Ohne Erkenntnis

Heute:
Bruno Beinhart über die Unfähigkeit zur Erkenntnis

Liebe Leserschaft!

Gerumpelt hat es am Wahltag. Aber gespürt haben es die Betroffenen nicht. Wahrscheinlich haben die Verantwortlichen in Wien nichteinmal das gestrige, tektonische Beben im Wiener Raum gespürt. Die spüren nämlich nichts mehr. Abgehobene Cliquen. Faymann hockt mit seiner Prätorinergarde im Führerbunker. Entschuldigung. Im Kanzleramt. Und merkt nichts mehr. Wahrscheinlich hat er noch nie viel gemerkt. Man sagt ja, dass Taxler ein besonders gutes Gspür für Stimmungen haben. Angenommen, das stimmt. Dann muss man den Wahrheitsgehalt der Faymann-Bio auch diesbezüglich in Frage stellen. Der Mann kann nicht getaxlert haben. Der Kerl hat einst unter Berufsausbildung kühn hingeschrieben: „Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Wien“. Dann hat man es etwas detaillierter erfahren. Besuch einer Einführungvorlesung. Keine einzige Prüfung. Faymann füllte dann diese biografische Lücke. Mit der Behauptung, er habe in dieser Zeit als Taxler gearbeitet. Wers glaubt, wird nächster Bundeskanzler.

Die Signale, die jetzt aus der SPÖ kommen, sind ermutigend. Für alle, die der SP schon immer den Untergang gewünscht haben. Keine personellen Änderungen. Bessere Kommunikation. Und weiter so wie bisher. Alle neun Landesparteivorsitzenden versichern treuherzig Treue. Man lasse sich nicht auseinander dividieren. Klar. Das wird die Wählerschaft besorgen.

Wie man hört, war das Engagement der Bundes-SP im Wahlkampf etwas zurückhaltend. Gut, das kann man verstehen. Hätte der Faymann sich gezeigt, wäre der Hundstorfer unter fünf Prozent gefallen. Alle wissen das. Nur der Faymann im Kanzler-Hauptquartier schnallt nichts. Er sollte wieder einmal Taxi fahren.

Und keine Diskussion bitte. „Wir sind zum Arbeiten, nicht zum Streiten gewählt. Auch in der Partei.“ So der grosse Denker Faymann. Für den ist Diskussion gleichbedeutend mit Streiten. Aber muss man verstehen. Wenn die SP wirklich diskutieren würde, wäre der Faymann schon lange weg vom Ballhausfenster. Dafür verspricht er ein neues Parteiprogramm. A geh wusch, a geh schau! Da werden die Wählermassen die Löwelstrasse stürmen. „A Programm bitte, mit Autogramm vom Faymann, bitte!“ Man möchte wahrhaftig nicht der Portier in der Löwelstrasse sein.

An jeder Ecke laufen in der Bundes-SP Markteting-Fuzzis herum. Wieso sagt keiner von denen was Sache ist? Man kann ein Konkurrenzprodukt nicht besiegen, wenn man es nachahmt. Sondern indem man sich unterscheidet. Die österreichischen Experten in Ausländerfragen sind nun einmal die FPler. Die haben das seit Jahrzehnten geübt. Ob Herr Doskozil das jemals kapieren wird? Die FP-Imitat-Strategie hat sich in seinem Heimatland, dem Burgenland, total ausgezahlt. Blöderweise nicht für die SPÖ, sondern für die FPÖ. Blauer als im Burgenland gehts fast nimmer. Mal sehen, wann der Niessl die Konsequenzen zieht. Ich denk da an eine Fusion mit der dortigen FP.

Erkenntnis ist in der SPÖ nicht gefragt. Merkwürdig, dass einen dieses Verhalten an das Kampflied der SA und späteren NSDAP-Hymne erinnert. Ist bei uns verboten. Das Horst-Wessel-Lied. Darum auch nur die erste Zeile: „Die Fahne hoch! Die Reihen fest geschlossen.“ Will das die SP wirklich singen? Und als Politik verkaufen? OK. Wenn der Faymann jetzt singen würde „Wir sind die Arbeiter von Wien“, wird auch kein Schuh draus. Wer würde ihm schon glauben, dass er „die Zukunft und die Tat“ ist? Ein Scherzküberl, der Werner!

Faymann geht es nicht um die Partei. Nicht um die Sozialdemokratie. Nicht um die Menschen. Nicht um Österreich. Nicht um Europa. Ihm und seiner Clique geht es nur um eines. Um die Erhaltung der persönlichen Macht. Und um die daran geknüpften Pfründe. Oder glaubt irgend wer, die Dorli Bures könnte in der Privatwirtschaft 18.025 Euronen abheben? Monatlich. Vierzehnmal im Jahr. Na eben! Da lohnt es sich doch, die eigene Partei zu zerstören und noch zwei Jährchen länger die Apanage zu kassieren. Welcher Taxler hebt schon monatlich 21.458 Eurönli ab? Auch vierzehnmal im Jahr. Ehrlich, diese Art der Mindestsicherung für unfähige Politiker ist doch etwas zu hoch bemessen. Aber wir wissen dank Hundstorfer, was es mindestens zum Leben braucht. 13.090 Euronen. Da ist bei vielen Leuten noch Luft nach oben.

Stolz wird der Faymann auf den rauchenden Trümmern der SPÖ sitzen. Dann wird er ein Taxi rufen. Aber da wage ich eine Prognose. Es wird keines kommen. Ich wart auf das Brummen von einem Mercedes-Diesel. Aber es brummt ned, brummt ned. Womit der Zustand nicht nur der SPÖ, sondern auch ihres Regierungskontrahenten ÖVP bestens beschrieben ist.

Mit Erkenntnissen darf man bei dieser Sorte Politiker nicht rechnen. Die sind erkenntnisresistent. Es wurlt in der SPÖ leider nicht gerade von Intelligenzbestien. Man denke an den Linzer Bürgermeister Luger. Ja, der mit den paar Kröten als Hochzeitsgeschenk. 24.000 bar aufs Handerl. Damit er sich leichter ein Ferienhäuschen finanzieren kann. Ein Vertreter der kleinen Leute. Der verlangt jetzt doch echt ein Mehrheitswahlrecht. Damit die FP nach der nächsten Wahl ja allein regieren kann. So sehen sie aus, die Restbestände der Sozialdemokratie. Dann wundern sie sich, wenn die Leute zur FP rennen oder zu Hause bleiben bei Wahlen.

Trotzdem wage ich es zu sagen. Der Faymann wird nicht in die nächste NR-Wahl gehen. Egal wann die stattfindet. Denn die Panik wird die Funktionäre ergreifen. Panik um die paar über gebliebenen Pöstchens. Dann wird Faymanns Stündlein geschlagen haben.
Bitte ein Taxi zum Ballhausplatz!

Bruno Beinhart f. d. Team Gmundl


Scherzkipferl des Tages

„Machen wir uns nichts vor:
Die Menschen beneiden mich
um meine schöne, intelligente Frau.“
Richard Lugner, endlich Nie-mehr-wieder-Kandidat


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