Ampelg’schichten

Heute:
Bruno Beinhart über Ampeln
GK von Karl Kammerhofer: Carolus locuta, causa finita

Liebe Leserschaft!

Mit Ampeln ist das so eine Sache. Karl Kammerhofer wollte keineswegs von manchen Regio-Gegnern als Ampel-Karli tituliert werden. Sein gutes Recht, obwohl wir diesen Spitznamen als einigermassen harmlos empfunden haben. Eher überhaupt nicht harmlos empfanden wir den Vorwurf, er sei ein Wendehals. Ein Vorwurf, den wir nicht teilen. Kammerhofer ist nun mal ein Rot-Grüner. Ein Wechsel zwischen diesen beiden Parteien ist bei ihm keine Chamäleon-Haftigkeit. Da fällt uns eher ein anderer Kommunalpolitiker ein, der jetzt Fraktionschef der Gmundner ÖVP ist. Und vor allem ist der Kammerhofer der Karl Kammerhofer. Ihn in das Spektrum einer Partei rein zwängen zu wollen, kann nur daneben gehen. Sein eigentliches „Problem“: die Roten sind für einen wie ihn nicht grün genug. Und die Grünen nicht rot genug. Wendehalsigkeit sieht anders aus. Dass wir der Ansicht sind, er liege in der Regio-Frage falsch, ändert daran gar nichts.

Ja, mit den Ampeln ist das so eine Sache. Sagen wir es offen heraus: wir halten das Getue und die Pseudoaktivitäten mit Ampelpärchen auf Verkehrsampeln für geistlosen Unfug. Für eine Beschäftigungstherapie. Verkehrsampeln sind keine Herrschaftsinstrumente. Beim besten Willen nicht. Sondern Verkehrszeichen. Und vor allem: wo hört das dann auf? Ampeln mit Homo-Pärchen, Lesben-Pärchen, Transgender-Pärchen (wie stellt man die bloss dar???) etc. Da kommt nur eines heraus: eine Emanzipations-Bürokratie. Die sich um Ampel-Symbole kümmert, anstatt um gleichen Lohn für gleiche Arbeit. Zweiteres ist halt schwieriger. Da muss man sich mit Mächtigen anlegen.

Darum ist es besonders deppert, wenn ein Linzer FP-Stadtrat als erste (!!!) Amtshandlung ein solches Ampelpärchen entfernen lässt. Hat der Mann keine anderen Sorgen? Und was geschieht? Der Linzer Bürgermeister trabt aufs Schlachtfeld dieses bescheuerten Gender-K(r)ampfes und gibt ordentlich Kontra. Leute, habt ihr in Linz wirklich keine anderen Probleme? Ich denke da an Swap-Geschäfte, Verkehrschaos, Finanzklemme, Spitalsmisere usw. usf.

Liebe Politikerinnen und Politiker: kümmert euch um die Probleme der Menschen. Wenn die gelöst sind, könnt ihr euch noch immer über Binnen-I und Ampelpärchen streiten. Also so etwa im Jahr 2123. Bis dahin wollen wir von diesen Banalitäten nichts mehr hören. Und vielleicht schafft ihr es sogar bis 2100 oder ein wenig vorher, die Gehaltsunterschiede zwischen den Geschlechtern zu beseitigen.

Bruno Beinhart f. d. Team Gmundl


Gmunden am Marien-Feiertag

Carolus locuta, causa finita

Gastkommentar von Karl Kammerhofer

1) Über Recht, Gerechtigkeit und Demokratie

Herr Kassmanhuber hat recht: Recht und die Demokratie gehören zusammen und sollen nicht gegeneinander ausgespielt werden.

