Archive for Dezember 2015

Silvesterhäppchen
31. Dezember 2015

feuerwerk_02

Heute:
Babsy Blitzschnell mit ein paar Silvesterhäppchen
GK von AndyB über Gmundner Jagdfreuden
GK von Ins-Stammbuch-Schreiber über Vollpfosten & Co.

Liebe Leserleins!

Wir wollten heute ja eine Ruhe geben. Ihnen, lieben Leserleins, und uns vom Team. Aber unsere Leserleins sind sowas von aktiv. Nicht nur, dass sie trotz der Feiertage freudig unseren Blog frequentieren, setzen sie sich auch noch hin und schreiben Kommentare. Also heisst es auch für uns: nicht faul sein, sondern in die Tasten klopfen. Frau stellt sich halt ein kleines Punscherl neben den Laptop. Aber so weit weg, gell, dass er beim eventuellen Umfallen keinen Schaden anrichtet der Punsch, gell! Weil über die Tastatur geleert ist er nicht mehr ganz so fein. Kennt man ja vom verschütteten Cola. (Wussten Sie, dass mehr Tastaturen durch Cola als durch ordnungsgemässe Benutzung kaputt gehen?)

Gleich am ersten Tag der Verleihung des Vollpfostens für das Lebenswerk hat unserer vielgeliebter Mundl schon unter Beweis gestellt, wie sehr er sich diesen Preis verdient hat. Da geht ein Gastronomen-Ehepaar in Pension und kündigt den Pachtvertrag für das Lokal (es geht ums Restaurant „Goldenes Schiff“), und was schreibt Brandner, die Edelfeder vom Traunsee? „… wirft das Handtuch.“ Also ehrlich: man sollte in der Redaktion mal ein paar Euronen locker machen und den Brandner auf einen Kurs schicken, in dem er lernt, was bestimmte Formulierungen bedeuten.

Laut Duden ist der Sinn der Redewendung „das Handtuch werfen“ nämlich: resignierend aufgeben, kapitulieren. Jawohl, jetzt wissen wir es: wer in Pension geht, der kapituliert. Und wir geben es resignierend auf, beim Lokalschurnalismus auf Besserung zu hoffen. Wer solche Meldungen auf diese Art fehlformuliert, darf sich nicht wundern, wenn in der Folge die Spekulationen über die Gründe des Aufhörens nur so wuchern. Wieder einmal hat der Mundl dieser Stadt einen echten Bärendienst erwiesen. Und dem verdienten Pächterpaar ebenfalls. Also, Herr Mundl (auf das fehlende „G“ am Beginn des Namens legen wir höchsten Wert!!!), bitte den verliehenen Vollpfosten gleich mal ordentlich polieren, damit er schön glänzt, gell, in der Finsternis des heimischen Schurnalismus.

So, liebe Leserleins, wir werfen jetzt auch das Handtuch für heuer. Äh, schon wieder falsch formuliert, Mundllesen macht irgendwie unpräzise, wir hüpfen natürlich freudig ins neue Jahr, und Ihre Babsy hört hier, an dieser Stelle, für heute mit dem Tippen auf. OK, ein paar Zeilen gehen sich trotzdem noch aus, gell!

Ein Schluckerl Punsch geht ebenfalls noch! Und: es ist der erste Silvester seit Ewigkeiten, da Ihre Babsy kein festes Schuhzeug braucht. Meine HiHeels hören es mit Freude. Strumpferln mit oder ohne Naht? Mal den Lover fragen. Aber ich kenn den seine Antwort eh schon, gell!

Einen guten Rutsch wünschen wir unseren Leserleins! Und noch was: zündets die Stadt nicht an mit Euren Privat-Feuerwerken. Überlasst das der Gemeinde, die gibt eh mehr als genug Geld für das Silvesterspektakel aus, gell!

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


Jagdfreuden in Gmunden

Gastkommentar von AndyB

Ich muss doch im alten Jahr noch mal mein Schandmaul aufmachen!

Habe Folgendes bei Facebook – oder “Gesichtsbuch”, wie ich gerne sage – gesehen:

Tierparadies Schabenreith
29. Dezember um 16:08 ·

“GMUNDEN IST JAGDZONE! *** BITTE TEILEN ***

Hatte gerade (29.12.2015, 15:10) eine ziemlich aufgelöste Doris am Telefon: Sie wollte mit Besucherin Adele und BALDUIN gemütlich in Gmunden im Toskanapark spazieren gehen, als sie sich plötzlich mitten in einem Jagdgebiet befanden! Eine Meute von wildgewordenen Jägern schoss von Stegen und Booten aus sämtlichen Rohren auf alles, was auch nur nach Ente aussah.

HALLO? Der Toskanapark ist ein Erholungsgebiet, aber kein Jagdrevier für Schießwütige! Welche Behörde hat für so etwas ihre Genehmigung erteilt? Entspricht das den blumigen Ankündigungen der Tourismusgemeinde Gmunden: „Raus aus dem Alltag und ab nach Gmunden … was auch immer Ihnen hilft Ihre Lebensgeister neu zu wecken … lassen Sie sich von Gmundens Angeboten verführen“? Jagd in der Stadt? Mitten im Park? Sind die noch dicht? Das kann’s ja wohl nicht sein!

Vielleicht sehen das ja einige andere Gäste auch so – und überlegen sich, ob sie noch einmal zur „Erholung“ nach Gmunden kommen. Vielleicht interessiert es ja auch das Tourismusbüro Gmunden, was von dieser völlig wahnsinnigen Aktion zu halten ist? Einfach ein Mail an: gmunden@traunsee.at

Ich wette, diese Jagd gab‘s zum LETZTEN MAL!
(wütender Wuff)”

Teilweise kann ich diese Beobachtungen bestätigen. Vor Weihnachten dachte ich, es würde hageln, aber es waren Schrotkugeln, die mir um die Ohren flogen (und gegen das Dach des Hauses, neben dem ich stand). Das aus dem Park Richtung See geschossen wird oder vom Boot aus in Richtung Ufer, das ist eher ein “Normalzustand”.

Auch außerhalb der Jagdsaison habe ich schon “Jäger” beobachtet, die meine Anwesenheit mit einem “Stinkefinger” bedachten.

Anderes Thema:
Ich lese hier laufend etwas von “Klimawandel” ….. alles völliger Unsinn!

Die deutschen AFD/NPD Anhänger haben dafür eine einfache Erklärung :

AndyB_Klimawandel

Ansonsten wünsche ich allen einen guten Rutsch und ein frohes neues Jahr.


Ein Posten Vollpfosten

Gastkommentar von Ins-Stammbuch-Schreiber

Zum Thema Vollpfosten & Gmundner Wählern sowie dem Viechtauer in den Gmundner Kaufleut’ Kassen:

Der noch immer in leiser Schockstarre (ob des einfach nicht zu fassenden Wahlergebnisses) verweilende Verfasser dieser Zeilen, kann sich der Vollpfostenverleihung an alle Gmundner ÖVP-WählerInnen, die einer abgehoben, mutige Bürger mit Drohungen eingeschüchtert habenden Gmundner ÖVP ihre Stimme gegeben haben, nur anschließen.

Welches Kraut die ÖVP ins Gmundner Trinkwasser mischen hat lassen, dass die Bürger mehrheitlich einer Partei, die Gmunden in den definitiv gegebenen Ruin geführt hat, nochmals das Vertrauen gegeben haben – ja diesem auch noch ein paar Lemming-Stimmen draufgelegt haben – kann man nur erahnen.

Es war höchstwahrscheinlich das äußerst stark das Denk- und Beurteilungsvermögen beeinträchtigende Kraut der Einlullung, der Verhaberung, der im Vorfeld der Wahlen schon mit für hinterher versprochenen Subventionen fein gesponnenen Vereinsmeiereien… und das der hinter vorgehaltener Hand klar ausgesprochenen Repressalien, sollten Bürger die es wagten gegen den Zug aufzumucken, dies weiter tun…

Nun ja.
Es ist wie´s ist.

Die ÖVP samt ihrem KöpplKrapf (viel Unterschied ist außer dem Alter bisher nicht festzustellen), wird es sicher schaffen, dass Gmunden endgültig ein Fall für die Gemeindeaufsicht wird.

Sich als einfacher Bürger am letzten Tag des Jahres 2015 von der (unabhängigen… lach…) Staatsanwaltschaft zu wünschen, dass diese die ungeheuerlichen Abläufe beim Vorchdorfer Zug und seiner Quer-durch-die-Stadt-Verlängerung mal unter eine nicht schwarz gefärbte Lupe nimmt, ist wohl genauso wenig wahrscheinlich wie dass die Züge, nach Fertigstellung der endgültigen Zerstörung dieser ehemals lebenswerten Stadt, tagtäglich voll mit all den regimentstreuen ÖVP Wählerchens des Jahres 2015 sein werden.

Eines noch im Abgesang des eigentlichen Todesjahres der Gmundnerstadt mit einem vorbauenden, hämisch-leisen Lachen:

Spätestens dann, wenn die Gmundner Kaufleut’ in der – wie heißt´s so schön im neuen Zugsamtsdeutsch – “Durchbindungsphase” – das Heulen des Viechtauers in ihren leeren Kassen statt deren Klingeln hören, werden zumindest diese ÖVP Stammwähler aufwachen und d’raufkommen, dass es so “goa net so g’scheit” war, den größten Bock aller Zeiten hier im Salzkammergut auch noch zum Sternderlgarten-Gärtner künftig dauersprießender Steuergelder für die Zugsbetreiberfirma, mit neuer Absoluter ausgestattet, wieder gewählt zu haben.

Prosit Neujahr und schönes, ungehemmtes Steuergeldweiterverschleudern!


 

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Unsere Vollpfosten des Jahres 2015
30. Dezember 2015

vollpfostenDer Vollpfosten

Heute:
Die Preisverleihung durch Babsy Blitzschnell
Dreizeiler-EK von Wilhelm Krausshar

Liebe Leserleins!

