sie ja auch keiner“, kommt „Masten-Otto“ eventuell auftretenden Fragen zuvor.
„Wo kommen wir denn hin, wenn man Bahnstationen auch noch mit dem bösen, bösen Auto erreichen kann“, meldet sich „Hidden-Josef“, versteckt hinter einer Kartonwand, aber mit grünem Besen in der Hand.

Ist die Station auch vom Personenverkehr nicht gerade überschwemmt, so hat sie doch eine wichtige Funktion für die Landwirtschaft und die Konsumenten in der Innenstadt: Der abgeerntete Mais kann nach der Durchbindung direkt mit dem Zug zu den Verkaufsständen am Wochenmarkt und zum Hauptbahnhof Gmunden zwecks Weitertransport gebracht werden.

bim_buch_nirgendwo_03Nicht vorstellbar ist eigentlich, dass in Nordkorea, Sibirien, Syrien, Kosovo oder einem ähnlich vorbelasteten Land – die Aussage ist sicher politisch nicht korrekt, mir fällt aber im Moment keine andere ein – ein Bahnhof mit gleichem Ausstattungsstandard und Ambiente existiert, wie es die Station „Englhof“ darstellt.

„In unmittelbarer Nähe des größten Siedlungsgebietes außerhalb der Innenstadt gelegen, kommt dieser Station im Rahmen der Potentialanalyse exorbitante Bedeutung zu. Hier werden die größten Zuwachsraten an Fahrgästen erwartet, schließlich muß ja die versprochene Verdoppelung der Fahrgastzahlen nach der Durchbindung schnellstens erreicht werden“, melden quasi unisono die größten Verkehrsexperten der REFORMPARTNERSCHAFT, der „Zug-Wolferl“, der „Masten-Otto“ und sogar der „Schienen-Sigi.

„Besonders bestechen die komfortable Ausstattung des Wartebereichs und die Sicherheitsvorkehrungen für Eis und Schnee. Ein künstlerisch interessant gestaltetes „Phallusdenkmal“ (der „Masten-Otto“ freut sich sicher darüber) rundet homogen das Gesamtensemble ab“, geben die „Künstler“ unter den REFORMPARTNER, der „Ampel-Karl“ und der „Wrecking-Ball“- Erich zum Besten.

Ebenfalls etwas einsam liegt der Bahnhof Baumgarten/Waldbach, ist aber doch von den zig in Frage kommenden Fahrgästen leicht in einem erholsamen Fußmarsch zu erreichen. Man beachte den voll ausgelasteten Fahrradständer.

bim_buch_nirgendwo_04Auch die Station Unterm Wald macht ihrem Namen alle Ehre. Hier wird besonders drastisch das Parkplatzproblem bei den Stationen angesprochen: Weit und breit kein freier Parkplatz!

Aus dieser Situation heraus entstand die glorreiche und bahnbrechende Idee vom „Zug-Wolferl“: „Wollen die Leute nicht zum Zug kommen, dann müssen wir sie zum Zug bringen! Wir führen einfach Zubringer-/Sammeltaxis ein; weitgereisten Mitbürgern auch als Dolmus bekannt“, hat er natürlich wieder eine seiner lösungsorientierten Antworten parat!

bim_buch_nirgendwo_05Ein ästhetisches Highlight unter den Bahnstationen ist auch der Hauptbahnhof Gschwandt/Rabesberg, Gott sei Dank abgelegen vom Publikumsverkehr! Man beachte den Fahrradständer, rechts vom Unterstand, die fehlenden(!) Parkplätze und den geschmackvoll ausgeführten Bahnsteig.
Gschwandt/Schule liegt zwar verkehrstechnisch etwas besser, aber immer noch 500m vom Zentrum und dem Hauptsiedlungsgebiet entfernt. Stört nicht weiter, es gibt ja auch einen Bus…..!

bim_buch_nirgendwo_06Richtig heimelig gelegen im prosperierenden Siedlungsgebiet präsentiert sich auch der Bahnhof Eisengattern. Einladende Architektur, weltmännisches Ambiente – genauso wie man es sich vom touristischen Zentrum an der Bahnstrecke Gmunden-Vorchdorf vorstellt! Hier sind wohl alte Baupläne der „Bagdad-Bahn“ verwendet worden.

Der abenteuerliche „Bratlzug“ hat hier seinen Endpunkt, das atemberaubende Highlight, die „Tausendjährige Linde“, seinen Platz, das (wirklich!) köstliche „Bratl“ sein Zuhause!
Kurdirektor A. Murray hat auch schon in vorauseilendem Gehorsam eine Package-Lösung für Urlauber, z. B. aus Altmünster vorbereitet, um die Fahrgastzahlen der SRT in schwindelnde Höhen zu treiben:

„MIT DER SRT ZUM SCHWEINSBRATL!“
Programmablauf:
Gemeinsamer Fußmarsch vom Treffpunkt „Katharinenhof“ zum Bahnhof Altmünster. Aufregende Fahrt mit den ÖBB bis zum neuen Bahnhof Gmunden. Transfer in die SRT. Umständliche und unnötige Fahrt durch die zerstörte Innenstadt. Ab Seebahnhof Weiterfahrt mit dem „Dschungelexpreß“, wie die Vorchdorfer-Bahn seit ewig heißt. (Warum wohl?) Keine winkenden Menschen entlang der Bahnstrecke, nur dumm schauende Kühe! Im Zug gepflegte Getränke aus der Kühlbox …

Und es bleibt weiter spannend …


Welcher ‘Heliwahnsinn’?

Ein Einserkasterl von soistes

Ständig gibt es Aufschreie und Beschwerden man müsse die Stadt Gmunden wieder ein wenig beleben..
Es kommt ja eh bei den meisten Vorhaben zu nichts, entweder am Keim erstickt oder es endet in einer politischen Farce.
Dann hängt sich ein junger Mann ins Zeug, erreicht unerwartet viel Anerkennung. Die Veranstaltung entwickelt sich, zieht Menschen aus ganz Europa an. Tausende strömen heran und lassen Ihr Geld bei uns. Weiteres verbreiten sie ihre positive Mundpropaganda über Gmunden.
So. Nun gibt es also wieder etwas zu verhindern in Gmunden. Super!

Lärmbelästigung? Vietnamkriegsfeeling? Luftverschmutzung? etc.

Bitte bitte.

Ich sehe solche lärmbelästigten Menschen dann auch beim Feuerwerk des Lichterfestes, den Konzerten am Stadtplatz und dem Schiffsländenfest mit Ohrenstöpseln und verzwicktem Gesicht zuhause auf der Couch liegen, ein Jakob’sches Entspannungstraining dahin summend. Jeder Startschuss einer Regatta im Sommer ist wie ein Nadelstich.
Na Gott sei Dank ist dieser Event nur einmal im Jahr …

Anm. d. Red.: Das Geld, das die Leute bei uns lassen, würden wir gern mal sehen und zählen. Dann die Einnahmen den Kosten der Umwelt- und Gesundheitsschäden gegenüber stellen. Wie nennt man das? UmwegUNrentabilität. Es kann nicht sein, dass ein ganzer Landstrich nur um des lieben Mammons wegen terrorisiert wird. Lärm zählt längst zu den wichtigsten Krankheitsfaktoren der angeblich „zivilisierten“ Menschheit.
Die Unterhaltungsgelüste von Leuten, die von sich selbst aus keinen Millimeter über ihren beschränkten Horizont hinaus sehen, weil sie dafür einen Hubschrauber-Rundflug brauchen, können kein Grund sein, ein derartiges Retro-Spektakel aufzuführen. Einige wenige kassieren ein paar Euro, und der überwiegenden Mehrheit der Menschen wird ihre Erholungsmöglichkeit geraubt. Man wird eines Tages abwägen müssen: Dauerlärm-Spektakel oder lebenswerte Stadt. Was die Mehrheit der Einwohner wünscht, liegt auf der Hand. Vielleicht sollte der tolle Organisator sich lieber für eine vernünftige und lebenswerte Stadtbelebung „ins Zeug hängen“. Die Spassgesellschaft kommt rasant an ihre Grenzen und versucht jetzt, den alten Grundsatz „Die Freiheit des Einen endet dort, wo die Freiheit des Anderen beginnt“ auszuhebeln. Das Lärmrecht des Einen hört nämlich dort auf, wo das Recht auf Ruhe des Anderen beginnt. Wobei Ruhe und Erholung das höhere Gut sind! Wer es gern lärmig hat, kann entsprechende Diskotheken aufsuchen. Deren Besitzer werden im übrigen zu extrem teuren Lärmschutzmassnahmen gezwungen. Nur im öffentlichen Raum darf jeder lärmen, Hauptsache er verdient was dran.


Busze und Vergebung

Ein Gastkommentar von Marge Lila mit katholischen Anklängen

Am Katholizismus gefällt mir persönlich die Sache mit der „Vergebung“ am besten. Die funktioniert nämlich so: Fehler eingestehen, ehrlich bereuen, um Vergebung bitten, Besserung geloben und Buße tun. Dann gibt’s eine neue Chance. So hab ich das gelernt. Das hat bis jetzt in allen Lebenslagen auch gut funktioniert. Da ich nicht kurz vor der Seligsprechung stehe, benötige ich diesen Mechanismus leider relativ oft. „Fehler gemacht, eingestanden, „tut mir leid“ gesagt, mir Besserung vorgenommen, Konsequenzen getragen. So läuft’s im Leben.

Wenn ich mir die Jubelpostille der Gmundner ÖVP (die ja bekanntlich dem Katholizismus auch nicht gänzlich abgeneigt ist) heute so anschaue, dann dürfte das mit dem „Bereuen“ und der „Vergebung“ bei den Schwarzen noch nicht so ganz angekommen sein. Wir blättern uns durch stattliche 32 Hochglanzseiten (mein Gott, woher nehmen die das Geld dafür?) und sehen nur eine unablässige Reihenfolge von Selbstlob. Die schaffen es sogar, sich für den monströsen Zubau zur Musikschule zu loben und zu preisen! Da wird hemmungslos in Programmen der politischen Mitbewerber gewildert, da wird von tramtastischen Budgetzahlen geträumt (der Schuldenberg dahinter interessiert ja niemand), das einzige, was ich in diesem gelben Parteiwälzer nicht finde, ist das Eingestehen von Fehlern. Da hat die ÖVP offensichtlich den Sparstift dann doch noch schnell angesetzt. Wen wundert’s, eine dreimal so dicke Ausgabe der „Chance für Gmunden“ kann sich selbst die ÖVP von unserem Geld nicht leisten.

Zubau zur Musikschule: so zeigt ihn die ÖVP in ihrer Wahlbroschüre:
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Und das ist die Realität (man sieht die Villa Klusemann nicht mehr!)
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Offensichtlich konnte nicht einmal ein kleines Platzerl für den Parteinamen „ÖVP“ gefunden werden. Vor lauter Bürgermeisterlächeln war da echt kein Eckerl mehr frei. Auf 32 Seiten finde ich nicht den Funken einer Selbstkritik. Ganz im Gegenteil, gleich auf Seite 2 ruft uns der Strahle-Bürgermeister dazu auf, doch nicht auf Verhinderer und Jammerer zu hören. Ganz ehrlich, bei dieser Aussage hat es mir glatt die Luft zum Atmen genommen. Wenn ich vor lauter Ärger noch genug Luft hätte, wurde ich jetzt laut in Richtung Bürgermeister rufen: „ Hätten SIE doch nur rechtzeitig gejammert und Fehler verhindert!!!“ Hat er aber nicht und tut er auch jetzt nicht. Da jubelt er doch lieber und will so sich und seine ÖVP der politischen Verantwortung für deren langjährige Unfähigkeit entziehen. Da wird die Schuld an Fehlentscheidungen lächelnd an irgendwas oder irgendwen abgeschoben. Na gut, die ÖVP hat nach Meinung ihres Spitzenkandidaten in den letzten Jahren halt ein bißl zu viele Konzepte gehabt, und die Stimmung war nicht so optimal – aber das ist ja nicht entscheidend. Na, am überbordenden Ideenreichtum der ÖVP und an negativen Schwingungen wird es nicht allein gelegen sein, dass Gmunden heute auf einen Schuldenberg sitzt und nichts weitergegangen ist. Das dürfte dem Spitzenmann der ÖVP auch nach 6 Jahren im Gemeinderat, und das als große Zukunftshoffnung seiner Partei, nicht klar geworden sein. Er hat, außer ein paar Zwangsrückziehern kurz vor der Wahl und einem Dauerlächeln auch nicht viel am politischen Stil seiner Vorgänger geändert.

Intransparenz und Tricksereien sind nach wie vor an der Tagesordnung der ÖVP Gmunden. Oder wissen Sie vielleicht, wie die Sache mit den Citybuslinien weitergehen wird? Haben Sie eine Ahnung, warum aus dem Budget der Stadt Gmunden ein sogenannter „Wirtschaftsförderungsfonds“ für die Innenstadtkaufleute finanziert wird? Wissen Sie vielleicht warum wir plötzlich eine sündteure Werbebrochüre für e alles und alle aufs Auge gedrückt bekommen? Wer bezahlt den Schmarrn eigentlich? Wir? Stern & Hafferl? – Naja, wohl eher nicht. Also ich nenne das ganz einfach Intransparenz und Trickserei.

Was erwarte ich mir vom Bürgermeister und seiner ÖVP jetzt? Wie schon gesagt: Fehler zugeben, bereuen, entschuldigen, Besserung geloben und die Konsequenzen ziehen. Das nennt man auf gut Deutsch „Politische Verantwortung“. WIR müssen ja schließlich auch noch lange genug für deren schlechte Politik zahlen. Wer’s nicht so mit dem Katholischen hat, kennt das vielleicht vom Fußball: Wer die Saison verpatzt hat, steigt ab! Platz für eine wirklich neue Mannschaft machen!
Zum Schluss aber doch noch was Positives zu Seite 25 – die bunten Sitzmöbel in der Innenstadt sind toll und die jungen Leute die darauf sitzen, sind fesch!


Ein weiteres Sujet aus unserer Reihe „Wahlplakate, die wir gerne sehen würden“. Dieses ist ganz besonders Herrn Otto „Put the fun between your legs“ Kienesberger gewidmet.

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Gmunden entkrusten – aber wie?
17. September 2015

Heute:
Bruno Beinhart blickt ins Land
Einserkasterl von Dorog zu Heli-Wahnsinn
GK AndyB blättert in den Tips
GK von Augenzeuge zu Kammerhofers Nazi-Hinweis
GK von Heute anonym zur Selbstverarschung Gmundens
GK von Nasevoll über Krätze und Entkrustung

Liebe Leserschaft!

Wer die gestrige Diskussion zwischen Rudi „Ratlos“ Anschober und Manfred „Grenzwacht“ Haimbuchner gesehen hat, kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus. Zeitweise übten die beiden sich im überlagerten Chorgesang, harmonisch klang es allerdings nicht. War natürlich nicht der Zweck der Übung. Klaro. Aber wenn die einzige Botschaft von Anschober die ist, die FPÖ verhindern zu wollen, sollte er ein wenig Geschichte lernen. Auch wenn er kein Redakteur ist. (Kreisky einst zu einem ORF-Reporter: „Lernen S‘ Geschichte, Herr Redakteur!“) Denn mit diesem Dreh versucht die SPÖ es seit dem ersten Auftauchen von Gott-hab-ihn-selig Haider (der Petzner weiß allerdings nicht, wie wir der Krone am Sonntag entnehmen durften, ob Haider im Himmel gelandet ist. Na, da werden die Meinungen ziemlich geteilt sein!). Was hat es der SPÖ genutzt? Nichts, sie schmilzt dahin wie Schnee in der Sonne. Den Kanzler konnte sie bis jetzt halten, dafür keines ihrer Wahlversprechen. Und auch die meisten ihrer Grundsätze sind in der Regierungspraxis über Bord gegangen. Merke: wer nicht für seine Grundsätze wirbt, sich dafür kein Mandat holt, wird sie in einer Regierung auch nicht umsetzen können. Das sollte der Rudi Ratlos mal bedenken.

Leider, zum Haimbuchner fällt uns glatt gar nichts ein. Auffällig ist nur die Diskrepanz zwischen seinem „harmlosen“ Auftreten in den Massenmedien, und seinen davon etwas abweichenden Tiraden bei Versammlungen unter seinesgleichen. Und warum die Dichte an Neo-Nazis bei FPÖ-Veranstaltungen so hoch ist, wäre auch eine Antwort von Haimbuchner wert. Bei anderen Parteien treten sie jedenfalls nicht auf. Frage: wenn Veganer eine Fleischhauerei stürmen, hängt dann dort Fleisch oder Tofu-Fleischimitat? Frage zwei: wenn dort Fleisch hängt, warum wirft der Fleischer die geschäftsschädigenden Veganer nicht hinaus? Fragen über Fragen!

Nicht nur Wels ist für die SPÖ in Gefahr. Auch in Linz wird es eng. Der dortige SP-Bürgermeister Luger hat eine neue Wahlstrategie erfunden: Wählerminimierung. Als ob die Bürde des SWAP-Skandals nicht schon hoch genug wäre, bedient Luger jetzt alle Wählersegmente mit Argumenten, warum man ihn nicht wählen soll. Die kleinen Leute, Stammwähler und pauschal alle Kleinverdiener hat er mit seiner Hochzeitsschnorrerei von 24.000 Euro vor den Kopf gestossen. Sozialdemokratie sollte anderes aussehen. Linke und sozial Engagierte verärgert er mit seiner Flüchtlingspolitik. Zuerst die unselige Plakataktion auf den Linzer Strassen, jetzt das Larvieren bei den Flüchtlingsunterkünften. Es ist Luger, der verhindert, daß die leerstehende Kaserne Ebelsberg, eine höchst geeignete Location für die sichere und humane Unterbringung von Flüchtlingen, nicht genützt werden kann. Da bietet er lieber täglich neue Garagen oder Veranstaltungslokale wie das Design Center an. Eine Logik, die nur Luger versteht. Zynisch noch dazu. Der Mann läuft Gefahr, das Amt des BM zu verspielen. Angesichts der Alternativen leider auch kein erhebender Gedanke. Den Leuten stinkt es immer mehr, dauernd das kleinere Übel wählen zu müssen.

Weil wir eingangs über Rudi Ratlos filosofiert haben. Der Mann schadet nicht nur den Grünen auf Landesebene, er schadet auch vor Ort den Gmundner Grünen. Dass er den „schwarz-grünen Erfolgsweg“ lobt, ist logo. Was soll er nach zwölf Jahren Nichtstun mit zwischenzeitlichem Burn-Out-Erholungsurlaub auch viel sagen? Man würde nur gerne wissen, worin dieser Erfolgsweg besteht? Darin, dass nun auch in OÖ die Arbeitslosigkeit explodiert, das Land mit sinnlosen Projekten überzogen worden ist, die Landesfinanzen in einem Zustand sind, dass einer Sau graust? Irre Schulden ohne Gegenwert für die Bürger und Steuerzahler! Wahrlich, ein Erfolgsweg.
Aber ein Sager schlägt dem Fass den Boden aus: „Oberösterreich soll das Land der sauberen Politik bleiben, jenseits von Korruption und Machtmissbrauch.“ Waren es nicht die Gmundner Grünen, die gegen Korruption und Machtmissbrauch in Gmunden aufgetreten sind, bis hin zu Sachverhaltsdarstellungen an die Korruptionsstaatsanwaltschaft? Ist Gmunden nicht in OÖ? Jetzt versteht man erst richtig, warum Rudi Ratlos keinen Finger für die Gmundner Grünen gekrümmt hat. Weil alles paletti ist. In Oberösterreich gibt es weder Korruption noch Machtmissbrauch. Es darf gelacht werden. Dann laut geweint, angesichts der Realität. Und dann sollte man jene wählen, die noch erkennen, was Korruption und Machtmissbrauch ist. Wahrscheinlich hat der Anschober die Werbung der Gmundner Grünen „100 %  Gmunden – 0% Korruption“ missverstanden. Das ist nämlich keine Zustandsbeschreibung von Gmunden, sondern jener Zustand, den die Gmundner Grünen erreichen wollen, so man sie ausreichen stärkt. Das beste Argument gegen die Landesgrünen ist leider ihr Spitzenkandidat.

