Wunderwelt

Heute:
Babsy Blitzschnell und die Wunderwelt
Kurzer GK von F. Holzinger: Falsch verstanden!

Liebe Leserleins!

Ihre (hoffentlich geschätzte) Babsy muss heute ein wenig ausholen, auch auf die Gefahr, dass doch jemand dahinter kommt, wer die Babsy ist. In letzterem Fall, liebe Leserleins, lasst uns gemeinsam die Diskretion wahren und nichts ausplaudern, gell! Weil das tut sich nicht gehören, gell!

Ich muss heute mit meinem Herrn Papa beginnen. Der hat mir immer erzählt, dass er einst als Kind und sehr Jugendlicher regelmässig die „Wunderwelt“ gelesen hat. Gelesen nicht so richtig, ihn haben mehr die Bastelanleitungen und Ausschneidebögen interessiert. Die Zeitung insgesamt war unglaublich katholisch und sehr konservativ, was dem Herrn Papa damals a) nicht aufgefallen ist und b) vollkommen schnurz war. Den Zwerg Bumsti hat er auch nie gelesen, behauptet Papa zumindest. Ich werde mit ihm darüber nicht streiten, obwohl mir, ich sag das jetzt mal ganz unter uns, kam er manchmal vor wie der Zwerg Bumsti, wenn er Ihre pubertierende Babsy mit erhobenem Zeigefinger belehrt hat in Sachen Kleidung, Lebensstil, junge Buben meines Alters und so ganz allgemein. Aber, liebe Leserleins, wir alle wissen ja, wie Väter sich um ihre die Buben wie Fliegen anziehenden Mädels sorgen. Sie waren ja selbst mal Buben und wissen um deren schändliche Absichten.

So sprach mein Herr Papa, wunderwelt-erzogen, dieser Tage zu seinem trotz seiner Herr-Bumsti-Erziehung – wie ich meine – wohlgeratenen, folglich unfolgsamen Töchterlein, welches Ihre Babsy ist: „Schade, dass es die Wunderwelt nicht mehr gibt. Die Redaktion könnte jetzt einen Ausschneidebogen für die Regierung drucken. Vor allem für den Klug und die Mikl, für Kurz und Lang, für Hinz und Kunz, also für diese ganze vermaledeite Mischpoche. Ein Sonderheft der Wunderwelt, das gab es damals immer zu Ostern oder Advent und so. Eine schöne Ausschneide-Wunderwelt mit Zäunen, Burgen, Verteidigungsanlagen und ordentlichen Bastelanleitung, die einfach und verständlich verfasst sind, damit sie auch unsere Regierungsmitglieder verstehen. Schnipp-schnapp, wir bauen einen Zaun.“
So also sprach mein Herr Papa. Und dann habe ich mir gedacht: wieviele Hefte müsste man drucken und verkaufen, damit man damit zwanzig Kilometer Zaun basteln kann, ein paar Aufnahmezentren usw. Das wäre wohl ein riesiger Haufen Wunderwelt für eine wunderliche Welt. Aber schön stell ich es mir schon vor, wenn die Ministerleins bei Spielfeld im Kreis sitzen, mit Schere, Bastelbogen und Anleitung (nee, der Faymann wird es nicht bringen!), und dann werden sie Zäune ausschneiden und Burgen und Zelte. Und die ÖVP-Ministerleins werden rufen: „Wer hat noch Zaunteile?“, und der Faymann wird verzweifelt verlangen: „Eine Tür, ein Himmelreich für eine Tür!“ (anspielendes Kulturzitat! Schäksbier, Hamlet, Prinz von Dänemark. Ja eh, der Ostermeier souffliert, weil der Faymann hat einst schon in der Schule nicht aufgepasst, obwohl er bereits damals ein Streber war!)
Und dann werden sie die Zäune aufstellen, mit Uhu am Boden festkleben (ich borg denen den meinen, renn ich halt ein paar Tage mit Laufmaschen herum, in einer solchen Situation muss man als Staatsbürgerlein auch seine Opfer bringen, gell!). Der Zaun wird wachsen und wachsen. Und er wird genau so viel nützlich sein, wie die zwei Reihen Zäune, welche die ÖVP jetzt will. Eine Reihe Drahtzahn, eine Reihe Stacheldraht. Ja, die Schwarzen haben sich echt was einfallen lassen. Die Roten werden im Gegenzug die Türln aufstellen, damit die Flüchtlinge aus der Zwischenwelt der Zaunreihen auch wieder herausfinden, bevor sie verhungern.
Echt schade, dass es die Wunderwelt nicht mehr gibt.