Wir haben es schon angekündigt: unser Team hat die Vollpfosten des Jahres gewählt. Und glauben Sie uns, liebe Leserleins, das war nicht leicht, denn das Angebot war riesig und eigentlich unüberschaubar. Aber wir haben es geschafft. Viele Tage und Nächte haben wir in den Analen, falsch, falsch, falsch, natürlich in den Annalen des Jahres geblättert, haben uns die Köpfe zerbrochen, die Münder fusselig geredet, sind beinahe streitert worden untereinander. Aber letztlich fanden wir zu einer einmütigen Entscheidung, die wir alle für gelungen und zutreffend halten. Gelingen konnte dies nur durch eine konsequente Beschränkung auf Vollpfosten mit dem Qualitätssiegel: „Aus OÖ“. Denn, liebe Leute, wir leben in einem Vollpfostenwald. Ist leider so. Wir haben es uns ja nicht ausgesucht, gell! Vor lauter Vollpfostenwald sieht man die Vollpfosten nicht mehr. Wir aber zerren die Vollpfosten wieder ins Blickfeld. An ihren Früchten sollt Ihr sie erkennen! (Mt. 7,16)

Zu viele drängten sich auf für diese renommierte Auszeichnung, die dafür steht, dass die auserwählten Vollpfosten-Preisträger jedwedes Renommee bereits verloren haben. Wir hatten eine Menge Aspiranten, echt! Die OÖ-FP etwa, die – wir haben es prophezeit – ihre Behauptung, eine „soziale“ Heimatpartei zu sein, gleich nach der Wahl mal ad absurdum geführt hat. Kaum im Amt und in Koalitionsunwürden mit der ÖVP, schon gings ans Umsetzen der „sozialen“ Heimeligkeit: Kürzungen für Behinderte und Alleinerzieherinnen (eh, warum haben sie sich keinen gut verdienenden FP-Landesrat gekrallt, gell!), Einschnitte bei der mobilen Altenbetreuung. Sozial sieht anders aus. Kann man vom Wahrheitsgehalt der Beifügung „sozial“ auf den Rest schliessen, dann bleibt weder von Heimat noch von Partei viel über. Was also ist die FPÖ in Wahrheit? Da ist ein hochdotierter Forschungsauftrag fällig! Wir würdens gern machen. Ohne Ausschreibung, klar, so wie bei der Regio eingeübt, gell!

Die ÖVP-OÖ wäre natürlich auch eine ernsthafte Anwärterin gewesen. Allein das Tamtam um die einzige Frau im Team, würde einige Total-Vollpfosten rechtfertigen. Ebenso der unehrliche Versuch, die Koalition mit der FPÖ nicht als Koalition zu bezeichnen. Wie jämmerlich ist das denn????

Auch SP-Entholzer hat sich mehr als nur qualifiziert. Ich mein‘, ein Mann, der gerade eine Wahl grandios verloren hat, bleibt auf seinem Job hocken und bekennt auch noch, er werde 2021 (!!!) erneut als SP-Spitzenkandidat antreten. Das ist nicht nur eine extreme Selbstüberschätzung, das zeugt auch von völliger politischer Ahnungslosigkeit. Dass seine Partei bei dieser Groteske mitspielt, sagt einiges über die SPÖ und ihre Verfassung. Vor allem über die Verfassung eines Grossteils ihrer Funktionäre. Seit der Wahl hat die OÖ-SP weitere zwei Prozentpunkte eingebüsst. Entholzer sollte mal über eine Fusion mit der ähnlich potenten SP-Vorarlberg nachdenken. Das wär mal wirklich innovativ.

Natürlich stehen auch die ganz vehementen Befürworter der Regio-Durchbindung unter einem gewissen Pfostenverdacht. Aber da sind wir nachsichtig. Könnte ja sein, dass die doch recht haben mit der Eisenbahn quer durch die Stadt. Da müsste zwar ein Wunder geschehen, und wir glauben nicht an Wunder (die letzten liegen schon mehr als 2.000 Jahre zurück und konnten bis heute nicht reproduziert werden). Aber was weiss man, vielleicht ereignet sich doch ein Wunder, der Papst hat immerhin ein aussertourliches Heiliges Jahr ausgerufen. Sagen wir mal so: wozu noch einen Pfosten verleihen, sind doch die Regio-Züge bereits fahrende Vollpfosten. Die Gmundner werden es noch zu spüren bekommen, sollte es die gloriose Begegnungszone jemals  wirklich geben, d. h. sollte die mehr als nur eine Beschilderung sein.

So könnte Ihre Babsy jetzt noch seitenweise filosofieren. Aber kommen wir endlich zur Preisverleihung mitsamt Begründung.

Der Vollpfosten des Jahres geht an …

… die vielen Gmundner ÖVP-Wählerleins!

Ehrlich: gehts noch? Der ÖVP erneut eine absolute Mehrheit verschaffen? Noch dazu eine um ein Mandat ausgebaute? Was muss eine Partei eigentlich noch alles verbrechen, damit Ihr sie nicht mehr wählt? 40 Mille verschleudert, ohne dass in der Stadt auch nur irgendwas davon zu sehen ist. Irre Tunnelprojekte, Stadtverschandelung (auch ohne Regio perfekt gemacht!), sinnloser Musikschul-Neubau (es gibt genug andere geeignete und praktisch ungenutzte Räumlichkeiten), der Hotel-Wahnsinn mit wechselnden, aber immer gleich wenig solventen Investoren. Songcontest-Fieber-Fantasien, Hansi-Hinterseer-Tourismus-Ideen, eine Unzahl an gebrochenen Wahlversprechen (aus der 2009er-Wahl). Dazu Verbandelung mit einigen, wenigen Wirtschafts-Familien und Vertretung von ausschliesslich deren Interessen. Da halten sich ein paar Subventions-Abcasher eine Partei so, wie andere sich ein kleines Haustier halten. Und Ihr wählt diese Partei auch noch?
Was muss die ÖVP eigentlich noch alles anstellen, damit Ihr sie nicht mehr wählt? Den Traunstein wegsprengen? Den Traunsee leersaufen? Den Sigi John zum Parteichef machen?
Liebe ÖVP-Wählerleins – seid Ihr wirklich so bescheuert? Seid Ihr wirklich dümmer als die SPÖ-Wählerschaft? Die ist nämlich in hellen Scharen geflüchtet vor ihrer über weite Strecken inferioren Partei und derem teilweise grenzwertigen „Führungs“personal und hat damit Intelligenz, Konsequenz und Wahrnehmungsvermögen bewiesen. ÖVP-Wählerleins, geht in Euch und folgt dem Beispiel der ex-SP-Wählerleins. Versucht es mit Denken, das kann am Anfang ein wenig schmerzen, aber das legt sich. Ehrenwort! Mit mentalem Training werdet Ihr es doch bis 2021 schaffen können, das Kreuzerl mal wo anders hin zu malen, gell! Den Vollpfosten dürft Ihr dann trotzdem behalten, versprochen!

 

Der Vollpfosten für das Lebenswerk geht an …

Edmund „Mundl“ Brandner

Ehrlich: wir sinds ihm nicht neidig. Er hat sich die Auszeichnung mittels schweisstreibener Nichtrecherche redlich verdient. Er hat bewiesen, dass unabhängiger Schurnalismus jede Recherche-Mühe scheut, und so den Machthaberern leichter nach dem Maul schreiben kann. Er hat dabei neue Höhen erklommen, dem lokalen Schurnalismus innovative Perspektiven eröffnet, die Bande zwischen unabhängigem Schurnalismus und der ÖVP gefestigt. Sein kritischer Blick ruht mit Vorliebe auf jenen, die sich der Allmacht der ÖVP und ihrer Machthaberer nicht beugen. Da schlägt er zu und schreibt, was Sache ist. Vor allem aber, was nicht Sache ist. Ein Kämpfer gegen die bösartigen Miesmacher, die Defätisten, die ÖVP-Verächter. Da kennt er keine Nachsicht. Da gilt es, aufzudecken, was sonst niemand aufdeckt. So reitet er, verkleidet als Klima-Mönch, auf seinem Drahtesel durch die Niederungen lokaler Politik und scheut keinen Konflikt, solange er nur keine Wickel mit der ÖVP hat. Angesichts eines solchen Lebenswerks kann man sich nur noch eines wünschen: der Klimamönch möge zu den Trappisten wechseln. Dort möge er sich von allen monastischen Tugenden vor allem jene des dauerhaften Schweigens und der Busse aneignen. Das mit der harten Arbeit jedoch möge er nicht all zu ernst nehmen. Sonst beginnt er gar noch zu recherchieren, bevor er schreibt. Und das könnte das Ende dieser beeindruckenden Karriere sein, gell!

 

Als Ehrenpreis geht ein Nicht-Pfosten an die

B. I. G.

Sie hat mit ihrem Antreten bei den Gemeinderats-Wahlen und dem beeindruckenden Erfolg bewiesen, dass in Gmunden intelligentes Leben entgegen allen Anzeichen und bisherigen Erfahrungen möglich ist. Mehr noch: dass es im verseuchten Gmundner Biotop offenbar einige Inseln des Überlebens gibt, in denen dieses intelligente Leben überwintern konnte. Noch ist nicht alle Hoffnung verloren! Möge Intelligenz ansteckend sein. Und liebe ÖVP-Wählerleins: gehts ned impfen dagegen, gell! Weil auch die Saurier sind eines Tages ausgestorben.

Wir wünschen den von uns Ausgezeichneten viel Freude mit ihren Preisen. Auf die persönliche Übergabe müssen wir aus verständlichen Gründen verzichten. Aber der Wille steht fürs Werk, gell!

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


In den nächsten Tagen erscheinen wir nach Lust und Laune. Ab 7. 1. wieder regelmässig.
Am 1. 1. bringen wir den zweiten Teil der Sternsinger-Termine, jenen fürs Neue Jahr.
Und wenn uns sonst noch was einfällt …


Aha-Erlebnisse

Dreizeiliges Einserkasterl von Wilhelm Krausshar

Zum Einserkastl: Kommentar erübrigt sich, Gmunden ist sowieso satirefreie Zone! Einen guten, wenn auch schrägen Rutsch ins Neue Jahr, und an keiner Hotelgrundmauer anstoßen.


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2015 – was für ein …
29. Dezember 2015

Heute:
Babsy Blitzschnell blickt auf das Jahr 2015

Liebe Leserleins!

Viel Zeit hats nicht mehr, das Jahr 2015. Wirklich optimistisch waren die meisten Leute eh nicht, als es am 1. 1. 2015 pünktlich ausbrach. Der fehlende Optimismus erwies sich als zu optimistisch, denn tiefster Pessimismus wäre besser angebracht gewesen, wenn wir ehrlich zurückblicken.

Nicht, dass die Menschheit ihre Blutrünstigkeit nicht schon längst und ausgiebig bewiesen hätte. Aber man hatte geglaubt, sie habe ein wenig dazu gelernt. Ein verfrühter Optimismus. Mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion und ihres Imperiums meinten manche, das Ende der Geschichte ausrufen zu können. Welch ein Irrtum, die Geschichte ging erst so richtig los. Die Angst vor den „Kommunisten“, die bis dahin allzu wüste Ausartungen des Kapitalismus verhindert und einen Kapitalismus mit menschlichem Antlitz erzwungen hatte, war weg. In einem missverstandenen Extremliberalismus, Kampfbegriff „Neoliberalismus“, wurden die besten Eigenschaften der Menschen geweckt: Gier, Neid, Geiz, schrankenloser Egoismus, Ellbogengesellschaft. Man befreite den Kapitalismus von allen Regeln, dafür wurden die Menschen den Regeln eines wildgewordenen Kapitalismus unterworfen, der nur jenen dient, die am ganz grossen Rad drehen können. Die Kosten dieses Wahns tragen wir heute alle. Nur nicht die, die davon profitiert haben. Gegessen haben andere (etwa die Banken und die grossen Fondsgesellschaften), die Rechnung bezahlen wir. Und unsere Kinder (mitsamt allen Varianten von Ur-…..urenkeln). Das Jahr 2015 war da ein gutes Beispiel.