Die vierseitige Wahlwerbung der Stadtliste ist auch angekommen. Nicht nur im Umfang dünn, sondern auch im Inhalt. Wem das genügt, was dort drin steht, die oder der kann gleich die ÖVP wählen. Wer verspricht sich wirklich noch einen Nutzen von der Stadtliste? Mir fällt da nur die Iglo-Werbung ein „Iss was Gscheits.“ Oder auf Wahlwerbung umgetextet: „Wählts was Gscheits.“ Das inkludiert klarerweise das Nichtwählen der Stadtliste. So viel Empfehlung unsererseits muss sein.

Jetzt bin ich erschöpft. Diese Menge an „unfokusierter Intelligenz“ (© Michael Häupl) macht echt müde. Mir fallen die Tips aus der kraftlos gewordenen Hand. Meine Arbeitsleistung im Job wird heute nicht herausragend sein. Chef, bitte um Entschuldigung. Ich habe es für das Wohl Gmundens gemacht. Der Chef sagt ja immer: „Lass die Finger von den Tips, die gefährden deine geistige Gesundheit. Und komm mir dann nicht mit einem Burn-out!“ Manchmal hat sogar mein Chef recht.

Bruno Beinhart f. d. Team Gmundl


Heli-Wahnsinn

Einserkasterl von Dorog

Zum Heli-Wahnsinn: Zuständig für Genehmigungen ist das Land OÖ, Abteilung Verkehr, Hr. Ing. Schwarz, Tel: 0732/7720-14546. Bei vielen Beschwerden lässt sich diese Lärmverschmutzung eventuell stoppen, Hr. Schwarz zeigte in einem persönlichen Telefonat durchaus Verständnis für die Bevölkerung.

Unsere Empfehlung: die Behörden löchern, dass da endlich etwas dagegen unternommen wird. Je mehr Bürger sich beschweren, umso grösser wird der Druck. Der Event wurde soeben in den Tips gross abgefeiert. Von 20.000 Leute war die Rede. Wir hier leiden nicht unter Flüchtlingsströmen, sondern unter Strömen von unsinnig angeklockten Menschenmassen. Wo ist da der Schutz des „Hoamatlandes“? Bei so einem ökologischen Schwachsinns-Event. Gegen den luftgefüllten Heli des ÖAMTC für die Kleinen haben wir nichts. Der ist leise und umweltfreundlich. Und freut die Kinder. Wie es aussieht, sind unsere Kleinen deutlich klüger als die Erwachsenen.
Bruno Beinhart f. d. Team Gmundl


“Offline-Highlight” des Tages

Gastkommentar von AndyB

Wird die gute alte “Tips” auf Ihren alten Tage noch witzig? Oder war es nur ein Zufall?

Da lese ich doch 2 Leserbriefe zum gleichen Thema :
“Viele Menschen in der Tram” und “Keine Menschen in der Tram”.
(Erster war hier bereits als Gastkommentar zu lesen, Mehrfachverwertung halt! Anm. d. Red.)

Zwei Postings zum gleichen Thema, wie sie unterschiedlicher nicht sein können.
Beide Schreiber sind mir …… *hüstel* …. vööööllig unbekannt und beide vertreten eine absolut gegensätzliche Meinung bzw. Erfahrung.
Da fällt mir direkt der legendäre Satz ein : “Some men see things as they are and say why? I dream things that never were and say why not?” Aber das wäre nun ein bissel zu viel der Ehre.
Grüne ….. wieso komme ich jetzt auf die Grünen? Naja, egal.

Ein böses Gerücht macht im Internet die Runde. Angeblich verschenken die weiblichen Grünen ihre Besen, weil sie lieber in Zukunft mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren wollen …
(Äh, ist der Besen nicht ohnehin ein öffentliches Verkehrsmittel? Frage d. Red.)

Vielleicht vertragen sich Besen und Regio-Masten nicht so gut, aber wie gesagt wahrscheinlich nur ein übles Gerücht …
(Wir können uns vortellen, dass die Masten ein nicht unerhebliches Verkehrsrisiko für Besen-Reisende, früher Hexen genannt, darstellen. Anm. d. Red.)


Kammerhofers NDP-Vergleich –
jetzt muss damit endlich Schluss sein!

Gastkommentar von Augenzeuge

Als neutraler Beobachter dieser angeblich “rechtsradikalen Attacke” auf Herrn Kammerhofer kann ich Folgendes schildern: Das Film-Team von Salzi-TV hat offenbar Vertreter aller am Wochenmarkt werbenden Parteien zu kurzen, spontanen Interviews eingeladen. Auch Vertreter der B.I.G. Herr Kammerhofer wollte jedoch unbedingt sofort mit auf’s Bild, oder zuerst dran kommen, wer weiß. Mitsamt seinem Rad, was bei den vielen Menschen am Wochenmarkt zwangsläufig zu Rempeleien führt, kämpfte er sich sehr übereifrig mit ins Bild. Auch der nachdrücklichen Bitte des Salzi-Teams, er möge doch etwas Geduld haben, da er ohnehin auch befragt werden würde, kam er nicht nach. Im Gegenteil. Eine körperliche Attacke auf den grünen Gemeinderatskandidaten konnte ich beim besten Willen nicht erkennen. Dass jemand über sein Rad gestolpert ist, oder dass er im Zuge der Gesprächsaufstellung berührt wurde, das kann schon sein. Was mir sehr wohl höchst unangenehm aufgefallen ist, waren seine lauten Beschimpfungen.
Sein Vergleich mit rechtsradikalen Methoden entsetzt mich wirklich. Er setzt nach seiner grünen Parteikollegin DeGroot die Reihe von vollkommen unpassenden Vergleichen offensichtlich fort. Das ist absolut untragbar, denn die grünen Kandidaten reden auf diese Weise “Menschenverachtung” und “Nazi-Methoden” klein. Das darf ganz einfach nicht mehr passieren. Ich persönlich wäre Herrn Sperrer sehr dankbar, wenn er seine Kandidaten endlich wieder “einfängt” und zur Vernunft bringt.


Eine Stadt verarscht sich selbst

Gastkommentar von Heute anonym

Da öffnet man nichtsahnend die Tips, schon fliegt einem ein Schwanenbussi entgegen. Ein Realität gewordener Witz, fragt sich der gelernte Gmundner, der den Ausdruck Schwanenbussi immer für einen running gag aus dem Gmundl-Blog gehalten hatte, und im übrigen als gelernter Gmundner nicht leicht aus der Fassung zu bringen ist, was Schildbürgerstreiche angeht.
Ein Blick ins Impressum offenbart Übles: das Schwanenbussi ist eine offizielle Postille der Stadtgemeinde Gmunden.
Gmunden, eine Stadt verarscht sich selbst.
Hier überholt die Realität die Satire mit links, sowas erschüttert sogar einen gelernten Gmundner, der sich fragen muss: ja wollen die denn den Ebenseern den Fasching abspenstig machen???

Anm. d. Red.: Das Machwerk wurde von jener einschlägig vorbelasteten PR-Firma produziert, die auch für die Hervorbringung „Tramtastic“ der Regio-Fans verantwortlich ist und damit gutes Steuergeld kassiert. Das „Schwanenbussi“ kann es an Schwachsinn mit Tramtastic aufnehmen. Ob die darin beworbenen Kaufleute wirklich alle sehr glücklich sind mit dieser völlig unsinnigen „Werbe“linie, darf man bezweifeln. Laut sagen wird es keiner. Die stille Wut wird sich wohl bei der Wahl mit einem Kreuzerl Luft machen.


Entkrusten wir Gmunden!

Ein Gastkommentar von NaseVoll

Da kommt Bewegung rein …. 10 Tage vor der Wahl… aber Vorsicht, die Krätze winkt!

Es ist ein politischer Offenbarungseid der selbsternannten „Spitzen-“Kandidaten der Parteien, der Richtung 27. September geplant, tagtäglich über die hofberichterstattenden Bezahl-TV Kanäle der lokalen „Fernsehsenderchens“ flimmert.

Von dem vom Regio-Zug-Fieber befallenen Obergrünen, Herrn Kienesberger, hört man da, dass es doch (O-Ton) „…Bitteschön doch um die Neugestaltung des Innenstadtraumes Gmundens geht…”.

Na bravo. Wenn der Klosterplatz das Kleinmodell der grossen Innenstadt-Neugestaltung sein soll, dann wünsch ich dem Herrn Kienesberger eine Büste mit seinem Konterfei mitten am Hauptplatz.

Direkt neben der Büste des Superschulden-(LangzeitBürger-)Meisters Köppl (Amtsübernahme 1997 mit 4 Mio Euro – Amtsübergabe 2015 mit 32 MIO Euro + die 6 Mio Euro aus dem kommenden Zug-Desaster – ganz zu schweigen vom gemeindeeigenen Defizitausgleich für die Neumanns dieser Stadt).

Weiters steht die Kienesberger-Büste neben der des historischen Dauerlächlers Herrn Dickinger, den außer seinem gut abgesicherten Bezirkssekretärs-Job nur noch eine weitere Periode im Gmundner Gemeinderat interessiert.

Eines ist aber klar: ALLESAMT interessiert diese „Hobby-Politiker” nicht das Wohl unserer Stadt, sondern eitle Selbstverwirklichung in Monsterprojekten, die, wurscht was sie kosten und vernichten, durchgezogen werden.

Vor so einem Hobby-Politiker-Büstenwald könnten sich dann die nächsten 20 oder 30 Generationen an GmundnerInnen künftig jeden Tag daran erinnern, wer die Zukunft Gmundens von 1997 bis 2015 wider besseren Wissens in den Graben gefahren hat.

Oha – da fehlt natürlich noch die Büste des sagenhaft vernetzen Zugbetreibers. Mit vielen Steuermillionensternen verbrämt.

Dass solche Leute keine Scham haben und sich im Lokal-TV bei einem Schwenk, wo es um die neuen Spitzenkandidaten der ÖVP geht, ablichten lassen, spricht Bände. Das alles auch noch im Rathaus bei der Präsentation der ÖVP und zum Sprechertext, dass es jetzt um den Spitzenkandidaten der ÖVP geht. Das spricht Bände zum Thema, wie sehr hierorts Politik und Wirtschaft zum Schaden der Allgemeinheit in Gmunden schwärzest verfilzt sind.

Zurück zu den Wahlkampf-TV-Filmchens:
Versteigt sich da z. B. der ParteienWechselDich-Herr Kammerhofer zu folgenden Aussagen: Er wird sich vermehrt unter die Leute am Dienstagmarkt in Gmunden mischen, um da ihre Meinung zu erfragen … und dass er sich für eine „Gartenstraße” entlang des Sees am Ostufer stark machen wird.

Das nennt man wahre Klientel-Politik im Sinne der ohnehin privilegierten Haus- & Wohnungs-besitzer am Traunsee Ostufer.

Was das Erfragen der Meinungen der Leute betrifft…. Herr Regenbogen-Kammerhofer: Sie hatten fünfdreiviertel Jahre Zeit das zu tun, – wieso denn jetzt erst so kurz vor der Wahl?
Ich gebe Ihnen die Antwort: Weil Ihnen die wahre Meinung der Bürger sowas von wurscht ist und Sie (ganz so wie alle Ihre Kollegen im Rathaus) nur daran interessiert sind, in einen Job mit wenig Aufwand und viel Gage wieder gewählt zu werden. So schaut’s aus!

Dann hätten wir da noch das letzte Aufgebot einer, diese Stadt in den finanziellen und städtebaulichen Ruin geführt habenden ÖVP, nämlich Kurzzeitbürgermeister Krapf:

Seine neueste Verzweiflungs-Idee, eine Innenstadtmarina Gmunden, ist wohl der größte Blödsinn, der zwischen dem Traunseeost- & Westufer jemals ausgeknobelt wurde – gleich nach dem noch irrwitzigeren ZUG QUER durch Gmunden.

Neo-Sauna-, Bade-& Bootsmeister Mag. Krapf meint doch tatsächlich (im Gleichklang mit einer netten aber unwissend-unbedarft daher plaudernden ÖVP-Gemeinderatskandidatin), dass entlang der Esplanande eine Marina samt Badestegen doch der Hammer hier am Traunsee wäre…

Verehrter Herr Krapf:
Hätten Sie und Ihre ÖVP auch nur ein Mal zwischen den letzten 5 !!! Gemeinderatswahlen an Ihre Wähler gedacht, dann hätte Sie mit den Bundesforsten eine Vereinbarung betreffend der Seezugänge und Badeplätze (in Kooperation mit Ihren Bürgemeisterkollegen am Westufer) im Sinne der nichtprivilegierten Allgemeinheit ausgehandelt.

Faktum ist, dass die Bundesforste (auch ein ÖVP dominierter Staatsbetrieb und geschützte Werkstätte für so manchen Pseudo-Grünen im schwarzen Lodenmantel…) jeden müden Quadratmeter entlang des Sees zu Höchstpreisen verpachtet haben bzw. nach wie vor verpachten.

Und da haben Sie, werter Herr Krapf, samt Ihrer ÖVP jahrzehntelang zugesehen, ohne auch nur einen Finger zu rühren. Dafür haben Sie ein Wahnsinnsprojekt nach dem Anderen ausgeheckt und schlussendlich nach vielen Jahrzehnten und verlorenen zigzig-Millionen Euro diese dann wieder bleiben lassen.

Mit einem Bruchteil dieser verschleuderten Gelder hätte an passender Stelle längst eine in schöner Umgebung realisierte Bademeile am Naturufer des Traunsees realisiert werden können.

Dass da jetzt für die Nicht-DirektAmSee-Zweithausbesitzer (= die große Mehrheit des stimmfähigen Wahlvolkes) nichts anderes mehr übrig bleibt als das Dreckwasser der Gmundner Bucht, in die Sie jetzt Badestege bauen wollen – ja auch dafür tragen Sie mitsamt Ihrer abgehobenen ALT-& NEO(S) ÖVP die Verantwortung.

Aber lassen wir doch gerne den Herrn Krapf ein paar Mal in den wasservogelkotverseuchten Wellen zwischen der Schiffahrtsanlegestelle und der Baumgartner Terasse rumgurken. Die „Schwarze-Schwanen-Badehaube“ bekommt er gratis…

Denn der Verfasser dieser Zeilen kennt persönlich zahlreiche Fälle von Gmundnern, die sich bei einem einmaligen Sprung in den See in der Gmundner und Orther Bucht nachhaltig die Krätze geholt haben. Klartext: Die Gmundner Bucht ist als „Freizeitparadies” für Schwimmer absolut – u. a. auch aus hygienischen Gründen – ungeeignet.
Etliche Ärzte Gmnundens werden dies (natürlich nur hinter vorgehaltener Hand) bestätigen.

Was die „ach so plötzlich weitblickend“ angedachte Motor-, E-Boot & Segelyachten-Marina im Gmunden Zentrum betrifft, so sollte sich der Herr Neo-Kurzzeit-Bürgermeister mal doch bitte in der Bootsszene umhören.

Dann wird er rasch draufkommen, dass Leute, die ein Boot besitzen, sicher nicht den Trubel und die Geräuschkulisse einer ausufernden Bespassungsstadt, wie es Gmunden mit superlauten Konzertevents dank ÖVP und SPÖ am laufenden Band wurde, haben wollen würden…

Das einzige, was Bootbenützer und/oder Segler nicht brauchen, ist das Getümmel außer Rand und Band geratener Menschen, die im Vollsuff ihre Notdurft in den See verrichten und ihre Getränkedosen auf die in einer Innenstadtmarina Gmunden womöglich liegenden Boote werfen würden.

Es gibt seit Jahrzehnten einen Bootsanlegeplatz mitten in Gmunden. Warum wohl, lieber Herr Krapf meinen Sie, dass dieser Steg derartig selten von Booten (Ausnahme das Lichter – äh neu umbenannte „Lautstarkfest Gmunden“) frequentiert wird?

Außerdem wird Ihnen die Frauscher-Werft es ganz sicher danken, wenn Sie neue Bootsliegeplätze direkt vor deren Haustüre auf Steuerzahlers Kosten bauen wollen, die ebenso wenig frequentiert sein werden, wie die Zugsgarnituren, die Sie durch Gmunden rollen lassen wollen.

Vielleicht finden sich ja ein paar Vorchdorfer oder Gschwandter Bürgerchens, die sich eine neue E-Gurke oder ein Segelbötchen über den Winter zulegen. Dann können diese im ohnehin immer leeren Zug von Ihren Heimathäfen zwischen Vorchdorf und Gschwandt die Bootsschüsseln in den Regio-Abteilen gut verzurrt zur neuen Krapfschen Innenstadt-Marina transportieren.

Wenn’s nicht zum Weinen wäre, dann müsste man in schallendes Gelächter über die panische Ideenlosigkeit der meisten Kandidaten kurz vor dieser Wahl am 27. September ausbrechen.

Stichwort „AUSBRECHEN”:
In Anbetracht des visionslosen, macht- & geldgeilen Dilettantismusses der meisten sich zur Wahl stellenden Parteien und Kandidaten, gehen dem gelernt-geplagten Bürger und Steuerzahler die Grausbirnen hoch.

Da hilft nur Eines am 27. September:
AUSBRECHEN AUS IMMER SCHON GEGANGENEN WAHL-WEGEN. Nicht immer nur ÖVP, SPÖ oder FPÖ (die blauäugig übrigens nur mit der ÖVP packelt) wählen, sondern endlich mal der Zukunft wirklich eine faire Chance geben. (Der ÖVP ist sicher keine Chance mehr für Gmunden – eher eine latente Gefahr!).

VERTRAUEN SIE DARAUF, dass es in Gmunden mehr gibt als die alten, verkrusteten Partei-Machtstrukturen und knöchern denkenden Parteisoldaten der EINHEITSPARTEI ÖVPSPÖFPÖ – und leider auch die der GRÜNEN.

Wählen Sie am 27. September klug und nicht die schwarzen, roten und blauen Wiederholungstäter der letzten Jahrzehnte.

WÄHLEN SIE DIE B.I.G.!
Das sind aufrechte Bürger, die es  – genauso wie die stille, überwiegende Mehrheit der GmundnerInnen – definitiv satt haben, sich von einer Handvoll abgehobener Politokraten bevormunden zu lassen.

Wählen Sie die falsch liegenden und zum Schaden der Stadt agierenden Sageders, Krapfens, Dickingers und auch die Grünen raus aus dem Rathaus.

Ja, auch die Grünen. Denn denen ist beim ZUG DURCH GMUNDEN – Verzeihung bitte sehr – aber ganz einfach der Hausverstand entgleist.

Nur eine starke B.I.G. (den Namen finde ich persönlich übrigens nicht so berauschend…, weil SMALL IS BEAUTIFUL …! )
also: Nur eine starke B.I.G. kann im Gmundner Rathaus die Weichen so stellen, dass dieses Stadt nicht endgültig vor die Hunde (äh Wasservögel) geht.

