Kurioses zweiter Teil

Heute:
Babsy Blitzschnell geht Kuriosem nach

Liebe Leserleins!

Einerseits freut es uns klaro total sehr, dass unsere Leserleins auch während der Karwoche fleissig unseren Blog lesen. Andererseits macht das ordentlich Druck, gell, weil wir uns nicht auf die faule Haut legen können. Unsere Leserleins wollen, je nach Veranlagung, ihren lieb gewonnenen Gmunden-Blog lesen: zum Frühstückssemmerl, beim Nachmittagsjauserl, vor oder nach dem oppulenten Abendmahlzeiterl, bevor sie sich ins Harpferl hauen und vielleicht auch während schlafloser Nachtminütchen. Ja, da haben wir eine Verpflichtung. Also sitzt Ihre Babsy auch am Ostersamstagerl vor dem Läptoperl und streichelt die Tasterln – für Sie, liebe Leserleins!

Darf man eigentlich auch schon heute, am Samstag, Eierpecken? Auch wenn die Glocken noch in Rom sind (Sie wissen schon, liebe Leserleins, die was welche mein Grossonkelchen nie fliegen hat gesehen)? Ich bin sehr geneigt, die Meinung meines Onkelchens zu teilen. Ich würde sagen: die Glocken fliegen so viel nach Rom, wie die Regio von Fahrgästen gestürmt wird. Täterten die Glocken jetzt in Rom sein, wäre dort der Himmel schwarz. Er hinge (statt voller Geigen wie der Himmel über Wien) voller Glocken. Wenn all diese Glocken sich dann spätnachmittags am Samstag wieder auf den Heimflug machen würden, ehrlich, da würde der normale Flugverkehr über Europa zusammen brechen. Ganze Glockengeschwader würden über den Kontinent rasen, Flugzeugabstürze infolge von Glockenkollisionen sich häufen und so mancher Kirchturm leer bleiben, weils die Glocken bei diversen Abstürzen zerbröselt hätte. Liebe Leute, die Idee mit dem Glockenflug ist eine gefährliche.

Gefährlich? Ist der FP-HPB-Kandidat Hofer ein gefährlicher Narr? Oder nur ein ungefährlicher? Jemand, der sich streichelweich und sanft gibt, aber ein am ziemlich rechten Rand angesiedelter, deutschnationaler Hardliner ist? Ihrer Babsy ist es unerklärlich, wie man heute noch solch teutschdümmelndem Retro-Unsinn anhängen kann. Was ist das für ein Weltbild mit Wotan/Odin, schmucken Nordmanns-Bräuten und heldenhaften Landsern im Dienste der Nazis? Ob jemand mit Walhalla im Hirn der richtige HBP ist? Vielleicht sollte einer, der dieser bestenfalls kuriosen Gedankenwelt verhaftet ist, sich darauf beschränken, in der Oper den schwachsinnigen Texten von Wagners „Ring der Nibelungen“ zu lauschen, anstatt sich um den HBP zu bewerben!

Kurios auch der Rückruf von 800.000 Autos des VW-Konzerns. Zurückgerufen werden VW-Tuareg und Porsche-Cayenne. Die staunenden Autofahrerleins erfahren, dass diese beiden Blechdosen baugleich sind. Wieder einmal darf man sich also über die Dummheit der Käuferleins wundern. Denn billigsten Porsche-Cayenne gibt ab ca. 82.000 Eurönchen, denn billigsten baugleichen VW-Tuareg ab 55.000. Was lernen wir? Der Porsche-Aufschlag fürs Angeber-Imitsch beträgt fast 30.000 Euronerln. Das Gaspedal klemmt bei beiden Varianten in gleicher Weise. Von wegen besonderer Porsche-Qualität, die ihren Preis hat. Es ist das Porsche-Schilderl, das seinen Preis hat! Soviel zum rational handelnden und entscheidenden homo sapienes consumensis und zur Preisgestaltung der Konzerne. Die Welt will betrogen werden …

Sogar die OÖN sind kurioserweise zu realistischen und ungeschminkten Lageurteilen fähig, wenn Leute aus der Zentralredaktion schreiben und nicht die kuriosen lokalen Rostfedern mit ihrem Schurnalismus für Arme. So kommt man in einem Artikel über den OÖ-Tourismus zu interessanten Schlüssen was Gmunden betrifft: bei den Thermen sei in OÖ „der Plafond erreicht“. Für die Toskana sieht man eher schwarz, der „Investitionsbedarf ist enorm“, „das Kongresszentrum enorm veraltet“, „das Hotelprojekt Lacus Felix ist tot“. Es „fehle an hochwertigen Hotelbetten“. Wobei hochwertig unserer Ansicht nach mit der 4-Stern-Kategorie beginnt. Derzeit ist aber (etwa beim John-Fantasia-Projekt) nur von 3-Sternen die Rede.

