Scherzkipferln, die Zehnte

Heute:
Babsy Blitzschnells Scherzkipferlhöhepunkt
GK von Borgare über einen Zielkonflikt
GK von Karlheinz König über Humor und so

Liebe Leserleins!

Wir alle nähern uns, ob wir wollen oder nicht, heute dem Faschingshöhepunkt, der meist ein Tiefpunkt ist. Ihre Babsy ist ja nicht wirklich traurig. Denn das bedeutet auch das Ende des Brachialhumors, der sich in Umzügen und Sitzungen alljährlich und unvermeidlich seine Bahn bricht.

Also kommen wir zu den letzten Scherzkipferln der Saison. Da wäre etwa der Herr Haimbuchner, der was eine echte Haimsuchung ist für jeden intelligenten Menschen. Nein, Ihre Babsy übertreibt nicht. Die sonntägliche Diskussionssendung „Im Zentrum“ hat es bewiesen. Auf die mehrmals vorgetragene Frage, wie er, Haimbuchner, sich das vorstelle, dass ein Asylansucher vo 340 Euronen im Monat leben sollte, schwieg er beharrlich. Auch die Frage einer alleinerziehenden Mutter mit drei Kindern, wie viele Tage er, der Gutverdiener mit Schofför, Dienstwagen und Sekretariat, denn von 840,– Euro Mindestsicherung leben könne, blieb er schweigsam. Dafür labberte er etwas von Gerechtigkeit. Von wegen. Da weiss man jetzt, was geschieht, wenn die angeblich soziale Haimatpartei ans Ruder kommen sollte. Wer sie wählt, wird über den Löffel balbiert. Das „soziale“ sollte die FP endlich streichen. Das einzige Glück vom Haimbuchner war, dass der neben ihm sitzende McDonald von der ÖVP ein noch grösseres Sozial-Scherzkipferl ist. Selten einen solchen … (aus presserrechtlichen Gründen gepunktet) gesehen.

Es gibt Leute, denen wünscht man für fünf Jahre die Mindestsicherung an den Hals. Der Herr McDonald ist so ein Fall. Der geht nicht einmal als schlechter Faschingsscherz durch. Man weiss jetzt also, was von blau-schwarz zu erwarten ist: die Beseitigung des Sozialstaates. Wann schnallen die FP-Wählerleins eigentlich, dass sie es sind, die am meisten von diesem Sozialstaat abhängen, den sie mit der Wahl der FP beseitigen helfen? Wobei Ihre Babsy ja die Hoffnung nicht aufgibt, dass aus der FP eines Tages doch noch eine Partei wird, die man guten Gewissens wählen kann. Aber dann ist es halt nicht mehr die FP, gell!

Ungefähr zwanzig Scherzkipferln trafen in Enns aufeinander, und zwar recht handgreiflich. Eine tolle Schlägerei, ein Verletzter. Als die Polizei eintraf, waren die Tradidtionsraufer bereits verschwunden. Oberösterreichische Traditionspflege, gell, wer regt sich da auf?
Die Linzer traten dann den Beweis an, dass es noch traditioneller geht. Sechzig Amateurringer und -boxer, achtzehn Funkstreifen und fünf Verletzte. Da kommt echt Freude auf bei den Traditionsbewahrern. Worüber jetzt noch gerätselt wird: wie wird die FPÖ diese liebenswerte Tradition der OÖ-Wirtshausschlägerei in die Diskussion um den Werteunterricht für Asylanten einbringen? Denn eines ist klar: ein Ausländer, der keine ordentliche, ortsübliche Schlägerei anzetteln und durchkämpfen kann, hat sich die OÖ-Staatsbürgerschaft wahrlich nicht verdient. Ihre Babsy könnte sich auch eine tolle praktische Prüfung vorstellen: achtzig bsoffene Flüchtlinge zerlegen ein Kirtags-Festzelt. Dann kann man sie echt nur noch an der Hautfarbe von den Eingeborenen unterscheiden. Und für die Musliminnen gilt die Parole: Goldhaube statt Kopftuch. Leute, es kommen herrliche Zeiten!

Das grösste Scherzkipferl dieses Faschings, zumindest was die Ausdehnung betrifft, ist aber eine galaktische Gaswolke namens „Smith-Cloud“. Die rast mit einer Million Kilometer pro Stunde auf unsere Milchstrasse zu. Das Arge dabei wurde jetzt erst mitten im Fasching entdeckt: dieses Wolkerl (11.000 Lichtjahre lang, 2.300 Lichtjahre breit) wurde einst in grauer Vorzeit aus unserer Galaxie verstossen wie ein abgeschobener Flüchtling. Jetzt kehrt sie zurück zu uns und wird schon in rund 30 Millionen Jahren wieder in unsere Galaxie eintreten – mit Bombenkaracho! Dabei werden vermutlich zwei Millionen neuer Sonnen entstehen. Ist das nicht echt gemein? Zuerst abgeschoben werden, und jetzt erst recht wieder zu uns zurück kehren! Wen das fatal an die wahrscheinlichen Folgen der momentaten europäischen Flüchtlingspolitik erinnert, die/der liegt nicht ganz falsch. Denn auch bei uns werden die Schüblinge (auch ein nettes Bürokratenwort) wie beim Jo-Jo zurück geschleudert werden. Nur wird die Rückkehr nicht erst in 30 Millionen Jahren erfolgen.