Die Wählervernunft in Gmunden wird am Abend des 27. Septembers, nach dem Stimmenauszählen hoffentlich kein Staatsbegräbnis erhalten…

Anmerkung der Redaktion:
Wir haben in der Regio-Frage eine massive Meinungsdifferenz mit Herrn Kammerhofer. Aber ganz unkommentiert können wir den Angriff auf ihn nicht lassen.
Die Attacke auf Hrn. Kammerhofer bezüglich seines Parteiwechsels erscheint uns nicht angebracht. Herr Kammerhofer ist nicht freiwillig von der SPÖ zu den Grünen gewechselt. Einige Kleingeister kamen mit ihm nicht zurecht. Kammerhofer war – solange wir ihn kennen – immer irgend wo zwischen rot und grün angesiedelt. Er kommt aus der Sozialdemokratie und hat die „Grüne Erde“ gegründet. Er selbst bezeichnet sich gern als politische Wassermelone „aussen grün und innen rot“. Wendehälse sehen anders aus und kann man auf der ÖVP-Liste besichtigen. Da schillert jemand wirklich wie ein Regenbogen.
Auch der Vorwurf, Kammerhofer gehe es um einen „Job mit wenig Aufwand und viel Gage“ ist nicht gerechtfertigt. Reich wird man mit dem Gemeinderatsmandat nicht. Wenn man die Arbeit ernst nimmt, ist sie auch recht zeitraubend. Dazu kommt, dass bei den Grünen, so weit wir wissen, die Hälfte der Bezüge an die Organisation abzuliefern ist, um die politischen Aktivitäten zu finanzieren.
Herr Kammerhofer hat auf eigene Kosten vor ungefähr einem Jahr die Gmundner Bevölkerung ausführlich befragt. Auch der Vorwurf, er frage erst jetzt, geht daher ins Leere. Die anderen Kritikpunkte des Kommentars teilen wir im Prinzip.


 

Jetzt hat der Hubert von Goisern den Grünlauf bekommen, eine Mutation des bekannten Rotlaufs.
Er konstatiert auf den Originalplakaten der Landesgrünen: „Der Hut brennt“ und empfiehlt, als Gegenmittel grün zu wählen. Wir haben da einen besseren Vorschlag wahlplakattechnisch umgesetzt. Unser Vorschlag scheint uns eine probate Lösung zu sein, der vom Huberterl kommt uns brandschutztechnisch eher kontraproduktiv vor.

gruen_plakat_04


Politician

Band: The Cream
Music: Jack Bruce
Words: Pete Brown

Hey now baby, get into my big black car.
Hey now baby, get into my big black car.
I just want to show you what my politics are.

I’m a political man and I practice what I preach.
I’m a political man and I practice what I preach.
So don’t deny me baby, not while you’re in my reach.

I support the left, though I’m leaning, leaning to the right.
I support the left, though I’m leaning, leaning to the right.
But I’m just not there when it’s coming to a fight.

Hey now baby, get into my big black car.
Hey now baby, get into my big black car.
I just want to show you what my politics are.


 

Flucht, Outing, Heliwahnsinn
16. September 2015

Heute:
Bruno Beinhart über Flüchtlinge und anderes
Einserkasterl von Heute Anonym zu Heli-Wahn
GK AndyBs Outing als ÖVP-Programm-Autor
GK von Karlheinz König über seinen Ärger
GK von Karl Kammerhofer über Rempeleien

Liebe Leserschaft!

Wer gestern das Interview von Armin Wolf mit einem Staatssekretär der ungarischen Regierung gesehen hat, kann nur noch staunend mit offenem Mund den Kopf schütteln. Hier gab ein politischer Ungustl erster Ordnung Einblick in den autoritär-faschierten Charakter des Orbán-Regimes. Diese Leute diskutieren nicht, die dekretieren und haben klare Feindbilder. Man macht ein Land „ausländerfrei“, und das klingt schlimm nach einem anderen, ähnlichen Wort aus längst vergangen geglaubten Zeiten. Zum Fürchten und zum Ekeln.

Zu schlechter Letzt folgte dann ein Auftritt von Frau Mikl-Leitner, Innenministerin. Wer das gesehen hat, sieht endlich klar: diese Frau ist dem Anschein nach nicht böswillig, sondern einfach zu dumm für ihr Amt. Es ist kein Wunder, dass da ein „Regierungsbeauftragter“ für Flüchtlingsfragen benötigt wird. Man sollte die Frau Minister endlich heimschicken und die Gage der Flüchtlingshilfe zuführen. Das brächte mehr.

Kein Zweifel, das Problem ist nicht ganz einfach zu lösen. Aber wenn Mikl-Leitner erklärt, das Bundesheer würde die grüne Grenze schützen, dann ist das blanker Unsinn. Sowohl Verteidigungsminister Klug als auch der Chef des Heeres haben klar gesagt, dass es unmöglich sei, eine so lange Grenze auf diese Art vor Flüchtlingen zu „schützen“. Selbst der ÖVP-Landeshauptmann von Salzburg sieht das klar, man werde die Soldaten nicht auf Leute schiessen lassen können.
Der Hilfseinsatz des Heeres ist in erster Linie eine logistischer. Das Heer setzt sein Wissen über Transportlogistik und seine diesbezüglichen Kapazitäten ein, über beides verfügt ein Heer zwangsläufig und in weitaus höherem Masze als die Polizei. Transportlogistik zählt zu den Kernkompetenzen des Militärs. Das, was Herr Strache sich vorstellt, nämlich Wehrsportübungen und Kriegspielen entlang der grünen Grenze, wird nicht statt finden. Dank einiger rational denkender Regierungsmitglieder vor allem in der SPÖ.

Mit seinen klaren Worten zeigt Faymann endlich Führungsstärke. Die ÖVP will das offensichtlich konterkarieren. Man hat wohl Angst, dass die Menschen sich bei den kommenden Wahlen jenen zuwenden, die hier vernünftige Führungsstärke zeigen, anstatt sich in dummen und nicht umsetzbaren Parolen zu ergehen wie Herr Strache, oder täglich die eigene Unfähigkeit vorzuführen wie Frau Mikl-Leitner. Faymanns energische Ansage kann, wenn entsprechende Taten sichtbar werden, in den momentanen Wahlbewegungen in OÖ und Wien unter Umständen noch zu neuen Entwicklungen führen. Man wird sehen.

So anständig die Politik der Grünen in Asylfragen auch ist (wenngleich manchmal mit zu viel Illusion und Folklore behaftet), in Umweltfragen sieht es insbesondere hier in OÖ auf Landesebene mehr als nur trüb aus. Das Anschober-Grün reicht von Grau bis Gräulich. Neuester Beweis: das neue Gesetz, mit dem man Massentierhalter vor den „Nachstellungen“ der Tierschutzorganisationen wie Vier Pfoten schützt. Was bisher „nur“ als Besitzstörung galt (und damit praktisch nicht strafbar war, man konnte nur die Beseitigung der Besitzstörung einklagen), soll nun zu einer strafbaren Verwaltungsübertretung werden. Angeblich ist das in OÖ lt. Standard bereits Landesgesetz. Haben die Grünen diesem Gesetz zugestimmt? Warum wurde das, wenn die Grünen dagegen waren, nicht in die Öffentlichkeit getragen? Und haben die Grünen dem zugestimmt? Wenn ja, was wir vermuten, was sind dann die Worte von Herrn Anschober gegen Massentierhaltung und Tiertransporte noch wert? Man tätert es halt gerne wissen, gell! (So Babsy in der Redaktionskonferenz!)

Wird das Zelt, derzeit gerne für Flüchtlinge verwendet, zum Standardwohnheim junger Menschen? Angesichts der Wohnungspreise in Gmunden ist das durchaus mehr als nur ein Scherz. Inzwischen beteuern alle Parteien in Gmunden, dass sie für leistbares Wohnen sind. Die Junge Generation der SPÖ führt seit Dienstag abend auf dem Rathausplatz vor, was es praktisch bedeutet, wenn Wohnen nicht mehr leistbar ist. Wir freuen uns, dass jetzt nicht nur die Grünen, sondern auch die Roten ein wenig Aktionismus in den Wahlkampf bringen. Nichts ist so anschaulich, wie die praktische Tat.

jg_wohnen_02Aktion der Jungen Generation in der SPÖ zu leistbarem Wohnen (Klicken für Originalgrösse)

Die Kontroverse zwischen Frau de Groot und unserer Babsy Blitzschnell hat enorme Reaktionen in der Leserschaft provoziert. Wir können nur sagen: gewaltiges Echo und gewaltiger Beifall für Babsy. Sie dankt gerührt, trinkt einen Martini (der ist nicht gerührt, sondern geschüttelt, James Bond schau herunter!), und hofft, dass ihr nicht vor lauter Freude über die Zustimmung doch glatt eine verpönte, uiuiui-sexistische Laufmasche die Strümpfe hinunterläuft. Wir in der Redaktion halten schon den UHU bereit.

Wir ersuchen unsere Leserschaft um Nachsicht für die derzeit höhere Rate an Tipp- und Schreibfehlern. Es gibt so viel zu tun, und wir wollen möglichst aktuell am Ball sein, sodass wir nicht so gründlich redigieren können, wie gewünscht. Derzeit korrigieren wir direkt am Bildschirm. Ohne die Texte auszudrucken. Geht schneller, ist aber erfahrungsgemäss wesentlich fehleranfälliger als Korrektur auf dem Papier. Was wir von den Korrekturprogrammen am PC halten, sagen wir lieber nicht …

Am Dienstag staute es sich am Wochenmarkt. Extreme Politikerdichte, man mischte sich unters Volk. Vielleicht ein wenig auffällig, dass in den vergangenen sechs Jahren eine solche Ortsverfestigung der Ortspolitiker nicht zu beobachten war. Ist das der Grund, warum die FPÖ darauf verzichtet hat, in den Nahkampf zu gehen? Einigen war der von SP-Dickinger gelobte „Kontakt auf engerem Raum“ scheinbar doch etwas zu eng. Siehe den GK von Karl Kammerhofer. Gab es etwa gar den einen oder anderen blauen Fleck? Und das für Rothäute oder Grünfinken? Kann nicht sein, wo doch die FP sich nicht unters Volk gemischt hat.

Jetzt aber sind unsere Kommentatoren dran. Vielen Dank für die eifrige Beteiligung am zivilgesellschaftlichen Diskurs. Gmunden hat es mehr als nötig!

Bruno Beinhart f. d. Team Gmundl


Helikopter-Wahnsinn

Einserkasterl von Heute anonym

Nur weil ein Gemeinderatskandidat der ÖVP, der vor Jahren mit der Tochter des Ex-Bürgermeisters liiert war, eine Leidenschaft für Hubschrauber hegt, muss ganz Gmunden ein Wochenende lang das nervende Geflappe der Rotoren ertragen. Vietnamkriegfeeling inklusive.
Als einfacher Steuerzahler darfst zum Wochenende nicht einmal deinen Rasen mähen, und das aus gutem Grund.
Man fragt sich zum wiederholten Mal, wer sowas eigentlich genehmigt, und warum!


Ich bin der ÖVP-Programm-Denker!

Gastkommentar von AndyB

Nachdem ich nun den Großteil des neuen ÖVP Programms geschrieben habe …….. *ääääh* …. ja was denn? Fast alle Vorschläge und Denkanstöße aus den letzten Jahren, die ich hier geschrieben habe, sind übernommen worden :

– “Bürgermeister Sprechstunden” in den Bezirken
– mehr Seezugänge
– Hotel auf dem alten Areal des Parkhotels
– keine Zusammenlegung von Strandbad und Therme
– Erhaltung des Strandbades
– keine weitere Verschandelung durch Neubauten
– Erhaltung des Badeplatzes Weyer

Allerdings bei den Themen

– Bau der Regio-Bahn durch die Altstadt
– Hotel Toscana

muss es zu Schwierigkeiten bei der Übermittlung gekommen sein. (Vielleicht hat das Kopiergerät im ÖVP-Büro gestreikt? Anm. d. Red.) Da hatte ich mich GEGEN eine Verlängerung der Regio-Bahn ausgesprochen und ganz klar gegen eine Zerstörung des Toscana Parks. Da besteht noch Handlungsbedarf! (Kopierer reparieren! Anm. d. Red.)

Und jetzt? Während andere für ihr Versagen hohe Gehälter kassieren, da gehe ich leer aus. Kein Dank, nicht mal ein paar Spaten oder einen feuchten Händedruck. Die Welt ist undankbar, das sagte schon meine selige Großmutter.

Jetzt soll ich auch noch meine Stimme abgeben?! Daraus wird nixx, denn meine Stimme brauche ich noch.

Wer ein wenig Spaß haben will, der sollte mal bei Menschenansammlungen (Einheimische und Touristen) an der Baustelle Franz Josef Platz laut rufen : “I gfrei mi, endlich eine Straßenbahn!”
Da wird man sein blaues Wunder erleben. Ich habe es ein paarmal gemacht und habe es nur knapp “überlebt”  …

Hier noch mein persönliches Highlight der Woche :
“Wir wollen digital eng mit Hagenberg zusammenarbeiten, um dem Gast das beste Offline-Erlebnis zu bieten.” – Andreas Winkelhofer, Landestourismus-Direktor für Oberösterreich

Offline-Erlebnis?? Offline-Erlebnisse gab es schon vor Millionen Jahren. Die Eiszeit war bestimmt ein fantastisches Offline-Erlebnis oder aktive Vulkane. Leider hatte ich an diesen Tage andere Verpflichtungen und konnte da nicht teilnehmen. Auch die französische Revolution, ein Offline-Erlebnis erster Klasse, habe ich leider verpasst.

Vor ein paar Jahren wussten die meisten Politiker nicht mal was ein PC ist, und für viele ältere Österreicher ist er heute noch ein Buch … äääh … Ding mit sieben Siegeln.

Da muss man also erst einmal eng digital zusammenarbeiten … aha …

Da haben meine Vorfahren und ich über Jahrzehnte Urlaub gemacht und hatten kein vernünftiges Offline-Erlebnis, weil es vorher nicht digital aufgearbeitet wurde. Um Gottes willen … all die schönen Urlaube und alles umsonst …


Babsy, deGroot und Wahlwerbung

Gastkommentar von karlheinz könig

ich bin spät dran, aber es ärgert mich einfach …

anstatt hier die vorteile selektiver legasthenie bei inflationärer plakatdichte zu loben (so stand etwa zu lesen, dass unser LH für “zusammenhalt in schmierigen zeiten” stünde, und dies so erreichen möchte: “anstatt hausverstand: zusammenhalt”), ärgert mich der disput der frau enser de groot mit babsy.
aus mehreren gründen.
eine person mit klarnamen wirft einer/m hinter einem avatar stehenden schreiber/in vor, eine potentiell nymphomanische alkoholikerin zu sein. das spricht nicht für frau de groot. weder der vorwurf an sich, noch die tatsache, dass sie sich der funktion einer kunstfigur zum schutz der eigenen privatsphäre nicht bewusst ist (und diese notwendigkeit kann man anhand dieser diskussion auch nachvollziehen.).

zum anderen, weil sie es mir altem sozialisten (hammer und sichel statt nadelstreifrealo) mit starkem grünhang verunmöglicht, gegen den vorwurf an die grünen anzuargumentieren, dass sie – die grünen – ebenso konfliktfreudig und humorbefreit wie kompromisslos strittige thesen vertreten würden, ohne sich der ursachen oder wirkungen bewusst zu sein. ich höre es täglich.

entweder ist das wahlwerbung auf höchstem niveau (mehrfach umgekehrte psychologie) oder der hinweis auf eine sehr verletzliche seele, wer weiss das schon. immerhin ist es erfreulich, daraus schliessen zu dürfen, dass der wahlkampf der grünen geschlagen und der wahlsieg (was das auch immer bedeutet) in warmen tüchern liegt. es muss so sein, wenn den kandidaten so viel zeit bleibt.

liebe frau de groot, slow down, take it easy. einfach mal zurücklehnen, lächelnd einen liebevollen ironischen seitenhieb parieren, einen austeilen und wieder zurück zur sache. so machen sie uns sympathisanten (und potentiellen wählern) die wahl (in gmunden und anderswo) nicht zu schwer.

mit freundlichen grüssen
karlheinz könig


Künftig auch mit Ellbogen Einsatz?

Kurzer Gastkommentar von Karl Kammerhofer

Künftig neuer Stil in der Gemeindepolitik?
Abseits der SALZI-TV-Kameras hatte ich (jetzt als 74jähriger) Gelegenheit, eine bis jetzt in Gmunden neue, ungewohnte körperliche Erfahrungen mit zwei Repräsentanten einer neu kandidierenden Gmundner Partei am Wochemarkt – mitten unter den Leuten am Wochenmarkt –  gemacht. Die letzte meiner Erfahrungen in dieser Form (Rempeleien und lautstarken Zurechtweisungen) reicht auf Rempeleien mit der NDP Norbert Burgers im Jahre 1969 (vor 46 Jahren) beim Märzenkeller in  Linz zurück.

Natürlich war alles ganz, ganz harmlos. Es gab auch keine Verletzten. In der Politik muss man künftig offensichtlich körperliche Rempeleien in der Gemeindepolitik aushalten können, wenn es um die alleinige Wahrheit, Recht des Stärkeren und einen guten Platz vor der Kamera geht.


„Gmundner GRÜNE räumen auf“

Ein Aufruf von Karl Kammerhofer

Wir verschenken 25 naturfärbige Besen und 12 GRÜNE Besen. Das sind jene 12 Mandatare, die wir anstreben (die Hälfte der Leute die wir auf der Liste haben). Wie die Gmundner GRÜNEN aufräumen wollen, erfahren die Gmundnerinnen und Gmundner  am 18.September wieder ab 18 Uhr in SALZI TV.

gruene_besenJosef „I will clean house“ Sperrer

Die Gmundner GRÜNEN wollen die restlichen 25 naturfarbige Besen auch an jene GMUNDL Leser verschenken die
·         In Gmunden nicht nur  aufräumen wollen,
·         sondern sich vorstellen können entweder SPÖ, BIG, NEOS, Herbert Löcker oder die Gmundner GRÜNEN unterstützen/wählen zu wollen.
·         Sympathisanten anderer Gmundner Parteien sollen vorher ein bisserl in sich gehen und vielleicht  zuerst den Dreck von ihren eigenen Stecken wischen, bevor sie unsere naturfarbenen oder GRÜNEN Besen angreifen.

Daher dieser Aufruf im GMUNDL!

Aber das ist noch nicht alles: Ein ganz lieber und toller Mensch hat uns – möglichst für Eltern mit Kindern – wunderbare vegane BIO Geschenke zur Verfügung gestellt, die herrlich auf der Zunge zergehen, die wir auch am Freitag, 18.September, exakt um 10 Uhr verteilen dürfen …


Ein Wahlplakat der Wiener Grünen wurde von der „werbewatchtgroup“ als sexistisch verurteilt. Es zeigt einen Vertreter der Jungen Grünen, dessen Gesicht mit Kussmündern übersät ist. Dazu der Text „Ich bin Öffi für alles“. Das wurde als „Offenheit für sexuelle Abenteuer“ eines Mannes interpretiert. Da es sich klar ersichtlich um „unterschiedliche Lippen von verschiedenen Frauen“ handelt, werde hier ein „heteronormatives Klischee“ verbreitet, das auf die Potenz des Mannes und sene „polyamouröse“ Ausrichtung verweise. Insgesamt stellte die Gruppe (eingesetzt von den Grazer und Wiener Grünen und der Wiener Frauenstadträtin der SPÖ) eine Reduzierung des Mannes auf seine Sexualität fest, was in diesem Fall nicht nur sexistisch, sondern auch als männerdiskriminierend eingestuft worden ist.
(Wie wir aus gewöhnlich gut unterrichteter Quelle hören, beschäftigt sich diese Gruppe derzeit mit einem Artikel in der Zeitung der Gmundner Grünen, der von Otto „Put the fun between your legs“ Kienesberger verfasst wurde. Eine Entscheidung wird noch vor der Wahl erwartet.)

