Der Montag danach

Heute:
Babsy Blitzschnell über den Montag danach
EK von Carlsson „Recherche“
EK von Energiegenie über Regiotramopfer
GK von Phönix über Ignoranz

Liebe Leserleins!
Manche Sachen schauen am Morgen danach ganz anders aus als am Abend davor. Wer diese Hoffnung in Fragen Kompetenz der Politik in Flüchtlingsfragen hatte, die oder der wurde schwer enttäuscht.

Denn es gibt zwar einen grossmächtigen Vertrag zwischen EU und Türkei, wichtige Bestimmungen sind seit dem gestrigen Palmsonntag (einem christlichen Hoffnungsfest) in Kraft und das christliche Europa ausser Kraft gesetzt. Geändert hat sich nichts. Noch immer landen Flüchtlingsboote an den Stränden der griechischen Inseln – wenn die Insassen der Boote Glück gehabt habe. Noch immer ersaufen Menschen im Mittelmeer – wenn die Insassen der Boote Pech gehabt haben. Daran wird sich in den nächsten Monaten nicht viel ändern.

Griechenland kann weder die Flüchtlingsströme bewältigen, noch werden rechtzeitig genug Beamte aus Europa eintrudeln, um das zu verbessern. Gleichzeitig melden inzwischen deutsche Medien, dass es keineswegs stimmt, im Umkreis von Idomeni stünden ausreichend Unterkünfte zur Verfügung, also müsse niemand im Schlamm dahin vegetieren. Da hat der Aufruf von Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn, das Lager zu räumen, nur noch höhnischen Charakter. Dort sitzen noch immer rund 10.000 Menschen unter Bedingungen fest, die allen europäischen Werten ebenfalls Hohn sprechen. Dazu kommt: die Flüchtlinge in Idomeni sind von den Vereinbarungen mit der Türkei nicht betroffen. Grundsätzlich gelten die nur für Menschen, die seit gestern, Sonntag, über die Ägäis kommend in Griechenland eintreffen. Derzeit sitzen in Griechenland rund 46.000 Flüchtlinge fest – in den neuen Beschlüssen steht kein Wort darüber, was mit denen geschehen soll. Aber das sind ja bloss 46.000 Menschen mit ebenso vielen Schicksalen.

Ins Bild passt da die unsägliche österreichische Innenministerin, Mitglied der christlichen Volkspartei, die sonntags in der Pressestunde des ORF wieder ein Highlight geliefert hat. Dass diese Ministerin zu borniert, zu vernagelt und möglicherweise auch zu blöd ist, um den Inhalt ihrer Worte in allen Konsequenzen abzuschätzen, muss vermutet werden. Dass ihr niemand aus dieser sich als immer unsäglicher erweisenden Regierung ins Wort fällt, verwundert immer weniger. Diese Fehlbesetzung schwallt allen Ernstes davon, man müsse jetzt „die Festung Europa“ bauen. Man will gar nicht wissen, welche Drogen diese Frau nimmt. Oder ist sie wo angerannt? Schon jetzt erweist sich, dass dieser Festungsbau nicht funktioniert. Wer es nicht glaubt, sollte mal einen kleinen Informationsbesuch zum Grenzzaun gegen Mexiko unternehmen, den die USA gegen die Zuwanderung aus dem Süden errichtet haben. Der hat inzwischen rund 19 Milliarden Euro gekostet, ist nicht nur sauhässlich sondern auch wirkungslos.

Inzwischen leben in Mexiko ganze Dörfer an der Grenze davon, die Leute in die USA zu schmuggeln. Die Preise steigen, das Schlepperunwesen prosperiert. Gleichzeitig gibt es in den USA entlang der Grenze riesige Kühlhallen, in denen sich die Leichen der beim Grenzübertritt getöteten Südamerikaner stapeln. Man geht davon aus, dass es trotz dieses martialischen Zauns jedes Jahr zwischen 350.000 und 400.000 Leute schaffen, in die USA zu kommen. Die USA haben aber immerhin eine Grenze, die am Festland verläuft. Europa ist von Afrika durch ein Meer getrennt, ebenso die griechischen Inseln von der Türkei.