Heute werden wir ja sehen, worauf die Regierung sich geeinigt hat. Aber ehrlich gesagt: ohnehin wurstegal, weil die können beschliessen, was sie wollen. Die Flüchtlinge werden sich darum nicht kümmern. Die arbeiten schon an Ausweichrouten. SMS und Facebook sind deutlich schneller als alle Regierungen. Der Mensch hat nämlich, so liest es Ihre Babsy bei Brecht, einen grossen Nachteil: er kann denken. Und ihre Babsy fügt hinzu: zwar nicht alle, die Regierungen nicht nur Europas beweisen es Tag für Tag, aber ein paar Menschen können es. Und die unterlaufen jede noch so gute oder noch so blöde Idee.

Weil ich gerade bei blöden Ideen bin, fällt mir die Bank Austria ein. Trotz fast 700 Millionen Gewinn sollen dort weitere 700 Menschen gefeuert werden. Weil der Gewinn nicht reicht. Und das Privatkundengeschäft will man auch loswerden, weil man dort angeblich Verluste macht. Was zu beweisen wäre. Aber, und darauf kommt es jetzt an: sind die dort wirklich so blöd, dass sie die einfachsten Kaufmanns- und Kauffrausweisheiten nicht kennen? So wie der Greissler am Semmerl, das er verkauft, nichts verdient, sondern an der Wurst, die er reintut, so ist das auch bei den Banken. Ohne die 1,4 Millionen kleinen Privatkunden hätte die BA nicht die vielen Sparguthaben, an deren Krediten sie natürlich sehr wohl was verdient. Sie hätte nicht das Renommee, das sie hat. Man würde sie nicht so gut kennen. Haben die Typen dort noch nie was von einer Mischkalkulation gehört? Davon, dass einzelne Zweige eines Unternehmens andere „subventionieren“, weil es ohne die einen (die vermeintlichen Verlustbringer) die anderen, die vermeintlich einzigen Gewinnbringer, nicht gäbe?

Man fragt sich: welchen Schwachsinn lernt man heute in BWL? Nur noch Gier und Gewinnmaximierung? Weil sechs Prozent Gewinn nicht ausreichen? Man will zehn, fünfzehn oder noch mehr. Erstaunlich, dass es noch Banken und Sparkassen gibt, die trotz Personaleinsatz trotzdem Geld verdienen (wie wir gerade bei der Wiedereröffnung der Filiale der OÖ-Sparkasse in Gmunden gehört haben). Vielleicht wickelt die Kundschaft bei manchen Banken, die BA ist ja ein wunderliches Beispiel dafür, keine zusätzlichen Geschäfte mehr ab, weil sie nichts mit anonymen Betreuungsteams oder Bankautomaten zu tun haben wollen. Die vollautomatisierten Bankzweigstellen der BA sind ein Parodie auf Kundenfreundlichkeit und sprechen jedem menschlichen Bedürfnis auf Kommunikation Hohn.

Die Gier frisst zuerst das Hirn auf. Dann die Seele. Am Ende den ganzen Menschen. Wir erleben es seit zwanzig Jahren, seit die (falsch betitelte) „neoliberale“ Ideologie uns vorgaukelt, der Markt könne alles regeln, und man angeblich vernünftige und alternativlose ökonomische Gesetze als die Götzen der Gegenwart etabliert hat. Irgend wann wird die Menschheit bemerken, dass man nicht nur Geld, sondern auch Aktienkurse nicht essen kann.

Oder dass man nur einen Gin-Vodka auch wirklich trinken kann. Zur Not tuts auch ein Glas Wasser. Nur die Optionsscheine, die tuns nicht, gell!

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


Falsch verstanden!

Kurzer Gastkommentar von Franz Holzinger

Völlig falsch verstanden – “Marge Lila”
Ich habe nur festgestellt, dass gerade jene die “christliche Parteien” schimpfen, sich völlig antichristlich in der Flüchtlingsfrage verhalten!
Die CDU = Chrisltich-denkokratische-Union als auch besonders die CSU = “christlich-soziale-Union” müssten schon längst den Parteinamen austauschen, und das Wort “christlich” ein für alle mal eventuell durch “kapitalistisch” ersetzen! Es geht nicht darum ob Politiker Christen sind, sondern die Grundsätze des Christentums in diesen Parteien absolut gegensätzlich sind.

Auch ich bin gegen jede Vereinnahmung des Christentums durch eine Partei – besonders jener, die sich völlig entgegen dem Teilen aussprechen und keine Solidarität mit den unschuldig Not-leidenden haben und sich eher den Geldanlegern verpflichtet fühlen.


 

fluechtlinge_001


 

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