Wir haben nun in unserer heutigen Ausgabe von „Wahlplakate, die wir gerne sehen würden“ versucht, eine politisch korrekte Version dieses Motivs, diesmal mit SP-Dickinger, zu produzieren. Wir versichern: der Kussmund stammt von einer einzigen Frau, ist kein Seitensprung, und es liegt keine Aufforderung zum äh, stammel-stammel, Koitus vor. Nichteinmal zum Busserl. Im Gegenteil, diesem sexistischen Muster wird ausdrücklich eine Absage erteilt („ned“=nicht). Allerdings können wir nicht leugnen, dass wir ein heteronormatives Klischee bedienen. Allerdings hätten wir das nur umgehen können, indem wir einen weiblichen und einen männlichen Kussmund auf Dickingers Gesicht montiert hätten. Das wäre uns aber wahrscheinlich als „polyamourös“ ausgelegt worden. Merke: es gibt Fallen, die sind so gebaut, dass man ihnen nicht entgehen kann.
Nun also das hoffentlich PC-taugliche Sujet (PC heisst nicht Personal Computer, sondern Political Correctness).

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Volldampf voraus
15. September 2015

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Heute:
Bruno Beinhart zu Flüchtlingen und den Wahlen
Einserkasterl von Traunseewiener über Angst vor der Wahl
GK Marge Lila über Schwindelanfälle
GK Peipino zu über immer wieder Regio und de Groot
GK Poli-Ticker über FJ-Platz und Spaten

Liebe Leserschaft!

In den letzten zehn Tagen vor der Wahl heisst es in allen Parteien Volldampf voraus. Obwohl sich in der Wählerschaft wenig bewegt. Diese geringen Bewegungen der letzten Tage führen aber doch zu einigen Klärungen auf Landesebene.

Die Verluste der ÖVP werden sich nicht vermeiden lassen. Allerdings dreht sich derzeit alles bei der ÖVP rund um die 40%-Marke. Mal drüber, mal drunter. Momentan sieht es so aus, als ob der Vierer vorn gehalten werden könnte. Eine extrem schmerzhafte Niederlage. Aber mit einem Vierer vorn wird man sich zum Wahlsieger erklären, und wieder einmal verlauten „Wir haben verstanden“. Natürlich hat man nichts verstanden. Man wundert sich nur über das Verhalten der Wähler.
Der Verlust des zweiten Platzes des SPÖ ist aus heutiger Sicht unabwendbar. Die Grünen stagnieren oder verlieren leicht. Die FPÖ hält stabil Platz zwei, kann aber ihr Potential nicht ausschöpfen. Sie hat vermutlich in der Flüchtlingsfrage überzogen. Wie die Stimmung aber sich bis zum Wahltag entwickelt? Da kann noch viel geschehen. Die Eskalation vom letzten Wochenende kann unabsehbare Folgen für die Wahlen haben. Immerhin liegt das Thema „Asylanten“ an zweiter Stelle für die Begründung der Wahlentscheidung. Wenn man den Meinungsforschern glaubt. Die Neos kommen gerade so in den Landtag, aber immerhin mit zwei Mandaten.

Interssant an diesen kleinen Verschiebungen ist die Wirkung auf die Landesregierung. Auf die Zahl der Landesräte. Die absolute der ÖVP in der LR ist ziemlich sicher weg. Die SPÖ kommt bei den Landesräten mit einem echt blauen Auge davon. Sie kann mit ein wenig Glück ihre zwei Landesräte halten, die FPÖ springt von einem auf drei, die ÖVP fällt von fünf auf drei oder vier, die Grünen fliegen aus der Landesregierung. Angesichts der Leistungen von Anschober ist das berechtigt. Dass ausgerechnet die FPÖ der Nutzniesser ist, erfreut nicht alle. Im Bereich des Möglichen ist auch, dass die ÖVP vier Landesräte erhält, die FPÖ nur zwei, detto die SPÖ plus 1 Grünes. Oder ÖVP 4, FPÖ 3, SPÖ 1 und Grüne 1. Das sind dann die Zufälle der Wahlarithmetik: es gibt am Ende drei „restliche“ Landesregierungssitze, um die sich vier Parteien wahlarithmetisch „raufen“. Die Grünen werden vermutlich am Wahlabend lange zittern müssen, bis klar ist, ob Anschober sein geliebtes Sesserl weitere sechs Jahre für sich selbst warm halten darf. Auch für die SP wird der zweite Landesrat eine Zitterpartie sein. Die FPö kann sich wie so oft zurücklehnen: ob zwei oder drei ist egal, ein Sieg mit Erdrutschcharakter steht mit grosser Sicherheit ins Haus.

Was sich in den letzten Tagen in Sachen Asylanten abgespielt hat, kann man kaum noch kommentieren. Das monatelange Versagen der Politik setzt sich auf gesteigerte Stufenleiter fort. Jetzt stellt man quer durch Europa nach dem Zufallsprinzip Schranken bei den Grenzen auf, stoppt Züge, lässt sie wieder fahren, macht die Schranken wieder auf. Jeder versucht, die Menschen los zu werden und dem Nachbarn zuzuschieben. Hat da mal jemand etwas von der Europa-Idee gefaselt? Von europäischer Solidarität? Die gilt nur beim Blechen durch die Nettozahler. Die neoliberale Ego-Ideologie hat dazu geführt, dass jeder nur versucht, selbst billig aus der Krise herauszukommen und dabei möglichst viel Geld aus Brüssel einzustecken. Es ist das, was unser oftmaliger Gastkommentator Michael Amon schon oft kritisiert und benannt hat: „Das Europa der Pfeffersäcke und Krämerseelen“.

Man hat den Leuten immer nur eingeredet, sie würden von Europa profitieren. Die „Profite“ für die grosse Mehrheit der Menschen sind ausgeblieben, einige wenige mitsamt ein paar Konzernen haben die Gewinne eingefahren. Die normalen Menschen zahlen die Zeche. Jene Staaten der Osterweiterung, die unzählbare Milliarden kassiert haben, verweigern jetzt die Solidarität, nachdem ihre Arbeitslosen vorher schon die österreichischen und deutschen Arbeitsmärkte geentert und sich als Lohndrücker „bewährt“ haben. Nach der Ruinierung der Arbeitsmärkte geht es jetzt an die Ruinierung der Nettozahler und die Beseitigung der letzten Reste europäischer Werte bzw. die Zerstörung der Vorspiegelung dieser Werte. Kann jemand erklären, was ein Ungarn unter Herrn Orban in der EU zu suchen hat? Die FPÖ meint, man solle ihn nachahmen. Das verspricht Schlimmes! Das Orban-Ungarn gehört nicht nachgeahmt, sondern längst aus der EU hinaus geschmissen. Dafür gibt es aber keine Regeln. Leider! Man sollte all den Ländern endlich den Geldhahn abdrehen, die versuchen, sich in der Asylanten-Frage aus der gesamteuropäischen Verantwortung zu stehlen. So, wie sie es schon in der Griechenland-Frage gemacht haben.

Welche Folgen diese katastrophale, selbstverschuldete Situation auf die Wahlen in OÖ und Wien haben wird, muss man mit grosser Besorgnis abwarten. Die Stimmung in der Bevölkerung kann schnell umschlagen. Da braucht nur etwas Unvorhergesehens geschehen. Eine Auseinandersetzung zwischen Ordnungskräften und Flüchtlingen etwa, wie sie auch bei Rock-Festivals durchaus und regelmässig vorkommt, schon haben die Angstprediger Oberwasser. Die europäische Politik darf sich nicht wundern, wenn Rechte und Rechtsradikale europaweit Aufwind spüren. Aber die EU, sonst ein Zentrum dauernder, meist sinnloser Ansammlungen von Beamten und dauerreisenden Politikern, bringt nicht einmal einen spontanen Krisengipfel zusammen.

Die grossen Probleme der Zeit sind nur mit einem geeinten Europa zu lösen. Aber die Frage ist: mit dieser Art von EU?

Bruno Beinhart f. d. Team Gmundl

Nebenbei gefragt: wer ist eigentlich so doof, einen Wahnsinns-Event wie die Hubschrauber-Tage zu befürworten? Soll Gmunden jetzt nach Keramik-Stadt, Kur-Stadt, Uni-Stadt und Überhaupt-total-alles-Stadt auch noch Lärm-Stadt werden? Wobei man zugeben muss: das letztgenannte Konzept der maximalen Lärmerregung ist bisher das einzige, das funktioniert, wie die Lärmorgien des letzten Sommers zeigten. Im Sinne der Lärmerregung, nicht im Sinne der Attraktivierung des Lebensraums Gmunden.
Ein derartiger Event ist sowas von retro! Lärm während des ganzen Wochenendes, wann haben Bürger eigentlich noch ein Recht auf jene notwendige Ruhe zur Erholung, die sie benötigen, um in unserer immer irrer werdenden „Leistungs“gesellschaft jene Werte schaffen zu können, die von unserer Politik bei sinnlosen Projekten und Events mit leichter Hand verpulvert werden?
Nochmals: Hubschrauber-Tage sind das letzte (so wie Kunstflug-Tage, zuletzt mit jeder Menge Toter!). Sie schädigen die Nervenkostüme der Menschen, haben einen CO2-Abdruck, dass jeder der viel gelästerten SUV-Fahrer nur erblassen kann vor Neid, und die dauernden Überflüge über bewohntes Gebiet sind gefährlich. Dieses Zeug fällt ja manchmal auch herunter. Diese Risken nimmt man gern in Kauf, wenn es um die Rettung von Menschenleben geht. Ein Unterhaltungsmedium sind Hubschrauber aber in keinem Fall. Was sagen eigentlich die Grünen zu diesem unglaublichen Schwachsinn?


Angst vor der Wahl

Einserkasterl von Traunseewiener

Also das Foto vom Engelhofer Bahnhof ist echt schmerzhaft. Der Anschober ist doch echt zum “Krenreiben”. Die vielegschmähte Vassilakou in Wien bemerkt man zumindest. Anschober nicht, und eigentlich die SP in OÖ und Gmunden auch nicht. Trauen sich die nicht, oder können sie nicht, oder haben sie Angst, dass sie dann vom Pühringer nicht mehr zu den Sitzungen eingeladen werden? Entschuldigung für den Sarkasmus, aber ich fürchte mich echt vor der Wahl. Im Grunde haben SP und Grüne ein Personalproblem, und die oberste Parole lautet offenbar ” nur net auffallen …”

PS: Bitte so kritisch weiterberichten!


Schwindlig wird einem, Herr Bürgermeister!

Gastkommentar von Marge Lila

Nein, ja, nein, ja, vielleicht, eher nicht, oder schon, nein, ja, ……..
Unserem Bürgermeister muss ja derzeit schon total schwindelig werden. Gestern noch nein, heute ja, wohin wird er sich morgen wenden müssen, der Ärmste??? Ich hab wirklich keine Ahnung mehr, wofür der Mann steht. Wir erleben derzeit in rasender Geschwindigkeit bürgermeisterliche Meinungswechsel. Aktuell verdreht sich unser Bürgermeister in Sachen „Direktverbindung Gmunden / Pinsdorf“ den Hals. Gestern noch wurde uns hartnäckig versichert, dass wir diese nicht brauchen. Da half es auch nichts, dass sich sehr viele Gmundner tagtäglich über die Schließung der direkten Straßenverbindung nach Pinsdorf ärgern. Papperlapapp – fahrt doch gefälligst den Umweg über die Umfahrungsstraße, ihr Nörgler! Und überhaupt, Schuld ist die ÖBB. Diese gemeine ÖBB, also wirklich! Als dann aber die B.I.G. zur Wahl antritt und in ihr Programm – zurecht – die Wiederherstellung dieser Verbindung aufnimmt, wird der Herr Bürgermeister nervös. Jetzt heißt es, flux die Kehrtwende machen. Diesen Salto hat er ja schon in der Hotelfrage eingeübt. Gleichzeitig schaltet er auch den schon berühmten Kopierer ein. Der Mann ist ein echtes Talent auf diesem Gebiet. Dabei immer freundlich lächeln und tunlichst nicht zugeben, dass er und sein Team Mist gebaut haben. Mit großer Freude verkündet er jetzt, dass er uns eine neue, ganz tolle PKW-Verbindung zu unseren Nachbarn schenken wird. Er hat sich für uns ins Zeug geworfen und in schwierigen Verhandlungen mit Grundbesitzern diese Bahnunterführung erkämpft.

Ich stelle mir jetzt einige Fragen: Wer sind die Grundbesitzer, mit denen „so hart verhandelt“ wurde? Haben unsere Regio-Helden jetzt auch auf der Straße die Finger im Spiel? Was kostet die neue Verbindung? Wer bezahlt sie? Wann können die ersten PKWs durchfahren? Warum hat Gmunden so patschert mit der ÖBB verhandelt? (Leute, die sich in dieser Sache auskennen, schütteln über Gmundens inferiores Verhandlungsergebnis fassungslos den Kopf). Warum wurde die Luxus-Fußgänger/Radfahrerunterführung, die wir jetzt haben, nicht etwas breiter gebaut, damit sie auch gleich für PKWs befahrbar ist? Da wäre sogar ein Kostenanteil der Stadt verträglich gewesen. Für die Notlösung muss ja schließlich auch Geld in die Hand genommen werden. Sind für unsere Stadtpolitiker Notlösungen prinzipiell die besten und günstigsten Lösungen, oder schnappen sie nur im Wahlkampf danach wie nach einem Rettungsring?

Ich muss leider dieser Erfolgsmeldung doch etwas den krapfschen Lack abkratzen – bei genauerem Hinsehen bekommen wir keine direkte Verbindung nach Pinsdorf, sondern einen weiteren Umweg. Leider. Wir werden wieder brav die Suppe auslöffeln müssen, die uns ÖVP und SPÖ eingebrockt haben. Da werden uns halt noch ein paar Super-XXL-Events dazu serviert (irgendein Wochenende wird sich da sicher noch finden lassen bis zur Wahl), dann schlucken sich diese Brocken leichter runter. Das neue Gmundner Lieblingsrezept vor der Wahl, nämlich „Brot und Spiele“, wird uns ja heuer bis zum Abwinken vorgesetzt. Am vergangenen Wochenende hat man uns als Draufgabe das leichte Spätsommer-Menü „Apokalypse Now“ verordnet. Damit des Spaßes aber nicht genug; gleichzeitig rasen unter dem bedrohlichen Rattern der Hubschrauber noch Seifenkisten den Graben runter, und als Zuschlag gab’s noch den Trödlmarkt. Juhu! Wir freuen uns!

Meine abschließende, dringende Bitte richtet sich an unseren Bürgermeister: Bitte wählen sie am 27.09. nicht die ÖVP!! Versuchen sie es vielleicht einmal mit der B.I.G. oder den NEOS oder so. Bitte, bitte, nutzen Sie das Stimmensplitting!! Sie könnten so Gmunden eine Menge Ärger und Geld ersparen. Sie müssten nicht immer den Kopierer einschalten, wenn sie bei den Bürgern punkten möchten oder bei Stern & Hafferl anfragen, wenn sie den öffentlichen Verkehr in Gmunden modernisieren wollen! Ein Salto in Sachen SRT würde dann auch eher möglich sein. Wir warten darauf! Wir würden uns freuen!


de Groot vs Babsy Blitzschnell

Gastkommentar von peipino

Ich kann Deine Argumente in dieser Diskussion nur unterstützen!
Es ist ja kaum erträglich, wenn man sieht, wie sich Frau de Groot die Auslegung derselben nach ihrem Schema und Gutdünken zurechtlegt.
Es ist sicher nicht schade um die Beiträge. Sie dienen ohnedies nur dazu, das katastrophale Niveau der “Brennessel” auszugleichen und die absurden Argumentationen der Grünen halbwegs gerade zu richten und deren völlig verfahrene Situation fadenscheinig zu begründen.
In diesem Zusammenhang möchte ich auf ein Thema kommen, das immer wieder von Teilnehmern eures Blogs angeschnitten wird:
Es wird immer wieder von den Befürwortern des “Jahrhundertprojekts SRT” dessen Gegnern vorgeworfen, diese sollten sich auch für andere Themen interessieren, und es sei schon langweilig, dass dieses immer wieder angeschnitten wird..
Aber das “Jahrhundertprojekt SRT” ist sicherlich das wichtigste und entscheidenste für unsere Stadt. Und es ist manchen Gmundnern nicht bewusst, wie dramatisch die Entwicklung sein wird, wenn es nicht funktioniert (und die “Chance”, dass dies eintrifft ist leider sehr groß!!).
Ich wurde schon von einigen Geschäftsleuten – die auf den Werbeplakaten mit strahlendem Gesicht für ihr zukünftiges Desaster Stimmung machen – unter vier Augen gefragt, ob dies denn gut gehen werde und wenn nicht, was man dagegen machen könne? !!!!!!!!
Ich frage mich, wieso sie sich dann für das Foto bereit erklärt haben, wenn sie jetzt ebenfalls schon skeptisch sind?
Ich befürchte schon, dass spätestens dann das erste “Heulen und Zähneknirschen” bei ihnen eintreten wird, wenn die Baumaßnahmen einmal so richtig greifen werden, und die Kunden in Gmunden über die (teppichbelegten) Baugruben ihre Einkäufe durchführen müssen.

Eigentlich müsste man sich ein halbwegs erträgliches Wahlergebnis für die SPÖ wünschen! Dann soll doch der ” Zug-Wolferl ” sich das Protestgeschrei der betroffenen Kaufleute anhören!
Ein Kommentar von Frau de Groot wäre dann eigentlich wieder ganz interessant!?
Zur Zeit ist er sicherlich entbehrlich!!


FJ-Patz und Spaten

Gastkommentar von Poli-Ticker

ZUM JUBELBILD der Franz Josef Platz Verschandelung:
Ist ja kein Wunder, wenn die Herrn Steuergeldverschwender mit Helm jedoch ohne Spaten da zum Fototermin aufmarschiert sind.

Hätten sie ja doch wesentlich passender eine Hacke und Motorsäge für die am F.J. Platz geschehene Baumfällung als Nachweis ihres engagierten Stadtverschandelungstums in Händen halten müssen … Und das kommt – so knapp vor einer Wahl – dann doch nicht so gut beim Wähler an …

Am 27. September können die Oberösterreicher und vor allem die Gmundner sich dieser Parteisoldaten (denen es sowieso nur um den Erhalt ihrer bestens bezahlten Jobs in Land und Stadt geht und nicht um den Erhalt der Lebensqualität der Menschen!) per Kreuz am Wahlzettel für die B.I.G. entledigen.
Nur ein politisches Erdbeben ist die Chance für Gmunden … und sicher nicht eine ÖVP, die den Kurzzeitbürgermeister Krapf als eine angebliche Chance für Gmunden plakatiert!


Zitat des Tages

aus dem deutschen Handelsblatt

SPD-Chef Sigmar Gabriel spricht neuerdings von einer Million Flüchtlingen, die er in Deutschland erwartet. Zugleich konnten sich die EU-Innenminister heute Nacht nicht mal auf die Verteilung von 160.000 Asylbewerbern verständigen. Problem und Lösung funken noch nicht auf einer Wellenlänge. Oder deutlicher formuliert: Es gibt Kriegs-, Wirtschafts-, und Verantwortungsflüchtlinge.