Wir brandeln für die Hypo. Inzwischen ist klar: Milliardenbeträge. Zwei oder drei Steuerreformen. Vielleicht auch vier oder fünf. Genaueres wird man erst in zehn Jahren wissen. Dafür knöpfelt uns der Staat jene Steuerersparnis gleich wieder ab, die man uns ab 2016 verspricht: über Gebühren, sinnlose Vorschriften und Steuererhöhungen in anderen Bereichen.

Flüchtlinge haben uns überrollt. Vermutlich eine Million ist durch unser Land gereist, rund 90.000 blieben vorerst einmal hier bei uns. Aufgefangen wurden sie nicht vom dafür zuständigen Staat, sondern von der Zivilgesellschaft. Totalversagen der Regierung bis heute. Die einzige Leistung: eine Debatte über das Wortfeld „Zaun“. Man hätte nicht gedacht, welch sprachliche Kreativität unseren Politikern innewohnt. Also haben wir jetzt keinen Zaun, sondern eine Tür mit irgendwas daran, ein Zugangsverlangsamungssystem usw. Dafür ist es ein hochwirksames Flüchtlingsfernhaltungssystem geworden: mit ziemlich viel Zwischenraum. Damit die Fremdlinge gleich lernen, was einer der wichtigsten Grundsätze des österreichischen Wertesystems ist: ein bisserl was geht immer – man muss nur das Schlupfloch finden.

Hoher Regierungsbesuch in Traiskirchen. Dazu der HBP. Was hat sich geändert? Nix! Noch immer herrschen dort grausliche Zustände. Kein Problem gelöst, aber salbungsvolle Reden und Interviews gehalten. Aber keine Idee wie es weitergeht, wenn im Frühjahr die Ströme sich wieder verstärken sollten. Und kein Idee, was man mit jenen machen soll, die jetzt schon hier sind.

Im Jänner Terroranschlag durchgeknallter Selbstmord-Typen bei Charlie-Hebdo in Paris. Ein paar Monate später noch wirrer wiederum in Paris. Diesmal völlig wahllos mitten in die Bevölkerung hinein. Politische Hilflosigkeit allerorten. Ein neuerlicher Anlass, unter dem Titel der Terrorabwehr die Bürgerrechte für alle einzuschränken. Eine Einschränkung, die keinen Terroranschlag verhindern wird. Aber genau das erreicht, was die Islamofaschisten wollen: schrittweise Abschaffung des liberalen Rechtsstaates. Liberalität gilt nur noch für das Kapital.

Bedenkliche demokratiepolitische Entwicklungen in den meisten ehemaligen Ostblock-Staaten, die im Rahmen der Ost-Erweiterung in die EU gekommen sind. Eine Erweiterung, die sich heuer endgültig als Falle erwiesen hat. Die Erweiterungsstaaten als Nehmergemeinschaft, die nicht bereit ist, etwas zu Europa beizutragen. Etwa in der Flüchtlingsfrage. Auch die Beruhigungsworte in Sachen Arbeitsmarkt erwiesen sich als genau das, was zu erwarten war, nämlich als leere Worte. Der österreichische Arbeitsmarkt und seine heurige Entwicklung sind Beweis genug.

Die EU hat sich endgültig als handlungsunfähig erwiesen. In einem Staatengebilde mit 28 Staaten sind keine Entscheidungen mehr möglich. Irgendwer liegt immer quer. Die frühere Praxis der grossen Deals ist nicht mehr möglich: die Munition wurde verschossen, um die Banken zu retten. Man erzählt uns, man müsse die Pensionen „reformieren“, weil wir uns das nicht mehr leisten können. Mit den Geldern der Banken“rettung“ hätte man die Pensionssysteme auf Jahrzehnte sichern können. Noch immer – und jetzt angeblich mindestens bis 2017 – pumpt die EZB 50 Milliarden Euro pro Monat in „die Wirtschaft“, indem sie Junk-Anleihen aufkauft. Damit die Konjunktur anspringt. Tut die aber nicht, weil das Geld bei Banken und Fonds landet, die damit spekulieren. Die EZB hat für ihr Handeln keine wie immer geartete demokratische Legitimation. Die europäischen Steuerzahler (zu denen die Grosskonzerne nicht zählen) werden die Rechnung bezahlen müssen, ohne je befragt worden zu sein. Auch das wurde heuer klar.

Und im kleinen Gmunden? Der Strassenbahnwahn wird durchgezogen. Die Wählerleins haben eine völlig unfähige ÖVP mit noch grösserer Mehrheit in der Stadt ausgestattet. Die alten Seilschaften werken weiter. Mediokre Politsaurier lugen frech hinter den (zum Teil gar nicht so) neuen Gesichtern hervor. In der letzten Gemeinderatssitzung hat die ÖVP bewiesen, dass die Schalmeientöne, die sie seit mehr als einem Jahr von sich gibt, nichts wert sind. Wenn es darauf ankommt, dann haben die Repräsentanten der alten Politik das Sagen und fahren mit ihrer Mehrheit über die anderen Fraktionen drüber. Nicht ohne vorher etwas von strafrechtlichen Konsequenzen für unwillige Gemeinderäte zu delirieren.

Nach der unerträglichen und naturschädigenden Hitzewelle des Sommers jetzt auch noch ein bisher schneeloser Winter. So sieht er aus, der Klimawandel. Wer das bejubelt, ist entweder ein Narr oder ein Kamel. Letztere kommen bekanntermassen durch kein Nadelöhr. Und die Reichen nicht in den Himmel. Was auch kein echter Trost ist, gell!

Die Liste der Katastrofen aller Art lässt sich beinahe unendlich lang fortschreiben. Also bringen wir es auf einen kurzen Nenner: 2015 war ein beschissenes Jahr.

Die Vermutung, dass 2016 eher nicht besser wird, liegt auf der Hand. Gehen wirs an, denn wir haben ohnehin keine Chance nicht.

Wieviel Alkoholgehalt haben eigentlich die possierlichen Likörflascherln, die noch in gewissen Restmengen auf den Weihnachtsbäumen herum hängen? Ich frag ja nur …

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


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Christkind futsch
28. Dezember 2015

Heute:
Babsy Blitzschnell zwischen den Feiertagen
Einserkasterl von Dirndler zu Aha AH
Dreikönigsaktion

Liebe Leserleins!

Hoffe doch, Sie alle haben die erste Packung Feiertage so gut überstanden wie Ihre Babsy. Also kein Sodbrennen, keine Kopfschmerzen und keine jener Familienkatastrofen, in denen manche Weihnachtsfilme so gern schwelgen. Auf jeden Fall ist das Christkind jetzt mal futsch, auf Kur nach dem Stress.

Weisse Weihnachten schauen echt anders aus. All die Deppen, ja, ich entschuldige mich gleich mal, die sich über den extrem ungewöhnlich heissen Sommer gefreut haben, haben jetzt die Rechnung bekommen. Leider Ihre Babsy auch. Denn das ist evident: wir sprechen vom Klimawandel. Und was machen wir? Energievergeudung für künstlichen Schnee, was diesmal auch nicht recht geklappt hat, weil es zu warm war. Ob sich die Beschneiungsanlage am Feuerkogel jemals rentieren wird, darf man aus heutiger Sicht bezweifeln. Denn man geht es recht gemütlich an mit den Massnahmen gegen die Klimawandel. So gemütlich, dass von einem Angehen der Problemlösung eigentlich überhaupt keine Rede sein kann. Wenn wir so weiter machen, werden weisse Weihnachten zu einem einzigartigen und einmaligen Lebensereignis.

Des weiteren meine besten Wünsche dahin gehend, dass die Geschenke massvoll, intelligent und passend waren. Also nichts für die grosse Umtauschaktion, die alljährlich von einem österreichischen Massenradio für musikalisch Unterbelichtete (ja, schon wieder böses Wort, ich entschuldige mich an dieser Stelle gleich bei allen, denen Ö3 trotzdem gefällt) veranstaltet wird. Was Ö3 betrifft: Liebe Leserleins, wenn Sie alle noch ein wenig am Leben sind, dann bitte Freies Radio Salzkammergut hören. Selbst die schlechten Sendungen dort (und ich verrate jetzt nicht, welche FRS-Sendungen ich für echt gruselig halte) sind besser als das Meiste von Ö3 & Co., gell!

Zum Glück hat mir heuer niemand Nylons geschenkt. Nur ein bisserl viel Uhu zum Kleben der Nylons ist eingetrudelt. Bitte Zustellung stoppen! Soviel Laufmaschen wird Ihre Babsy die nächsten 20 Jahre nicht bremsen müssen, wie ich inzwischen Uhu auf Lager habe. Auch mit Alkoholika bin ich ausreichend versorgt, weil immer, wenn jemandem nix einfällt, bekomme ich was zum Gluckern. Aber soviel kann ich echt nicht runterspülen, also nicht durch meine Kehle jedenfalls.

Sie merken schon, liebe Leserleins, ich will heute nix über Politik und so schreiben. Weil das ist alles nur lächerlich, was dieser Tage geschieht. Also was hier in Österreich oder in Europa geschieht.

Aber morgen wird Ihre Babsy ein ganz persönliches, natürlich auch politisches, Resumee über das Jahr 2015 ziehen. Und am Mittwoch werden wir in Ehrung der Heute-Show (ZDF) ebenfalls Vollpfosten des Jahres vergeben. Da dürfen Sie sich jetzt schon freuen, liebe Leserleins. Schadenfreuen, gell! Ich habe die Ehre, die Begründung für die Wahl abzugeben, die wir im Gmundl-Team getroffen haben. Lassen Sie sich überraschen!

Vom 31. 12. bis zum 6. 1. werden wir im Prinzip auf Urlaub sein. Wenn wir aber Lust haben, was zu schreiben, werden wir es nicht bleiben lassen. Aber das wissen unsere Leserleins eh, dass wir das locker handhaben. Manche gucken ohnehin jeden Tag in den Blog, viele haben uns abonniert. Abo ist überhaupt gut, gell, weil da entgeht nix.

Jetzt will ich nur noch auf die heurige Heilige-Drei-Königs-Aktion der Jungschar hinweisen. Bitte tuts spenden, liebe Mitmenschen! Weil heuer gibt es einen Ost-Indien-Schwerpunkt: es wird z. B. für die Teeanbaugebiete in Assam gesammelt. Dort herrscht ärgste Ausbeutung, Kinderarbeit und überhaupt ein brutaler Ausbeutungskapitalismus. Würde man die Teepflückerinnen ordentlich bezahlen, man würde es locker im Teepreis unterbringen können, ohne die Konsumenten auszusackeln. Aber es gilt halt heute die hemmunglose Gewinnmaximierung, selbst wenn wir dabei konkrete Menschen umbringen, die Umwelt und unsere Lebensgrundlagen zerstören. Es ist eine Schande, was die Menschheit sich leistet.