Es ist nicht nur dumm und unchristlich, von einer „Festung Europa“ zu schwafeln.  Es ist realitätsfern. Die einzige Festung, die auf Dauer gebaut werden kann, ist eine, die Schluss macht mit falscher Entwicklungshilfe-Politik, mit Irrsinnssummen für korrupte Diktatoren. Die einzig wirksame Festung ist die Beseitigung der drückendsten Armut in dieser Welt, die Schaffung von Lebensverhältnissen, die ein Mindestmass an würdigen Lebensumständen garantieren. Fünfhundert Millionen Europäer werden sich nicht gegen Milliardenheere von Armen abschotten können. Wollen wir angeblich so christlichen, abendländischen Werten verpflichteten Europäer in einem Europa leben, vor dessen Mauern die „Verdammten dieser Erde“ krepieren? Wollen wir eine neue „Berliner Mauer“, diesmal nicht gegen den bösen Westen, sondern gegen die bösen Armen errichten?

Und ist einer Polit-Dumpfbacke wie Frau Mikl-Leitner eigentlich bewusst, dass die DDR-Mauer nur dank Schiessbefehl funktioniert hat? Und dass ehemalige Mauerschützen wegen Verbrechens gegen die Menschlichkeit und wegen Mordes vor deutschen Gerichten verurteilt worden sind? Will sie unsere jungen Männer in eine solche Lage bringen? Denn Mauern fallen, nicht gleich, aber irgendwann mit Sicherheit. Wenn Herr Kurz über „schreckliche Bilder“ schwadroniert, an die wir uns halt gewöhnen müssen, dann sagt er nicht dazu: es sind nicht die Bilder, an die wir da gewöhnt werden, sondern an Unmenschlichkeit. Wir sollen uns daran gewöhnen, dass menschliche Wesen vor den Mauern Europas krepieren müssen. Sowenig man Demokratie mit undemokratischen Mitteln erreichen kann, sowenig kann man europäische Werte dadurch schützen, dass man sie für andere ausser Kraft setzt. Kurzdenker wie Herr Kurz werden das nie begreifen.

Es ist ausserdem ein ungeheurer Irrtum, das, was Mikl-Kurz & Co. derzeit abziehen, für Realpolitik zu halten. Das ist vielmehr eine Politik irrealer Illusionen und die Propagierung von Scheinlösungen. Man gaukelt den Bürgerleins vor, mit dem Festungsbau die Probleme zu lösen. Dass das auf Dauer nicht funktoniert, beweisen auch die Ruinen einstiger Burgen quer durchs österreichische Hoamatlond. Realpolitik jenseits menschenverachtender Phraseologie sieht anders aus. Fünfhundert Millionen Europäer, die in relativem Wohlstand leben, werden dem Ansturm von Milliarden absolut Armer nicht standhalten können. Oder sie veranstalten entlang der Festungsmauern ein Blutbad. Dann ertrinken die Restbestände europäischer Werte im Blut der Armen. Bilder, an die sich nur Unmenschen gewöhnen können und wollen.

Leute, es ist in Wahrheit noch ein weiter Weg zur Menschheit!

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


Recherche

Sehr kurzes Einserkasterl von WF Carlsson

Michael Amon mag zwar ein guter, beachtenswerter Literat sein, aber in der Wirtschaftspolitik wäre genaueres Recherchieren besser für ihn.

Anm. d. Red.:
Da hätten wir halt gern gewusst, welche „Recherchen in der Wirtschaftspolitik“ denn gemeint sind. Die Erörterungen von Herrn Amon in Sachen Regio sind aus unserer Sicht logisch und konzis. Seine Forderung, S&H möge für die Regio gefälligst ein Mindestmass an Unternehmerrisiko übernehmen, entspricht den Ideen einer sozialen Marktwirtschaft.
Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


Regiotramopfer

Einserkasterl von Energiegenie

Noch ein Regiotram Opfer gibt es zu beklagen… – Mit dem Fahrrad in die Schienen gekommen und gestürzt…
Ein “Bediensteter des Sicherheitsapparates” – also einer, der mit dem Fahrrad fahren wohl vertraut sein dürfte, ist vermutlich das erste, aber mit Sicherheit nicht das letzte Opfer des Schienenwahns in der Stadt…


Ignoranz und ihre Folgen

Gastkommentar von Phönix mit Fragezeichen

Zum Gastkommentar von Michael Amon, der definitiv die tatsächlichen Wahrheiten der Un- bzw. Ursachen der – gesamtpolitisch gesehen – von den europäischen Staaten und den dort handelnden Politikern der letzten 30 Jahre verursacht wurde, auf den Punkt bringt:

Vereinbarungen auf Staatenebene sind nur dann (und selbst dagegen spricht das Konstrukt der Europäischen Union in sich selbst … ), sind eben vielleicht nur dann auf mehr als Treibsand gebaut, wenn die Rechts-, Sozial- und Kultursysteme zwischen den “Partnern” der Verträge zu deutlich mehr, als sagen wir mal ganz salopp, 70% deckungsgleich sind.