Unsere Bundeskanzlerin hält sich viel darauf zugute, dass sie die Dinge vom Ende her denkt. Doch ihre Flüchtlingspolitik ist von einer Symbolik geprägt, die sich nicht auf der Höhe der Herausforderung befindet. So folgte dem Schaumbad in der Flüchtlingsmenge nun das unschöne Geräusch des herunter sausenden Schlagbaums. Dabei liegt zwischen Euphorie und Abgrenzung das weite Feld einer pragmatischen Politik, die den einen hilft, ohne die anderen zu überfordern. Max Weber hat es geahnt: „Das Selbstverständliche wird am wenigsten gedacht.“


gruene_fluechtl


 

Zielgerade
14. September 2015

Heute:
Bruno Beinharts Montagspredigt
Dank von Thomas Kaindl
Offener Brief der BIG an den Gmundner BM
Hinweis der Reformpartnerschaft Gmunden
GK von Selbstdenker zu GK von M. Amon
GK Wilhelm Krausshar zum Kleinsein
GK Wilhelm Krausshar zu immer nur Regio
GK de Groot versus Babsy Blitzschnell

Liebe Leserschaft!

Keine Angst. Es wird eine kurze Predigt. Gar keine richtige Predigt. Nur ein paar Beobachtungen, die ich gemacht habe. Die Ihnen vielleicht entgangen sind. Ob es dann wirklich eine Predigt ist, sehe ich, wenn ich fertig bin.

Der Strassenbaureferent des Landes, VP-Hiesl, legt nach der Wahl den Spaten ab. Kein Witz. Er liess sich in der Krone sogar mit ein paar Spaten abbilden. Jetzt wissen wir steuergeplagten Bürger endlich, wohin unser Geld kommt. Auch im Kleinen. Der Mann hat sich zwanzig Jahre lang als Spatenschwinger betätigt. Was der gemeine Bürger (civis ordinarius) bisher nicht wusste, wahrscheinlich nicht einmal ahnte: die geschwungen wordenen Spaten werden den Schwingern als Geschenk überreicht. Zahlt ohnehin der Bürger. Ein paar hundert Mal hat Hiesl sich spatenschwingend in Szene gesetzt. Und den Spaten dann mit genommen. Aber er hat nicht alle behalten. Weil da würde er – Originalzitat – „eine eigene Gartenhütte brauchen nur für die Schaufeln“. Liebe Leserschaft! Jetzt wissen wir, warum der Baumax pleite gegangen ist! Weil der Hiesl seine Spaten verschenkt hat, die wir Steuerzahler im Schweisse unseres Angesichts erarbeiten haben müssen. Aber, jetzt wird es besonders spannend, er hat nicht alle Spaten verschenkt. 30 bis 40, so genau weiss der Spaten-Reiche das natürlich nicht, hat er behalten. Warum? Weil „man bekommt sie eben geschenkt, teilweise mit Gravur am Spaten“. Das nennt man Huldigung der Majestäten! Spaten mit Gravur! Auf die Idee muss man einmal kommen! Jetzt frage ich mich: wieviele Sageder-Spaten mit Gravur gibt es dank Regio? Und die drängendste aller Fragen: ist schon ein Karpf-Spaten im Umlauf? Gräbt Karpf die Gmundner Gärten mit seinem Karpf-Spezialgravur-Spaten um?
Da würden wir gern Genaueres wissen. Und die Bundeshymne umdichten: Land der Spaten …

Anlässlich des Regio-Themas, das leider wirklich alle anderen Themen überlagert (siehe auch heutigen Gastkommentar von Neos-Listenführer Krausshar), stellt sich die Frage: wie hält man es wirklich mit dem Vorrang des öffentlichen Verkehrs?
Soeben hat das Land OÖ eine zusätzliche Abend-Verbindung von Linz (!) nach Kirchdorf auf Kostengründen endgültig abgelehnt. Eine Verbindung, die immerhin von einer Bezirkshauptstadt zum Ballungsraum Linz führt, wo viele Kirchdorfer auch arbeiten. Ein Schlag gegen die Öffis, während man die arbeitenden Menschen zwingt, vermehrt ihr Auto zu verwenden, da es „dank“ Arbeitszeitflexibilisierung immer schwieriger wird, ausserhalb der „normalen“ Tageszeiten mit einem Öffi von und zur Arbeit zu kommen. Aber hier in Gmunden werden rund 60 Millionen (mit allen Nebenkosten) in einen Regio-Zug „investiert“, der ins Nichts führt. Wenn man noch die Subventionen für den Betriebsabgang hinzu rechnet, könnte man um dieses Geld, die paar Fahrgäste einzeln mit dem Taxi transportieren. So sieht also der Vorrang der Öffis aus! Wahrscheinlich verdient in Kirchdorf der Stern & Hafferl nichts an einer zusätzlichen Verbindung.

Weil wir gerade bei Öffi sind. Warum hat man beim Bau der neuen Umfahrung von Gmunden den Schienenstrang über die Klinge springen lassen? Wegen einer (!) Brücke bzw. Unterführung, die man für die Nebenbahn errichten hätte müssen. In Gmunden wird dafür eine Brücke um 25 Jahre vor der Zeit „saniert“ (wer sich da saniert, ist die Frage!). Wegen der zu hohen Kosten für eine Brücke hat man gleich die ganze Zugstrecke beseitigt. Das auch noch mit viel Feingefühl. Rund um den Bahnhof Engelhof ist jetzt eine Gstättn (siehe Bild). Ein Beweis für zweierlei: das Bekenntnis zu den Öffis ist eine Heuchelei und dient nur der Geschäftemacherei und das Talent der Gmundner Politik zur Stadtverschandelung. Jetzt fahren anstatt der umweltfreundlichen Bahn schwere Laster zur ÖSPAG. Wo sind da die Grünen? Ist das der Vorrang für den öffentlichen Verkehr?

Bhf_EngelhofAm 1. Mai 2016 wären 180 Jahre Pferdebahn zu feiern. Auf Grund der herausragenden Verkehrspolitik von Hiesl und Entholzer ist inzwischen die Strecke nach Linz (Lambach) durch die Ostumfahrung unterbrochen. Jetzt ist auch der Bahnhof Engelhof – für den sich Gmunden stolz mit den Titel „ältester Bahnhof“ (fälschlich – weil der liegt in Böhmen) schmückt – seiner Gleise nach Linz beraubt. Die Fläche des vormaligen Pferdebahn- und ÖBB Bahnhof wird jetzt mit Schmalspurschienen nach Vorchdorf „geschmückt“. Angeblich wird auch eine Remise dort errichtet. Was soll man aus den 10 Mio des aktuellen MIP sonst machen? Eine Remise also am Bahnhof in Gmunden, eine in Engelhof und eine steht bereits in Vorchdorf. Alles unter der verfassungsgesetzlichen Auflage von Zweckmäßigkeit, Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit.
Wir verdanken Bild und Text zum Bild Herrn/Frau Leonardo

Der öffentliche Verkehr geht auf jeden Fall merkwürdige Wege. Und fährt auf sonderbaren Geleisen. Aber ein kleiner, dummer und steuerzahlender Bürger muss nicht alles verstehen. Soll wahrscheinlich nicht alles verstehen.

Noch ein paar Worte zur Wahl. Wir werden in den kommenden Tagen einige Fragen stellen, auf die nicht nur wir, sondern auch die Wählerschaft gerne eine Antwort hätte. Manche dieser Fragen sind keine Fragen, sondern Forderungen. Die Bürger warten auf Stellungnahmen. Immerhin steht eine Wahlentscheidung an, die dann sechs undemokratisch lange Jahre „pickt“. Denn seien wir ehrlich, die meisten Politrucks werden am 28. 9., dem Montag nach dem Wahlsonntag, nicht mehr wissen, wie man das Wort „Bürgerschaft“ überhaupt buchstabiert.

Hier die ersten Fragen bzw. Forderungen:
Endlich Offenlegung aller Verträge rund um die Regio
Baustopp bei der Regio bis zur Entscheidung des Höchstgerichts

Frage an Herrn Dickinger: wie kommen Sie auf 20 Millionen „Pönale“ bei Baustopp? Bitte Details, nicht Pauschal-Behauptungen!

Wir wünschen einen an angenehmen Erlebnissen reichen Montag und eine ebensolche Woche!

Weil eine gute Predigt natürlich auch ein erhebendes Ende braucht, rufe ich, Bruno Beinhart, all den Regio-Fans zu:
Gehet in euch, ihr fehlplanenden Öffi-Fans,
verlasst die alten und die neuen Geleise,
erkennt eure Sünden und tut Busse!
In Ewigkeit, Regio!

Bruno Beinhart f. d. Team Gmundl

Busse: OK, ein Wortspiel soll man nicht erklären müssen. Ich mache es trotzdem, weil ich so stolz darauf bin. Man weiss nämlich nicht, ob hier die Buße oder die Busse gemeint sind, wenn man das scharfe-s nicht verwendet. Es kann beides gemeint sein. Die Baby würde jetzt noch hinzufügen: Kicher!


Danke!

Liebe/r AndyB,
lieben, lieben Dank für den Nachruf auf meinen Vater.
Ist mit Herz geschrieben. So war er.
Kaindl Thomas


Verbindung nach Pinsdorf

Offener Brief an BM Mag. Stefan Krapf

Sehr geehrter Herr Mag. Krapf,

Sie schreiben in Ihrem Facebook- Account am 11.September:
SENSATION IN GMUNDEN!!! VERBINDUNG VON GMUNDEN NACH PINSDORF GESICHERT!
Die Errichtung der Spange Theresientalstr./Auberstr. wurde nach vielen konstruktiven Gesprächen mit den Grundeigentümern nun fixiert! Die Autofahrer müssen nicht mehr den Umweg über die Bundesstraße B 145 nehmen, sondern können wieder auf direktem Weg nach Pinsdorf gelangen! Eine große Errungenschaft für Gmunden! Ein Beweis, dass man nur GEMEINSAM in unserer Stadt etwas bewirken kann! Wir haben nun einen modernen Bahnhof, eine sichere Unterführung für Fußgänger, Radfahrer und Mopedfahrer sowie die Spange für die Autofahrer (kein Schwerverkehr!)!! Eine meines Erachtens perfekte Lösung! Ein herzliches Dankeschön allen Beteiligten für ihre Kooperation im Sinne Gmundens!

Nach unseren Recherchen sind die Grundeigentümer, die Grundstücke für dieses Vorhaben zur Verfügung stellen müssen: Stern & Hafferl, 2 Eigner der Liegenschaft “Farben Thalhammer”, Österreichische Bundesbahnen und Österreichische Post.

Dazu bitten wir folgendes zu beantworten:
Wurden mit ALLEN Grundeigentümern konstruktive Gespräche geführt?
Wurden Preise für die notwendigen Grundstücke vereinbart?
Wie hoch werden die Kosten für den Neubau dieser Verbindungsstraße sein?
Gibt es einen Termin für die Fertigstellung?

Jetzt schon ein herzliches Dankeschön für die Kooperation bei der Fragebeantwortung!

Viele Grüße,
Dipl.-Ing. Reinhold Kassmannhuber, Spitzenkandidat der BIG


Hinweis

Von Reformpartnerschaft Gmunden

Reformpartnerschaft zur Zerstörung der Innenstadt hat jetzt eine eigene Facebook-Seite:
https://www.facebook.com/reformpartnerschaft.gmunden

Gmunden ist nicht allein!


Liab is a Goaßerl a!

Gastkommentar von Selbstdenker

Vielen Dank an Herrn Amon für seine Analyse der derzeitigen Situation im Wahlkampf. Über weite Strecken kann ich dieser vollkommen zustimmen, und sie zeigt, dass objektiver und kritischer Journalismus auch auf regionaler Ebene möglich ist (allerdings eben nur durch unabhängige und mutige Vertreter dieser Zunft). Dennoch möchte ich gerne noch einige Gedanken in diesem Forum äußern.
Was die Darstellung der Spitzenkandidaten betrifft, bin ich allerdings bezüglich BM Krapf etwas anderer Meinung. Auch wenn er zugegebenermaßen wirklich als sympathisch und konsenssuchend „rüberkommt“ (liab´is a Goaßerl aber auch), war er bei der Diskussion der Spitzenkandidaten meiner Meinung nach weitgehend in der Defensive. Wie auch anders? Der Austausch der kompletten Mannschaft bedeutet schließlich, dass er erkannt hat, dass die bis dato politisch handelnden Personen in der ÖVP nicht mehr tragbar und nicht mehr wählbar wären. Dies munter als personelle Auffrischung und Erneuerung verkaufen zu wollen, ist genauso eine Chuzpe wie alle Entscheidungen (z.B. bzgl. Hotel und Therme) der Vergangenheit über Bord zu werfen – wiewohl er als Einziger der nun an wählbarer Stelle stehenden ÖVP Kandidaten diese mitgetragen hat – und dies lapidar und verklausuliert mit „der Neubewertung von veränderten Situationen“ zu begründen, anstatt die Verantwortung dafür zu übernehmen.
Frau Enzmann hat der B.I.G. mit ihrem angriffigen Inserat, in dem sie der FPÖ die alleinige Kompetenz in der SRT-Ablehnung zuspricht und die BIG als „Schmied’l“ und überhaupt als unfähig abwertet, letztendlich einen großen Gefallen getan. Waren doch in der überparteilichen „Initiative für ein zugfreies Gmunden“ und auch noch in der BIG durchaus auch FPÖ Sympathisanten konstruktiv am Mitarbeiten, sorgt Enzmann nun selbst für die notwendige Distanz einer lokalen Bürgerinitiative zu dieser ideologisch eindimensionalen Partei.
Schon blöd, wenn man sich einfach nur zurücklehnen müsste und glauben könnte, aufgrund der chaotischen Stadtpolitik der letzten Jahre alle Stimmen der Unzufriedenen plus die der SRT-Skeptiker einsacken zu können, und dann kandidiert diese blöde BIG und bietet all jenen eine Alternative, die dieser „ Heimat, echt und treu“-Rhetorik mit Kopfschütteln gegenüber stehen. Abgesehen davon weiß jeder halbwegs informierte SRT-Gegner, dass es die jetzige BIG war, die z. B. Unterschriften gesammelt hat, die Hausbesitzer unterstützt hat (Statiker, Verfahren) und vor allem als einzige mit dem E-Citybus-Netz eine echte Alternative ausgearbeitet und präsentiert hat (und das auf eigene Kosten).
Sageders „Sager“, dass nach Fertigstellung der SRT das Kind viele Väter haben wird, stimme ich zu. Bei der Taufe des Kindes – der feierlichen Eröffnung – werden sich die Politiker vom LH abwärts um die besten Plätze und die Vaterschaft streiten. Ob das Kind dann in weiterer Folge ein geliebtes sein wird, wage ich allerstärkstens zu bezweifeln. Auch die Amme, der Steuerzahler, wird, wenn das Kind nach Jahrzehnten immer noch an ihrer Brust säugt wie ein Elefantenkälbchen, den Tag der Geburt verfluchen und vielleicht auch sagen, was für ein unnützes Kind diese SRT doch sei, wenn niemand damit fährt. Allein die Kindesweglegung wird dann sehr schwierig und teuer sein.
Die Causa „Put the fun between your legs“ verfolge ich mit großem Amüsement. Dass ausgerechnet den Grünen so was passiert, herrlich (bzw. dämlich; korrekt gegendert?)! Ich glaube der Sexismus- Vorwurf, der bei Vorsätzlichkeit hier durchaus zu stellen wäre, ist hier gar nicht der Aufreger. Genüsslich wird nun ausgeschlachtet, dass diese gendermäßig spaßbefreite Partei hier naiv die Doppeldeutigkeit ihrer Einschaltung einfach übersehen hat. Kann mir eine gewisse Schadenfreude nicht verkneifen, und ich hoffe, dass der Spitznamen „Masten-Otto“ künftig nicht auch noch als phallisch beeinflusst interpretiert wird!

Übrigens, schon gesehen? Im Lokalfernsehen von Valencia berichtet der spanische Verkaufsmanager Gustavo Caliente von seinem Deal mit einem österreichischen Verkehrsunternehmen!

Lieber Selbstdenker!
Danke für das Lob, geht hinunter wie Honig 😉
Was Herrn Krapf betrifft, stimme ich Ihnen zu. Ich habe ja nur geschrieben, er war rhetorisch gut. Um der Wahrheit die Ehre zu geben, meine Ausführungen zu Krapf waren die Reaktion auf eine Diskussion mit Christian Dickinger, der mich kritisierte, weil ich geschrieben habe, er sei bei der „Wahlfahrt“ nicht so richtig gut gewesen. Dickinger ist der festen Überzeugung, er habe bei dieser Veranstaltung „gewonnen“, das sei ihm sogar von FPlern bestätigt worden. Nun, das muß jeder selbst beurteilen. Ich habe es so im ORF-Stream gehört. Dickinger meinte, das gäbe nicht die Realität wieder, da es gekürzt sei. Vielleicht kann mir jemand von hier sagen, ob die fast zwei Stunden, die der ORF online gestellt hat, tatsächlich eine gekürzte Version waren. Wenn nicht, bin ich froh, nicht hingegangen zu sein. Streckenweise reine Tierquälerei, denn was von den etablierten Parteien kam, war keine Offenbarung, wenn ich es freundlich formuliere. Klare Worte kamen nur von der BIG und den Grünen.

In Sachfragen ist Krapf „geschwommen“, schreibe ich ohnehin. Ist nach der kurzen Amtszeit nicht anders zu erwarten. Und daß ein solch extremer Kurswechsel nur schwer argumentierbar ist, liegt auch auf der Hand. Klüger wäre es gewesen, eine klare Abrechnung mit den Fehlern der Vergangenheit vorzunehmen. Ein lautes und eindeutiges „mea culpa“ der gesamten ÖVP und ihres Spitzenkandidaten für die Arroganz, mit der man all die Jahre alles hinwegstimmte, hätte den Kurswechsel glaubhafter gemacht. Trotzdem nehme ich Krapf den Willen zur Änderung der Politik ab. Ob er sich gegen die alten Seilschaften durchsetzen kann, bleibt die große Frage. Dazu wird es aber völlig geänderte Mehrheitsverhältnisse brauchen. Ich fürchte, daß die FPÖ der ÖVP die Mauer macht. Und die Erfahrungen der Vergangenheit zeigen, daß es auch die SPÖ zu meinem ganz persönlichen Leidwesen meist ziemlich billig gab. Die SPÖ war einfach bei zu vielen Dummheiten mit an Bord.

Was den „Between your legs“-Lapsus betrifft, geht es mir wie Ihnen. Schadenfreude ist ja, wie man weiß, die reinste Freude. Die Grünen haben einen Hang zur Bevormundung der Menschen, zu einer fragwürdigen politischen Korrektheit, die gerade mir als Schriftsteller schwer auf die Nerven geht. Das ist eine neue Form der Zensur, und dahinter versteckt sich oft jene Heuchelei, die ich viele Jahre in einem katholischen Internat genießen durfte. Das die Grünen jetzt ziemlich schmähstad sind, ist recht erstaunlich. Hätte das ein männlicher Proponent einer anderen Partei gesagt, wäre die Hölle los gewesen. Zweierlei Maß halt, und sowas nenne ich Heuchelei. Da müßten endlich ein paar klare Worte fallen.
Michael Amon


Vom Kleinsein

Einserkasterl von Wilhelm Krausshar

ZU: Weil wir so klein sind!
Leute, die Grünen haben vier Wahlperioden gebraucht, um in Landtag und Gemeinderäte zu kommen.
Da sind wir NEOS schon ein bisserl größer, gell.
Und wir reden halt nicht nur von der Regio, sondern von den anderen brennenden Themen, die in Gmunden gelöst gehören!

Lieber Herr Krausshar,
es war eine Karikatur. Eine sehr freundliche und liebevolle noch dazu. Wir als Wachstumsskeptiker haben nichts gegen die Kleinen. Manches Wachstum sehen wir sogar besonders skeptisch, gell! Wir sehen auch den Grossen mit grosser Freude beim Schrumpfen zu. Da kann nämlich die Demokratie nur wachsen. Ein Wachstum wiederum, das uns erfreut.
Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


Immer nur Regio!