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


Zu „Aha AH“ von W. Krausshar

Extrem kurzes Einserkasterl von Dirndler

Herzlichen Dank für Ihre Information,sollte sie tatsächlich ernst gemeint sein. Schade nur, dass derart intelligente Menschen den Einzug in den Gemeinderat nicht geschafft haben. 🙂


STERNSINGER-Terminübersicht
(wann wo gejodelt wird)
1. Teil – Termine im alten Jahr
Öffnet die Herzen und die Geldbörseln!

29. 12. ab 9 Uhr
Franzl im Holz, Himmel(!!)reichstrasse, Sammerleitenweg, Laudachseestrasse, Mitterbergweg
Lembergweg, Schlagenstrasse
Tagwerkerstrasse, Springerstrasse, Crennevillestrasse, Brucknerstrasse, Kapellenweg
Pentznerstrasse, Werkplatzstrasse
Klostplatz, Georgstrasse, Schifflände, Mauergasse, Traunbrücke

29. 12. ab 13 Uhr
Cumberlandpark, Pflegeheim
Am Bäckerweg, Blumauerweg, CumberlandstrasseLerchenfeldgasse, Satoristrasse
Bräugütlweg, Burgfriedweg

30. 12. ab 9 Uhr
Scharnsteinerstrasse, Koaserbauerstrasse, Ebenweg
Krottenseestrasse, Hofgarten, Aribachweg, Obere Krottenseestrasse
Habertstrasse, Seilergase, Kirchenplatz, Kalvarienberg, Wunderburgstrasse
Weyerstrasse, Annastrasse, Schmidtgasse, Gaswerkgasse
J. v. Freygasse, Im Gsperr
Hochmüllergasse, Grünbergweg, An der Pferdeeisenbahn

30. 12. ab 13 Uhr
Theresienthalstrasse, Altmühlweg
Ohlsdorferstrasse
Linzerstrasse, Vogelsanggasse, Kurzmühl, Mühlleiten
Moränenweg, Föhrenweg, In der Schörihub, Obere Schörihub
Fichtenweg, Englhofstrasse


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Krippenspiele
24. Dezember 2015

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Heute:
Babsy & das Team wünschen was
Michael Amon über Krippenspiele
Einzeiler von Wilhelm Krausshar

Liebe Leserleins!

Machen wir es kurz und schmerzlos: wir wünschen unserer treuen Leserschaft das Allerbeste fürs nächste Jahr und davor auch noch ein schönes Weihnachtsfest.
Jenen, die uns nicht so mögen, wünschen wir innere Einkehr und Besserung, was ihre mentale Einstellung zu uns betrifft. Gmundl hilft nämlich total, gell. Gmundl macht Lahme gehfähig, Blinde hellsichtig und stärkt ganz allgemein das Wahrnehmungsvermögen. Wenn jemand Gmundl nicht mag, dann liegt es an diesen jemands, nicht an uns, gell!

Mögen die Weihnachtbäume leuchten, aber nicht brennert werden!

Babsy Blitzschnell & das auch sonst rundum nüchterne Team Gmundl

Achtung: Auch wir machen Urlaub. Wir sind wieder da ab Montag, 28. 12. 2015.


Krippenspiele

Ein Text von Michael Amon

Wenn man viele Jahre in einem katholischen Internat im echten Wortsinn interniert war, wird man früh mit der Geschichte der weihnachtlichen Herbergssuche konfrontiert. Ob die Geschichte wahr ist oder nicht, weiß kein Mensch. Eine gute Story ist es allemal.

Religiöses Erweckungsbedürfnis und der absolute Wille zum dilettantischen Theatermachen gingen bei uns im Internat eine bedrohliche Liaison ein. Jedes Jahr wurde nach sprachlich ziemlich bescheidenen Texten, verbrochen von diversen Lehrkräften, ein großes, dramatisches Krippenspiel im Turnsaal aufgeführt. Einmal als Generalprobe vor den Heiminsassen, also vor uns selbst. Ein weiteres Mal vor der zwangsversammelten Elternschaft. Für mich endete die erste Teilnahme als Schauspieler ziemlich plötzlich, gleichwohl ein derart abruptes Ende meiner diesbezüglichen Laufbahn von mir wohlwollend eingeplant war.

Es lag an der von den Lehrkräften praktizierten Rollenverteilung bei den Weih­nachtsspielen Ich – und viele mit mir – empfanden diese Rollenverteilung als einigermaßen schräg, genau gesagt als hochgradig ungerecht. Denn die großen Rollen im traurigen Spiel, also Josef und Maria, bekamen immer die schwäch­sten Schüler aller Klassen (nur Volksschüler spielten mit!). Wir, die guten Schüler, wurden mit Vierzeilern abge­speist. Manche, darunter ich, auch bloß mit einem Zweizeiler. Am großen Theater nennt man solche Rollen „Bäume“. Und auf Bäume verstand sich die dichtende Volksschullehrer-Gemeinschaft. Vor lauter Bäumen war der Wald nicht mehr zu sehen.

Natürlich diente diese Rollenzuteilung einem pädagogischen Zweck, der Ermunterung schwächerer Schüler. Im zarten Alter von acht Jahren war mein Denken ungetrübt von solche zweifelhaften pädagogischen Überlegungen. Ich stand denen mit großer Skepsis gegenüber. Woran sich bis heute, pardon, nichts geändert hat.

Ich mußte bei meinem ersten und letzten Antreten einen Bettler spielen, eine Rolle mit zwei Zeilen Text. Zuerst hatte ich einen der Heiligen Drei Könige anzubetteln: »Bitte um eine milde Gabe.« und dann in höchsten Tönen zu loben: »Habt Dank, hoher Herr, für das großzügige Geschenk!«. Diese mickrige Rolle gefiel mir gar nicht. Das stank mir, und es stank zum Himmel.

Die Generalprobe habe ich geschmissen, denn nach meiner Bitte um eine milde Gabe, begann der angesprochene Königs-Darsteller, auch recht angefressen ob seiner fast textlosen Rolle, aber immerhin aufwendig verkleidet, in seinen unter einem weißen Umhang verborgenen Hosentaschen zu wühlen und zog nach einiger Zeit ein Zwei-Groschen-Stück heraus, das er mir mit großzügiger Geste in die Hand drückte. Ich war so verärgert über Rolle und die zwei Groschen, daß ich Text und Hand­lung kurz ent­schlossen abänderte, denn was scheren mich Texte von Volksschullehrern! Das war mein bescheidener Anfang als Autor. Ich besah die Münze von allen Seiten und drückte sie dem Spender mit den Worten »Die kann­st behalten!« wieder in die Hand. Dann murmelte ich noch etwas von Geiz und so. Ich fühlte mich im Recht. Zwei Groschen, das war gar nicht großzügig. Und zwei Zeilen Text ebenso­wenig. Ich war nicht bereit, an einer Lüge mitzuwirken, und eine Gabe von zwei Groschen auch noch lauthals zu belobigen. Diese für manche etwas sture, für das Leben nicht unbedingt vorteilhafte Haltung, habe ich bis heute nicht angebracht. Oder sagen wir, weitgehend nicht angebracht.

Es war mein Ende beim Krippenspiel. Ich hatte zwar die Lacher im Saal auf meiner Seite, aber die Rolle, die war ich los. Künstlerrisiko. Wer nicht an seine Grenzen geht, wird es zu nichts bringen. Wobei natürlich galt, daß hier in diesem Spiel die Grenzen ziemlich eng gezogen waren. Volksschullehrer sind humorlos, insbesondere wenn man ihre kümmerlichen Theatertexte gering schätzt.

Ich weinte meiner Rolle nicht nach, denn ich fand die jährliche Krippenspielerei ohne­dies lächerlich. Weiß eh jeder, daß die kein Zimmer bekommen und im Stall landen werden. Und jetzt komme mir niemand mit dem Fuchs und den sauren Trauben. Außerdem, und das weiß ich heute, hat die Bevorzugung der schwachen Schüler denen auch nich­ts gebracht. Du wirst kein besserer Schüler, wenn du den Josef oder die Maria spielen darfst. Es macht niemanden schlauer und heilt keine Kranken.

Auf jeden Fall faßte ich daher schon in früher Kindheit den Entschluß, niemals ein Krippenspiel oder gar eine Passion zu verfassen. Stur, wie ich manchmal bin, habe ich mich bis heute an diese frühkindliche Entscheidung gehalten. Mir hat es gut getan, und der Welt fehlt es, zumindest diesbezüglich, an nichts. Nur die Volksschullehrerschaft … aber das ist eine andere Geschichte und gehört nicht hierher. Nicht an einem 24. Dezember.

Anm. d. Red.: Dieser Text ist eine vom Autor für uns überarbeitete, neue Version einer Textstelle aus seinem autobiografischen Roman „Fromme Begierden“.


Aha AH

Einzeiler von Wilhelm Krausshar

Zum Einserkastl: Könnte das nicht auch “Asamer Hans” heißen?


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Geburtstag
23. Dezember 2015

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Heute:
Gastkommentar von Lukas/Luther über eine Geburt
Einserkasterl von Heute anonym zu HaHa88

Eine Geburt

Gastkommentar von Lukas
(Übersetzung: Martin Luther, korr. Fassung 1912)

1 Es begab sich aber zu der Zeit, daß ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, daß alle Welt geschätzt würde.

2 Und diese Schätzung war die allererste und geschah zu der Zeit, da Cyrenius Landpfleger von Syrien war.

3 Und jedermann ging, daß er sich schätzen ließe, ein jeglicher in seine Stadt.

4 Da machte sich auch auf Joseph aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, darum daß er von dem Hause und Geschlechte Davids war,

5 auf daß er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe, die ward schwanger.

6 Und als sie daselbst waren, kam die Zeit, da sie gebären sollte.

7 Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge.

8 Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde.

9 Und siehe, des HERRN Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des HERRN leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr.

10 Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird;

11 denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der HERR, in der Stadt Davids.

12 Und das habt zum Zeichen: ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen.

13 Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen:

14 Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen.

15 Und da die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten untereinander: Laßt uns nun gehen gen Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der HERR kundgetan hat.

16 Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Joseph, dazu das Kind in der Krippe liegen.

17 Da sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, welches zu ihnen von diesem Kinde gesagt war.

18 Und alle, vor die es kam, wunderten sich der Rede, die ihnen die Hirten gesagt hatten.

19 Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen.

20 Und die Hirten kehrten wieder um, priesen und lobten Gott um alles, was sie gehört und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war.

21 Und da acht Tage um waren, daß das Kind beschnitten würde, da ward sein Name genannt Jesus, welcher genannt war von dem Engel, ehe denn er in Mutterleibe empfangen ward.


