Brett vorm Kopf

Heute:
Babsy Blitzschnell erörtert Hölzernes
EK von Kurt Schmidinger zu Zugsführern
GK von Gmundner Totenglöckchen „Gmunden ist tot“

Liebe Leserleins!

Wir können machen, was wir wollen, das Flüchtlingsthema deckt alle anderen wichtigen Lebensfragen zu, was wohl der Grund ist, warum die Regierung über nichts Anderes mehr spricht. Also hoppeln wir, ob wir wollen oder nicht, hin und wieder den selben Pfad entlang. Dabei gäbe es wirklich jede Menge wichtigere Probleme, die zu lösen wären. Aber mit den Flüchtlingen kann man halt so verdammt gut Stimmung machen. Egal ob Boulevard-Medien oder Regierung oder Opposition: alle kochen ihr trübes Süppchen. Wir hier werden jedenfalls nicht von unserem Grundsatz abweichen, uns in dieser Frage differenzierte Standpunkte zu erlauben. Manchmal ist der Platz zwischen den Stühlen der einzig akzeptable.

Max Weber schrieb einst, „Die Politik bedeutet ein starkes langsames Bohren von harten Brettern …“. Ob er damit jene Bretter meinte, die manche vor dem Kopf haben? Was sich diese Woche an Notstandsgeplärr im Parlament abgespielt hat, spottet jeder Beschreibung. Vor allem Herr Lugar vom Team Stronach gelang es, sogar die Alarmisten der FPÖ noch zu übertrumpfen (und die waren schrecklich genug). Herr Lugar, er muss einen halben Wald Festholz vor dem Plutzer haben, gelang dabei ein echt gelungener Rückgriff auf die beispielhaften Neandertaler: „Denn die meisten [Flüchtlinge, Anm. d. Red.], die kommen (…), haben ein Weltbild wie die Neandertaler, wo man die Frauenrechte mit Füßen tritt, (…) und jetzt holen sie (die Grünen, Anm.) genau solche Neandertaler herein, die wir bei uns Gott sei Dank ausgerottet haben, die die Frauenrechte mit Füßen treten.“
Unsere Kenntnisse über das Weltbild der Neandertaler sind naturgemäss ziemlich bescheiden, gell, weil deren Bibliotheken oder sonstigen schriftlichen Aufzeichnungen sind uns ebenso wenig zugänglich, wie ihre Videodokumentationen oder wissenschaftlichen Arbeiten der Neandertal-Unis. Wir vermuten aber, dass das Weltbild von Herrn Lugar vor-neandertaleniensisch sein dürfte. Herr Lugar spricht von „Neandertaler …, die wir bei uns Gott sei Dank ausgerottet haben …“ und versucht sich jetzt rauszureden, er habe deren Ideen gemeint. Auch hier gilt: die Ideen der Neandertaler kennen wir nicht. Und ein bezügliches Fürwort bezieht sich auf das unmittelbar vorhergehende Hauptwort. In seiner Rede hat Lugar also unzweifelhaft über ausgerottete Neandertaler schwadroniert. (Oder kann er etwa nicht Deutsch? Dann ab in den Asylanten-Deutsch-Kurs, gell!) Liebe Leute, mit dem Wort „Ausrottung“ sollte man verdammt vorsichtig umgehen, denn es spielte und spielt eine wesentliche Rolle im Sprachschatz der Unmenschlichkeit. Herr Lugar ist, wir sagen es in Anerkennung seiner Leistungen, ein Trottel. NR-Präsident Hofer (FPÖ) hat ihm zurecht einen Ordnungsruf erteilt. Man sollte Herrn Lugar auch noch eine Eselsmütze verleihen, damit die Besucher auf der Galerie wissen, wo der Hase läuft.

Dass Herr Lugar auch nicht auf der Höhe der Erkenntnisse über die Neandertaler ist, steht fest. Wie man heute dank Gen-Forschung weiss, tragen die Europäer zwischen drei und neun Prozent Neandertaler-Gene in sich. Herr Lugar ist ein Hybrid-Neandertaler. Ob die Zahl der Neander-Gene, die er abbekommen hat, mehr bei drei oder eher bei neun Prozent liegt, wissen wir nicht. Da die neuere Forschung dem Neandertaler mehr Hirn als dem homo sapiens zuschreibt, vermuten wir, dass Lugar möglicherweise gar keine Neander-Gene abbekommen hat, sondern mehr von diversen Vorformen (homo erectus oder vom gar noch früheren australopithecus???) geprägt ist. Merks Lugar: It’s a long way to Neandertal.

lugar_brett_vor_dem_kopfDer Team-Stronach Chef-Neandertaler greift sich ans Brett vor dem Kopf