Mit der Türkei als Staat im derzeitigen Zustand einer diktatorischen “Demokratie” wird das garantiert nicht funktionieren.

Genau deshalb hat Michael Amon – leider – recht.

Das Flüchtlingsproblem-Kasperltheater ist auf Treibsand gebaut. Ein qualvoller Verlängerungsfaktor der demselben beim Überleben zu Eigen ist.

Der Krug geht so lange zum Brunnen, bis er bricht.

Die Lügen in die eigene Tasche, die Ignoranz (vor allem gegenüber den seit Jahrzehnten sich Jahr für Jahr potenzierend habenden sozialen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Problemen der Staaten des afrikanischen Kontinents, die mit EU-Zuwendungen über “Entwicklungshilfefonds”, die nur den Schweizerkonten der jeweils regierenden Tyrannen zu Wachstum verholfen haben…), diese Lügen in die eigene Tasche der Staaten der Europäischen Union und des EU-Parlaments und der EU Kommission werden sich bitter an uns ALLEN rächen.

Und der “Independence Day”, den Millionen verzweifelter Afrikaner – weil sie es satt haben, von korrupten, von eben dieser EU geduldeten Diktatoren, deren Konten in der Schweiz von schmutzigem Geld nur so überquellen – diesen “Independence Day”, wo sich Millionen Afrikaner Richtung Europa aufmachen, den möchte der Verfasser dieser Zeilen nicht erleben. Der ist aber schneller da, als wir es haben wollen werden!

Wir alle – aber besonders jene Politiker die satt auf selbstgestalteten Pfründen abgehoben sitzen – haben uns diesen heute schon vorhersehbaren Untergang des Abendlandes zuzuschreiben.

Wer in den letzten Monaten in Paris war, hat einen Vorgeschmack darauf bekommen, wie es in wenigen Jahren hier bei uns – ja auch hier in Österreich aussehen wird… und das ist nur der Anfang.

Zurück zum kleinen Gmunden:
Das was im Großen passiert – spiegelt sich auch im Kleinen wieder.
Politische Unfähigkeiten gepaart mit Visions- und Ideenlosigkeit, was die wahren Bedürfnisse der Bürgermenschen in ihrem kleinen, kurzen Leben (egal ob in Gmunden, Afrika oder im Nahen Osten) betrifft, sind der Nährboden auch für eine sinnlose Steuergeldverschwendung a la “Stadt-Regio-Zug” oder eben Milliarden Euro an “Entwicklungshilfegeldern an afrikanische Diktatorenstaaten” oder eben jetzt insgesamt 6 Milliarden Euro an die Türkei..

Von dem konkreten Gmundner ZUG-Projekt profitiert – wie im Großen – auch nur eine kleine Handvoll Menschen auf Kosten einer zahlenden, großen Mehrheit.

Aber damit haben diese direkten Nutznießer eines derartigen Abzockerprojektes hier vor Ort – ebenso wie die EU-, Landes oder Stadtgemeinde- Politiker im Allgemeinen – denen es immer nur um ihre Sessel oder Politgehälter geht – auch ein für alle Mal den Anspruch auf Gestaltungsfähigkeit im Sinne der Menschen, die sie gewählt haben, schlicht und einfach verloren.

Es wird den vorhersehbaren Untergang des Abendlandes wahrscheinlich brauchen, um vielleicht ein neues, auf ethischen Grundsätzen aufgebautes System einer gemeinsamen Nutzung diese Planeten bei Wahrung regionaler (und das ist das Zauberwort in der ganzen Sache) Identität, leider – ja leider tatsächlich brauchen.

Der vielzitierte 3. Weltkrieg wird in der Wiederholung seiner Vorgänger mit Millionen Toten so direkt gesehen nicht kommen.

Es wird jedoch das, was wir in den nächsten 10 Jahren erleben werden – nämlich das kollaterale Versagen aller politischen EU-Institutionen – davon nicht weit weg sein ….


 

 

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