Freiheit, die sie meinen

Heute:
Bruno Beinhart über Freiheit und Anderes
Wetterstation – Briefwechsel

Liebe Leserschaft!

Jetzt hat sich die SPÖ einen neuen Vorsitzenden ausgesucht. Und einen neuen Bundeskanzler. Mit viel Altherrengemauschel. Ohne die Mitglieder. Die wurden ferngehalten. So funktioniert das System SPÖ. Genau deshalb funktioniert es eben nicht. Über Inhalte hat man nichts gehört. Wofür Herr Kern steht, weiss kein Mensch, ausser ihm. Interessiert die „Mächtigen“ in der SPÖ auch nicht. Um Inhalte geht es den meisten nicht. Nur um die Erhaltung der Macht. Ob das alles die Sozialdemokratie wieder auf Vordermann bringt? Die Erfahrung spricht dagegen. Ein paar Prozenterln mehr in Umfragen. Vielleicht. Aber nachhaltig wird das nicht sein. Nie und nimmer.

Man wundert sich. Immer wieder. Darüber, dass die kleinen Leute auf die FPÖ herein fallen. Auf ihre Sozialdemagogie. Auf den Schmäh mit der „sozialen“ Heimatpartei. Wenn die FP etwas nicht ist, dann sozial. Gestern in Servus-TV. Leider mit geringen Quoten. Der Talk über „Grossparteien am Ende“. Auftritt Frau Barbara Kolm. Präsidentin des berüchtigten, extremistisch-neoliberalen Hayek-Instituts. Benannt nach dem Nobelpreisträgers Friedrich A. Hayek. Einem durchgeknallten Paläoliberalen. Der die Diktatur in Chile freudig unterstützt hat. Weil sie den Markt von Fesseln befreite. Dass diese miese Dikatur die Menschen in Fesseln schlug, war egal. Für diese Leute ist Freiheit ausschliesslich die wirtschaftliche Freiheit des Stärkeren. Sozialdarwinismus des 19. Jahrhunderts. Diese Dame also berät die FPÖ. Den OÖ-Haimbuchner. Und bekennt sich in der gestrigen Diskussion ungerührt. Zur Abschaffung des Sozialstaates. Des Wohlfahrtsstaates.

Erstaunlich, dass gerade jene, die diesen Sozialstaat am meisten brauchen, mittels FP-Wählen für dessen Abschaffung stimmen. Sie glauben offenbar, sie seien nicht betroffen. Das wird ein schlimmes Erwachen geben. Die hoffnungsvollen NSDAP-Wähler sind an der russischen Front aufgewacht. Wo und wann die FP-Wähler aufwachen, ist noch unklar. Ein freudiges Erwachen wird es nicht sein. Mit Sicherheit nicht.

In den Online-Foren tobt wieder einmal eine widerliche Debatte. Eine vom UNHCR zugewiesene, zehnköpfige Familie erhält über 5.000 Euro Mindestsicherung. Streng nach den Regeln, die auch für „Inländer“ gelten. Das sind 500 Euro pro Kopf. Gerade genug zum Überleben. Dazu gibts hasserfüllte Kommentare. Dass 2.500 auch reichen würden. Die müssten ja keine Wohnung haben. Ein Heim täte es auch. Aus diesem Holz sind viele Rechtswähler gestrickt. Leider. Man wünscht ihnen, mit 250 Euro im Monat überleben zu müssen. Warum nur fällt mir beim Wort „Inländer“ immer gleich Inländer-Rum ein?

Gestern wurden 800 Syrer aus dem Mittelmeer gefischt. Bevor sie abgesoffen sind. Auf dem Weg nach Italien. Die Balkanroute ist zu. Jetzt also geht es anderswo los. Nun wird Italien allein gelassen. So wie zuerst Griechenland. Brenner zusperren. Ende. Die Katzlmacher sollen sich dahängen. Das ist europäische Politik. Und österreichische Politik. Aber vielleicht sorgt der neue SP-Kanzler wenigstens für menschliche Töne im Umgang. Anstatt sich an die Wortungeheuer der FP an zu hängen.