 

Brandner-Mundl & HaHa88

Eiserkasterl von Heute anonym

Der Brandner-Mundl möge bei der BH Gmunden nachfragen, bevor er irgendeinen Unsinn daherschreibt. Ein Wunschkennzeichen beginnt mit Buchstaben und endet mit Zahlen, z.B. Mundl 1, bei einem normalen computergenerierten ist es umgekehrt.
Aber wenn ich da an einen bekannten Gmundner Unternehmer-Clan denke, die fahren alle mit “AH”-Wunschkennzeichen. Sind das nicht die Initialen des Unaussprechlichen? Wiederbetätigung?


 

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Kuriositäten
22. Dezember 2015

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Heute:
Babsy Blitzschnell über Kuriositäten

Liebe Leserleins!

Manche mögen uns nicht. Ist total ok, weil wenn wir es jeder und jedem recht machen würden, dann würden wir was falsch machen. Wenn ein ÖVP-Kampfposter im Online-Portal der OÖN einem anderen Poster vorwirft, sein Geschreibsel sei noch unter „dem Niveau vom gmundl“, dann sollte man das als unbeabsichtigtes Lob sehen, gell. Weil, wenn wer unter unserem Niveau ist, dann bewegt sich die/der noch immer in ziemlich lichten Höhen, sagen wir knapp unter dem Montblanc-Gipfel, gell. Weil wir hier im Blog sind Weltspitze, gell. Niveau gibts hier im Journalismus erst, seit es uns gibt. The rest is only Schurnalismus.

Jetzt hat sich ein Habsburger zu Wort gemeldet, und zwar in Fragen Bundespräsident, der was ja seit Waldheim abgekürzt nur noch UHBP genannt wird. Was “ Unser Herr BundesPräsident“ heisst. Sollte es die Griss werden, was wir mangels Griss nicht recht glauben, muss man auf „UFBP“ umtaufen, was, zugegeben, nicht ganz so elegant klingt. Ist Geschmackssache. Aber wir waren bei Ihrer Majestät von nach und zu Habsburg. Diesselbiger hat gemeint, er würde die Frau Griss unterstützen. Aber nur dann, wenn er nicht selbst kandidiere. Oder ein anderer Habsburger kandidierren sollte.

Jetzt ist Ihrer Babsy ein bisserl schwummerlich im Kopferl, als ob sie zuviel Punsch aus Industriefertigung geschlappert hätte. Beim Gedanken, Ihro Majestät, oder einer von der Mischpoche, tätert UHBP werden, wird einem richtig schwindlich. Da haben unsere Vorfahren diese Leute unter grossen Krämpfen aus dem Amt entfernt, und jetzt wollen die als HBP wieder kehren. Also echt: wehret den Anfängen. Ihre Babsy sagt es klar: die Habsburger haben ihre Chance gehabt. 600 Jahre lang. Sie haben es vergurkt. Europa – unter Beihilfe des kriegslüsternen Wilhelm II. und der deutschen Waffenindustrie – in den unseligen Ersten Weltkrieg gejagt, der dann auch noch die Grundlagen für den Zweiten Weltkrieg gelegt hat. Nee, liebe Habsburger, bleibt in euren Schlössern, soweit ihr noch welche habt, wärmt euch am Kamin und lasst uns sonst unbehelligt. Auch wenn unsere derzeitige Regierung in etwa so gaga wirkt wie der späte Kaiser Franz Joseph, der ja gar kein so guter und milder war, wie man gern erzählt. Immerhin hat er zu Amtsantritt gleich eine ganze Reihe bürgerlicher 1848er-Revolutionäre umbringen lassen. Immerhin, das werden Faymann & Mitterlehner nicht mehr hinbekommen.

Ja, die HBP-Wahl. Zur Griss haben wir hier ohnehin schon gelästert. Die Dame flüchtet inzwischen längst in die selben Phrasen wie die hohe Politik. Schnell gelernt, die Dame. Oder war sie immer schon so? Der Verdacht liegt nahe. Dazu die merkwürdige Akten-Verbrennung in Sachen Hypo-Untersuchung. Wie hat es die Dame mit der Wahrheit? Zuerst sagt sie: die Vernichtung war Teil der Abmachung. Nach dem Dementi rudert sie zurück: sie hat es selbst veranlasst. Ah geh! Was stimmt jetzt? Glaubwürdigkeitstest gleich auf der ersten Stufe nicht bestanden. Rücktritt vom Amt, bevor sie es noch hat. Ein Fall für das Buch der Rekorde. Aber die Dame wird ihre Kandidatur natürlich nicht zurück ziehen. Die Neos sollten sich noch einmal gut überlegen, ob diese Dame wirklich unterstützenswert ist.

Es gibt neun Millionen Österreicher. Und wir finden nichteinmal drei oder vier brauchbare Kandidaten? Der Hundstorfer, einst mächtiges aber untätiges ÖBG-Vorstandsmitglied in der BAWAG-Krise, blanko-Unterschreiber unter Verzetnitsch (was ist eigentlich aus dem, seiner ÖGB-Abfertigung, seinem Penthouse und seiner Altpolitikerpension geworden? Oder ist der Elsner das Bauernopfer?), zuletzt fröhlicher Sozialministier. Wer soll den wählen? Nach jetzigem Stand: 13 % der Wählerschaft. Na bumm. Der Pröll, ein Machtmensch sondergleichen, grundelt bei ebenfalls wenig aufregenden 15 %. Der van der Bellen? Gute Umfragewerte, aber den würde wohl die EU wegen seines Zigarettenkonsums bemängeln. Die besten Wahlchancen hätte wahrscheinlich Donald Duck. Aber der wirds nicht machen, der muss ja hinter Tante Daisy herjagen. Vielleicht wird doch noch klar, was die beiden miteinander haben, und was Tick, Trick und Track da in Wahrheit für eine Rolle spielen. Alles Verhältnisse legalisieren, dann wäre vielleicht der Weg zum HBP Duck frei.

Dass Herr Pfeifer, vormals auch Herr Zielpunkt, irgendwie schräg und kurios ist, ahnten wir bereits. Das hat nichts mit Unternehmer-Bashing zu tun, das hat er sich selbst eingebrockt. Was soll man von einem Mann halten, der seinen 2.700 Zielpunkt-Angestellten zu Weihnachten einen 10-Euro-Gutschein zum Einkaufen bei Zielpunkt schenkt? (Der dann dank Pleite eh nicht einlösbar war.) Macht 27.000 Euro, abzüglich Handelsspanne macht das höchstens 15.000 Euronen Selbstkosten. Wahrhaft grosszügig. Man kann sich vorstellen, dass die Zielpunkt-Mitarbeiter die 10 Euro gar nicht so leicht auf den Schädel hauen hätten können, gell. Also ehrlich, wenn der Mann Ihrer Babsy einen 10-Euro-Gutschein zu Weihnachten rübergeschoben hätte, ich hätt ihm den Gutschein aufs Chefbüro genagelt. Aufs Hirn gepickt. Mit ein paar deftigeren Kraftausdrücken. Frau lässt sich nicht gern pflanzen.

Wenn wundert es also, dass Herr Pfeifer vom ersten Tag an einen Sozialplan verweigert hat! Jetzt hat er 1,8 Millionen angeboten. Die Gewerkschaft spricht von 7 Millionen, die man mindestens brauchen würde, um eine Arbeitsstiftung zu errichten, die diesen Namen auch verdient. Wohl ein wenig durchgeknallt, die Gewerkschafter, wird der Pfeifer sich gedacht haben. Er muss das wissen als 10-Euro-Mann. Wann wehren sich die Unternehmer endlich gegen solche Gestalten, die das Unternehmertum in Verruf bringen?

Auch kurios. Der Mundl deckt auf, dass ein Ischler FP-Gemeinderat mit einer Nummerntafel herumkurvt, auf der 88 und HH vorkommen. Beides klar als Codes für „Heil Hitler“ bekannt. Also, nicht sehr bekannt. 90 % der Bevölkerung werden es nicht überzuckern. Aber in einschlägigen Kreisen funktioniert der Code. Die grosse Frage: ist der FPler in einschlägigen Kreisen unterwegs? Wissen wir nicht. Er sagt: nein. Dass ausgerechnet ein FPler eine solche Kombination rein per Zufall erhält? Gilt hier das Eisnteinsche Diktum: Gott würfelt nicht? Wer hat dann gewürfelt? Gibt es solche Zufälle? Noch kurioser: „aufgedeckt“ hat das der Brandner-Mundl eh ganz schnell und plötzlich. Der FPler gurkt nämlich schon seit 1995 mit dieser Nummer durchs Land. Wir vermuten: der Mundi wollte was für sein Imidsch tun. Weil er dank schnurnalistischer Höchstleistungen, die auch wir hier stets freudig bejubeln, ein wenig in Verschiss geraten ist. Da kommt sowas gerade recht. Tut der ÖVP nicht weh, und zeigt, welch gnadenloser Rechercheur der Mundi ist. Ehrlich: billiger kann man Antifaschismus nicht haben. Jetzt warten wir gespannt, ob Mundi den Beweis erbringen kann, dass der FPler sich diese Kombination irgendwie organisiert hat. Nur dann wäre diese Nachricht nämlich eine Meldung wert. Aber wie heisst es im lokalen Schurnalismus so zutreffend: die Recherche ist der Tod der Berichterstattung. Also lieber nicht recherchieren.

Wenn es so weitergeht, dann feiert Ihre Babsy heuer Weihnachten im Bikini und unter Einverleibung  kühlender Getränke. Gras-Skilauf ist einfach keine Alternative. Der Weihnachtsmann wird heuer die Kufen abmontieren und Vollgummireifen montieren müssen. Und Rudolf, the red nosed reindeer, wird heuer erstmals seit Jahrhunderten keinen Schnupfen und somit auch keine rote Nase haben. Wie sollen wir ihn da bloss erkennen?

Verdammt, wer hat die ganzen Vanillekipferln, die in der roten Blechdose, aufgefressen? Ich war es sicher nicht, Ehrenwort, geschworen, kein Hexenkreuz (also jedenfalls keines, das man sehen kann!). Ihre Babsy tut sowas nicht. Oder nur in Notfällen, gell!

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


 

 

 

 

Der Alpendolm
21. Dezember 2015

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Heute:
Babsy Blitzschnell über den Alpendolm
und anderes Dolmhaftes

Liebe Leserleins!

Der Dolm, ein eigentlich respektables Tierchen aus dem Reich der Fische, wurde zum Synonym für geistig etwas eingeschränkte Normalbürgerleins. (Wie es dazu kam, konnte auch eine ausführliche Recherche nicht klären. Wir wissen nur, dass dieser Fisch einst ein beliebter und extrem häufiger Speisefisch war, ca. 15 cm gross, schlecht aussehend und total mit Gräten durchsetzt.) Wir wissen also nicht, ob wir manche Leute zurecht als Dolme bezeichnen, da nichts über den Intelligenzgrad dieser Spezies aufliegt.

