Hotels und anderer Irrsinn

Heute:
Bruno Beinhart schaut sich um

Liebe Leserschaft!

Man packt es kaum noch. Ist die Welt verrückt geworden, oder ich? Oder wir, all die Normalsterblichen dieser Welt?

Tagtäglich werden wir mit neuen Horrorideen der Politik konfrontiert. Oder mit dummen Scharmützeln zwischen den Regierungsparteien. Alles weitab dessen, was die wahren Probleme der Menschen sind.

Erneut neue, höhere Arbeitslosenzahlen. Verdreifachung der Langzeitarbeitslosigkeit. Ein schlimmes Signal. Aber wieder einmal sieht Sozialminister Hundstorfer einen Lichtblick: der Zuwachs sei wiederum zurück gegangen. Jubeltrubelheiterkeit. Aber wahrscheinlich muss man das so sehen, wenn man als Kandidat zur Bundespräsidentschaftswahl antreten will. (Faymann bereitet offenkundig unverdrossen und unberirrbar seinen eigenen Sturz vor, denn Hundstorfer ist bestenfalls ein Zählkandidat. Noch eine Wahlniederlage wird Faymann eher nicht überleben. Hofft man!)

Herr Nissl blökt etwas von „Kursänderung in der Flüchtlingspolitik“ und bleibt schweigsam darüber, was er damit konkret meint. Dafür übt er sich in Einigkeit mit der FPÖ, seinem Koalionspartner. Hat der Mann einen Sprachfehler, beim „S“? Kommt deshalb aus seinem Mund dauernd F heraus – FPÖ statt SPÖ: „Ich heiffe Niffl und bin auf der FPÖ!“.

Die Wiener SP-Finanzstadträtin Brauner schreit nach einer höheren Grundsteuer. Aufbauend auf dem Verkehrswert. Die Folgen wären: Wiener Eigentumswohnungsbesitzer müßten statt 100 bis 300 Euro im Jahr in Hinkunft 1000 bis 3000 Euronen jährlich abliefern. Kein Pappenstiel. Das droht uns dann in ganz Österreich (ist ein Bundesgesetz!).
Wenn jemand sich mühsam eine kleine Wohnung oder ein bescheidenes Häuslein erarbeitet hat, um im Alter, bei sinkenden Pensionen, nicht von hohen Mieten kalt erwischt zu werden. Jetzt wird er, wenn es nach Frau Brauner geht, von der Grundsteuer erwischt. Sagen wir es klar: die Grundsteuer ist eine reine Mittelstandssteuer. Sie rasiert erneut die ab, die jetzt schon die höchste Steuerbelastung tragen. Während gleichzeitig die Einkommen des Mittelstandes stagnieren oder sinken. Während die grossen Konzerne sich in der EU mit wenigen Prozenten Steuer jedweder Verantwortung für die Finanzierung des Gemeinwesens entziehen.

Hat in der SPÖ schon mal jemand bemerkt, dass Kreisky seine Wahlsiege holte, weil er von Teilen des Mittelstands gewählt worden ist? Hat in der ÖVP schon jemand bemerkt, dass ihre Klientel nicht nur Bauern und Beamte sind? Dafür hat sich der Gemeindeverband unter ÖVP-Führung gleich höchst erfreut über mehr Grundsteuern gezeigt. Klar, wir kennen es ja aus Gmunden: nichts machen manche Gemeindevertreter lieber, als das Geld anderer Leute zu verschleudern. Wenns finanziell eng wird, erhöht man die Steuern. Und baut weiter unbeirrt an irgend welchen Wahn-Projekten herum.

Frau Mikl-Leitner wimmert um Notstandsgesetze. Sprich: Einschränkung bürgerlicher Freiheitsrechte. Wie man in Frankreich sieht, bringt das im Kampf gegen den Terror gar nichts. Es macht nur den Staat wiederum allmächtiger. Wo man uns ja gerade erst ein neues Staatsschutzgesetz aufs Aug drückt. In der Krise wandelt der Kapitalismus sich immer mehr zu einem autoritären Kapitalismus. Man sollte sich nicht vor den Flüchtlingen fürchten, sondern vor der eigenen Staatsgewalt, die immer unverschämter wird.

