Der Alpendolm

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Heute:
Babsy Blitzschnell über den Alpendolm
und anderes Dolmhaftes

Liebe Leserleins!

Der Dolm, ein eigentlich respektables Tierchen aus dem Reich der Fische, wurde zum Synonym für geistig etwas eingeschränkte Normalbürgerleins. (Wie es dazu kam, konnte auch eine ausführliche Recherche nicht klären. Wir wissen nur, dass dieser Fisch einst ein beliebter und extrem häufiger Speisefisch war, ca. 15 cm gross, schlecht aussehend und total mit Gräten durchsetzt.) Wir wissen also nicht, ob wir manche Leute zurecht als Dolme bezeichnen, da nichts über den Intelligenzgrad dieser Spezies aufliegt.

Der Präsident des ÖSV, Schröcksnadel, hat wieder einmal gedolmt. Nachdem er schon Frau Fenninger wieder ins Joch des ÖSV gezwungen hat, erklärt er uns nun, dass es keine Gefährdung gibt, was die Schneelage und den Klimawandel betrifft. Weil nämlich die Winter eh so kalt seien, wie allerweil, nur die Sommer, die wären halt ein bisserl wärmer. Dumm nur, dass der Winter das irgendwie mitbekommt, das mit den warmen Sommern. Und dann fällt irgendwie kein Schnee. Kalt wirds auch nicht richtig. Seit Jahren sind die Skirennen vor Weihnachten durch Schneemangel beeinträchtigt. Zuletzt gut zu sehen in Gröden. Dünnes weisses Schneeband als Piste. Rundherum nix. Aber Herr Schröcksnadel will wohl dafür werben, dass weiterhin neue Skigebiete und Pisten erschlossen werden. Irre Preise (Tageskarten um 50 Eurönchen) gepaart mit Schneemangel – Österreichs Wintertourismus setzt offenbar auf den Schneemangel als neue Attraktion, weil selbst für geschmolzene Pisten brauchts vorher Schnee. Die heisse Luft vom Schröcksnadel wirds auch nicht bringen, gell.

Ein paar Dolme sprachen gestern Abend in den Medien von einem Sieg der spanischen Konservativen bei den Wahlen. Ehrlich: Sieger sehen anders aus. Mehr als ein Drittel der Stimmen verloren, absolute Mehrheit weg. Die Sozialdemokraten hat es auch erwischt. Bemerkenswert: in Spanien gab es nicht den gewohnten europaweiten Rechtsruck in Richtug sehr, sehr rechter Parteien. Wer dort wirklich rechts oder ein alter, unbelehrbarer Frankist ist, der wählt die Konservativen. Auch wenn die in einem Sumpf aus Korruption ertrinken. Die Sozialdemokraten haben das schlechteste Ergebnis seit dem Ende des Frankismus erreicht und sind ziemlich weg vom Fenster. Die neue, gemässigt linke Partei Podemos hat auf Anhieb über 20 % bekommen und ist die eigentliche Wahlsiegerin. Allerdings ist fast keine Mehrheitsbildung möglich, oder nur mit grossen Verrenkungen. Eine grosse Koalition wäre rechnerisch möglich, aber die will niemand. Alles deutet auf Neuwahlen hin. Ausser es gelingt ein Mitte-Links-Bündnis unter Einschluss einiger Abgeordneter von autonomistischen Parteien. Das Wahlergebnis war, wenn man eine Interpretation versucht, in einem weiteren EU-Land eine neuerliche Absage an die derzeitige EU-Politik.

