Schummelzone

Heute:
Babsy Blitzschnell  und Bruno Beinhart
über die Schummelzone

Offener Brief der BIG an BM Krapf u. a.
EK von Au Hirsch: Hurra!
GK von Der kleine Heinzi über Drogenpolitiker

Liebe Leserleins!

Unser Beitrag über eine Diplomarbeit rund um die Gmundner Hotel-Suche hat mächtig eingeschlagen, liebe Leute! Jetzt fragen sich hier in Gmunden fast alle: Steckt da jemand mit Interessen dahinter oder nicht? Auch wir fragen uns das und wissen keine Antwort. Aber das Gmundner Hotel-Wirrwarr bleibt ein Thema, versprochen!

Jetzt aber einmal zu einer positiven Nachricht.
Wie regelmässige Leserleins dieses Blogs wissen, stehen wir dem Wirken von Gmundens BM Krapf mit einer gewissen Skepsis gegenüber. Es ist also nicht die hierort übliche Liebdienerei, wenn wir ihm in Sachen Flüchtlingsunterbringung Respekt zollen. Jetzt wird ja die Marienbrücke für cirka 50 Flüchtlinge, darunter ganze Familien, zur Unterkunft. Organisiert von der Volkshilfe, die auch ihre regionale Verwaltung hier ansiedeln will. Was BM Krapf in der Sache sagt, ist grundvernünftig und jenseits der üblichen Polarisierung zwischen dem naiven „Alle her“ und dem grauslichen „Alle raus“. Er spricht von einem „humanitären Beitrag“, den man „gerne leiste“, aber weist gleichzeitig darauf hin, dass auch die Asylwerber „durch Integrationswillen und einen konfliktfreien Umgang die Solidarität der Gmundner Bevölkerung stärken“ müssen. Eine Haltung, die vorbildlich ist, und die wir uns österreichweit wünschen würden. Anstatt des dummen Hickhacks mancher Politiker (leider fast aller Parteien!), das nur neue Feindbilder schafft.

Zurück zum weniger Positiven. Wir haben diese Woche nicht nur die Frage der Einstellung von Bus-Linien wieder ins öffentliche Bewusstsein gebracht (siehe auch den diesbezüglichen offenen Brief der BIG weiter unten), sondern mit unserer Fotoschau zu Begegnungszonen unseren Finger in eine weitere Schwindel-Wunde des Regioprojekts gelegt. Dass wir damit die Kreise der Regio-Fanatiker stören und ihrer morgigen Volksverdummungsaktion mit sachlichen Informationen ein zivilgesellschaftliches Gegengewicht bieten, ist unser erklärtes Ziel. Wir werden auch in Zukunft unbotmässige Infos geben und versuchen, all das, was von den Regio-Fanatikern kühn behauptet wird, durch Fakten zu widerlegen, und diese Fakten einer grösseren Öffentlichkeit zur Kenntnis zu bringen.

Was nun die angebliche Begegnungszone in Gmunden betrifft, hat schon die gestrige Bildergalerie eindrucksvoll gezeigt, was von diser Zone zu halten ist: Nichts! Es ist eine Schummelzone. Wir wollen uns aber nicht nur auf die Macht der Bilder verlassen, wir bringen heute vielmehr Infos darüber, was das Wesen einer Begegnungszone ist. Denn da muss auch dem blindesten Regio-Fan klar werden, dass in Gmunden keine Begegnungszone entstehen wird, sondern eine Schummelzone.

Denn was ist eine Begegnungszone (BZ) eigentlich ihrem Wesen nach?
Eine BZ soll einerseits die Verkehrssicherheit erhöhen, andererseits den Aufenthalt im Bereich der BZ attraktivieren. Sie ist vor allem gedacht für öffentliche Plätze und Strassen mit hohem Aufkommen an Fussgeher- und Fahrradverkehr, und soll diese beiden gegenüber anderen Fortbewegungsarten bevorzugen. Es handelt sich aber um keinen verkehrsberuhigten Bereich, wie er in Wohnvierteln zur Anwendung kommt. Denn bei letzterem geht es nur darum, den Lärm und die Durchfahrtsgeschwindigkeit durch Wohngebiete zu verringern (etwa in Form der 30km/h-Bereiche, Wohnstrasse etc.). So ist eine BZ unter anderem durch folgende Merkmale charakterisiert:

  • Eine Begegnungszone umfasst Straßen in Wohn- oder Geschäftsbereichen, auf denen Fussgänger und Benutzer von fahrzeugähnlichen Geräten (z. B. Rollstühle) die ganze Verkehrsflächen benützen dürfen. Sie sind gegenüber  Fahrzeuglenkern (auch gegenüber Fahrradfahrern) vortrittsberechtigt, dürfen jedoch die Fahrzeuge nicht unnötig behindern.
  • Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 20 km/h.
  • Das Parken ist nur an durch Markierungen gekennzeichneten Stellen erlaubt.
  • Durch Tore, torähnliche Vorrichtungen oder dem äquivalente Massnahmen ist der Übergang in die Begegnungszone zu verdeutlichen.
  • In der Begegnungszone wird konsequent auf die Anlage von Fussgängerübergängen verzichtet, was eine enorme Verlangsamung des Verkehrsstroms erfordert.
  • Systematische flankierende Massnahmen zur Verkehrsberuhigung (Einschränkung des Durchzugsverkehrs, möglichst wenige Parkmöglichkeiten, Führung des öffentlichen Verkehrs auf eigenen Fahrtrassen oder auf durch Bodenmarkierungen optisch abgetrennten Bereichen).