Hotelsachen. Ja, eben erst hat unser vor allem sehr lieber Bürgermeister, der Kuschelbär von Gmunden, erklärt, hierorts seien zwei Hotels notwendig. Ohne zu erklären, warum in den letzten Jahrzehnten alle Hotelprojekte gescheitert sind. Schon sperrt die nächste Hütte zu. Der Freisitz Roith. Wir haben bereits im Jahr 2013 (bei der Neuübernahme) unsere Skepsis darüber geäussert, dass dieser Hotelstandort haltbar sei, und wie so oft sind wir mit dieser Einschätzung wieder einmal richtig gelegen. Dass sich das finanziell nicht rechnet. Nun also das Aus. Mit hanebüchenen Argumenten. Etwa, dass so hohe Kosten für die nun erforderlichen Registrierkassen anfallen würden. Äh? Ein gastronomischer Betrieb, der schon seit Jahren läuft, hat das nicht bereits? Wie bonnieren die? Und, ok, die Kassen sind weitaus teurer, als die Finanz zugibt. Fünftausend Euronen können da schon zusammen kommen. Aber ein Hotelbetrieb, der das nicht verträgt? Sagen wir es klar und deutlich: der Freisitz war kein Geschäft. Hat sich nicht gerechnet. Weil Hotels in Gmunden sich nicht rechnen.

Aber Tourismusdirektor Murray jammert über den Verlust von „dringend benötigten Hotelbetten“. Hat der Mann noch alle? Schon wieder sperrt ein Hotelbetrieb zu – weil die Hotelgäste sein Hotel gestürmt haben und bereit waren, kostendeckende Preise zu zahlen? Und wegen des Gästeansturms jetzt fehlt die Kohle, um die Auflagen von Arbeitsinspektorat, Gewerbebehörde und Feuerpolizei zu finanzieren. Weil der Betrieb so super läuft? (Dass der bisherige Pächter die Vorschriften zur Barrierefreiheit als „Schikane“ bezeichnet, lässt auch tief blicken!) Schickt den Murray nach Hause. Sein Gehalt kann man ersatzlos einsparen. Jeder Maurerlehrling bringt mehr zusammen als dieser seit Jahren vor allem durch Unsinn (siehe Hansi-Hinterseer-Spinnereien und Bewerbung zum Song-Contest) auffallende Totengräber des Tourismus. Auf Basis welcher Erfolgsgeschichte hält der sich eigentlich im Amt?

Vielleicht rechnen jetzt endlich auch möglichst viele Gemeindemandatare eins und eins zusammen. Vielleicht schaffen das sogar ein paar Mandatare der Wirtschaftspartei ÖVP. Und man macht endlich ein Ende mit dem verblödeten, grenzwertigen Mantra von den Hotels, die Gmunden so unglaublich notwendig braucht. Nochmals, langsam zum Mitschreiben für die, die schon bisher etwas länger gebraucht haben, um es zu schnallen: Hotels in Gmunden rechnen sich nicht. Da können noch so viele Regiowahn-Züge durch die Stadt rattern. Hotels rechnen sich nicht in Gmunden. Weil die Saison zu kurz ist. Weil Gmunden keine Urlaubsdestination ist. Keine Kurstadt. Keine UNI-Stadt. Weil Gmunden derzeit gar nichts ist. Man hat das gesamte Potenzial verschleudert, brach liegen lassen. Sich in hochstaplerischen Ideen ergangen.

Ein Hotel in Gmunden kann sich nur rechnen, wenn man die Stadt völlig neu aufstellt. So wie es jetzt ist, bringt auch eine Marina bei der Promenade nichts. Gmunden muss sich völlig neu erfinden. Und dann dauert es zwanzig Jahre, bis man über ein Hotel reden kann, das sich dann vielleicht rechnet. Wenn alles gut geht. Aber wo sind die bahnbrechenden Ideen? Den Tourismusdirektor kann man ersatzlos abschaffen. Niemand ausser ihm selbst würde es merken. Das Stadtmarketing ist behämmert. Die Politik völlig ideenfrei. Die meisten Kaufleute ratlos, klammern sich an Illusionen wie die Regio und wissen nicht, wie sie die Bauphase überleben werden. Hauptsache, ein paar willige Schreiberlinge tun so, als sei alles bestens.

Bruno Beinhart f. d. Team Gmundl


Wir bedauern, dass wir auch heute wieder erst recht spät online sind. Wir haben ein komplexes IT-Problem zu lösen. Da wir alle in unserer Freizeit und unentgeltlich am Werken sind, dauert es leider ein wenig länger, bis wir das „gerichtet“ haben.
Die Redaktion


 

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