Wobei auch die Zentralredaktion der OÖN die Antwort auf die Frage schuldig bleibt, wie man diesen Bedarf erklärt, wo doch in Gmunden alle neuen und viele alten Hotels geschlossen worden sind. Vor allem wenn man bedenkt, wie viele Hotelprojekte in Gmundens Konkurrenzgemeinden bereits umgesetzt worden sind und welch enormen Vorsprung in Sachen Tourismus diese anderen Salzkammergut-Orte haben: der neue „Dachsteinkönig“ in Gosau (4-Sterne, 105 Zimmer, ab Dezember 2016) oder in Bad Goisern ein 4-Sterne-Kurzentrum mit 200 Betten der Hotel-Kette Künig. In Sachen Hotel ist zu befürchten, dass Gmundens Politik wie gewohnt zwar in hochstaplerischem Grössenwahn schwelgen, aber am Ende nichts auf die Beine stellen wird. Weil hier, wie wir immer betonen, immer zuerst das Dach gedeckt wird, bevor man überhaupt noch ein Fundament für das Haus und das Haus selbst errichtet hat. Kurioses Gmunden.

Dass der von der ÖVP gestellte Finanzminister Schelling ein weiterer kurioser Blender in der österreichischen Politik ist, haben wir hier schon mehrmals konstatiert. Dem Mann fehlt jede Ahnung von der realen Situation der österreichischen KMUs und dazu noch jede Form von sozialer Empathie. Und wie wir jetzt bewiesen bekommen haben, ist er auch noch ein politischer Analphabet. Hat dieser Herr doch allen Ernstes in einem Zeitungsinterview erklärt, dass die „SPÖ weit nach links“ abgedriftet ist. Wer die heutige SPÖ „weit links“ verortet, der ist selbst wohl eher weit rechts von Dschingis Khan zu finden. Der Mann hätte lieber weiter billige, drittklassige Möbel verscheppern sollen. Jetzt verklopft er drittklassige Politik, leider nicht zum Billigstpreis sondern im Hochsteuerland Österreich.

Auch nicht unkurios ist die Meldung, dass bei der HBP-Wahl laut Gesetz um 20 % mehr Stimmzetteln gedruckt werden müssen, als es Wählerleins gibt. Angesichts einer Wahlbeteilung von maximal 80 % werden also in Wahrheit um 50 % mehr Stimmzettel gedruckt, als man rein rechnerisch benötigt. Das kostet rund 2,5 Millionen Eurönchen. Ok, ein paar Prozenterln mehr sind eh ok – für Leute, die kurz nach dem Ankreuzen Bedenken bekommen und noch einmal das Kreuzerl wo anders machen wollen, bevor sie ihren Stimmzettel in der Urne versenken. Aber ehrlich: zwanzig Prozent mehr drucken, das mag in den 1950er eine sinnvolle Lösung gewesen sein, um Tiroler Seitentäler ausreichend mit Stimmzetterln zu versorgen. Aber in einer Zeit, in der in jedem besseren Haushalt schon ein kopierfähiger Drucker steht, ist das pure Geldverschwendung. Man wird doch noch in der Lage sein, in den Wahllokalen (meist in Schulen, Gemeindeämtern oder sonstigen öffentlichen Gebäuden angsiedelt) zur Not ein paar Stimmzetteln zu kopieren. Aber eh klaro, so hammas imma gmacht … und um unser Steuergeld ist der Bürokratie nichts zu teuer.

Es ist also kein grosses Wunder, dass in Österreich die Verwaltungskosten laut Eurostat (der europäischen Statistikbehörde) um fünzig (!!!) Prozent über dem EU-Durchschnitt liegen und 1.270 pro Kopf und Österreicherlein betragen. Wir Österreicherleins blechen also – vom schreienden Säugling bis zur weisshaarigen Oma, die eh schon keine Zinsen mehr auf ihrem Sparbüchl bekommt – pro Monat rund 106 Euronen für die Verwaltung. Erinnern wir uns: kleine Rentnerleins werden dank Steuerreform heuer netto rund siebzig Euro im Jahr mehr Geld haben, um in Konsumträumen zu schwelgen. Da lebt sichs echt in Saus und Braus, während die Abkassierer öffentlicher Gelder (nein, wir sagen jetzt nicht Neumann und S&H) den Gürtel total viel enger schnallen müssen. Leider tun sie das nicht am eigenen Gürtel, gell, sondern an dem von uns Steuerzahlerleins.

Ehrlich: ist die Welt nicht reichlich kurios? Ich hoffe, ich finde möglichst das kleine Flascherl Eierlikör, das man Lover angeblich im Garten seiner Eltern versteckt hat. Er hat ihn selbst gemacht, sagt er. Und dass er ordentlich Cognac verwendet hat, damit man was spürt, sagt er. Mehr noch: ziemlich viel Cognac. Sagt er. Ich nehm ihn beim Wort und werde mich vielleicht schon heute am Nachmittag auf die Suche machen (in Sneakers, nicht in HiHeels, gell!). Ich brauch jetzt etwas stärkeren Stoff. Weil die Welt so kurios ist, gell!

Babsy Blitzschnell f. d. Team Gmundl


 

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