Es begab sich

VORANKÜNDIGUNG:

In zwei Monaten ist Weihnachten!


Heute:
Babsy über das Tagesgeschehen und Schurnalismus
Einserkasterl von Borgare über Hoamadland
Gastkommentar Marge Lila über Geschenke

Liebe Leserleins!

Jetzt haben wir die Landesregierung, die viele sich nicht gewünscht haben. Andere schon, aber die werden vielleicht in den nächsten Jahren kapieren, dass man sie drangekriegt hat. Oder die FPÖ verändert sich grundlegend, wofür nicht besonders viel spricht.

Auch wenn der Rudi-Koalitionslos-Anschober bei uns noch nie Lob bekommen hat, ein ganz kurzes setzt es heute: er hat – im Gegensatz zum völlig überforderten und total ablösereifen SP-Entholzer – wenigstens nicht applaudiert nach der grenzwertigen Rede von Pühringer. Der Entholzer hat sichtbar kräftig die Patschhanderln zusammen gepascht. Jeder, wie er kann. Die ganze grüne Fraktion hat dem Pühringer die Stimme verweigert. Immerhin zeigten sie damit Flagge, während die SP ihre Fahne in den Wind hängt und schön gusch ist. Kann aber auch sein, dass sie die Parteifahnen im Keller verräumt haben und jetzt nicht finden.

Dass Pühringer erst jetzt nach der Wahl erklärt, er bliebe sicher nicht die ganze Legislaturperiode, kann man als Wahltaktik sehen oder als fundamentale Unehrlichkeit. Unter letzteres fällt auch die Behauptung von VP-Geschäftsführer Hattmannsdorfer im Wahlkampf: „Wir sind die einzige Partei, die im Wahlkampf aktiv gegen die FPÖ aufsteht.“ Das hat sich nach der Wahl reichlich schnell gelegt. Eine andere Option als die mit der FPÖ wurde nie ernsthaft erwogen, es ging ausschliesslich um die Machtmaximierung des Männerbundes.

Dass die Grünen jetzt lauthals und sehr kritisch die neue Koalition (und es ist eine Koalition, auch wenn man uns etwas anderes einreden will) kommentiert, kommt etwas spät. Zwölf Jahre lang war Anschober stolz darauf, Konflikte mit der ÖVP nicht öffentlich zu führen. Man ahnt: er hat sie auch nichtöffentlich nicht geführt, sondern brav gemacht, was die ÖVP wollte. Umso frustrierter ist er jetzt. Klaro, gell! Man muss halt, gerade Grüne sollten das wissen, rechtzeitig den Mund aufmachen, öffentlich und gut hörbar, wenn man etwas erreichen will.

Auch in Gmunden tut sich was. Nächste Woche die erste Gemeinderatssitzung. Die ÖVP wechselt, wie zu erwarten war, alle Stadträte aus. Wie von uns schon berichtet gibt es einen neuen Stadtratsposten für die „Innenstadt“. Die FP behält Umwelt und Wasser, die BIG bekommt nicht das von ihr gewünschte Verkehrsressort, sondern den Baustadtrat. Im Gegensatz zu Köppl geht Krapf es für sich selbst eher gemütlich an: er übernimmt nur die Sportagenden. Was auch eine Aussage ist. Andererseits: es muss nicht jeder so viele Ressorts anhäufen wie der Pühringer im Land (Kultur, Finanzen, Spitäler und überhaupt). Aber nur Sport, das ist schon ein wenig unambitioniert, gell! Man hört aber ohnehin bereits Beschwerden aus dem Beamtenapparat, das Krapf sich doch relativ wenig um die Amtsgeschäfte kümmere, sondern noch immer im Wahlkampfmodus lieber durch die Vereinsszene düst. Aber vielleicht sind das noch immer die Anfangsprobleme, denn das erste Lehrjahr war ja mehr ein Schnupperjahr. Jetzt wärs aber Zeit, den Riechkolben ordentlich in die Stadtsachen zu stecken, die Witterung aufzunehmen und in den Arbeitsmodus umzuschalten. Im zweiten Lehrjahr sollte das wenigstens im Ansatz möglich sein, gell!

Dafür darf SP-Sageder, der einzige im Stadtrat verbliebene SPler, sein Lebensprojekt Regio als Verkehrsstadtrat weiter betreiben und zu Ende bringen. Wie immer man zur Regio steht: es ist sicher eine vernünftige Lösung, jemanden, der tief im Projekt steckt, das auch fertig machen zu lassen. Für die ÖVP hat es den Vorteil, dass aller Ärger in erster Linie den roten Sageder treffen wird. Man kann davon ausgehen, dass Sageder auch für die eigene Partei das „Sündenlamm“ spielen und alle Kritik auf sich ziehen wird. Eine neue SP-Führung, und die wird kommen, auch wenn der Widerstand einiger Betonköpfe entsprechend ist, kann dann unbelastet weiter arbeiten.

Die Grünen, die nicht mehr im Stadtrat vertreten sind, bekommen den Vorsitz im Prüfungsausschuss. Dass die ÖVP statt fünf Mitgliedern nur jeweils vier in die Ausschüsse entsenden wird, ist eine nette Geste, aber nicht mehr als Folklore. Sie behält damit natürlich trotzdem die Mehrheit in allen Ausschüssen.