Gastkommentar von Wilhelm Krausshar

Regio, Regio, Regio! Ich glaube, Gmunden hat viel wesentlichere, verborgene Probleme. Auch in der Podiumsdiskussion im Stadttheater war immer nur von der Regio die Rede. Die wirklich wesentlichen Themen wurden permanent ausgespart:
1. Wieviel Schulden hat Gmunden wirklich? Vor allem außerhalb des offiziellen Haushalts?
2. Wie soll die Asamer-Misere gelöst werden? Die ÖVP propagiert einen Badestrand vorm Hotel Austria und akzeptiert die Gstätten in Weyer als gottgegeben?
3. Wie soll der Tourismus in Gmunden in Zukunft aussehen? Wirkliche Konzepte für eine passende Marketingstrategie sind nicht zu erkennen. Glaubt jemand, dass man mit Schwanenbussi Gäste aus Wuppertal anziehen kann. Oder mit einem unbekannten Musical aus dem Anfang der 90er Jahre?
4. Wer bietet der Jugend hochwertige Arbeitsplätze, damit sie nach dem Studium nach Gmunden zurückkehren und wer hat für sie leistbaren Wohnraum?
5. Wer hat ein wirklich durchdachtes Verkehrskonzept, nicht nur für Cumberland, sondern für die ganze Region? Versuchen Sie einmal, mit öffentlichen Verkehrsmitteln am Abend zur Besuchszeit ins LKH Vöcklabruck zu kommen und vor allem wieder zurück!
Und so könnte ich das jetzt beliebig fortsetzen.
Vor allem: Das Schild “Lautes Sprechen ist verboten” am Marktplatz sagt viel über die Einsiedlermentalität mancher Gmundner aus, auch wenn es den Zusatz “Nach der Sperrstunde” enthält. Entweder man hängt das Schild groß auf den Rathausplatz vors Brandl oder man entfernt es. Entweder ruhige Pensionistenstadt oder lebendiges, südliches Flair, was sich immerhin in Gmunden anbieten würde.
Das sind ein paar Punkte,die mit Kreativität und Elan angegangen werden müssen! Dafür stehe ich!

Wilhelm Krausshar ist Spitzenkandidat der NEOS bei der Gmundner Gemeinderatswahl


de Groot versus Babsy Blitzschnell und retour

Gastkommentar von Margareta Enser-de Groot

Liebe Babsy Blitzschnell,
ich habe mit meinem Kommentar über die RegioTram niemand persönlich beleidigt, sondern nur auf die Slogans der RegioTram-Gegner reagiert, die da u.a. lauten :”da fahren keine Leute”, “ein Zug von nirgendwo nach nirgendwo..”. Sind 15 Personen ab Klosterplatz keine Menschen, die komfortabel fahren möchten, ohne bei jeder Kurve und Bremsung von einer Ecke in die andere gebeutelt zu werden? Genau diese arrogante Äußerung erachte ich als “menschenverachtend”, diese Meinung zu haben steht mir doch zu.
Sie dagegen beleidigen mich mit …”Ihre leicht in Richtung paranoid tendierende Weltsicht’”, Warum sagen Sie nicht gleich ich bin “deppert”?
Ich hätte noch Verständnis, wenn ein Kommentator Ihrer Leserschaft mich aufs Schärfste kritisiert hätte. Aber Sie als Redakteurin hätten mich nicht so attackieren müssen. Ich hätte das von Gmundl, nach den oft sehr interessanten Kommentaren von Herrn Amon oder Bruno Beinhart nicht erwartet. Ich hoffe, liebe Babsy Blitzschnell, Sie haben nicht zu sehr dem Alkohol zugesprochen, dass sie so aggressiv wurden. (Alkohol macht bekanntlich aggressiv, gell).

Dass sie mich nach einem Kommentar allein nur die Stadt-Regio Tram zum Thema hatte, auch noch wegen Herrn Kienesberger attackieren, finde ich schon einen Hammer. Solch einen Botschaft richten Sie ihm besser persönlich aus.

Ich bin nur sehr überrascht, dass Babsy Blitzschnell plötzlich so prüde ist, wo sie doch fleissig dem Alkohol zuspricht und ihre Laufmaschen-Beine herzeigt.
Solche Bilder mit einem knackigen Po locken doch heute keinen Jugendlichen mehr hinter der Ofenbank hervor. Gehen Sie einmal auf der Strasse zu Fuß, dann können Sie solche Bilder live erleben, die regen niemanden mehr auf. Aber auch dies ist meine persönliche Meinung und lasten Sie sie gefälligst niemanden anderen an.

Aufgrund Ihrer sehr persönlichen Attacke gegen mich erkläre ich mein Interesse, im Gmundl zu kommentieren mit sofortiger Wirkung als beendet . Weiterer Kommentar überflüssig!

Liebe Frau Enser-de Groot,
werden wir jetzt im ganzen Land die Busse abschaffen müssen, damit niemand mehr „gebeutelt“ wird, sondern „komfortabel“ fahren kann, weil alles andere ist ja „menschenverachtend“? Wenn ich nur die Kosten der Gmundner Durchbindung hochrechne, würde uns dieser „Komfort“ zig Milliarden Euro kosten. Das kann doch nicht Ihr Ernst sein, einigen wenigen, die zufällig entlang der Bim (und im Villenviertel) wohnen, diesen angeblichen Komfort zu bieten, während die Prolos aus der Schörihub, Pech gehabt, sich unkomfortabel im Bus durchbeuteln lassen müssen! Nur weil Sie ganz persönlich einen Vorteil von der Durchbindung haben (und Ihnen das Stadtbild scheinbar egal ist), verteidigen Sie die Regio bis zum Umfallen. Das sei Ihnen unbenommen, aber es ist wenig solidarisch, sondern vielmehr ziemlich ego.
Natürlich steht es Ihnen zu, es für „menschenverachtend“ zu halten, wenn man dagegen ist, für eine kleine Minderheit um dutzende Millionen einen angeblichen „Komfort“ zu schaffen, während man die grosse Mehrheit weiter durchbeuteln lässt. Wenn Sie das als „menschenverachtend“ einstufen, sollten Sie sich mal bei Amnesty melden, vielleicht kümmern die sich dann drum. Oder Sie werden dort etwas verwundert angeguckt, weil Sie da eine neuartige Form der „Menschenverachtung“ definieren, die niemand nachvollziehen kann. Treten Sie als Grün-Kandidatin jetzt etwa vehement dafür ein, Gmunden mit einem Netz von Strassenbahnlinien zu überziehen, damit alle Gmundnerninnen und Gmundner „komfortabel“ und „ungebeutelt“ mit der Bim quer durch die Stadt zu allen denkbaren Destinationen kurven können? Damit Schluß ist mit der „menschenverachtenden“ und wenig „komfortablen“ Durchbeutelei in den Gmundner Bussen?

Wenn ich mich richtig erinnere, sind Sie Kandidatin auf der Liste der Grünen. Wenn Sie also das Wort „menschenverachtend“ strapazieren, darf ich Ihnen sehr wohl die Gegenfrage stellen, wie Sie zum Fehltritt Ihres Listenkollegen stehen – noch dazu Sie als Frau. Es geht nicht um das Bild, das ist für sich genommen harmlos. Es geht um den Kontext, mit dem es versehen wurde, um den Konnex Bild und „Put the fun between your legs“ sowie Werbung für die Regio. Ich erkläre es Ihnen gerne nocheinmal – in Übereinstimmung mit den sonst bei den Grünen geltenden Regeln der politischen Korrektheit. Eine Werbung, die einen Frauenkörper einsetzt, bei der es aber um alles Mögliche geht, nur nicht um die Frau, gilt als sexistisch. Was hat ein Frauenhintern mit der Regio zu tun? Dazu die  sabbernde Aussage „Put the fun between your legs“ mitsamt als Penis-Ersatz dienendem Fahrradsattel, der in Richtung der Vagina zeigt – diese Symbolik erfüllt ebenfalls alle Kriterien des Sexismus. Das hat überhaupt nichts mit prüde zu tun. Ich halte die Art, wie man das in der Brenn-Nessel abgebildet hat sogar für ziemlich verklemmt. So wie Dirty Old Man-Jokes eben sind: verdruckst und verklemmt. Wenn die FP in Bekämfpung der Regio dieses Po-Sujet gewählt hätte, statt dem Fahrradsattel eine Regio-Garnitur zwischen den Schenkeln der Dame platziert und „No fun between your legs“ dazu geschrieben hätte, den Aufschrei der Grünen hätte man bis zum Nordpol gehört. Detto die Rücktrittsforderungen.

Was meinen Alkoholkonsum betrifft, geht die Fantasie mit Ihnen durch. Das ist ein literarischer Topos. Falls Sie es nicht wissen: Schreibende sind nie ident mit dem, was sie schreiben, so hat es mich mein Mentor gelehrt. Wir bedienen uns bestimmter Muster, sich wiederholender Gags, frau nennt das running gag, und so ist das bei mir mit dem Alkohol und den Laufmaschen auf den Strümpfen. Die satirische Übertreibung einer realen Situation, die jede Frau kennt und schon erlebt hat.
Wie kommen Sie auf die Idee, dass ich meine „Laufmaschen-Beine“ herzeige? Ich schreibe über Laufmaschen. Und selbst wenn – Sie unterliegen da einem eigentlich typisch männlichen Irrtum. Dass ich meine Fusserln gern schön bestrumpfe und in HiHeels zwänge, ist doch kein Freibrief dafür, dass depperte Männer depperte und sexistische Sprüche absondern. Sie machen hier das, was über viele Jahrzehnte gelebte Spruchpraxis von männlichen Richtern war: selbst schuld die Frau, wenn sie freizügig ist, sie wollte es nicht anders. Oder noch drastischer: wenn eine Frau Vergewaltigungsfantasien hat und diese mit ihrem Partner spielerisch auslebt, heisst das noch lange nicht, dass sie im richtigen Leben vergewaltigt werden möchte.Ist doch einleuchtend und leicht zu verstehen. Sogar die meisten Männer haben das inzwischen kapiert.

Als Kandidatin der Grünen und Listenkollegin können Sie sich nicht so einfach aus der Mitverantwortung für das stehlen, was in einer Wahlausgabe der Zeitung der Grünen steht. Nur zu sagen, man möge es dem Kienesberger persönlich ausrichten, ist eine schwache Ansage. Und unsolidarisch gegenüber Ihren Geschlechtsgenossinnen. Aber mit der Solidarität haben Sie es halt nicht so, gell! (Siehe weiter oben.)

Wenn Sie sich über eine persönliche Attacke beschweren, ist das nicht unkomisch. SIE haben das Gmundl-Team attackiert und uns unterstellt, dass wir nicht die demokratische Fairness haben könnten, Ihren Pro-Regio-Beitrag zu bringen. Sie haben mit der Attacke begonnen, ich habe geantwortet. Auf einen groben Klotz gehört ein grober Keil. Seien Sie also bitte nicht wehleidig. Wer austeilt, muss auch einstecken können. If you can’t stand the heat stay out of the kitchen.
Sie sind natürlich trotz allem herzlich eingeladen, weiterhin Ihre Beiträge zu posten. Und wir werden Sie alle – so wie schon bisher immer – ungekürzt bringen.

Babsy Blitzschnell und das ganze Team Gmundl


Unsere Serie der „Wahlplakate, die wir gerne sehen würden“ geht flott und munter weiter!

Liebe Leute, vergesst bitte nie: das ist Satire und Parodie, gell! Nicht, dass wir jetzt ein Posting der Grünen bekommen, dass Rindviecher nicht wahlberechtigt sind. Irrtum! Es sind mehr, als wir glauben wollen!
Babsy


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Rasanter Stillstand & Aufenthaltsverfestigung
13. September 2015

Heute:
Wahlbeobachtender Gastkommentar von Michael Amon

Liebe Leserleins!

Das grausige Wort „Aufenthaltsverfestigung“ stammt aus der Sprache der Bürokraten und wurde, so sagt man mir, von einem ehemaligen SP-Innenminister erstmals öffentlich verwendet. Ich habe keine Ahnung, ob das stimmt oder nur Legende ist. Damit war gemeint, dass Asylansuchende, die ins Land kommen, versuchen, hier auch langfristig vor Anker zu gehen, ihren Aufenthalt also zu „verfestigen“. Auf Menschen angewendet ist dieses Wort extrem fragwürdig. Mir aber kam es in den Sinn, als ich die neuesten Umfragewerte zur OÖ-Landtagswahl las: bei ÖPV, SPÖ und Grünen scheinen die Prozente eine Art „Aufenthaltsverfestigung“ erlitten zu haben. Es bewegt sich wenig, und wenn, dann eher nach unten. Der Höhenflug der FPÖ scheint auch gestoppt. Man hat den Eindruck, die Wählerleins seien erstarrt und würden nur noch gottergeben auf den Wahltag warten, um dann ihre Stimmen abzugeben. Im engsten Wortsinn: Stimme abgeben und das war es für die nächsten sechs Jahre. Man spürt auf Landsesebene weder eine Aufbruchsstimmung noch das Gefühl, die anstehenden Probleme würden endlich gelöst werden. Das Flüchtlingsthema überstrahlt alles, obwohl es – so drängend es im Moment sein mag – das wahrscheinlich noch am leichtesten zu bewältigende Problem zu sein scheint.

Wir werden uns jedenfalls bemühen, in den verbleibenden zwei Wochen Information und Entscheidungshilfen zu liefern und über den Stand der Dinge zu berichten. Wir sind zwar nicht davon überzeugt, dass wirklich noch 25 % der Wählerleins unentschieden sind (vor einer Woche wurde uns noch erzählt, es seien 50 %), aber es ist zumindest eine Zeit, in der die Politik mehr Aufmerksamkeit erzielt als sonst. Das wollen wir nutzen, um auch einiges an Nachdenklichkeit über den Zustand des polititschen Systems unter die Leute zu bekommen und an den einen oder anderen Politskandal zu erinnern. Damit das Spekulieren der Parteien auf die Vergesslichkeit der Wählerleins sich als Fehlspekulation erweist.

In diesem Sinne noch einen schönen Sonntag.

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl

Die über das Wochenende eingelangten Kommentare bringen wir am Montag.


Rasanter Stillstand

Wahlbeobachtender Gastkommentar von Michael Amon

In gewisser Weite tümpelt der Wahlkampf für die Landtagswahl trotz Turbomodus vor sich hin. Der „rasante Stillstand“ als neueste Politikkreation. Pseudoaktivitäten, die den Eindruck erwecken, man versuche sich und die Wähler mit Hyperaktivität über den eigenen, inhaltlichen und politischen Stillstand hinwegzuschwindeln.

Der Wahlkampf der ÖVP bleibt rätselhaft. Einziges Motto bisher: Alles Pühringer. Die Plakate haben keine Linie, versuchen nur möglichst viele Themen abzudecken, weil man keine klare Botschaft hat außer einer: wählt den Pühringer.
Gleichzeitig versucht man, der FPÖ den Wind aus den Segeln zu nehmen, indem man sie zwar direkt und sehr aggressiv attackiert, aber weder echten Klartext spricht, noch sich die Koalition mit ihr versperren will. Zuerst hat man versucht, die Drohkulisse einer rot-blauen Koalition auf die Politbühne zu schieben. Das ist nicht recht gelungen, denn das Publikum erkannte schnell, daß diese Kulisse genau das war: eine Kulisse fernab der Realität. Jetzt versucht man es mit direktem Angriff auf die FP, ohne daß klar wird, wo die ÖVP sich genau positioniert.

Nun affichiert man aus lauter Ratlosigkeit eine Plakatserie dümmsten Inhalts. In Zeiten, da Probleme immer weniger regional lösbar sind, auch nicht national, verfällt die angebliche Europa-Partei auf den Slogan: „Wütend auf Wien oder Brüssel? – Oberösterreich stärken. Pühringer wählen.“ Genau daran krankt Europa! Es ist das, was man in der Schweiz „Kantönli-Geist“ nennt. Kleingeistigkeit und Enge, wo Weltoffenheit und freier Blick notwendig sind. Absurd ist ein solcher Slogan, wenn man bedenkt, daß das Flüchtlingsproblem eben nicht in OÖ gelöst werden kann, sondern letztlich Lösungen aus Brüssel erfordert. Das Hinhauen auf Wien mag vielleicht beim einen oder anderen Provinzgeist ankommen, abstrus ist es trotzdem. Denn Pühringer ist heute der einflußreichste Landespolitiker in Wien: er hat das Regierungsabkommen mitverhandelt, die Steuerreform, ist Vorsitzender der LH-Konferenz, mischt bei der Bildungsreform (blockierend) mit und hat Mitterlehner zum Bundesparteiobmann und Vizekanzler gemacht. Sein langjähriger politischer Weggefährte Leitl sitzt in Wien als Chef der WKO und ist damit eine der Spitzen der Sozialpartnerschaft. Und dieser Pühringer will uns jetzt erklären, was in Wien geschehe, sei außerhalb seines Wirkungsbereichs, habe nichts mit ihm zu tun, man müsse ihn wählen, wenn man „auf die in Wien“ wütend sei? Wer auf die in Wien wütend ist, ist in Wahrheit auf Pühringer wütend. Das sollte man bedenken, bevor man diesem dummen Slogan (den nur die OÖ-Krone für raffiniert hält) folgt und sein Kreuzerl bei der ÖVP oder bei Pühringer macht.

Die Wahlwerbung der SPÖ hat zumindest eine halbwegs erkennbare Linie. Die Plakate sind teils gelungen (der bildlich umgesetzte „rote Faden“, der sich durch die Wahlwerbung zieht), teils völlig daneben, wenn man an die Farbgebung des Hintergrunds denkt. Wem ist bloß dieses dumpfe Braun im Hintergrund eingefallen? (Daß die Gmundner SP es schafft, diesen ohnehin schon tristen Farbton noch mehr im Dunklen absaufen zu lassen, ist ein Kapitel für sich.) Völlig unverständlich bleibt für die meisten Leute der ABC-Slogan. Oder kennen Sie einen normalen Menschen, der sagt: Ich suche eine günstige Bleibe? (B für Bleibe). Klingt eher nach Wien-Döbling als nach arbeitenden Menschen. Ob es besonders klug ist, angesichts der Umfragedaten noch immer von 25+ zu sprechen, ist auch so eine Frage. Natürlich muß man sich selbst und die Mitglieder motivieren und darf die Flinte nicht frühzeitig ins Korn werfen. Man fragt sich nur dauernd: wo ist die Flinte? Haben die überhaupt eine? Androsch hat ja dieser Tage gemeint (wenn auch auf die Bundes-SPÖ gezielt), man sitze zwar fest im Sattel, aber das Pferd sei nicht tot, sondern gar nicht mehr vorhanden. Ich habe seit einiger Zeit eine noch drastischere These (sowohl im Bund als auch im Land): Der Sattel ist auch längst weg. Die SPÖ Oberösterreich ist auf dem Weg zur Marginalisierung, ihr droht ein Schicksal in der Art der Wiener ÖVP, die es in Richtung unter 10 % drängt. Die SPÖ hat seit 2003, dem letzten Wahlerfolg in OÖ, rund die Hälfte ihrer Wählerschaft verloren. Der schwache Trost: man kann nicht so viele Wähler verlieren, als man bereits verloren hat. Der Letzte macht das Licht aus. Man kann seitens der SP nur hoffen, daß einige Ortsparteien sich gegen den Trend behaupten – mit Originalität, klaren Grundsätzen und vifer Wahlwerbung.

