Die Stunde der Obskuranten

Heute:
Babsy Blitzschnell und das Obskure
GK von Innenstadt-Sternenhaufen: Todesbahnhof
GK von Bahnschaffner: Regio-Scherze

Liebe Leserleins!

Die Sache mit dem neuen Bahnhof Gmunden und dem Bahnsteig zeigt einmal mehr: Schilda lebt. Hier in Gmunden gibt Schilda prächtige und leider nachhaltige Lebenszeichen. Wir haben es unseren Leserleins überlassen, zu diesem Thema die ersten Kommentare zu schreiben. Wir wollten nicht schon wieder die Nicht-Edelfedern der lokalen Presse durch den Kakao ziehen. Wobei wir hier einen Unfair-Traded Kakao miesester Güte verwenden würden, gell, weil der wäre den journalistischen Künsten der OÖN-Rostfedern adäquat.

Die Berichterstattung der OÖN und ihrer (Blo)edelfeder war wie immer umwerfend komisch und obskur. Da wird zuerst objektive Berichterstattung in sachlichem Ton vorgetäuscht, doch dann kommts dick: „In sozialen Netzwerken wird mit der dort üblichen Schrillheit bereits vor ‚ersten Toten‘ (Facebook) gewarnt.“ Manchmal wäre es vielleicht günstig für die Überlebenschancen der Bevölkerung, wenn sich auch die Lokal-OÖN einer gewissen „Schrillheit“ verpflichtet fühlen würde, gell. Und dann gleich die gar nicht unterschwellige Relativierung der Kritik: „Im direkten Gespräch geben sich die Kritiker gemäßigter.“

Liebe Leute, vor einem anfahrenden Zug ist nix mit „gemässigter“. Da besteht Lebensgefahr. Da stellt sich etwa die Frage, ob der Lokführer es überhaupt sieht, wenn Leute ganz knapp vor der Lok das Geleis queren. Immerin gibt es im Gmundner „vollautomatischen“ Bahnhof keine persönliche Fahrdienstleitung mehr. Es ist auch den Lokführern gegenüber unverantwortlich, sie in solche Situationen zu jagen. Hätte man in einem ordentlichen Artikel erwähnen können, anstatt die Probleme lässig klein zu reden.
Sagen wir so: die Berichterstattung der OÖN ist nicht „gemässigt“, sondern leider wie so oft einfach nur „mässig“.

Kennen Sie, liebe Leserleins, den?
Das Flugzeug hebt ab. Es meldet sich der Kapitän: „Sie befinden sich in einem vollautomatischen Flugzeug ohne Flugpersonal aber mit einem künstlichen Kapitän an Bord. Alles wird vom Computer gesteuert, es gibt keine menschlichen Fehler mehr. Sie können also völlig unbesorgt sein … völlig unbesorgt sein … völlig unbesorgt sein … “

Ja, die Stunde der Obskuranten ist angebrochen. So sind derzeit die Meinungsbefrager wieder gross unterwegs. Was von ihren Verlautbarungen zu halten ist, ist recht zweifelhaft.
Nehmen wir die britischen Umfragen zum Brexit. Da wurde vor den Verhandlungen mit Cameron hinaus posaunt, die EU-Gegner (=Austrittsbefürworter) lägen klar mit 15 Prozentpunkten Vorsprung in Führung. Wollte man damit die Regierungshäuptlinge von Rest-Europa schockieren und unter Druck setzen? Schon am Tag nach den Verhandlungen wurde der staunenden Öffentlichkeit verkündet, nun lägen die EU-Befürworter (=Austrittsgegner) mit 15 Prozentpunkten Vorsprung vorn. Oh, wankelhaftes Volk? Oder wankelhafte Meinungsbefrager, die ein eigenes, politisches Süppchen im Sinne ihrer Auftraggeber kochen?