Der Präsident des ÖSV, Schröcksnadel, hat wieder einmal gedolmt. Nachdem er schon Frau Fenninger wieder ins Joch des ÖSV gezwungen hat, erklärt er uns nun, dass es keine Gefährdung gibt, was die Schneelage und den Klimawandel betrifft. Weil nämlich die Winter eh so kalt seien, wie allerweil, nur die Sommer, die wären halt ein bisserl wärmer. Dumm nur, dass der Winter das irgendwie mitbekommt, das mit den warmen Sommern. Und dann fällt irgendwie kein Schnee. Kalt wirds auch nicht richtig. Seit Jahren sind die Skirennen vor Weihnachten durch Schneemangel beeinträchtigt. Zuletzt gut zu sehen in Gröden. Dünnes weisses Schneeband als Piste. Rundherum nix. Aber Herr Schröcksnadel will wohl dafür werben, dass weiterhin neue Skigebiete und Pisten erschlossen werden. Irre Preise (Tageskarten um 50 Eurönchen) gepaart mit Schneemangel – Österreichs Wintertourismus setzt offenbar auf den Schneemangel als neue Attraktion, weil selbst für geschmolzene Pisten brauchts vorher Schnee. Die heisse Luft vom Schröcksnadel wirds auch nicht bringen, gell.

Ein paar Dolme sprachen gestern Abend in den Medien von einem Sieg der spanischen Konservativen bei den Wahlen. Ehrlich: Sieger sehen anders aus. Mehr als ein Drittel der Stimmen verloren, absolute Mehrheit weg. Die Sozialdemokraten hat es auch erwischt. Bemerkenswert: in Spanien gab es nicht den gewohnten europaweiten Rechtsruck in Richtug sehr, sehr rechter Parteien. Wer dort wirklich rechts oder ein alter, unbelehrbarer Frankist ist, der wählt die Konservativen. Auch wenn die in einem Sumpf aus Korruption ertrinken. Die Sozialdemokraten haben das schlechteste Ergebnis seit dem Ende des Frankismus erreicht und sind ziemlich weg vom Fenster. Die neue, gemässigt linke Partei Podemos hat auf Anhieb über 20 % bekommen und ist die eigentliche Wahlsiegerin. Allerdings ist fast keine Mehrheitsbildung möglich, oder nur mit grossen Verrenkungen. Eine grosse Koalition wäre rechnerisch möglich, aber die will niemand. Alles deutet auf Neuwahlen hin. Ausser es gelingt ein Mitte-Links-Bündnis unter Einschluss einiger Abgeordneter von autonomistischen Parteien. Das Wahlergebnis war, wenn man eine Interpretation versucht, in einem weiteren EU-Land eine neuerliche Absage an die derzeitige EU-Politik.

Völlig von der Rolle die OÖN, diesmal die Zentral-Redaktion. Bringt aufgeblasen auf zwei Seiten einigermassen sinnfreie Stellungnahmen von Wirtschafts“bossen“, die viel jammern, aber sonst nur Phrasen abgesondert haben. Na, davon, also von den Phrasen, haben wir aber shcon jetzt mehr als genug lagernd. Mit Phrasen beschäftigen sich die Profi-Politiker bereits ausreichend. Ja, liebe Industrie-Chefs, da habt ihr Pech gehabt. Zuerst schwarz-blau erzwingen, und dann draufkommen, dass es das nicht bringt. Hätten wir gleich sagen können, gell, weil der Austausch von Ampelpärchen ist auch nicht so wirklich die grosse Lösung, wenn man mehr Arbeitsplätze braucht. In Wahrheit gehts eh um was anderes: den ÖVP-internen Machtkampf, wer nun wirklich das Sagen haben soll. Und offenbar ist die Pühringer-Nachfolge auch noch nicht so ganz bis auf Punkt und Beistrich ausgepackelt.

Aber wenn die Linzer Redaktion so brav in den ÖVP-Machtkampf interveniert (die Industrie-Bosse sollen ja für das eine oder andere Inserat gut sein), dann kann die Lokalredaktion des Salzkammerguts nicht zurückstehen. ÖVP-Propaganda muss sein. Da textet der unvergleichliche Mundl (nicht zu verwechseln mit Gmundl, auch wenn sich Ihre Babsy da wiederholt) einen erstklassigen ÖVP-Propaganda-Aufmacher: „Gmundens Finanzkraft ist ungebrochen“. Um dann mit dem höheren Budget Gmundens (45,7 Mille, 13.000 Einwohner) gegenüber dem von Ischl (37 Mille, 14.000 Einwohner) zu argumentieren. Ja, der Brandner-Mundl muss die Ära Köppl, die er brav schurnalistisch verschnarcht und belobhudelt hat, reinwaschen. Aber klar: Ischl hat einen roten BM, Gmunden einen schwarzen. Da muss man sich anstrengen, gell. Dass sich die Ischler, wohl weil rot dominiert, ihre Seilbahn selber zahlen, tut nichts zur Sache. Das schwarze Gmunden bekommt dafür jede Menge Geld für Unfug. Während das rote Ischl acht (!) Brücken selbst sanieren musste und noch weitere fünf darauf harren, wird im schwarzen Gmunden eine intakte Brücke vorzeitig um saumässig viel Geld neu gebaut, und das Land brennt es. Ein weiteres Fanal eines abstrusen Föderalismus. Aber Herr Mundl singt das Hohelied vom Gmundens ungebrochener Finanzkraft: auch wenn der Köppl vierzig Mille ergebnislos verjubelt hat, wurscht, Gmunden gehts gut. So der ÖVP-Postillion Brandner. Langsam wird es echt lächerlich. Merkt der Mann das nicht? Nee, liebe Leute, der merkt schon lang nichts mehr. Von heute auf morgen ist ja die erste Rauhnacht. Hat der Mundl gar keine Angst, dass die Gut-Percht ihn holt? Weil wer an die Segnungen der ÖVP-Politik glaubt, der glaubt auch an Perchten, gell!

In den jetzt ausgebrochen Rauhnächten begann einst, also als das Wetter laut Schröcksnadel eh genauso war wie heute, das Aperschnalzen, um den Schnee, den Winter und die bösen Geister zu vertreiben. Aber wer glaubt noch an böse Geister und den Winter? Und wer ist so verdolmt, jetzt über die Abfahrt vom Grünberg in Gmunden zu hatschen und die aperen Wiesen aper zu schnalzen?

Liebe Leute, das Weisseste an diesen Weihnachten wird der Zucker auf den Vanillekipferln sein, gell! Weiss übrigens schon wer: Mandel, Hasel- oder Walnuss?

Und machts das 24er-Kasterl nicht schon vor dem 24. auf, gell, das gehört sich nicht!
Geniesst die längste Nacht des Jahres, liebe Bürgerleins, weil im Dunkeln ist echt gut Munkeln, und das sollten wir nicht nur den Bösewichten überlassen, gell!

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


 

 

Urbanität?
20. Dezember 2015

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Heute:
Babsy Blitzschnell fasst sich kurz
Einserkasterl von Alter Sozi zu HBP Fischer & Klo
Gastbeitrag aus XING-Kulturmagazin von Michael Amon

Liebe Leserleins!

Ihrer Babsy ist sauschlecht, denn sie hat gestern zuviele Vanillekipferln gegessen. Eigentlich ja nur ausprobiert, verkostet, um die grosse Streitfrage Madeln, Hasel- oder Walnüsse zu lösen. Zuviel Butter, zuviel Zucker und dann noch mit Punsch (hausgemacht!) runtergespült. Das konnte nicht gut gehen. Jetzt muss ich wahrscheinlich bis zum Vierundzwanzigsten fasten und Busse tun. Uff, sowas von Magendrücken. Auf die Waage will ich gar nicht steigen, schon gar nicht gucken, was die jetzt anzeigt. Mich schaudert.

Andererseits: jetzt haben die Franzosen dankenswerterweise die Hungermodels verboten. Zwar weiss Ihre schlank-ranke Babsy jetzt nicht, wie viele Kiloleins man in Hinkunft mindestens auf die Waage schmeissen muss, um den französischen Gesetzen zu genügen, und ob ich da schwer genug bin, aber vielleicht macht sich da letztlich doch ein neuer Karrierepfad für Babsylein auf. Es lebe das Vanillekipferl!

Jaja, ich hör schon auf und mache Platz für einen Essay von Michael Amon. Erschienen im Kulturmagazin XING, mit dessen freundlicher Genehmigung wir hier drucken.

Wir wünschen einen schönen vierten Adventsonntag und dass Sie alle Firmenfeiern unbeschadet überstehen. Weniger ist manchmal mehr, liebe Leute, vor allem beim Alkohol. Sie wissen ja, Ihre Babsy weiss, wovon sie spricht/schreibt!

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


HBP Fischer & Das Klo

Einserkasterl von Alter Sozi

Zur Kreiskysaga:
Wortwörtlich sagte Kreisky: Er geht auf Häusl wenn alles vorbei ist kommt
er wieder, so braucht er keine Verantwortung tragen
Viele Weihnachtsgrüsse vom alten Sozi.der sein Leben lang gearbeitet hat.
viele Beitragsjahre, das kann man nicht von allen Funktionären in Gmunden behaupten.


Der Drang zum Urbanen –
Szenen aus der Provinz.

Essay von Michael Amon

Die Provinz hat einen unglückseligen Hang zur Urbanität. In gewisser Weise eine echte Mesalliance. Bevor wir uns aber diesem durchaus heiklen Thema weiter nähern, muss man wohl eine Begriffsdefinition vornehmen.

„Provinz ist überall“, so habe ich einmal ein Theaterstück untertitelt. Denn ganz einfach lässt „Provinz“ sich nicht verorten. Provinz ist kein rein geographischer Begriff. Provinz ist oft ein geistiger Zustand, denn Enge kann in den größten Städten sein (die Erfolge der FPÖ in Wien zeigen das), urbanes Denken ist auch jenseits der Städte möglich. Ein Problem entsteht dann, wenn mit provinziellen Mitteln Urbanität simuliert wird, wenn provinzieller Geist sich mit Gewalt als Urbanität inszeniert. Doch wie definiert man Provinzialität?

Marx und Engels schrieben im Manifest unverblümt: „Die Bourgeoisie hat … die Zahl der städtischen Bevölkerung gegenüber der ländlichen in hohem Grade vermehrt und so einen bedeutenden Teil der Bevölkerung dem Idiotismus des Landlebens entrissen.“ In der Zeit, als diese Zeilen geschrieben wurden, war die Sache klar: Land, also alles jenseits der Städte, ist provinziell und dem „Idiotismus“ verhaftet. Warum das so war, ist klar: ganze Talschaften waren, fern von den Zentren, hermetisch abgeschlossen, eigene Welten ohne wesentliche Außenkontakte für breite Schichten der dort lebenden Bevölkerung. Der Pfarrer und der Lehrer waren oft die einzigen Menschen, die mit der Welt „da draußen“ Kontakt gehabt haben. Nicht umsonst waren sie meist einflussreiche, angesehene Leute. Sie hatten die Welt gesehen, zumindest das, was damals in der Abgeschiedenheit der ländlichen Gegenden als Welt galt. In dieser Abgeschiedenheit entstanden örtliche Dialekte, von Tal zu Tal unterschiedlich und mit jeweils spezifischen Eigenschaften. Im Zillertal sprach man anders als im weiter westlich parallel verlaufenden Stubaital. Aber auch in einer Großstadt wie Wien gab es diese spezielle Form der Abgeschiedenheit: man konnte damals noch unterschiedliche Ausformungen des Wiener Dialekts je nach Bezirk unterscheiden (die Bezirke sind meist aus alten Vororten entstanden, als im Wien der Ringstraßenzeit die Stadtmauern gefallen waren und die Stadt sich rasant ausweitete). Ottakringer, Floridsdorfer oder Simmeringer konnte man anhand ihres Sub-Dialekts unterscheiden. Davon geblieben ist praktisch nichts außer dem Döblingerischen, das aber heute in ganz Wien existiert und eine soziale Distinktion ist.