Wir haben hier schon über die immer wüstere Kampagne der Krone gegen Flüchtlinge und die Grünen berichtet und sie kommentiert. Offenbar sind bei einigen Schreibern dort (und in der Chefredaktion) jetzt endgültig alle Sicherungen durchgebrannt. Möglich, dass es an den derzeit guten HBP-Umfragewerten von Alexander Van der Bellen liegt, die dort jetzt einige rot sehen lassen. Van der Bellen als HBP, das ist für manche Altherren der Krone offenbar ein Fall von horribile dictu. Kein Mittel zu dumm, um die Grünen zu diffamieren. (Sagen wir, die wir den Schmäh mit dem „unabhängigen Kandidaten“ hier heftig kritisiert haben.) Jetzt muss eine durchgeknallte „Aktivstin“, die einst auch bei den Grünen engagiert war, dafür herhalten, den Van der Bellen zu diffamieren. Diese etwas schräg tickende Dame hat angeblich den Durchbruchsversuch der Afghanen bei der Mazedonischen Grenze provoziert und sei am Tod der drei Ertrunkenen „schuld“, weil sie die zum illegalen Grenzübertritt ermuntert hätte. Was den Fakten widerspricht.

Die drei Toten gab es drei Tage bevor das berüchtigte „Flugblatt“ in Umlauf kam. Dass im Sumpflager bei Idomeni auch „Helfer“ auftauchen, ist erstens kein Wunder. Zweitens gibt es überall Deppen, das ist nun mal so. Drittens weiss niemand, was die Dame dort wirklich gemacht hat. Vielleicht war sie tatsächlich nur Helferin in der Not, vielleicht hat sie die Leute beim illegalen Grenzübertritt betreut. Das Flugblatt jedenfalls stammt nicht von einer Hilfsorganisation, sondern nach derzeitigem Wissensstand aus Schlepperkreisen. Wie auch immer: mit dieser Dame in der Hand auf die österreichischen Grünen einzudreschen zeugt von einem merkwürdigen Verständnis von Berichterstattung.

Man kann nur hoffen, dass die anständigen und rational denkenden Leute in der Krone-Redaktion wieder die Oberhand bekommen. Was dort derzeit von Herrn Gnam abgezogen wird verdient die Bezeichnung „schäbig“. (Der Jeanée ist ohnehin unzurechnungsfähig, halt ein Opfer jahrzehntelangen Alkoholmissbrauchs.) Immerhin ist es auffällig, dass Teile der Berichterstattung auf den hinteren Seiten durchaus von Differenzierungsvermögen und etwas humanerer Weltsicht zeugen. Aber die Schlagzeile auf Seite eins und die Seiten zwei und drei sind derzeit für aufgeklärte Menschen unerträglich.

So war gestern die Berichterstattung über „sexuelle“ Übergriffe in Bädern mehr als nur grenzwertig. Jede und jeder weiss (und Ihre Babsy hat als Frau auch diese Erfahrung gemacht), dass Spechtlertum schon vor den Flüchtlingen existiert hat, und dass die Österreicherleins diesbezüglich auch immer höchst aktiv waren. Auch Ihre Babsy hat es oft genug erlebt, dass unübersehbar österreichische Testosteronbomber sich in Bädern in die Damenumkleide- und Duschräume verirrt haben und sich von dort nicht entfernen liessen. Bei den anwesenden Badewascheln lösten Beschwerden bloss Ohrenwackeln und blödes Grinsen aus. Österreichischer Alltag mit österreichischen Dumpfbacken. Hat man darüber je was in den Zeitungen gelesen? Oder von Belästigungen in vollgestopften öffentlichen Verkehrsmitteln (nein, in der Regio kann das mangels Leuten nicht geschehen)? Alles ganz ohne Ausländer und Flüchtlinge. Es waren und sind in der grossen Überzahl österreichische Traummänner, die unsereiner da verklemmt und hintertückisch an die Wäsche gingen und noch immer gehen.

Der lang verschwiegene Missbrauch in Institutionen der katholischen Kirche, in Kinderheimen aller Art, in der Familie: alles Themen, die nie ein Thema waren. Es ist noch nicht lange her, dass österreichische Männer vor österreichischen Gerichten von Vergewaltigungsvorwürfen frei gesprochen worden sind, weil die Opfer zu kurze Röcke, zu tiefe Ausschnitte oder eine zu freizügige Weltsicht hatten. Auch so mancher wackere Österreicher hat das erst mühsam lernen müssen (und muss es noch immer lernen). Nein, liebe Leute, die Vorfälle, die es diesbezüglich mit Asylanten gibt, entsprechen dem, was wir hierzulande schon immer ganz ohne Ausländer zuwege gebracht haben. Wer das als „Asylantenthema“ abhandelt, begeht Volksverhetzung. Der Anteil der Heiligen und der Sünder dürfte sich bei In- und Ausländern in etwa auf gleicher Höhe bewegen. Wer das nicht sieht, sollte mal überprüfen, ob das Brett vor seinem/ihrem Kopf nicht doch ein wenig gross geraten ist, gell!