Auch bei den Umfragen zur HBP-Wahl gibt es obskurste Meinungsumfragen. Zuletzt wurde zu einem Zeitpunkt, da es nicht einmal noch Wahlwerbung gab, verkündet, dass Van der Bellen mit 27 % vorne liege, dahinter Griess mit 19, gefolgt von Hofer mit 18, Hundstorfer mit 17 und Khol mit 13 Prozenterln. In Wahrheit sieht es etwas anders aus, wenn man die Prozente entsprechend der Schwankungsbreite ausweist. Das sieht dann so aus:
Van der Bellen: 22 – 32 %
Griess:                14 – 24 %
Hofer:                 13 – 23 %
Hundstorfer:     12 – 22 %
Khol:                     8 – 18 %

Mit Ausnahme von VdB kann jedes Kandidätchen vor dem anderen zu liegen kommen. Und bei VdB stellt sich wie bei allen Grün-Umfragesiegen die ernsthafte Frage: Wie sollen die grünen Umfragekaiser dieses Ergebnis bloss einfahren? Oder wirds ein Einfahrer? Meinungsumfragen sind eine moderne Form des Horoskops. Insbesondere dann, wenn wie im Fall der HBP-Wahl fast 40 % der Wählerleins noch reichlich ratlos sind (und es vielleicht auch bleiben werden).

In der ZiB2 vom Dienstag hat der neue Verteidigungsminister ein gut gehütetes Geheimnis der Regierung ausgeplaudert. Fasten seat belts and listen!
Also, abrakadabra, die 80 Asylanträge pro Tag gelten nicht für ganz Österreich, sondern nur für den Grenzübergang Spielfeld. Das wurde von Minister Doskozil (ja, liebe Leute, den Namen müsst Ihr jetzt neu lernen, aber es schadet ja nicht, eine zweite Fremdsprache zu können, gell! Integriert Euch, Mitbürger!) auf zweimaliges Nachfragen von Moderator Wolf bestätigt. Und dann erklärte der Minister mit einem seinen Mund sanft umspielenden Lächeln, es könne natürlich sein, dass auch 200 oder 300 Asylanträge pro Tag in Österreich gestellt würden, denn die Leute kämen ja von allen Seiten: grüne Grenze, andere Übergänge, Rückschickungen aus Deutschland.

Und wie obskur ist das denn: eine von Österreich (wenn Mikl-Leitner und Kurz denn wirklich für Österreich stehen sollten, was wir bezweifeln) organisierte „Balkankonferenz“ zu Flüchtlingsfragen ohne Griechenland ein zu laden! Gehts noch? Was treiben diese beiden ziemlich flachwurzelnden Politiker da eigentlich? Wir sagen es Ihnen, liebe Leserleins: seit einigen Wochen haben Mikl-Leitner und Kurz (und die ÖVP?) einen neuen Aussenfeind, den sie mittels nationalistischer Hetze verteufeln: Griechenland. Das Schüren nationalistischer Emotionen gegen ein EU-Land – das ist das Einzige, was die angebliche Europa-Partei ÖVP im politischen Repertoire hat (neben dauernd neuen Vorschlägen zum sozialen Kahlschlag). Die beiden sollten sich schämen. Was sie da treiben ist infam und führt Europa zu genau jenen Zuständen, die dann zu den Katastrofen des zwanzigsten Jahrhunderts geführt haben: kleinkarierter Nationalismus, aggressiver Chauvinismus und Hetze gegen Aussenfeinde. Was ist ungustiöser als Teile der FPÖ? Angebliche christliche Politiker beim jämmerlichen Versuch, der FP Stimmen abzujagen.

Also, was wir immer sagen: in Sachen Flüchtlingsfragen darf man der Regierung kein Wort mehr glauben. Da wird getäuscht und getarnt, was das Zeug hält. Man verabreicht Beruhigungspillen, schert nach rechts aus (ohne die FP überholen zu können) und hofft, dass es eine europäische Lösung gibt, bevor die Tranquilizer nicht mehr wirken. So erhöht man das Vertrauen der Öffentlichkeit ungemein und bekämpft nachhaltig den Sumpf, aus dem derzeit der Pöbel lüstern und mordlustig hervor kriecht (man denke an die Beifallskundgebungen vor einem brennenden Flüchtlingsheim in Deutschland). Das ist nicht mehr nur obskur, das ist gemeingefährlich, was die Regierung uns hier als dilettantisches Laienspiel zur Aufführung bringt. Am Applaus darf gespart werden! Da capo-Rufe verbieten sich, die Regierung wird auch ohne solche zu entnervenden Wiederholungen ansetzen.