Die modernen Verkehrs- und Kommunikationsmitteln haben im Laufe des 20. Jahrhunderts dazu geführt, dass diese einstige Abgeschiedenheit im Sinne einer Stadtferne (oder umgekehrt: einer Landesferne) zumindest im geographischen Sinne aufgehoben worden ist. Provinzialität manifestiert sich heute darin, dass die einstige Trennung der Welten aufgehoben ist: es dauert nicht mehr Wochen, bis bestimmte Nachrichten in ein fernes Dorf gelangen. Die nächste größere Stadt ist mit dem Auto oder anderen Verkehrsmitteln meist innerhalb weniger Fahrstunden erreichbar. Einst war der Besuch eines Vorortes von Wien inklusive Rückkehr eine Tagesreise. Heute sind dieselben Plätze teilweise innerhalb einer halben Stunde erreichbar. Geographisch ist die Welt zusammengerückt. Im Kopf aber nicht. Was also zeichnet heute jene Provinz aus, die vornehmlich eine Provinz des Denkens ist, aber eigentümlicherweise ihre krassesten Erscheinungsformen noch immer dort zeitigt, wo einst auch die geographische Provinz war? Es ist die Überschaubarkeit der Verhältnisse. Dazu kommt, dass die Provinz einst durch Abgeschiedenheit gekennzeichnet war, heute aber durch einen Mangel an Möglichkeiten definiert wird.

In kleinen Dörfern kennt jeder jeden. Das erzeugt Enge. Selbst in Kleinstädten kennt sich die „Oberschicht“ von Kindheit an, teilt ihre mitunter auch dunklen Geheimnisse. Man weiß um die Leichen im Keller des jeweils Anderen. Gleichzeitig herrscht Neid auf die wirklichen Städte. Man will ihnen nacheifern, um sich selbst zu „erhöhen“ und herauszukommen aus der selbst schmerzlich empfundenen Provinzialität. Gleichzeitig mangelt es aber sowohl an den finanziellen als oft auch an den intellektuellen Ressourcen. Die Budgets kleiner Orte sind beschränkt, die kleine Schicht der Entscheidungsträger köchelt im eigenen Saft auf kleinster Flamme vor sich hin. Querdenker werden scheel beäugt. Nicht, dass das in Großstädten immer anders ist. Aber die Konkurrenz im urbanen Raum ist größer, die Entscheidungsträger picken nicht jeden Tag in der Mittagspause beim örtlichen Stammtisch aufeinander, und vor allem müssen sie sich in der „echten“ Stadt intensiver mit wesentlich mehr Meinungen auseinandersetzen und stehen unter deutlich stärkerer „Kontrolle“ der Medien. Diese Kontrollaufgabe wird von den lokalen Medien, seien es Print oder TV, nicht wahrgenommen. Teils aus ganz persönlichen Gründen (man kennt sich von klein auf und sieht sich jeden Tag auf der Straße), teils aus politischen und finanziellen Gründen: die Eigentümer der lokalen Medien sind im vorwiegend konservativ geprägten ländlichen Raum eng mit der ÖVP und ihren Bürgermeistern verhandelt.
Dazu kommt der Mangel an Möglichkeiten. Das beginnt bei urbaner Infrastruktur: Theater, Museen, Kinos, Veranstaltungshallen, gut ausgebauter öffentlicher Verkehr, Kaffeehäuser, qualitätsvolle Gastronomie, all das gibt es nicht. Die Budgets von Dörfern und Kleinstädten sind beschränkt, gemessen an den Aufgaben. Die mühsam aufgebauten Strukturen erodieren unter dem Ansturm neoliberaler Privatisierungsideologie: Post und Bahn sollen gewinnbringend sein und vernichten Infrastruktur, Spitäler werden um ganze Abteilungen abgemagert. Durch die Flucht der Menschen in größere Städte sperren die Nahversorger zu, selbst der Kirchgang wird vielerorts zum Problem. Öffentliche Einrichtungen wie Kindergärten und Volksschulen sind immer schwerer zu finanzieren. Das paart sich dann noch mit der Unfähigkeit der Funktionsträger, oft mehr eitle Gschaftlhuber als kompetente Verwalter von Gemeindebudgets.

Aus dieser Melange entsteht dann oft der Wunsch, es großen Städten gleichzumachen, ihnen wenigstens ansatzweise nachzueifern. Das führt oft zu grotesken Projekten, die durch wenig Kenntnis aber viel Größenwahn gekennzeichnet sind. Ich will das an einem Beispiel illustrieren.

Seit etwas mehr als zwei Jahrzehnten lebe ich abwechselnd in Wien und Gmunden. Letzteres ist eine Bezirkshauptstadt im Salzkammergut mit rund 13.000 Einwohnern und direkt am Traunsee gelegen, war einst Sitz der Verwaltung des Habsburgischen Salzmonopols und eine wohlhabende Kleinstadt. Die Habsburger gibt es seit Ende des Ersten Weltkrieges nicht mehr, der Wohlstand konnte aber über viele Jahrzehnte gewahrt werden. Teils durch die Beamten in Schule und Bezirksverwaltung, teils durch gut verdienende Handwerker, Kaufleute und Freiberufler. Dazu kam eine funktionierende Kleinindustrie bzw. die Ableger großer Konzerne. Durch falsche Raumplanung hat man zuerst die alte Struktur der Innenstadt zerstört. Dann kamen im Zuge der Globalisierung die Industriebetriebe unter die Räder, ebenso Niederlassungen internationaler Konzerne. Das Arbeitsplatzangebot wurde immer knapper, der Fremdenverkehr, ohnehin nie eine Stärke Gmundens, ging ebenfalls stark zurück. Man konnte sich nicht entscheiden, was man will: Fremdenverkehr, Industrie, Kurstadt, Keramikstadt etc. Im Endeffekt war man eines Tages nichts davon, erging sich aber in großmannssüchtigen Träumereien. Man wollte einen Tunnel unter dem See bauen, um die Innenstadt vom Verkehr zu entlasten. Nach der extrem teuren Planungsphase war klar: viel zu teuer, das finanziert das Land OÖ nicht. Zehn Millionen öS hat man damals in den Sand gesetzt.

In den letzten zwanzig Jahren schlossen alle neu errichteten Hotels mangels Rentabilität und wurden zu Appartements (als Zweitwohnsitz für betuchte Nicht-Gmundner) umgewandelt. Dazu sperrten auch noch eine Reihe alter Hotels zu. Die Saison in Gmunden ist einfach zu kurz, die klassische Sommerfrische gibt es nicht mehr. Trotzdem setzte sich das Credo fest: Gmunden braucht ein Hotel. Weil eine Stadt ohne Hotel eben keine Stadt ist. Also schob man einem ÖVP-Gönner unter Mitwirkung aller Parteien (mit Ausnahme der Grünen) billig einen wertvollen Seegrund zu und hoffte, der würde ein Hotel bauen. Was nicht geschah – es fand sich kein Investor, da sich die Sache nie rechnen würde. Dafür ließ sich die Politik jahrelang mit Träumen versorgen: ein riesiger Hotelkobel direkt am See war geplant, mit Chalets inkl. einer neu zu errichtenden Bucht (Seevergrößerung) für reiche Bootsbesitzer. Eine Fata Morgana, von der sich die Stadtväter trotz vieler mahnender Stimmen nicht abbringen ließen. Eine Stadt ohne Hotel ist keine Stadt. Urbanität, wie man sie sich in der Provinz vorstellt. Das Hotel steht bis heute nicht.

Eine richtige Stadt braucht auch eine Universität. Also ging man daran, aus Gmunden eine Universitätsstadt zu machen. Hochfliegende Pläne, die man mit einer wegen Unterschlagung in einem öffentlichen Betrieb vorbestraften Betreiberin realisieren wollte. Alle Warnungen wurden in den Wind geschlagen. Auch der Hinweis auf die mangelnde Qualifizierung und auf die früheren Malversationen der guten Dame wurden ignoriert. Versprach die Frau doch innerhalb von fünf oder sechs Jahren 800 Studenten vor Ort zu haben. Die Stadtpolitik träumte bereits von einer neuen Nutzung der brachliegenden Innenstadt: die würde zum Uni-Campus umgewandelt, Gmunden wäre Universitätsstadt und würde einen neuen Boom erleben. Dass das 1.000-seitige Konzept der Dame bereits einmal vom Uni-Beirat wegen wissenschaftlicher Mängel, irrealer Studentenzahlen und mangelnder Qualifikation der Betreiber abgelehnt worden ist, scherte die Gemeindepolitik nicht: man übernahm die Haftung für zwei Millionen. Was aus denen geworden ist, weiß man bis heute nicht. Sie verschwanden in einem vorgelagerten Verein. Ebenso wie die sinnlos ausgegebenen zigtausend Euro für weitere Studien zur Universitätsstadt. Alles Makulatur. Es gibt bis heute keine Uni in Gmunden.

Von den hochfliegenden Plänen ist das als Verein geführte OÖ-Laserzentrum mit sechs Mitarbeitern geblieben: zwei Leiter, eine Sekretariatsmitarbeiterin, ein (!) wissenschaftlicher Mitarbeiter und zwei Personen fürs Labor. Das wurde der Bevölkerung dann als Einstieg in die Universitätsstadt verkauft. Inzwischen ist es um die Uni-Pläne still geworden, über das verplemperte Geld spricht man nicht, und die Innenstadt stirbt weiter vor sich hin. Von Urbanität keine Spur.

Der optimistische Provinzpolitiker jedoch gibt seine hochfahrenden Pläne nicht so schnell auf. Um zu zeigen, dass man eine richtige Stadt ist, muss eine „Straßenbahn“ her, die eigentlich eine Eisenbahn ist (die Vorchdorfer-Bahn, die ab dem Klosterplatz auf einmal zur Tram mutiert). Die hat man auf Biegen und Brechen und ohne die Bevölkerung zu befragen durchgesetzt. Eine 32-Tonnen-Niederflurgarnitur soll jetzt zweigleisig durch die enge Durchfahrt der Altstadt fahren. Die lachhaften Kosten für 700 Meter neuer Geleise (mitsamt diversen Nebengeräuschen wie dadurch nötigen Brückenneubau und Anschaffung der Garnituren, neuer Haltestellen etc.) betragen mit der Finanzierung rund 60 Millionen Euro. Für eine Straßenbahn, die 170 Personen befördern kann, aber nach eigener Schätzung und Prognose der Betreiber pro Fahrt im Durchschnitt nur ca. 15 Fahrgäste aufweisen wird.