Das alles geschieht gegen eine, wenn man es genau betrachtet, inferiore FPÖ, die nichts zu bieten hat, außer mehr oder oft auch weniger schönen Heimatsprüchen. Man muß der SPÖ geradezu dankbar sein, daß sie uns mit „Hoamtland“-Sprüchen weitgehend verschont. Daß es der FPÖ gelungen ist, sich aus der Hypo-Affäre davonzustehlen, ist allerdings (bundesweit) eine taktische Meisterleistung, leider mit kräftiger Schützenhilfe einer untätigen Bundesregierung, die kein Interesse hatte, die Verstrickung der eigenen Landesparteien und der Bundespolitik (die ÖVP und die Regierung unter Schüssel) im Hypo-Untersuchungsausschuß präsentiert zu bekommen. Man hat ihn abgedreht, die FPÖ hat davon profitiert.

Viele mosern über den Retro-Stil der FP-Plakate. Man vergißt dabei, daß der durchschnittliche FP-Wähler in Fragen der Ästhetik nicht besonders „sophisticated“ ist. Die scheinbar handgeschnitzten Plakate, überladen mit Text, sind höchst professionell gestaltet und sprechen das Zielpublikum exakt an, die Botschaften sind simpel und perfekt plaziert. Die FPÖ versteht es leider sehr gut, die Ängste der Menschen anzusprechen und zu verstärken. Eine Politik, die die Gründe dieser Ängste beseitigt, schlägt sie allerdings nicht vor. Lösungen wie der Grenzeinsatz des Bundesheeres gegen die Flüchtlinge sind Scheinlösungen. Oder will man 150.000 junge Menschen zu den Waffen rufen und sie alle zehn Meter entlang der österreichischen Grenze aufstellen? (Abgesehen davon, daß da die Versorgung der Flüchtlinge allemal billiger ist als so ein ohnehin wirkungsloser Großeinsatz.) Was die FPÖ nicht sagt: der einstige Einsatz von Präsenzdienern entlang der Außengrenze des Burgenlandes hat zu einer Unzahl von traumatisierten Präsenzdienern plus einer Reihe von Selbstmorden geführt – ein Thema, über das niemand spricht. Weder die FP noch der rote Landeshäuptling Niessl. Man sollte den Leuten, wenn man von Grenzeinsätzen schwafelt, auch erklären, was das für die jungen Menschen im Land bedeutet, die man dort aufstellt. Nicht jeder junge Bürger war und ist freudiger Teilnehmer an Wehrsportübungen.

Die Landes-Grünen. Ein Kapitel für sich. Die angeblich grüne Handschrift der letzten zwölf Jahre kann ich nicht erkennen. Da ich nicht farbenblind bin, muß das einen anderen Grund haben: die nicht vorhandene Grünpolitik. Sein Bourn-Out zu pflegen, ist eine Sache, grüne Politik zu machen eine andere. Anschober ist extrem grün, wenn die Problemlösung fern des Hoamtlandls liegt: AKWs in England – super, da ist der Rudi hochaktiv. TTIP, das in Brüssel entschieden wird, da äußert er sich entschieden. AKW-Temelin, wunderbar, da kann man schön demonstrieren, muß aber selbst politisch nichts umsetzen.
Für ein Kochbuch brauch ich keinen grünen Politiker. So denken viele in OÖ, auch Leute, die geneigt wären, grün zu wählen.
Aber wo ist Anschober in Fragen Ohlsdorfer Deponie-Skandal? Wo ist er, wenn es um die unmittelbaren Lebensfragen in OÖ geht? Er ist ein stummes Anhängsel der ÖVP. Dem absoluten Machtanspruch der ÖVP im Land hat er nichts entgegengesetzt. Die Gmundner Grünen hat er in ihrem Kampf gegen das Asamer-Hotel und gegen die fragwürdigen Begleitumstände im Stich gelassen. Nur nicht den Koalitionsfrieden (=das eigene Sesselchen) gefährden. War im letzten Wahlkampf sein (ehrliches) Hauptargument, sein Landesrats-Amterl in Form des Sessels, so ist es diesmal wiederum der Sessel, nur ein wenig verbrämt: die Landesgrünen plakatieren für schwarz-grün. Glaubt man wirklich, damit unschlüssige Wähler zu gewinnen? Das Konzept mit der Angst vor den Blauen für sich selbst zu werben, geht bei der SPÖ seit zwanzig Jahren schief, die Folgen sieht man jetzt brutal. Die einzige Botschaft von Anschober ist wiederum: ich will mein Sesserl behalten. Ein Sesserl, das nicht einmal mehr grün angemalt ist. Kein Wunder, daß die Landesgrünen stagnieren und weit unter ihrem Potential bleiben.

Warum vermeidet Anschober das Thema Flüchtlinge, so gut es nur geht? Da und dort ein kleines Statement, das war es. Hier liegt ein großes Wählerpotential brach, und niemand traut sich, diesem ein Angebot zu machen. Alle fürchten sich, dieses Thema in den Vordergrund zu spielen, aus Angst, das könne der FPÖ nützen. Und überlassen damit leichtfertig ein beträchtliches Wählerpotential sich selbst. Hart gesagt: man läßt diese Wähler im Regen stehen.

Was heißt das alles für Gmunden? Man kann sich hier wohl kaum vom Landestrend und der Stimmung im Bund abkoppeln, gleichzeitig kommen bei Kommunalwahlen immer auch örtliche Probleme zum Tragen. Der Absturz der ÖVP in Gmunden wird nicht zu verhindern sein. Die Frage ist nur, ob es Krapf gelingt, glaubhaft darzustellen, daß er mit der Vergangenheit brechen will – und ob ihm das geglaubt wird. Als Person ist er durchaus ein Sympathieträger, da hat die ÖVP einen guten Griff gemacht, an politischer Substanz muß er noch wachsen. Aus meiner Sicht war er in der Wahlfahrts-Diskussion rhetorisch sehr gut unterwegs, war SP-Dickinger, der als guter Rhetoriker gilt, über weite Strecken nicht nur gewachsen, sondern überlegen. Aus einem einfachen Grund: Krapf kommt kurz und bündig auf den Punkt und vermeidet populistische Anbiederung im Sprachton. Hier schlägt der am Französischen (und seiner Sprachmelodie) geschulte Sprachlehrer zu seinen Gunsten durch. Sein Problem ist, nach nur einem Jahr Amtszeit kein Wunder, die Kenntnis der Details (da macht aber auch Dickinger nicht immer eine gute Figur, obwohl seit vielen Jahren in seiner Funktion). Allerdings lastet das Erbe Köppls schwer auf ihm, denn viele Fragen sind völlig ungeklärt und derzeit auch kaum beantwortbar. Man denke an die Fragen rund um das Asamer-Hotel und das Seebahnhof-Grundstück. Hier laufen Gerichtsverfahren. Vor deren rechtsgültigem Ende ist eine Planung praktisch unmöglich.

Die Gmundner SPÖ ist in keiner beneidenswerten Lage. Neben einer Reihe fataler Fehler in den vergangenen Jahren, wirkt sich jetzt auch aus, daß die Landespartei völlig aus dem Tritt ist, daß die Wähler in Scharen davonlaufen. Ein Trend, von dem Gmunden sich nur abkoppeln könnte, wenn ein konzises, überzeugendes Wahlprogramm und ein mitreissender Spitzenkandidat vorhanden wäre. Beides ist nicht der Fall. Dickinger mag ein solider Kandidat sein, aber eine „neue“ Politik signalisiert er nicht, ein großes Manko, da in Gmunden ein Momentum in Richtung eines radikalen Kurswechsels da ist. Gegen Krapf sieht er alt aus. Zum Glück für die SP ist die ÖVP bisher nicht in der Lage gewesen, das voll auszuspielen, sonst könnte der Absturz der SPÖ noch schlimmer ausfallen. Schlimm genug wird er ohnedies. Nur Optimisten, die gibt es auch, glauben, daß der Vize-BM und mehr als ein Stadtrat zu halten sind. Da hätte es mehr gebraucht als „Gmunden kann mehr“. Auch das „Gmunden neu denken“ ist weder optisch auf den Plakaten umgesetzt worden, noch im Programm oder gar bei den bisherigen Wahlkampfauftritten.

Die FPÖ fährt – wie es aussieht – im Schlagwagen zum Wahlsieg. Es müßte schon mit dem Teufel zugehen, wenn sie nicht zweitstärkste Partei in Gmunden werden sollte. Die FPÖ ist in der „glücklichen“ Lage, daß ein großer Teil ihrer Wähler nicht nach Inhalten oder konkreten Vorschlägen fragt, sondern eher unreflektierten Befindlichkeiten folgt. Diese Befindlichkeiten werden von der FPÖ perfekt bedient.

Die Grünen haben viel Bewegung in ihren eigenen Wahlkampf gebracht und platzen geradezu vor Zuversicht. Ob es ihnen gelingen wird, das Potential auszuschöpfen, ist unklar. Fehler wie zuletzt das fragwürdige Pro-Regio-Motiv (Put the fun between your legs.) sind in ihrer Auswirkung schwer einzuschätzen. Man versucht unübersehbar, diesen Fauxpas auszusitzen und gar nicht darauf zu reagieren. Ob das sehr schlau ist, bezweifle ich. Allerdings haben eingeschworene Grün-Wähler kaum eine Alternative. Ein Schwachpunkt der Grünen ist sicher ihre vollkommen unreflektierte Zustimmung zum Regio-Projekt, die hängt ihnen wie ein Mühlstein um den Hals und verhindert „Höhenflüge“. Denn immerhin kandidieren drei Parteien für den GR, ohne einen BM-Kandidaten aufgestellt zu haben. Wohin gehen diese Stimmen für eine Liste bei der Frage des BM?

Womit wir schon bei der BIG sind. Wirklich seriös ist eine Abschätzung ihres Ergebnisses nicht möglich. Die Unzufriedenheit mit der ÖVP und mit der Stadtpolitik im allgemeinen (das trifft auch die SPÖ) ist massiv, die BIG wird einiges davon abräumen. Auch frustrierte SPler, die das Regio-Projekt nicht goutieren, könnten bei der BIG landen, detto grüne Regio-Skeptiker. Vom Potential her ist da viel Phantasie drin. Auch wenn die BIG im Stadtbild und bei diversen Veranstaltungen nicht so präsent ist wie andere, schadet ihr das wenig. Sie ist ein Selbstläufer und profitiert von der Mundpropaganda. Auch sind ihre Proponenten gut vernetzt und haben aufgrund ihrer beruflichen Tätigkeiten weitaus mehr Kontakte zu unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen, als etwa manche in der SPÖ wahrhaben wollen. Dazu kommt, daß das Regio-Thema alle anderen Themen überstrahlt, selbst die Flüchtlingsfrage ist in Gmunden kaum thematisierbar. Die FP hat es versucht und ist gescheitert.

Zur Stadtliste von Löcker kann man nun wirklich nicht viel sagen. Die ist ein Anachronismus der eigenen Art. Ich habe mich schon bei der letzten Wahl gewundert, daß Löcker noch Stimmen bekommt – offenbar von jenen, denen die Grünen zu „links“ sind. In der Praxis der letzten Jahre war Löcker fast immer ein Anhängsel der ÖVP, eigene Ideen waren nicht zu erkennen. Ich weiß nicht, warum jemand Löcker wählen sollte. Wenn man seine Performance der letzten Jahre ehrlich bewertet, gibt es eigentlich keinen Grund, seine Liste zu wählen. Grüne Themen sind im allgemeinen bei den Gmundner Grünen besser aufgehoben. Es wäre klüger gewesen, Löcker hätte seinen Frieden mit den Grünen gemacht und auf eine Eigenkandidatur verzichtet. Da waren wohl persönliche Gründe für die Entscheidung zur erneuten Kandidatur ausschlaggebend.

Die Neos sind auch ein Fall für sich. Gmunden wäre eigentlich das geeignete Pflaster für einen Erfolg. Dummerweise ist ihnen die BIG in die Quere gekommen. Die Stimmung für die Neos war auch schon einmal besser, der Flair des Neuen ist weg, die Presse nicht immer gut. Ich halte ein Mandat in Gmunden für möglich. Es wird ebenso knapp wie auf Landesebene. Persönlich finde ich eine breite Fächerung der in LT und GR vertretenen Parteien für gut. Das freie Spiel der Kräfte in beschlußfassenden Körperschaften halte ich für einen demokratiepolitischen Fortschritt. Dazu gehört ein breites Parteienspektrum, keine festgezurrten Koalitionen und das Ernstnehmen des freien Mandats. Gmunden könnte hier beispielgebend werden.

Zusammengefaßt: ÖVP und SPÖ laufen derzeit in Richtung dessen, was zu erwarten ist. Ebenso die FPÖ. Wenn es Überraschungen gibt, dann werden sie von BIG und/oder den Grünen geliefert werden.

Eine große, offene Frage ist die Wahl des Bürgermeisters. Wer kommt in den zweiten Wahlgang? Gibt es da Überraschungen oder nicht? Man darf nicht vergessen: immerhin drei Parteien/Listen treten ohne eigenen BM-Kandidaten an. Wen wählen diese Menschen bei der BM-Wahl? Wird es einen zweiten Wahlgang geben, oder schafft Krapf es im ersten? (Halte ich für möglich, aber weniger wahrscheinlich.) Kommt Dickinger, Frau Enzmann oder Sperrer in den zweiten Wahlgang? Ich halte hier jedes Ergebnis für möglich und möchte das auch begründen.

Entscheidend wird das Wahlverhalten der BIG-Wähler sein. Die haben aber ein Problem. Nur die FP ist klar gegen die Regio. Viele BIG-Wähler wollen sicher keine FP-Kandidatin wählen. Alle anderen Kandidaten sind aber klar und deutlich für die Regio. Also wen wählen? Die Macht der ÖVP will man brechen, also kommt Krapf nicht wirklich in Frage. Dickinger? Sein Parteikollege Sageder ist einer der Hauptbetreiber des Regio-Projekts, Dickinger geht mit unbelegten und unbelegbaren Horrorzahlen für den Fall des Projektstops hausieren. Also auch eher keine Alternative. Bleibt der Grün-Kandidat Sperrer. Da fährt ein Teil der Partei ebenfalls einen ziemlich sturen Pro-Kurs und negiert dabei grüne Kernanliegen (bis hin zum sexistischen Ausrutscher von Kienesberger).

Das also wird die interessanteste Frage sein: welche Kandidaten machen ein Angebot an die BIG-Wähler? Welche Partei propagiert offensiv das Stimmsplitting (an dem die BIG-Wählerschaft ohnedies nicht vorbeikommt, detto Neos und Stadtliste)? Da sollten in den örtlichen Parteizentralen noch einmal ordentlich die Köpfe rauchen.
(Nächste Woche werde ich mir erlauben, meine Überlegungen zur Bürgermeisterwahl zu erörtern.)


Und auch heute, Sonntag, gibt es ein weiteres Sujet aus unserer mehr als nur beliebten Reihe
„Wahlplakate, die wir gerne sehen würden“

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Gmunden ist nicht allein!
12. September 2015

Heute:
Babsy Blitzschnell über Verschandelung in Traunkirchen
Einserkasterl von Hans Heidinger zu Sageder-Sprüchen
Gastkommentar von find-out2 zur neuen Koalition
Gastkommentar von Enser-de Groot zu Menschenverachtung

Liebe Leserleins!

Der Wahlsonntag naht mit grossen Schritten. Die Parteien werden nervös. Es sieht so aus, als ob sich im Wahlk(r)ampf wenig bewegt. Dazu noch angeblich 50 % der Wählerleins unentschlossen, wie man uns wissen lässt. Das ist aber bei genauem Hinsehen nicht richtig. Die Wahrheit ist eine andere: ungefährt 75 % der Wählerleins wissen schon, welche Partei sie wählen werden, sie sagen es nur nicht, schon gar nicht den Meinungsforscherleins.

Wir setzen unsere Berichte und Kommentare rund um die Wahl natürlich fort. Auch wenn manchen das nicht gefällt. Wir können unseren Leserleins jedenfalls versichern: wir lassen uns von niemandem unter Druck setzen oder beeinflussen. Wir versuchen ein möglichst breites Spektrum an Meinungen zu bringen. Dabei hängen wir davon ab, dass die Parteien und wahlwerbenden Gruppen dieses Forum nutzen. Einige machen das geschickter, andere weniger geschickt. Die ÖVP macht es gar nicht. Das ist ber nicht unser unser Problem. Wir halten uns an das Motto der New York Times: „All the news that fit to print“. Unabhängig von Rang, Ansehen und Parteifarbe. So hoffen wir ein Gegengewicht zur extremen ÖVP-Lastigkeit der lokalen Medien zu sein. Niemand wird hier bevorzugt oder benachteiligt. Dass wir unsere Finger auf wunde Stellen legen, ist selbstverständlich. Wir haben kritische Fragen an das BIG gestellt, an die NEOS. Wir haben die GRÜNEN kritisiert und die SPÖ. Die Wählerleins sollen sich ein Bild machen können, wer ihren eigenen Ansichten am nächsten kommt. Das geht nicht mit Hofberichterstattung.

Aber jetzt zur heutigen Headline: Gmunden ist nicht allein. Damit ist die systematische Ortsverschandelung gemeint. Sie ist leider überall im Salzkammergut vorzufinden. Frau würde sich erwarten, dass eine Partei, die sich stolz selbst als „Heimatpartei“ abfeiert, da wesentlich aktiver unterwegs ist. Meist sind es Einheimische, die hier als Verschandler tätig sind. Mitunter auch Ausländer unter kräftiger Mithilfe örtlicher Politiker.

Im Falle von Traunkirchen handelt es sich um einen Altwarentandler aus Wels namens Hesz, der quer durch Europa seine Geschäfte macht. Gerüchteweise sind eine ganze Reihe der Geschäftspartner Russen und Ukrainer, die ihr ehrlich verdientes Geld in Bilder verwandeln wollen. Die müssen wo gelagert werden. Dazu sollte neben der Russenvilla (nomen est omen) ein Kunstmuseum errichtet werden, so die Saga. Über die geplante Errichtung und den Widerstand im Ort haben die OÖN zwar berichtet, nicht aber über die Nebengeräusche, die im Ort entstanden. Es gehe eben nicht nur um die Sammlung von Skizzen und Entwürfen des Ringstrassen-Architekten Theophil von Hansen, die Hesz in vielen Jahren zusammengetragen hat, sondern eben auch um die Lagerung jener Bilder, die von Russen und Ukrainern als Geldanlage gekauft worden sind. Das angebliche Museum, und das ist besonders bemerkenswert, sollte entgegen anfänglichen Behauptungen für die Öffentlichkeit nicht zugänglich sein. Dafür müsste gleichzeit der bestehende Kreuzweg umgeleitet und ein halber Berg abgegraben werden. Ein extreme Beeinträchtigung des Ortsbildes ist zu erwarten.

Hesz schreckte beim Versuch, sein Projekt durchzusetzen auch vor merkwürdigen Massnahmen nicht zurück. Er drohte mit der Ansiedlung einer „rumänischen Grossfamilie“ auf zehn Jahre. Der Hinweis „Ein großer Parkplatz für Wohnwagen ist ja dabei.“ sollte wohl die Angst der Ortsbewohner vor „Zigeunern“ schüren und sie so zur Zustimmung bewegen. Von der ÖVP wurde das Projekt von prominenter Stelle unterstützt (u. a. Assmann von der Sommerakademie Traunkirchen). Auch der damalige ÖVP-Bürgermeister unterstützte das Projekt.