Es wird ohnehin bald wieder eng werden. An den Grenzen. Auch in Griechenland und am Balkan allgemein. Die EU versagt der Türkei die Visafreiheit. Mit Recht. Noch immer gelten dort die Terrorgesetze. Die nichts mit Terroristen zu tun haben. Sondern viel mit der Verfolgung von Kritikern des Erdogan-Regimes. Ein Erdogan-Minister hat jetzt klar gesagt: Wir lassen die Flüchtlinge auf euch los, wenn die EU die Visa-Freiheit nicht umsetzt. Europa hat sich erpressbar gemacht. Wird man sich dieser Erpressung widersetzen? Und wenn ja, wie löst man dann die wohl kommende neue Flüchtlingsbewegung?

Lässt man Italien allein, produziert man ein neues Griechenland. Diesmal bei einem Gründungsstaat der EU. Gegen einen failing state namens Italien wäre ein Grexit ein Lercherlschas. Ist Europa noch zu retten?

Entsetzlich auch viele Postings zum Brand von Schloss Ebenzweier. Da werden Umleitungen und Staus kritisiert. Die sind durch den Feuerwehreinsatz entstanden. Die Feuerwehren werden als unfähig hingestellt. Der absolute Egoismus ist mitten in der Gesellschaft angekommen. Da riskieren hunderte Feuerwehrleute ihr Leben, und ein paar egoistische Vollidioten haben nichts anderes zu tun, als die Feuerwehr zu kritisieren. Die mehr als fünfzig Stunden Dauereinsatz hatte.

Kurios auch das Einhacken auf die Raucher. Wieder mal eine kleine Hexenjagd. Wir nähern uns immer mehr einer Verbotsgesellschaft. Verbote für die Menschen, aber alle Freiheit für die Konzerne und ihre Machinationen. So schaut es heute aus. Da wird auch gleich gefordert, man möge Rauchen ganz verbieten. Und wie in Singapur unter Strafe stellen. Wer das fordert, sollte mal ein Jahr in Singapur leben. Um in den Genuss jener Freiheit zu kommen, wie man sie in Singapur versteht: Haftstrafen für Graffiti, Prügelstrafe mit dem Rohrstock, Todessstrafe (bezogen auf die Bevölkerungszahl ist Singapur das Land mit der höchsten Hinrichtungsrate). Wer Singapur für ein Vorbild hält, sollte mal sein Weltbild überprüfen.

Bruno Beinhart f. d. Team Gmundl


Wetterstation

Ein Briefwechsel

Guten Tag BBs et al,

ich habe in meinem Mailarchiv nachstehend die von mir bereits erwähnte eMail gefunden. Ich sende sie, damit der Zeitraum der Entscheidung, kein Geld für eine neue Wetterstation in die Hand zu nehmen, eingegrenzt werden kann.

Freundliche Grüße

xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx

Antwort des ORF am 11. 07. 2014.

Sehr geehrtexxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx,
nach aktueller Auskunft der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik wird die Station in Gmunden leider von den Betreibern nicht mehr gewartet und wird in den nächsten 3 bis 6 Monaten durch Altaussee ersetzt. Solange noch ein paar plausible Daten vorhanden sind, möchten wir die Station aber weiter anzeigen.

Mit freundlichen Grüßen – ORFON-Wetter Andreas Tiesner

—–Ursprüngliche Nachricht—–
Von: xxxxxxxxxxxxxxxxx
Gesendet: Donnerstag, 03. Juli 2014 14:38
An: ORF On Wetter
Betreff: wetter.ORF.at – Gmunden, Temperaturangaben

Guten Tag,
vor kurzem war — laut ihrer Auskunft auf meine Anfrage warum die Regenmengen in Gmunden nicht angezeigt würden — das Niederschlagsmessgerät defekt, nun scheint es das Thermometer zu sein, da seit 30. 5. die Temperaturen in Gmunden nicht mehr angezeigt werden. Besteht die Hoffnung, dass ein neues Thermometer angeschafft wird?

MfG

X. X.


 

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