Vorhin (Vormittag am Feiertag) war im Radio eine Sendung von und über Jean Ziegler. Er konnte zu diesem Punkt (Recht, Gerechtigkeit und Demokratie) am Beispiel Schweiz sehr viel sagen: in seinem Engagement gegen eine bekannte Schweizer Nahrungsmittelfirma und gegen amerikanische Saatgutkonzerne musste er in diesem Kampf gegen Ungerechtigkeit und Hunger schon seit Jahrzehnten in der Schweiz viele Prozesse in Kauf nehmen. Obwohl er Millionen durch seine Bücher und Vorträge verdient hat, ist er heute im Alter von 80 Jahren durch diese Prozesse, die ihm diese Milliardenkonzerne umgehängt haben, völlig mittellos. Diese Konzerne hetzen ihm die besten und teuersten Anwälte der Welt in der Schweiz auf den Hals. Das ist natürlich alles Rechtens in der Schweizer Demokratie.

Diese Schieflage des Rechts gegenüber der Gerechtigkeit sehe ich auch in Gmunden.  Recht und Gerechtigkeit wiedersprechen sich hier: Es klagt nämlich hier nicht eine Vorchdorfer Arbeiterin, die in der Gmundner Keramik arbeitet. Diese Frau hätte als Alleinerzieherin wirklich einen nennenswerten Verlust, wenn die Durchbindung der Bahn verzögert wird. Diese Frau kennt aber weder ihre Rechte ausreichend, noch könnte sie sich teure Anwälte leisten, die ihr zu ihrem Recht verhelfen.  Nein, es klagt eine Millionärin, die sich einen Justamentstandpunkt aber auch teure Anwälte leisten kann. Auf der anderen Seite steht aber eine Stadt die finanziell am Abgrund, die der teuren Infrastruktur wegen und einer künftigen sehr hohen Brückeninvestition JETZT schon auf die hohen Landesförderungen angewiesen ist. Herr Kassmanhuber, da bin ich parteiisch: mir liegen Gerechtigkeit und wirtschaftliche Interessen unser Stadt näher als Rechthaberei einer Millionärin, der vollkommen gleichgültig ist, wie hoch der wirtschaftlichen Schaden (für unsere Wirtschaft und für die Stadt) durch eine Bauverzögerung ist .

In einem Punkt stimme ich mit Ihnen, sehr geehrter Herr Kassmanhuber, überhaupt nicht überein: in der Relativierung des Landes- und Gemeinderatswahlergebnisse 2015 was die Zustimmung zur SRB anbelangt. In beiden Körperschaften wurden Mandatare (ohne Binnen-I) gewählt, welche mehrheitlich für die Durchbindung der Gmundner Bahn über die Traunbrücke sind. Sowohl beim Land als auch in unserer Gemeinde sind dies Mehrheiten der Zustimmung nicht nur einfach, sondern zusätzlich auch noch mehr als qualifiziert (Zweidrittelmehrheit). Viele von uns werden wissen, welches gesetzliches Potential solche qualifizierende Mehrheiten in einer Demokratie grundsätzlich in sich bergen. Auch wenn man diese Mehrheiten nicht ausschöpfen will, zumindest eine Achtung soll man den Wählern und Mandataren entgegenbringen, welche diese Positionen vertreten. Diese Achtung von der deutlichen Mehrheiten in einer Demokratie vermisse ich bei dieser besagten Millionärin. Ich vermisse hier das Gefühl für Fairness und Augenmaß. Nicht mehr aber auch nicht weniger habe ich zuletzt geschrieben.

Im übrigen bin ich der Ansicht, dass die Schnittmenge unserer politischen Übereinstimmung – zumindest was Gmunden anbelangt – zumindest größer sein dürfte, als unsere Kontroversen in Sachen der fehlenden 450 Meter unserer künftigen Stadtbahn durch unserer Gmundner Innenstadt vermuten lassen. In einem dürften Sie und die Grünen in Gmunden sich auch einig sein: die doppelte Schienenführung durch die Gmundner Innenstadt ist ein Unsinn. Das war aber der politische Preis für die Zustimmung anderer Parteien für eine SRT. Die SRT sollte den Fluss des Autoverkehrs nicht behindern (?), sondern in diesem Fahrzeug-Fluss des motorisierten Verkehrs einfach „mitschwimmen“. Dumm und feige diese Argumentation, wie vieles in der Gmundner Politik.