Wer diese Kriterien genau studiert, wird sofort feststellen, dass zwischen Graben und Traunbrücke schlichtweg die Voraussetzungen fehlen, um eine funktionierende BZ einzurichten.
Das Vortrittsrecht von Fussgängern ist gegenüber einem Zug wie der Regio in der Praxis nicht realisierbar und würde dem Triebwagenführer der Bahn ein unzumutbares Berufsrisiko aufhalsen. Dazu kommt in der angeblichen BZ in Gmunden, dass Regio, Autos, Busse und LKWs sich in ein und demselben Fahrbereich bewegen müssen. Fussgänger hätten praktisch keine Chance, diese Flächen gefahr- und risikolos zu benutzen, auch wenn eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 20 km/h gilt.
Angesichts der Verkehrsströme durch Gmunden, müssten Fussgänger durch Blechschlangen, gestaute LKWs und im Stau steckende Regio-Züge tanzen, wenn sie die BZ ernsthaft nutzen wollten. Eher unliebsame Begegnungen sind vorprogrammiert.
Um jene Verkehrsfläche gefahrlos queren zu können, die von den Fahrzeugen benutzt wird, müssen in Wahrheit Fussgänger-Übergänge geschaffen werden. Solche Fussgänger-Übergänge widersprechen aber der Grundidee einer BZ. Eine freie Begehung der BZ ist in der Praxis in Gmunden nicht möglich (ausser für potenzielle Selbstmörder).

Praktisch bedeutet das: die Gehsteige werden zwar beseitigt, bleiben aber faktisch bestehen, allerdings statt als erhöhter Gehweg mit Gehsteigkante und Rinnsal als optisch markierter Gehweg, den man de facto nicht verlassen bzw. nur an gekennzeichneten und geregelten Übergängen zwecks Querung der Fahrflächen verlassen kann. Das Gegenteil einer Begegnungszone!
Der Unterschied zu jetzt ist fast null – es fehlt nur die bauliche Ausgestaltung des Gehsteiges, dafür kommt auf der „Fahrbahn“ (die Teil der BZ sein sollte) noch ein für Fussgänger höchst gefährliches Verkehrsmittel hinzu: der elendslange, dutzende Tonnen schwere Regio-Zug, der sich die Fläche mit Autos, Bussen und LKWs teilen muss. An eine gefahrlose Betretung dieser „Begegnungszone“ ist nicht zu denken.

Was man uns als BZ vorgaukelt, ist in Wahrheit die alte Verkehrs“hölle“ Theater- bzw. Kammerhofgasse, verringert um baulich ausgeformte Gehsteige, aber zusätzlich mit einem Zugsmonstrum belastet. (Anmerkung: Dass in der Kammerhofgasse ohnehin keine BZ möglich ist, wurde bereits von den Landesbehörden schriftlich festgestellt, da in diesem Bereich eine Absicherung mit Ketten vorgeschrieben sein wird, um die Fussgänger daran zu hindern, im völlig unübersichtlichen Kammerhofgassen-Bereich in die Regio zu stolpern.)

Liebe Leserleins, wir bekommen nichts weniger als eine Schummelzone. Man verspricht uns eine angebliche BZ, damit wir depperten Bürgerleins nicht gegen das Zugsmonster in der Innenstadt aufmucken und glauben, man würde uns hier ein tolles, neues und die Lebensqualität hebendes Verkehrskonzept hinstellen. Keine Rede davon, liebe Leute! Man will uns mit dem Kapperl fangen.

Die einzige, sinnvolle Lösung, wenn man wirklich eine „Flaniermeile“ vom Graben bis zur Traunbrücke schaffen will, ist eine Fussgängerzone mitsamt Sperre der Durchfahrt durch die Innenstadt. Praktisch hiesse das: die jetzige Umfahrungslösung während des Umbaus müsste zur Dauerlösung werden. Gegen eine FuZo sprechen zwei Überlegungen:

  • die Frequenz in der Gmundner Innenstadt ist – übers Jahr gerechnet – für eine solche Fussgängerzone viel zu niedrig, um das dauerhafte Überleben der Geschäfte zu gewährleisten. Auch die Regio ändert daran nichts (noch dazu wo alle Umstiegs-Passagiere sich zwangsläufig auf den FJ-Platz verlagern werden).
  • Warum sollte jemand durch Kammerhofgasse und Theatergasse hatschen, wenn sie/er in ein paar Metern Entfernung direkt entlang des Sees gehen können? (Also gleich nach der Traunbrücke links vorbei am Kammerhof, den See entlang, beim Schwan vorbei, über den Rathausplatz Richtung Brandl, Seepromenade usf.)