Die erste errichtete Station ist ein Musterbeispiel schlechter Architektur und darin kaum noch zu übertreffen. Den meisten Gmundner Politikern und Teilen der Bevölkerung gefällt es. Die Betreiber jubeln: endlich atmet Gmunden den Flair der Urbanität (wortwörtlich!). Wer dagegen schon einmal in den dunkleren Winkeln Ottakrings war, der weiß, dass der Platz und die Haltestelle namens „Klosterplatz“ (die war mit dem urbanen Flair gemeint) weder den Charme der grindigen Ottakringer Vorstadt noch den der trostlosen Simmeringer Hauptstraße zwischen Rennweg und Wiener Zentralfriedhof erreicht. Die Gmundner Politik aber schwafelt von Urbanität.

Zuerst hatte man die „kleinste Straßenbahn der Welt“, die auch entsprechend touristisch und völlig erfolglos als solche beworben wurde. Nun hat man die dümmste Bim der Welt und ergeht sich in Großmannssucht. Ein Projekt, das dem privaten Betreiber ohne jedes eigene Unternehmerrisiko voll aus Budgetmitteln von Stadt und Land OÖ (also vom Steuerzahler) finanziert wird. Risikolose Gewinne auf Kosten der Steuerzahler. Auch so kann man die Idee des öffentlichen Verkehrs ad absurdum führen. Aber man spürt geradezu den Sturm der Urbanität, der jetzt durch die Stadt fegt.

Offenbar kommen die politisch Verantwortlichen der geistigen Provinz nicht mit den Widersprüchen des modernen Lebens zurecht. Denn es gibt eine merkwürdige Paradoxie: das „Land“ will urban sein, koste es was es wolle. Das großstädtische Bürgertum in Österreich jedoch will um jeden Preis rural auftreten, möglicherweise ein Überbleibsel des austrofaschistischen Systems, dass versucht hat, den „unverdorbenen“ Charakter des katholisch geprägten Landes gegen die Verderbtheit der sozialdemokratisch dominierten Städte auszuspielen, und sich zu diesem Zweck trachtig verkleidet hat. Bis hin zu Trachtenumzügen in Wien, um den „Sozis“ zu zeigen, wie der liebe Gott es auch in der Stadt gern hätte.

Dabei wurde wohl auch auf die Tradition von Kaiser Franz Josef zurückgegriffen, dessen Lieblingsbekleidung noch vor der Uniform das Jagdgwandl mit Krachlederner, Goiserern, Gamsbart und Trachtenjanker war. Das österreichische Bürgertum ist damals dem Kaiser nicht nur ins (unbestritten wunderschöne) Salzkammergut gefolgt (die Villen stehen noch heute), sondern die Angehörigen des Bürgertums haben sich ebenfalls als Jäger und Bauern verkleidet. Eine merkwürdige Camouflage, die so nur in den deutschsprachigen Alpenländern zu finden ist. Leider hat diese Verkleidung auch auf die Gehirne übergegriffen. Insofern hat die jetzige Renaissance von Tracht und Dirndl mitsamt Herrn Gabalieres Erfolgen und dem Höhenflug der FPÖ etwas Beängstigendes. Wir finden hier jedenfalls weltweit das einzige Bürgertum, das sich über Lodenmantel und Walkjacken definiert.

Man kommt letztlich zu einer ernüchternden Diagnose. Schon im 19. Jahrhundert gefiel sich das aufkommende Bürgertum, vorwiegend Industrielle, darin, sich die Schinken der Biedermeier-Maler wie Gauermann oder Waldmüller in ihre Häuser und Palais zu hängen. Man frönte so dem Idyll der verlorenen Natur. Dabei beruhte der eigene Reichtum auf der industriellen Zerstörung dieser Natur. Man holte sich das Idyll zurück ins eigene Heim, und sei es nur an der Wand. Oder in der Sommerfrische am Semmering und im Salzkammergut. Man gab sich rural und hatte mit der echten Landschaft und dem „echten“ Landleben nichts am Jagdhut. Man paradierte vor der Kulisse. Das ist bis heute so geblieben. Allerdings hat auch der rurale Stadtbewohner, durchaus ein Provinzler im Geiste, das Bedürfnis, seine Urbanität zu beweisen. Darum wurden inzwischen die Gauermanns und Waldmüllers gegen Nitsch und Konsorten getauscht. Damit beweist man, in der Moderne angekommen zu sein. Von wegen!

Am „Land“ funktioniert es genau umgekehrt. Dort will man um jeden Preis Urbanität vortäuschen. Man macht also auf urban. Mit Projekten, die nur die Illusion des Urbanen nähren, da für all das, was wirklich urban ist, weder die finanziellen noch die ideellen Voraussetzungen gegeben sind. Je größenwahnsinniger ein Projekt, umso städtischer fühlt man sich. Ob damit der von Marx und Engels beschriebene „Idiotismus des Landlebens“ beseitigt wird, darf man bezweifeln. Er hat vielmehr auch die Herrschaft über Teile des städtischen Lebens ergriffen.

Die Grünen mit ihrem Radfahrwahn, ihrem Bio-Vegetarier-Vegan-Lifestyle und der Idee der ländlichen Idylle in der Stadt (Begegnungszonen!) sind ein gutes Symbol für diesen Vorgang. Insofern wurde zumindest eine Forderung des Manifests umgesetzt: „Hinwirken auf die allmähliche Beseitigung des Unterschieds von Stadt und Land.“ Wahrscheinlich haben Marx und Engels da irgendetwas anderes im Sinne gehabt, denn wir erleben eine reale Provinzialisierung des Urbanen, und zwar sowohl am Land als auch in den Städten bei gleichzeitiger Pseudourbanisierung des Ruralen. Die Protagonisten kommen bloß aus zwei verschiedenen Richtungen. Aber wer kann diesen Unterschied noch erkennen, wenn alle im geistigen Trachtenjanker rural durch die Gegend laufen und sich dabei für unglaublich urban halten? Wir können die Provinz also leicht verorten: sie ist in den Köpfen.

Aus: XING Nr. 31, Schwerpunkt „Urban Imagineering – Neue Narrative zur Stadt“


 

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Leise rieselt kein Schnee
19. Dezember 2015

Heute:
Babsy Blitzschnells Rundblick

Liebe Leserleins!

Wir haben uns schon Sorgen gemacht, und zwar um das von uns als solches gekürte Markenzeichen des Gmundner Bürgermeisters, um den Burberry-Schal. Der auch seit dessen Amtsantritt unseren Blog ziert. Denn wir hier sind natürlich der Stefan-Krapf-Schutz-Blog. Was heisst? Das heisst: wir werden uns nimmermüde darum bemühen, dass Herr Krapf seine Wahlversprechen einhalten kann, die er nimmermüde im Wahlkampf unter die Leute gestreut hat. Dass er sie einhalten kann, obwohl die ÖVP die selbe und die gleiche geblieben ist. Wie man im letzten Gemeinderat vor Weihnachten auch gut beobachten konnte. Wir schützen Krapf vor seiner ÖVP, Ehrenwort!

Nur ein kleines Manko stellten wir fest: der Schal hat die Farbe gewechselt. Was wir schon demnächt natürlich auch in unserem Blog-Logo nach vollziehen werde. Wir lassen noch in den neuen Farben weben bei Burberry, gell!

Tja, die Sache mit dem Winter und dem Schnee. Damit sieht es heuer gar nicht gut aus. Wer am Freitag den Super-G im Fernsehen geguckt hat, hat ordentlich dumm dreingeguckt, wenn er meinte, Schnee zu sehen. Bis auf das schmale Band der Piste war da weit und breit nix im Grödner Tal. Der Luis Trenker wäre not amused, wenn er das noch sehe könnte. Den Hotelieres schlottern die Knie. Kein Schnee heisst weniger Gäste und kurzfristige Absagen. Wie lange man den ökologischen Irrsinn der künstlichen Schneebereitung noch betreiben wird können? Nicht mehr lange, sagen die Klimaskeptiker. Unter 1.500 Meter könnte es schon in ein paar Jahren vorbei sein mit Schnee und künstlicher Schneebereitung. Weil ganz ohne Kälte geht das nicht. Die Kosten sind jetzt schon enorm, die Berge mit wasserspeichernden Seen schmucklos verschandelt. Von den grauen Sommer“wiesen“ gar nicht zu reden. Wer es nicht glaubt, braucht sich im Sommer nur mal in Saalbach umsehen. Oder rund um Kitz. Auch so kann man die Alpen umbringen, während uns gleichzeitig die Gletscher wegschmelzen und ein paar Deppen immer neue Gletscher-Skigebiete eröffnen wollen. Fast so deppert wie die Hallen-Skipisten in Dubai und Co.

Schon bald werden wir also realistische Krippenbauten bekommen. Nix mit Pseudoschnee und so. Sondern originalgetreu mitten in der Bethlehemschen Wüste, nur in den Alpen. Wie es damals rund um Christi Geburt (ca. 7 n. Chr.) halt wirklich war. Es soll rund um den Stall zu Bethlehem damals eher nicht so besonders viel geschneit haben. Und die Heiligen Drei Könige waren sicher nicht mit Schneeschuhen oder gar einigen Paaren Langlaufbrettln unterwegs.

Weil wir bei Kirchenfragen sind, fällt mir ein, dass der neue Linzer Bischof keinen Fisch mag. Jetzt mach ich mir echt Sorgen: was isst der arme Mann am Freitag? Oder greift er gar zu einem saftigen Steak, einem nahrhaften Schweinsbraterl, oder futtert er die eine oder andere nahrhafte Leberkässemmel? Wozu gibts eine Beichte, gell!

Jetzt vertiefe ich mich in diverse Backbücher. Habe eine Wette im Team verloren und muss Vanillekipferl backen. Dabei streiten wir hier im Team heftig über die Frage: Mandeln, Hasel- oder Walnüsse? Welche gehören in die echten Vanillekiperln und womit schmecken sie am besten? Na, vielleicht weiss eines unserer vielen Leserleins einen Rat oder hat das garantiert weltbeste Vanillekipferl-Rezept. Denn wir hier vom Gmundl kümmern uns natürlich auch um die ganz wichtigen Fragen des Lebens, gell!

Unser Motto: Es wiard die Streif sei, nuar Schnee wiard kana sei!

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl

PS:
Morgen gibt es einen Gastkommentar von Michael Amon, den wir von der Kulturzeitschrift XING übernehmen dürfen. Lassen Sie sich überraschen! Auch Gmunden kommt vor: als Pars pro toto.


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