Völlig von der Rolle die OÖN, diesmal die Zentral-Redaktion. Bringt aufgeblasen auf zwei Seiten einigermassen sinnfreie Stellungnahmen von Wirtschafts“bossen“, die viel jammern, aber sonst nur Phrasen abgesondert haben. Na, davon, also von den Phrasen, haben wir aber shcon jetzt mehr als genug lagernd. Mit Phrasen beschäftigen sich die Profi-Politiker bereits ausreichend. Ja, liebe Industrie-Chefs, da habt ihr Pech gehabt. Zuerst schwarz-blau erzwingen, und dann draufkommen, dass es das nicht bringt. Hätten wir gleich sagen können, gell, weil der Austausch von Ampelpärchen ist auch nicht so wirklich die grosse Lösung, wenn man mehr Arbeitsplätze braucht. In Wahrheit gehts eh um was anderes: den ÖVP-internen Machtkampf, wer nun wirklich das Sagen haben soll. Und offenbar ist die Pühringer-Nachfolge auch noch nicht so ganz bis auf Punkt und Beistrich ausgepackelt.

Aber wenn die Linzer Redaktion so brav in den ÖVP-Machtkampf interveniert (die Industrie-Bosse sollen ja für das eine oder andere Inserat gut sein), dann kann die Lokalredaktion des Salzkammerguts nicht zurückstehen. ÖVP-Propaganda muss sein. Da textet der unvergleichliche Mundl (nicht zu verwechseln mit Gmundl, auch wenn sich Ihre Babsy da wiederholt) einen erstklassigen ÖVP-Propaganda-Aufmacher: „Gmundens Finanzkraft ist ungebrochen“. Um dann mit dem höheren Budget Gmundens (45,7 Mille, 13.000 Einwohner) gegenüber dem von Ischl (37 Mille, 14.000 Einwohner) zu argumentieren. Ja, der Brandner-Mundl muss die Ära Köppl, die er brav schurnalistisch verschnarcht und belobhudelt hat, reinwaschen. Aber klar: Ischl hat einen roten BM, Gmunden einen schwarzen. Da muss man sich anstrengen, gell. Dass sich die Ischler, wohl weil rot dominiert, ihre Seilbahn selber zahlen, tut nichts zur Sache. Das schwarze Gmunden bekommt dafür jede Menge Geld für Unfug. Während das rote Ischl acht (!) Brücken selbst sanieren musste und noch weitere fünf darauf harren, wird im schwarzen Gmunden eine intakte Brücke vorzeitig um saumässig viel Geld neu gebaut, und das Land brennt es. Ein weiteres Fanal eines abstrusen Föderalismus. Aber Herr Mundl singt das Hohelied vom Gmundens ungebrochener Finanzkraft: auch wenn der Köppl vierzig Mille ergebnislos verjubelt hat, wurscht, Gmunden gehts gut. So der ÖVP-Postillion Brandner. Langsam wird es echt lächerlich. Merkt der Mann das nicht? Nee, liebe Leute, der merkt schon lang nichts mehr. Von heute auf morgen ist ja die erste Rauhnacht. Hat der Mundl gar keine Angst, dass die Gut-Percht ihn holt? Weil wer an die Segnungen der ÖVP-Politik glaubt, der glaubt auch an Perchten, gell!

In den jetzt ausgebrochen Rauhnächten begann einst, also als das Wetter laut Schröcksnadel eh genauso war wie heute, das Aperschnalzen, um den Schnee, den Winter und die bösen Geister zu vertreiben. Aber wer glaubt noch an böse Geister und den Winter? Und wer ist so verdolmt, jetzt über die Abfahrt vom Grünberg in Gmunden zu hatschen und die aperen Wiesen aper zu schnalzen?

Liebe Leute, das Weisseste an diesen Weihnachten wird der Zucker auf den Vanillekipferln sein, gell! Weiss übrigens schon wer: Mandel, Hasel- oder Walnuss?

Und machts das 24er-Kasterl nicht schon vor dem 24. auf, gell, das gehört sich nicht!
Geniesst die längste Nacht des Jahres, liebe Bürgerleins, weil im Dunkeln ist echt gut Munkeln, und das sollten wir nicht nur den Bösewichten überlassen, gell!

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


 

 

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