Überraschenderweise kam es im Juni dieses Jahres zum Rücktritt des Traunkirchner VP-Bürgermeisters und auch seines Stellvertreters. Eine nun ursierende Email des zurückgetretenen VP-Vize-BM Siegesleitner wirft ein neues Licht auf diese Rücktritte. Offensichtlich war es zu grossen Problemen mit den Baugenehmigungen gekommen. Siegesleitner war Obmann das Bauausschusses und geriet offenbar ins Schussfeuer von Hesz, wie die folgende Email zeigt:
„Sehr geehrte Gemeinderäte und Gemeinderätinnen !
Am 20.6.2015 habe ich auf meinem Handy eine Sprachmitteilung des Hrn. Jürgen Hesz vom 19.6.2015, 22.40 Uhr, vorgefunden.
Neben Beleidigungen meiner Person als Vizebürgermeister enthält die Sprachmitteilung auch Äußerungen, welche ich persönlich als Drohung gegen meine Person als Vizebürgermeister ansehe und empfinde. Ich habe die Sprachmitteilung gesichert und bei Dritten Stellen hinterlegt. Davon möchte ich Euch in Kenntnis setzen.  Durch seine Aussagen hat  mir Herr Hesz einen Einblick  in seine Persönlichkeit gegeben.
Möge jeder von Euch seinen persönlichen Schluss daraus ziehen.
Herzliche Grüße
Alois
Vzbgm. Ing. Alois Siegesleitner“
In der Tat: jede und jeder möge seine Schlüsse ziehen. Ein interessantes Sittenbild ist das auf jeden Fall. In Traunkirchen erzählt man sich, die beiden Rücktritte seien unter dem Druck von LH Pühringer erfolgt, er habe die beiden „persönlich abgeschossen, weil sie nicht spurten“. Hesz rühme sich der besten Vernetzung mit dem LH und  dass dieser das Projekt befürworte. Der neue Leichtgewicht-Bürgermeister Traunkirchens wird als Parteiangestellter diesem Druck sicher nicht standhalten können. Man rechnet damit, dass das Projekt auf die eine oder andere Weise nach der Wahl doch noch durchgezogen werden soll. Wie die ÖVP das halt gern so macht, man denke an das Asamer-Hotel in Gmunden. Man kann nur hoffen, dass diese Sache ebenso scheitert wie die Asamer-Pläne.

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Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl

Morgen gibt es wieder einen Gastkommentar von Michael Amon zur Lage vor der Wahl.
Es freut uns, dass soviele Leserleins inzwischen zu Schreiberleins mutiert sind und vor allem auch ein Motto unseres Blogs in ihren Texten umsetzen: Von der Wahrheit zur Satire. So haben wir es gern! Wir haben die besten Leserleins und die besten Schreiberleins weit und breit. Gmundl ist inzwischen nicht nur Kult, sondern stil- und meinungsbildend. Allgemeinbildend sowieso! Aber jetzt hören wir schon wieder auf mit dem Selbstlob.

Bei den Bildern auf den Klick nicht vergessen, damit sie in Originalgrösse angezeigt werden!


Sageders Sager

Einserkasterl von Hans Heidinger

Getoppt wird die hier publizierte Aussage des Herrn Mobilitätsstadtrats Sageder nur noch durch dessen Antwort auf den Hinweis, dass nicht sehr viele Fahrgäste der Vorchdorfer Bahn die Durchbindung der Bahn benützen werden: ”Wenn nur ein Fahrgast mehr fährt, hat sich die Investition gelohnt”! (Sageder am 7.7.2014).
Das Gute an der Sache: Am 27.9.2015 ist der Spuk vorbei!
Das Schlechte an der Sache: Über was lachen wir, wenn Sageder nicht mehr ist …


POLITBOMBE GEPLATZT!
ÖVP/SPÖ/GRÜNE REFORMPARTNERSCHAFT GEGRÜNDET!

Ein satirischer Gastkommentar von find-out2

Was sich schon seit Jahren abgezeichnet hat, ist nun endlich Realität geworden: ÖVP, SPÖ und GRÜNE Gmunden bündeln ihre Kräfte und Interessen und treten bei der kommenden Wahl zwar mit eigenen Listen, aber gleichen Zielen an!

Angespornt vom großen Wahlerfolg der steirischen Reformpartnerschaft ÖVP/SPÖ bei den letzten LT-Wahlen in der Steiermark, wollen die drei Parteien dieses Modell – speziell adaptiert für Gmunden – bei der Wahl am 27.September einsetzen, um sicher zu gehen, dass auch das Hauptziel ihrer politischen Arbeit erreicht wird.
Zu diesem Zweck wurde von den Proponenten „Bagger-Stefan“, „Schienen-Sigi“, „Bla-Bla-Christian“, „Zug-Wolferl“, „Wrecking-Ball- Erich“, „Masten-Otto“, „Ampel-Karl“ und „Hidden-Josef“ die
REFORMPARTNERSCHAFT ZUR ZERSTÖRUNG DER INNENSTADT
ins Leben gerufen.

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Dieser griffige Name wurde mit Bedacht gewählt: Er ist zugleich Programm und Erkennungsmerkmal in einem und signalisiert den Wahlberechtigten, wer für die gelungene, wunderbare Gestaltung des Klosterplatzes und die einladende Mastenallee am Beginn der Traunsteinstrasse verantwortlich zeichnet.

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„Wenn wir wirklich zusammenhalten, werden wir es auch schaffen, den Stadtplatz, den Franz-Josefs-Platz, die neue Traunbrücke und die Einfahrt durchs Trauntor in die Innenstadt ähnlich ästhetisch zu gestalten, sodass ich nicht mehr – für die Situation in Gmunden irrelevante  – Fotos aus Großstädten wie Straßburg, Augsburg und Montpellier verwenden muß, um den Wählerinnen und Wählern die bevorstehende „Stadterneuerung“ schmackhaft zu machen“, so „Masten-Otto“ in einem Statement.

„MASTENWALD statt ESPLANADENBAUM!“ pflichtete ihm „Zug-Wolferl“ mit verklärtem Blick bei und nahm einen Schluck von seinem “Großen Schwarzen“.
Um ihren Reformwillen deutlich zu machen – und nachdem bei ihren Reformen wahrlich „kein Stein auf dem anderen bleiben soll“ – haben sich die Reformpartner auch gleich eines schwierigen Themas angenommen: der Neugestaltung des Gmundner Wappens!

Die Aufgabenstellung war schwierig; soll doch das neu gestaltete Logo der Reformpartnerschaft nach dem zu erwartenden großen Wahltriumph am 27.September, das altehrwürdige Gmundner Wappen ersetzen.
Unzählige Vorschläge wurden erarbeitet, korrigiert und doch verworfen, bis endlich ein Sujet den strengen Anforderungen der Reformpartnerschaft entsprochen hat.

Wie „Wrecking-Ball-Erich“ erklärte, wird die Reformpartnerschaft nicht in dieselben Fehler verfallen – wie zu Zeiten, als die Parteien noch getrennt aufgetreten sind – und die Bevölkerung solange nicht informieren, solange sie nicht selbst nachfrägt, sondern diesmal eine offensive Informationspolitik verfolgen.

Wir sind gespannt!


Menschenverachtend?

Gastkommentar von Margareta Enser-de Groot

Auch wenn die Strassenbahngegner die Messer wetzen, schäumen vor Rage, mich als deppert hinstellen, ich muß diesen Kommentar doch loswerden. Ich hoffe der Gmundl behandelt mich demokratiepolitisch fair und läßt die freie Meinungsäußerung zu.

RegioTram: Menschenverachtende Äußerung: Es fahren keine Leute

Vergangenen Donnerstag fuhr ich an einem sonnigen Nachmittag um 15.05 h mit der RegioTram nach Vorchdorf. Bereits am Klosterplatz stiegen 9 Erwachsene und 6 Kinder ein. In Engelhof stiegen zwei Arbeitspendler ein und stiegen in Gschwandt wieder aus. Unterwegs stiegen noch einige Personen ein und aus. Es war weder Stoßzeit noch waren Schüler unterwegs. Die Schaffnerin war äußerst freundlich.
Auf der Retourfahrt waren sieben Erwachsene im Zug, darunter ein junger Arbeitspendler mit seinem Fahrrad, wahrscheinlich um vom Bahnhof zu seinem Arbeitsplatz zu kommen. Soll mir jemand erklären, wie man sein Fahrrad, das man braucht um von zu Hause zum öffentlichen Verkehrsmittel und von dort zum Arbeitsplatz zu kommen, in einen Bus einladen kann?
Die RegioTram bringt die Menschen in relativ kurzer Zeit viel sicherer und komfortabler als in einem Bus, wo man gehörig durchgeschüttelt wird, ans Ziel. Allerdings bei der Ankunft in Vorchdorf erleidet man einen kleinen Schock, etwas Häßlicheres und Heruntergekommeneres als das Bahnhofsviertel ist mir kaum untergekommen. Da ist die Gemeinde Vorchdorf und die Firma Stern und Hafferl gefordert, tätig zu werden. Ein Bahnhof ist immer der erste Eindruck einer Gemeinde.

Ich habe den Eindruck, dass der Stundentakt immer mehr von der Bevölkerung angenommen wird. Ein verläßliches öffentliches Verkehrsmittel muß auch einer Minderheit zur Verfügung stehen, so wie andere Einrichtungen wie Schulen, Krankenhäuser, Post, etc. Viele Menschen können und wollen sich, sei es aus gesundheitlichen, finanziellen oder umweltpolitischen Gründen ein Auto nicht mehr leisten. Auch diesen Menschen muß Mobilität geboten werden. Es ist menschenverachtend von vielen Straßenbahngegnern zu sagen, “nach Vorchdorf fahren keine Leute”.

Margareta Enser-de Groot ist Gemeinderatskandidatin der Gmundner Grünen

Sehr geehrte Frau Enser-de Groot,
ich weiss nicht, wodurch Ihre leicht in Richtung paranoid tendierende Weltsicht ausgelöst worden ist. Wir haben hier noch jeden Ihrer Kommentare abgedruckt, auch wenn wir dafür von anderen Leserleins kritisiert worden sind. Das dauernde Beharren darauf, Sie würden von uns schlecht behandelt, hat keine Grundlage. Es erinnert vielmehr an jene Leserbriefe in der Krone, die mit den Worten beginnen „Sie trauen sich sicher nicht, meinen Leserbrief abzudrucken“. Uns braucht wirklich niemand aufzufordern, demokratiepolitisch fair zu handeln. Gerade Sie nicht! Sie kommen hier oft und ausführlich zu Wort. Falls Sie das vergessen haben, bringen wir hier gern eine Liste all Ihrer Gastkommentare in diesem Blog.
Auch die Behauptung, die Regio-Gegner „schäumen vor Rage“, kann ich nicht nachvollziehen. Hier schäumt niemand, hier werden Argumente ausgetauscht. Manchmal heftig, Sie sind im Ton auch nicht immer zimperlich, manchmal ironisch bis spöttisch. Alles im Rahmen. Also bitte, halten Sie den Ball flach.

Allerdings muss ich zum Vorwurf der „Menschenverachtung“ etwas erwidern. Es ist in keiner Weise menschenverachtend, wenn die Regio-Gegner sagen, man könne die paar Leute, die hier fahren, besser und günstiger mit einem E-Bus kutschieren. Was ist da menschenverachtend? Niemandem wird ein Menschenrecht abgesprochen, jeder darf damit fahren. Auch Fahrräder kann man in modernen Bussen leicht befördern, ebenso wie Kinderwägen. Also was soll der Vorwurf? Auch hier gilt: den Ball flach halten, gell!
Sie selbst schreiben übrigens von maximal zwanzig Personen, wenn ich richtig addiert habe, die befördert wurden. Ich bin mehrmals selbst gefahren, da waren oft nur zwei oder drei Leute im Zug. Angesichts einer Zugsgarnitur für rund 170 Leute kann man hier, egal ob drei, zwanzig oder dreissig Leute, wirklich die Frage stellen, ob hier ein sinnvoller, sparsamer und zweckmässiger Einsatz der Mittel erfolgt. Der Hinweis, diese Beförderungsleistung liesse sich besser mit einem E-Bus erbringen, ist nicht „menschenverachtend“, sondern einfach nur grundvernünftig.

Wenn Sie schon von „menschenverachtend“ sprechen, dann hätte ich lieber von Ihnen als Grün-Kandidatin und Frau etwas zu dem frauenverachtenden (und mithin menschenverachtenden) Bild in der letzten Brenn-Nessel und den ebenso frauenfeindlichen Aussagen („Put the fun between your legs“) Ihres Listenkollen und Regio-Fans Kiensberger gehört. Wenn in der Regio-Debatte jemand bisher etwas „Menschenverachtendes“ geäußert hat, dann war es Ihr Listenkollege. Vielleicht sollten Sie lieber unter der Türmatte vor dem eigenen Haus einmal nachsehen. Vielleicht können Sie Ihrem Listenkollegen auch einmal flüstern, dass eine Entschuldigung für diese dumme Entgleisung angebracht wäre. (Ein Regio-Befürworter, der entgleist, welch symbolträchtiges Bild!)

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


 

 

 

Peinlichkeiten
11. September 2015

Heute:
Babsy Blitzschnell über Peinliches

Liebe Leserleins!

Manchmal denke ich mir: ist denen denn gar nichts mehr peinlich? Kaum eine Woche, in der uns nicht Bilder einer „Eröffnung“ rund um die Regio präsentiert werden. Schon beim Seebahnhof hat man uns mit mehreren Eröffnungsfeiern gequält. Jeder einzelne Spatenstich wird abgefeiert, alle fünf Meter verlegter Schienenstrang, schon rauschen sie herbei und feiern sich selbst auf unsere Kosten. Jetzt wieder. Sie sind am Franz Josefs-Platz aufmarschiert. Eine echte Grosstat. Mit zünftigem Helm. Nur den Spaten hat man zu Hause gelassen. Wahrscheinlich um nicht wieder als Spatenschwinger zu gelten. Nutzt nichts, meine Herren, das ward ihr, das seid ihr, das werdet ihr bleiben! Richtig gesehen! Alles Herren. Hier der Beweis:

spatenschwingerSie sind angetreten um meine gestrigen Thesen zu untermauern: das ist ein männliches Projekt. Statt Hirn immer mehr Aufwand und Geld, immer mehr Zerstörung und Monumentalität. Als ob er einen besonderen Beweis abliefern wollte, hat sich Zug-Stadtrat Sageder wieder einmal zu Wort gemeldet. Prägnant wie immer. It’s a man’s man’s world.

sageder_sagtEr hat recht: Väter werden sich melden. Mütter sicher nicht. Denn die würden so etwas nie in die Welt setzen. Dazu bedarf es männlicher Gehirnwindungen. Nur das mit der Freude sehen wir zwiespältig. Wenn er sich so freut, dann soll er auch die Alimente für den unerwünschten Bengel übernehmen!

Wir werden also in den nächsten zwei Jahren Zeugen vieler, vieler Eröffnungen werden: jeder Eimer Beton wird abgefeiert werden. Jede Tür, die in den Zug montiert wird: feiernde Politiker. Jede montierte Sitzbank im Zug: ein Prost auf die Zukunft unter uns BauHERREN. Und nach 2017 geht es munter weiter: jeder Fahrgast bekommt eine Ehrenurkunde vom zuständigen Landesrat persönlich überreicht. Keine Sorge, das wird kein sehr stressiger Job. Alle paar Tage eine Urkunde, kein Problem.

Statt dauernd fröhlich aber grundlos in die Kameras zu grinsen, sollte man lieber endlich die Verträge offenlegen. Die Zahlen aufschlüsseln, was da wirklich an Zahlungen anfällt, wenn die Regio gestoppt wird. Das wäre Transparenz und Mitsprache für Bürgerleins, denn die gibt es nicht ohne Information. Zahlen auf den Tisch, dann können wir weiter reden. Wer mit Pauschalbehauptungen hantiert, wird einen Grund haben, warum er keine nachvollziehbaren Zahlen auf den Tisch liegt.

Wie schaut es da bei den Grünen aus? Bei der Regio keine Transparenz? Man kann nur hoffen, dass die Gmundner Grünen nicht Veranschobern.

Aber jetzt einmal zu einem ganz anderen Thema. Unsere liebe Unterrichtsministerin hat sich inzwischen schon mehrfach für den Gehrer-Inkompetenz-Preis qualifiziert. (Gehrer, Sie erinnern sich noch? Die war auch einmal Ministerin. Jetzt ist sie nur noch Nachrichtensprecher und heisst mit dem Vornamen Stefan.) Aber jetzt ist er endgültig fällig. Während alle Experten längst verlangen, der Unterricht solle nicht vor neun Uhr beginnen, da die Kids vorher noch nicht richtig zu Form angelaufen sind, redet die Frau U-Ministerin von Schule ab sieben Uhr morgens. Schon mal was von Nachtmenchen gehört? Für die ist sogar neun Uhr eine Zumutung. Aber gut, irgend wann muss man anfangen. Aber um 7h?

Gleichzeitig hat die Wiener Landesschulratspräsidentin erklärt, Unterricht ab neun Uhr sei nicht möglich, weil es am Betreuungspersonal für die Zeit davor fehle. Könnten sich die beiden Damen vielleicht mal bei einem Kaffee aussprechen? Wo nimmt man dann die Leute für die Betreuung ab sieben Uhr her? Ein mathematisches Rätsel, das nicht einmal Leute in der Maturaklasse lösen können.

Liebe Leserleins! Wenn Sie in den nächsten Tagen von Meinungsforschern angerufen werden, und man stellt Ihnen die berühmte Sonntagsfrage, dann überlegen Sie gut, was Sie antworten! Wahrheitsgemäß oder lügen?
Nur Dumme sagen die Wahrheit. Das schlaue Bürgerlein wählt eine Antwortstrategie. Was soll erreicht werden? Denn Gegner in Sicherheit wiegen? Na klar, dann behauptet man, ihn zu wählen, und die Leute bleiben zu Hause, weil der Sieger schon feststeht. Oder die eigenen Leute anstacheln, also ebenfalls den Gegner angeben. Dann werden die eigenen Leute noch einmal ordentlich laufen, damit es läuft. Oder sie sind so frustriert, dass sie sich nicht einmal am Wahltag auf die Strasse und ins Wahllokal begeben. Am besten, man bildet Wählergemeinschaften, bündelt die Stimmen. Ruft selbst bei der Meinungsforschung an und deponiert: Ich habe hier ein repräsentatives Bündel von 100 Befragten, die wählen alle … und dann kommt der Name der Partei, der sie schaden oder nützen wollen. Sie können das entweder ernsthaft erheben oder würfeln. Egal. Denn wie es wirkt, weiss niemand.

Liebe Leserleins! Morgen werden wir wieder ein wenig ernster. Wir werden uns mit merkwürdigen Vorgängen in Traunkirchen beschäftigen. Und was die mit den Wahlen zu tun haben. Uijegerl, da werden einige wieder sehr bös auf uns sein. Dank des Zuspruchs unserer Leserleins können wir damit aber leben.

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


Auch heute bieten wir unseren Leserleins ein weiteres Sujet aus der beliebten Reihe
„Wahlplakate, die wir gerne sehen würden“

Wo kann man einen Job besser lernen als im Job? Na eben! Die ÖVP verwirklicht ihre Vorstellungen von Chancengleichheit. So lösen wir die Arbeitslosigkeit: jedem sein Bürgermeister-Amt. Plus Lehrvertrag mit sechsjähriger Laufzeit.
Lehrplan:
1. LJ: Unterschreiben, was einem vorgelegt wird.
2. LJ: Kleine Subventionen für Sportvereine.
3. LJ: Grosse Subventionen für Stern & Hafferl.
4. LJ: Briefkasten eröffnen.
5. LJ: Regio eröffnen.
6. LJ: Wie man ein ordentliches Defizit erzielt.
Spatenschwingen und Bänderdurchschneiden gilt als Unterrichtsprinzip und wird fächerübergreifend in allen Lehrjahren behandelt. Frankenkredite werden nicht unterrichtet, die macht man besser, ohne im Detail zu wissen, worum es geht.

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