Liebe Leute, es wird halt irgend eine Pseudolösung geben, die alles ist, nur keine Begegnungszone. Die BZ ist nichts als die Vorgaukelung falscher Tatsachen. Aber, und das sagen wir dezidiert und halten jede Wette: es wird in Gmunden keine Begegnungszone geben, die diesen Namen verdient, wenn dort auch die Regio entlang düst. Wenn eine Bäckerei draussen „Fleischhauer“ draufschreibt, bleibt es trotzdem eine Bäckerei, gell! Vielleicht sollten das jene Politiker mal bedenken, die uns – aus durchsichtigen Gründen – dauernd eine BZ vorgaukeln. Man kann die Bürgerleins eine zeitlang verarschen, aber nicht auf Dauer, gell!

Babsy Blitzschnell & Bruno Beinhart f. d. Team Gmundl


Offener Brief

an Herrn Bürgermeister Mag. Stefan Krapf
und
Herrn Stadtrat Wolfgang Sageder

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,
sehr geehrter Herr Stadtrat Sageder,
als Bürgermeister der Stadt Gmunden und als verantwortlichen Stadtrat für den öffentlichen Personenverkehr in Gmunden, fordern wir Sie dringend dazu auf, ihre Pläne für die zukünftigen Citybusführungen im Stadtgebiet offenzulegen. Den Gmundnern und Gmundnerinnen haben Sie diese wichtige Information bis heute vorenthalten!

Die B.I.G. Bürgerinitiative Gmunden wird sich mit aller Kraft dafür einsetzten, dass es im Falle der geplanten Durchbindung der Lokalbahn Gmunden-Vorchdorf (SRT) durch die Innenstadt zu keiner Verschlechterung des innerstädtischen, öffentlichen Personenverkehrs kommt. Die Citybus-Benützer dürfen nicht zugunsten der „SRT“ zum Umsteigen oder zu zeitraubenden Umwegen gezwungen werden!
Die B.I.G. Bürgerinitiative Gmunden tritt für einen modernen, flexiblen, öffentlichen Personenverkehr für möglichst viele Bürger und Bürgerinnen unserer Stadt ein. Citybusse müssen auch weiterhin die Gmundner und Gmundnerinnen auf kurzem Weg direkt in das Stadtzentrum und zum Krankenhaus bringen. Die Citybusverbindungen in und durch das Stadtzentrum gewährleisten die Mobilität vieler Bürger und Bürgerinnen, tragen zur Beruhigung des Durchzugsverkehrs und einer Belebung der Innenstadt bei.

DDR. Michael Födinger (Obmann B.I.G. Bürgerinitiative Gmunden)
DI Reinhold Kassmannhuber (Fraktionsobmann/Stadtrat, B.I.G.)
Margit Drack (Gemeinderätin, B.I.G.)
Rosina Hausherr (Gemeinderätin, B.I.G.)
Dr. Andreas Hecht (Gemeinderat, B.I.G.)


Hurra!

Sehr kurzes Einserkasterl von Au Hirsch

Kurz + Krapf noch schlechter…. und Hurra, es gibt ein neues “Hotelprojekt” in der Au,…diesmal gleich unter Ausschluss der Öffentlichkeit, eh klar, die Begeisterung hält sich in grenzen …


Drogen-Politiker?

Gastkommentar von Der kleine Heinzi

In der Sendung Kontrovers wurde auch bekannt, dass in Deutschland eine sehr hohe Anzahl von Politikern DROGENABHÄNGIG sind. Wie ein bekannter Professor bekannt gab, musste er schon eine sehr hohe Anzahl von Politikern wegen der Drogenabhängigkeit behandeln. Dieses Problem geht in Deutschland durch alle Parteien. Das wurde auch von einem hohen im Ruhestand befindlichen CDU-Politiker bestätigt.

Es ist durch aus möglich das dieses Problem auch bei uns besteht. Nur werden da Untersuchungen vermutlich verhindert. Mauscheln, schweigen, gut verdienen steht an oberster Stelle. Wenn man sich die Lokalpolitik so ansieht Straßenbahn, Hotel Lacus Felix usw. Unterwassertunnel? Ja keine Bürger miteinbinden, Gutachten, Planungen,
alle verdienen vom Steuergeld, Hallenbad, Begegnungszone.
Da kann man sich vorstellen und vermuten, dass Suchtgift eine Rolle spielt.


ich_freu_mich_familienfreundlich


 

 

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