2) Über Goiserer Wilderer und die Beltway Snipers
Natürlich handelten die alten Goiserer Wilderer gegen das Gesetz. Auf der einen Seite stand der Thronfolger, der jedes Jahr mit tausenden Rotwildabschüssen alleine im Salzkammergut sein Unwesen trieb und auf der anderen Seite der Wildschütz, der im Winter zu Hause hungrige Kinder hatte. Der eine schoss im Rahmen des Gesetzes, der andere riskierte sein Leben. Darum hätte ich es durchaus auch gerecht empfunden, wenn Jean Ziegler den Schweizer Nahrungsmittelkonzern unter den gegebenen Umständen anonym angegriffen hätte ohne dabei seine eigene Existenz zu gefährden.

Etwas anderes war dies bei den Beltway Snipern, sie töteten als Heckenschützen aus Lust, und weil sie krank waren. Daher haben Blogger/Poster die andere Bürger anonym aus dem Hinterhalt anonym in Blogs persönlich anflegeln zumindest eine ähnlich gelagerte Geisteshaltung. In welchem seelischen Dilemma müssen diese Leute stecken – ohne jede Not – so unheilvoll auch für sich selbst zu handeln.

3) Über gesinnungslose Gesellen
Michael Amon, ein von mir sehr geschätzter Schriftsteller, schreibt u. a. als kritischer Autor für die rechtskonservative PRESSE aber für auch für den linksliberalen STANDARD. Eng denkende Menschen könnten ihn als gesinnungslosen Gesellen sehen, der sich immer nach dem Wind dreht, wie es ihm gerade passt. Genau so wird es mit jenem Gmundner Bürger sein, der als linker, freiheitlich- und ökologisch denkender Mensch, politisch kurshaltend immer hart gegen den Wind fuhr, egal welche Farbe Italiens das Boot im Bedarfsfall gerade hatte.

LG Grüße
Karl Kammerhofer

PS.: Das Thema Stadtbahn, anonyme Heckenschützen und gesinnungslose Gesellen  habe ich im Gmundl abgeschlossen – egal ob Gmundl meine jetzige Erwiderung veröffentlicht oder nicht. Statt dessen lade ich Gmundl-Leserinnen und Gmundl-Leser ins Wiener Cafe oder zum Baumgartner auf meine Kosten zu einem Cafe  oder Achterl ein (wenn man mich googelt findet man Web-Adresse oder/und Telefonnummer). Besonders wäre ich gespannt zu erfahren, warum die Summe der Teile einer Investition weniger Kosten verursachen soll als gleich das Ganze. Vor allem wenn 20-30 Jahre später wahrscheinlich die fünffachen Kosten anfallen (vor allem wegen Wegfall der Landesförderung in voller Höhe).

Lieber Karl Kammerhofer!
Wie kommen Sie auf die Idee, wir würden Ihre Erwiderung nicht veröffentlichen? Wir sind doch hier nicht bei den OÖN-Salzkammergut! Wir halten – siehe oben – den Vorwurf, Sie seien ein prinzipienloser Wendehals nicht einfach nur für überzogen, sondern für völlig unberechtigt. Für total daneben. Sie sind einer derjenigen, die von der Politik nicht profitiert haben, sondern die es sich was kosten liessen, Politik zu machen (ich erinnere an Ihre wertvolle Umfrage in Gmunden, die Sie aus eigener Tasche bezahlt haben). Allerdings muss man das auch den Gegnern der Regio zugute halten: die haben einiges an eigenem Geld für ein alternatives Konzept investiert. Oder die Gegner des Asamer-Hotels. Hier überall haben Teile der Bürgerschaft eigenes Geld aufgebracht, um Widerstand gegen politische Beschlüsse zu organisieren.
Bruno Beinhart f. d. Team Gmundl


 ampelpaerchen


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