Ein wenig Sorgen bereitet Ihrer Babsy alles, was mit der angeblich kommenden Begegnungszone in Gmunden zusammen hängt. Wir haben ja schon mehrmals über die Problematik und Enge dieser BZ berichtet. Jetzt lesen wir in den gestrigen Zeitungen folgendes:
„Ein 65-jähriger Tourist ist gestern vor dem Parlament in Wien von einer Straßenbahn erfasst und schwer am Kopf verletzt worden. Zu dem Unfall kam es, weil er beim Fotografieren abgelenkt war und auf die Gleise stieg.“
Uuups. Wer den riesigen Freiraum vor dem Parlament kennt, dem schaudert beim Gedanken an knipsende Touristen in der Gmundner BZ, wo die Züge in maximal Armlänge Entfernung an den Leuten vorbei donnern werden. Es wird ersucht, nur während der Öffnungszeiten der Gmundner Unfallsambulanz zu fotografieren, gell. Also von 7 – 19 Uhr. Sonst wirds eng. Wenn man die nicht eh noch ganz zusperrt, um die Kosten für die Regio wieder herein zu bekommen, gell!

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


Zugsführer

Einserkasterl von Kurt Schmidinger

Nur zwecks Information: Der Zugsführer wird Triebfahrzeugführer (meinetwegen auch Lokführer) genannt. Der Zugsführer ist beim Bundesheer. Der Zugbegleiter ist der Zugführer.
mfg

Geschätzter Herr Schmidinger!
Besten Dank für die zweckdienlichen Hinweise. Aber soll ich ehrlich sein? Mit Titeln im Allgmeinen und dem Militär im Besonderen habe ich es nicht so, gell! Und die Leserleins haben schon verstanden, was gemeint war. Aber ich werde versuchen, mich bei den Titeln zu bessern. Dass ich es schaffe, kann ich leider nicht garantieren.
Babsy Blitzschnell, total ordens- und fast titellos


Gmunden ist tot!

Gastkommentar von Totenglöckchen von Gmunden

Jetzt reicht es endgültig. Gmunden abramschen auf Totenstatus & dann noch gross tun. Jeder gegen jeden scheint nur mehr die Devise -> Totgmunden.
In Anlehnung an den Wahlkampfslogan 2009, Gmunden sei “Hauptstadt des Lebens”, wurde der Slogan zurecht mutiert zur “Hauptstadt der lebenden Toten”, da in dem Provinzdorf so ziemlich alles tot ist -> Nachbarschaft, soziales Privatleben, Gehirnzellen, Hausverstand.
Causa Zahnarzt xxxxxxxx. Ich kam mir vor wie in einem falschen Film, als ich mir das Theater anhörte, dass nur die “gehobenen” Gmundner bei ihm einen Termin bekommen. Schlecht für die Wichtigtuer, dass eine Verwandte von mir schnell einen Termin bekam – eine echte Gmundnerin mit Weitblick über Traunstein & langer GM-Ahnenreihe.
Ach ja, an die Fraktion Zugezogen & kein städtischer Touch, die so tat, als würde Zahnarzt xxxxxxx Insolvenz anmelden müssen, wenn sie nicht kommen. An die Fraktion “Einfaltspinsel Wichtgtuer Verkrochen” – der Zahnarzt xxxxxxxx kennt euch überhaupt nicht, weder als Patient noch als Praktikant während des angeblichen Studiums zum Zahnarzt -> einem seit seiner Geburt verkrochenen Nachbarn geschuldet.

Wenn mir dann noch ein “Nachbar” erklärt, der seit Jahrzehnten mit Familie verkrochen vor sich hinvegetiert, es sei ihm nicht vergönnt gewesen, meinen Vater zu kennen, ist das wohl sein Problem. Mein Vater war vorher da & die Zugezogenen müssten zumindest soviel Kinderstube haben, sich selbst einzubringen. Aber da hapert es gewaltig!

Causa Häuser – da kam Fraktion EW, die meinten, “was wollt ihr mit euren Hauserl” – ich besitze hier nichts, bin max Mitbewohner & war sehr erstaunt als Städter/in – Wien als Einzige auf dem Niveau, wie weit es hier schon geistig fehlt. Noch schlimmer wurde zwischenmenschliches Klima, als EW-Besitzer feststellen mussten, mit solch angejahrten Immobilien bräuchten sie min 3, um upgraden zu können auf Status 2016.
Gmunden ist TOT!!!

Anm. d. Red.:
Wir haben die konkreten Namen aus presserechtlichen Gründen unleserlich gemacht, auch wenn wir den Beitrag als Realsatire einstufen.


 

 

 

 

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