Ach ja, weil von der Regio die Rede war. Es gibt ein neues Gustostückerl des lokalen Schurnalismus zu vermelden. Der Gmundner Mundl (nicht zu verwechseln mit dem kritischen Geist Herr Gmundl, aber das wissen unsere Leserleins eh) hat über die Regio geschrieben, und berichtet auf seine unnachahmliche Art von der Tatsache, dass die Eisenbahn sich im Moment der Einfahrt ins Gmundner Stadtgebiet in eine Strassenbahn verwandelt. Und der grosse Rechtsexperte kommt zu dem seine Leserschaft einigermassen irreführenden Schluss: „Doch verkehrsrechtlich ist die Sache eindeutig: Die Stadt-Regio-Tram ist innerhalb der Stadtgrenze eine Straßenbahn und außerhalb ein Regionalzug. Selbst die Technik ist darauf abgestimmt: In der Innenstadt werden die Triebwagen bimmeln, außerhalb des Ortsgebiets hupen sie.“ Ja so einfach ist das im Rechtsstaat: bimmeln ist Bim, hupen ist Zug. Äh, kleine Frage an den grossen Rechtsexperten: sind dann Fahrräder die bimmeln eine Strassenbahn? Sind hupende Autos dann ein Zug? Also ehrlich, der Mundl von Gmunden hat sich wieder einmal nicht informiert, ist ja nicht sein Job, gell, er informiert die Leute, aber er selbst braucht keine Information. Die ständige Rechtsprechung des Höchstgerichts schliesst nämlich bisher eine solche Verwandlung aus. Was auch der Grund ist, warum betroffene Anrainer nun den Rechtsweg zu den Oberstgerichten beschreiten. Da wird sich weisen, ob die bisherige Rechtsprechung über den Haufen geworfen wird, oder ob nur das politisch extrem einseitig besetzte Landesverwaltungsgericht das so sieht. Da können noch einige Überraschungen ins Haus stehen, auch wenn Dr. jur. Mundl das in OÖN anders sieht.

Die Firma Mitterndorfer aus Altmünster versucht jetzt, so zu tun, als sei alles paletti mit der Mühldeponie in Neukirchen, weil ein Gutachten festgestellt hat, dass dort nichts Schädliches gelagert ist. Was leider nichts daran ändert, dass die Nachbargrundstücke durch abfliessendes Wasser schwer beeinträchtigt sind. Die Anwälte der Anrainer sind der Ansicht, die Deponie sei nicht genehmigungsfähig, während die Firma darauf verweist, es gäbe Grundbucheinträge, dass die Anrainer das Abfliessen des Wassers über ihre Grundstücke dulden müssten. Was man nicht dazusagt: durch bauliche Änderungen fliesst nun deutlich mehr Wasser ab als zum Zeitpunkt der Eintragung, die Rede ist von rund 66 % höheren Zuflüssen. Es ist sehr fraglich, ob das alte Ableitungsrecht angesichts der enorm veränderten Umstände noch gültig ist. Der Kampf der Anrainer geht weiter. Drüberfahren über die Bürgerleins wird zum Glück immer schwieriger.

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


Hoamadland!

Einserkasterl von Borgare

Hoamadland, Homadland, wos foid da denn ei!
Schwoaz, blau, männlich und gschert, des kanns do ned sei !!!


Geschenke, Geschenke!

Gastkommentar von Marge Lila

Ab Mittwoch kann jeder 1 Stunde gratis in der Tiefgarage parken. Eine der Rettungsmaßnahmen um die Innenstadt während der SRT-Bauzeit nicht völlig absterben zu lassen. Was wird dieses Innenstadt-Pflasterl den Gmundnern kosten? Wenn man bedenkt, dass die Bauarbeiten ca. 1 ½ Jahre dauern werden, dann kommt da schon eine schöne Stange Geld zusammen. Wer wird diesen Einnahmenausfall finanzieren? Wird ihn Stern & Hafferl als Verursacher dieser Misere und Eigentümer der neuen Superbahn aus dem Projektbudget finanzieren? Na hoffentlich. Wenn wir ab jetzt von „Tramtastisch“ verschont werden, dann könnte es sich vielleicht ja ausgehen, ohne die öffentlichen Kassen wieder anzuzapfen. Ach ja, bei der Gelegenheit fordere ich neben 1 Stunde gratis parken auch gleich eine Autoschnellwäsche für alle Kunden der Tiefgarage. Derzeit glaubt man nämlich, in der Garage macht die Rallye Paris-Dakar eine Zwischenstation. Autos mit dicken Staubschichten stehen da mitten in der Innenstadt. Baustellendreck bis in die letzte Fuge.

Aber, was soll`s, dafür habe ich gehört, dass wir in der Kuferzeile eine Begegnungszone bekommen werden. Na endlich! Auf die warten wir Gmundner doch schon seit Jahrzehnten sehnsüchtig. Wir alle wollen uns in der Kuferzeile endlich so richtig begegnen können. Endlich wurde der Bürgerwille punktgenau erkannt. Endlich wird unser größter Wunsch erfüllt. Ich freue mich auf die Begegnungszone Kuferzeile! Nur ab und zu schnell zur Seite gehüpft, wenn gegen die Einbahn 60 Tonnen daher rattern, dann wieder schöne Begegnungen mit Nachbarn und Menschen aus aller Welt. Immer ein Auge Richtung Geleise gerichtet, immer in Fluchtbereitschaft, da werden die Reflexe geschult, das hält uns Gmundner jung und fit. Wenn ich mir das so recht überlege, dann muss es wohl für dieses erstaunlich sinnlose Geschenk eine andere Erklärung geben, als uns Gmundnern eine Freude zu machen. Ich glaube eher, der Tram soll eine echte Freude gemacht werden, damit sie auch weiterhin durch das enge Gasserl munter gegen die Einbahn fahren darf. Könnt ja sein, dass es sonst Schwierigkeiten gäbe? Oder ist das Ganze wirklich nur ganz einfach völlig sinnlos.

 


 

landesregierung_wir_sind_frau


 

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