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl

Weil wir so bescheiden sind, jubeln wir diesmal nur leise. Wir haben eine neue, runde Zahl erreicht. Am Dienstag, zirka am frühen Nachmittag, hatten wir das 400.000ste Besucherlein auf diesem Blog. Weil wir so bescheiden sind, haben wir nicht den Champagner knallen lassen, sondern ein schlichtes Obi-Gespritzt gesüffelt. Natürlich aus Bio-Apfelsaft von glücklichen Apfelbäumen. Nein, wir werden nicht übermütig werden. Aber mit dieser Zahl sind wir mit Sicherheit der erfolgreichste regionale Blog der sich der regionalen Demokratie und ihrer Lobpreisung verschrieben hat. Wahrscheinlich sind wir überhaupt der erfolgreichste Regionalblog. Das verdanken wir natürlich unseren vielen Leserleins, die treu bei uns mitlesen. Unseren vielen Kommentatoren, die treu bei uns kommentieren. Vielen kleinen Helferleins im Hintergrund. Und dem einen oder anderen Mentor, der einen oder anderen Mentorin, die uns mit Rat und oft auch Tat beistehen.

Dieser Blog beweist: es gibt intelligentes Leben in Gmunden!

Glauben Sie mir, liebe Leserleins, Ihre Babsy ist ein etwas glücklicherer Mensch, seit sie im Team Gmundl für Sie alle arbeiten darf! Die Anfeindungen aus manchen Kreisen, mit denen wir konfrontiert sind, sind für uns Lob und Ermunterung. Olè!


Schildbürgers Todesbahnhof

Gastkommentar von Die Innenstadt – Ein Sternenhaufen

Die genialvertrottelte Lösung, Fahrgäste auf Tuchfühlung mit abfahrbereiten Zugsgarnituren direkt über die Gleise zum Ausgang des in den lokalen und regionalen ÖVP & SPÖ Hofberichterstattungsmedien als Meilenstein bejubelten Gmundner Neubahnhofes zu leiten, hat auch bei der Verfasserin dieser Zeilen mehr als ein Mal deftiges Unbehagen ausgelöst.

Ist zwar nicht uninteressant, mal aus kürzester Distanz so einen reschen Lokpiloten sich anzusehen, jedoch die Tatsache, dass Frau sowie auch Kinderchens die da einen Meter von der Lok-Spitze entfernt die Gleise betreten und einfach sehr genau schauen müssen wo sie hintreten um nicht nieder zufallen, überwiegt einfach den Reiz des freundlich lächenden Lokführers.

Wie laienhaft deppert muss eine Planung angegangen worden sein, damit in Gmunden so ein Schildbürgerstreich erster Klasse bei einem Neubauprojekt herauskommt?
Es ist nur eine Frage der Zeit, bis wann es dort zu einem Unfall kommen wird.
“Sanieren” lässt sich dieser fahrlässige Schwachsinn auf Grund der gegebenen Umstände dort ohnehin sicher nicht!

Dem steuerzahlenden Bürger schwant – nein kein Gmundner Bussi – sondern beim Gedanken an die von SPÖ, ÖVP, Grünen und letztlich auch FPÖ gemeinsam politisch zu verantwortenden REGIONALZUG QUER DURCH GMUNDEN – samt der läppischen 90, 100 oder 120 Millionen Euro, die das Ganze über die Jahre kosten wird – ja, dem steuerzahlenden Bürger schwant Grausiges.

Wenn schon bei einem ‚Bahnhofsprojekt Gmunden‘ solche Schnitzer passieren, was wird denn da auf uns zukommen beim gerade mal hochgefahrenen, stadtzerstörenden Monsterprojekt ZUG DURCH GMUNDEN? Was kommt denn da auf die Stadt- & Landeskassen an planerischem Unheil und Dilettantismus zu, der dann – nachdem gebaut – um teures Geld saniert werden muss?

Die B.I.G. kann einem wirklich leid tun.
Ist sie doch nach schweren Fehlern vor der Wahl (keinen eigenen Bürgermeisterkandidaten aufzustellen, keine professionelle Kampagne umgesetzt zu haben aus Angst vor den ÖVP-Granden und vor den steuergeldlukrierenden Zugs-Neumännern in Gmunden) jetzt in einer echten Zwickmühle mitsamt festzementiertem Erklärungsnotstand.

Jaja – die Krapfens dieser Stadt haben ihr politisches Handwerk schon ganz gut gelernt.
Der B.I.G. den Baustadtrat umzuhängen, war genial.
Die Verfasserin dieses Kommentares hätte es nicht anders gemacht.