Wir haben es bei diesem Wölkchen mit einem wahrhaft universellen Scherzkipferl zu tun. Wie auf der kleinen Erde so auch im grossen Universum: keiner will die abzuschiebenden Flüchtlinge haben. Vielleicht sollten unsere Politiker öfter mal sorgenvoll durch ein Teleskop hinaus ins dunkle und endlose All blicken. Vielleicht würde ihnen dann manches dämmern. Etwa dass ein Wettlauf um die grauslichsten und inhumansten Ideen zur Flüchtlingsfrage keine Lösung der Probleme bringt, sondern nur die FP immer stärker macht. Menschenverachtendes Scherzkipferln will auch gelernt sein. Und die FP hat darin seit Jahrzehnten grosse Übung, während SP und VP immer nur hinten nach hoppeln, anstatt eine gute und verständliche Politik zu entwickeln, die Probleme löst und Vertrauen schafft. Aber dann wären sie halt nicht mehr die SP und die VP, gell!

Liebe Leute, jetzt heisst es, die letzten Reserven zu mobilisieren, um die letzten Stunden des diesjährigen Faschings zu überstehen. Dann muss frau nur noch ohne grössere Schäden über Aschermittwoch mitsamt Heringsschmäusen kommen. So abgehärtet mögen wir alle dann auch den Alltag des Ganzjahresfaschings ohne Spätfolgen überstehen. Sicher ist nur eines: auch wenn die Narren die Macht wieder abgeben, die Scherzkipferln bleiben uns erhalten. Was eine gefährliche Drohung ist, gell!

Wie sagt man doch in Eberschwang: Hutzi-Hutzi!

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


Zielkonflikt

Gastkommentar von Borgare

Der Planungsstadtrat von Gmunden begibt sich, wahrscheinlich nicht einmal sehenden Auges, in einen ordentlichen Zielkonflikt. Für die absolute Verhinderung des Schildbürgerstreiches ” Regiotram ” demokratisch gewählt worden zu sein, um dann ganz artig bei einer Planung mitzumachen, die mehr oder weniger mit dem verpönten Projekt in Verbindung steht, kann man sich selbst sicherlich schönreden. Wenn man das Schönreden nicht besonders beherrscht, redet man sich vielleicht sogar ein, dass man bei der Baustellenplanung eh nicht dabei ist, oder noch besser, dass man irgend etwas verhindern kann, was die politische Mehrheit wirklich will.
Vielleicht noch etwas. Eine politische Partei kann eine sachbezogene Parteilinie unter Druck vorgesetzter Instanzen ändern (Stadt FPÖ). Eine Bürgerinitiative darf das, ohne viele Wähler schwer zu enttäuschen, sicherlich nicht.
Eine BI soll, und dies gilt meiner Meinung nach ganz besonders für den Vorsitzenden, ihre Ziele mit allem Nachdruck verfolgen bis sie erfolgreich ist (GMUNDNER ZUKUNFT UND UNTERSTÜTZER) oder sonst ihren Zweck erfüllt hat.
Bitte kein „wer ist stärker, I oder I”, sonst geht’s in Gmunden bei Projekten weiter wie bisher, nur netter.


und dann gibt es noch die anderen …

Gastkommentar von Karlheinz König

während unsere politelite (irgendjemand muss den job machen, willigkeit und soziales umfeld gehen vor eignung) sich leichter hand und frohem herzens vor allem dem wegschieben von verantwortung und den folgen ihres tuns oder lassens widmet, sind andere sich der tatsache bewusst, dass humor ernsthaft betrieben werden muss. das bedeutet auch, sich mit etwas ernsthaft und schweisstreibend zu beschäftigen und äussert sich grade im fasching dann etwa so: man erinnert sich deutscher tugenden und tüchtigkeiten und baue auf einem im ländlichen raum leicht beschaffbaren untersatz ein ambitioniertes modell von U-96 (“das boot”) und platziere einen aus dem mistkübel der fpö geklauten reim darauf. und weils so schön ist, muss man es auch allen zeigen (wobei der kaleu des romans alles andere als ein fanatischer, überzeugter nazi war und so der vergleich recht unpassend gerät. aber differenziertes denken ist ohnehin nur optional, weil offenbar schon normales denken es ist.).

aber nicht nur in der medizinischen versorgung klaffen zwischen den extremen welten, nein, auch die tim-taylors unter den freizeithumoristen sind eine zweiklassengesellschaft. zwar verzichten diese hier auf die schützenswerte kultur deutschen reimes, stattdessen aber zeigen sie sich im nachbau von opa adolfs tiger I ebenso talentiert, wie im nacheifern seines weltbildes.

kinder und narren, so sagt man, sprächen die wahrheit. das ist falsch. zumindest die narren sprechen nur aus, was ihrer beschränkten sichtweise gemäss ihre wahrheit darstellt. allerdings stimmt der grundgedanke: an dem ausgesprochenen erkennt man, womit man es zu tun hat.
den aufschrei übrigens, liefe ein als russischer partisan verkleideter narr mit einer plastik-panzerfaust hinter der panzeratrappe her, könnte man mit grosser wahrscheinlichkeit bis stalingrad hören.
wie sagte jake blues so passend? ich könnte fortwährend kotzen!


 

Kölner Karneval stoppt "Charlie-Hebdo-Wagen".


 

 

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