Die B.I.G. hat ja völlig zu Recht gegen den ZUG protestiert, mitsamt seiner ungeheuerlichen, Steuergeld in noch nie da gewesenem Ausmaß verschwendenden und politisch abgepackelten Freunderlwirtschaft im Vorfeld der Auftragsvergaben an Stern & Hafferl. Jetzt jedoch muss lustigerweise genau diese Gruppierung der staunenden Bevölkerung mühsam irgendwie erklären, dass – obwohl es noch offene Gerichtsverfahren gibt – am ZUG in der Innenstadt frischfröhlich und unter dem Motto: ”Scheiß di nix – dann fehlt dir nix” ja doch bereits gebaut wird.
Zu beneiden ist die B.I.G. nicht.
Denn so sie wird spätestens bei der nächsten Wahl zerbröseln.
Denn in der Wählerwahrnehmung ist das, was da jetzt an bemühter Schadensbegrenzung passiert, ein politisch-strategischer Supergau.
Keine noch so engagierte und im Recht seiende Bürgerinitiative wird durch ein ihr Kernwahlthema konterkarierendes Verhalten wieder wählbar sein.
Das ist sehr schade – aber realpolitisches Faktum.

Die Hoffnung bleibt, dass die leeren Züge nach Fertigstellung dieses Irrwitzprojektes ein ewiges Mahnmal sein werden: allen ÖVP -, SPÖ. GRÜNEN- und BLAU-Wählern und auch jenen, die leider nur halbmutig und halbherzig vor der Wahl dagegen aufgetreten sind.

Den strammen Entholzers, den taffen Pühringers, den konsequentverschwenderischen Köppls und all den anderen mut- & visionslosen politischen Faschingskrapfen Gmundens und im Landtag OÖ kann das ohnehin völlig wurscht sein.
Die werden trotz eines ZUG-ZIG-MILLIONEN-GRABES, das sie wider besseren Wissen dem Steuerzahler aufgezwungen haben, dann schon ihre satten (weit über der ASVG-Obergrenze liegenden) Pensionen genießen.

Der einzige Ort in Gmunden, wo über Jahrzehnte der Geldbeutel klingeln wird, ist die Firmenzentrale der Sternenzugbetreiber.
Die Geschäfte der Innenstadtkaufleute werden es mit Sicherheit nicht sein.

Aber die ZUG-Neumannschaften können ja dann ein paar Netsch von ihren Steuergeld-Zugmillionen, die sie OHNE BETRIEBSWIRTSCHAFTLICHES RISIKO einstreifen und auf Jahrzehnte fix vertraglich garantiert und abgesichert einsacken werden, bei den diversen Modeboutiquen in Gmunden ausgeben.
Es sei den Kaufleuten Gmundens als kleine Schadenswiedergutmachung gewunschen, dass ein paar Almosen-Sternentaler (soferne es noch überhaupt in ein paar Jahren Geschäfte geben wird) ausgegeben werden.
Haben sie sich doch allesamt vor der Wahl vor diesem steuergelddgenerierenden, stadtzerstörenden Firmenclan die Hosen voll gemacht und sich nicht getraut, auch nur ein wenig Zivilcourage gegen den ZUG auf zu bringen.
Schämt Euch.

In Wahrheit hatten die Parteien und die Zugbetreiberfirma leichtes Spiel.
So wie jetzt mit der B.I.G., die einem wirklich leid tun kann….
Gmundens BürgerInnen, welche die ÖVP trotz ihrer desaströsen Konkurspolitik der letzten Jahrzehnte neuerlich mit absoluter Macht ausgestattet haben, können es einem sicher nicht! Leid tun nämlich …


Regioscherze

Gastkommentar von Schaffner der Bahn

Danke für den Brief von Herrn Moser!
Wie Ihnen zumute ist, kann natürlich nachvollzogen werden.
Jeder Punkt in Ihrem Brief entspricht natürlich der Richtigkeit.

Zur Benützung der Straßenbahn scherzte einer im Weinhaus in dieser Angelegenheit. Er meinte, der Herr Professor wird die Schüler anweisen Straßenbahnfahren zu lernen. Da soll es dann Straßenbáhnmitfahrkurse geben, um das Ganze zu lernen und zu üben bis es in Fleisch und Blut übergeht.
Nur das Blöde bei diesem Scherz ist, dass die Schüler ja auch nichts zahlen müssen.
Stellt sich die Frage: wer wird das bezahlen???????
Viele Grüsse vom Schaffner


 

 

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